Pfannengerührter Rosenkohl

Die Rosenkohlsaison startet ja gerade durch. Rosenkohl gehört zu den Wintergemüsen, die ich so schnell nicht satt habe, ich esse ihn die ganze Saison lang mit großem Vergnügen. Und ja, der erste Rosenkohl im Herbst  freut mich genauso wie der erste Spargel im Frühling.

Bisher gab es zur Saisoneröffnung meist erst mal eine Portion ofengerösteten Rosenkohl, aber diesmal habe ich mich anders entschieden: dieses Rezept aus Andy Rickers Pok Pok* hat mich sehr angelacht – und zwar zu Recht.

Der Rosenkohl wird kurz  bissfest blanchiert,  dann mit Knoblauch und Chilis pfannengerührt und mit einer Sauce aus Austernsauce, Fischsauce und thailändischer Sojasauce serviert. Die Röschen haben einen angenehmen Biss, schmecken etwas rauchig, leicht scharf und salzig-süß.

Super wäre natürlich, wenn man für das Rezept Thai-Rosenkohl bekommen könnte. Ich habe unseren einheimischen Rosenkohl verwendet. Die Saucenmischung adelt aber so gut wie jedes Gemüse – Brokkoli, grüne Bohnen, Blumenkohl….was Ihr wollt.

Eine Anschaffung müsst Ihr unbedingt tätigen für dieses Gericht  – Ihr braucht thailändische helle Sojasauce, die schmeckt nämlich tatsächlich komplett anders als ihre Kolleginnen aus Japan oder China.


Ergibt 2 bis 6 Portionen, je nachdem was sonst noch auf den Tisch kommt:

  • 300 g Rosenkohl
  • Salz
  • 2 EL Austernsauce
  • 1 TL Fischsauce
  • 1 TL helle thailändische Sojasauce
  • etwas frisch gemahlener Pfeffer
  • 11 g Knoblauch
  • 6 g (ca. 4) rote Thai-Chilis
  • 2 EL neutrales Öl
  • 125 ml Wasser
  • 1 TL Zucker

Rosenkohl putzen und längs halbieren. Leicht gesalzenes Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und den Rosenkohl darin blanchieren, bis er nicht mehr roh, aber noch knackig ist, ca. 30 Sekunden bis eine Minute – je nach Größe. Abgießen, kalt abbrausen  und gut abtropfen lassen.

Knoblauch schälen, längs halbieren und im Mörser zu einer Paste stampfen. Chilis in Scheiben schneiden. Austernsauce, Fischsauce und Sojasauce in einem Schälchen verquirlen und mit Pfeffer würzen.

Einen Wok bei mittlerer Temperatur erhitzen. Öl hineingeben und verteilen. Wenn es leicht zu qualmen anfängt, den Knoblauch hineingeben, den Wok von der Hitze nehmen und den Knoblauch unter Rühren kurz anbraten (15 Sekunden).

Wok wieder auf die Hitze stellen, Rosenkohl und Chilis hineingeben. Unter Rühren braten, damit der Rosenkohl das Knoblaucharoma annimmt (30 Sekunden). Saucenmischung zugeben, unter Rühren braten, bis sich alles vermischt hat. Wasser und Zucker zugeben und unter Rühren weiterbraten, bis der Rosenkohl gegart, aber noch knackig ist und die Sauce leicht angedickt ist (30 Sekunden bis 1 Minute).

Gemüse mit der Sauce auf einen Teller geben und servieren.


 

Rosenkohl-Lasagne

Rosenkohl! Liebe ich! Ich kaufe den sehr oft, so lange er Saison hat und werde seiner so schnell nicht überdrüssig. Ein Großteil des Rosenkohls landet bei mir einfach im Ofen und wird geröstet; das ist meine liebste Zubereitungsart. Herauskommt eine schöne Gemüsebeilage, oder etwas, das ich gerne als Snack knabbere. Der geröstete Rosenkohl ist dabei ziemlich gefährdet, in der Regel kann ich nicht aufhören zu knabbern.

