Stifado von der Hirschkeule

*Enthält Werbung für Cervena Hirschfleisch*

Stifado ist ein klassisches griechisches Schmorgericht. Traditionell wird es mit Rindfleisch oder auch mit Kaninchen zubereitet. Ich hatte noch etwas von dem tollen Hirschfleisch, von dem ich Euch hier schon erzählt habe, und das passt auch super in ein Stifado. Das Rezept habe ich bei Tessa Kiros* gefunden, eine meiner liebsten Quellen, wenn Wohlfühlessen gefragt ist.

Und das nicht nur, weil sich die Keule gut zum Schmoren eignet – das Stifado wird mit Zimt, Piment und Lorbeer gewürzt, das ist genial zusammen mit dem leichten Wildgeschmack des Hirschs.

Und jetzt geht sie auch wieder los, die Zeit der Schmorgerichte. Wenn es draußen langsam klamm und dunkel wird, finde ich es herrlich, wenn etwas länger vor sich hinkocht und der Duft durch das Haus zieht. Und wenn es dann noch ein griechisches Gericht ist, das seinen Duft verbreitet, dann kommt ein bisschen der Sommer zurück


Für 4 Personen:

  • 750 g Hirschkeule ohne Knochen
  • 600 g bunte Perlzwiebeln
  • Olivenöl zum Braten
  • 2 E Rotweinessig
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 200 ml Rotwein
  • 1 Dose geschälte Tomaten (400g)
  • 2 Lorbeerblätter
  • 3 Körner Piment
  • 1 Stange Zimt

Das Fleisch trockentupfen und in nicht zu kleine Würfel schneiden.

Die Zwiebeln schälen.

Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Olivenöl in einem ofenfesten Bräter erhitzen und das Fleisch darin portionsweise rundherum braun anbraten.

Alle Fleischstücke in den Topf geben, den Essig angießen und sirupartig einkochen lassen. Dann den Wein angießen und alles ohne Deckel kurz kochen lassen.

Die Zwiebeln zwischen die Fleischstücke setzen. Mit Salz würzen, Lorbeer, Piment und Zimt zugeben, schließlich die Tomaten und 200 ml Wasser angießen.

Den Deckel aufsetzen und das Fleisch im heißen Ofen 45 min garen.

Den Bräter herausnehmen und kräftig rütten (Topflappen!), die Zwiebeln wenden und dafür sorgen, dass sie mit Flüssigkeit bedeckt sind.

Die Temperatur auf 160°C verringern und alles bedeckt weitere 45 min schmoren.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken und servieren.


Riesenbohnen mit Feta aus dem Instant Pot

Bohnen sind ja ein klassisches Einsatzgebiet für den Schnellkochtopf und damit auch für den Instant Pot. Und das hier ist ein Bohnengericht, das uns besonders gut gefallen hat: die Bohnen werden vorgekocht und dann in einer Tomaten-Oregano-Sauce fertig gegart. Dazu noch etwas Feta, und fertig ist ein herzhaftes, und doch sommerliches Essen.

Im Original heißt das Rezept “Griechische Gigantes mit Feta”; entsprechend verwendet Coco Morante* auch die weißen Gigantes. Ich hatte noch bunte Riesenbohnen da und habe die verwendet, das ist nicht originalgetreu, schmeckt aber genauso gut.

Das Rezept ergibt eine ziemliche Menge; man kann es aber problemlos halbieren. Andererseits: Reste schmecken am nächsten Tag fast noch besser…

Natürlich kann man das Gericht auch in einem normalen Schnellkochtopf zubereiten; die Garzeit ist dann etwas kürzer, da der Druck höher ist als beim Instant Pot.


8 Portionen:

  • 600 g getrocknete Riesenbohnen
  • 2 l Wasser
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 4 EL Olivenöl
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 Zwiebel
  • 1 Stange Sellerie
  • 800 g stückige Tomaten aus der Dose
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • einige Stängel glatter Petersilie
  • 100 g Feta
Die Bohnen mit Wasser und 1 TL Salz in den Innentopf des Instant Pot geben und 10 bis 12 Stunden einweichen.
Den Deckel schließen, den Dampfablass verriegeln. Das Programm “Bean/Chili” wählen, die Garzeit auf 15 min bei hohem Druck stellen. Nach der Garzeit den Topf 15 min langsam abdampfen lassen, dann das Ventil öffnen und den restlichen Dampf ablassen. Den Innentopf herausnehmen, die Bohnen abgießen, dabei 250 ml Kochwasser auffangen.
Zwiebel und Knoblauch schälen und hacken; Sellerie in feine Würfel schneiden.

