Polpette dolci

Polpette, also Bällchen sind sehr beliebt auf Sizilien, erzählt Cettina Vicenzino*. Es gibt sie aus allen möglichen Zutaten – aus Auberginen, aus Ricotta, und natürlich auch aus Fleisch.

Ich zeige Euch heute Fleischklößchen, und zwar sehr spezielle Fleischklößchen. Wie der Rezepttitel schon sagt, sind sie etwas süß. Das Rezept hat Cettina Vicencino von Maria Grammatico. Maria Grammatico ist eine Institutuion auf Sizilien – sie betreibt mehrere Konditoreien in Erice, und ihre Dolci muss man einfach probiert haben.

Der Weg dahin war aber nicht einfach: Ihr Vater starb früh, und die mittellose Mutter gab Maria und eine ihrer Schwestern in ein Kloster. Dort arbeiteten die Mädchen hart in der Klosterkonditorei. Die Nonnen waren hartherzig und das Essen war karg. Diese Fleischbällchen waren das festlichste Essen, das die Mädchen im Kloster bekamen, allerdings streckten die Nonnen die Fleischmasse sehr stark mit Brotbröseln.

Brösel  sind auch in diesen Bällchen, aber nicht so viele. Das Rezept mit seinem Anteil an Mandeln, Zucker, ordentlich Zimt und Rosinen weist deutliche arabische Spuren auf – und schmeckt herrlich!

Für 4 Personen:

Tomatensauce:

  • 2 EL Olivenöl
  • 1  große Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 gehäufter EL Tomatenmark, oder noch besser strattù
  • 700 g passierte Tomaten
  • 1 Stange Zimt
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Polpette:

  • 70 g Mandeln, blanchiert
  • 20 g Zucker
  • 100 g frische Brotbrösel
  • 140 ml Milch
  • 500 g Rinderhack
  • 80 g Pecorino, wenn möglich Pecorino siciliano
  • 30 g Rosinen
  • 20 g Pinienkerne, plus etwas zum Servieren
  • 1,5 TL Zimt
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Peperoncinoflocken
  • 2 Eier
  • Olivenöl zum Beträufeln
  • etwas frischer Oregano

Für die Sauce Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln.

Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen und Zwiebel und Knoblauch darin farblos anbraten. Tomatenmark oder strattu zusammen mit 400 ml warmem Wasser in die Pfanne geben und das Tomatenmark darin unter Rühren auflösen. Eine Minute köcheln lassen, dann Passata und Zimtstange zugeben, die Sauce mit Salz und Pfeffer würzen und 10 min köcheln lassen.

Inzwischen für die Polpette die Brotkrumen in der Milch einweichen. Mandeln zusammen mit dem Zucker so mixen, dass noch Mandelstücke erhalten bleiben. Käse reiben.

Hackfleisch mit eingeweichten Brotkrumen, Mandelmischung, Käse, Rosinen, Pinienkernen, Zimt und Eiern vermengen und mit Salz, Pfeffer und Peperoncinoflocken abschmecken. Aus der Masse tischtennisballgroße Bällchen formen und diese in heißem Öl rundherum goldbraun anbraten. Die Bällchen dann in die Tomatensauce geben und alles zusammen nochmals 20 min köcheln lassen.

Zum Servieren jeweils Polpette und Sauce auf Teller verteilen, mit Pinienkernen und Oreganoblättchen bestreuen, mit Pfeffer übermahlen und mit Olivenöl beträufeln.

 

Gerösteter Fenchel mit Apfel, Camembert und Mandeln

Du meine Güte, das geht mir etwas auf die Nerven – das hier ist ganz klar ein Gericht, bei dem mein Foto dem Geschmack nicht so recht gerecht wird. Irgendwann lerne ich bestimmt mal, Aufläufe so zu fotografieren, dass sie genauso gut aussehen, wie sie schmecken. Es kann sich nur noch um Jahre handeln…..