Diesmal habe ich mich zusammengerissen und nicht genascht, denn ich wollte unbedingt diese Rosenkohl-Lasagne ausprobieren, die ich im sainsbury’s magazine gefunden habe. Das hat sich gelohnt – ein voller Erfolg. Ich bin ja alleine hier mit meiner Liebe zum Rosenkohl, und der dominiert die Lasagne wirklich. Trotzdem: auch die Rosenkohl-Skeptiker haben sich mit Begeisterung über die Lasagne hergemacht.

Ich habe – wie immer leichte Änderungen vorgenommen; das Original-Rezept steht im Link oben.


Für 4 Portionen:

  • 1 kg Rosenkohl
  • 3 EL Rapsöl
  • 1 Bund Thymian
  • 250 g frische Lasagneblätter
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 50 g Parmesan, frisch gerieben

Sauce:

  • 700 ml Milch
  • 1 kleine Zwiebel
  • 4 Gewürznelken
  • 1 Lorbeerblatt
  • 50 g Butter
  • 50 g Mehl
  • 100 g Cheddar
  • 3 EL Dijonsenf
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
Rosenkohl putzen und die Röschen vierteln.
Ofen auf 220°C vorheizen. Rosenkohl auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben, mit Öl beträufeln, salzen und pfeffern. Thymianzweige zwischen den Röschen verteilen und alles 15 bis 20 min rösten. Herausnehmen und die Temperatur auf 200°C reduzieren.
Für die Sauce die Zwiebel schälen und mit den Nelken spicken. Milch in einen Topf geben, gespickte Zwiebel und Lorbeerblatt dazu geben. Auf niedriger Hitze zum Kochen bringen, dann von der Hitze nehmen, 15 min ziehen lassen und schließlich Zwiebel und Lorbeer entfernen.

Butter in einem zweiten Topf schmelzen. Mehl zugeben und unter Rühren anrösten. Milch nach und nach unter Rühren einarbeiten. Einige Minuten köcheln lassen, bis die Sauce andickt und der mehlige Geschmack sich verliert. Mit Salz und Pfeffer würzen.

Cheddar reiben und zusammen mit dem Senf zur Sauce geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Lasagneblätter ggf. vorkochen, abtropfen lassen und auf Geschirrtüchern ausbreiten.
Zum Fertigstellen eine Schicht Rosenkohl in eine ca. 20 x 30 cm große Auflaufform geben. Mit einem Drittel der Käsesauce bedecken, dann die Hälfte der Lasagneblätter darüber geben. Die Hälfte des restlichen Rosenkohls darauf verteilen, dann das nächste Drittel der Sauce und eine zweite Lage Lasagneblätter. Restliche Sauce darauf geben, dann den restlichen Rosenkohl. Käse darüber streuen und großzügig mit Pfeffer würzen.

Im heißen Ofen 25 min backen, dann 5 bis 10 min ruhen lassen.


 

Rosenkohlpuffer

Rosenkohl? Ja, ich weiß, die hübschen Röschen haben nicht nur Fans. Ich mag den aber wirklich sehr. Ich freue mich auf das Auftauchen des ersten Rosenkohls im Herbst genau so wie auf den ersten Spargel im Frühling. Ich esse ihn die gesamte dunkle Jahreszeit (oder muss man sagen “Jahreshälfte?) hindurch. Am liebsten ofengeröstetet, aber andererseits….eigentlich kann man mit Rosenkohl unglaublich viel machen. Quesadillas zum Beispiel. Oder Soba.

Oder Puffer. Diese Idee von great british food war mir neu.  In Großbritannien hat Rosenkohl sowieso einen anderen Stellenwert; und glücklicherweise kommt man auch dort davon ab, ihn in reichlich Wasser zu weich zu garen ;-).  Und die Puffer sind  eine tolle Idee.  Warum bin ich da nicht früher drauf gekommen? Die Puffer machen etwas völlig Neues aus dem Rosenkohl und sind richtig klasse. Also, so neu, dass sogar mein Sohn eine ordentliche Portion davon verputzt hat. Ich habe einen Joghurt-Dipp mit Minze dazu serviert:

Für 4  Portionen
  • ca. 750  g Rosenkohl
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • 60 g Mehl
  • 2 Eier
  • eine Handvoll Minze
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Öl zum Braten

Dipp:

  • 250 ml Joghurt
  • Salz
  • eine Handvoll Minze
  • ein Spritzer Zitronensaft
  • 1/2 TL Chiliflocken
Rosenkohl putzen. Am Ende braucht Ihr 500 g Gemüse. Rosenkohl mit einer Mandoline, einem Messer, oder, so wie ich, in der Küchenmaschine in feine Scheiben schneiden. Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden, Minze hacken.
Rosenkohl mit Frühlingszwiebeln, Mehl, Ei, Minze und Schnittlauch vermischen und die Masse mit Salz und Pfeffer abschmecken.
Öl in einer Pfanne erhitzen und jeweils 2 EL der Masse in ca. 2 bis 3 Minuten pro Seite knusprig ausbraten.
Für den Dipp die Minze hacken. Alle Zutaten verrühren,  Dipp mit Salz abschmecken.
Puffer mit Dipp servieren.

Orecchiette, Rosenkohl, Bratwurst

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Ich musste lachen, neulich, als ich Julias Post über das Speisekammer-Detox las. ich habe nämlich so ziemlich gleichzeitig einen Blick in die Tiefkühle gewagt und dabei festgestellt: ich muss etwas unternehmen. Dringend. Die Tiefkühle ist zu voll, zwar halbwegs geordnet (manche Beutel sind sogar beschriftet 😉 ), aber so voll, dass ich zu viel wühlen muss, um etwas zu finden.

Als erstes mußten die Bratwürste daran glauben. Mein Mann bringt immer Massen davon aus seiner fränkischen Heimat mit. Die sind wirklich gut – aber so viel davon essen wir nun auch wieder mit. Ich habe also mal ein Päckchen davon zum Auftauen herausgelegt.

Was tun damit? ich war ein wenig motivationslos. In solchen Fällen blättere ich immer gerne bei Mr. Fearnley-Whittingstall*. Und fand….Pasta, Wirsing, Bratwurst. Da fiel mir der Rosenkohl im Gemüsefach wieder ein. Das passt doch. Eigentlich wollte ich auch den Nudelresten im Küchenschrank zu Leibe rücken und ein buntes Potpourri in den Topf werfen. Aber dann war ich mit Tochterherz shoppen – nichts, was ich so gern tue. Und es war so voll im Einkaufszentrum und ich hinterher so geschafft, dass ich beschlossen habe, mich beim Orecchiette-Basteln zu erholen.

Fazit? Ganz einfach und so gut. Und wenn man die Pasta nicht selbst macht, dann steht das Essen blitzartig auf dem Tisch.

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Für 4 Personen:

  • Orechiette nach diesem Rezept oder 400 g getrocknete Pasta, am besten eine kurze Form
  • 450 g Rosenkohl
  • 5 grobe, ungebrühte Bratwürste (250 g)
  • etwas Öl zum Braten
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • gehackte Petersilie zum Servieren

Wer die Orecchiette selbst macht fängt damit an und lagert sie bis zum Gebrauch auf einem leicht bemehlten Geschirrtuch.

Den Rosenkohl putzen, dann der Länge nach (also vom Stielansatz nach oben) in feine Scheiben (ca. 1mm) schneiden.

Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und die Würste darin in fünf Minuten rundherum goldbraun anbraten, dann herausnehmen und beiseite stellen.

Jetzt den Rosenkohl im Bratfett anrösten.

Die Würste in Scheiben schneiden. Wenn der Rosenkohl anfängt, weich zu werden, die Würste ebenfalls wieder in die Pfanne geben. Alles braten, bis der Rosenkohl weich und die Würste rundum appetitlich gebräunt sind, dabei hin und wieder umrühren.

Inzwischen die Pasta nach Packungsanleitung bissfest kochen. Die selbstgemachten Orecchiette  brauchen ca. 5 min.

Pasta abgießen, dabei einen Soßenlöffel voll Kochwasser aufbewahren.

Die Rosenkohlmischung mit dem Kochwasser auflockern, dann die gegarte Pasta zugeben. Alles durchmischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren auf Teller verteilen und mit Petersilie bestreuen.

