Schoko-Kokos-Kuchen

Wenn man hier nachfragt, was für Kuchen es am Wochenende geben soll, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Antwort lautet: “Irgendwas mit Schokolade.” Da kommt Inspiration immer recht, und diese ist mir vor einiger Zeit ins Haus geflattert in Form eines kleinen Buches von Frida Skattberg – Schokosünden heißt es.

Das Buch stellt …. genau Schokoladenkuchen vor. Es gibt drei Grundrezepte für Kuchenböden mit weißer, heller und dunkler Schokolade. Auf der Basis dieser Böden werden dann mit Hilfe von Toppings oder Füllungen die verschiedensten Kuchen und Torten hergestellt. Die Rezepte kommen mir sehr entgegen, weil sie wirklich einfach sind. Es ist ein Baukastenprinzip, das einem ermöglicht, auch eigene Ideen  umzusetzen – so wurde bei mir einmal aus dem weißen Schokoboden und etwas Rhabarber ein schneller Obstkuchen.

Die Kuchenbasis nennt Frida Skattberg “Klitschkuchen”. Das klingt ein wenig merkwürdig. Frida Skattberg ist Schwedin – und entsprechend ist die klassisch schwedische Kladdkaka gemeint, ein feuchter, dichter Schokoladenkuchen mit brownie-ähnlicher Konsistenz. Die Kuchen sollen also nicht ganz durchgebacken werden. Damit habe ich zum Teil etwas gekämpft – bei den angegebenen Backzeiten waren meine Kuchen oft in der Mitte noch total roh.

Aus dem Buch stelle ich Euch heute den Schokokuchen mit Kokos vor – der bekommt einen kleinen Kick durch etwas Kaffee in Teig und Glasur. Er ist rasch gemacht und war bei uns ebenso rasch und mit Begeisterung verputzt. Mein Kuchen ist etwas mehr durchgebacken als das Rezept vorsieht, weil ich eine größere Form genommen habe. Ich gebe Euch hier das Originalrezept, damit wird der Kuchen etwas feuchter innen.

Schoko-Kokos-Kuchen

Saftiger Schokoladenkuchen mit Kaffee, Schokoladenglasur und Kokostopping

Gericht Kuchen
Länder & Regionen Schweden
Keyword Schokolade

Zutaten

Kuchen:

  • 150 g Butter
  • 100 g dunkle Schokolade
  • 50 ml Kaffee
  • 3 Eier
  • 90 g Haushaltszucker
  • 80 g Muscovado-Zucker
  • 40 g Kakao
  • 150 g Mehl 405
  • 1 Prise Salz

Glasur und Topping:

  • 75 g Butter
  • 2 EL Kaffee
  • 215 g Puderzucker
  • 2 EL Kakao
  • 1 TL Vanillezucker
  • ca. 100 g Kokosflocken

Anleitung

  1. Den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Springform von 22 cm Durchmesser gut einfetten.

  2. Butter, Schokolade und Kaffee in einem kleinen Topf schmelzen. 

  3. Eier mit den Zuckersorten in einer Schüssel vermischen und Kakao, Mehl und Salz unterrühren. Buttermischung zugeben und alles zu einem glatten Teig vermengen. 

  4. Den Teig in die Form füllen und im heißen Ofen ca. 25 min backen. Er soll innen noch feucht sein. Herausnehmen und ganz auskühlen lassen. 

  5. Für die Glasur Butter und Kaffee in einem Topf schmelzen. Restliche Zutaten zugeben und alles eine Minute simmern lassen. 

  6. Glasur auf dem Kuchen verteilen und alles sofort mit den Kokosflocken bestreuen. Vor dem Servieren zwei Stunden im Kühlschrank durchkühlen lassen. 

Mole Negro de Todos Santos

Allerheiligen – das war immer mein ungeliebtester Feiertag. Und nicht wegen der Erinnerung an den Tod. Nein, es war der Nachmittag auf dem Friedhof. Er war unbedingt verpflichtend und mir wollte sich der Sinn nicht so recht erschließen, denn der Toten gedenken, das tat ich auch ohne diesen Nachmittag. Man stand in der Kälte, es wurde über die Umstehenden gelästert und zu allem Überfluss sang der Pfarrer so falsch, dass das Ganze absolut nichts festliches hatte.