Von Joshua McFadden* habe ich Euch ja schon oft genug vorgeschwärmt. Ich glaube, sein Buch ist das, das ich 2018 am meisten benutzt habe. Immer, wenn hier ein Gemüse rumliegt, das mich leicht ratlos zurücklässt, ziehe ich das Buch aus dem Regal. Diesmal waren es zwei Knollen Fenchel, die mich ins Grübeln brachten – und zack, wurde ich fündig.

Mit Käse wird ja alles besser, und an diesem Auflauf ist Käse. Original Taleggio, bei mir Camembert. Mandeln geben Knusper, und der Fenchel bekommt durch Apfel noch etwas Süße zur Seite gestellt – schlicht genial.

Ach so – das ist kein vegetarisches Gericht, da sind noch Salsicce dran, die zusätzliche Würze und Substanz mitbringen. Wer keine Salsicce hat, kann grobe Bratwurst nehmen und zusätzlich etwas Fenchelsaat.


Für 4 Portionen:

  • Olivenöl
  • 250 g Salsicce (oder grobe Bratwurst mit 1/2 TL Fenchelsaat)
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1/2 TL Chiliflocken
  • 2 Knollen Fenchel (ca. 700 g)
  • 70 g Mandeln, geröstet
  • 1 Apfel (ca. 250 g)
  • 1 TL frische Tymianblättchen
  • 170 g Camembert
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 50 g getrocknete Brotbrösel
  • 1 EL Butter

Wurst aufschneiden und das Brät aus der Pelle lösen.

Eine große Pfanne bei mittlerer Hitze auf den Herd stellen. 1 TL Olivenöl darin erhitzen, dann das Wurstbrät zugeben. Unter Rühren  braten und mit dem Kochlöffel zerdrücken, bis die Wurst nicht mehr rosa ist und sich in etwa popcorngrosse Stücke teilt.  Aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen.

Knoblauch schälen und fein hacken. Fenchel putzen, halbieren, den Strunk herausschneiden und die Knollen der Länge nach in Achtel schneiden.

Hitze etwas herunterstellen. Einen weiteren EL Öl und den Knoblauch in die Pfanne geben und alles unter Rühren 5 min rösten. Der Knoblauch soll weich und goldbraun werden, aber nicht verbrennen.

Ofen auf 190°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Chiliflocken zugeben, kurz umrühren, dann den Fenchel und ca. 5 EL Wasser in die Pfanne geben. Deckel auflegen und den Fenchel ca. 10 min gar dämpfen. Dabei immer wieder mal nachsehen, ob noch genügend Flüssigkeit in der Pfanne ist und, wenn nötig, etwas zugeben.

Apfel schälen, vierteln, das Kerngehäuse entfernen und das Fruchtfleisch in dünne Scheiben schneiden. Käse fein würfeln. Mandeln grob hacken.

Wurstmasse zusammen mit Apfel, Thymian, Mandeln und der Hälfte des Käses wieder in die Pfanne geben. Alles gründlich vermengen und gut mit Salz und Pfeffer würzen.

Mischung in eine passende Auflaufform geben. Mit restlichem Käse und den Brotkrumen bestreuen und die Butter als Flöckchen darauf setzen. Im heißen Ofen ca. 30 min überbacken, dann 5 min ruhen lassen.

Heiß servieren.


 

Kekse mit Tahin und Nori

Es gibt so Zutaten und Geschmacksrichtungen, die lösen einen sofortigen Haben-Wollen-Reflex aus. In diesem Fall lauten die Zauberworte: “Tahin”, “Nori” und “süß-salzig.” In der Elle à Table hatten die Kekse nur ein winziges Foto, trotzdem sind sie mir sofort ins Auge gesprungen.

Ich dachte erst an salzige Kekse, aber sie sind grundsätzlich süß. Im Original kommt die Süße von Ahornsirup; ich hatte keinen da und habe auf den vorhandenen Agavendicksaft zurückgegriffen. Bestimmt gehen auch Reissirup oder Kokosblütensirup oder ein Honig mit nicht zu starkem Charakter – Hauptsache flüssig und klebrig.

