Busiate mit Pesto trapanese

Es gab lange keine selbstgemachte Pasta mehr; der heiße Sommer hat mich da etwas träge gemacht. Aber als ich dieses Rezept in “Sizilien in meiner Küche” gesehen habe, bekam ich einen Motivationsschub.

Busiate ist eine typische Pasta aus der sizilianischen Provinz Trapani. Sie besteht aus Hartweizengriess und Wasser. Der Name kommt von vom Stiel einer Pflanze, den man “busa” nennt. Früher wurde der Stiel verwendet, um Bündel von Getreideähren zusammenzubinden – und man rollte frische Pasta daran spiralförmig zum Trocknen auf. Heute wickelt man die Busiate einfach um eine Stricknadel.

Für das Pesto kann man nun die letzten sonnengereiften Tomaten verwenden. Klassischerweise wird es mit gerösteten Mandeln hergestellt;  Cettina Vicenzino verwendet statt dessen Rauchmandeln, das gibt eine wunderbare Geschmackstiefe.


Für 4 Personen:

Busiate:

  • 400 g Vollkorn-Semola oder 140 g Hartweizengriess und 260 g Emmervollkornmehl; das hatte ich
  • eine großzügige Prise Salz
  • 200 bis 250 ml lauwarmes Wasser

Pesto:

  • 400 g Kirschtomaten
  • 2 große Zehen Knoblauch
  • 40 g geröstete gesalzene Rauchmandeln
  • 50 g Basilikum
  • Meersalzflocken; ich hatte nicht ganz authentisch geräuchertes Maldon
  • 40 ml Olivenöl nativ extra, plus etwas zum Beträufeln
  • Pfeffer aus der Mühle
  • Salz für das Nudelwasser
  • 4 EL Pecorino, frisch gerieben

Für die Pasta das Mehl bzw. die Mehlsorten mit einer ordentlichen Prise Salz vermischen. Nach und nach so viel vom warmen Wasser unterkneten, dass ein kompakter Teig entsteht. Teig abgedeckt mindestens 30 min bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Inzwischen die Tomaten kreuzweise einritzen, mit heißem Wasser übergießen, kurz ziehen lassen und dann die Haut abziehen. Tomaten grob hacken und in eine Schüssel geben.

Knoblauch schälen, grob hacken und in einem Mörser mit den Mandeln grob zerkleinern. Ca. 2/3 der Mischung mit den Tomaten vermengen, den Rest beiseite stellen.

Basilikum zupfen, einige Blättchen zurückbehalten  und die restlichen Blätter zusammen mit einer Prise Salzflocken zerstoßen, dabei nach und nach die 40 ml Olivenöl einarbeiten. Die so entstandende Pasta unter die Tomatenmasse mischen. Mit Salzflocken und Pfeffer würzen und mindestens 30 min durchziehen lassen.

Zeit, sich der Pasta zu widmen:

Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche zu 5 mm dünnen Strängen rollen und diese in Stücke von 10 bis 12 cm Länge schneiden. Die Stücke dann um einen dünnen, leicht bemehlten Metallstab, etwa eine Stricknadel wickeln. Dann die Nadel herausziehen. Das sieht in etwa so aus:

Fertige Busiate auf einem bemehlten Geschirrtuch lagern.

In einem Topf reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Busiate darin al dente kochen. Abgießen, die Pasta mit dem Pesto vermischen und auf 4 Teller verteilen. Pasta mit den restlichen Knoblauch-Mandeln bestreuen und mit etwas Olivenöl beträufeln. Pecorino seperat dazu reichen.

 

 

Kochbuch: Sizilien in meiner Küche | Cettina Vicenzino

Cettina Vicenzino wurde auf Sizilien geboren, kam aber bereits im Alter von 4 Jahren nach Köln. Dort betrieb die Familie eine Pizzeria, in der die Kinder quasi aufwuchsen. Als Teenager begann Cettina an Ruhetagen, die Restaurantküche für ihre Kochexperimente zu nutzen. Dennoch schlug sie zunächst einen anderen beruflichen Weg ein: sie studierte Modedesign und Kunst. Letztendlich aber drängte sich die Lust am guten Essen in den Vordergrund, und so erschien 2009 ihr erstes Kochbuch.

Ihr Traum war es schon lange, ein Buch zu machen, das sich mit der Küche ihrer sizilianischen Heimat befasst. Vor zehn Jahren war das so noch nicht möglich, da herrschte noch die Meinung vor, dass italienische Küche eben italienische Küche sei und damit basta. Gut, dass sich das inzwischen geändert hat, denn so liegt nun dieses Buch vor mir.

Mich freut das ganz besonders. Ich mag Cettinas Bücher schon lange, virtuell kennen wir uns, hatten uns aber noch nie getroffen. Als dieses Buch erschien, ergriff Cettina die Initiative und so haben wir uns endlich persönlich kennengelernt. Zusammen mit Dorothée trafen wir uns in einem schönen kleinen italienischen Restaurant zu einen guten  Mittagessen, redeten über Essen und die Welt und hatten einen schönen Tag. Danke!

