Zhou (Congee) – und Reis im Mittelpunkt

Reis esse ich für mein Leben gerne. Nur gut muss er sein, nicht das Zeug vom Onkel aus der Werbung. Zur Zeit essen wir noch mehr Reis als sonst. Nicht ganz unschuldig daran ist die Tomatenblüte. Die hat nämlich vor einiger Zeit ihren liebsten Sushi-Reis mit uns geteilt, und das hat bei mir zu einer Einkaufsorgie bei Reishunger geführt. Kurz nach meinem motivierten Einkauf traf hier auch noch ein Probierpaket ein.

Im Paket waren waren: Jasmin-Reis, Risotto-Reis (Carnaroli), Pusa-Basmati, Milchreis (Arborio), Roter Reis, Schwarzer Reis und ein Päckchen Bio-Convenience-Risotto mit Paprika. So viel Reis….. Alle Reissorten sind  von höchster Qualität und wunderbar in Geschmack und Kochverhalten. Mich hat der Jasminreis besonders beeindruckt. Den mag ich nämlich eigentlich nicht. Ich kenne ihn als ein etwas überaromatisiertes Produkt, das beim Kochen relativ klebrig wird. Aber dieser hier hatte ein schönes Aroma und eine angenehme Konsistenz. Nur zu dem Convenience-Risotto, zu dem sag ich jetzt mal nichts…..

Der Basmati wanderte in den spacigen Reiskocher und wurde zu persischem Reis mit Kruste. Das ist meine allerliebste Art Reis zu essen. Der Risotto-Reis wurde zu Risotto-Küchlein mit Speck und gegrillten Tomaten. Der Milchreis wurde zu…..Milchreis, wie originell. Der Rote und der Schwarze glänzten zusammen mit einem Restchen Basmati in diesem wunderbaren Reissalat, den ich neulich hier bei der Turbohausfrau gesehen und dann doch etwas anders gemacht habe. Das Päckchen Jasminreis war das größte, und um den geht es in diesem Rezept.

Zhou, also Reissuppe, ist ein urchinesisches Frühstücksgericht. Echtes Comfort-Food. Besonders im Süden Chinas kommt man ohne diese Suppe nicht aus. Vor einigen Jahren war meine chinesische Freundin bei uns zu Besuch, nachdem sie vorher mit ihrer Familie eine längere Europa-Reise unternommen hatte. Kaum angekommen, stand sie in der Küche mit einer lebenswichtigen Frage: “Hast Du Reis? Wir müssen Suppe kochen; die Kinder halten es nicht mehr aus.” Natürlich hatte ich Reis….

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Zhou ist in der einfachsten Version eine Suppe, in der wenig Reis in viel Wasser so lange gekocht wird, bis sich alles zu einer einheitlichen, seidigen Masse verbunden hat. (Man könnte jetzt Reisschleim sagen, aber das klingt ja gar nicht schön). So pur isst man das allerdings nur, wenn es einem gar nicht gut geht. 🙂 Normalerweise wird die Suppe noch garniert ….fermentierter Tofu bietet sich an oder eingesalzenes oder gebratenes Gemüse. Für eine üppigere Version kann man auch Brühe, am besten Hühnerbrühe, zum Kochen nehmen. Hier ist meine Lieblingsversion, die mit getrockeneten Shiitake und ein wenig Hühnchen daherkommt.

Für 4 Personen:

  • 150 gr. Duftreis
  • 1/2 Tl Salz
  • 2 TL neutrales Pflanzenöl
  • 1 Hühnerbrust
  • 1 Scheibchen Ingwer
  • etwas Sojasauce
  • 6 getrocknete Shiitake-Pilze
  • Pfeffer aus der Mühle
  • etwas Sesamöl
  • Frühlingszwiebelröllchen zum Anrichten

Den Reis gründlich waschen und abtropfen lassen. Mit Salz und Öl mischen und ca. 30 min ziehen lassen.