In den Dörfern Mexikos wird der Tag anders begangen. Man ist katholisch, sicherlich. Das haben die spanischen Eroberer eingeführt. Aber in die Festlichkeiten dürfen auch die alten Bräuche der indigenen Vorfahren einfließen. Es gibt einen Kult um den Tod, der auf dem Glauben beruht, dass die Götter durstig sind nach dem Blut der Lebenden und dass sie durch Menschenopfer besänftigt werden müssen. Das hat man ins das Allerheiligenfest eingebaut – so erzählt es Elisabeth Luard*, der ich auch das hier vorgestellte Rezept verdanke.

Den Día de los Muertos feiert man recht exaltiert: Die Opferrituale werden nicht mehr wörtlich genommen – aber Totenschädel aus Zucker und Knochen aus Marzipan sind allgegenwärtig. Es gibt große Familienfeste auf den Friedhöfen, Altäre werden farbenfroh geschmückt, man picknickt und freut sich. Die Feierlichkeiten dauern ein paar Tage. Dass es ein fröhliches Fest ist liegt daran, dass man bei den Azteken den Tod nicht als das Ende begriffen hat, sondern nur als eine Durchgangsstation. Irgendwie gefällt mir diese Sichtweise wesentlich besser als die  trockene katholische Herangehensweise. Was meint Ihr?

Warum ich Euch das alles erzähle? Weil das hier mein zweiter Beitrag zu Peters spannendem Event zum Reformationsjahr ist. Und nun  – wir brauchen etwas zu essen. Viele Süßigkeiten gibt es in Mexiko zu diesem Fest. Und man isst Mole. Das ist echtes Comfort Food. Man kann es vorbereiten und nach den anstrengenden Feierlichkeiten einfach wieder aufwärmen.

Ah – an einer Stelle habe ich geschummelt. Natürlich gibt es in Mexiko dazu Tortillas aus Masa Harina. Ich habe Schummel-Tortillas aus einer Mischung von Weizen- und Maismehl serviert.

Für 4 bis 6 Personen:

  • 900  Schweinegulasch
  • 1 große Zwiebel
  • 6 Zehen Knoblauch
  • 2 Lorbeerblätter
  • 2 TL Salz
  • 6 EL Schweineschmalz
  • 4 große, milde getrocknete Chilis
  • 1 Scheibe trockenes Brot
  • 1 Tortilla (original aus Mais; ich: siehe unten)
  • 3 leicht unreife Ochsenherztomaten (original: 8 grüne Tomaten)
  • etwas Zitronensaft
  • 75 g bittere Schokolade (meine hatte 80%)
  • 1 TL Kreuzkümmelpulver
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • Abrieb von 1 Bio-Orange

Für die Tortillas:

  • 100 g Weizenmehl 550
  • 100 g Maismehl
  • 5 g Salz
  • 125 g Wasser

Das Fleisch in gleich große Würfel (ca. 3 cm) schneiden. Zwiebel schälen und hacken, ebenso den Knoblauch.

Das Fleisch in einen Topf geben, Zwiebel, 2 Zehen Knoblauch, Lorbeerblätter und 1 TL Salz zugeben und das Ganze mit Wasser bedecken. Zum Kochen bringen, dann bei schwacher Hitze 1,5 bis 2 h simmern lassen.

Währenddessen für die Tortillas die Mehlsorten und das Salz in eine Schüssel geben. Das Wasser angießen und alles zu einem homogenen Teig verkneten. Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken und den Teig 30 min ruhen lassen.

Dann den Teig in  8 Teile teilen und diese auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche zu runden Fladen ausrollen.

Eine schwere Pfanne erhitzen und die Tortillas darin auf beiden Seiten ohne Fett ausbacken. Sie sind fertig, wenn sie braune Flecken bekommen und sich etwas aufblähen. Fertige Tortillas zum Warmhalten in ein sauberes Geschirrtuch packen.

Jetzt wieder zur Mole: die Chilis in Stücke rupfen, die Samen entfernen. Brot und eine Tortilla in Stücke zupfen. Das Fleisch mit dem Schaumlöffel aus der Brühe holen; den Sud aufbewahren.