Cettina Vicenzino ist Künstlerin, und das merkt man dem Buch an: nicht nur die Rezepte sind von ihr, sondern auch die Fotos, das Foodstyling und die Texte. Das Buch trägt ganz unverkennbar ihre künstlerische Handschrift, wobei ich besonders schön finde, dass die Fotos zwar ausdrucksstark und hübsch sind, aber zugleich auch natürlich.

Jetzt zu den Rezepten: Die klassischen Antipasti gibt es auf Sizilien nicht, und so ist die Speisefolge ein wenig anders, als man es von italienischen Kochbüchern gewohnt ist. Antipasti waren auf Sizilien eher eine Beilage oder ein Zwischengang, aufgrund der Armut aber leider oft genug auch das einzige Gericht, und so finden wir auch ein Kapitel, dass sich mit Intermezzi befasst und eines, mit Tellergerichten, die eine komplette Mahlzeit darstellen.

Drei grobe Richtungen gibt es in der sizilianischen Küche: die  cucina povera, die aus wenig das Beste herausholt und auf ursprüngliche Zutaten setzt, ist wohl die bekannteste. Da gibt es zum Beispiel Favabohnen mit gebratenem Ei. Die cucina monsù entstand während der Herrschaft der Bourbonen (monsù ist eine Verballhornung des unaussprechlichen monsieur)  und vermischt sizilianische Zutaten mit französischen Kochtechniken.  Und dann gibt es noch eine ausgeprägte Streetfood-Tradition – oft mit Innereien, die von der reichen Bevölkerung verschmäht wurden, aber auch Arancini, die übrigens ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem, ob man sie in Catania oder Palermo isst.

All dies kommt in dem Buch zu seinem Recht; die Rezepte sind sehr unterschiedlich und das meiste kannte ich noch nicht. Es gibt ganz klassische Gerichte – so wird genau erklärt, wie eine Pasta alla Norma, die diesen Namen verdient, wirklich aussieht. Manchmal wurden auch typisch sizilianische Zutaten zu etwas Neuem kombiniert, wie beim sizilianischen Brioche-Burger, der Auberginen-Polpette und geschmorten Brokkoli mit feinen Burger-Buns kombiniert.

Die Rezepte sind gut umsetzbar und wunderbar erklärt. Immer ist erwähnt, wie lange es dauert, bis das Essen fertig ist und wie viele Personen davon satt werden. Und immer gibt es auch eine kleine, persönliche Erklärung, die sich mit den Hintergründen des Gerichtes befasst. Manchmal sind die nötigen Zutaten eine Grenze, aber immer wieder wird da auch Ersatz vorgeschlagen.

Cettina Vicenzino ist für dieses Gericht durch Sizilien gereist, hat  Köche besucht, Bauern und Produzenten und sie weiss Geschichten zu erzählen. Und so ist dies mehr als ein Kochbuch. Wir lernen Menschen kennen, erfahren Spannendes über Geschichte, Traditionen und Zutaten und tauchen ein in ein Sizilien, das die meisten von uns so nicht kannten. Passend dazu gibt es im Anhang viele Adressen von Hotels, Restaurants und Produzenten.

Mafalda war für mich bisher immer der Name einer Comic-Figur, dass es ein Gebäck dieses Namens gibt, wußte ich nicht. Aber jetzt: Mafalda sind kleine Brote aus Hartweizenmehl, flauschig dank Kochstück und aromatisch dank langer Gare. Die standen hier nicht zum letzen Mal auf dem Tisch.

Den letzten heißen Tag des Sommers habe ich genutzt, um Wassermelonenpudding zu kochen: der Saft einer Wassermelone, gewürzt mit Orangenblütenwasser und Zimt, gebunden mit Stärke. Ein genialer Sommernachtisch, auf den ich von alleine sicher nicht gekomen wäre.

Sizilien hat seine ganz spezielle Pasta-Form: Busiate werden aus einem speziellen Hartweizengrieß und Wasser hergestellt. Ihre Form bekommen sie, indem man kleine Teigschnüre um eine Stricknadel wickelt. Zur Pasta gab es Pesto Trapanese aus frischen Tomaten. Da hat mir besonders gut gefallen, dass Cettina Vicenzino Rauchmandeln verwendet; die geben nochmal ein gewisses Etwas.

Sizilien ohne Aubergine – das ist undenkbar. Ich habe mir aus den Rezepten die Auberginenfrikadellen herausgepickt, die dank Scamorza und frischer Minze ein bisschen rauchig und schön frisch schmecken. Ich habe St.-Bernardo-Sauce dazu serviert; eine Mischung aus Mandeln, frischen Semmelbröseln, Bitterschokolade und Sardellen, süß-sauer abgeschmeckt. Eigenwillig und gut.

Eigenwillig sind auch die Polpette dolci: gebunden mit frischen Semmelbröseln und Mandeln, gewürzt mit Zucker, Zimt und Rosinen weisen sie arabische Spuren auf.

Fazit:

Kochbücher, die Rezepte sammeln, gibt es unzählige. Was ich viel lieber mag, sind Bücher die darüber hinaus auch Geschichten erzählen und mich in ein Land oder eine Region, seine Menschen, seine Traditionen und seine Geschichte eintauchen lassen – und so ein Buch ist das. Es gibt wunderbare Rezepte – sowohl bekannte als auch unbekannte und innovative, aber auch spannenden Lesestoff über die Menschen und die  Esskultur Siziliens. Die stimmungsvollen Fotos runden das Ganze ab.