In einem großen Topf ca. 2,5 l Wasser aufkochen. Den Reis zugeben, alles zum Kochen bringen, den Deckel halb aufklegen und die Suppe ca. 1 1/2 h auf kleiner Flamme köcheln lassen.

Inzwischen die Shiitake mit kochendem Wasser übergießen und 30 min einweichen. Dann die Stiele entfernen und die Hütchen klein schneiden.

Die Hühnchenbrust in feine Scheibchen schneiden. Ingwer fein reiben und die Hühnchenbrustreifen in etwas Ingwer und Sojasauce marinieren.

5 min vor Ende der Kochzeit Shiitake und Hühnchen zur Suppe geben und mitköcheln lassen.

Zum Anrichten mit Frühlingszwiebelröllchen bestreuen, mit Sesamöl beträufeln und mit Pfeffer übermahlen.

Vielen Dank an Reishunger für das schöne Päckchen!

Rezept adaptiert aus: Fuchsia Dunlop, Every Grain of Rice

Schalgham Bata – Rundkornreis mit Kohlrabi

bagari mit rundkornreis

“In the morning, they woke up to the distant bleating of sheep and the high-pitched toot of a flute as Gul Daman’s shepherds led their flock to graze on the grassy hillside. Mariam and Nana milked the goats, fed the hens, and collected eggs. They made bread together. Nana showed her how to knead dough, how to kindle the tandoor and slap the flattend dough onto the its inner walls. Nana tought her to sew too, and to cook rice and all the different toppings: shalqam stew with turnip, spinach sabzi, cauliflower with ginger.”

Khaleed Hosseini, A Thousand Splendid Suns

Shermin vom Magischen Kessel hatte die Idee zu einem wunderbaren Blogevent: Ihr Lesehunger verbindet Literatur und Kochen. Mir ist dazu spontan Khaleed Hosseinis wunderbares Buch “Tausend strahlende Sonnen” eingefallen. Ich lese viel zu gern und zu viel um mich auf ein Lieblingsbuch festlegen zu können, aber wenn man mich danach fragen würde, steht dieses Buch recht weit oben auf meiner Bestenliste. Dabei hatte ich es ursprünglich in einem Buchladen am Londoner Flughafen nur gekauft, um meine restlichen Britischen Pfund loszuwerden 🙂 .

Das Buch erzählt sehr eindringlich über ein Frauenleben in Afghanistan: Mariam wird nach dem Selbstmord ihrer Mutter mit 15 aus der isolierten Provinz nach Kabul geschickt und mit dem 30 Jahre älteren, gewalttätigen Schuster Rasheed verheiratet.  Als Jahre später die Familie einer Nachbarin bei einem Bombenangriff getötet wird, muss die Nachbarin Raheeds Zweitfrau werden. Die beiden Frauen freunden sich an und wehren sich gemeinsam gegen den brutalen Rasheed. Gemeinsam überleben sie auch die Herrschaft der Taliban.

Die Geschichte ist mitreissend – und gekocht wird auch; als selbstverständlicher Teil des Alltags. Es gibt Szenen wie den nervenaufreibenden ersten Gang der jungen Mariam zum Gemeinschaftsbackofen in der großen Stadt. Ihr Mann läßt sich anfangs gerne von ihr bekochen. Später dann benutzt er ihre Küchenpflichten als weiteres Instrument der Unterdrückung: nichts, was sie ihm vorsetzt, kann ihn zufriedenstellen. Die oben zitierte Passage stammt vom Anfang des Buches: Hier bringt die Mutter Mariam die notwendigen Haushalts-Basics bei.

Das Rezept wird im Original mit Kohlrüben zubereitet. Ich habe sie durch Kohlrabi ersetzt. Sollte sich jemand über die fröhliche gelbe Farbe meines Reises wundern – das Kurkuma ist mir etwas ausgerutscht 🙂 .