Etwas Fett in einer Pfanne zerlassen, die Chilis darin kurz anbraten (im Rezept steht: 3 Ave Marias lang), dann zur Brühe geben. Jetzt Brot und Tortilla knusprig braten, ebenfalls zur Brühe geben. Die Tomaten in Scheiben schneiden, in Fett braten bis sie weich werden, mit etwas Zitronensaft beträufeln und ebenfalls zur Brühe geben. Alles 15 min ziehen lassen.

Das Fleisch im restlichen Fett braten, bis es schön gebräunt ist.

Die Schokolade reiben. Schokolade mit Kreuzkümmel zu einer Paste mörsern.

Nun die Schokoladenpaste, das Fleisch, Oregano und Orangenschale zur Brühe geben, alles erhitzen und nochmals 20 min köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit den Tortillas servieren.

 

Rugelach mit Schokoladenfüllung

Hier hakt es gerade ganz gewaltig. Denn ursprünglich wollte ich diesen Post beginnen mit den Worten: “Ich bin nicht gläubig”. Das ist aber Blödsinn, denn ich glaube an ganz vieles. So ganz ohne Halt hangle ich mich nicht durchs Leben. Sagen wir so: ich hänge keiner bestimmten Religion  an, finde Religion aber grundsätzlich spannend. Die Konzepte, mit denen sich die Menschheit die Welt erklärt, ihre Unterschiede, ihre Gemeinsamkeiten.

Und auch den Kontext Religion – Essen finde ich interessant: Rituale, Festessen, Verbote….Und so bin ich gerne dabei bei Peters laufendem Blogevent. 2017 ist ja Reformationsjahr und Peter möchte  den Zusammenhang zwischen Religion und Essen erforschen.

Und so möchte ich Euch heute ein Gericht aus der jüdischen Küche vorstellen. Das dazu passende Fest ist Channukkah oder Hanukkah – das Lichterfest. Das Fest erinnert an den Makkabäeraufstand. Die Makkabäer beseitigten die Herrschaft der hellenisierten Juden. Als sie als Sieger nach Jerusalem zurückkehrten, mussten sie feststellen, dass der Tempel entweiht worden war. Die Ölvorräte waren mit Substanzen verschmutzt, die von den Juden als unrein betrachtet werden. Dabei ist das Öl so wichtig: im Tempel befindet sich der vielarmige Leuchter, die menora, und deren Licht darf nie verlöschen. Es war nur noch Öl für einen Tag da. Aber als man es in die Lämpchen goss, brannte der Leuchter für weitere acht Tage.

In Erinnerung daran feiert man heutzutage Chanukkah. Das Fest dauert 8 Tage. Jeden Abend erinnert man sich an das Ölwunder im Tempel, indem man eine Kerze mehr an der Menora anzündet, so lange, bis am achten Abend alle Kerzen brennen. Und das Öl hat auch Eingang ins Essen gefunden: Chanukkah ist ein wunderbarer Anlass, Frittiertes zu essen.

Klassisch sind da Latkes, also Kartoffelpuffer, oder Krapfen. Aber Nigela Lawson*, von der das Rezept hier stammt, findet, dass die Rugelach hier genügend Butter enthalten, um als Chanukka-Essen durchzugehen. Ich möchte ihr da nicht widersprechen.

Für 36 Rugelach:

Teig:

  • 425 g Mehl (ich hatte Weizen 550)
  • eine großzügige Prise Salz
  • 50 g Zucker
  • 5 g frische Hefe (optional)
  • 250 g kalte Butter, in Stücken
  • 100 g Frischkäse
  • 1 Ei
  • 60 ml Sauerrahm

Füllung:

  • 250 g dunkle Schokolade
  • 50 g Rohrzucker, eine helle Sorte
  • 50 g Butter

Zum Bestreichen vor dem Backen:

  • 1 Ei, mit einer Prise Zucker verqurlt
  • Zum Bestreichen nach dem Backen:
  • 3 EL Zucker (Haushaltszucker, kein Puderzucker)
  • 3 EL kochendes Wasser

Für den Teig Mehl, Salz und Zucker in eine Schüssel geben. Die Hefe zugeben, alles kurz vermengen. Die Hefe ist kein klassischer Bestandteil des Rezepts, sorgt aber dafür, dass die Hörnchen schön fluffig werden. Die Butter dazugeben und alles mit den Fingerspitzen verreiben, bis es die Konsistenz von grobem Sand hat. Den Frischkäse, das Ei und den Sauerrahm zugeben und alles zu einem glatten Teig verarbeiten. Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche in drei Teile teilen, jeden Teil zu einer flachen, runde Scheibe zurechtdrücken, in Frischhaltefolie packen und für 30 min in den Kühlschrank stellen.