Das Programm “Sauté” wählen und das Olivenöl in den Einsatz des Instant Pot geben. Zwiebel, Sellerie und Knoblauch im Öl ca. 4 min andünsten, dann die Bohnen mitsamt dem zurückbehaltenen Kochwasser, Tomaten und Oregano zugeben, alles mit Salz und Pfeffer würzen und den Deckel auflegen und verriegeln. Dampfablass verriegeln, das Sauté-Programm abbrechen und das Programm “Bean/Chili” wählen. Garzeit auf 5 min bei hohem Druck setzen.

Nach Ablauf der Garzeit den Druck 15 min langsam entweichen lassen, dann das Ventil öffnen und den restlichen Druck entweichen lassen.

Bohnen in eine Servierschüssel geben. Petersilie zupfen und hacken. Bohnen mit der Petersilie bestreuen, den Feta darüber krümeln und alles servieren.
Dazu passt gut Fladenbrot zum Auftunken der Sauce.

Spinatpie mit Dill

spinat-pasteteDieses Gericht aus dem “Kochbuch der Hundertjährigen“* ist eine Abwandlung der klassischen Pitta mit grünen Wildgemüse. Statt selbst gesammeltem Grün werden Spinat und reichlich Dill verwendet. Aber ich würde sagen, man ist frei – jedes grüne Blattgemüse oder gesammelte Wildkräuter geben eine gute Füllung ab.

Ich habe mich nicht so ganz an das Rezept gehalten – denn da wird der Teigdeckel aus 600 g Mehl gemacht; ich habe nur die Hälfte benutzt. Das hat auch gut gereicht; der Deckel geht beim Backen schön blättrig auf. Doppelt so dick, das wäre zu viel gewesen….

Die Pie ist relativ simpel, hat uns aber gut geschmeckt und war ratzfatz vertilgt. Sollte etwas übrig bleiben, so schmeckt sie auch kalt. Man kann sie auch gut mitnehmen oder auf ein Buffet stellen.

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Für 4 Personen:

Teig:

  • 300 g Mehl, plus etwas zum Arbeiten (ich hatte Dinkel 630)
  • etwas Salz
  • 75 ml Olivenöl, plus etwas für die Form
  • 75 ml Wasser, handwarm

Füllung:

  • 500 g frischer Spinat
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • Olivenöl zum Braten
  • 100 g Dill
  • 4 Eier
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für den Teigdeckel Mehl mit Salz in einer Schüssel mischen. Olivenöl und Wasser zugießen und alles zu einem Teig verkneten. Schüssel abdecken und Teig ruhen lassen.

Spinat waschen, grobe Stiele entfernen. In kochendem Wasser kurz blanchieren, dann abtropfen lassen, die Flüssigkeit gut ausdrücken und den Spinat klein hacken.

Zwiebel und Knoblauch schälen und, fein hacken und in etwas Olivenöl glasig andünsten. Spinat zugeben und weiterbraten, bis der Spinat weich ist. Von der Hitze nehmen und abkühlen lassen.

Dill zupfen und hacken. Eine Pieform von 25 cm mit Olivenöl einpinseln. Ofen auf 225°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Drei Eier mit 1/2 TL Salz in einer Schüssel verquirlen. Dill zugeben, dabei ein paar Blättchen für die Dekoration zurückbehalten. Die Spinatmischung ebenfalls einarbeiten und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken. Mischung in die Form geben und glatt streichen.

Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem Kreis ausrollen, der etwas größer als die Form ist. Teig über die Füllung legen und rundherum fest andrücken. Mit einer Gabel Löcher in den Teig stechen. Das restliche Ei verquirlen und den Teigdeckel damit einpinseln.