Für den Reis:

  • 2 El neutrales Öl
  • 1 Zwiebel
  • 250 gr. Rundkornreis
  • 2-3 El Butter
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 1/2 TL Kurkuma

Für den Kohlrabi:

  • 2 Kohlrabi
  • 1 Zwiebel
  • 2 EL Butter
  • 1 EL Gewürzmischung für Reis
  • 1/2 TL gemahlener Ingwer
  • optional: Chilifäden zum Dekorieren

Gewürzmischung:

  • 1 EL Kreuzkümmel
  • 1 EL Korianderkörner
  • 10 Kapseln grüner Kardamom
  • 2 TL Nelken
  • 2 TL Kümmel
  • 2 TL schwarze Pfefferkörner
  • 2 Stangen Zimt
  • 4 Lorbeerblätter

Zunächst für die Gewürzmischung alle Zutaten vermischen und  im Mörser oder einer sauberen Kaffeeemaschine fein vermahlen. In einem luftdichten Behälter hält die Mischung sich einige Wochen.

Für den Reis zunächst die Zwiebel ganz fein hacken oder auch reiben. Den Reis waschen und abtropfen lassen. Das Öl in einem Topf, der auch in den Backofen kann, erhitzen und die Zwiebel glasig anbraten. 500 ml Wasser angießen, aufkochen lassen, mit Salz und Pfeffer würzen und den Reis zugeben. Bei milder Hitze köcheln unter gelegentlichem Rühren köcheln lassen, bis das Wasser fast ganz aufgesogen würde. Möglicherweise muß man noch etwas zusätzliches Wasser angießen. Dann den Topf in den Ofen geben und den Reis bei 150°C  ca. 30 min garen.

Inzwischen für das Bagari die Kohlrabi schälen und in mundgerechte Würfel schneiden. Zwiebel ebenfalls schälen und fein hacken. Butter in einer Pfanne erhitzen, die Zwiebel darin glasig anbraten. Dann die Kohlrabiwürfel zugeben und mitbraten. Die Gewürze zugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Etwa 150 ml Wasser angießen und alles köcheln lassen, bis die Kohlrabi gar sind.

Zum Anrichten die restliche Butter in einer kleinen Pfanne erhitzen. Den Knoblauch fein hacken. Knoblauch und Kurkuma anbraten, dann alles über den Reis geben und vermischen. Mit dem Bagari servieren.

Rezepte adaptiert aus: Afghanisch kochen; Gerichte und ihre Geschichte

Zitronencremesuppe mit Hackklösschen

Zitronencremesuppe mit Hackbällchen

Ich habe definitiv eine große Schwäche für diese griechische Sauce aus Brühe, Zitronensaft und Ei – Avgolemono. Hühnersuppe mit Avgolemono weckt in jedem Fall die Lebensgeister, ein Gemüseragout kann durch die Sauce nur gewinnen, für gefüllte Weinblätter braucht man sie sowieso, Wirsingröllchen mit Hackfleischfüllung und dieser Sauce sind ein Gedicht…..kurz gesagt, ich könnte mich reinlegen. Oft genug bin ich faziniert davon, wie ein wenig Zitrone ein relativ erdiges, bodenständiges Gericht wie zum Beispiel ein Schweineragout mit Knollensellerie in etwas sommerlich-mediterranes verwandelt.

Diesmal habe ich die Ei-Zitronenmischung für eine Suppe verwendet. Das Ergebnis ist Urlaub im Suppenteller 🙂 Und so einen Seelenwärmer kann man ja zur Zeit immer noch gut brauchen. Das Rezept ist recht einfach – die Zutatenliste ist übersichtlich, nicht wahr? Trotzdem ist die Suppe ein Knaller. Na gut….mit Zitrone und Reis kriegt man mich immer. Gebunden ist die Suppe nur leicht, da auf die große Flüssigkeitsmenge nur ein Ei verwendet wird.

