Isländisches Roggenbrot

Was ist denn Eure Vorstellung von Roggenbrot? Ich sehe vor meinem inneren Auge einen dunkel ausgebackenen Laib mit krachender Kruste, in Inneren eine nicht zu kleinporige Krume und alles mit einem schön ausbalancierten Sauerteig-Aroma.

In Island, wohin ja diesen Monat die kulinarische Weltreise geht, hat man da ganz andere Vorstellungen: Das Brot ist da etwas feucht, schmeckt eher süß und hat eine eher dichte Krume. An den Teig kommt Sauermilch (ich habe Buttermilch genommen) und eigentlich eine ganze Menge Zuckerrübensirup. Ich habe sehr viel weniger Süßungsmittel genommen; 200 g Sirup auf gut 350 g Mehl, wie es das Rezept von Magnus Nilsson* vorsieht, das wäre uns zu viel gewesen.

Aber Original ist das Brot sowieso nicht – denn in Island wird es in der Erdwärme gedämpft. Rund um heiße Quellen in der Nähe von Siedlungen gibt es Backplätze, und dort werden die Brote in Gruben gebacken. Bei mir musste es leider der Ofen tun….

Witzig fand ich übrigens die verschiedenen Bezeichnungen für das Brot. Am besten gefällt mir ja Ƥrumari, also “Donnerbrot” – wegen der Auswirkungen der vielen Ballaststoffe auf das Verdauungssystem. …

Isländisches Roggenbrot

Mit Natron gelockertes Brot, lange bei niedriger Temperatur gebacken

Länder & Regionen Island
Keyword Roggen
Portionen 1 Laib

Zutaten

  • 230 g Roggenvollkornmehl
  • 130 g Weizenmehl
  • 500 ml Buttermilch
  • 50 g Apfelkraut
  • 1 TL Salz
  • 1,5 TL Natron

Anleitung

  1. Eine 1,5-L-Kastenform mit Backpapier auslegen. 

  2. Alle Zutaten gründlich vermischen und in die Form geben. Die Form mit Backpapier oder Alufolie abdecken. 

  3. Die Form in den Ofen stellen und auf 90°C Ober- und Unterhitze heizen. Form für 8 Stunden im Ofen lassen. Alternativ kann man die Form auch in einen passenden Slowcooker stellen und 8 h auf "high" dort lassen.

  4. Das Brot aus der Form holen und vor dem Anschneiden ganz auskühlen lassen. 

Spannend, was die Mitreisenden an isländischen Rezepten gefunden haben; schaut mal vorbei, es lohnt sich:

Küchenlatein: Lauchgratin

Backmädchen67: Isländischer Schokoladenkuchen

Brittas Kochbuch: Roggenbrot aus der Dose

Küchenmomente: Isländischer Fernsehkuchen

Chili und Ciabatta: Gebratener Lachs auf isländischem Kartoffelpfannkuchen mit Blaubeerchutney

Brotwein: Milchreis mit Kirschen oder Zimt

Published by

15 thoughts on “Isländisches Roggenbrot

  1. Hallo Susanne,

    wir haben das auch gebacken und es war wirklich recht süß 🙂
    Die Idee mit dem Apfelkraut ist genial, gibt dem ganzen sicherlich nochmal ein bessereres Aroma.

    LG Volker

  2. Ein bisschen anders als meins aus der Dose… aber meins war auch viel zu süß.

    Generell fand ich‘s aber lecker, weil es an unser Soester Pumpernickel erinnert.

    LG
    Britta

    1. So süß hatte das bei uns keiner gegessen. Ich glaube, es gibt nicht nur einen Weißwurstäquator, sondern auch eine Sirupgrenze ;-). Meine Schwiegermutter hat immer Rübensirup an ihr Brot gemacht; ich konnte das schwer essen. Sie kommt aus Düsseldorf…

  3. Vor ein paar Monaten ein ähnliches Rezept im Slow Cooker ausprobiert und hinterher bereut. Ich fand das Brot, trotz reduzierter Sirupmenge zu süss , die Konsistenz sehr gewöhnungsbedürftig und am nächsten Tag war der Rest krümeltrocken. Definitv nicht mein Fall. 🙁

    1. Die Süße habe ich radikal reduziert; das ging dann. Krümelig wurde es am nächsten Tag auch nicht. Aber von der Textur und vom Geschmack her ist mir ein Sauerteigbrot immer noch um Längen lieber….

  4. Ja mit den putzigen Namen haben es die Isländer offenbar (siehe meinen Beitrag 😉 )…Inzwischen bin ich wirklich neugierig auf das Brot, mal schauen, wann es bei mir mal passt, aber ich höre dann mal direkt auf euch und reduziere die Süße…

    Liebe Grüße
    Tina

  5. Liebe Susanne,

    dein Rezept klingt toll, besonders die Zugabe des Apfelkrauts reizt mich, weil ich noch etwas davon im Kühlschrank habe.
    Vor Monaten habe ich mich an einem Pumpernickel versucht und bin kläglich gescheitert 😳. Aber dein Rezept gibt mir neue Hoffnung, das werde ich versuchen 👍.
    Danke und liebe Grüße,
    Silvia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.