 

Quesadillas mit Rosenkohl und Pecorino

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Normalerweise teile ich hier ja nur Rezepte, die 100%ig funktioniert haben. Hier gibt es eine kleine Ausnahme. Mit den Tortillas aus Jamie Olivers Weihnachtskochbuch* bin ich nicht zurecht gekommen.

Die Tortillas werden aus Quinoa gemacht, selbstgemahlen im Mixer. Das Mahlen und Teig kneten hat super funktioniert. Die Tortillas habe ich in der Tortillapresse gemacht – und leider keine einzige davon heil in die Pfanne bekommen. Glutenfrei hat dann doch seine Tücken. Ich habe mir beholfen und einen Teig aus Dinkel- und Maismehl gemacht.

blog-event-cxxvi-aus-der-pfanneWeswegen ich Euch das Rezept trotzdem vorstelle….die Füllung ist so gut. Also, wenn man  – wie ich – Rosenkohl mag. Der Rosenkohl wird ganz fein geschreddert und dann in der Pfanne mit Zwiebeln gegart, bis er karamellisiert. Zusammen mit dem Käse – himmlisch.

Und ganz nebenbei kommt das Rezept ja auch noch komplett aus der Pfanne – weswegen es teilnehmen darf an Zorras gerade laufenden  Blogevent CXXVI  – Rebekka von Pfanntastisch wünscht sich da Gerichte, die aus der Pfanne kommen. Passt 🙂

quesadillas

Für 12 Quesadilla-Dreiecke:

Tortillas:

  • 125 g Dinkel 630 (oder Weizen 550)
  • 125 g Maismehl
  • Wasser – 125 bis 150 ml
  • Prise Salz

Füllung:

  • 2 rote Zwiebeln
  • 250 g Rosenkohl
  • 25 g Butter
  • 1/2 TL Kreuzkümmelsamen
  • 1/2 TL geräuchertes Paprikapulver
  • 6 Zweige Thymian (der in meinem Kräutertopf auf der Terrasse ist immer noch fit 🙂 )
  • 1 Spritzer Limettensaft
  • 150 g Pecorino
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Zum Servieren:

  • 8 EL Joghurt
  • Sriracha oder scharfe Chilisauce

Erstmal zu den Tortillas. Dafür Mehlsorten und Salz in eine Schüssel geben. Wasser langsam angießen und alles zu einem Teig verkneten. Das Wasser nach und nach zugeben, nicht alles auf einmal. Der Teig soll fest sein und nicht nicht kleben, aber auch geschmeidig genug, um sich ausrollen zu lassen. Den Teig 30 min ruhen lassen. Dann in 4 Teile teilen. Auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche jeweils zu einem (halbwegs) runden, dünnen Fladen ausrollen.

Eine Pfanne auf den Herd stellen und erhitzen. Ich finde in dem Fall Gusseisen zweckmäßig, aber eine beschichtete Pfanne geht auch. Jeweils eine Tortilla hineingeben und auf beiden Seiten braten, bis sich braune Flecken bilden und der Fladen leicht aufgeht. Fertige Tortillas in ein Geschirrtuch einschlagen, damit sie weich bleiben.

Für die Füllung die Zwiebeln schälen. Den Rosenkohl putzen und die welken äußeren Blätter entfernen. Alles auf der feinen Scheibe der Küchenmaschine hobeln, dann zusammen mit Butter, Kreuzkümmel und Paprika in eine große Pfanne geben. Thymianblättchen dazu zupfen, dann alles 10 min bedeckt bei mittlerer Hitze garen; dabei hin und wieder umrühren. Dann den Deckel abnehmen und alles weitere 10 min garen, bis alles schön goldbraun karamellisiert ist. Mit Salz, Pfeffer und einem Spritzer Limettensaft abschmecken.

Jetzt jede Tortilla bis knapp zur Hälfte mit der Füllung belegen. Jeweils etwas Käse darüber streuen, die Tortilla zusammenklappen und vorsichtig zusammendrücken. Tortillas portionsweise in einer (beschichteten) Pfanne auf beiden Seiten braten, bis sie goldbraun sind und der Käse geschmolzen ist. Kurz abkühlen lassen, dann jede Tortilla in drei Teile schneiden.

