Steirisches Wurzelfleisch

Die kulinarische Weltreise macht diesen Monat einen Sonderstopp – es geht um Urlaubserinnerungen.

Für dieses Jahr bin ich da ja raus; da sind wir nicht in den Urlaub gefahren. Schuld bin ich selbst; ich habe darauf bestanden, dass wir renovieren, anstatt wegzufahren. Das war nicht ganz so erholsam, aber dafür haben wir es jetzt wieder schön ;-).

Kulinarische Urlaubserinnerungen habe ich natürlich trotzdem genug. Und diesmal buddle ich ganz tief in der Vergangenheit. Urlaub war in meiner Kindheit eine Sache mit festgelegten Ritualen: im Winter zum Skifahren nach Südtirol, im Sommer zum Bergwandern nach Tirol. Immer der gleiche Ort, immer die gleiche Pension, immer die gleichen Menschen. Ich hatte davon irgendwann sehr die Nase voll und wäre zu gerne endlich mal ans Meer gefahren.

Irgendwann mal gab es dann doch Abwechslung. Immer noch Österreich, immer noch Bergwandern, aber diesmal in Altaussee. Dort hat es mir gefallen – immerhin gut genug, dass ich später auch mal alleine hingefahren bin und die damalige Winterlandschaft zum Wandern genutzt habe.

Ich bin damit nicht alleine – der Ort ist sehr beliebt; Tourismus hat da eine lange Geschichte.  Im klaren, kalten Wasser des Sees kann man gut schwimmen, die Wanderrouten sind reizvoll. Was mir abgesehen davon besonders gut gefallen hat, ist, dass der Ort eine lange Geschichte hat, was Kulturschaffende angeht. Schon Arthur Schnitzler verlebte seine Sommerfrische in Altaussee, Jakob Wassermann war so begeistert, dass er seinen Wohnsitz dorthin verlegte. Diese Tradition wird im Literaturmuseum aufrecht erhalten und auch einen Wanderweg, der den Spuren der Literaten folgt, gibt es.  Klaus Maria Brandauer übrigens lebt dort und auch Barbara Frischmuth.

Ach so, das Essen. Darum sollte es ja gehen. Ich hatte das in guter Erinnerung, egal ob es ein Fischessen mit tagesfrischem Fisch war einfach gut gemachte Hausmannskost. Was sich mir seinerzeit ins Gedächtnis gebrannt hat, war das steirische Wurzelfleisch. Ich habe tatsächlich nur einmal gegessen und noch nie gekocht, wollte aber immer mal. Und deshalb gibt es das jetzt.

Steirisches Wurzelfleisch ist im Grunde ein Eintopf: Schweinefleisch wird gegart, später gesellt sich feingeschnittenes Wurzelgemüse dazu. Wichtig ist, dass das Ganze mit Essig abgeschmeckt wird. Und beim Servieren reibt man ordentlich frischen Meerrettich darüber – das ist der letzte Schliff. Das Ganze hat etwas Ähnlichkeit mit Tafelspitz oder Krenfleisch, aber es wird eben Schwein verwendet.

Ich habe ein wenig herumgesucht und dabei ein Rezept gefunden, das Schweinebauch verwendet. Die Autoren sagen, dass das die klassische Version ist. Heutzutage nimmt man meist magereres Fleisch wie die Schulter, aber mir hat der Schweinebauch gut gefallen. Das Fleisch wird aufgrund des Fettanteils schön zart und auch die Schwarte ist nach der Garzeit weich. Und aromatisch ist der Bauch ja sowieso nicht zu übertreffen.

Für 8 Portionen:

  • 1,6 kg Schweinebauch, mit Schwarte, ohne Knochen
  • 1,2 kg Wurzelgemüse wie Sellerie, Petersilienwurzel, Karotte
  • 1 Zwiebel
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 3 Lorbeerblätter
  • 4 Wacholderbeeren
  • 16 Körner schwarzer Pfeffer
  • Salz
  • 3-5 EL Weißweinessig
  • 1 kg Kartoffeln (ich hatte vorwiegend festkochende)
  • 1 Meerrettichwurzel
  • frisch gehackte Petersilie

Das Fleisch mit der Schwarte nach oben in eine ausreichend großen Topf geben und so viel Wasser angießen, dass Fleisch und Schwarte gerade bedeckt sind. Zwiebel ungeschält halbieren, Knoblauchzehen andrücken. Beides zusammen mit Lorbeer, Wacholder und Pfeffer zum Fleisch geben.

Salzen, alles zum Kochen bringen und bei milder Hitze 1 3/4 h köcheln lassen.

Ca. 45 min vor Ende der Garzeit die Kartoffeln schälen, in mundgerechte Stücke schneiden und in Salzwasser und etwas Kochflüssigkeit des Fleisches garkochen.