Für die Klösschen:

  • 250 gr. Langkornreis
  • 500 gr. Hackfleisch vom Schwein
  • Salz, Pfeffer
  • 2 EL Petersilienblättchen, fein gehackt

Für die Suppe:

  • 75 gr. Langkornreis
  • 1 Ei
  • Saft von ca. 1 1/2 Zitronen
  • Salz, Pfeffer
  • etwas gehackte Petersilie

Zuerst die Klösschen vorbereiten: dazu das Hackfleisch mit dem ungekochten Reis und der Petersilie verkneten, alles mit Salz und Pfeffer herzhaft abschmecken und kleine, etwa walnussgroße Bällchen daraus rollen.

Für die Suppe 2 Liter Wasser zum Kochen bringen, dann salzen, die Klösschen hineingeben und ca. 15 min bei niedriger Hitze garziehen lassen. Wenn sich an der Oberfläche Schaum bildet, diesen mit einem Schaumlöffel entfernen.

Dann den Reis in die Brühe geben und ca. 15 min mitgaren lassen.  Wenn der Reis gar ist, den Topf von der Herdplatte nehmen. Das Ei trennen. Eiweiß und Eigelb getrennt voneinander mit einer Gabel schaumig schlagen. Dann beide wieder zusammen in ein Schüsselchen geben und nochmal schaumig schlagen. Den Zitronensaft einrühren. Dann etwas von der Suppe unterrühren, dabei emsig weiterschlagen. Nun die Eiermischung vorsichtig in die Suppe rühren. Die Suppe darf nicht mehr kochen, sonst gerinnt alles.

Zum Servieren die Suppe mit den Klösschen auf Teller verteilen und mit etwas Petersilie bestreuen.

Rezpet adaptiert aus: Elissavet Patrikiou: Echt griechisch!

Risotto mit Spargel und Rucola-Pesto

Risotto mit Spargel und Rucola-Pesto

Es ist grün….

Als ich am Wochenende vom Einkaufen wiederkam  und meine Beute auspackte, musste ich lachen. Ich hatte tatsächlich nahezu nur grüne Gemüse gekauft: Zucchini, Okra, grüner Spargel, Petersilie, Avocado, Rucola……scheinbar gab es da gewisse Entzugserscheinungen 🙂

Das Risotto stand schon länger auf dem Plan, für den Fall, dass es endlich Spargel gibt. Ich habe danach gelechzt. Ich gebe zu: es ist noch ein bißchen früh. Aber es ging nicht mehr anders; ich mußte endlich Spargel haben.

Risotto könnte ich ohnehin ständig essen; Spargel, wenn die Zeit ist, auch – also ist die Kombination auch schon mal was für mich. Der ohnehin schon recht kräftige grüne Spargel kriegt durch das Rucola-Pesto nochmal einen würzigeren Dreh – und mit der Farbe wird es endlich Frühling!

Für 4 Portionen:

  • 250 gr. Risotto-Reis
  • 1 Bund grüner Spargel
  • 1 Schalotte
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 100 gr. Rucola
  • 50 ml Olivenöl + 2 EL
  • 50 ml trockener Weißwein
  • 50 gr. Pinienkerne
  • 750 ml Gemüsebrühe
  • ein Stich Butter
  • etwas frisch geriebener Parmesan, Salz, Pfeffer aus der Mühle

Zunächst für das Pesto den Rucola waschen und trockenschleudern. Dann mit 50 ml Olivenöl, Pinienkernen und Knoblauch im Mixer pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Spargel waschen und die unteren holzigen Enden abschneiden. Stangen in ca. 2 cm lange Stücke schneiden. In einem Topf Salzwasser erhitzen und die Spargelstückchen darin 5 min blanchieren.  Die Gemüsebrühe erhitzen.

Die Schalotte schälen und fein hacken. In einem Topf die 2 EL Olivenöl erhitzen und die Schalotte glasig anbraten. Den Reis zugeben und unter Rühren glasig braten. Mit Weißwein ablöschen und unter Rühren einkochen lassen. Nun schöpflöffelweise die heiße Gemüsebrühe zugeben und jeweils unter Rühren einkochen lassen. So weiter verfahren, bis der Reis außen weich ist und innen noch einen leicht bissfesten Kern hat.