Zum Servieren Joghurt und Chilisauce in einem Schälchen verrühren und die Quesadillas damit anrichten.

 

Soba mit Rosenkohl und Ingwersauce

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Ich bin gerade ein wenig am Kämpfen. Die Dunkelheit. Früher fand ich es gemütlich, wenn es abends, naja, eigentlich ist es eher nachmittags, so früh dunkel wird. Entnervt und sehnsüchtig nach Licht war ich erst so ab Mitte Januar. Und jetzt geht das jetzt schon los! Dauert das noch lange?

Aber das Ganze hat auch sein Gutes. Mit dem Winter kommt nämlich auch der Rosenkohl, und Rosenkohl, den liebe ich. Am liebsten ofengeröstet, aber auch in anderen Varianten. Diesmal kam er zusammen mit den ebenfalls geliebten Soba-Nudeln auf den Tisch – toll!

Das Rezept kommt aus dem derzeitigen immer-noch-Lieblingsbuch*. Das Buch hält ja Grundrezepte bereit und für jedes Rezept 4 saisonale Abwandlungen. Das sommerliche Soba-Rezept habe ich Euch hier bereits gezeigt, und jetzt ist halt der Winter dran. Das Essen steht recht rasch auf dem Tisch und macht richtig Spaß: die süß-salzige Sauce passt gut zum Rosenkohl und der Ingwer gibt einen kleinen Energiekick in dieser dunklen Zeit.

Ich habe diesmal die Buchweizen-Süßkartoffelnudeln und das Tamari von TerraSana verwendet; ich habe beides zum Ausprobieren bekommen. Ich mag es und werde nachkaufen. Aber natürlich geht das Gericht auch mit anderen Zutaten.

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Für 2 Portionen:

Sauce:

  • 3 EL Tamari (oder Sojasauce)
  • 2 EL Mirin (süßer japanischer Kochwein)
  • 2 EL Honig
  • 2 EL Granatapfelsaft
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 2 cm frischer Ingwer

Nudeln:

  • 1 EL neutrales Öl
  • 1 Schalotte
  • 250 g Rosenkohl
  • 3 EL Wasser
  • 150 g Sobanudeln
  • Sesamsaat zum Bestreuen

Ingwer und Knoblauch schälen und  fein hacken. Schalotte schälen und in dünne Ringe schneiden. Rosenkohl putzen und längs in feine Scheiben schneiden.

Alle Saucenzutaten in einem Schälchen verrühren und beiseite stellen.

Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Die Schalotte darin glasig anbraten. Den Rosenkohl zugeben, kurz mitrösten, dann das Wasser angießen. Deckel auflegen und alles dünsten, bis der Rosenkohl gerade so bissfest ist; bei mir waren das knapp 5 min. Die Sauce angießen und alles nochmals drei Minuten köcheln lassen.

Inzwischen die Soba nach Packungsanleitung bissfest kochen. Abgießen, kurz unter kaltem Wasser abspülen, dann zum Rosenkohl geben und vorsichtig untermischen.

Zum Servieren auf Schalen verteilen und mit Sesam bestreuen.

Hirschragout mit Steinpilzen, Knöpfle und ofengeröstetem Rosenkohl

hirschgulasch

Ich habe mich gefreut, als ich gelesen habe, was diesen Monat das Thema des Blogevents bei Zorra ist – Mario wünscht sich etwas mit Wild und Pilz.