Das Wurzelgemüse schälen und in Stifte schneiden. Das Fleisch aus der Brühe holen und die Brühe durch ein Sieb abgießen, um die festen Bestandteile herauszuholen. Fleisch, Brühe und Wurzelgemüse wieder in den Topf geben und alles weitere 15 min köcheln lassen. Das Gemüse darf noch etwas Biss haben.

Das Fleisch aus der Suppe holen, in dicke Scheiben schneiden und wieder in die Suppe geben. Es ist wichtig, dass das Fleisch immer von Flüssigkeit bedeckt ist, damit es nicht austrocknet, deshalb habe ich diese Variante gewählt. Die Suppe mit Salz und Essig abschmecken.

Zum Servieren jeweils eine Scheibe Fleisch in einen tiefen Teller geben. Dann Gemüse und Kartoffeln dazu anrichten, etwas Brühe angießen und alles mit ein wenig Petersilie bestreuen. Meerrettich frisch darüber reiben.


Wie immer reise ich in Begleitung. Schaut, mal welche kulinarischen Erinnerungen die Reisegesellschaft ausgepackt hat:

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Coffee2Stay: Red, White and Blue Cookies

 

Schwarzbrotmousse mit Beerenragout

Nachtisch gibt es hier nicht so oft. Dieser hier ist Hans Jörg Bachmeier* zu verdanken. Das Rezept hat mich gleich angesprungen – und ich hatte alles im Haus, um es spontan auf den Tisch zu bringen.

Wobei ich gestehe, ein wenig abgewichen vom Rezept bin ich – hatte Graubrot statt wie vorgesehen Pumpernickel und meine Sauce bestand lediglich aus Erdbeeren und Heidelbeeren, Himbeeren und Brombeeren, die original auch noch hinein sollten hatte ich gerade nicht da. Im Original werden für die Sauce 200 g tiefgefrorene Himbeeren püriert. Für das Ragout kommen dann je 150 g Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren dazu.

Dem Genuss tat das aber keinen Abbruch – die cremige Mousse aus Brot, weißer Schokolade und Sahne mit der fruchtigen Sauce gibt es bestimmt mal wieder; die Beeren kann man je nach Saison und Gusto gut variieren.  Und ganz nebenbei kann man mit der Mousse noch wunderbar altbackenes Brot aufbrauchen.


Für 4 Portionen:

Mousse:

  • 2 Eier
  • 70 g Zucker
  • 250 g Sahne
  • 2 Scheiben Schwarzbrot (original: Pumpernickel)
  • 250 g weiße Kuvertüre
  • 100 ml Milch

Beerenragout:

  • 500 g Erdbeeren
  • 450 g Heidelbeeren
  • 100 g Zucker
  • Saft einer Zitrone

 

Für die Mousse die Eier trennen. Eiweiße zu steifem Schnee schlagen, dabei 50 g Zucker einrieseln lassen. Sahne ebenfalls steif schlagen. Das Brot im Blitzhacker zerkleinern.

Eigelbe mit dem restlichen Zucker in einer hitzefesten Schüssel über dem Wasserbad weißschaumig aufschlagen. Die Kuvertüre hacken und in einer zweiten hitzefesten Schüssel über dem heißen Wasserbad schmelzen.

Milch aufkochen und langsam unter die Kuvertüre rühren. Kuvertüre vorsichtig unter die Eigelbmasse heben. Das gemahlene Brot zugeben und alles über Eiswasser glatt rühren.

Wenn die Masse abgekühlt ist, abwechselnd Eischnee und steif geschlagene Sahne unterheben. Mousse zum Festwerden einige Stunden kühl stellen.

Für das Ragout die Beeren verlesen. 200 g Erdbeeren mit dem Zucker so lange pürieren, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Mit Zitronensaft abschmecken,

Restliche Beeren je nach Größe halbieren oder vierteln(Heidelbeeren ganz lassen) und mit der Sauce vermengen.

Zum Servieren von der Mousse Nocken abstechen und mit dem Ragout auf Tellern anrichten


Gebackener Pressack mit Sauce Tartare

Pressack gehörte immer zu den liebsten Wurstsorten meines Vaters – meine Liebe war, sagen wir mal, nicht ganz so ausgeprägt. Pressack heißt anderswo auch Schwartenmagen und besteht aus Schweinefleisch, und zwar den Stücken, die man sonst nicht verwerten kann . Es sind grob zerteilte Stücke drin und die rote Variante, die hier auf den Tisch kommt, ist mit Blut gebunden. Ich esse gerne Innereien und liebe Blutwurst, aber Pressack mochte ich früher nicht so. Und heute esse ich kaum Wurst, Pressack stand hier folglich noch nie auf dem Tisch.

Dank Hans Jörg Bachmeier* hat sich das nun geändert. Hier werden dicke Scheiben Pressack paniert und gebraten – man hat also eine knusprige Hülle. Und in der Hülle verändert sich der Pressack, der feine, mit Blut gebundene Teil wird nämlich weich und cremig. Das ist toll – ich mag jetzt Pressack ;-). Dazu gibt es eine Remouladensauce, selbstgemacht und mit schön viel Einlage.


