Pizza Bianca mit Garnelen, Zucchini und Minze

Eigentlich seltsam, irgendwie kommt hier Pizza meist mit Tomatensauce auf den Tisch; das ist einfach eine Gewohnheit. “Pizza de Luxe“* hat mich da etwas aufgerüttelt; es locken da einfach viele Pizzarezepte ohne Tomatensauce.

Diese hier hat mich besonders angelacht, und das nicht nur, weil noch Garnelen da waren und die Abokiste mir Zucchini spendierte. Mich hat besonders die Kombination mit der Minze gereizt – und die ist wirklich toll, probiert das aus, unbedingt.

Für den Teig habe ich wieder auf eine Mischung von selbstgemahlenem Vollkornmehl und Weizen 550 zurückgegriffen; wer sein Vollkornmehl kauft, kann auch nur Vollkorn nehmen; das selbst gemahlene Mehl ist da wesentlich gröber.

Für eine Pizza von 30 cm Durchmesser:

Boden:

  • 180 g Weizenvollkornmehl
  • 150 g Weizenmehl 550
  • 180 Wasser
  • 1 g Trockenhefe
  • 7 g Salz
  • 10 ml Olivenöl

Belag:

  • 2 EL frische Minze, gehackt
  • 3 EL Olivenöl, plus etwas zum Beträufeln
  • 1 kleiner Zucchino
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 150 g Mozzarella
  • 4 bis 5 Riesengarnelen

Für den Teig die Mehlsorten mit dem Wasser in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Alles grob vermengen und 20 min ruhen lassen. Dann die restlichen Zutaten zugeben und alles zu einem elastischen Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Den Teig 30 min bei Zimmertemperatur ruhen lassen, dann die Schüssel gut abdecken und den Teig mindestens 8 h im Kühlschrank ruhen lassen.

Für den Belag die Minze eine Stunde im Olivenöl ziehen lassen.

Wenn es ans Backen geht, den Ofen mitsamt Pizzastein auf 250°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Arbeitsfläche leicht bemehlen und den Teig darauf zu einer Kugel formen. Die Kugel zu einem Kreis flachdrücken, dann mit den Fingern einen Rand formen und den Teig nach außen ziehen, damit sich der Durchmesser vergrößert. Wenn der Durchmesser sich verdoppelt hat, eine Hand seitlich auf dem Teig platzieren  und mit der anderen Hand gegenüber den Teig vorsichtig dehnen und ziehen. Dann auf den leicht bemehlten Pizzaschieber geben.

Nun den Zucchino putzen und der Länge nach in ca. 3 mm dünne Scheiben schneiden; das geht am besten mit einer Mandoline. Die Scheiben salzen, mit etwas Olivenöl bestreichen und in einer heißen Pfanne auf jeder Seite kurz grillen, bis sie gar und appetitlich gebräunt sind.

Garnelen putzen und längs halbieren.

Mozzarella in dünne Scheiben schneiden und gleichmäßig auf dem Pizzaboden verteilen, dabei einen Rand von 3 bis 4 cm lassen. Mit Zucchinischeiben und Garnelen belegen, dann die Pizza vorsichtig vom Schieber auf den Pizzastein gleiten lassen. Backen, bis der Rand schön braun ist und der Käse blubbert. Herausnehmen, mit Minzöl beträufeln und mit Minzeblättern garnieren.

Börek-Schnecken mit Zucchini-Schafskäse-Füllung

Strudel! Heute gibt es Strudel in den verschiedensten Varianten. Ich habe fröhlich zugesagt, als ich gefragt wurde, ob ich Lust auf ein gemeinsames Strudelevent habe. Ins Grübeln gekommen bin ich dann hinterher.

Strudel ist nicht so ganz meine Königsdisziplin; ich habe Euch mal ein Buch vorgestellt, bin danach aber wieder faul geworden. Das mit dem Teig ausziehen….kann ich schon. Ist aber nicht meine leichteste Übung.

Aber gut, mir fiel ein, es gibt so viele Rezepte in der südosteuropäischen und türkischen Küche, die auch mit hauchdünnem Teig, in den etwas eingerollt wird, arbeiten. Denn nichts anderes ist ein Strudel ja. Und so fielen mir die Börekschnecken ein. Börek wollte ich schon immer mal machen, hatte aber immer gehörigen Respekt vor dem Teig.