Pie im heißen Ofen ca. 35 bis 40 min backen.

 

Avgolemono – Griechische Hühnersuppe mit Zitronensauce

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Jetzt, wo es Winter wird und es gerne mal dunkel, kühl und schmuddelig  haben Suppen Hochkonjunktur. Und so kommt es, dass Gabi unsere Lieblingssuppen sucht.

Und ich habe dabei festgestellt, dass ich Euch meine Lieblingssuppe tatsächlich noch nicht vorgestellt habe. Wir sprechen von Hühnersuppe – die gibt es hier wirklich oft. Meist dann, wenn es irgendeine Art von Wehwehchen zu  beklagen gibt, sei es körperlicher oder seelischer Natur. Avgolemono ist aber mehr als Hühnersuppe. Avgolemono bedeutet” Ei” und “Zitrone”; es  ist also Hühnersuppe mit Zitronensauce.

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Ich habe ja oft genug betont, dass ich diese Zitronensauce liebe. Und sie ist es, die diese Suppe zu unserem Liebling macht. Hühnersuppe ist sowieso  schon ein Wohlfühlessen, aber mit der Soße wird sie frisch und üppig zugleich. Und man hat auch noch ein wenig Sonne auf dem Teller.

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Das Rezept ist der großartigen Vefa Alexiadou * nachempfunden und reicht für 4 Personen:

  • 1 Hühnchen
  • 1 Karotte
  • 1 Zwiebel
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salz
  • 100 g Reis (ich hatte Basmati)
  • 2 Eier
  • 5 EL Zitronensaft, frisch gepresst
  • frisch gehackter Dill zum Servieren

Erst kochen wir eine Hühnerbrühe: dazu das Hühnchen waschen und in einen großen Topf geben. Karotte und Zwiebel schälen, in grobe Stücke schneiden und zusammen mit dem Lorbeerblatt ebenfalls in den Topf geben. Alles mit Wasser bedecken, zum Kochen bringen und dann bei mäßiger Hitze ca. 1 h kochen lassen, bis das Hühnchen gar ist und sein Aroma abgegeben hat. Dabei immer wieder mal den entstehenden Schaum abschöpfen.

Die Brühe druch ein feines Sieb in einen sauberen Topf abgießen.  Das Gemüse verwerfen, das Hühnchen etwas abkühlen lassen, dann das Fleisch von den Knochen zupfen.  Die Brühe mit Salz und Pfeffer würzen. Den Reis in ein feines Sieb geben und abbrausen, dann in die Brühe geben. Alles zum Kochen bringen und den Reis bei milder Hitze in der Brühe garkochen. Gegen Ende der Kochzeit das Fleisch zum Erwärmen dazu geben. Wenn alles heiß und gar ist, die Hitze abstellen.

Die Eier mit dem Zitronensaft verquirlen. Einen Schöpflöffel heißer Brühe unter die Mischung rühren, dann die Mischung in die Suppe gießen und kurz durchrühren. Nicht mehr kochen lassen, sonst stockt das Ei.

Zum Servieren die Suppe in Teller schöpfen und mit etwas gehacktem Dill garnieren.

 

Piperopita Piliou – Paprika-Zwiebel-Pie vom Berg Pilion

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Es gibt etwas zu feiern – Petras schöner Blog “Obers trifft Sahne” feiert den 5. Geburtstag. Geburtstagkinder dürfen sich etwas wünschen – und Petra wünscht sich, dass wir etwas für sie kochen, das einen Bezug zur Zahl fünf hat. Klar, dass ich da etwas beisteuern möchte. Ich mag nämlich nicht nur ihren Blog, sondern auch Petra  selbst. Ob wir uns dieses Jahr wohl auch wieder bei der Buchmesse über den Weg laufen?

Bildschirmfoto 2016-02-27 um 19.23.05Gut, also, Rezepte mit einer Fünf….Och ja, das wird schon. Notfalls mache ich halt was mit 5-Gewürze-Pulver. Gut, ich habe das Pulver in der Schublade gelassen. Meinen Mann freut das, der mag diese Mischung nämlich gar nicht.