Inzwischen für die Füllung die Schokolade fein zerkleinern. Das Ganze soll krümelig sein; ich habe den Blitzhacker dazu benutzt. Am Ende den Zucker untermischen. Die Butter schmelzen und etwas abkühlen lassen.

Denn Backofen auf 170°C Umluft vorheizen. Zwei Bleche mit Backpapier auslegen.

Eine Teigscheibe auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche legen und zu einem Kreis von ca. 25 cm Durchmesser ausrollen. Mit einem Messer in 12 gleich große Dreiecke schneiden. Jedes Dreieck mit etwas Butter bepinseln und mit einem Teil der Füllung bestreuen. Von der breiten Seite her zu Hörnchen aufrollen und auf das Blech legen. So weitermachen, bis Teig und Füllung aufgebraucht sind.

Die Hörnchen mit dem verquirlten Ei bepinseln und im heißen Ofen 20 min backen. Ich rotiere nach der halben Backzeit einmal die Bleche, damit die Hörnchen gleichmäßig bräunen.

Zucker und heißes Wasser verquirlen und die noch heißen Hörnchen mit der Mischung bestreichen, damit sie schön glänzen. Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

 

Schokoladentarte mit Grießcreme

So viel Süßes gibt es hier ja nicht, und Tartes sind erst recht Mangelware. Aber diese Tarte hier, die uns Emiko Davis* vorstellt,  hat gleich einen Haben-Wollen-Reflex ausgelöst.

Emiko Davies erzählt, dass diese Tarte in dem meisten Konditoreien zu finden ist. Sie wird gerne im Ganzen gekauft und als Mitbringsel verwendet.

Wir haben sie selbst gegessen – der Kontrast zwischen knackigem Mürbteig und weicher Grießcreme ist klasse, und Schokolade geht ja ohnehin immer, oder?

Das Rezept ist für eine runde Tarteform von 23 cm Durchmesser berechnet, ich habe statt dessen eine eckige genommen.

Teig:

  • 65 g kalte Butter in kleinen Stückchen
  • 125 g Mehl (ich hatte Dinkel 630)
  • 40 g Zucker
  • etwas Schalenabrieb einer Bio-Zitrone
  • 1 Ei, Größe S

Grießcreme:

  • 500 ml Milch
  • 1 Prise Salz
  • 85 g feiner Hartweizengrieß
  • 75 g Zucker
  • Schalenabrieb von 1 Bio-Zitrone
  • 1 Ei

Ganache:

  • 75 g Sahne
  • 150 g dunkle Schokolade

Für den Teig Mehl und Zucker in eine Schüssel geben. Butter zugeben und alles mit den Fingern zu Streuseln verreiben. Alternativ kann man das auch im Blitzhacker erledigen. Zitronenschale und Ei zugeben und alles rasch zu einer glatten Teigkugel verkneten. Flach drücken, in Frischhaltefolie wickeln und für 30 min in den Kühlschrank stellen.

Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche etwas größer als die Tarteform ausrollen, dann in die Form geben und dabei einen Rand hochziehen. Teig mit Backpapier belegen und mit Hülsenfrüchten oder Backgewichten bestreuen. Im heißen Ofen 15 min backen, dann herausnehmen. Hülsenfrüchte und Backpapier entfernen und den Teig auskühlen lassen.

Milch mit 1 Prise Salz aufkochen. Temperatur reduzieren, den Grieß unter dauerndem Rühren einrieseln lassen. Weiterrühren, bis der Grieß aufgequollen ist. Das dauert ca. 8 bis 10 Minuten. Vom Herd nehmen, Zucker und Zitronenabrieb einrühren. Abkühlen lassen, dann das Ei einrühren.

