
Die parsische Bevölkerung Indiens ist vor langer Zeit aus dem damaligen Persien nach Indien eingewandert und bringt eine eigenständige Religion, den Zoroastrismus, und eine Lebensweise als geschlossene Gemeinschaft mit; Parse wird man durch Geburt, Konversion ist nicht vorgesehen. Die parsische Esskultur ist aber auch außerhalb der Gemeinschaft bekannt und beliebt.
So wie dieses süß-säuerliche Gemüsecurry mit seinen vielen unterschiedlichen Gemüsesorten: Maunika Gowardhan*, bei der ich das Rezept gefunden habe, erzählt, dass es ein klassisches Gericht bei Parsi-Hochzeiten ist (und, dass es sich lohnt, alleine wegen des Essens auf solch eine Hochzeit eingeladen zu werden). An das Rezept ist sie gekommen, weil ihre Mutter parsische Freudinnen hatte und es ist ein Klassiker in ihrem Haushalt.
Das Curry hat das Zeug dazu, auch bei uns zum Klassiker zu werden: sättigend dank der Kartoffeln und gleichzeitig schön leicht, ein wenig scharf, ein wenig süß, ein wenig sauer – es macht Spaß. Die Kartoffeln und Karotten werden nicht gekocht, sondern im Ofen geröstet, das sorgt für eine schöne Konsistenz und natürlich Röstaromen. An einer Stelle bin ich vom Rezept abgewichen: original kommen grüne Bohnen rein, ich habe statt dessen meine Gemüseschublade von ein paar Bratpaprika befreit.
Wer bei diesem Wetter den Ofen nicht anwerfen mag, kann das Gemüse auch im Airfryer rösten, ich gebe unten an, wie. Die leichte Säure kommt von Malzessig; der ist sehr mild und schmeckt eben leicht malzig; ersatzweise würde etwas weniger von einem sehr milden Balsamico nehmen.

Für 4 Personen:
Zutaten:
- 2 EL Rapsöl
- 450 g Kartoffeln
- 250 g Karotten
- 2 EL Ghee
- 300 g Zwiebeln
- 5 cm Ingwer
- 150 g Tomaten
- 1 TL gemahlene Kurkuma
- 1/2 TL Kashmiri Chilipulver
- 1 TL gemahlener Kardamom
- frisch geriebene Muskatnuss
- eine Handvoll Koriandergrün
- 200 g Bratpaprika (original: 120 g grüne Bohnen)
- 50 g TK-Erbsen
- eine Handvoll Rosinen
- 2 EL Malzessig*
- 1 TL brauner Zucker
- 200 ml Wasser
- Salz
Arbeitsschritte:
Wer das Gemüse im Ofen röstet, heizt diesen auf 200°C Ober- und Unterhitze vor und legt ein Backblech mit Backpapier aus. Kartoffeln und Karotten schälen und in mundgerechte Würfel schneiden, dann mit dem Öl vermengen, auf das Blech geben und im heißen Ofen ca. 25 min rösten, bis die Ränder gebräunt sind.
Alternativ in der Heißluftfritteuse rösten, ich habe 180°C eingestellt und das Gemüse war nach 20 min fertig.
Während das Gemüse gart, die Zwiebeln schälen und fein würfeln. Ingwer schälen und zu einer Paste verarbeiten; ich benutze dafür eine Mikroplane-Reibe. Tomaten putzen und pürieren. Paprika ebenfalls putzen und in längliche Streifen schneiden. Wenn Bohnen verwendet werden, diese putzen und in Stücke schneiden. Koriander mit den feinen Stielen fein schneiden.
Ghee in einem Topf erhitzen und die Zwiebeln darin in ca. 15 min goldbraun und weich braten. Ingwerpaste zugeben und kurz mitrösten, dann das Tomatenpüree einrühren, salzen und alles 5 bis 6 min köcheln lassen, bis es etwas andickt. Kurkuma, Chilipulver und Muskatnuss (im Rezept steht 1 TL, ich habe weniger verwendet) zugeben, alles vermengen, 1 min garen, dann den Großteil des Korianders einrühren.
Nun das geröstete Gemüse zusammen mit den Erbsen und den Paprika oder Bohnen unterrühren. Alles 2 min köcheln lassen, dann die Rosinen, den Essig, den Zucker und das Wasser einrühren. Alles bedeckt bei milder Hitze ca. 7 bis 8 min köcheln lassen, dann mit Salz abschmecken und mit dem restlichen Koriander bestreut servieren.
