Dovga – Joghurtsuppe mit Fleischbällchen

joghurt-suppe

Nicht jeder mag Suppe. Ich schon….im Grunde könnte ich immer Suppe essen.

Diese aromenreiche Suppe hier ist besonders  in Asserbaidschan und auch im nördlichen Iran beliebt. Es ist so ziemlich alles drin, was schmeckt, satt und glücklich macht: eine cremige, frische Basis aus Joghurt und Brühe, ordentlich Grünzeug, Reis und Kichererbsen für die Sättigung  – und dann auch noch Fleischbällchen. Schmeckt frisch und leicht und sättigt trotzdem.

Wenn es so heiß ist wie jetzt gerade, kann man die Suppe auch gut gekühlt servieren. Allerdings wirkt die Suppe auch dann erfrischend, wenn sie heiß auf den Tisch kommt: das ist dem Joghurt zu verdanken, die leichte Säure tut einfach gut und weckt die Lebensgeister. Am besten nehmt Ihr ein stichfestes, sahniges, cremiges Joghurt, dann wird die Dovga um so sämiger. Ich habe so ein Joghurt immer im Kühlschrank, wenn die Gefahr besteht, dass der Vorrat zur Neige geht, mache ich ganz schnell neues. Aber natürlich schmeckt die Suppe auch mit gekauftem Joghurt, zum Beispiel dem besonders sahnigen griechischen.

Ihr habt es bemerkt: die Suppe ist mein Beitrag zum Joghurt-Event auf dem Kochtopf, da wandert sie nun hin.

Für 4 Personen:

  • 250 gr. Rinderhack oder Lammhack
  • 1 kleine Zwiebel
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 l stichfestes griechisches Joghurt
  • 1 EL Mehl
  • 1 l Hühnerbrühe
  • 25 gr. Basmati-Reis
  • 100 gr. Spinat
  • 50 gr. gegarte Kichererbsen
  • einige Stängel glatte Petersilie
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • ein paar Zweige Dill

Die Zwiebel schälen und fein hacken. Von den Kräutern die Blätter abzupfen und diese fein hacken. Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden. Reis waschen und in einem Sieb abtropfen lassen. Spinat kurz in kochendem Wasser blanchieren, die Flüssigkeit ausdrücken und dann den Spinat fein hacken.

In einer Schüssel Hackfleisch mit Zwiebeln, Salz und Pfeffer mischen und gut durchkneten, bis man eine homogene Masse erhält. Dann zu walnussgroßen Bällchen drehen.

Das Mehl mit etwas Brühe verrühren. Joghurt in einen großen Topf geben, die Mehlpaste unterrühren. Die restliche Brühe zugeben und rühren, bis alles gut vermengt ist, dann mit Salz und Pfeffer würzen.

Fleischbällchen und Reis zugeben. Alles bei schwacher Hitze ca. 15 min simmern lassen, dabei oft und vorsichtig umrühren. Es ist wichtig, dass die Hitze recht niedrig ist und dass man immer wieder rührt, sonst flockt das Joghurt aus.

Jetzt den Spinat und die Kichererbsen zugeben und alles nochmal 10 min simmern lassen.

Petersilie, Dill und Frühlingszwiebeln zugeben. Alles nochmals kurz erwärmen, dann mit Salz und Pfeffer abschmecken und gleich servieren.

Rezept adaptiert aus: Arto der Haroutunian; the Yoghurt Cookbook*

Zucchini-Falafel mit Kreuzkümmel nach Silvena Rowe

Falafel mit Zucchini

Diese Falafel waren eines der ersten Rezepte aus dem “Orient Express”, das ich ausprobiert habe.

Ich gebe zu, ich war mißtrauisch, als ich das Rezept las. Falafel liebe ich ja. Und wie man hier sehen kann, mache ich sie öfer mal. Aber aus Kichererbsenmehl statt aus eingeweichten Kichererbsen? Ob das gut geht?

Nun es ging gut. Sehr gut sogar. Man muss für diese Falafel keine Kichererbsen einweichen und durch den Fleischwolf drehen oder im Mixer bearbeiten; kann sich also diese Leckerei auch mal spontan gönnen. Die Falafel sind außen knusprig, innen saftig und haben ein schönes Kreuzkümmel-Aroma. Die zusätzlich in den Teig gegebenen Kichererbsen sorgen für etwas mehr Biss.

Mein Sohn, der Falafel liebt, aber Gemüse eher für gesundheitsschädlich hält, hat mit Begeisterung eine ordentliche Portion vertilgt – die Zucchini sind ihm glatt durch die Lappen gegangen beim begeisterten Futtern.