Die Kekse enthalten nämlich weder Mehl noch Eier, für den Zusammenhalt sorgen allein Tahin und Süßungmittel. Sie dürfen sich mit den Schlagwörtern vegan und glutenfrei schmücken, vor allem aber mit dem Prädikat “süchtigmachend”. Das nur als Warnung….

Für 8-10 Kekse:

  • 130 g gemahlene Mandeln
  • 85 g Tahin
  • 85 g Agavendicksaft
  • 1 Blatt Nori
  • 3 g Salz
  • 1/2 TL Natron (Baking Soda)
  • 70 g Sesamsaat
  • Fleur de Sel

Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen. Das Noriblatt fein zerkrümeln. Die Sesamsaat in eine kleine Schüssel geben.

Gemahlene Mandeln, Nori, Salz und Natron in einer Schüssel vermischen. In einer zweiten Schüssel Tahin und Agavendicksaft verrühren. Die flüssigen Zutaten zu den festen geben und alles zu einem Teig verkneten.

Vom Teig kleine Portionen abnehmen und zu Kugeln rollen. Meine Portionen waren ungefähr tischtennisballgroß; ich habe neun Stück bekommen. Die Kugeln in den Sesamsamen wälzen und auf das Backblech legen.

Die Kugeln mit der Handfläche zu Kreisen flachdrücken und jeden Keks mit etwas Fleur de Sel bestreuen.

Im heißen Ofen backen, bis die Kekse an den Rändern leicht gebräunt sind. Bei mir hat das ca. 12 min gedauert.

Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

Buchweizen-Clafoutis mit Lauch, Schinken und Mozzarella


Klassischerweise ist ein Clafoutis eine traditionelle Süßspeise – Kirschen werden dafür mit einem dicken Pfannkuchenteig bedeckt und im Ofen gebacken. Im Ergebnis ist das Ganze ein Mittelding zwischen Auflauf und Kuchen.
Die moderne französische Küche beschränkt dieses Prinzip aber nicht auf Süßspeisen – man kennt herzhafte Clafoutis, genau, wie man herzhafte Crumbles und herzhafte Rührkuchen kennt. Die Variante mit Lauch aus dem Ducasse* hat mich gleich angesprochen, und ich kann sie Euch wärmstens empfehlen: es ist ein einfach gemachtes Gericht, das nicht nur schmeckt, sondern es ist auch gleich alles drin, was man braucht: Gemüse, Käse, Schinken und Kohlehydrate. Vielleicht noch ein Salat dazu, und alles ist gut.
Ach so – ich habe es in der Rezension schon erwähnt, Ducasse verwendet sehr oft Buttermilch in seinen Gerichten. Das hier ist ein Beispiel. Die feine Säure passt sehr gut.
Es wird hier eine Mischung aus Weizenmehl und Buchweizenmehl verwendet. Wer den Auflauf glutenfrei haben möchte, kann auch nur Buchweizenmehl verwenden.

Für 4 bis 6 Personen:

  • 4 mittelgroße Stangen Lauch
  • 1 Kugel Büffelmozzarella
  • 200 g Kochschinken
  • 3 Eier (Größe L)
  • 20 g Weizenmehl
  • 25 g Buchweizenmehl
  • 150 g gemahlene Mandeln
  • 250 ml Buttermilch (original: 200 ml)
  • 250 g Crème fraîche
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Den Lauch putzen und in ca. 0,5 cm breite Ringe schneiden. In einen Durchschlag geben, unter fließendem Wasser gründlich waschen, dann abtropfen lassen.
Den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Mozzarella abtropfen lassen und in ca. 1 cm große Würfel schneiden, Schinken ebenfalls würfeln.
Die Eier in einer großen Schüssel zuerst mit den beiden Mehlsorten verquirlen, dann die gemahlenen Mandeln, Buttermilch und Crème fraîche unterrühren. Salzen, dann Lauch und Schinken unterheben.
Eine Auflaufform mit Butter ausstreichen. Die Eiermischung hineingeben und alles mit dem Mozzarella bestreuen.
Im Ofen ca. 30 min backen, bis die Ränder gebräunt sind und der Käse blubbert.