Masse auf dem Teigboden verteilen und im heißen Ofen ca. 45 min backen. Die Tarte soll schön goldgelb sein und auf Fingerdruck leicht nachgeben. Tarte ganz auskühlen lassen.

Für die Ganache die Sahne in einem kleinen Töpfchen aufkochen. Die Schokolade in die heiße Sahne geben und rühren, bis die Schokolade sich komplett aufgelöst hat. Warme Ganache auf der Grießmasse verstreichen.

Tarte vor dem Servieren komplett abkühlen lassen.

Crème Mic-Mac

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Hier gibt es wirklich nicht oft Nachtisch, das ist eine vernachlässigte Kategorie. Ich bin eben eher auf der herzhaften Seite. Eis, Eis geht immer. Aber dass ich mich tatsächlich spontan von einem Dessert angesprochen fühle, das kommt nicht so oft vor.

Zuletzt ist es passiert beim Lesen dieses Blogeintrags von Edda Onorato. Die Creme wollte ich unbedingt ausprobieren. Und sie ist wirklich klasse. Sieht hübsch aus, schmeckt wunderbar und ist ganz einfach herzustellen.

Obwohl….zwei Missgeschicke sind mir passiert. Zum einen wird die Creme mit Maisstärke gebunden. Ich war der festen Überzeugung, noch welche im Haus zu haben. Nun, das war ein Irrtum. Was ich hinten im Küchenschrank für Stärke gehalten habe, war in Wahrheit eine Packung Traubenzucker. Gleich Verpackungfarbe. Ich habe mir beholfen, indem ich die gleiche Menge Reismehl (Reis, in der Getreidemühle gemahlen) verwendet habe. Und dann habe ich noch vergessen, das Vanillemark zur hellen Creme zu geben. Glücklicherweise hatte ich die Vanilleschote lange genug in der Milch ziehen lassen – die Creme hat trotzdem geschmeckt.

Aller Missgeschicke zum Trotz – das ist ein toller Nachtisch. Ich könnte mir auch Variationen vorstellen. Mit Karamell zum Beispiel. Oder mit Zitrone. Aber jetzt erst mal zum Original:

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Für 4 Portionen:

  • 600 ml Milch (ich: Frischmilch, 3,8 %)
  • 2 Eier (Größe L)
  • 70 g Zucker
  • 60 g dunkle Schokolade
  • 25 g Maisstärke (ich: Reismehl)
  • 1 Vanilleschote

Die Vanilleschote der Länge nach halbieren. Das Mark herauskratzen und für später aufheben.

Die Milch mit den ausgekratzen Vanilleschoten in einen Topf geben, kurz aufkochen und dann 10 min ziehen lassen.

Inzwischen Eier, Maisstärke und Zucker in einer hitzebeständigen Schüssel mit dem Schneebesen aufschlagen. Die Vanilleschoten aus der Milch holen und gut ausdrücken. Die Hälfte der heißen Milch unter Rühren in die Eiermischung gießen, weiterrühren, bis sich alles gut verbunden hat. Die Eiermischung zur restlichen Milch in den Topf gießen. Alles bei mittlerer Hitze unter dauerndem Rühren erhitzen, bis die Creme andickt. Das dauert ca. 7 Minuten.

Nebenbei die Schokolade in einer kleinen Schale über dem Wasserbad schmelzen.

Jetzt die Creme in 2 Teile teilen. In den einen Teil die Schokolade einrühren, in den anderen das Vanillemark (seufz….). Idealerweise nimmt man etwas weniger Creme für den schokoladigen Teil, weil der ja durch das Zufügen der Schokolade mehr wird.

Jetzt beide Cremes gleichzeitig in flache Schalen gießen. Dadurch bleibt jede Creme auf Ihrer Seite, sie vermischen sich nicht.

Mit Frischhaltefolie abdecken und 3 h kühl stellen.

 

Schoko-Mochi

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Das hier ist ein einfaches Rezept aus dem Mochi-Buch* – aber nichtsdestotrotz ist es toll. Es wird eine Mochimasse gekocht, zu Portiönchen gerollt und dann alles mit Schokolade überzogen. Das war es schon fast. Der Kontrast zwischen der weichen Mochi-Masse und der knackigen Schokolade macht richtig Spaß.