2 Portionen:

Sauce Tartarte:

  • 2 Eigelb, sehr frisch
  • 1 TL Senf
  • 1 Spritzer Weißweinessig
  • 200 ml Öl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 2 Sardellenfilets
  • 4 Cornichons
  • 2 hart gekochte Eier
  • 10 Kapern
  • 2 EL saure Sahne
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • 1/2 Bund Schnittlauch

Pressack:

  • 2 Eigelb
  • 1 EL Sahne
  • 4 Scheiben roter Pressack à ca. 50 g
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 100 g Mehl
  • 100 g Weißbrotbrösel
  • 2 EL Butterschmalz
  • 40 g kalte Butter

Sauce Tartare:

Eigelbe, Senf und Essig in einen hohen Rührbecher geben. Mit dem Stabmixer vorsichtig von unten nach oben ziehen und dabei in dünnem Strahl das Öl einlaufen lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Mit Sardellen und Cornichons fein hacken. Eier schälen und ebenfalls hacken. Sardellen, Cornichons, Kapern und Eier zusammen mit der sauren Sahne unter die Mayonnaise rühren. Schnittlauch in Röllchen schneiden und ebenfalls einrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen und die Sauce kühl stellen.

Pressack:

Drei tiefe Teller bereit stellen. In einem Teller die Eigelbe mit der Sahne verquirlen. In die anderen Teller jeweils das Mehl und die Semmelbrösel geben.

Pressack mit Salz und Pfeffer würzen. Zuerst im Mehl wenden, dann in den Eiern und schließlich in den Bröseln. Die Brösel dabei nur ganz leicht andrücken.

Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen. Pressack hineinlegen. Die Pfanne immer wieder mal schwenken, dann den Pressack wenden und die kalte Butter in die Pfanne geben. Immer weider schwenken. Wenn die Panierung schön goldbraun ist, den Pressack herausnehmen (Achtung, das Innenleben ist fragil!) und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Pressack mit Sauce Tartare anrichten. Ich habe Pflücksalat dazu serviert.


Kochbuch: Heimat schmeckt am besten | Hans Jörg Bachmeier

Hans Jörg Bachmeier wurde in Niederbayern geboren und machte zunächst eine Kochlehre im elterlichen Gasthaus. Danach ging er auf Wanderschaft und arbeitete unter anderem bei Heinz Winkler und Eckart Witzigmann. Seit 2004 beitreibt er am Viktualienmarkt das Restaurant “Blauer Bock” mitsamt dem angeschlossenen Hotel. Außerdem hat er eine eigene Kochsendung im Bayerischen Fernsehen, wer mag, kann hier einen Blick in die Mediathek werfen.

Dieses Buch hier fasst die Rezepte aus der neuen Staffel zusammen. Wie gesagt, Hans Jörg Bachmeier kommt ursprünglich aus Niederbayern. Seine Küche ist also bayerisch geprägt; sie ist gehoben, aber gleichzeitig lässig. Das spiegelt sich in den Rezepten gut wieder.

Die Einteilung der Rezepte ist klassisch – Kleine Gerichte und Salate, Nudeln und Gemüse, Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch, Geflügel und Wild und zum Abschluss natürlich Süßes. Dazwischen gibt es immer mal wieder eine Doppelseite mit besonders schnellen Rezepten. Ich habe noch ein paar Einmerker im Buch kleben….das bayerische Gemüse-Tempura mit seinem Frischkäsedipp, der an Obatzden erinnert, muss ich ebenso probieren wie die Brezen-Gnocchi, die Schustafleckerl mit Sauerkraut, das Bierbratl mit Laugensauce und Schmorzwiebeln oder das Weißbier-Tiramisu mit Kumquatkompott.

Die Rezepte tragen die persönliche Handschrift von Hans Jörg Bachmeier. Sie sind einerseits unverkennbar bayerisch, aber gerne auch italienisch beeinflusst. Sie sind bodenständig und fein zugleich  – und das Nachkochen ist völlig problemlos, es ist alles wunderbar ausgearbeitet.

Nun hat das Buch ja “Heimat” im Titel; und das spiegelt sich nicht nur in den Rezepten wider. Hans Jörg Bachmeier nimmt uns auch mit auf einige Ausflüge und stellt uns Traditionen vor, die zum Teil vom Aussterben bedroht sind – den Schmied, der die Pfannen schmiedet, mit denen dann gekocht wird. Den Alphorn-Drechsler, der aus dem Endstück des Alphorn noch jeweils eine Schüssel macht (ich möchte bitte so eine Schüssel…) Den Lederhosen-Macher, bei dem alles Handarbeit ist; und ja, auch das ist Nose to Tail, denn der Rest des Tieres landet ja im Kochtopf. Ich habe diese Geschichten gern gelesen – und viel dabei gelernt.

