Dreierlei vom Apfel

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Nein, ich bin nicht verrückt, Euch jetzt schon Rezepte mit Äpfeln für die Vorratskammer vorzustellen. Wer verrückt ist, das ist unser Apfelbaum. Der trägt nämlich eine extrem frühe Sorte. Im ersten Jahr haben wir gar nicht mitgekriegt, dass die Äpfel schon reif sind – es sind dann alle kaputt gegangen. Inzwischen sind wir natürlich schlauer…..

Spaß machen diese Äpfel eigentlich auch nicht. Sie sind winzig, man kann sie überhaupt nicht lagern und sie sind voller Macken. Es ist kaum mal einer dabei, in den man einfach so mal reinbeißen möchte. Wenn man Schale und Kerngehäuse und alle Macken wegoperiert hat, bleibt kaum noch etwas übrig. Kurz: diese Äpfel machen richtig Arbeit.

Dieses Jahr haben ich auf die ganze Schälerei und Entkernerei verzichtet und nur die schlechten Stellen weggeschnitten. Das hat alles doch sehr erleichtert. Und die Vorratskammer ist gut gefüllt. Hier sind die Rezepte:

Apfelbutter mit Sekt

  • 750 gr. Äpfel
  • 600 ml trockener Sekt
  • 1 EL Zitronensaft
  • Zucker
  • 1/2 TL gemahlene Nelken
  • 1/2 TL Zimtpulver

Die Äpfel waschen und schadhafte Stellen wegschneiden. Die Äpfel dann mitsamt Schale und Kerngehäuse in grobe Stücke schneiden und zusammen mit dem Sekt und dem Zitronensaft in einen Topf geben. Alles zum Kochen bringen und bei schwacher Hitze köcheln lassen, bis die Äpfel weich sind, dann vom Feuer nehmen.

Jetzt wird die Masse abpassiert. Dazu könnt Ihr alles in ein Sieb geben und mit Hilfe einer Suppenkelle durchtreiben. Viel einfacher und schneller geht es aber mit einer Flotten Lotte. Wenn die Masse passiert ist, braucht Ihr einen Meßbecher. Rein da mit der Apfelmasse. Pro 600 ml Apfelpulpe benötigt man 340 gr. Zucker.

Die Apfelmasse und den abgewogenen Zucker in einen sauberen Topf geben und alles bei mäßiger Hitze zum Kochen bringen, dabei rühren, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Die Masse dann noch 10-15 min kochen lassen, bis sie andickt.

Die fertige Apfelbutter in sterilisierte Gläser füllen.

Rezept adaptiert aus: River Cottage Handbook No. 2: Preserves*

Apfelgelee mit Rosmarin

  • 1 Handvoll Rosarinzweige
  • 1 kg Äpfel
  • Saft einer Zitrone
  • Gelierzucker 2:1

Ofen auf 100°C vorheizen. Rosmarinnadeln abzupfen (Stiele aufheben), auf ein Backblech legen und im Ofen in ca. 10 min trocknen lassen. Haltet ein Auge drauf, die Nadeln verbrennen schneller, als man denkt.

Die Äpfel waschen, von schadhaften Stellen befreien und in grobe Stücke schneiden. Dann zusammen mit 1,2 l Wasser, den Rosmarinstielen und dem Zitronensaft in einen Topf geben. Köcheln lassen, bis die Äpfel weich sind. Dann die Äpfel mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken.

Ein großes Sieb über eine Schüssel hängen und mit einem Mulltuch auslegen. Denn Inhalt des Topfes hineingießen, dann alles über Nacht abtropfen lassen. Nicht drücken, damit das Gelee klar bleibt.

Am nächsten Tag die Flüssigkeit abmessen und zusammen mit den Rosmarinnadeln in einen großen Topf geben. Die nach Packungsanleitung benötigte Menge Gelierzucker zugeben, die Masse unter Rühren zum Kochen bringen und alles 3 min sprudelnd kochen lassen. Noch heiß in sterilisierte Gläser füllen.

Rezept adaptiert aus: Jahreszeitenküche*

Apfel-Chili-Gelee

  • 700 gr. Äpfel
  • Saft einer Zitrone
  • Chilis, in Ringe geschnitten (nach Geschmack; ich hatte 3 Bird’s Eyes)
  • Gelierzucker 2:1

Äpfel waschen, die schadhaften Stellen entfernen und die restlichen Äpfel in grobe Stücke schneiden.

Apfelstücke mit 1 l Wasser und dem Zitronensaft in einen großen Topf geben, alles zum Kochen bringen und die Apfelstücke weich kochen, dann mit einem Kartoffelstampfer zerdrücken.

Ein großes Sieb mit einem Mulltuch auslegen und über eine Schüssel hängen. Die Apfelmasse hineinschütten und über Nacht abtropfen lassen.