Fündig geworden, als ich bei Vefa Alexiadou* blätterte. Ich hatte einen übergroßen Vorrat an Paprika und war auf der Suche nach Inspiration. Das Register spuckte diese Pita aus – und was las ich in der Arbeitsanleitung: den Boden der Form mit 5 (!) Blättern Filoteig auslegen. Ganz klar ein Zeichen, also legen wir los 😉 .

Eigentlich hatte ich vor, den Teig selbst zu machen. Aber dann war ich irgendwie malad und der Kampfgeist hat mich verlassen. Petra, ich hoffe die Pita schmeckt Dir trotzdem. Auf die nächsten fünf Jahre.

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Für 8-10 Stücke:

  • 250 g Filoteig (10 Blätter)
  • Olivenöl zum Bepinseln

Füllung:

  • 1 rote Paprika
  • 2 kleine hellgrüne Paprika (original: je 1 rote, gelbe und grüne)
  • 2 Zwiebeln
  • 4 Frühlingszwiebeln
  • eininge Stängel glatte Petersilie
  • 2 EL Semmelbrösel
  • 200 g Feta
  • 2 Eier
  • Cayennepfeffer
  • Salz
  • 1 große Tomate

Den Ofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Für die Füllung die Paprikaschoten halbieren, Kerne und weiße Wände entfernen und den rest in Streifen schneiden. Zwiebeln schälen und in dünne Ringe schneiden. Frühlingszwiebeln putzen und in Röllchen schneiden. Petersilie zupfen und die Blättchen hacken.

Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Paprika, Zwiebeln und Frühlingszwiebeln darin bei mittlerer Hitze andünsten, bis sie weich werden. Von der Hitze nehmen und ein wenig abkühlen lassen. Dann Semmelbrösel und Petersilie untermengen. Feta dazukrümeln, Eier aufschlagen ebenfalls zugeben. Alles gründlich vermischen und mit Salz und Cayennepfeffer würzen.

Den Boden einer runden Tarteform mit Filoteig auslegen: dazu ein Blatt Filoteig auf die Arbeitsfläche legen, mit Olivenöl bepinseln, dann ein zweites Blatt darauflegen. So weiter verfahren, bis insgesamt 5 Teigblätter übereinander liegen. Den Stapel nehmen und vorsichtig in die Form legen. Dann mit einer Schere rund zuschneiden, wenn nötig. Die Füllung auf dem Teigboden verteilen. Die Tomate in Scheiben schneiden und auf der Füllung verteilen.

Jetzt, wie oben beschrieben, einen Deckel aus den restlichen 5 Blättern Filoteig zubereiten. Deckel auf die Füllung legen, wenn nötig rund zusschneiden und die Ränder gut andrücken. Nicht vergessen, auch die oberste Teigschicht mit Olivenöl zu bepinseln. Mit einem scharfen Messer die Pita in 8 bis 10 Stücke teilen. Man muss das vor dem Backen machen, weil hinterher der knusprige Teig sonst aufsplittert und sich nicht mehr gut schneiden lässt.

Im heißen Ofen ca. 50 min backen. Die Pita schmeckt, heiß und lauwarm.

 

Sardinen-Keftedes, dazu Stifado-Kartoffeln und Karotten mit Tahin-Sauce

sardinen-keftedes, stifado-kartoffeln

Ich habe ja schon ein Kochbuch 😉 . Manchmal muss ich dann aber doch noch ein neues haben, und zwar ganz pronto. So ging es mir, als ich Tinas Artikelserie über ihr Kochtreffen mit dem Schwerpunkt “Griechische Küche” gelesen habe; hier geht es zum ersten Artikel.

Gekocht wurde aus Smashing Plates*. Das Buch ist von Maria Elia. Von der habe ich Euch ja hier schon ausreichend vorgeschwärmt. Und wenn ich dann lese, dass es von ihr, die griechisch-zypriotische Wurzeln hat, ein Buch gibt, in dem griechische Aromen neu interpretiert werden, dann setzt der Habenwollen-Reflex ein.

