Feijão mit Arroz | Scharfe Wachtelbohnen mit brasilianischem Reis

Nach Brasilien führt uns die kulinarische Weltreise diesen Monat – spannend. Das erste, was mir zum Thema einfällt, sind tatsächlich Bohnen und Fleisch, von letzterem viel. Perfekt vereint ist das alles ja im Nationalgericht Feijoada – ein Eintopf mit schwarzen Bohnen und reichlich Fleisch und Wurst. Ich muss immer ein bisschen kichern, wenn ich davon höre: vor vielen Jahren war ich recht aktiv bei amnesty international und hatte irgendwann die Aufgabe, neue Mitglieder zu schulen. Eine davon kam aus Brasilien und sie hat sich riesig gefreut, als nach einer längeren Reise ihr Bruder aus Brasilien zu Besuch kam. Zur Feier des Tages und gegen das Heimweh gab es, natürlich, Feijoada. Leider hat sich der Bruder nicht gefreut, er war eher entsetzt. Jeder, den er auf seiner langen Reise besucht hat, setzte ihm das Nationalgericht vor, der arme Kerl konnte das einfach nicht mehr sehen.

Und ich mache heute auch etwas anderes. Bohnen gibt es, aber das Feijão ist nicht so üppig wie der bekanntere Eintopf. Das sind einfach gegarte Wachtelbohnen, die mit Speck, Zwiebel, Knoblauch und etwas Tomate geschmort werden. Es ist ein Gericht, das in Brasilien oft auf den Tisch kommt, sowohl zuhause als auch als Streetfood. Wir fanden die Kombination genial – das Gericht kommt ins Repertoire. Scharfe Bohnen, so heißt es. Wir essen hier unterschiedlich gerne scharf, deshalb habe ich mich am Original-Rezept aus dem brasilianischen Kochbuch von Vania Ihle Ribeiro orientiert und jeder hat sich am Ende selbst die gewünschte Menge Chili auf die Bohnen gegeben.

Die Bohnen werden im Schnellkochtopf gegart; und genau so habe ich das gemacht, das spart viel Zeit und Energie. Wer keinen Schnellkochtopf hat, weicht die Bohnen über Nacht ein und verlängert die Garzeit entsprechend.

Zu den Bohnen gibt es Reis, auch der ist ein Grundnahrungsmittel. Der Reis wird mit Zwiebel und Knoblauch gekocht; das erinnert etwas an Pilaw, und eine einfache, aber kluge Garmethode sorgt dafür, dass er schön löcker wird.

Für jeweils 4 Personen:

Feijão:

Zutaten:

  • 250 g getrocknete Wachtelbohnen
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 150 g Bacon
  • 2 EL Sonnenblumenöl
  • 1 EL Tomatenmark
  • 2 Lorbeerblätter
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • frische Chilischoten oder Chiliflocken nach Geschmack

Arbeitsschritte:

Die Bohnen verlesen, kurz waschen und dann im Schnellkochtopf mit 1 l Wasser in ca. 30 min weichkochen. Gleich abdampfen, dann abgießen und das Kochwasser auffangen.

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. Bacon in Streifen schneiden.

Öl in einem Topf erhitzen und den Bacon anbraten, dann Zwiebel und Knoblauch zugeben und mitbraten. Bohnen, Lorbeerblätter und Tomatenmark zugeben, alles mit Salz und Pfeffer würzen und gut vermischen. So viel von der Kochflüssigkeit zugeben, dass die Bohnen knapp bedeckt sind und alles 30 min bei milder Hitze köcheln lassen.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken, auf Teller verteilen und Chili und Reis dazu reichen.

Arroz:

Zutaten:

  • 1 Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 3 EL Sonnenblumenöl
  • 250 g Jasminreis
  • Salz

Arbeitsschritte:

Reis in eine Schüssel geben und waschen, bis das Wasser klar bleibt. Dann in ein feinmaschiges Sieb geben und gut abtropfen lassen.