Kombu-Pesto

So ganz kurz gibt es diesen Blog ja nicht. Es sind schon mehr als fünf Jahre. Und nur drei oder vier Pesto-Rezepte. Kaum zu fassen. Da kann man gut noch eine Variante hinzufügen, findet Ihr nicht auch?

Ich bin ja ein bekennender Fan von Seetang. Ich mag ihn gerne auch außerhalb der asiatischen Küche. Und so war es auch gleich um mich geschehen, als ich in einer Ausgabe der Saveur von Kombu-Pesto las. Der Haben-Wollen-Reflex war gleich da.

Kombu ist ja die Grundzutat für japanische Dashi. Sein Aroma ist recht robust und ich denke deshalb, man kann für dieses Rezept auch Kombu verwenden, aus dem man bereits Dashi zubereitet hat. Wir haben es einfach zu Pasta gegessen, der Rest ist bei mir auf Brot gelandet. Es passt aber auch gut zu Fisch oder gegrilltem Fleisch. Es möbelt Gemüsegerichte auf und macht sich gut in einer Suppe  – Seetang-Pistou. Ihr seht schon – ich bin hingerissen. Das Pesto wird sicherlich dauerhaft in meinem Kühlschrank einziehen.

Für ein Glas von ca. 300 ml:

  • 15 g Kombu
  • 180 ml Olivenöl
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 120 g Mandeln, geröstet
  • 50 g Parmesan, grob gerieben
  • 1 Handvoll glatte Petersilie
  • 1 EL Zitronensaft
  • Salz

Den Kombu in einer Schüssel mit Wasser bedecken und ca. 30 min einweichen. Alternativ kann man auch Kombu nutzen, aus dem man bereits Dashi gekocht hat. Dann abgießen.

Knoblauch schälen und hacken, Kombu ebenfalls hacken. Der Kombu ist etwas glitschig, also Vorsicht beim Schneiden.

1 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und den Knoblauch glasig anbraten. Beiseite stellen.

Mandeln im Blitzhacker zerkleinern. Käse und Knoblauch zugeben und weitermixen, dann den Kombu mitmixen. Weitermixen, dabei die Hälfte des Olivenöls zugeben. Dann die restlichen Zutaten zugeben und alles zu einer Paste pürieren. Mit Salz abschmecken.

Das fertige Pesto hält sich im Kühlschrank ein paar Tage.

Spinat-Polpette mit Zitrone

Klösschen – aus was auch immer gemacht – die stehen hier gerne auf dem Tisch. Und auch diese Variante hier aus Anna Jones zweitem Kochbuch* kam hier gut an.

Die Bällchen bestehen aus Spinat und Linsen, zusammengehalten von Ei, gewürzt mit Zitrone, Parmesan, Muskat und Knoblauch. Sie werden im Ofen gebacken und sind schön luftig. Dazu wird eine kalte Sauce auf der Basis von Mandeln und Tomaten serviert. Im Rezept werden frische Tomaten verwendet; ich habe auf Dosenware zurückgegriffen, da aromatische Tomaten noch nicht zu bekommen waren, als ich die Rezension schrieb. .

Eine Sache würde ich beim nächsten Mal anders machen: den Knoblauch würde ich anbraten oder blanchieren. Er wird roh in die Sauce gemixt; das empfand ich als recht aufdringlich im Aroma.

Für 4 Portionen:

Für die Polpette:

  • 250 g Spinat
  • 100 g gegarte Linsen, am besten Puy-Linsen
  • 1 Ei
  • ordentlich frisch geriebene Muskatnuss
  • 50 g Semmelbrösel oder Haferflocken
  • 50 g Parmesan, frisch gerieben
  • Schalenabrieb von 1 Bio-Zitrone
  • 1 Zehe Knoblauch
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für die Sauce:

  • 1 Handvoll Mandeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 3 EL Olivenöl
  • Schale und Saft einer Zitrone
  •  1 Bund Basilikum
  • 350 g Tomaten, original Kirschtomaten, ich hatte Kirschtomaten aus der Dose

Zum Servieren:

  • Spaghetti nach Bedarf

Den Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen.