Ich sagte fast. Es gibt noch einen kleinen Kick, und zwar in Form von Gomasio. Gomasio ist eine klassische japanische Würzmischung aus geröstetem Sesam und Salz. Ich finde ja, sie sollte in keiner Küche fehlen, denn ihr nussig-salziges Aroma verleiht vielen Gerichten den entscheidenden Kick. So auch hier den süßen Mochi. Das salzig-nussige Topping macht sie zu etwas Besonderem.

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Für 16 Kugeln:

  • 50 g Klebreismehl
  • 45 g Puderzucker
  • 100 ml Wasser
  • Speisestärke zum Arbeiten
  • 1,5 TL Gomasio

Für das Gomasio:

  • 65 g Sesamsaat
  • 1/4 TL Salz

Zuerst zum Gomasio: dafür die Sesamsamen in einer Pfanne ohne Fett bei mittlerer Hitze rösten, bis sie duften. Abkühlen lassen, dann zusammen mit dem Salz im Mörser zerkleinern.

Für die Mochi das Klebreismehl mit dem Puderzucker in einem kleinen Topf vermischen. Das Wasser angießen, dann alles bei mittlerer Hitze unter Rühren erwärmen. Dabei regelmäßig umrühren. Nach ca. 8-10 min wird die Masse dicklich. Wenn sie cremeweiß, hell und formbar ist, dann ist sie fertig gekocht.

Die Arbeitsfläche großzügig mit Speisestärke bestreuen und den Teig darauf geben. Teig mit einer Schere erst halbieren, dann vierteln und so fort, bis 16 gleichgroße Stücke entstanden sind. Die Stücke mit Speisestärke bestäuben und zwischen den Handflächen zu Kugeln rollen. (Naja….das mit den Kugeln hat bei mir nicht ganz geklappt…). Auf einen sauberen, trockenen Teller legen.

Die Schokolade hacken und unter Rühren über dem Wasserbad schmelzen. Die Mochi nacheinander in die geschmolzene Schokolade tunken; das geht am besten mit 2 Gabeln. Die noch feuchten Mochi gleich mit Gomasio bestreuen und auf Backpapier trocknen lassen.

Waffeln mit Chili con Carne und Schokolade

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Als ich beim Blättern in “sweet & salty“* auf dieses Rezept gestoßen bin, war mir unmittelbar klar, dass ich das ausprobieren muss.

Chili con carne kennt man ja. Und dass da zur Abrundung ein Stück Bitterschokolade hineinkommt – geschenkt. Aber eine halbe Tafel? Mutig! Und dann wird das Ganze auch noch auf leicht gesüßten Waffeln serviert. ich konnte es mir nicht so recht vorstellen – da hilft tatsächlich nur ausprobieren.

So, ja …der Test verlief ausgesprochen positiv. Das Chili war – auch wenn ich klassisches Chili con carne ganz anders sehe – mehrheitsfähig. Ich hatte ja auf Reste gehofft, vergeblich. Die Schokolade, auch wenn es wirklich eine Menge ist, rundet das Gericht wunderbar ab. Und die Waffeln, ja die haben dazu gepasst.

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Für 4 Personen:

Waffeln:

  • 2 Eier
  • 125 g Butter
  • 250 ml Milch
  • 12 g frische Hefe
  • 1/2 TL Salz
  • 60 g Zucker
  • 400 g Mehl
  • 200 ml Mineralwasser mit Kohlensäure
  • 1 Prise Salz
  • Pflanzenöl  zum Fetten des Waffeleisens

Chili:

  • 1 EL Rapsöl
  • 1 große Zwiebel
  • 500 g Rinderhackfleisch
  • 1 rote Chilischote
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 3 EL Tomatenmark
  • 400 g Tomaten aus der Dose
  • 250 ml Rinderbrühe
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Kolben Mais (original: 1 Dose Mais)
  • 250 g gegarte Kidneybohnen
  • 50 g Zartbitterschokolade
  • 4 TL Crème fraîche
  • etwas Koriander
  • 1 Frühlingszwiebel

Zuerst den Waffelteig anrühren: dafür die Eier trennen. Die Eiweiße mit der Prise Salz zu Schnee schlagen.