 

Erbsen-Kokossuppe mit gebratenen Garnelen

Suppe gibt es hier oft als leichtes Abendessen – etwas Brot dazu, die Mahlzeit ist gerettet. Und Erbsen habe ich immer da. In der Tiefkühle – das ist toll. Frische Erbsen haben nur ja nur kurz Saison, und ehrlich gesagt, mache ich mir da meist gar nicht die Mühe, etwas damit zu kochen. Auslösen und futtern. Ok, vielleicht vorher kurz in Butter schwenken. Tiefkühlerbsen sind mein Notvorrat für die schnelle Küche.

Pasta in Erbsen-Schinken-Sahne-Sauce ist so ein Essen, das im Notfall fix auf dem Tisch steht und alle glücklich macht. Oder eben eine Suppe – da sind die Erbsen eine Basis für alle möglichen Ideen.

Ich mag ja Rezepte, die verschiedene Kochtraditionen mischen – so wie dieses hier. Die Kombination Erbse-Minze bringt einen gedanklich erst mal nach Großbritannien. Das Rezept kommt aber aus Neuseeland –  und wenn dann Kokosmilch, Sojasauce und Kreuzkümmel ins Spiel kommen, merkt man gleich, dass es da auch andere Einflüsse gibt. Und das Topping aus gebratenen Garnelen ist auch nicht zu verachten.


Für 4 Portionen:

  • 1 Zwiebel
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 450 g Erbsen, TK-Ware
  • 400 ml Hühnerbrühe
  • 1/2 Bund Minze
  • 100 g Kokosmilch
  • 2 EL helle Sojasauce
  • Salz
  • Cayennepfeffer
  • 250 g Garnelen, geschält
  • 1 EL süße Sojasauce

Zwiebel schälen und fein hacken.

1 EL Olivenöl in einem Topf erhitzen. Zwiebel darin glasig anschwitzen. Kreuzkümmel kurz mitrösten, dann die Erbsen zugeben und 3 min mitbraten. Brühe angießen, alles aufkochen und bedeckt 20 min köcheln lassen.

Minze zupfen und die Blätter in Streifen schneiden. Einige Streifen zum Garnieren beiseite legen, den Rest in die Suppe geben und kurz mitziehen lassen.

Die Suppe pürieren, Kokosmilch zugeben und mit  1 EL heller Sojasauce, Limettensaft, Salz und Cayennepfeffer würzen.

1 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Die Garnelen hineingeben, kurz wenden, dann mit heller und süßer Sojasauce ablöschen. Kurz weiterbraten, dann von der Hitze nehmen.

Zum Servieren die Suppe auf Teller verteilen und mit Minze und Garnelen bestreut servieren.


 

Steirisches Wurzelfleisch

Die kulinarische Weltreise macht diesen Monat einen Sonderstopp – es geht um Urlaubserinnerungen.

Für dieses Jahr bin ich da ja raus; da sind wir nicht in den Urlaub gefahren. Schuld bin ich selbst; ich habe darauf bestanden, dass wir renovieren, anstatt wegzufahren. Das war nicht ganz so erholsam, aber dafür haben wir es jetzt wieder schön ;-).

Kulinarische Urlaubserinnerungen habe ich natürlich trotzdem genug. Und diesmal buddle ich ganz tief in der Vergangenheit. Urlaub war in meiner Kindheit eine Sache mit festgelegten Ritualen: im Winter zum Skifahren nach Südtirol, im Sommer zum Bergwandern nach Tirol. Immer der gleiche Ort, immer die gleiche Pension, immer die gleichen Menschen. Ich hatte davon irgendwann sehr die Nase voll und wäre zu gerne endlich mal ans Meer gefahren.

Irgendwann mal gab es dann doch Abwechslung. Immer noch Österreich, immer noch Bergwandern, aber diesmal in Altaussee. Dort hat es mir gefallen – immerhin gut genug, dass ich später auch mal alleine hingefahren bin und die damalige Winterlandschaft zum Wandern genutzt habe.

Ich bin damit nicht alleine – der Ort ist sehr beliebt; Tourismus hat da eine lange Geschichte.  Im klaren, kalten Wasser des Sees kann man gut schwimmen, die Wanderrouten sind reizvoll. Was mir abgesehen davon besonders gut gefallen hat, ist, dass der Ort eine lange Geschichte hat, was Kulturschaffende angeht. Schon Arthur Schnitzler verlebte seine Sommerfrische in Altaussee, Jakob Wassermann war so begeistert, dass er seinen Wohnsitz dorthin verlegte. Diese Tradition wird im Literaturmuseum aufrecht erhalten und auch einen Wanderweg, der den Spuren der Literaten folgt, gibt es.  Klaus Maria Brandauer übrigens lebt dort und auch Barbara Frischmuth.

Ach so, das Essen. Darum sollte es ja gehen. Ich hatte das in guter Erinnerung, egal ob es ein Fischessen mit tagesfrischem Fisch war einfach gut gemachte Hausmannskost. Was sich mir seinerzeit ins Gedächtnis gebrannt hat, war das steirische Wurzelfleisch. Ich habe tatsächlich nur einmal gegessen und noch nie gekocht, wollte aber immer mal. Und deshalb gibt es das jetzt.