  • 4 EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 2 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1/4 TL gemahlener Piment
  • 220 ml Milch
  • 100 gr. Kichererbsenmehl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 3-4 kleinen Zucchini
  • 3 EL Kichererbsen aus der Dose, abgetropft
  • 3 EL Zitronensaft
  • neutrales Öl zum Fritieren

1 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebel, Kreuzkümmel und Piment andünsten, bis die Zwiebel glasig ist. Beiseite stellen und abkühlen lassen.

In einem mittelgroßen Topf die Milch zum Kochen bringen, dann das Kichererbsenmehl nach und nach einrühren, dabei ständig rühren, damit sich keine Klümpchen bilden. Das restliche Olivenöl einrühren und alles salzen und pfeffern. Unter ständigem Rühren ca. 8 min köcheln lassen. Die Masse wird sich dann vom Topfboden lösen und einen Klumpen bilden. Den Teig dann abkühlen lassen.

In der Zwischenzeit die Zucchini fein reiben und alle Flüssigkeit gut ausdrücken. Zwiebel, Zucchini, Kichererbsen-Teig, Kichererbsen und Zitronensaft zu einem Teig verkneten und alles mit Salz und Pfeffer kräftig würzen. Aus dem Teig kleine Bällchen formen, diese auf ein mit Frischhaltefolie belegtes Backblech geben und einige Stunden im Kühlschrank ruhen lassen. In dieser Zeit gewinnt die doch recht weiche Masse an Festigkeit.

Zum Fritieren das Öl in einem weiten Topf erhitzen. Es sollte so viel Öl sein, dass die Falafel darin schwimmen können. Falafel portionsweise in ca. 3-4 min goldbraun fritieren.  Nach dem Herausheben auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Rezept aus: Silvena Rowe, Orient Express

Kichererbseneintopf mit Garnelen

kichererbsensuppe mit garnelen

Das ist eines dieser Gerichte, bei dem mit einfachen Zutaten etwas Tolles entsteht.

Ich bin mir zwar etwas unschlüssig, wie ich das Ganze denn nun nennen soll, denn für einen Eintopf ist es eigentlich zu wenig stückig – und für eine Suppe zu dickflüssig. Im Original heißt es einfach Kichererbsen mit Garnelen – keine schlechte Lösung 😉 .

Wie auch immer man es tauft – dieses Essen kommt rustikal und elegant zugleich daher. Salbei, Rosarin und Knoblauch sorgen für eine mediterranes Gefühl. Trotzdem hat das ganze eine deftige Note und ist ein schönes Essen für die kühlen, trüben Tage, wie wir sie leider gerade wieder haben.

Ganz wichtig finde ich, die Portionen mit einem senfartigen Blattgemüse anzurichten, das gibt der Suppe etwas Schärfe und haucht ihr erst richtig Leben ein. Im Original wird Rucola genommen. Ich habe erfreut festgestellt, dass die Brunnenkresse in meinem Kräutertopf sich fröhlich ausbreitet und habe diese verwendet.

  • 300 gr. getrocknete Kichererbsen, über Nacht in kaltem Wasser eingeweicht
  • 1 Lorbeerblatt
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 1 Zweig Salbei
  • 3 El Olivenöl
  • 400 gr. Garnelen, geschält
  • 1 EL Rosmarinnadeln, gehackt
  • 1 Dose gehackte Tomaten
  • 2 ordentliche Prisen Chili
  • eine große Handvoll Brunnenkresseblättchen oder Rucola

Zunächst die Kichererbsen abgießen, dann mit einer geschälten ganzen Knoblauchzehe, dem Salbei und dem Lorbeerblatt in einen großen Topf geben, mit reichlich Wasser bedecken und zum Kochen bringen. Die Kichererbsen in ca. 50 min weich kochen, dabei entstehenden Schaum immer wieder abschöpfen. Ihr braucht reichlich Wasser im Topf, denn am Ende wird ein Großteil der Kichererbsen mit ca. 750 ml Kochwasser püriert. Gegen Ende der Kochzeit Salz zufügen. Wenn die Kichererbsen gar sind, diese abgießen, das Kochwasser aber zurückbehalten. Ca 1 Tasse (250 ml) Kichererbsen zurückbehalten, den Rest mit 750 ml Kochwasser pürieren.