Kurz zur Optik: es macht Spaß, in dem Buch zu blättern. Das Layout ist klassisch –  bei den Rezepten  stehen am Rand die Zutaten, daneben die Arbeitsanweisung. Auf der gegenüberliegenden Seite findet man das zugehörige Fotos, wobei nicht jedes Rezept ein Foto hat. Die Fotos sind schön aufgemacht – kein Essen neben dem Teller, nicht zu viele Requisiten. Und natürlich gibt es auch viele Fotos von Bachmeiers Ausflügen, die Lust machen, da auch einmal selbst hinzufahren.

 

Die gefüllten Tomaten kommen aus einem der Rezept-Quickies. Sie sind rasch und problemlos hergestellt und für sich eine kleine Mahlzeit; wir hatten sie als Beilage zum Grillen. Statt Hirse habe ich Quinoa verwendet; der war da und musste weg.

Nachtisch gibt es hier selten genug, aber die Pumpernickelmousse mit Beerensauce hat mich dann doch sehr angelacht: Die Mousse besteht aus Brotbröseln, Ei, Sahne und weißer Schokolade und die Sauce auf der Basis von pürierten und frischen Beeren passt wunderbar dazu.

Die Rote-Bete-Knödel sind Semmelknödel mit einem Anteil an roter Bete. So schick pink wie im Buch wurden sie bei mir nicht, aber dem Geschmack tat das keinen Abbruch. Die Herstellung ist ungewöhnlich – die Semmelmasse wird zusammen mit dem Gemüse püriert. Ich hatte die Befürchtung, dass die Masse dadurch zu fest werden könnte, aber das Ganze hat wunderbar funktioniert. Zu den Knödeln gab es eine Sauce aus Sahne und Blauschimmelkäse.

Pressack fällt bei mir eigentlich eher unter Kindheitstrauma; aber dankenswerterweise ist das jetzt behoben. Für den gebackenen Pressack werden dicke Scheiben roter Pressack paniert und gebraten, dazu gibt es Remoulade und Salat. Der Pressack wird beim Braten etwas cremig, das war klasse.

Auch das gschmorte Paprika-Hendl kam gut an; das Fleisch war schön saftig und die Sauce  hatte – auch dank des zugefügten Kräutersträußchens – ein schönes Aroma.

Fazit:

Ich mag die Rezepte, die gut umzusetzen sind und gleichzeitig ebenso schnörkellos wie originell. Besonders hübsch finde ich die mediterranen Einflüsse, die die bayerische Hausmannskost etwas moderner und leichter machen. Die Rezepte passen gut in den Alltag, wer etwas Schnelles für den Feierabend sucht wird ebenso fündig wie jemand, der ein wenig ambitionierter kochen oder Gäste überraschen möchte.

 

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: ZS Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3898839181
  • 24,99

 

Knusprige Tapioca-Kartoffelküchlein

Tapioca wird in der indischen Küche recht gern verwendet; vor allem in Südindien. Ich wollte meinen Tapiocavorrat etwas abbauen und habe bei der Rezeptsuche sogar eine Art Risotto auf Tapioca-Basis gefunden. Das hat mich aber nicht so sehr angelacht.

Dafür aber diese Küchlein. Cyrus Todiwala*, von dem das Rezept stammt, erzählt, dass die Küchlein ein typisches Streetfood aus Bombay sind. Sie sind aussen knusprig und innen ein wenig zäh, aber nicht nur die Konsistenz macht Spaß, auch der Geschmack von Kreuzkümmel, Chili und Erdnuss. Erdnuss ist typisch, wer aber keine Erdnüsse veträgt, kann die Küchlein auch mit Cashewkernen zubereiten.

Original werden die Küchlein frittiert; ich habe sie einfach in der Pfanne gebraten. Dazu isst man tradtionellerweine ein Chutney – in Indien aber auch gerne Ketchup. Ich hatte Zucchini übrig und habe mir zu den Küchlein ein Zucchini-Chutney ausgedacht.


Für 12- 14 Küchlein:

  • 2 große mehligkochende Kartoffeln
  • 200 g Tapioca, größere Kügelchen
  • 3 EL geschälte rohe Erdnüsse oder Cashews
  • 1 TL Kreuzkümmelsamen
  • 2 grüne Chilis
  • 1 TL Limettensaft
  • Salz
  • 1-2 EL gehacktes Koriandergrün
  • ca. 2 EL Reismehl
  • Öl zum Braten

Das Sago gut waschen, dann in eine Schüssel geben, mit Wasser bedecken und über Nacht einweichen lassen. Die Kügelchen sollen prall aussehen und sich auf Druck weich anfühlen. Wie lange sie einweichen müssen, hängt von Größe und Alter des Tapioca ab.

Die Kartoffeln weich kochen, schälen und zerstampfen. Chilis fein hacken; wer es nicht so scharf mag, nimmt vorher noch die Samen heraus.

Erdnüsse in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie duften, dann abkühlen lassen und hacken. Alle Zutaten ausser Reismehl und Öl in einer Schüssel vermengen und die Masse mit Salz würzen.