Spinat waschen, harte Stiele abknipsen. Eine große Pfanne bei hoher Hitze auf den Herd stellen und den Spinat darin garen, bis er zusammenfällt und alles Wasser verdampft ist.

Die Linsen pürieren. Ei, Muskatnuss, Semmelbrösel oder Haferflocken, Parmesan und Zitronenschale zugeben und alles mit Salz und Pfeffer würzen. Knoblauch schälen, hacken und dazugeben. Alles gleichmäßig vermengen, dann den Spinat zugeben, kurz durchpürieren und nochmals abschmecken.

Die Masse in 4 Teile teilen. Aus jeder Portion 8 kleine Klösschen formen – so bekommt man 32 Klösschen. Klösschen auf das Blech legen und im heißen Ofen in ca. 15 bis 20 min knusprig backen.

Inzwischen kann man die Sauce zubereiten: dafür Mandeln, geschälten Knoblauch und Olivenöl im Mixer grob zerkleinern. Schale und Saft der Zitrone, gezupftes Basilikum und die Tomaten zugeben und alles glatt pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Spaghetti reichlich Salzwasser al dente kochen.

Zum Servieren die Bällchen mit Sauce und Spaghetti auf Tellern anrichten.

 

Mandel-Marmorkuchen mit Himbeeren

mandel-himbeer-marmorkuchen

Marmorkuchen steht hier hoch im Kurs. Aber immer Schoko-Vanille? Gut, dass es da noch andere Möglichkeiten gibt. Ich bin hier auf ein Buch gestoßen, das sich tatsächlich nur mit gefleckten Kuchen befasst.

Und das stellt wirklich viele Ideen vor.  Mandel-Himbeer zum Beispiel. Es gäbe auch noch Matcha-Kokos. Ich habe außerdem Marmor-Madeleines gebacken; die zeige ich Euch, wenn mir mal ein vernünftiges Foto gelingt. Diese Brioche speist sich übrigens aus derselben Quelle.

Jetzt aber zu diesem Kuchen hier: der hat mich nicht nur angelacht, weil er so schön fruchtig ist, nein, er war auch Teil meiner Aufräumaktion. Ich entrümple doch gerade den Gerfrierschrank. keine Ahnung, wofür ich das Paket Himbeeren ursprünglich gekauft hatte, aber jetzt ist es weg. Ah, und das gut abgelagerte Maismehl auch.

Für eine Gugelhupfform:

  • 3 Eier, Größe L
  • 130 g Zucker
  • 20 g Vanillezucker
  • 150 g Maismehl
  • 80 g Maisstärke
  • 80 g gemahlene Mandeln
  • 1 Päckchen Backpulver
  • 100 ml Sahne
  • 150 g Butter
  • 1 Prise Salz
  • ca. 200 g Himbeeren (man braucht 125 g Püree)
  • Puderzucker zum Bestäuben

Eine Gugelhupfform mit Butter einfetten. Den Ofen auf 180°C ober- und Unterhitze vorheizen.

Die Butter schmelzen.

Die Himbeeren durch ein Sieb treiben, um die Kerne zu entfernen. Man braucht am Ende 125 g Himbeerpüree.

Maismehl, Maisstärke, gemahlene Mandeln  und Backpulver vermischen.

Die Eier mit den beiden Zuckersorten weißschaumig aufschlagen. Die Mehlmischung einarbeiten, dann die Sahne und die geschmolzene Butter. Ca. 300 g des Teiges abnehmen und mit 125 g Himbeerpüree vermischen.

Die Hälfte des weißen Teiges in die Backform geben, darauf den gesamten roten Teig. Den restlichen hellen Teig darauf geben und mit einer Gabel spiralförmig durch die Massen fahren.