Kurz vor Ende der Garzeit die Spargelstücke und das Rucola-Pesto unterrühren.

Zum Fertigstellen etwas Butter und frisch geriebenen Parmesan unterrühren und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Rezept adaptiert aus: Saveurs 2/2013

Pastasotto mit Shiitake und grünen Sojabohnen

pastasotto mit shiitake und sojabohnen

Eigentlich hätte es ja ein Risotto werden sollen. Mein Gedächtnis sagte mir, dass im Vorratsschrank eine Packung Risotto-Reis auf mich wartet. Nun, die Packung entpuppte sich als kläglicher Rest – keinesfalls ausreichend für eine Mahlzeit. Aber kleine Nüdelchen in verschiedensten Varianten, die gab es zuhauf. Gut. Also kein Risotto – dann eben Pastasotto.  Und zwar  eines mit Shiitake und Edamame – Superfood-Pastasotto eben 😉 !

Edamame landen reflexmässig in meinem Einkaufskorb, wenn ich im Asia-Shop bin. Edamame sind Sojabohnen, die noch unreif geerntet werden. In Japan sind sie, kurz gegart und mit Salz bestreut, ein beliebter Snack – und bei mir auch. Ich mag den nussigen Geschmack sehr gerne. In den letzten Jahren haben die knackigen Böhnchen sich einen Ruf als ultragesundes Superfood erworben: sie glänzen mit Proteinen, Ballaststoffen und Mineralien. Getrockneter Shiitake zählt sowiesozu meinen überlebenswichtigen Küchenzutaten. Er sorgt nicht nur für das nötige umami, sondern ist – genau – ein Superlebensmittel, dem in der Traditionellen Chinesischen Medizin ein hoher Stellenwert eingeräumt wird. Ich kaufe allerdings beide Sachen wegen des Geschmacks – der Rest ist eine nette Dreingabe 😉

Ich habe übrigens keine Ahnung, wie die Pasta heißt, die ich verwendet habe. Kleine Kügelchen aus dem griechischen Lebensmittelladen in einer rein griechisch beschrifteten Packung sind es.

Für 4 Personen:

  • 10 getrocknete Shiitake-Pilze
  • 160 gr. grüne Sojabohnen; TK
  • 1 L  Gemüsebrühe
  • 1 EL Zitronensaft
  • 3 EL Butter
  • 1 Zwiebel
  • 220 gr. kleine Nudeln wie Risoni -oder was man so hat 😉
  •  Pfeffer aus der Mühle
  • 50 gr. Parmesan
  • gehackte Petersilie zum Anrichten

Shiitake mit 250 ml kochendem Wasser übergießen und 20 min einweichen. Abgießen, das Wasser aber aufheben. Die Pilze von den harten Stielen befreien und die Hütchen in Streifen schneiden.

Die Sojabohnen in kochendem Wasser kurz blanchieren (vorher Auftauen ist nicht nötig), dann abgießen und beiseite stellen.

Brühe und Pilz-Einweichwasser in einem Topf erhitzen und am köcheln halten.

Butter ein einem Topf zerlassen. Die Zwiebel darin glasig anschwitzen, dann die Pasta zugeben und rühren, bis die  Nudeln gleichmässig mit Fett überzogen sind. Die Pilze zugeben.

Jetzt von der Brühe einen Schöpflöffel voll angießen und rühren, bis die Pasta die Flüssigkeit aufgenommen hat. So weiter Brühe zugeben, bis die Pasta al dente ist und alles eine schöne cremige Konsistenz hat. Gegen Ende der Kochzeit die Sojabohnen vorsichtig unterheben.

Zum Servieren mit Zitronensaft und Pfeffer abschmecken, den Parmesan einrühren, nötigenfalls nachsalzen.

Maqluba

makloubeEs geht  noch ein bißchen weiter mit der Ottolenghi-Rallye.

