
Maurizio Oster kochte nach seiner Ausbildung unter anderem auf einem Kreuzfahrtschiff, im Hamburger Hotel Vier Jahreszeiten und ein Jahr lang als einziger Koch in einem Berggasthof mit 26 Betten und bis zu 120 Gästen. 2018 übernahm er das Restaurant Zeik (Kiez, rückwärts geschrieben), im Stadtteil Winterhude, das seit 2022 mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet ist. Nun hat er sein erstes Kochbuch vorgelegt; schauen wir mal hinein.
Maurizio Oster wollte ein Buch machen, das zeigt, dass sich gutes Essen und Alltagstauglichkeit nicht ausschließen; infolgedessen machen Restaurant-Rezepte nur einen kleinen Teil des Buches aus. Die übrigen Rezepte sind sortiert nach Frühstück mit zum Beispiel Pancakes oder pochiertem Ei mit Hollandaise, Familienküche mit zum Beispiel Senfeiern oder Kroketten. Es gibt Rezepte für unterwegs und Gästetaugliches – der Spargelsalat und die Lachsforelle unten zum Beispiel oder Entenkeulen und auch einige Grundrezepte. Wer ehrgeiziger ist, kann sich im Kapitel „Fine Dining“ an Scholle mit Safransauce oder Blaubeermousse versuchen.
Die Rezepte sind mit gut erhältlichen Zutaten problemlos in der heimischen Küche nachkochbar, wenn auch die Anleitungen manchmal etwas kurz gefasst sind. Auch die einfacheren Gerichte für den Familienalltag lassen nichts an Geschmack vermissen und haben gerne mal einen schönen Twist. Und für den besseren Überblick gibt es außerdem zwei Register – ein Rezeptregister und ein nach Zutaten geordnetes.
Und dann ist das ein sehr persönliches Buch geworden. Maurizio Oster hat hier Rezepte versammelt, mit denen er Kindheitserinnerungen verbindet oder solche, die seinen Weg durch die verschiedenen Restaurantküchen nachzeichnen. Er weiß zu vielen Rezepten eine Geschichte zu erzählen, die ihn uns als Person näher bringt.
Der persönliche Charakter wird unterstrichen durch die Fotos von Elissavet Patrikiou. Sie hat nicht nur das Essen abgelichtet, sondern es gibt auch viele Fotos vom Autor, seiner Familie und seiner Heimatstadt Hamburg. Einige der Fotos wurden in der heimischen Küche aufgenommen und wirken angenehm spontan.
Ausprobiert:

Der Spargelsalat mit Blaubeeren und Minze läßt sich gut vorbereiten und hat uns geschmacklich voll überzeugt. Hierlang geht es zum Rezept.

Apfelküchle stehen hier hoch im Kurs. Die Version von Maurizio Oster hat uns gut gefallen – denn statt Mineralwasser ist Apfelsaft im Teig für eine noch ausgeprägtere Apfelnote.

Da gibt es ein Grundrezept für Kartoffelteig im Buch aus dem verschiedene Dinge gemacht werden – zum Beispiel diese Taler, die dann mit Speckbohnen serviert werden; das ist eine feine Sache und der Teig ist gelingsicher.

Maurizio Oster ist während der Ausbildung mal ein Stück weiße Schokolade in die Bolognese gefallen – der Unfall hat sich bewährt und ist im Familienrezept für die Bolognese gelandet – die auch sonst sehr gut ist.

Und wenn man Bolognese übrig hat, kann man die zusammen mit Frischkäse, Paprikastreifen und Salat in einen Wrap packen. Das machte Spaß – und der Teig für die Wraps wird hier Standard.

Mit der in Essig, Zucker und Apfelsaft gekochten Senfsaat hat man unaufwändig eine schöne Aroma-Zutat im Kühlschrank.

Und die kann man dann zum Beispiel für das Dressing des Gurkensalats verwenden, das macht sich sehr gut.

Dorothée hat auch etwas ausprobiert und war sehr glücklich mit der marinierten Lachsforelle – bitte hier klicken für das Rezept.
Fazit:
Maurizio Oster hat da ein sehr persönliches Buch geschrieben, das uns nicht nur seine Küche näher bringt, sondern auch seine Person. Rezepte gibt es für jede Gelegenheit – von der Familienküche mit Charakter, bis hin zu Fine Dining. Er stellt das alles sympathisch und unprätentiös vor und stellt den Geschmack und den Spaß am Kochen in den Vordergrund.
- Herausgeber: Südwest Verlag
- Sprache: Deutsch
- Gebundene Ausgabe, 102 Seiten
- ISBN: 978-3517104591
- € 25,00