Nun, ich habe das Buch nicht bereut. Genaugenommen, weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll. Erstmal gab es Nudeln. Und jetzt dieses hier: als erstes sind mir die Kartoffeln ins Auge gefallen – was für eine tolle Idee, die in den Aromen zu garen, die man sonst für ein Stifado verwendet. Die Kartoffeln saugen Flüssigkeit, Aromen und Butter auf und schmelzen fast im Mund. Und die Keftedes aus Kichererbsen und Ölsardinen passen wunderbar dazu. Also los. Ich fange mit den Karotten an, die lassen sich vorbereiten, weil sie kalt serviert werden.

Für die Karotten:

  • 400 g Karotten
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 TL Salz
  • 60 ml Tahin
  • 1/2 Zitrone, der Saft
  • etwas gemahlener Kreuzkümmel
  • 125 ml Joghurt, die dicke, griechische Sorte, oder die doppelte Menge “normales” Joghurt, in einem mit Küchenkrepp ausgelegten Sieb abgetropft

Die Karotten schälen, in etwas dickere Stifte schneiden und über Wasserdampf bissfest garen. In eine Schüssel geben und abkühlen lassen.

Für die Sauce die Knoblauchzehe schälen und mit dem Salz zu einer Paste mörsern. Tahin, Zitronensaft und Joghurt einrühren und alles mit Kreuzkümmel würzen. Wenn die Sauce zu dick ist, etwas Wasser zugeben. Karotten mit der Sauce vermengen. Bis zum Servieren beseite stellen.

Für die Kartoffeln:

  • 125 ml Rotwein
  • 375 ml Hühnerbrühe
  • 1 Stange Zimt
  • 1 Lorbeerblatt
  • 500 g große Kartoffeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Zweige Thymian
  • 50 g Butter
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • ein Spritzer  Rotweinessig
  • einige Stängel glatte Petersilie

Ofen auf 180°C vorheizen.

Die Kartoffeln schälen und in ca. 2 cm breite Scheiben schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken. Thymianblättchen zupfen. Kartoffeln in einen Bräter oder eine Auflaufform geben. Das Behältnis sollte genau so groß sein, dass die Kartoffeln genau nebeneinander hineinpassen.

Rotwein und Brühe zusammen mit Zimt und Lorbeer in einen kleinen Topf geben und einmal aufkochen. Soviel Flüssigkeit zu den Kartoffeln geben, dass sie bis zur Hälfte davon bedeckt sind. Zimt und Lorbeer ebenso wie Knoblauch und Thymian ebenfalls mit in die Bratreine geben. Alles leicht salzen und pfeffern und die Butter in Flöckchen auf die Kartoffeln setzen. Für ca. 50 min im Ofen backen, dabei einmal wenden, damit die Kartoffeln auch von der anderen Seite Füssigkeit aufnehmen. Die genaue Garzeit hängt von der Größe und Sorte der Kartoffeln ab, am besten nach 30 min schon einmal probieren, ob sie gar sind.

Aus dem Ofen holen, mit etwas Essig besprenkeln und mit gehackten Petersilienblättchen bestreuen.

Während die Kartoffeln garen, kann man die Keftedes machen:

Für die Keftedes:

  • 400 g gegarte Kichererbsen
  • einige Stängel glatte Petersilie und Minze
  • 2 EL Tahin
  • 2 Dosen Ölsardinen
  • 1 Prise Zimtpulver
  • 1 TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • 1/2 TL Paprika edelsüß
  • 50 g Kefalotiri (Parmesan oder Pecorino gehen auch)
  • 1 Ei
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 60 g frische Semmelbrösel
  • Olivenöl zum Braten
  • zum Servieren: Sumach

Kräuter zupfen und grob hacken. Sardinen abtropfen lassen. Käse reiben.

Kichererbsen zusammen mit den Kräutern und dem Tahin in den Blitzhacker geben und grob zerkleinern. Alles in eine Schüssel geben. Die Sardinen dazu zupfen, dann die Gewürze, Semmelbrösel, Käse und Ei zugeben. Alles gründlich vemengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Masse mit den Händen zu 12 Frikadellen formen. Man muss dabei ein wenig drücken und Kraft aufwenden, aber es hält alles gut zusammen. Die Keftedes können bis hierhin gut vorbereitet werden und im Kühlschrank auf ihren Einsatz warten.