Hände mit Reismehl bestäuben und die Masse zu kleinen, runden Küchlein formen. Wenn die Masse zu feucht ist, etwas Reismehl einarbeiten. Küchlein mindestens 30 min kühl stellen.

Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Küchlein darin portionsweise von beiden Seiten goldbraun braten. Fertige Küchlein warm halten.

Küchlein heiß mit einem Chutney oder Ketchup servieren.


Zucchini-Chutney:

  • 700 g Zucchini
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 6 EL Apfelessig
  • 1/4 TL gemahlene Nelken
  • 1/4 TL gemahlene Kurkuma
  • 2 cm frischer Ingwer
  • 1/2 TL Paprikapulver
  • 1/4 bis 1/2 TL Cayennepfeffer
  • Salz
  • 100 g Zucker

Zuchini putzen und in kleine Würfel schneiden. Zwiebel schälen und würfeln. Knoblauch und Ingwer schälen und fein hacken.

Alle Zutaten in einen Topf geben und köcheln lassen, bis die Zucchini weich sind und die Aromen sich verbunden haben. Mit Salz, Zucker und Apfelessig abschmecken.

Chutney heiß in sterisilierte Gläser füllen. Vor dem Servieren abkühlen lassen.


Inspiration:

 

 

 

Pantaras

Pantaras sind kleine, mit Kurkuma gewürzte Crêpes, die mit einer Hackfleischmischung gefüllt, zu Zigarren gerollt und anschließend frittiert werden. Hier wurde Hühnerhack verwendet; Ihr könnt aber auch anderes Fleisch nehmen; Lamm könnte ich mir besonders gut vorstellen, oder, für eine vegetarische Variante, zerkrümelten Paneer.

Pantaras sind ein beliebtes Streetfood in Kolkata; Chetna Makan berichtet in ihrem Buch über indisches Streetfood*, dass sie dort an den Strassenständen zur Mittagszeit sehr beliebt sind. Die Verkäufer rollen die kleinen Pfannkuchen mit unglaublicher Geschwindigkeit, um dem Ansturm Herr zu werden. Interessanterweise habe ich aber auch noch andere Geschichten über Pantaras gelesen: so werden sie in Bangladesh traditionell zum Anlaß von Eid, dem islamischen Fastenbrechen, serviert. Und dann ist auch noch die Rede davon, dass sie ein beliebtes anglo-indisches Essen sind.

Wie auch immer; die kleinen Röllchen sind unwiderstehlich; probiert sie mal aus. Original werden sie in Fett schwimmend frittiert. Hier ist ein neuer Airfryer* eingezogen; ich habe die Panteras darin gegart. Im Rezept gebe ich Euch beide Möglichkeiten an.


Pfannkuchen:

  • 150 g Weizenmehl 405
  • 1 TL gemahlene Kurkuma
  • Salz
  • 2 Eier
  • 300 ml Wasser

Füllung:

  • 1 EL Sonnenblumenöl
  • 1 Lorbeerblatt
  • 4 Gewürznelken
  • 2 Kapseln grüner Kardamom
  • 1 kleiner Stange Zimt
  • 1 Zwiebel
  • 1 Karotte
  • 1 grüne Paprikaschote
  • 300 g Hähnchenhackfleisch
  • Salz, Cayennepfeffer

Zum Fertigstellen:

  • 1 EL Speisestärke
  • Öl zum Frittieren
  • Mangochutney oder anderes Chutney zum Servieren

Für die Crêpes Mehl mit etwas Salz und der Kurkuma in eine Schüssel geben. Wasser und Eier zugeben und alles zu einem glatten, dünnen Teig verquirlen. 30 min ruhen lassen.

Inzwischen für die Füllung die Zwiebel schälen und fein hacken. Karotte schälen und ebenfalls fein hacken, Paprikaschote putzen und fein würfeln.

Öl in einer Pfanne erhitzen und Lorbeer, Zimt und Kardamom kurz rösten, bis alles zu duften beginnt. Zwiebel zugeben und in ca. 5 min weich garen. Karotte und Paprika einrühren und kurz mitrösten, dann das Fleisch zugeben. Mit Salz und Cayennepfeffer würzen und ca. 10 min unter Rühren braten, bis es gar ist. Beiseite stellen und abkühlen lassen.

Für die Crêpes eine beschichtete Pfanne bei mittlerer Temperatur erhitzen. Jeweils ca. 50 ml Teig in die Pfanne geben, rasch zu einem Teig verstreichen (ich mache das mit so einem Crêpeteigverteiler*) und von beiden Seiten 20 sek backen. Fertige Crêpes auf einem Teller stapeln.

Speisestärke mit 2 EL Wasser verrühren.

Zum Füllen je einen Pfannkuchen auf die Arbeitsfläche legen. Etwas Füllung einige Zentimeter vom unteren Rand entfernt auf den Pfannkuchen legen, dann die Seiten nach innen umschlagen. Etwas von der Stärkepaste auf den oberen Rand des Pfannkuchens streichen, dann den unteren Rand über die Füllung klappen und alles von unten zu einer Zigarre aufrollen. So weitermachen, bis Crêpes und Füllung aufgebraucht sind.