Butter in einem Topf schmelzen, Milch zugeben und alles handwarm erhitzen. Hefe in eine Rührschüssel bröseln, die Milchmischung zugießen und alles kurz stehen lassen, bis die Hefe sich aufgelöst hat. Eigelbe, Salz, Zucker und Mineralwasser zugeben und alles gründlich verrühren, dann den Eischnee mit einem Schneebesen unterheben. Teig mindestens 30 min an einem zugfreien Ort ruhen lassen, dann im gefetteten Waffeleisen zu knusprigen Waffeln ausbacken.

Jetzt zum Chili: dafür Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Chili ebenfalls hacken; wer mag, kann die Kerne entfernen.

Öl in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebel darin glasig anbraten. Hackfleisch, Chili und Knoblauch zugeben und unter Rühren weiterbraten, bis das Fleisch angebräunt und krümelig ist. Tomatenmark zugeben und mit anrösten. Tomaten und Brühe zugeben, mit Kreuzkümmel, Salz, Pfeffer und Zucker würzen, gut durchrühren und dann alles bei mittlerer Hitze ca. 20 min köcheln lassen.

Die Maiskörner vom Kolben schneiden, Wenn Mais aus der Dose verwendet wird, diesen gut abtropfen lassen, ebenso die Kidneybohnen. Beides zum Fleisch geben und nochmals 5 min kochen. Dann die Schokolade in Stücke brechen und in das Chili geben. Rühren, bis die Schokolade sich aufgelöst hat. Chili mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren das Chili Frühlingszwiebeln und Koriander bestreuen. Mit Waffeln und je einem Klecks Crème fraîche auf Tellern anrichten.

 

Jaffa-Cakes

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Kennt Ihr Jaffa-Cakes? Das waren die Keks-Helden meiner Kindheit. Weicher Teig, bitter-süße Orangenmarmelade. Ich konnte nicht genug davon bekommen. Zwischenzeitlich sind die Kekse in Vergessenheit geraten…ganz abgesehen davon, dass ich das Keksregal beim Einkaufen ohnehin links liegen lasse.

Aber dann hatte ich mal Zeit und habe das zum Anlass genommen, meine Rezeptdatenbank mal auf Vordermann zu bringen. Ein ganzer Stapel herausgerissener Blätter aus Zeitschriften wartete darauf, endlich mal abgearbeitet zu werden. Und ganz unten im Stapel, da war ein Blatt aus einem steinalten Magazin von Jamie Oliver. Ich habe die Jaffa Cakes gesehen, und sofort war klar – die gibt es.

Was übrigens beim Abarbeiten nicht immer so war. Teilweise fand ich da Seiten, bei denen ich beim besten Willen nicht mehr wußte, welches Rezept mich da interessiert haben könnte….

Zwei Anmerkungen zum Rezept: Laut Jamie ist die Marmelade, die man für die Füllung verwendet, variabel. Tut was Ihr wollt…aber ich finde hier gehört Orangenmarmelade hinein. Und dann habe ich der Sache nicht ganz getraut. Ich hatte Angst, dass die Marmelade mir wegläuft, deshalb habe ich ihr mit etwas Gelatine unter die Arme gegriffen.

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Für 24 Küchlein:

  • 1 Ei
  • 50 g Zucker
  • 65 g Mehl (ich hatte Dinkel 630)
  • 1/4 TL Backpulver
  • Butter für die Förmchen
  • 250 g Orangenmarmelade
  • 100 g Bitterschokolade
  • Schalenabrieb von 1/2 Bio-Orange
  • 5 g Gelatine (1/2 Blatt)
  • 2 TL neutrales Öl

Den Ofen auf 200 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Mulden einer Muffin-Form ggf. buttern; ich habe die faule Variante gewählt und statt dessen Silikon-Muffinförmchen in die Mulden gelegt.

Ei und Zucker mit dem Handrührgerät schaumig schlagen, bis die Masse deutlich an Volumen gewinnt und cremig ist. Dann Mehl und Backpulver darüber sieben und einrühren.