Ich hatte mir sicherheitshalber eine Packung Strudelteig als Backup gekauft, aber die habe ich gar nicht gebraucht. Der Teig aus “Türkei vegetarisch“* ist wirklich gelingsicher. Im Rezept steht nur “Mehl”. Ich habe doppelgriffiges Mehl (“Wiener Griessler”) genommen – das ist wirklich optimal für Strudelteig. Es ist sehr fein und gleichzeitig sehr quellfähig. Abgesehen davon wird der Teig nicht gezogen, sondern ausgerollt; man braucht ein wenig Geduld, aber schwer ist das nicht.

Für 4 Schnecken:

Teig:

  • 175 g Mehl (ich hatte Wiener Griessler, also doppelgriffiges Mehl)
  • 1/2 TL Salz
  • 1 TL Rapsöl
  • 100 ml Wasser

Füllung:

  • 300 g Zucchini
  • 200 g Feta
  • 1 TL getrocknete Minze
  • Salz, Chiliflocken

Zum Fertigstellen:

  • 50 g Butter
  • 2 EL Milch
  • Schwarzkümmel zum Bestreuen

Für den Teig Mehl und Salz in eine Schüssel geben. Öl und Wasser zufügen und alles mit den Händen zu einem elastischen Teig verkneten, der nicht mehr klebt. Die Schüssel gut abdecken und den Teig 45 min ruhen lassen.

Während der Teig ruht, für die Füllung die Zucchini putzen und grob in eine Schüssel reiben. Den Feta dazubröseln und alles mit einer Gabel zu einer Füllung zusammendrücken. Mit Chiliflocken, und, wenn nötig, Salz abschmecken.

Die Butter in einem kleinen Topf zerlassen und dann die Milch unterrühren.

Den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen und ein Blech mit Backpapier auslegen.

Jetzt geht es ans Ausrollen des Teiges: dafür die Arbeitsfläche ganz leicht mit Mehl bestäuben. Den Teig in zwei gleich große Teile teilen. Einen Teil abgedeckt in der Schüssel lassen, damit er nicht austrocknet. Den anderen Teil auf der Arbeitsfläche zu einem runden Fladen ausrollen, der so dünn wie möglich sein soll. Das geht am besten mit einer Oklava*, das ist ein langes, dünnes türkisches Nudelholz, das es für kleines Geld im türkischen Haushaltswarenladen gibt. Auch die Oberseite des Teiges immer wieder leicht mit Mehl bestäuben und dabei das Mehl mit der Handfläche auf dem Teig verstreichen. Den Teig beim Ausrollen immer wieder um 45 Grad drehen. Er ist dünn genug, wenn man durch ihn hindurch den Untergrund sehen kann.

Den so entstandenen Teigfladen halbieren. Jedes Teigstück mit etwas Buttermischung bestreichen. Dann ein Viertel der Füllung an der langen Seite des Teigstückes verteilen. Die Teigstücke von der Seite mit der Füllung her aufrollen, die so entstandene Wurst zu einer Schnecke aufrollen und die Schnecke auf das Blech legen.

Mit der zweiten Hälfte des Teiges ebenso verfahren.

Die Schnecken mit der restlichen Buttermischung bepinseln, mit Schwarzkümmel bestreuen und im heißem Ofen in ca. 40 min goldbraun backen.

10 min mit einem Geschirrtuch bedeckt ruhen lassen, dann noch warm servieren. Dazu passt ein Dipp aus Joghurt, gewürzt mit Nana-Minze und Salz.

Jetzt habt Ihr doch bestimmt Lust auf noch mehr Strudel, oder? Dann bitte hier entlang:

Christine von Anna Antonia – Strudel mit Trockenfrüchten
Birgit von Backen mit Leidenschaft – Apfel-Mandel-Strudel und Ricottastrudel á la Cassata
Sina von Giftigeblone – Strudel mit weißem Mohn, Birnen und Walnüssen
Susanne von Magentratzerl – Börekschnecken mit Zucchini-Schafskäse-Füllung
Petra von Obers trifft Sahne – Bärlauch-Topfenstrudel
Aniko von Paprika meets Kardamom – Kürbis-Feta-Strudel
Christina von The Apricot Lady – mediterraner Strudel
Susi von Turbohausfrau – Krautstrudel mit Paprikasauce
Ariane von Tra dolce es amaro – Caramelle di strudel con ricotta e frutti di bosco

Buchvorstellung: Bayerisch vegetarisch von Birgit Fazis – und: Gemüsepflanzerl

Bayern ist berühmt für Weißwurst und Schweinebraten? Aber doch nicht nur. Dass es auch anders geht, zeigt uns Birgit Fazis mit ihrem Buch über die bayerische vegetarische Küche. Birgit Fazis ist gelernte Pädagogin, lebt am Ammersee und führt  seit 2010 ihren Blog Emma Bee. Vor mir liegt ihr erstes Buch.