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. Das Öl in einem Topf erhitzen und Zwiebel und Knoblauch darin anbraten, dann den Reis zugeben und unter Rühren mitrösten, bis er vom Öl überzogen ist. Salzen, 480 ml heißes Wasser angießen und einen Deckel so auflegen, dass am Rand noch eine kleine Öffnung bleibt.

Bei ganz milder Hitze 18 min garen. Dann den Deckel in ein Geschirrtuch wickeln, wieder auf den Topf setzen und den Reis so 10 min ruhen lassen; so wird der Reis schön locker.

Reis zu den Bohnen servieren.

Ich sehe mit Schrecken, dass ich nur ein weiteres brasilianisches Rezept auf dem Blog habe – und zwar diesen Stockfisch. Gut, dass es Inspiration von den Mitreisenden gibt; die Liste wird wie immer im Laufe des Monats ergänzt schaut mal:

Regina von bistroglobal mit Moqueca Wilma von Pane-Bistecca mit Bolinho de Aipim da Aguida Britta von Brittas Kochbuch mit Moqueca de Camarão – Garnelen und Fisch im Kokosmilch Britta von Brittas Kochbuch mit Caipirinha-Sorbet Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Quadradinhos de Maracuja – Maracuja-Quadrate Wilma von Pane-Bistecca mit Jeijoada – Brasilianischer Bohneneintopf Simone von zimtkringel mit Camarão com Amendoins – Garnelen mit Erdnüssen Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Marinierte Hähnchen-Oberschenkel mit Bananen-Farofa Wilma von Pane-Bistecca mit Quibebe – Brasilianisches Kuerbis Gericht Kathrina von Küchentraum & Purzelbaum mit Brasilianische Kürbissuppe Wilma von Pane-Bistecca mit Brasilianisches Huehner Curry Sonja von fluffig & hart mit Bolo de Fubá – brasilianischer Maiskuchen Michael von SalzigSüssLecker mit Feijoada – Brasiliens Lieblingseintopf Petra aka Cascabel von Chili und Ciabatta mit Arrumadinho de linguiça Dirk von low-n-slow mit Bolo de fubá, Maiskuchen-Samba Jenny von Jenny is baking mit Brasilianische Schokotorte mit Brigadeiro Volker von volkermampft mit Brasilianischer Fischeintopf – Moqueca Baiana Volker von volkermampft mit Rezept für Brasilianische Käsebällchen – Pao De Queijo
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19 Kommentare

  1. Tochter Kathi hat ja 2002 ein Austauschjahr in Brasilien verbracht und wir waren im Jahr darauf zusammen nochmal 4 Wochen dort. (Schwarze) Bohnen und Reis gab es bei ihrer Familie jeden Tag (auch z.B. zu Lasagne) – ansonsten war ein Essen einfach nicht komplett! Die Bohnen wurden immer im Schnellkochtopf gemacht. Und für die Schärfe stand etwas Molho di Pimenta auf dem Tisch, brasilianisches Essen ist an sich selten scharf. Also alles richtig gemacht 🙂

  2. Bohnen und Reis mag ich unglaublich gerne, muss aber immer gegen die Mit-Esser ankämpfen. Die meckern erst dagegen an, verputzen – oh Wunder – dann aber doch alles. Das nächste Mal versuche ich dein Rezept und winke vorher mit dem Bacon. Ich bin fast überzeugt, dass der das Gemecker verstummen läßt.

  3. Klingt nach einem perfekten Alltagsrezept – mit überschaubarem Aufwand zu machen und lecker zu verputzen am Montag, ebenso wie am Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag. Und erst recht am Freitag.

  4. Hallo Susanne,

    einfach und lecker hört sich super an. Werde es zwar mit einweichen versuchen müssen da ich keinen Schnellkochtopf habe, aber das macht ja auch keine Arbeit.

    Gruß Volker

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