Zum Braten etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Die Keftedes hineinlegen, mit einem Pfannenwender ein wenig flach drücken und von beiden Seiten goldbraun ausbraten. Das dauert ca. 3 min pro Seite.

Zum Servieren die Keftedes mit etwas Sumach bestreuen und mit Kartoffeln und Karottensalat auf Tellern anrichten.

Makkaroni, Käse, Cavolo Nero

makkaroni, käse, cavalo

Das ist jetzt Fusion Food. Im Original von Maria Elia* lautet der Untertitel: “maccaroni and cheese meets spanakopita”. Da werden werden Makkaroni in einer mit Käse angereicherten Bechamelsauce (Mac and Cheese) serviert, das Ganze wird mit Grünzeug wie Brennesseln, Sauerampfer und Spinat (Spanakopita) in Verbindung gebracht.

Das Gericht hat mich beim Lesen des Rezeptes schon sehr angelacht, und als ich dann gesehen habe, dass meine Abokiste Cavolo Nero anbietet, habe ich beschlossen, das mit der Fusion noch ein wenig weiter zu treiben.

Und das war keine schlechte Idee :-). Pasta geht hier sowieso immer, Käse auch. Und der Cavolo gibt eine angenehme Bitternote dazu. Das Foto kann mit dem Geschmack leider nicht mithalten – da wird einem auch gleich klar, warum es im Buch keine Abbildung zu Gericht gibt…..

Kohl, genau: das hier ist mein Beitrag zum gerade laufende Blog-Event im Kochtopf. Evchen kocht wünscht sich Rezepte mit Kohl. Bitte sehr: das Rezept reicht für 4 Personen:

  • 500 g Cavolo Nero
  • 250 g Makkaroni
  • ca. 50 g Butter, plus etwas für die Form
  • 50 g Mehl
  • 750 ml Milch
  • 1 TL Zimtpulver
  • etwas frisch geriebene Muskatnuss
  • 2 TL Dijon-Senf
  • 200 g Feta
  • 1 Bund Frühlingszwiebeln
  • 1 Bund Dill
  • 50 g Semmelbrösel
  • 50 g Graviera, Gruyère oder Parmesan
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Den Cavolo Nero putzen: dazu die ganz groben unteren Stiele wegschneiden, die Blätter von den groben Mittelrippen rupfen. Die feineren Mittelrippen kann man mitessen, aber die dicken müssen weg.

Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Dill zupfen und fein hacken. Käsesorten reiben.

In einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen und den Kohl darin für zwei Minuten blanchieren. Mit dem Schaumlöffel herausholen und kalt abbrausen. Flüssigkeit gut ausdrücken, dann beiseite stellen.

Die Pasta in dem Wasser, in dem zuvor der Kohl gekocht wurde, garkochen. Dabei ca. 2 min kürzer garen, als auf der Packung angegeben. Abgießen und unter laufendem Wasser abkühlen, damit sie nicht weitergart.

Den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Auflaufform mit Butter ausstreichen.

40 g Butter in einem Topf schmelzen. Das Mehl einrühren und alles unter ständigem Rühren anrösten, bis die Mischung eine goldgelbe Farbe annimmt. Dann unter dauerndem Rühren nach und nach die Milch einarbeiten. Ich mache das immer so, dass ich etwas kalte Milch angieße, alles rühre, bis es zu kochen beginnt und dann wieder etwas Milch angieße. Auf diese Art gibt es keine Klümpchen. Die Sauce ca. 10 min unter dauerndem Rühren köcheln lassen, bis sie andickt und der Mehlgeschmack verschwindet. Senf, Muskatnuss, Zimt und Feta einrühren. Von der Hitze nehmen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die restliche Butter in einer Pfanne schmelzen und die Frühlingszwiebeln darin anbraten, bis sie weich werden. Kohl zugeben und alles nochmals 3 min braten, dann die gegarten Nudeln, den Dill  und die Sauce mit in die Pfanne geben. Alles gut vermischen und nochmal mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Mischung in die Auflaufform füllen. Semmelbrösel und Hartkäse vermischen und den Auflauf damit bestreuen. Im heißen ca. 25 min überbacken. Vor dem Servieren 5 min ruhen lassen.