Am nächsten Morgen die Flüssigkeit abmessen und zusammen mit der nach Packungsanleitung benötigten Menge Gelierzucker in einen großen Topf geben. Masse zum Kochen bringen und ca 3 min unter Rühren kochen lassen. Chilis in Ringe schneiden und ggf. entkernen. Zum Gelee geben und alles in sterilisierte Gläser füllen.

Rezept adaptiert aus: Jahreszeitenküche*

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20 thoughts on “Dreierlei vom Apfel

  1. Gute Idee, Apfelgelee mal anders aromatisiert, Zimt und Minze hatte ich schon probiert- und gehe wenn die unendlichen Vorräte aufgebraucht sind (zum Glück wird Apfelgelee immer besser mit den Jahren) auf die Pirsch nach unreifen Äpfeln und koche das Gelee nach alter Methode ohne Gelierzucker. Deine sind vielleicht Klaräpfelchen, die sind so früh und tatsächlich weniger vielseitig einsetzbar als andere Sorten…
    Schönen Sonntag, das Frühstück ist ja auf jeden Fall gerettet!

    1. Mit Minze ist auch eine gute Idee. Bloß an Marmelade oder Gelee ohne Glierzucker bin ich bis jetzt noch jedes Mal jämmerlich gescheitert.

      1. die Äpfel müssen den richtigen Grad von Unreife haben, und dann- lange kochen, mindestens 20 min, eher eine Stunde, dann entwickelt sich auch der Geschmack nochmal ganz anders.

  2. Schöne Kreationen … mein Nachbar hat mir gerade einen Eimer voll Äpfel gegeben, war schon am Überlegen was ich damit anstelle, da kommen mir deine Ideen grad recht. Die Apfelbutter werd ich mal für mich machen. Mal sehen was mir noch einfällt 😉
    Liebe Grüße Kerstin

  3. Apfelgelee wollte ich auch schon seit Jahren machen, allein ich fand diese hutzeligen Äpfel nie und war immer skeptisch, ob beim Abseihen ohne Drücken genug Saft entsteht. Aber wenn du meinst… 😉

  4. Meine Äpfel dauern noch.. aber ich hab sooo viele dieses Jahr!
    Mein Baum wächst im Kübel und es ist unglaublich, was da momentan dranhängt, wir haben ihn schon mit Kordel anbinden und stützen müssen.
    Ich freu mich auch schon, wenn die wieder reif sind, die sind so lecker und immer makellos, obwohl wir gar nichts machen. Ist ein Golden Delicious, aber ich ernte sie lieber vor “Golden”, da sind sie noch ein bisschen säuerlicher 😉

    1. Unsere sind auch extrem früh. Aber es waren sehr viele. Vielleicht sollte ich die Anschafffung eines Zweitbäumchens mit späten Äpfeln erwägen 🙂

  5. Schöne Rezepte, das mit Rosmarin gefällt mir sehr gut. Werde ich ausprobieren.
    Ich gehe jeweils bei einem Bauern Fallobst zusammensammeln, bei uns kriegt man das umsonst. Die Bauern sind meist froh, wenn man die Äpfel am Boden nimmt.

    1. Das kenne ich von früher – ich war als Kind die Apfelaufsammelbeauftragte in der “Obstplantage” meiner Eltern.

  6. Ich nehme dann mal die Apfelbutter…
    Sei froh über deinen verrückten Apfelbaum….unserer Bäume hats vergangene Woche total zusammengeschlagen…es war zum Heulen!

  7. Lecker! Apfel-Rosmarin klingt superlecker 😀
    Die anderen Sorten natürlich auch.
    Obstbäume sind für den Balkon ja nicht unbedingt geeignet… aber hinter der Sporthalle, auf dem Gemeindeplatz plücke ich immer. Letztes Jahr gab es 10kg. Einige mit Macke, aber viele schöne waren auch dabei 😀

    1. Bei uns ist hinter den Häusern ein großes Biotop, da wächst auch so einiges. Wenn man auf die Pirsch geht, kann man von Brombeeren über Haselnüsse, Äpfel und einigen anderem ziemlich Beute machen….

  8. Toll! Ich hätte nicht gedacht, dass man aus vermurkelten Äpfeln so eine Vielfalt an Gelees & Co. herstellen kann, das klingt alles köstlich. Und ich find’s super, dass Du die Äpfelchen verwertest – man ist ja meist viel zu fixiert auf schön aussehendes Obst und Gemüse. Apfelbutter ist übrigens ein listiger Name ;-).

    1. Hihi… und danke. Not macht erfinderisch, in diesem Fall die Not des Überflusses an komischen Äpfeln.
      Bei der Apfelbutter habe ich auch zunächst mit leicht gerunzelter Stirn nach dem Butteranteil gesucht 🙂

  9. Soviel Arbeit – lieber Du als ich … andererseits hast Du was zum Geniessen und ich nicht! 😉 hmmm … ?
    Liebe Grüsse aus Zürich,
    Andy

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