Es ist ein hübsch aufgemachtes Taschenbuch geworden mit einem aufgeräumten Layout in hellen, freundlichen Farben. Es gibt viele Fotos, die Birgit Fazis alle selbst gemacht hat. Jedes Gericht hat ein Foto bekommen; in den Klappen gibt es zusätzlich noch Fotos von See und Biergarten. Ein wenig anstrengend ist, dass das Buch aufgrund der Bindung nicht aufgeschlagen liegen bleibt.

Und was ist drin? Die mehr als 50 Rezepte sind geordnet nach Brotzeit und Salate, Suppen und kleine Gerichte, Hauptgerichten und Süßem. Die Rezepte sind vielfältig – das geht von Kartoffelkäs und Brezensalat über warmen Kürbis-Feigen-Salat bis hin zu Sauerkraut-Kartoffelrösti, gebackenem Kohl mit Parmesankruste und Zimtcreme mit Zwetschgenröster.

Die Rezepte sind ohne weiteres nachkochbar: sie sind ordentlich aufgebaut und erfordern keine schwer zu beschaffenden Zutaten. Bei jedem Rezept ist angegeben, wie lange die Zubereitung dauert und wie viele Personen davon satt werden; zusätzliche Küchentipps gibt es außerdem und eine kleine Einführung zu jedem Rezept. Abgerundet wird alles durch ein alphabetisch geordnetes Register. Besonders praktisch sind die nach Jahreszeiten geordneten zusätzlichen Inhaltsverzeichnisse in den Umschlagklappen. Etwas schade finde ich, dass hier und da auf Fertigprodukte wie zum Beispiel Vanillepuding-Pulver oder Röstzwiebeln zurückgegriffen wird.

Fleischpflanzerl – das ist ein bayerischer Klassiker und auch in unserem Haushalt gern gesehen. Was aber gern übersehen wird, ist, dass auch Getreidepflanzerl gerne auf bayrischen Tischen landen; hier habe ich schon einmal ein Rezept vorgestellt.

Birgit Fazis* hat diese Rezeptidee ein wenig ausgebaut – sie nimmt Bulgur als Basis, und praktischerweise kommt auch gleich noch Gemüse mit hinein. Ich musste ein wenig grinsen, als ich die Einführung zum Rezept las, denn da steht, dass die Pflanzerl eine gute Möglichkeit sind, “gemüsescheue Kinder dazu zu bringen, eine kleine Portion Vitamine zu verspeisen”. Denn dieses Bemühen, ich kenne es gut ;-).

Das Rezept ist variabel. Im Original werden als Gemüse Zucchini, Karotte und rote Paprika verwendet; ich hatte nur Zucchini und Karotte, dafür von beidem etwas mehr. Und man kann auch andere Gemüsesorten in den Pflanzerl unterbringen.

Für 4 Personen:

  • 200 g Bulgur (ich hatte feinen)
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 2 mittlere Zucchini
  • 1 große Karotte
  • 1 Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 2 Eier
  • 1 TL Senf, mittelscharf
  • 50 g Bergkäse, frisch gerieben
  • 3 EL fein gehackte glatte Petersilienblättchen
  • 3 EL Semmelbrösel
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Öl zum Braten

Den Bulgur in der Gemüsebrühe aufkochen, dann die Hitze abstellen und den Bulgur ausquellen lassen.

Zucchini und Karotte waschen, putzen und fein raffeln. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken.

Den ausgequollenen Bulgur in eine Schüssel füllen, etwas abkühlen lassen und dann mit Zwiebel, Knoblauch, dem geriebenen Gemüse, Senf, Käse, Petersilie und Eiern vermischen. Mit den Semmelbröseln vermengen, so dass eine formbare Masse entsteht und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Aus dem Teig mit leicht angefeuchteten Händen kleine Pflanzerl formen. Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen und die Pflanzerl von beiden Seiten goldbraun ausbraten.