Maqluba ist ein palästinensisches Gericht. “Maqluba” heißt im Grunde “auf den Kopf gestellt”, und genau das passiert. Gemüse, in der Urversion Blumenkohl, wird zusammen mit Hühnchen und Reis in einem Topf gegart. Zum Servieren wird der Inhalt des Topfes auf eine Servierplatte gestürzt, so dass man eine Art großen, salzigen Kuchen erhält. Das Rezept in “Jerusalem” zu finden, ließ mich erfreut durch die Küche hoppeln. Ich mal  habe vor vielen Jahren nämlich mal Maqluba vorgesetzt bekommen und fand es gigantisch. Ab und zu habe ich mal versucht, es selbst machen, aber das Ergebnis war nie so, wie ich dieses Essen in Erinnerung hatte. Also jetzt eine neue Version zum testen. Und diesmal war ich tatsächlich zufrieden. So muss das schmecken!

Das Rezept ergibt eine ordentliche Portion für mindestens 4 hungrige Esser:

  • 2 Auberginen (es waren tatsächlich welche in meiner Abokiste; nicht grade saisonal 😉 )
  • 320 gr. Basmatireis
  • insgesamt 800 gr. Hühnerschenkel
  • 1 große Zwiebel
  • 10 Pfefferkörner
  • 2 Lorbeerblätter
  • Sonnenblumenöl
  • 1 Brokkoli (Original: Blumenkohl)
  • etwas Butter zum Ausfetten der Pfanne
  • 3-4 Tomaten (bei mir eine Handvoll Datteltomaten)
  • 4 große Zehen Knoblauch
  • 1 TL Kurkuma (beim Tippen fällt mir auf…..hab ich glatt vergessen…)
  • 1 TL Zimtpulver
  • 1 TL gemahlener Piment
  • 1 TL Baharat
  • Salz

Erst mal Baharat zum Selbermischen: 1 TL Pfefferkörner, 1 TL Koriandersaat, 1 kleine Stange Zimt, in grobe Stücke gebrochen, 1/2 TL Nelken, 1/2 gemahlener Piment, 2 TL Kreuzkümmelsamen, 1 TL Kardamomkapseln und 1/2 Muskatnuss, frisch gerieben zu einem feinen Pulver mahlen. Ich habe für solche Fälle eine Kaffeemühle im Einsatz; Geduldigere als ich nehmen einen Mörser

Auberginen in Scheiben schneiden, mit Salz bestreuen und 20 min stehen lassen.

Reis waschen und in reichlich Salzwasser mindestens 30 min einweichen.

Jetzt kommt meine Lieblingsbeschäftigung 😉 : Hühnchenschenkel entbeinen. Das Hühnchenfleisch in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze anbraten, bis es goldbraun ist, wenn nötig, ein bißchen Sonnenblumenöl zugeben. Zwiebel längs in Spalten schneiden und zusammen mit Pfeffer, Lorbeerblättern und 900 ml Wasser zum Hühnchen geben. Zum Kochen bringen und 20 min kochen lassen. Dann das Hühnchen herausnehmen, die Brühe durch ein Sieb geben und aufbewahren.

Während das Hühnchen kocht, in einer großen Pfanne reichlich Sonnenblumenöl erhitzen. Brokkoli (oder Blumenkohl) portionsweise braun ausbraten. Auberginen trockentupfen und ebenfalls ausbraten.

Das Öl aus der Pfanne gießen. Pfanne säubern. Eine beschichtete Pfanne man einfach mit etwas Butter auspinseln, wenn die Pfanne nicht beschichtet ist, sollte sie sicherheitshalber erst mit Backpapier ausgelegt werden.