Zum Frittieren ausreichend Öl auf 190°C erhitzen und die Röllchen in kleinen Portionen von jeder Seite zwei Minuten garen, dann auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Zum Garen in der Heißluftfritteuse die Röllchen rundherum mit etwas Öl einpinseln und bei 180°C insgesamt 6 min garen, dabei einmal wenden.

Noch heiß mit Chutney servieren.


 

Soleni Pruchki – Bulgarische Knabberstangen mit Kümmel

Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass ich für etwas Herzhaftes jeden Kuchen stehen lasse. Da ist es kein Wunder, dass mich dieses Rezept aus “Schwarzes Meer“* gleich in die Küche getrieben hat.

Das Rezept kommt aus Bulgarien. Caroline Eden findet, dass es nach einem langen Reisetag vorzüglich zu einem Glas Bier passt, ich finde, es geht auch ohne Reise und ohne Bier ;-). Oder aber auch zu einem Glas Wein.

Blog-Event CLVI - Gebäck zum Afternoon Tea zum 15. Blog-Geburtstag (Einsendeschluss 15. September 2019)Oder auch zum Tee. Stimmt. Ich bin ja ohnehin eher Team “Herzhaft”, und da kommt es recht, dass Micha mich darauf aufmerksam gemacht hat, dass das doch eine nette Knabbersache zum Afternonn Tea wäre. Also, nochmal  – happy Blogbirthday, Zorra. Wir futtern uns zusammen durch, oder?

Das ist ein einfacher Hefeteig mit etwas Roggenanteil; den Kick macht das Topping aus; ich denke, da kann man auch gut mit den Zutaten spielen. Vielleicht etwas Fenchel und Chiliflocken? Oder Schwarzkümmel und Sesam? Ich werde mich durcharbeiten. Auch ein paar Krümel Feta im Teig könnte ich mir gut vorstellen….


Für ca. 16 Stangen:

  • 10 g frische Hefe
  • 40 ml Milch
  • 125 g Mehl Type 405
  • 60 g Roggenmehl (ich hatte frisch gemahlenes Vollkornmehl)
  • 1/2 TL Salz
  • 1 EL Puderzucker
  • 70 g Butter, zimmerwarm und in Würfeln
  • 1 Ei
  • Kümmelsamen, Mohnsaat und Salzflocken zum Bestreuen

Beide Mehlsorten mit dem Salz in eine Schüssel geben. Die Hefe dazu krümeln. Milch und Butter ebenfalls zugeben und alles zu einem homogenen Teig verkneten; der Teig ist relativ fest. Schüssel abdecken und den Teig eine Stunde ruhen lassen.

Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem ca. 1 cm dicken Rechteck ausrollen und in gleichmäßig breite Streifen schneiden.

Teigstreifen auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben, abdecken und eine weitere Stunde ruhen lassen.

Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Das Ei in einer kleinen Schüssel verquirlen.

Teigstreifen mit Ei bepinseln und mit Kümmel, Mohn und Salzflocken bestreuen. Im heißen Ofen in ca. 10 bis 15 min knusprig backen.

Die abgekühlten Soleni Pruchki halten sich luftdicht verpackt ca. eine Woche.


 

Mantı “Halb und Halb”

Zugegeben, so richtig Mantı sind das nicht, was Caroline Eden da in “Schwarzes Meer“* vorstellt. Da wird eine Abkürzung genommen und es werden Teighüllen aus dem Asia-Shop verwendet. Und die Form passt auch nicht so ganz. Es sind sozusagen Mantı für Eilige.

Aber es sind gute Mantı für Eilige – die Füllung aus Lammhack, Petersilie und Zwiebel ist schön aromatisch; und der Clou sind die Saucen: Da gibt es eine Joghurt-Knoblauch-Sauce; gut, das kennt man. Aber statt der klassischen Paprikabutter, die gerne zu Manti serviert wird gibt es hier eine Walnussbutter  – eine tolle Idee.

Die Idee mit der Walnussbutter hat die Autorin aus einem Mantı-Lokal in Sinope.

Für ca. 20 Mantı:

  • 20 runde Gyoza-Blätter
  • 300 g Lammhack
  • 3 EL glatte Petersilie, frisch gehackt
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Joghurtsauce:

  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1,5 EL Olivenöl
  • 300 g griechischer Joghurt
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 TL Zitronensaft

Walnussbutter:

  • 30 g Butter
  • 1/2 TL Pul Biber
  • 15 g Walnusskerne, grob gehackt

Für die Füllung Zwiebel schälen und sehr fein hacken. Alle Zutaten vermengen und bis zur Verwendung abdeckt in den Kühlschrank stellen.

Für die Joghurtsauce den Knoblauch schälen und ganz fein hacken. Öl in einer Pfanne erhitzen und den Knoblauch darin leicht goldbraun braten. Von der Hitze nehmen. Joghurt, Knoblauch und Zitronensaft verrühren und alles mit Salz und Pfeffer würzen.