Steirisches Wurzelfleisch ist im Grunde ein Eintopf: Schweinefleisch wird gegart, später gesellt sich feingeschnittenes Wurzelgemüse dazu. Wichtig ist, dass das Ganze mit Essig abgeschmeckt wird. Und beim Servieren reibt man ordentlich frischen Meerrettich darüber – das ist der letzte Schliff. Das Ganze hat etwas Ähnlichkeit mit Tafelspitz oder Krenfleisch, aber es wird eben Schwein verwendet.

Ich habe ein wenig herumgesucht und dabei ein Rezept gefunden, das Schweinebauch verwendet. Die Autoren sagen, dass das die klassische Version ist. Heutzutage nimmt man meist magereres Fleisch wie die Schulter, aber mir hat der Schweinebauch gut gefallen. Das Fleisch wird aufgrund des Fettanteils schön zart und auch die Schwarte ist nach der Garzeit weich. Und aromatisch ist der Bauch ja sowieso nicht zu übertreffen.

Für 8 Portionen:

  • 1,6 kg Schweinebauch, mit Schwarte, ohne Knochen
  • 1,2 kg Wurzelgemüse wie Sellerie, Petersilienwurzel, Karotte
  • 1 Zwiebel
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 3 Lorbeerblätter
  • 4 Wacholderbeeren
  • 16 Körner schwarzer Pfeffer
  • Salz
  • 3-5 EL Weißweinessig
  • 1 kg Kartoffeln (ich hatte vorwiegend festkochende)
  • 1 Meerrettichwurzel
  • frisch gehackte Petersilie

Das Fleisch mit der Schwarte nach oben in eine ausreichend großen Topf geben und so viel Wasser angießen, dass Fleisch und Schwarte gerade bedeckt sind. Zwiebel ungeschält halbieren, Knoblauchzehen andrücken. Beides zusammen mit Lorbeer, Wacholder und Pfeffer zum Fleisch geben.

Salzen, alles zum Kochen bringen und bei milder Hitze 1 3/4 h köcheln lassen.

Ca. 45 min vor Ende der Garzeit die Kartoffeln schälen, in mundgerechte Stücke schneiden und in Salzwasser und etwas Kochflüssigkeit des Fleisches garkochen.

Das Wurzelgemüse schälen und in Stifte schneiden. Das Fleisch aus der Brühe holen und die Brühe durch ein Sieb abgießen, um die festen Bestandteile herauszuholen. Fleisch, Brühe und Wurzelgemüse wieder in den Topf geben und alles weitere 15 min köcheln lassen. Das Gemüse darf noch etwas Biss haben.

Das Fleisch aus der Suppe holen, in dicke Scheiben schneiden und wieder in die Suppe geben. Es ist wichtig, dass das Fleisch immer von Flüssigkeit bedeckt ist, damit es nicht austrocknet, deshalb habe ich diese Variante gewählt. Die Suppe mit Salz und Essig abschmecken.

Zum Servieren jeweils eine Scheibe Fleisch in einen tiefen Teller geben. Dann Gemüse und Kartoffeln dazu anrichten, etwas Brühe angießen und alles mit ein wenig Petersilie bestreuen. Meerrettich frisch darüber reiben.


Wie immer reise ich in Begleitung. Schaut, mal welche kulinarischen Erinnerungen die Reisegesellschaft ausgepackt hat:

Küchenlatein: Quinoasalat mit Blaubeeren und Buchweizengrütze

Backmädchen 67: Türkisches Fladenbrot

Coffee2Stay: Red, White and Blue Cookies

Zimtkringel: Zigarrenbörek

Kleines Kuliversum: Pasta mit Zucchini-Pesto und Pistazien

Turbohausfrau: Humitas

The Road most travelled: Urlaubserinnerungen

Brittas Kochbuch: Espinacas con garbanzos

Wallygusto: Kulinarische Rundreise durch Venetien und Südtirol

 

 

Schwarzbrotmousse mit Beerenragout

Nachtisch gibt es hier nicht so oft. Dieser hier ist Hans Jörg Bachmeier* zu verdanken. Das Rezept hat mich gleich angesprungen – und ich hatte alles im Haus, um es spontan auf den Tisch zu bringen.

Wobei ich gestehe, ein wenig abgewichen vom Rezept bin ich – hatte Graubrot statt wie vorgesehen Pumpernickel und meine Sauce bestand lediglich aus Erdbeeren und Heidelbeeren, Himbeeren und Brombeeren, die original auch noch hinein sollten hatte ich gerade nicht da. Im Original werden für die Sauce 200 g tiefgefrorene Himbeeren püriert. Für das Ragout kommen dann je 150 g Erdbeeren, Himbeeren, Brombeeren und Heidelbeeren dazu.

Dem Genuss tat das aber keinen Abbruch – die cremige Mousse aus Brot, weißer Schokolade und Sahne mit der fruchtigen Sauce gibt es bestimmt mal wieder; die Beeren kann man je nach Saison und Gusto gut variieren.  Und ganz nebenbei kann man mit der Mousse noch wunderbar altbackenes Brot aufbrauchen.