Restlichen Knoblauch schälen und fein hacken. 2 EL Olivenöl in einem großen Topf erhitzen. Knoblauch darin kurz andünsten, dann Tomaten und Chili zugeben. Mit Salz und Pfeffer würzen und alles kurz einkochen lassen. Dann das Kichererbsenpüree zugeben und alles nochmals ca. 5 min köcheln lassen, damit sich die Geschmäcker verbinden können. Wenn der Eintopf zu sehr eindickt, noch etwas Wasser zugeben.

Inzwischen in einer großen Pfanne das restliche Olivenöl erhitzen. Garnelen und Rosmarin zugeben und auf jeder Seite nur kurz braten, bis die Garnelen außen goldfarben und innen noch saftig sind. Mit etwas Salz und Pfeffer würzen.  Vom Feuer nehmen und warmstellen.

Zum Anrichten die Suppe auf Teller verteilen.  Auf jeden Teller einige Garnelen und ganze Kichererbsen geben und mit Brunnenkresse oder Rucola dekorieren.

Rezept adaptiert aus: Tessa Kiros; Limoncello and Linen Water

Vorschlag für’s Silvesterbuffett: Falafel

falafelFritieren gehört nicht gerade zu meine Lieblingsbeschäftigungen. Da ich aber eine Schwäche für Falafel habe, mußte ich wohl mal wieder ran an einen Topf mit heißem Öl. Diesmal wollte ich die Falafel nach Ottolenghis Rezept aus “Jerusalem”* zubereiten. Ehrlich gesagt, waren meine Erwartungen nicht all zu hoch. Ich meine, ich kenne Falafel. Ich habe sie schon oft gemacht, und schlecht waren sie niemals nicht 🙂 . Diesmal wurden meine Erwartungen allerdings übertroffen. Diese Falafel waren gedacht für ein Fest mit unseren Nachbarn, aber beinahe wären sie bis dahin nicht gekommen, so sehr war ich am Probieren. Ein Knüller! Was ich nicht verputzt habe, mußte ich vor meinem Sohn retten. Und die Erfolgsgeschichte ging weiter – meine Nachbarn haben, wie geplant 😉 , alles andere links liegen lassen und drängelten sich um die Kichererbsenbällchen. Wenn Ihr also noch ein Mitbringsel für ein Sylvesterbuffet braucht – hier ist es. Aber macht besser die doppelte Menge. Das nämlich werde ich morgen tun.

Als Fingerfood schmecken die Falafel mit einem einfachen Tahini-Dip. Ich könnte mir aber  gut vorstellen, das Ganze mit etwas Salat und Sauce in ein Fladenbrot zu stopfen und sonst überhaupt nix anderes mehr zu essen.

Ich wünsche Euch einen fröhlichen Sylvesterabend und ein wunderschönes, glückliches und gesundes 2013!

  • 250 gr. getrocknete Kichererbsen
  • 1 Knoblauchzehe
  • 1 kleine Zwiebel
  • einige Blättchen Petersilie und Koriander
  • 1/4 TL Cayennepfeffer
  • 1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1/2 TL gemahlener Koriander
  • 1/4 TL gemahlener Kardamom
  • 1/2 TL Backpulver
  • 1 1/2 EL Mehl
  • Salz
  • Sesamsaat zum Wälzen
  • ca. 750 ml Sonnenblumenöl zum Fritieren

Für den Dip:

  • 150 gr. Tahin
  • 120 ml Wasser
  • 2 EL Zitronensaft
  • 1 Zehe Knoblauch, gerieben oder zerdrückt
  • Salz nach Geschmack

Zunächst die Kichererbsen über Nacht in reichlich Wasser einweichen.

Am nächsten Tag die Kicherebsenn abgießen. Zwiebel, Knoblauch und Kräuter grob hacken und alles zusammen mit den Kichererbsen in einen Mixer geben. Mixen, bis alles fein gehackt ist. Je nach Kapazität des Mixers ist es eine gute Idee, portionsweise vorzugehen.

Wenn die Masse zusammenhält, Gewürze, 3/4 TL Salz, Mehl, Backpulver und  3 EL Wasser zugeben und alles nochmal kurz durchmixen.

Die Masse mindestens 1 h kühl stellen, damit sie durchzieht und etwas fester wird.

Inzwischen für den Dip zunächst das Tahin im Glas gründlich durchrühren. Dann die Paste in eine Schüssel geben,  mit den restlichen Zutaten gründlich vermischenund mit Salz abschmecken. Die Sauce hat die Tendenz, einzudicken, also nötigenfalls noch etwas zusätzliches Wasser einrühren.