Gerstenzwieback aus Kreta

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Dieses Rezept verdankt Ihr Herrn Ottolenghi. Nicht dass Ihr meint, das Rezept stamme von ihm. Nein. Er schwärmt in vegetarische Köstlichkeiten* in den höchsten Tönen von diesem Zwieback, den er sich aus Kreta mitgebracht hat. Er klingt so enthusiastisch, dass ich ihm fast übelgenommen habe, kein Rezept im Buch vorzufinden. 😉

Ich hatte das Brot schon fast wieder vergessen, da stieß ich beim Stöbern im dicken griechischen Kochbuch von Vefa Alexiadou* auf das Rezept. Klar, dass ich Gerste gekauft und das Brot gebacken habe.

Und er hat recht, der Herr Ottolenghi – das Knusperbrot ist klasse – die Gerste macht es ein wenig süß und nussig. Man kann es einfach so wegknabbern.

Ich hab das Rezept ein wenig verändert und kleinere Kringel gebacken, so passt das Knusperbrot in die Pausenboxen der Kinder 🙂

….und natürliche habe ich nach dem Backen festgestellt, dass der griechische Laden, in dem ich hin und wieder einkaufe, dieses Brot im Sortiment hat.

Für ca. 24 kleine Brotkringel:

  • 110 gr. Weizenmehl 550
  • 10 gr. frische Hefe
  • ca. 300 gr. Wasser, lauwarm
  • 350 gr. Gerstenmehl
  • 10 gr. Salz
  • 2 EL Honig
  • 60 ml Olivenöl

Die Hefe zusammen mit dem Honig im lauwarmen Wasser auflösen.

Die Mehlsorten zusammen mit dem Salz in einem Rührschüssel geben. Das Hefewasser zugeben und alles zu einem elastischen Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Dabei gegen Ende des Knetvorganges das Olivenöl einarbeiten. Die Schüssel abdecken und den Teig ca. 2h zu ruhen lassen. Der Teig geht aufgrund des Gerstenmehls nicht so imposant auf wie ein Teig aus Weizenmehl, es ist aber eine deutliche Lockerung zu erkennen.

Den Teig auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche geben und nochmals kurz durchkneten. Teig dann in ca. 12 gleich große Stücke teilen. Jedes Stück zu einer Schlange von ungefähr 20 cm Länge rollen, die Enden aneinanderlegen und festdrücken, so dass kleine Ringe entstehen. (Ich habe mehr kleine Kringel geformt).

De Ringe auf mit Backpapier belegte Bleche geben, mit einem sauberen Geschirrtuch abdecken und nochmals 1 h ruhen lassen.

Den Ofen vorheizen. Ich habe beide Bleche gleichzeitig auf 180°C Heißluft gebacken; wer nacheinander bäckt, nimmt 200°C Ober-und Unterhitze.

Vor dem Backen die Kringel mit einem scharfen Messer rundherum waagerecht einritzen, so kann man sie später besser auseinanderschneiden.

Kringel im heißen Ofen ca. 25 min backen, dann herausnehmen und komplett auskühlen lassen.

Die ausgekühlten Kringel waagrecht durchschneiden und wieder auf Backbleche legen. Im Ofen auf der niedrigsten Stufe (bei mir sind das 50°C) in ca. 2-3 h komplett trocknen lassen.

Abkühlen lassen und in luftdicht verschlossenen Dosen aufbewahren.

Sesam-Walnuss-Kuchen aus Griechenland

sesam-walnuß-kuchen

Nüsse und Ölsaaten mag ich generell gerne – aber eine besondere Schwäche habe ich für Walnüsse und Tahin. In diesem Rezept treten meine beiden Lieblinge zusammen auf, und das ist keinesfalls ihr Schaden.