Für 4 Portionen:

Mousse:

  • 2 Eier
  • 70 g Zucker
  • 250 g Sahne
  • 2 Scheiben Schwarzbrot (original: Pumpernickel)
  • 250 g weiße Kuvertüre
  • 100 ml Milch

Beerenragout:

  • 500 g Erdbeeren
  • 450 g Heidelbeeren
  • 100 g Zucker
  • Saft einer Zitrone

 

Für die Mousse die Eier trennen. Eiweiße zu steifem Schnee schlagen, dabei 50 g Zucker einrieseln lassen. Sahne ebenfalls steif schlagen. Das Brot im Blitzhacker zerkleinern.

Eigelbe mit dem restlichen Zucker in einer hitzefesten Schüssel über dem Wasserbad weißschaumig aufschlagen. Die Kuvertüre hacken und in einer zweiten hitzefesten Schüssel über dem heißen Wasserbad schmelzen.

Milch aufkochen und langsam unter die Kuvertüre rühren. Kuvertüre vorsichtig unter die Eigelbmasse heben. Das gemahlene Brot zugeben und alles über Eiswasser glatt rühren.

Wenn die Masse abgekühlt ist, abwechselnd Eischnee und steif geschlagene Sahne unterheben. Mousse zum Festwerden einige Stunden kühl stellen.

Für das Ragout die Beeren verlesen. 200 g Erdbeeren mit dem Zucker so lange pürieren, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Mit Zitronensaft abschmecken,

Restliche Beeren je nach Größe halbieren oder vierteln(Heidelbeeren ganz lassen) und mit der Sauce vermengen.

Zum Servieren von der Mousse Nocken abstechen und mit dem Ragout auf Tellern anrichten


Gebackener Pressack mit Sauce Tartare

Pressack gehörte immer zu den liebsten Wurstsorten meines Vaters – meine Liebe war, sagen wir mal, nicht ganz so ausgeprägt. Pressack heißt anderswo auch Schwartenmagen und besteht aus Schweinefleisch, und zwar den Stücken, die man sonst nicht verwerten kann . Es sind grob zerteilte Stücke drin und die rote Variante, die hier auf den Tisch kommt, ist mit Blut gebunden. Ich esse gerne Innereien und liebe Blutwurst, aber Pressack mochte ich früher nicht so. Und heute esse ich kaum Wurst, Pressack stand hier folglich noch nie auf dem Tisch.

Dank Hans Jörg Bachmeier* hat sich das nun geändert. Hier werden dicke Scheiben Pressack paniert und gebraten – man hat also eine knusprige Hülle. Und in der Hülle verändert sich der Pressack, der feine, mit Blut gebundene Teil wird nämlich weich und cremig. Das ist toll – ich mag jetzt Pressack ;-). Dazu gibt es eine Remouladensauce, selbstgemacht und mit schön viel Einlage.


2 Portionen:

Sauce Tartarte:

  • 2 Eigelb, sehr frisch
  • 1 TL Senf
  • 1 Spritzer Weißweinessig
  • 200 ml Öl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 2 Sardellenfilets
  • 4 Cornichons
  • 2 hart gekochte Eier
  • 10 Kapern
  • 2 EL saure Sahne
  • 1 Spritzer Zitronensaft
  • 1/2 Bund Schnittlauch

Pressack:

  • 2 Eigelb
  • 1 EL Sahne
  • 4 Scheiben roter Pressack à ca. 50 g
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 100 g Mehl
  • 100 g Weißbrotbrösel
  • 2 EL Butterschmalz
  • 40 g kalte Butter

Sauce Tartare:

Eigelbe, Senf und Essig in einen hohen Rührbecher geben. Mit dem Stabmixer vorsichtig von unten nach oben ziehen und dabei in dünnem Strahl das Öl einlaufen lassen, bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Mit Sardellen und Cornichons fein hacken. Eier schälen und ebenfalls hacken. Sardellen, Cornichons, Kapern und Eier zusammen mit der sauren Sahne unter die Mayonnaise rühren. Schnittlauch in Röllchen schneiden und ebenfalls einrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen und die Sauce kühl stellen.

Pressack:

Drei tiefe Teller bereit stellen. In einem Teller die Eigelbe mit der Sahne verquirlen. In die anderen Teller jeweils das Mehl und die Semmelbrösel geben.

Pressack mit Salz und Pfeffer würzen. Zuerst im Mehl wenden, dann in den Eiern und schließlich in den Bröseln. Die Brösel dabei nur ganz leicht andrücken.

Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen. Pressack hineinlegen. Die Pfanne immer wieder mal schwenken, dann den Pressack wenden und die kalte Butter in die Pfanne geben. Immer weider schwenken. Wenn die Panierung schön goldbraun ist, den Pressack herausnehmen (Achtung, das Innenleben ist fragil!) und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Pressack mit Sauce Tartare anrichten. Ich habe Pflücksalat dazu serviert.


Kochbuch: Heimat schmeckt am besten | Hans Jörg Bachmeier

Hans Jörg Bachmeier wurde in Niederbayern geboren und machte zunächst eine Kochlehre im elterlichen Gasthaus. Danach ging er auf Wanderschaft und arbeitete unter anderem bei Heinz Winkler und Eckart Witzigmann. Seit 2004 beitreibt er am Viktualienmarkt das Restaurant “Blauer Bock” mitsamt dem angeschlossenen Hotel. Außerdem hat er eine eigene Kochsendung im Bayerischen Fernsehen, wer mag, kann hier einen Blick in die Mediathek werfen.