Ich habe dazu einen Joghurtdip mit Kräutern serviert und Kartoffelwegdes aus dem Ofen; das Rezept für die Wedges findet Ihr hier.

Und hier noch die Daten zum Buch:

  • Taschenbuch: 128 Seiten
  • Verlag: Verlag Eugen Ulmer (14. September 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3800102952
  • 17,90

Manakish – Libanesische Pizza mit Zucchini

Na, könnt Ihr noch? Sehr schön, dann gibt es jetzt das (vorläufig) letzte Zucchini-Rezept. Ich arbeite mich ja immer noch weiter durch das tolle Soframiz*; von dort stammt auch dieses Gebäck.

Manakish (Singular: Manoushe) ist ein belegtes Fladenbrot aus dem Libanon; man sagt gern auch libanesische Pizza. Klassisch sind Füllungen mit Za’atar, Hackfleisch oder Käse, aber wie das so ist bei Pizza – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Ähnlichkeiten mit dem türkischen Lahmacun sind übrigens nicht von der Hand zu weisen…..und klassischerweise werden die Fladen zusammen mit dem Brot für den täglichen Bedarf im öffentlichen Backofen gebacken.

Hier besteht der Belag aus geriebener Zucchini (man kann auch gut eine dieser Monster-Keulen verwenden), zwei Sorten Käse und Nüssen – das ist klasse und wird wiederholt werden.

Im Original-Rezept wird Yufka-Teig verwendet und die Manakish werden in der Pfanne gebacken. Ich habe lieber einen klassischen Hefeteig verwendet. Durch die lange kalte Gare ist er schön aromatisch.

Für 6 Manakish:

Für den Teig:

  • 50 g Kamut, frisch gemahlen (oder Hartweizengriess)
  • 325 g Dinkel 630 (oder Weizen 550)
  • 2 g frische Hefe
  • 30 g Olivenöl
  • 230 g Wasser
  • 7,5 g Salz

Für den Belag:

  • 500 g Zucchini
  • 1/2 TL Salz
  • 1 Zwiebel
  • 3 EL Olivenöl
  • 25 g Walnusskerne
  • 100 g Halloumi
  • 100 g Feta (oder Mozarella)
  • 1 EL Granatapfelmelasse
  • 1/4 TL Chiliflocken (original Maras, ich hatte Isot Pul Biber)
  • 2 EL Sesamsaat
  • eine Handvoll glatte Petersilie
  • 1 Handvoll Basilikumblätter

Für den Teig die Mehlsorten in eine Schüssel geben. Hefe dazukrümeln und die Flüssigkeit angießen. Alles grob vermischen, dann 30 min zur Autolyse stehen lassen. Jetzt das Salz zugeben und alles zu einem elastischen Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Die Schüssel luftdicht abdecken und den Teig ca. 8 h kühl stellen.

Für den Belag die Zucchini putzen und grob raspeln. In ein Sieb geben, mit dem Salz vermischen und 10 min stehen lassen, damit sie Wasser ziehen. Dann alle Flüssigkeit gut ausdrücken.

Zwiebel schälen und fein hacken. Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und Zwiebel und Zucchini darin braten, bis sie weich sind. In eine Schüssel geben und auskühlen lassen.

Walnüsse rösten, abkühlen lassen und dann im Blitzhacker mahlen. Sesamsaat rösten.

Beide Käse grob reiben. Petersilie und Basilikum zupfen. Petersilie hacken, Basilikum in Streifen schneiden.

Ofen auf 250 °C Ober- und Unterhitze (Umluft 230°) vorheizen.

Alle Zutaten für den Belag (einschließlich des restlichen Olivenöls) gründlich vermischen. Es soll eine streichfähige Masse entstehen.

Den Teig in 6 Teile teilen und auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche rund ausrollen. Auf jeden Fladen etwas von der Füllung verstreichen. Auf mit Backpapier belegte Bleche verteilen.

Die Fladen im heißen Ofen backen, bis die Ränder goldbraun und knusprig sind. Ich hatte zwei Bleche voll, die ich bei Umluft gebacken habe.

Zucchini-Gulasch in Paprikasauce

….und noch ein Zucchini-Rezept. Ich hatte es ja versprochen. Für dieses Gulasch müsst Ihr bitte junge, zarte Zucchini nehmen, sonst wird das nichts.