Für die Walnussbutter die Butter in einem kleinen Topf schmelzen. Pul biber und die Hälfte der Walnusskerne einrühren. Beiseite stellen.

Zum Füllen die Teigplatten auf der Arbeitsfläche auslegen. Auf jedes Blatt einen Teelöffel Füllung geben. Die Ränder mit Wasser bepinseln und die Teigplatten zu Halbmonden falten. Die Ränder kräftig zusammendrücken.

In einem großen Topf reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Die Teigtaschen hineingeben und ca. 4 bis 6 min kochen lassen; sie sind fertig, wenn sie an die Oberfläche steigen.

Mit einem Schaumlöffel herausholen, sehr gut abtropfen lassen und auf eine Servierplatte geben.

Zum Servieren eine Hälfte der Mantı mit Joghurtsauce übergießen, die andere mit Walnussbutter beträufeln. Mit den restlichen Walnüssen bestreut servieren.

Kochbuch: Schwarzes Meer | Caroline Eden

Das schwarze Meer ist ein Binnenmeer zwischen Osteuropa, Südeuropa und Vorderasien; durch den Bosporus ist es mit dem Mittelmeer verbunden. Die Ukraine, Bulgarien, Rumänien, Georgien und die Türkei liegen am Schwarzen Meer; es war früh eine wichtiger Handelsweg und ist heute bekannt für beliebte Urlaubsorte.

Das ist aber nicht alles: es ist auch ein sagenumwobener, mythischer Ort. Caroline Eden, die britische Journalistin, der wir schon ein wunderbares Buch über die Küche entlang der Seidenstrasse verdanken*, hat sich nun auf den Weg gemacht, einige Länder der Schwarzmeerküste zu bereisen, ihre Geschichte und ihre Essgewohnheiten einzufangen. Ihr Weg führte sie von Odessa in der Ukraine immer die Küste entlang über Rumänien und Bulgarien bis ins türkische Istanbul und Trabzon.

Das ist kein reines Kochbuch – es ist ein Reisebuch mit Rezepten. Von Odessa bis Trabzon ist Caroline Eden gereist – mit Bus und Bahn übrigens, so hat sie viel vom täglichen Leben in der Region mitbekommen. Sie erzählt die Geschichte der Region, besucht Kulturdenkmäler, Museen, Menschen und natürlich auch Märkte und Restaurants. Sie hat gründlich recherchiert und auch historische Reiseliteratur gelesen; das ganze ist aber keineswegs trocken und theoretisch formuliert, denn es ist alles sehr persönlich geschrieben und  die Geschichte wird  immer in Zusammenhang mit den Menschen und ihren Schicksalen gebracht. Und mit ihrem Essen, natürlich. Abwechslungsreich ist das Ganze auch, denn sie berichtet mal  über bewegende Schicksale, mal über historische Hinergründe und mal über die kulinaarische Entwicklung der besuchten Orte. Und wer sich weiter in die Geschichte der Gegend einlesen möchte, der findet am Ende des Buches ein sehr ausführliches Litaraturverzeichnis.

Ein schönes Beispiel ist die Geschichte des polnischen, nach Odessa verbannten Dichters und Freiheitskämpfers Adam Mickiewicz: Er ging von Odessa aus ins bulgarische Burgas, wo er versuchte, mit der Türkei eine Armee gegen Russland aufzustellen, das sein Heimatland besetzt hatte. Erfolg hatte er keinen und starb schließlich in Istanbul an der Cholera. Caroline Eden war an all diesen Orten und ist seiner Geschichte nachgereist.

Natürlich gibt es auch zu essen. Caroline Eden hat viele Menchen getroffen und sich Tipps für typische Gerichte und beliebte Restaurants geholt. Sie berichtet über jüdisches Leben in Odessa und serviert entsprechend zwei Varianten Vorschmack, in Rumänien hat sie an einem Feiertag an einem Stand Covrigi gekauft, süße, mit Marmalade gefüllte Hefekringel; und natürlich bekommen wir das Rezept.  Es gibt blumigen Rosencocktail und geröstete Paprika mit Feta in Bulgarien und Istanbul und Trabzon warten nicht nur mit Schwarzmeer-Börek und Pilaw mit Maronen und Salbei auf, sondern auch mit gelbem Wodka, der den russischen Zuwanderern Instanbuls geschuldet ist.

Die Rezepte sind spannend, denn obwohl die Reiseroute ja durch einige verschiedene Länder führt, kann man doch immer wieder Gemeinsamkeiten entdecken; die oft auch der Migration innerhalb der Schwarzmeerregion geschuldet sind. Es ist alles problemlos nachkochbar; die Zutaten in aller Regel gut erhältlich.

Ciorbâ Constanta ist eine klassische saure Suppe aus Rumänien, normalerweise mit Fleischeinlage. Diese Variante beschränkt sich auf Gemüse: Fenchel, Zucchini und Kartoffeln, gewürzt mit Chili und Koriandersaat. Die feine Säure kommt von einer Portion Sauerkraut.