Dieses Buch hier fasst die Rezepte aus der neuen Staffel zusammen. Wie gesagt, Hans Jörg Bachmeier kommt ursprünglich aus Niederbayern. Seine Küche ist also bayerisch geprägt; sie ist gehoben, aber gleichzeitig lässig. Das spiegelt sich in den Rezepten gut wieder.

Die Einteilung der Rezepte ist klassisch – Kleine Gerichte und Salate, Nudeln und Gemüse, Fisch und Meeresfrüchte, Fleisch, Geflügel und Wild und zum Abschluss natürlich Süßes. Dazwischen gibt es immer mal wieder eine Doppelseite mit besonders schnellen Rezepten. Ich habe noch ein paar Einmerker im Buch kleben….das bayerische Gemüse-Tempura mit seinem Frischkäsedipp, der an Obatzden erinnert, muss ich ebenso probieren wie die Brezen-Gnocchi, die Schustafleckerl mit Sauerkraut, das Bierbratl mit Laugensauce und Schmorzwiebeln oder das Weißbier-Tiramisu mit Kumquatkompott.

Die Rezepte tragen die persönliche Handschrift von Hans Jörg Bachmeier. Sie sind einerseits unverkennbar bayerisch, aber gerne auch italienisch beeinflusst. Sie sind bodenständig und fein zugleich  – und das Nachkochen ist völlig problemlos, es ist alles wunderbar ausgearbeitet.

Nun hat das Buch ja “Heimat” im Titel; und das spiegelt sich nicht nur in den Rezepten wider. Hans Jörg Bachmeier nimmt uns auch mit auf einige Ausflüge und stellt uns Traditionen vor, die zum Teil vom Aussterben bedroht sind – den Schmied, der die Pfannen schmiedet, mit denen dann gekocht wird. Den Alphorn-Drechsler, der aus dem Endstück des Alphorn noch jeweils eine Schüssel macht (ich möchte bitte so eine Schüssel…) Den Lederhosen-Macher, bei dem alles Handarbeit ist; und ja, auch das ist Nose to Tail, denn der Rest des Tieres landet ja im Kochtopf. Ich habe diese Geschichten gern gelesen – und viel dabei gelernt.

Kurz zur Optik: es macht Spaß, in dem Buch zu blättern. Das Layout ist klassisch –  bei den Rezepten  stehen am Rand die Zutaten, daneben die Arbeitsanweisung. Auf der gegenüberliegenden Seite findet man das zugehörige Fotos, wobei nicht jedes Rezept ein Foto hat. Die Fotos sind schön aufgemacht – kein Essen neben dem Teller, nicht zu viele Requisiten. Und natürlich gibt es auch viele Fotos von Bachmeiers Ausflügen, die Lust machen, da auch einmal selbst hinzufahren.

 

Die gefüllten Tomaten kommen aus einem der Rezept-Quickies. Sie sind rasch und problemlos hergestellt und für sich eine kleine Mahlzeit; wir hatten sie als Beilage zum Grillen. Statt Hirse habe ich Quinoa verwendet; der war da und musste weg.

Nachtisch gibt es hier selten genug, aber die Pumpernickelmousse mit Beerensauce hat mich dann doch sehr angelacht: Die Mousse besteht aus Brotbröseln, Ei, Sahne und weißer Schokolade und die Sauce auf der Basis von pürierten und frischen Beeren passt wunderbar dazu.

Die Rote-Bete-Knödel sind Semmelknödel mit einem Anteil an roter Bete. So schick pink wie im Buch wurden sie bei mir nicht, aber dem Geschmack tat das keinen Abbruch. Die Herstellung ist ungewöhnlich – die Semmelmasse wird zusammen mit dem Gemüse püriert. Ich hatte die Befürchtung, dass die Masse dadurch zu fest werden könnte, aber das Ganze hat wunderbar funktioniert. Zu den Knödeln gab es eine Sauce aus Sahne und Blauschimmelkäse.

Pressack fällt bei mir eigentlich eher unter Kindheitstrauma; aber dankenswerterweise ist das jetzt behoben. Für den gebackenen Pressack werden dicke Scheiben roter Pressack paniert und gebraten, dazu gibt es Remoulade und Salat. Der Pressack wird beim Braten etwas cremig, das war klasse.

Auch das gschmorte Paprika-Hendl kam gut an; das Fleisch war schön saftig und die Sauce  hatte – auch dank des zugefügten Kräutersträußchens – ein schönes Aroma.

Fazit:

Ich mag die Rezepte, die gut umzusetzen sind und gleichzeitig ebenso schnörkellos wie originell. Besonders hübsch finde ich die mediterranen Einflüsse, die die bayerische Hausmannskost etwas moderner und leichter machen. Die Rezepte passen gut in den Alltag, wer etwas Schnelles für den Feierabend sucht wird ebenso fündig wie jemand, der ein wenig ambitionierter kochen oder Gäste überraschen möchte.