Im heißen Ofen ca. 50 min backen.

Auf einem Kuchengitter abkühlen lassen und vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

Bananenbrot (fast) nach Dan Lepard

bananenbrot

Bananen! Problematische Mitbewohner sind das, jedenfalls bei uns. Sind gerade keine im Haus, ist das Geschrei groß und jeder möchte welche essen. Liegen sie aber in der Obstschale, dann interessiert sich keiner für sie. Lange liegen sie da. Und wenn sie dann erst mal diese braunen Alterflecken bekommen haben, dann mag natürlich erst recht nicht mehr.

Neulich war es mal wieder so weit….die Bananen war mehr als fällig. Durch eine glückliche Fügung las ich in den Social Media Kanälen von Dan Lepards Bananenbrot und machte mich auf die Suche nach dem Rezept.

Das Brot ist eines dieser typischen Kuchenbrote, wie man sie im englischsprachigen Raum gerne zum Frühstück isst. Man kann es pur verdrücken, es schmeckt aber auch mit Marmelade oder Curd. Diese Variante hier hat mir richtig gut gefallen: es ist nicht zu süß, und das Vollkornmehl gibt richtig schön Biss und Struktur.

Wer sich für das Originalrezept interessiert, lese bitte obigen Link; ich habe ein paar Änderungen vorgenommen. Und abgesehen davon, dass das Brot eine feine Sache ist, habe ich nicht nur mit den rumdümpelnden Bananen aufgeräumt. Nein, auch die angefangene Packung Mandelblättchen ist weg. Und der karamellige Rapadura-Zucker, der so schön Feuchtigkeit gezogen hatte und sich nur noch unter Gewaltanwendung in feine Körnchen zerstoßen liess – ein klarer Fall für das Schatzsuche-Event also :-).

Für einen Laib:

  • 300 g reife Bananen
  • 15 ml Zitronensaft
  • 100 g Mandelblättchen
  • 75 g Butter
  • 175 g Rapadura-Rohrohrzucker
  • 50 ml Sonnenblumenöl
  • 3 Eier, Größe M
  • 375 g Weizenvollkornmehl (bei mir frisch aus der Mühle)
  • 1 1/2 TL Speisenatron

Den Ofen auf 180°C vorheizen. Eine Kastenform (19 cm) gründlich ausbuttern.

Die Bananen mit dem Zitronensaft in eine Schüssel geben und mit der Gabel fein zerdrücken. Die Mandelblättchen untermischen; alles beiseite stellen.

Die Butter in einem kleinen Topf bei sanfter Hitze schmelzen. Dann mit dem Zucker und dem Öl in eine Rührschüssel geben und mit den Handrührer cremig aufschlagen. Jetzt die Eier eines nach dem anderen einarbeiten, dabei das nächste Ei immer erst zugeben, wenn das vorherige komplett eingearbeitet ist.

Das Mehl mit dem Speisenatron mischen.

Die Hälfte des Mehls zur Butter-Zucker-Masse geben und einrühren, dann die zerdrückten Bananen. Am Ende die zweite Hälfte des Mehls einrühren.

Den Teig in die Form füllen und im heißen Ofen ca. 60-70 min backen. Das Brot ist gar, wenn man mit einem Zahnstocher hineinsticht und kein Teig mehr am Zahnstocher kleben bleibt.

Aud der Form holen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

Tamari-Mandeln

tamari-mandeln

Meine Vorliebe für salziges Knabberzeug habe ich ja schon oft genug kundgetan. Und Sojasauce gehört zu meinen bevorzugten Drogen. Und dann habe ich vor einiger Zeit bei Claudia diese Tamari-Mandeln gesehen. Der Haben-Wollen-Reflex setzte ein. Offensichtlich hatte sie sie gekauft. Ich hatte keine Ahnung, woher ich sie kriegen könnte. Und außerdem ist es ja viel flexibler, so etwas selbst zu machen.