Ob man das nun Gulasch nennen darf, ohne eines auf die Mütze zu kriegen weiß ich auch nicht. Immerhin gab es erst neulich wieder ein Carbonara-Gate bei Nigella Lawson. Und ich habe den Titel faulerweise einfach aus der “Slowly Veggie”, in der ich das Rezept gefunden habe übernommen.

Aber egal, Namen sind ja nicht so wichtig. Jedenfalls schmeckt das Ganze. Es wird eine Sauce aus Paprikaschoten gekocht, darin landen dann die angebratenen Zucchinischeiben. So kommt man an eine herrliche Sauce.

Für 4 Personen:

  • 2 Zwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 3 gelbe Paprikaschoten
  • Olivenöl zum Braten
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 TL Kreuzkümmelpulver
  • 1/2 Bund Thymian
  • 2 EL Tomatenmark
  • 400 ml Gemüsebrühe
  • 700 g Zucchini
  • Paprika edelsüß
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 120 g Joghurt
  • 1 TL Zitronenabrieb

Zwiebeln und Knoblauch schälen und hacken. Paprika putzen und in Würfel schneiden. Thymian zupfen.

Etwas Öl in einem Topf erhitzen und Zwiebel, Knoblauch und Paprikastücke darin abraten. Dann Lorbeer, Kreuzkümmel und ca. die Hälfte des Thymians zugeben. Tomatenmark einrühren und kurz unter Rühren mitrösten. 300 ml Brühe angießen, Deckel auflegen und alles in ca. 15 min weichkochen. Dann die Lorbeerblätter herausfischen und die Sauce aufmixen.

Während die Sauce kocht, die Zucchini putzen und in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zucchinischeiben von beiden Seiten goldbraun anbraten, dann in die pürierte Sauce geben. Alles nochmal 5 min köcheln lassen, dann mit Paprika edelsüß, Salz und Pfeffer abschmecken.

Das Joghurt mit Zitronenabrieb und den restlichen Thymianblättchen verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren das Zucchini-Gulasch in Schalen schöpfen und mit etwas Joghurt servieren. Ich finde, man braucht Brot dazu  – zum Sauce auftunken.

Zucchini-Köfte mit Tomaten-Kokossauce

Machen wir doch weiter mit der Zucchini-Woche. Diese Köfte habe ich in der “Lecker” entdeckt; und mir war gleich klar, dass die hier auf dem Teller landen werden. Nicht nur, weil so gut wie jegliche Art von Bällchen hier immer gern gesehen ist, sondern auch und vor allem wegen der Sauce – Tomate und Kokos, abgeschmeckt mit Garam Masala – das ist wirklich toll. Tomate-Kokos – dieses Duo wird hier in Zukunft öfter auf dem Tisch stehen.

Die Köfte sind unkompliziert gemacht und rein zufällig vegan. Und Ihr könnt auch aus der Kontrolle geratene Monster-Zucchini dafür verwenden.

Für 4 Portionen:

  • 250 g Kartoffeln (im Rezept stehen mehlig kochende, ich hatte vorwiegend festkochende)
  • 500 g Zucchini
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle, Chiliflocken
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 Bund Koriandergrün
  • 5 EL Mehl
  • 300 g Tomaten
  • 2 cm frischer Ingwer
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 EL Garam Masala
  • 250 ml Kokosmilch
  • etwas Limettensaft
  • Sonnenblumenöl zum Braten

Die Kartoffeln in der Schale garkochen.

Die Zucchini putzen und reiben. Dann in einem Sieb mit 1 TL  Salz vermischen und 20 min Wasser ziehen lassen.

Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Koriander zupfen, Blättchen und dünne Stiele hacken.

Die Kartoffeln abgießen, schälen und grob reiben. Die Zucchini portionsweise ausdrücken und zu den Kartoffeln geben. Koriander, Frühlingszwiebeln und Mehl dazugeben, alles mit Salz, Pfeffer und Chiliflocken würzen und mit den Händen gut vermischen. Aus der Masse 16 längliche Bällchen formen.