Keine Frage, was ich da mache – eine schöne Gelegenheit, ein lange vergessenes Lieblingsgericht endlich mal wieder auf den Tisch zu bringen. Das ist ja so eine Sache mit Leibgerichten hier…es gibt sie, keine Frage. Aber gleichzeitig ist es auch so, dass es derartig viel Neues auszuprobieren gibt, dass die Klassiker gerne mal zu kurz kommen. Um so besser also, dass der Familienklassiker mal wieder hervorgekramt werden durfte 🙂

Das Ragout ist ein bayerisches Festtagsgericht. Wenn man das Glück hat, einen Jäger zu kennen, bekommt man gerne mal etwas Hirsch ab. Bei meinen Eltern war das alles früher etwas dörflich organisiert….der (selbstverständlich beste) Metzger am Ort war ein Klassenkamerad meiner Mutter und Jäger – da konnte man dann vorbestellen. Ich musste mich etwas mehr zur Decke strecken – aber ich habe mein Hirschfleisch bekommen 🙂

Ich finde ja, dass zu diesem Ragout auf jeden Fall Knöpfle (Spätzle sind das ja nicht, was ich produziere) serviert werden müssen. Spätzle sind für mich lang – also im Zweifel vom Brett geschabt; dafür fehlen mir die genetische Veranlagung und/oder die Geduld. Ok, Semmelknödel gingen auch. Oder Bandnudeln, das aber nur im äußersten Notfall. Die Soße wird besser aufgesogen, wenn die Beilage eine raue Oberfläche hat.

Und dann gab es dazu den ersten Rosenkohl des Winters – im Gegensatz zum traditionellen Ragout war ich da experimentierfreudig und habe ihn im Ofen geröstet. Das steht dem Rosenkohl richtig gut. Mache ich jetzt öfter.

Für 4 Personen:

Für das Hirschragout:

  • ca. 30 g getrocknete Steinpilze
  • 125 ml Wasser
  • 750 g Hirschfleisch aus der Schulter
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 EL neutrales Öl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1/2 TL gem. Koriander
  • 200 ml Rinderfond
  • 125 ml trockener Rotwein
  • 1 EL Zitronensaft
  • 1 EL Quittengelee
  • 125 ml Schlagsahne

Für die Knöpfle:

  • 250 g Spätzlemehl (oder 150 g Weizen 405/Dinkel 630 und 100 g Hartweizengries)
  • 3 Eier
  • Salz, Muskatnuss
  • Wasser
  • etwas Butter

Für den Rosenkohl:

  • 750 g Rosenkohl
  • 1 EL Sonnenblumenöl
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss
  • 1 EL Walnussöl

Wir fangen mit den Steinpilzen an: die werden im Wasser eingeweicht, und zwar mindestens eine Stunde.

Das Fleisch von Sehnen und Häute befreien,  in nicht zu kleine Würfel schneiden und trocken tupfen. Zwiebel schälen und hacken. Etwas Öl in einem Bräter erhitzen, das Fleisch darin portionsweise von allen Seiten anbräunen, dan herausnehmen und beiseite stellen.

Die Pilze abgießen, das Einweichwasser auffangen. Das Beste ist, man gießt das Wasser durch eine Kaffee- oder Teefilter ab, dann werden Sand und Erde zurückgehalten.

Die Zwiebel im Bräter glasig anschwitzen. Das Fleisch wieder zugeben, mit Salz und Koriander würzen. Rinderfond, Einweichwasser der Pilze und Rotwein angießen, alles kurz aufkochen und bei milder Hitze bedeckt ca. 45 min schmoren.

Inzwischen den SpätzleKnöpfleteig herstellen: das Mehl in eine Schüssel geben, mit Salz und Muskatnuss würzen. Die Eier zugeben und alles zu einem zu einem Teig verrühren. Dabei nach und nach etwas Wasser zugeben. Nicht zu viel – der Teig soll Blasen werfen und zäh sein. Wieviel Wasser man braucht, hängt von der verwendeten Mehlsorte ab und davon wie groß die Eier sind. Teig zum Ruhen beseite stellen.

Für den Rosenkohl den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Den Rosenkohl waschen. Den Stielansatz wegschneiden, die äußeren welken Blätter entfernen, die Röschen der Länge nach halbieren und in eine Schüssel geben. Halbierte Röschen mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss würzen und mit 1 EL Sonnenblumenöl vermengen. Auf das Blech geben und im heißen Ofen ca. 20 min rösten. Dann in eine Schüssel geben und mit dem Walnussöl vermischen.