 

  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: ZS Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3898839181
  • 24,99

 

Knusprige Tapioca-Kartoffelküchlein

Tapioca wird in der indischen Küche recht gern verwendet; vor allem in Südindien. Ich wollte meinen Tapiocavorrat etwas abbauen und habe bei der Rezeptsuche sogar eine Art Risotto auf Tapioca-Basis gefunden. Das hat mich aber nicht so sehr angelacht.

Dafür aber diese Küchlein. Cyrus Todiwala*, von dem das Rezept stammt, erzählt, dass die Küchlein ein typisches Streetfood aus Bombay sind. Sie sind aussen knusprig und innen ein wenig zäh, aber nicht nur die Konsistenz macht Spaß, auch der Geschmack von Kreuzkümmel, Chili und Erdnuss. Erdnuss ist typisch, wer aber keine Erdnüsse veträgt, kann die Küchlein auch mit Cashewkernen zubereiten.

Original werden die Küchlein frittiert; ich habe sie einfach in der Pfanne gebraten. Dazu isst man tradtionellerweine ein Chutney – in Indien aber auch gerne Ketchup. Ich hatte Zucchini übrig und habe mir zu den Küchlein ein Zucchini-Chutney ausgedacht.


Für 12- 14 Küchlein:

  • 2 große mehligkochende Kartoffeln
  • 200 g Tapioca, größere Kügelchen
  • 3 EL geschälte rohe Erdnüsse oder Cashews
  • 1 TL Kreuzkümmelsamen
  • 2 grüne Chilis
  • 1 TL Limettensaft
  • Salz
  • 1-2 EL gehacktes Koriandergrün
  • ca. 2 EL Reismehl
  • Öl zum Braten

Das Sago gut waschen, dann in eine Schüssel geben, mit Wasser bedecken und über Nacht einweichen lassen. Die Kügelchen sollen prall aussehen und sich auf Druck weich anfühlen. Wie lange sie einweichen müssen, hängt von Größe und Alter des Tapioca ab.

Die Kartoffeln weich kochen, schälen und zerstampfen. Chilis fein hacken; wer es nicht so scharf mag, nimmt vorher noch die Samen heraus.

Erdnüsse in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie duften, dann abkühlen lassen und hacken. Alle Zutaten ausser Reismehl und Öl in einer Schüssel vermengen und die Masse mit Salz würzen.

Hände mit Reismehl bestäuben und die Masse zu kleinen, runden Küchlein formen. Wenn die Masse zu feucht ist, etwas Reismehl einarbeiten. Küchlein mindestens 30 min kühl stellen.

Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Küchlein darin portionsweise von beiden Seiten goldbraun braten. Fertige Küchlein warm halten.

Küchlein heiß mit einem Chutney oder Ketchup servieren.


Zucchini-Chutney:

  • 700 g Zucchini
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 6 EL Apfelessig
  • 1/4 TL gemahlene Nelken
  • 1/4 TL gemahlene Kurkuma
  • 2 cm frischer Ingwer
  • 1/2 TL Paprikapulver
  • 1/4 bis 1/2 TL Cayennepfeffer
  • Salz
  • 100 g Zucker

Zuchini putzen und in kleine Würfel schneiden. Zwiebel schälen und würfeln. Knoblauch und Ingwer schälen und fein hacken.

Alle Zutaten in einen Topf geben und köcheln lassen, bis die Zucchini weich sind und die Aromen sich verbunden haben. Mit Salz, Zucker und Apfelessig abschmecken.

Chutney heiß in sterisilierte Gläser füllen. Vor dem Servieren abkühlen lassen.


Inspiration:

 

 

 

Pantaras

Pantaras sind kleine, mit Kurkuma gewürzte Crêpes, die mit einer Hackfleischmischung gefüllt, zu Zigarren gerollt und anschließend frittiert werden. Hier wurde Hühnerhack verwendet; Ihr könnt aber auch anderes Fleisch nehmen; Lamm könnte ich mir besonders gut vorstellen, oder, für eine vegetarische Variante, zerkrümelten Paneer.

Pantaras sind ein beliebtes Streetfood in Kolkata; Chetna Makan berichtet in ihrem Buch über indisches Streetfood*, dass sie dort an den Strassenständen zur Mittagszeit sehr beliebt sind. Die Verkäufer rollen die kleinen Pfannkuchen mit unglaublicher Geschwindigkeit, um dem Ansturm Herr zu werden. Interessanterweise habe ich aber auch noch andere Geschichten über Pantaras gelesen: so werden sie in Bangladesh traditionell zum Anlaß von Eid, dem islamischen Fastenbrechen, serviert. Und dann ist auch noch die Rede davon, dass sie ein beliebtes anglo-indisches Essen sind.

Wie auch immer; die kleinen Röllchen sind unwiderstehlich; probiert sie mal aus. Original werden sie in Fett schwimmend frittiert. Hier ist ein neuer Airfryer* eingezogen; ich habe die Panteras darin gegart. Im Rezept gebe ich Euch beide Möglichkeiten an.


