Langsam geschmorte Kartoffeln Rajastani-Art

Kartoffeln gehen hier immer. Man könnte es auch umgekehrt formulieren – ohne Kartoffeln geht hier nichts.

Vor fast 18 Jahren lag ich nach einer … ereignisreichen Notkaiserschnitt-Früh-Geburt etwas länger im Krankenhaus, und in den letzten Tagen teilte ich mir das Zimmer mit einer Frau, die da schon etwas Übung hatte. Einkaufen? War keine Frage für sie: “Ich habe Kartoffeln da, da fällt mir immer was ein”. Habe ich damals nicht so ganz verstanden, aber inzwischen schon.

Kartoffeln sind hier nicht nur “Sättigungsbeilage”, sondern das Lebensmittel für alles. Also ganz oft auch die Hauptsache. So wie hier. Die Kartoffeln werden in einer mit Kichererbsenmehl angedickten Joghurtsauce gegart und mit etwas Chili, Ingwer und Kreuzkümmel aromatisiert. Roopa Gulati*, von der das Rezept stammt, erzählt, dass in Rajastan gerne in Joghurt gegart wird, damit man nicht an die Wasservorräte gehen muss. Ob das so hinhaut, weiß ich auch nicht – für die Herstellung von Joghurt braucht es ja auch Wasser – aber jedenfalls ist das ein geniales Gericht – cremig, schmelzend, würzig, mit fein-säuerlicher Joghurt-Note.

Edit: Ich habe mich doof ausgedrückt. Ich meinte natürlich, dass man für die Herstellung von Joghurt insofern Wasser benötigt, als die Kuh, von der Milch stammt, eben Wasser trinkt, insofern bin ich nicht sicher, ob die Verwendung von Joghurt tatsächlich Wasser spart. So 😉.

Es werden die milden, langen hellgrünen türkischen Chilis verwendet. Wenn Ihr die nicht bekommt, würde ich eine Thai-Chili nehmen, die gibt es in jedem Supermarkt, und etwas grüne Paprika.

Man kann etwas Fladenbrot dazu servieren oder ein Dal – aber mir reicht das so.

Für 4 Portionen:
 

Zutaten: 

  • 30 g Koriandergrün, frisch gehackt
  • 350 g Joghurt
  • 1 EL Kichererbsenmehl
  • 3/4 TL Kreuzkümmelsaat, geröstet
  • 50 g Ghee
  • 1 Zwiebel
  • 20 g Ingwer
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 50 g türkische Chilis
  • 200 ml heißes Wasser
  • 600 g Kartoffeln
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Arbeitsschritte:

Zwiebel und Knoblauch schälen und in dünne Scheiben schneiden. Ingwer ebenfalls schälen und in streichholzdünne Streifen schneiden. Chilis putzen und in dicke Scheiben schneiden. Kartoffeln und  schälen und in mundgerechte Würfel schneiden.   Ofen auf 170°C vorheizen.   Koriandergrün, Joghurt, Kichererbsenmehl und Kreuzkümmel im Blitzhacker zu einer Paste mixen.   Ghee in einem ofenfesten Topf erhitzen. Zwiebel, Ingwer, Knoblauch und Chilis darin in ca. 10 min bei mittlerer Hitze braten, bis sie weich sind.   Joghurtmischung und heißes Wasser zugeben und alles unter Rühren zum Kochen bringen. Die Kartoffeln zugeben, salzen, Deckel auflegen und den Topf für 1,5 h in den Ofen schieben, bis die Sauce eingedickt ist und die Kartoffeln gegart sind.

11 Kommentare

  1. Kartoffeln könnte ich täglich essen, auch gerne als Pellkartoffeln mit etwas Butter und Salz.
    Meine bessere Hälfte akzeptiert Kartoffeln nur, wenn sie in viel Sauce zermatscht werden können oder gebraten bzw. frittiert – dann aber gerne und viel.
    Seit er nun fast 7 Monate zu Hause ist, habe ich extremen Einfachnurkartoffelentzug!

    Liebe Grüße
    Britta

    • Das freut mich, viel Spaß mit dem Rezept :-).
      Ja, ich weiß, aber die Kühe trinken doch Wasser, also, irgendwie ist doch Wasser vonnöten, auch für Joghurt.

  2. Oft sind Kartoffeln auch für mich Hauptgericht, vielseitig wie sie sind.
    Darf ich richtigstellen? Joghurt braucht für seine Herstellung kein Wasser (die Tiere für die Milchproduktion natürlich schon).
    Die Verwendung von Joghurt zum Kochen «haut» auf jeden Fall hin, wenn – wie in nah-und fernöstlichen Ländern gebräuchlich – Curd/Dahi gebraucht wird, welches im Vergleich zu unserem Joghurt eher kochfest ist.

    • Ja, ich weiß doch dass man zur Joghurtherstellung kein Wasser braucht, Aber die Milch kommt doch von der Kuh, und die Kuh trinkt Wasser, und deshalb habe ich um die Ecke gedacht und mich gefragt, ob das wirklich Wasser spart ;-).

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