Für die Sauce die Tomaten würfeln. Den Ingwer schälen und reiben. Etwas Sonnenblumenöl in einem Topf erhitzen. Tomaten, Ingwer und Lorbeerblatt zugeben und alles einige Minuten anschwitzen. Garam Masala und Kokosmilch zugeben und die Sauce noch ein paar Minuten köcheln lassen. Dann das Lorbeerblatt herausnehmen, die Sauce mixen und mit Limettensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.

Während die Sauce köchelt, etwas Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die Zucchini-Köfte darin von allen Seiten goldbraun ausbraten.

Die Köfte auf der Sauce anrichten und servieren. Wir haben Basmati-Reis dazu gegessen.

Zucchini auf polnische Art

Zucchini-Rezepte kann man nie genug haben, oder? Die Schwemme naht ja schließlich. Ich habe zwar keine im Garten. Nachdem vor zwei Jahren die gefräßigen Nacktschnecken über Nacht meinen Bestand an Zucchini-Babys über Nacht vernichtet haben bin ich nachhaltig schockiert und baue keine mehr an. Muss ich auch nicht  –   die Schwemme kommt dann in der Saison halt aus der Abo-Kiste. Und deshalb habe ich beschlossen, diese Woche ein kleines Special zu präsentieren – es gibt eine Zucchini-Woche. Es sollte für jeden etwas Passendes dabei sein :).

Polnische Art – diese Zubereitungsart kannte ich vom Hörensagen für Blumenkohl. Mit im Spiel sind, je nach Version, Brösel, Ei und Zitrone. Komischerweise hat mich das nie sonderlich gereizt. Aber als ich auf der Suche nach Inspiration bei Rose Elliot* blätterte, sprang mich die Zubereitung sofort an. Möglicherweise könnte es an der verwendeten Bechamelsauce liegen – ich liebe Bechamel. Und dann ist hier noch Zitrone im Spiel – damit kriegt man mich immer.

Ergebnis? Daumen hoch. Diese Zubereitung gibt es bestimmt mal wieder. Ich könnte mir das Ganze doch glatt auch zu Blumenkohl vorstellen. Oder zu Spargel. Was fällt Euch noch ein?

Ich habe es ein wenig anders gemacht als im Original. Da werden die Zucchini einfach mit Bechamel und Bröselmasse bedeckt. Ich habe das Ganze noch in den Backofen geschoben und zusammen erhitzt; ich bilde mir ein, dass sich so die Aromen besser verbinden.

Für 4 Personen:

  • 700 g Zucchini
  • 125 g Butter
  • 1 gehäufter EL Mehl
  • 275 ml Milch
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 125 g  Semmelbrösel (ich hatte Panko)
  • 6 Eier, hartgekocht
  • 1/2 Bund glatte Petersilie
  • Abrieb von 1/2 Bio-Zitrone

Von den Zucchini die Enden abschneiden, dann die Zucchini in lange Scheiben von ca. 5 mm Dicke schneiden.

Den Backofen auf 220°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Ca. 40 g  Butter in einer Pfanne erhitzen und die Zucchini darin portionsweise von beiden Seiten goldbraun braten. Den Boden einer passenden Auflaufform mit den Zucchinischeiben auslegen.

Weitere 40 g Butter einem Topf schmelzen lassen. Das Mehl mit dem Schneebesen einrühren und ein wenig anrösten, es soll aber hell bleiben. Dann in ganz dünnem Strahl unter dauerndem Rühren die Milch angießen. Unter Rühren zum Kochen bringen, dann ca. 10 min köcheln lassen, bis die Sauce andickt und der mehlige Geschmack verschwunden ist. Mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft würzen und über die Zucchini verteilen.

Nun die restliche Butter in einer Pfanne erhitzen. Die Semmelbrösel unter Rühren anbraten. Petersilie zupfen und hacken, dann kurz mit den Semmelbröseln braten. Eier schälen und hacken und ebenfalls zur Bröselmasse geben. Zitronenschale zugeben und alles mit Salz und Pfeffer würzen. Bröselmasse über die Bechamelsauce geben.

Das Ganze im heißen Ofen ca. 15 min backen, bis die Sauce an den Rändern zu blubbern beginnt.

 

Grüne Minestrone mit Erbsenleaves

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Die Erbsenleaves sind meine Lieblinge unter den Microgreens. Sie sehen so hübsch aus. Und sie schmecken nach frischen, jungen Erbsen – mild-würzig und ein wenig süß. Die Blätter sind schön zart, die Stängel knackig. Ich habe neuerdings  immer wieder mal ein Töpfchen davon auf der Fensterbank stehen.