Den ersten Versuch habe ich in den Sand gesetzt – zu viel Tamari. Danach habe ich mich erst mal schlau gemacht und hier eine Vorgehensweise gefunden, an die ich mich angelehnt habe. Das Ergebnis – nun, das ist so, dass ich jetzt ganz bestimmt immer Tamari-Mandeln im Haus haben werde.

Tamari ist Sojasauce, die ohne Zusatz von Getreide hergestellt wird. Sie ist stärker im Geschmack als die mit Weizen fermentierte Sojasauce. Wer mag, kann auch shoyu nehmen, davon braucht man dann ein wenig mehr. Und die Mandeln sind dann nicht mehr glutenfrei.

  • 200 g Mandeln (ungeschält)
  • 1 EL Kokosöl
  • 2 EL Tamari

Das Kokosöl in einem kleinen Topf schmelzen. Von der Hitze nehmen und das Tamari einrühren, so gut es geht. Die Mandeln  zugeben und gründlich durchrühren, bis sie mit der Flüssigkeit überzogen sind.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und den Ofen auf 160°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Während der Ofen vorheizt, die Mandeln immer wieder mal durchrühren, damit sie die Flüssigkeit gut aufnehmen können.

Mandeln auf dem Blech verteilen. Den restlichen Sud darüber träufeln. Die Mandeln im heißen Ofen ca. 15-20 min rösten, dabei einmal durchrühren. Meine waren 20 min im Ofen, beim nächsten Mal werde ich sie ein paar Minuten weniger drin lassen.

Abkühlen lassen und wegknabbern.

Apfel-Nuss-Knäcke mit Dinkel

apfel-nuss-knäcke

Brotzeitboxen packen, das ist hier Routine. Und ich bin immer auf der Suche nach Kleinigkeiten, die ich noch mit dazupacken kann. Da Obst oder Gemüse in der Box eher Ladenhüter sind und wieder mit nach Hause kommen, dürfen die kleinen Beigaben auch gerne ein Vitaminchen oder Mineralstoffe enthalten – und das am besten so, dass es nicht auffällt. Gar nicht so einfach……

Als ich also diese Knäckebrote entdeckt habe, bin ich gleich darauf angesprungen. Und zu recht; die kleinen Knäckebrote sind klasse: ein wenig süß wegen der getrockneten Äpfel, extra knackig wegen der Nüsse. Schnell und einfach hergestellt sind sie auch.

Im Originalrezept* werden Haselnüsse verwendet; die habe ich durch Mandelblättchen ersetzt. Walnüsse schmecken aber bestimmt auch. Ich habe außerdem Apfelchips verwendet statt einer großen Menge getrockneter Apfelringe.

Das Brot schmeckt einfach so zum Wegknabbern,  aber auch zum Käse. Oder zu einer Suppe.

Für 8 kleine Knäckebrote:

  • 70 gr. Apfelchips
  • 25 gr. Mandelblättchen
  • 5 gr. frische Hefe
  • 150 ml Milch, lauwarm
  • 1/2 TL Salz
  • 180 gr. Dinkelvollkornmehl

Den Backofen auf 230°C Umluft vorheizen und zwei Bleche mit Backpapier auslegen. Wer keine Umluft-Funktion hat, heizt auf 250°C vor und muss die Bleche nacheinander in den Ofen schieben.

Die Apfelchips grob hacken.

Die Hefe in eine Schüssel bröckeln, die Milch darüber gießen und die Hefe unter Rühren auflösen. Alle übrigen Zutaten zugeben und alles zu einem Teig verkneten. Der Teig wird stückig sein, aber zusammenhalten.

Die Arbeitsfläche leicht bemehlen. Den Teig in 8 Teile teilen, diese zu Kegeln rollen und die Kugeln dünn ausrollen. Fladen vorsichtig auf die Backbleche transportieren (ich habe einen breiten Pfannenwender dazu verwendet), in den heißen Ofen schieben und die Brote ca. 5-7 min backen. Die Ränder sollen braun sein und die Brote knusprig. Dabei bleiben, das geht ganz schön schnell.

Die Fladen auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.