Nun sollte das Fleisch schon einige Schmorzeit hinter sich haben und die Pilze kommen zusammen mit dem Zitronensaft in den Topf. Deckel drauf und noh 15 min weiterköcheln lassen.

Für die Knöpfle einen großen Topf mit Salzwasser erhitzen. Teig portionsweise durch eine Spätzlepresse geben oder über ein Spätzlesieb* reiben, so wie ich es mache. Sobald die Knöpfle an die Wasseraberfläche kommen, mit dem Schaumlöffel herausfischen, gut abtropfen lassen und in eine Pfanne geben. Wenn aller Teig aufgebraucht ist, den Herd auf mittlere Hitze stellen, etwas Butter über die Knöpfle geben und sie unter Rühren rundherum mit Butter überziehen.

Quittengelee und Sahne zum Hirschragout geben. Alles nochmals erhitzen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren Hirschragout, Knöpfle und Rosenkohl auf vorgewärmten Tellern anrichten.

Kartoffel-Apfel-Püree mit gebratener Blutwurst und ofengeröstetem Rosenkohl

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Schnell nochmal Rosenkohl, bevor es keinen mehr gibt. Schuld daran ist eine Freundin, die neulich so schwärmte von Rosenkohl, der mit Orangensaft und Honig im Ofen geröstet wird. Gerade, dass ich noch ein Netz der kleinen Röschen auftreiben konnte, um mir eine entsprechende Variante auszudenken.

Wenn Ihr keinen Rosenkohl mehr bekommt, dann merkt Euch das Rezept für die nächste Saison, denn das ganze schmeckt grandios. Ich finde ja sowieso, dass Gemüse unheimlich gewinnt, wenn man es im Ofen röstet. Und hier werden die Röstaromen noch ein wenig gepusht vom Honig, der karamellisiert und von der fruchtigen Orangennote.

Zum Rosenkohl gab es ein einfaches Kartoffel-Apfel-Püree und gebratene Blutwurst nach einer Idee von Nigel Slater*. Der wartet in seinem neuen Buch mit Ideen für die schnelle Küche auf. Und so war das auch – ein entspannt zubereitetes Abendessen, das man auch nach einem hektischen Tag noch wunderbar hinkriegen kann. Das Ganze hat mich etwas an das klassische Himmel un Ääd erinnert. Klickt mal auf den Link – es gibt Wikipedia auf Kölsch 🙂

Ach so…..es gibt natürlich keinen Zwang, unbedingt Blutwurst zu verwenden…ich mag sie halt. Gute Bratwürstchen passen garantiert auch. 😉

Für 2-3 Personen:

Für den Rosenkohl:

  • 500 gr. Rosenkohl
  • Saft und Schale einer kleinen Orange
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 EL flüssiger Honig
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für Püree und Blutwurst:

  • 250 gr. Kartoffeln, eine eher festkochende Sorte
  • 250 gr. säuerliche Äpfel (ich hatte Braeburn)
  • Butter zum Braten und für das Püree
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • ca. 300 gr. Blutwurst

Für den Rosenkohl den Ofen auf 200°C vorheizen. Die Röschen waschen, putzen und längs (also von Stielansatz zu Spitze) halbieren. Röschen in eine Auflaufform geben. Mit Orangensaft und -schale, Olivenöl und Honig gründlich vermengen, salzen und in den heißen Ofen geben. Ca. 30 min backen, dann mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Für das Püree die Kartoffeln schälen und würfeln. In wenig Salzwasser gar kochen. Dann das Wasser abgießen und die Kartoffeln mit der Gabel zerdrücken. Dabei Butter einarbeiten – wir wollen eine geschmeidige Masse.

Die Äpfel schälen, vierteln, entkernen und in Spalten schneiden. In einer Pfanne in etwas Butter  weich dünsten. Wenn sie gar sind, ebenfalls mit einer Gabel zerdrücken. Dann die Äpfel  – wieder mit der Gabel – unter die Kartoffelmasse ziehen und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Von der Blutwurst muss man nur die Haut abziehen, sie in Scheiben schneiden und sie dann  knusprig ausbraten. Nigel Slater empfiehlt, feste Wurst in der Pfanne zu braten und weiche im Ofen. Meine erwies sich beim Braten als weicher als gedacht….ich stand knapp vor einem Gemetzel. Ich denke, es ist keine schlechte Idee, Blutwurst einfach immer im Ofen zu garen – mache ich jedenfalls beim nächsten Mal 🙂

Zum Servieren gegarten Rosenkohl, Püree und Wurst auf warmen Tellern anrichten.