Verarbeitet habe ich die Leaves in einer frühlingshaft grünen Minestrone. Gegessen an einem trüben Tag – da tut das Grün doppelt gut! Ich habe die Zutaten etwas variiert, weil manche Gemüse einfach noch keine Saison hatten. Manuela Rüthers Originalrezept* sieht grünen Spargel, Zucchini, dicke Bohnen und Erbsen vor. Ich habe grüne Bohnen verwendet, Zucchini und Erbsen. Von den Erbsen doppelt so viel wie vorgesehen, weil ich ja keine dicken Bohnen hatte.

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Für 4 Personen:

  • 150 g kleine Nudeln (original: Orecchiette Pugliese, ich hatte Risoni)
  • 6 grüne Stangenbohnen
  • 2 kleine Zucchini
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 Schalotte
  • 3 EL Olivenöl
  • 1, 2 l Gemüsebrühe
  • 300 g Erbsen
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 3-4 EL Erbsen-Leaves
  • 1/2 Bio-Zitrone

Für die Pasta einen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Pasta darin nach Packungsanweisung al dente kochen. Abgießen und abtropfen lassen.

Bohnen putzen und schräg in Stücke schneiden. Zucchini in Würfel schneiden. Knoblauch und Schalotte schälen und würfeln.

Die Erbsen-Leaves mit einer Schere abschneiden und mit 1 EL Olivenöl, etwas Zitronenabrieb  und -Saft marinieren.

Das restliche Olivenöl in einem Topf erhitzen. Knoblauch, Schalotten und die Bohnenstücke darin andünsten. Gemüsebrühe angießen und alles bedeckt ca. 10 min bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Zucchini und Erbsen zugeben und alles weitere 5 min köcheln. Zuletzt die Pasta in die Suppe geben und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Suppe in Teller oder Schalen verteilen und mit den  marinierten Erbsen-Leaves garnieren.

Meatball-Erdnusscurry mit Pfifferlingen

meatballs mit erdnuss

Auf besonderen Wunsch schiebe ich noch ein Rezept aus “Sichuan-Pfeffer meets Sauerkraut”hinterher, nämlich dieses hier. Es passt ja gerade toll in die Jahreszeit.

Und abgesehen davon ist es eines der vielen Geniestreiche aus dem Buch: rote Currypaste und Kokosmilch sind klassisch, aber wer hätte gedacht, dass Pfifferlinge da gut dazu passen? Und Erdnussbutter für zusätzliche Cremigkeit und eine nussige Note.

Das Original-Rezept ist mit Kürbis. Ich hatte noch Zucchini, als ich es gekocht habe und habe die verwendet.

Für 4 Personen:

  • 200 g Pifferlinge
  • 300 g Hokkaido-Kürbis (ich hatte Zucchini)

Fleischbällchen:

  • 500 g gemischtes Hackfleisch
  • 1 Bund Thai-Basilikum
  • 2 Schalotten
  • 3 EL Semmelbrösel
  • 1 Ei
  • 1 EL Rapsöl
  • 2 EL Fischsauce
  • 1,5 TL Salz
  • Pfeffer aus der Mühle

Erdnuss-Currysauce:

  • 2 EL Rapsöl
  • 2 TL rote Currypaste
  • 0,5 EL Rohrohrzucker
  • 100 ml Kokosmilch
  • 1 EL Erdnussbutter
  • 6 Kaffir-Limettenblätter
  • 2 Stangen Zitronengras

Zum Garnieren:

  • 50 geröstete Erdnüsse (ungesalzen)
  • etwas Koriandergrün

Für die Fleischbällchen  Thai-Basilikum zupfen und fein hacken, Schalotten schälen und ebenfalls fein hacken. Das Hackfleisch in eine große Schüssel geben. Alle anderen Zutaten dazugeben, alles gut vermengen und dann mit den Händen ca. 4 cm große Fleischbällchen rollen. Klößchen auf einen großen Teller legen und im Kühlschrank aufbewahren.

Pfifferlinge gründlich putzen. Wenn man Kürbis verwendet, diesen aufschneiden, die Kerne entfernen und das Fruchtfleisch in ca. 3×3 cm große Würfel schneiden. Die Würfel über kochendem Wasser 4-5 min dämpfen. Wenn man Zucchini verwendet, reicht es, sie einfach zu würfeln.

