
Ich habe diesen Sommer über sehr wenig Brot gebacken; mir war es einfach zu heiß, um den Backofen anzuwerfen. Aber seit es wieder kühler wird, hat sich das geändert. Gut, dass der World Bread Day im Herbst ist 😉. Und wie immer organisiert die unermüdliche Zorra das Event und vernetzt die Bäcker*innen aus aller Welt. Schaut später unbedingt in die Zusammenfassung, da gibt es immer spannende Brote zu entdecken.
Ich liebe Kartoffelbrote, und dieses hier ist ein ganz spezielles: das Brot kommt aus der Kultur der neuseeländischen Maori und die Kartoffel steckt im Starter – das ist ein Kartoffelsauerteig oder rewena bug, für den gegarte Kartoffel mitsamt ihrem Kochwasser mit Mehl und etwas Zucker vermischt werden. Dieser Ansatz beginnt tatsächlich recht schnell zu blubbern und hat eine gute Triebkraft. Statt Kartoffeln kann man auch Süßkartoffeln verwenden; das Bild direkt hier drüber zeigt die Süßkartoffel-Variante – optisch ist es kein großer Unterschied; geschmacklich ist die Krume etwas wattiger und das Brot erinnert noch mehr an Toast als die Variante mit Kartoffeln.
Das Brot schmeckt sehr mild und hat eine kompakte, weiche Krume – optimal zum Toasten oder für Sandwiches.

Mein Rezept kommt aus der niederländischen Kartoffelbibel*, und ein bisschen habe ich dran rumgeschraubt: den Zucker im Hauptteig habe ich weggelassen; außerdem habe ich dem Hauptteig noch etwas Wasser zugegeben, der wäre sonst zu fest geworden. Wie viel Wasser zugegeben werden muss, lässt sich nicht eindeutig sagen, das hängt sehr von den verwendeten Kartoffeln ab. Ich habe es so gemacht, dass ich den Teig beim Kneten genau beobachtet und esslöffelweise Wasser zugegeben habe.

Für einen Laib:
Zutaten:
Vorteig:
- 1 mittelgroße Kartoffel
- 250 ml Wasser
- 1 TL Zucker
- 130 g Mehl
Hauptteig:
- Sauerteig von oben
- 400 g Mehl
- 1 TL Salz
- 1 EL Zucker (habe ich weggelassen)
- Wasser nach Bedarf
- Öl für die Schüssel und die Form
Arbeitsschritte:
Für den Sauerteig die Kartoffel schälen, würfeln und im Wasser gar kochen. Lauwarm abkühlen lassen, dann mit dem Kochwasser fein zerdrücken. Mehl und Zucker untermengen und bedeckt 1 bis 2 Tage bei Zimmertemperatur fermentieren lassen; der Teig soll Bläschen werfen und leicht säuerlich riechen.
Für den Hauptteig das Mehl mit dem Salz in der Rührschüssel vermischen. Eine Mulde in die Mitte machen und Vorteig und ggf. den Zucker hineingeben. Alles zu einem elastischen Teig verkneten, dabei wenn nötig, noch etwas Wasser einarbeiten, der Teig soll aber nicht kleben.
Den Teig in eine geölte Schüssel geben und bedeckt bei Zimmertemperatur zu doppelter Größe aufgehen lassen; das dauert mindestens 2 h.
Ofen auf 200°C vorheizen und eine Kastenform fetten. Den Teig zu einem Laib formen, in die Form geben und im heißen Ofen in 40 bis 50 min goldbraun backen.

Das liest sich spannend, von dieser Art Sauerteig habe ich noch nie gehört. Ich muss den unbedingt nachmachen.
Ja, ich hab auch schon wieder Mehl bestellt um dem unsäglichen Fertigkran zu entgehen. Aber diesen Sommer war backen wirklich nicht drin.
Das Rezept hat was. Werde ich testen.
Liebe Grüße an Dich von S. zu S. 😃