Lasst es Euch schmecken!

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Buchweizenspätzle mit Rosenkohl und Spinat

buchweizenspätzle mit rosenkohl und spinat

Es ist schon einige Zeit her, da gab es hier bei Melanie eine Rezension des Buches “Herbst, Winter, Gemüse”* Das Buch steht auch in meinem Regal. Immer wieder habe ich es hervorgeholt, geblättert, aber kein Rezept stupste mich an und rief: “Koch mich!”. Es war wohl noch zu früh im Winter, ich hatte einfach noch keine rechte Lust auf die traditionellen, erdigen Wintergemüse. Aber jetzt, jetzt ist es mir Winter genug, und wenn ich nun durch das Buch blättere, dann finde ich viele Dinge, die ich kochen möchte.

Zum Beispiel dieser Auflauf hier: Spätzle aus Buchweizenmehl, kombiniert mit Rosenkohl und Spinat, überbacken mit würzigem Bergkäse. Im Original wird Grünkohl verwendet, aber ich wohne nicht in einer Grünkohl-Gegend und habe deshalb zu Spinat gegriffen.

Das Gericht hat mich beim ersten Lesen etwas an die Pizzoccheri aus dem Veltlin erinnert. Ich liebe diese deftige Kombination von relativ dicken Buchweizennudeln mit Kartoffeln, Kohl und Käse. Aber auch diese Abwandlung hier mit Spätzle und ohne Kartoffeln hat mir gefallen.

Und weil heute Donnerstag ist, wandert das Essen flugs zum Veggie-Day

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Für 4 Personen:

  • 100 gr. Weizenmehl
  • 200 gr. Buchweizenmehl
  • 3 Eier
  • 250 gr. Rosenkohl
  • 250 gr. Spinat
  • 1 große Zwiebel
  • etwas Butter
  • 200 gr. Bergkäse
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Zuerst für die Spätzle die beiden Mehlsorten zusammen mit einem gehäuften TL Salz in eine Schüssel geben. Mit Eiern und ca. 150 ml Wasser zu einem zähflüssigen Teig verrühren. Den Teig bei Raumtemperatur mindestens 30 min ruhen lassen; länger schadet auch nicht.

In der Zwischenzeit den Rosenkohl von allen welken Blättern befreien, den Strunk abschneiden und die Röschen vierteln. Vom Spinat die groben Stiele abknipsen. In einem großen Topf Salzwasser aufkochen und den Rosenkohl darin in ca. 4 min bissfest kochen. Mit einer Schaumkelle herausnehmen und dann den Spinat kurz blanchieren. Abgießen, abtropfen lassen und die Flüssigkeit gut ausdrücken.

Zwiebel schälen, vierteln und in Scheibchen schneiden. Etwas Butter in einer Pfanne schmelzen und die Zwiebel darin in ca. 10 min bei schwacher Hitze andünsten, bis sie etwas gebräunt ist. Inzwischen den Käse grob reiben.

Den Backofen auf 220°C vorheizen.

In einem großen Topf reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Den Spätzleteig portionsweise mit einem Spätzlehobel in das kochende Wasser hobeln. Ich benutze dazu so eine Art Spätzlesieb und bin damit recht zufrieden. Wer dazu fähig ist, kann die Spätzle natürlich auch vom Brett schaben…ich arbeite dran 😉 . Spätzle jeweils einmal kurz aufkochen lassen, dann mit dem Schaumlöffel herausnehmen und abtropfen lassen.

Eine Auflaufform (ich habe 4 kleine Portionsförmchen genommen) mit Butter ausstreichen. Spätzle mit Kohl, Spinat, Zwiebeln und Käse mischen. Mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken, in die Form geben und in ca 1 min überbacken, bis die Oberfläche schön gebräunt ist.