2 EL Öl in einem Wok erhitzen.  Currypaste anrösten, bis sie duftet. Zucker zufügen und karamellisieren lassen. Dann mit Kokosmilch ablöschen. Kaffir-Limettenblätter zugeben. Das Zitronengras längs halbieren und ebenfalls zugeben. Alles bei starker Hitze aufkochen, dann die Erdnussbutter zugeben, die Hitze verringern und das Erdnussmus unter Rühren auflösen.

Die Fleischbällchen in die Sauce geben und 8 min bei mittlerer Hitze kochen. Nach der Hälfte der Kochzeit Pfifferlinge und Zucchini zugeben; die vorgegaren Kürbiswürfel dagegen erst am Schluss.

Kaffirlimettenblätter und Zitronengras entfernen. Die Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren mit Erdnüssen und Koriandergrün garnieren.

 

Spinat-Pici mit Zucchini und Tomaten

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Pici rollen macht Spaß! In diesem Falle sogar besonders viel – die grüne Farbe macht richtig Laune, finde ich.

Pici kennt Ihr, oder nicht? Das sind relativ dicke, handgerollte Nudeln aus der Toskana. Das Rollen mit der Hand sorgt für einen ganz besonderen Biss. Handgerollt mag aufwändig klingen, aber es geht  gut von der Hand. Und man kann ganz viele Helfer einspannen. Das Tolle an Pici ist nämlich, das jede Nudel anders aussieht. Echte Individualisten. Meine liebste Variante sind übrigens die Pici, die innen hohl sind. Dazu werden sie einfach um einen Schaschlickspieß gerollt.

Gut, heute gibt es aber die gefüllte Variante. Die quietschgrüne Farbe darf der Spinat beisteuern – das ist die einzige Flüssigkeit, die an den Teig kommt. Das sieht doch klasse aus, oder?

Sind die Nudeln erst mal gerollt, steht dieses Pastagericht aus “Genial gesund“* auch schon fast auf dem Tisch. Es müssen nur noch kurz Gemüse und Pasta gegart und alles in der Pfanne zusammengeführt werden.

spinat-pici

Für 4 Portionen:

  • 200 g Babyspinat
  • 300 g Mehl Type 00 (oder 405)
  • Olivenöl
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 1/2 TL Chiliflocken
  • 200 g Zucchini
  • 320 Kirschtomaten
  • 50 g Walnüsse (original: Pinienkerne)
  • 1/2 Töpfchen Basilikum
  • 50 g Parmesan
  • natives Olivenöl extra zum Servieren

Zunächst zum Teig: dafür den Spinat mit dem Mehl im Mixer pürieren. Das geht im Großen und Ganzen von selbst; ich habe den Spinat in den Mixer gegeben und das Mehl oben drauf. Anfangs muss man ein wenig mit dem Spatel nachhelfen, aber schon nach kurzer Zeit entsteht ein Teig. Er sollte nicht kleben und in etwa die Konsistenz von Knetmasse haben. Wenn nötig, noch etwas Mehl zugeben. Zum Formen der Pici ca. 2 cm große Teigbällchen abnehmen und auf der Arbeitsfläche zu langen grünen Würstchen rollen. Pici auf einem sauberen, bemehlten Küchenhandtuch zwischenlagern.

Knoblauch schälen und in feine Scheiben schneiden. Zuchini der Länge nach vierteln und in feine Scheiben schneiden, Kirschtomaten halbieren. Walnusskerne grob hacken. Parmesan reiben.

Einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Pici hineingeben. Frisch gerollte Pici benötigen etwa 5 min Garzeit. Nach ca. 4 min immer wieder mal probieren, damit sie am Ende auch al dente sind.

In einer großen Pfanne 2 EL Olivenöl erhitzen. Knoblauch und Chiliflocken hineingeben, Zucchini und Tomaten zufügen und alles ca. 5 min garen, dann Walnüsse zugeben und eine Kelle Nudelwasser angießen.

Pici abgießen und unter das Gemüse mengen. Basilikum zupfen; die großen Blätter in Streifen schneiden, die kleinen beiseite legen. Basilikum-Streifen mit einem Großteil des geriebenen Parmesans unter die Pasta heben.

Pasta auf Teller verteilen und mit restlichem Parmesan und Basilikumblättchen anrichten.