Zunächst die Tomaten in Scheiben schneiden und den Boden damit auslegen; die Scheiben sollen überlappen. Darüber kommen die Auberginenscheiben, dann der Brokkoli (Blumenkohl), schließlich die Hühnchen-Stücke. Jetzt den Reis abgießen, und mit ihm als oberste Schicht die anderen Zutaten abdecken. Knoblauch grob hacken und darüber verteilen. Von der Hühnerbrühe ca. 700 ml abmessen und alle Gewürze hineinrühren, außerdem 1 TL Salz. Die Brühe über den Reis gießen, den Reis dann etwas festdrücken, um sicherzustellen, dass er mit Brühe bedeckt ist. Jetzt den Herd auf mittlere Hitze stellen und die Maqluba zum Köcheln bringen. Wenn alles simmert, die Hitze auf niedrig stellen und einen Deckel auf die Pfanne tun. Ca. 30 min köcheln lassen, den Deckel nicht lupfen; der Reis soll im Dampf garen. Dann den Topf vom Feuer nehmen, ein sauberes Küchenhandtuch zwischen Pfanne und Deckel legen, Deckel wieder auflegen und alles nochmal 10 min ruhen lassen. Wenn alles fertig ist, Deckel abnehmen, eine ausreichend große Servierplatte auf die Pfanne legen, alles stürzen. Die Pfanne sicherheitshalber noch ein paar Minuten auf der Platte lassen, dann vorsichtig abheben. Und: Guten Appetit! Dazu passt Joghurt mit Gurke oder ein Salat mit Gurke und Tomate.

kuerbissuppe mit zaatar croutons

Kürbissuppe mit Reis und Za’atar-Croutons

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Wie war das nochmal mit der Kürbisschwemme?  Die war bisher ganz gemäßigt. In den letzten Jahren hatte meine Mutter immer eine Gartenkürbis-Factory auf ihrem Kompost. Ja, genau, die riesigen, wässrigen Monster-Kürbisse. Jedes Jahr haben wir einen gekriegt. Der Letzte war so gross, dass sie ihn nicht tragen konnte – das Monstrum musste über den Rasen gerollt werden. Soweit ich  mich erinnern kann, habe ich 270 verschiedene Gerichte aus dem Ding gekocht und zusätzlich die halbe Nachbarschaft mit Kürbisfleisch versorgt. (Die haben sich gefreut – zumindest sind sie bisher nicht umgezogen…) Dieses Jahr dachte ich, ich komme davon, weil meine Mutter den Kürbisanbau aufgegeben hat. Dachte ich – bis Töchterchen M. beim Nachbarn um die Ecke das Schild entdeckte und die Kiste mit den dicken Gartenkürbissen: “Bio-Kürbisse 3 €”. Ein Halloween-Kürbisgesicht schwebte ihr vor. Mit Kerze innen drin. Na gut, aber was machen wir mit dem restlichen Kürbis? “Bitte, Mama, ich mag Kürbissuppe.” Oha – ein mutiges Wort von einer entschiedenen Gemüsehasserin. Der Kürbis wanderte zu uns, die 3 Euro wanderten in den Briefkasten des Nachbarn, und hier ist nun also die Suppe:

Für 4 Liebhaber von Kürbissuppe:

  • etwa 1 kg Kürbis
  • 2 mittlere Zwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 1 TL gemahlener Zimt
  • 1 TL Curry (Rezept zum Selbermachen hier)
  • 1 scharfe Chilischote
  • 1 l gute Gemüsebrühe
  • 175 gr. Rundkornreis

Für die Croutons:

  • 1-2 Scheiben Brot vom Vortag, in Würfel geschnitten
  • 1 1/2 TL Za’atar
  • Salz, Pfeffer, Öl zum Braten

Za’atar zählt zu meinen Lieblings-Gewürzmischungen: getrockneten Thymian und Sumach 1:1 mischen, Salz und Sesamkörner nach Gusto zufügen – oder die Mischung im orientalischen Lebensmittelhandel kaufen.

Den Kürbis schälen, das Fruchtfleisch würfeln. Zwiebeln und Knoblauch schälen und grob hacken. Chili ebenfalls grob hacken; feinfühligere Naturen entfernen die Kerne….

In einem grossen Topf die Zwiebeln und den Knoblauch im Öl anbraten; restliche Gewürze und Chili zugeben, kurz anschwitzen. Dann das Kürbisfleisch zugeben, alles kurz durchrühren, Brühe und die Hälfte des Reises zugeben, alles aufkochen und auf kleiner Flamme köcheln lassen.