Pfannkuchen:

  • 150 g Weizenmehl 405
  • 1 TL gemahlene Kurkuma
  • Salz
  • 2 Eier
  • 300 ml Wasser

Füllung:

  • 1 EL Sonnenblumenöl
  • 1 Lorbeerblatt
  • 4 Gewürznelken
  • 2 Kapseln grüner Kardamom
  • 1 kleiner Stange Zimt
  • 1 Zwiebel
  • 1 Karotte
  • 1 grüne Paprikaschote
  • 300 g Hähnchenhackfleisch
  • Salz, Cayennepfeffer

Zum Fertigstellen:

  • 1 EL Speisestärke
  • Öl zum Frittieren
  • Mangochutney oder anderes Chutney zum Servieren

Für die Crêpes Mehl mit etwas Salz und der Kurkuma in eine Schüssel geben. Wasser und Eier zugeben und alles zu einem glatten, dünnen Teig verquirlen. 30 min ruhen lassen.

Inzwischen für die Füllung die Zwiebel schälen und fein hacken. Karotte schälen und ebenfalls fein hacken, Paprikaschote putzen und fein würfeln.

Öl in einer Pfanne erhitzen und Lorbeer, Zimt und Kardamom kurz rösten, bis alles zu duften beginnt. Zwiebel zugeben und in ca. 5 min weich garen. Karotte und Paprika einrühren und kurz mitrösten, dann das Fleisch zugeben. Mit Salz und Cayennepfeffer würzen und ca. 10 min unter Rühren braten, bis es gar ist. Beiseite stellen und abkühlen lassen.

Für die Crêpes eine beschichtete Pfanne bei mittlerer Temperatur erhitzen. Jeweils ca. 50 ml Teig in die Pfanne geben, rasch zu einem Teig verstreichen (ich mache das mit so einem Crêpeteigverteiler*) und von beiden Seiten 20 sek backen. Fertige Crêpes auf einem Teller stapeln.

Speisestärke mit 2 EL Wasser verrühren.

Zum Füllen je einen Pfannkuchen auf die Arbeitsfläche legen. Etwas Füllung einige Zentimeter vom unteren Rand entfernt auf den Pfannkuchen legen, dann die Seiten nach innen umschlagen. Etwas von der Stärkepaste auf den oberen Rand des Pfannkuchens streichen, dann den unteren Rand über die Füllung klappen und alles von unten zu einer Zigarre aufrollen. So weitermachen, bis Crêpes und Füllung aufgebraucht sind.

Zum Frittieren ausreichend Öl auf 190°C erhitzen und die Röllchen in kleinen Portionen von jeder Seite zwei Minuten garen, dann auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Zum Garen in der Heißluftfritteuse die Röllchen rundherum mit etwas Öl einpinseln und bei 180°C insgesamt 6 min garen, dabei einmal wenden.

Noch heiß mit Chutney servieren.


 

Soleni Pruchki – Bulgarische Knabberstangen mit Kümmel

Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass ich für etwas Herzhaftes jeden Kuchen stehen lasse. Da ist es kein Wunder, dass mich dieses Rezept aus “Schwarzes Meer“* gleich in die Küche getrieben hat.

Das Rezept kommt aus Bulgarien. Caroline Eden findet, dass es nach einem langen Reisetag vorzüglich zu einem Glas Bier passt, ich finde, es geht auch ohne Reise und ohne Bier ;-). Oder aber auch zu einem Glas Wein.

Blog-Event CLVI - Gebäck zum Afternoon Tea zum 15. Blog-Geburtstag (Einsendeschluss 15. September 2019)Oder auch zum Tee. Stimmt. Ich bin ja ohnehin eher Team “Herzhaft”, und da kommt es recht, dass Micha mich darauf aufmerksam gemacht hat, dass das doch eine nette Knabbersache zum Afternonn Tea wäre. Also, nochmal  – happy Blogbirthday, Zorra. Wir futtern uns zusammen durch, oder?

Das ist ein einfacher Hefeteig mit etwas Roggenanteil; den Kick macht das Topping aus; ich denke, da kann man auch gut mit den Zutaten spielen. Vielleicht etwas Fenchel und Chiliflocken? Oder Schwarzkümmel und Sesam? Ich werde mich durcharbeiten. Auch ein paar Krümel Feta im Teig könnte ich mir gut vorstellen….


Für ca. 16 Stangen:

  • 10 g frische Hefe
  • 40 ml Milch
  • 125 g Mehl Type 405
  • 60 g Roggenmehl (ich hatte frisch gemahlenes Vollkornmehl)
  • 1/2 TL Salz
  • 1 EL Puderzucker
  • 70 g Butter, zimmerwarm und in Würfeln
  • 1 Ei
  • Kümmelsamen, Mohnsaat und Salzflocken zum Bestreuen

Beide Mehlsorten mit dem Salz in eine Schüssel geben. Die Hefe dazu krümeln. Milch und Butter ebenfalls zugeben und alles zu einem homogenen Teig verkneten; der Teig ist relativ fest. Schüssel abdecken und den Teig eine Stunde ruhen lassen.

Teig auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem ca. 1 cm dicken Rechteck ausrollen und in gleichmäßig breite Streifen schneiden.

Teigstreifen auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben, abdecken und eine weitere Stunde ruhen lassen.

Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Das Ei in einer kleinen Schüssel verquirlen.

Teigstreifen mit Ei bepinseln und mit Kümmel, Mohn und Salzflocken bestreuen. Im heißen Ofen in ca. 10 bis 15 min knusprig backen.

Die abgekühlten Soleni Pruchki halten sich luftdicht verpackt ca. eine Woche.