Für Gogols eingelegte Pilze, ein Rezept aus Odessa, werden Champignons gekocht und marinieren dann in einem Sud aus Essig und Gewürzen. Fein als Vorspeise mit etwas Brot, man kann sie aber auch zu Eintöpfen und Salaten geben.

Bei den türkischen Manti wird ein wenig geschummelt und auf Teighüllen aus dem Asiashop zurückgegriffen. Nicht ganz original, aber mit der Füllung aus Lammhack, Petersilie und Zwiebeln und mit den beiden Saucen – einer Walnussbutter und einer Joghurt-Knoblauch-Sauce –  sehr fein.

Knabberzeug – geht hier immer. Und diese rustikalen Stangen aus Bulgarien  – Soleni Pruchki heißen sie  –  machen da keine Ausnahme: ein Hefeteig mit einem Anteil an Roggen für das Deftige, bestreut mit Kümmel, Mohn und Salzflocken – ich bin längst in die Massenproduktion gegangen.

Noch einige Worte zur Optik: ein schönes Buch ist das geworden. Es punktet nicht nur mit vielen wunderbaren Fotos – atmosphärische Reisefotos ebenso wie authentische Food-Bilder – , sondern auch mit einer hochwertigen Aufmachung. Und nicht nur das Cover passt wunderbar zum Thema, auch der Schnitt ist stilsicher in blauschwarz gehalten.

Fazit:

Geschichte, Geschichten und Rezepte – Caroline Eden wollte ein Buch schreiben, mit dem man sich die Schwarzmeerregion erlesen, betrachten und auch erschmecken kann. Das ist ihr gelungen. Es ist ein Buch geworden, das man gerne von vorne bis hinten durchliest. Man erfreut sich an den Texten und den Bildern und nimmt dann auch gerne die Gelegenheit wahr, den Berichten mittels der Rezepte noch eine weitere Dimension hinzuzufügen.

  • Gebundene Ausgabe: 280 Seiten
  • Verlag: Prestel Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3791385457
  • 30,00

Welsh Cakes mit Sauerkirschen und Mahlep

15 Jahre! 15 Jahre wird Zorras Kochtopf bald. Seit 15 Jahren versorgt Zorra uns nicht nur mit Rezepten, sondern organisiert auch unermüdlich Blogevents und hilft, wo sie kann. Wenn das mal kein Grund zum Feiern ist. Aber erst mal gratuliere ich von Herzen – es ist toll, dass es Dich und Deinen Kochtopf gibt!

Blog-Event CLVI - Gebäck zum Afternoon Tea zum 15. Blog-Geburtstag (Einsendeschluss 15. September 2019)Geburtstagskinder können sich etwas wünschen – und Zorra wünscht sich britisches Gebäck zur Tea Time. Da stelle ich doch gerne etwas auf den Tisch. Ich bringe Welsh Cakes mit – das sind kleine Küchlein aus einem Mürbteig. Klassisch werden sie mit Rosinen und Gewürzen angereichert. Meine sind nicht ganz so klassisch, es sind Sauerkirschen darin und als Gewürz wird Mahlep verwendet. Mahlep sind die gemahlenen Kerne der Steinweichsel. Es schmeckt fruchtig und ein wenig nach Mandeln. Ach, ein Schluck Amaretto ist auch im Teig – es gibt immerhin etwas zu feiern.

Liebe Zorra, allerherzlichsten Glückwunsch! Ich freue mich auf die nächsten Jahre mit Dir. Und ich hoffe, die Welsh Cakes gefallen Dir – und sind kein allzu krasser Regelverstoß, sie werden nämlich in der Pfanne gebacken ;-).


  • 250 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 1 EL Mahlep
  • 75 g Zucker, plus etwas zum Bestreuen
  • 120 g Butter, Zimmertemperatur, in Würfeln
  • 80 g getrocknete Sauerkirschen, grob gehackt
  • 1 Ei (Größe L)
  • 3 EL Amaretto

Mehl, Backpulver, Salz, Zucker und Mahlep in einer Schüssel vermischen. Butter zugeben und alles mit den Fingerpitzen zu Streuseln verarbeiten. Ei und Amaretto zugeben und alles zu einem glatten Teig verkneten, zuletzt die Sauerkirschen einarbeiten.

Teig in Frischhaltefolie packen und für 30 min in den Kühlschrank stellen.

Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben und den Teig vorsichtig einen cm dick ausrollen. Kreise von 6 cm ausstechen. Teigreste kann man verkneten und nochmals ausrollen.

Eine große Pfanne erhitzen. Butter darin schmelzen und die Welsh Cakes darin portionsweise von jeder Seite in 3-4 min goldbraun ausbacken.

Fertig gebackene Küchlein auf einem Kuchengitter auskühlen lassen und dann mit etwas Zucker bestreuen.


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