Den restlichen Reis in Wasser gar kochen, dann abtropfen lassen.

Wenn der Kürbis gar ist, den Topf vom Feuer nehmen und die Suppe mit dem Stabmixer pürieren. Den gegarten, abgetropfen Reis in die Suppe geben und alles warm halten.

Für die Croutons in einer Pfanne etwas Öl erhitzen und das gewürfelte Brot darin schwenken. Za’atar zugeben, alles durchschwenken und die Suppe mit den Croutons servieren.

Rezept modifiziert aus: Sally Butcher; Veggistan

risotto mit roter bete

Mädchenrisotto: Risotto mit Roter Bete und Gorgonzola

Ich bin ein Kohlehydrate-Junkie. Ein Tag ohne Brot, Kartoffeln, Reis oder Nudeln? Wie soll das gehen? Im Umkehrschluß kann ich jeden Tag Kartoffeln, Nudeln oder Reis essen. Risotto gehört also auch zu meinen Favoriten. Nicht nur, weil ich Kohlehydrate brauche, sondern auch weil der Reis eine neutrale Grundlage bietet und man so bei der Zubereitung seiner Fantasie freien Lauf lassen kann.

Diesmal hatte ich Rote Bete im Haus, und die sollte zur Abwechslung mal  im Risotto landen.  Niki Segnit bescheinigt der knallfarbenen Wurzel ja einen “Hauch von Geräteschuppen”, aber ich muss doch sehr bitten. Rote Bete schmecken erdig, nach dem Garen etwas süß – und die Farbgebung ist ausgeprochen poppig. Gorgonzola als leicht scharfe, salzige Note passt dazu, finde ich.

Für 2 Personen:

  • 300 gr. kleine Rote Bete
  • 1 kleine Zwiebel, fein gehackt
  • etwas neutrales Pflanzenöl
  • 250 gr. Arborio-Reis
  • 2 EL Zitronensaft
  • 1 l gute Gemüsebrühe
  • 100 gr. Gorgonzola
  • reichlich Pfeffer aus der Mühle

Zuerst garen wir die Rote Bete. Ich bilde mir ein, dass Rote Bete in Alufolie mit Backofen gegart am besten schmeckt, weil sich so die Aromen konzentrieren (Fluchtmöglichkeiten komplett ausgeschlossen:-)). Dazu den Backofen auf 180°C vorheizen. Die Rote Bete unter fließendem Wasser gründlich abbürsten, abtrocknen, einzeln in Alufolie wickeln, auf ein Backblech legen und im heißen Ofen je nach Größe ca. 45-60 min backen, bis sie weich und durchgegart sind. Ihr könnt die Knollen aber auch in den Schnellkochtopf geben (ich bin sicher, dass meine Mutter das so machen würde) oder in einem Topf mit Salzwasser kochen.

Die abgekühlten Rote Bete schälen und in kleine Würfelchen schneiden.

Die Zwiebel schälen und fein hacken.

Die Gemüsebrühe erhitzen und leicht am simmern halten.

Jetzt die Zwiebel in einem Topf mit dem Öl glasig dünsten, dann den Reis zugeben und ebenfalls glasig dünsten.

Mit Zitronensaft ablöschen, kurz durchrühren und dann den ersten Schöpflöffel Brühe zugeben. Unter Rühren die restliche Brühe schöpflöffelweise zugeben, den nächsten Schöpflöffel immer erst, wenn der Reis den vorherigen komplett absorbiert hat. So weiter verfahren, bis der Reis weich ist, aber in der Mitte noch einen bissfesten Kern hat.

Jetzt den Gorgonzola darüberkrümeln und kurz unterrühren. Mit reichlich schwarzem Pfeffer würzen, und sofern das nötig ist, auch mit etwas Salz.

Schon fertig!

Rezeptquelle: eigene Idee