Der Kuchen ist recht schnell gemacht. Er ist flaumig und saftig; er hält sich gut und schmeckt nach ein paar Tagen sogar noch besser. Das Tahin sorgt für ein herrliches nussiges Aroma und wird in diesem Fall statt der Butter benutzt. Milch wird auch nicht benutzt, statt dessen Orangensaft, so dass der Kuchen sogar laktosefrei ist. Und dass ich Gewürze wie Zimt und Muskat zu schätzen weiß, das wißt Ihr ja ohnehin 😉

  • 220 gr. Tahin
  • 50 gr. brauner Zucker
  • 250 gr. weißer Zucker
  • Abgeriebene Schale einer Bio-Orange
  • 3 große Eier
  • 240 ml Orangensaft, frisch gepresst
  • 300 gr. Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 1/2 TL gemahlener Zimt
  • etwas frisch geriebene Muskatnuss
  • 1 Prise Salz
  • 50 gr. Walnüsse, gehackt
  • 60 gr. Rosinen
  • Sesamsaat zum Bestreuen

Den Boden einer Springform mit Bachpapier auslegen, anschließend die Form gründlich fetten. Backofen auf 180°C vorheizen.

Tahin, beide Sorten Zucker und Orangenschale in eine Rührschüssel geben. Mit dem Handmixer schaumig rühren, dann die Eier eines nach dem anderen einarbeiten. Weiterschlagen, bis alles eine cremige Textur hat, dann den Orangensaft zugeben und noch 1 min weiterrühren.

Nun Mehl und Backpulver über die Schaummasse sieben, Muskat, Zimt, Nelken und Salz zugeben und alles einarbeiten. Zuletzt Rosinen und Nüsse unterheben. Den Teig in die Form füllen und mit Sesam bestreuen.

Im heißen Ofen ca. 45 min backen. Eine halbe Stunde auskühlen lassen, dann aus der Form nehmen und auf einem Kuchengitter ganz auskühlen lassen.

Rezept adaptiert aus: Najmieh Batmanglij, Silk Road Cooking*

Einmal im Jahr Brot

einmal im jahr brot

Dies hier ist ein klassisches Brotrezept aus Griechenland. Traditionell wird es, wie der Name schon sagt, nur einmal im Jahr gebacken, nämlich am “Reinen Montag”, der den Beginn den Beginn der vorösterlichen Fastenzeit markiert. Uns schmeckt es aber so gut, dass wir es öfter backen.

Im Grunde ist es ein einfaches Fladenbrot aus Hefeteig. Was das Brot zu etwas Besonderem macht, ist die Mehl-Wasser-Mischung, mit der es vor dem Backen bepinselt wird. Dadurch wird es besonders knusprig und aromatisch. Der Sesam gibt zusätzliche Würze.

Das Brot schmeckt frisch am besten. Am nächsten Tag kann man es aufschneiden und ohne Fett im Backofen rösten – für einen Toast der anderen Art 🙂

Und weil das Brot bestrichen wird, passt es auch zum Thema des aktuellen Bread Baking Day – es ist schon der 60. Gratulation, Zorra!

  • 400 gr. Mehl 550
  • 10 gr. frische Hefe oder 1 TL Trockenhefe
  • 1/2 TL Salz
  • 1 Prise Zucker
  • 200 ml Wasser, lauwarm
  • 4 EL Olivenöl

Zum Bestreichen:

  • 1 EL Mehl
  • 1/2 EL Olivenöl
  • 1/4 TL Salz
  • 1 1/2 EL Sesam

Das Mehl zusammen mit Salz und Zucker in eine große Schüssel geben. Alle übrigen Zutaten zugeben und alles zu einem elastatischen Teig kneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Sollte der Teig zu trocken sein, vorsichtig noch etwas Wasser zugeben. Die Schüssel bedecken und den Teig an einem warmen Ort ca. 2 1/2 h ruhen lassen, bis er zu doppelter Höhe aufgegangen ist.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Den Teig aus der Schüssel holen und nochmal kurz durchkneten. Dann zu einem Rechteck formen, das knapp einen cm hoch sein sollte und  auf das Blech legen. Nochmals 30 min bedeckt ruhen lassen.

Inzwischen den Backofen auf 200°C vorheizen.

Zum Bestreichen Mehl, Olivenöl Salz und Sesam mit 2 EL Wasser kräftig verrühren und die Masse mit einem Backpinsel auf das Brot streichen.

Im heißen Ofen in ca. 20 min goldbraun ausbacken.

Rezept adaptiert aus: Tessa Kiros; Griechenland in meiner Küche*