Wenn die Falafel fritiert werden sollen, mit nassen Händen je ca. 1 El der Masse zu einem Bällchen formen. Dabei ruhig etwas zusammendrücken, damit alles zusammenhält.

In einem großen Topf reichlich Öl zum Fritieren erhitzen. Die Bällchen mit etwas Sesam bestreuen und portionsweise im heißen Öl je ca. 4 min knusprig fritieren. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und mit dem Dip servieren.

Süßkartoffelküchlein mit Kichererbsen-Relish

süßkartoffelplätzchenIndische Kartoffelküchlein wollte ich schon seit langer Zeit mal kochen, also los. Das Rezept ist von der Hübschen mit dem Schuhtick*, die nebenbei auch noch richtig gut kochen kann. Eine Rezension zum Buch gibt es bei Valentinas Kochbuch.

Ich hole mir gerne Anregungen in dem Buch, die indisch-englische Mischung gefällt mir. Diesmal fiel meine Wahl auf die Süßkartoffelküchlein, und ich wurde nicht enttäuscht. Ich bin keine allzu große Anhängerin von Süßkartoffeln, aber in diesen Küchlein machen Sie sich gut. Allerdings habe ich die Küchlein auch nur zum Teil mit Süßkartoffeln gemacht. In Verbindung mit den nussigen Kichererbsen und der Säure der Tamarinde haben die Küchlein richtig Spaß gemacht.

  • 2 Süßkartoffeln
  • 2 mehlig kochende Kartoffeln; im Original nur Süßkartoffeln
  • 1 Stück Ingwer
  • 1 Zwiebel
  • 2 grüne Chilies
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1 TL gemahlener Koriander
  • ein paar Blättchen Koriandergrün
  • 50 gr. Semmelbrösel
  • 1 EL Kichererbsenmehl
  • Saft einer halben Limette
  • Neutrales Pflanzenöl zum Braten
  • Joghurt zum Servieren

Für das Kichererbsen-Relish:

  • 100 gr. trockene Kichererbsen, oder 1 Dose gekochte
  • 1 Zwiebel
  • Salz
  • 1/2 TL Kreuzkümmelsaat
  • Samen von 2 grünen Kardamomkapseln, gemörsert
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 1 El Tomatenmark
  • 2 TL Tamarindenpaste (Frau Bhogal empfiehlt 3 EL; ganz bestimmt ist ihrre Paste viiiiel dünner als meine – oder sie mag es extrem sauer)
  • 50 ml Wasser
  • ein paar Stängel Koriandergrün
  • 1 Stange Zimt, zerstoßen

Wenn Ihr wie ich, frische Kichererbsen verwendet, diese erst mal über Nacht einweichen. Am nächsten Tag das Einweichwasser abgießen, mit frischem Wasser, einem Lorbeerblatt und einer Zimtstange in einen Topf geben und köcheln lassen, bis sie weich sind, dann abgießen und beiseite stellen. (Das ist einer der wenigen feierlichen Anläße, für die ich meine Dampfkochtopf aus dem Keller hole – damit dauert es nur 15 Minuten).

Süßkartoffeln und Kartoffeln schälen, würfeln und weich dämpfen. Knoblauch, Ingwer, Zwiebel und Chilis fein hacken und in eine Schüssel geben. Kartoffeln, Süßkartoffeln und Gewürze zugeben und alles mit einer Gabel zerdrücken. Korianderblättchen hacken und mit Semmelbröseln und Kichererbsenmehl unter die Kartoffelmasse mischen. Alles mit Salz, Pfeffer und Limettensaft würzen und zu einer homogenen Masse verarbeiten. Von der Masse etwa walnussgroße Portionen abnehmen, zu Küchlein formen und 30 min kühl stellen, damit die Masse etwas fester wird.

Inzwischen für das Relish die Zwiebel fein hacken und im Öl in einer Pfanne anschwitzen. Gewürze zugeben und etwa 2 min mit anrösten. Tomatenmark, Tamarinde und Wasser einrühren, Kichererbsen gründlich untermengen und alles 5 min köcheln lassen. Koriandergrün hacken und zum Relish geben.

Für die Küchlein in einer Pfanne etwas Öl erhitzen und die Küchlein portionsweise von beiden Seiten knusprig braun braten.

Zum Servieren mit Kichererbsen-Relish anrichten und mit einem Klecks Joghurt garnieren.

Und natürlich macht dieses Gericht mit bei Kerstins Veggi-Tag.