Je einen EL Teig in jede Mulde der Muffinform geben. 10 min backen, dann herausnehmen und abkühlen lassen. Sobald die Böden abgekühlt sind, werden sie aus den Förmchen gelöst und horizontal halbiert, so dass man insgesamt 24 Teigböden hat.

Gelatine in kaltem Wasser einweichen.

Marmelade vorsichtig unter Rühren erhitzen, dann durch ein Sieb passieren, um eine glatte Masse zu erhalten. Die Gelatine ausdrücken und unter Rühren in der heißen Marmelade auflösen. Abkühlen lassen, dann auf jeden Kuchenboden mittig einen Klecks Marmelade setzen.

Die Schokolade mit dem Orangenabrieb, dem Öl und 1 EL Wasser über dem Wasserbad unter Rühren schmelzen. Etwas abkühlen lassen, damit sie dickflüssig wird. Dann jeweils etwas Schokolade auf die Marmelade geben, verstreichen und zum Festwerden abkühlen lassen. Meine Marmelade enthielt viel Schale; ich habe auf die noch feuchte Schokolade als Deko je noch einen Streifen Orangenschale gegeben.

Kokosriegel – aka Bounty

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und zwar selbstgemacht.

Ich esse nicht viel Süßes, aber wenn Kokos im Spiel ist, dann kann ich schwer nein sagen. Deshalb bin ich auch sofort darauf ansprungen, als ich hier die “Bounty maison” gesehen habe. Die Riegel kaufe ich schon lange nicht mehr, da ist selber machen eine gute Option.

Vor allen, weil die selbstgemachten Riegel  aus 3 (!) Zutaten bestehen, die man gut bevorraten kann: Kokosflocken, süße Kondensmilch, Schokolade.

Wie süß die Riegel sein sollen, könnt Ihr über die verwendete Schokolade steuern. Ich habe so gemischt, dass ich auf einen Kakaonteil von 50% kam…das ist der Familienkomporomiss. Für mich hätte es ruhig herber sein können; ich glaube, ich mache demnächst mal einen Erwachsenen-Variante.

Ach ja – und wenn man die Schokolade temperiert, dann sehen die Riegel schöner aus. Das muss ich endlich mal üben.

Für ca. 15 Riegel:

  • 200 g gezuckerte Kondensmilch
  • 130 g Kokosraspeln
  • gute Schokolade oder Kuvertüre: man braucht ungefähr 250 g

Die Kokosraspeln in einer Schüssel mit der Kondensmilch übergießen. Dann gründlich durchrühren, bis die Kokosraspeln sich ganz mit der Kondensmilch vermischt haben. Das dauert ca. 2 min. Schüssel mit Frischhaltefolie abdecken und mindestens 4 h kühl stellen. In dieser Zeit quellen die Kokosraspeln auf und das ganze ergibt eine formbare Masse.

Einen Teller oder eine Platte (sie sollte in dem Kühlschrank passen) mit Backpapier bedecken.

Aus der Kokosmasse mit den Händen kleine Barren formen. Das geht gut, wenn man die Masse immer wieder etwas zusammendrückt. Barren auf den Teller legen.

Die Schokolade über dem Wasserbad schmelzen  und warm halten. Jeweils einen Barren vorsichtig und nur kurz in die flüssige Schokolade tauchen, dann mit Hilfe von 2 Gabeln herausholen, abtropfen lassen und auf den Teller legen. So weitermachen, bis alle Barren mit Schokolade überzogen sind.

Die Riegel zum Festwerden in den Kühlschrank stellen. Danach kann man sie vom Teller in einer Dose luftdicht verpackt aufbewahren, am besten im Kühlschrank.

Schoko-Mochi

schoko-mochi

Mochi liebe ich. Wenn ich im Asia-Shop welche sehe, wandern sie garantiert in den Einkaufskorb. Am liebsten mag ich die klebrigen Küchlein gebraten und mit Sojasauce serviert.

Wenn ich also irgendwo “Mochi” lese, so wie bei Erin Alderson*, dann werde ich sofort hellhörig. In diesem Fall bei der süßen Version mit Schokolade. Gut, so ganz die reine Mochi-Lehre verkörpert dieses Gebäck nicht – eigentlich bestehen Mochi aus den süßen japanischen Rundkornreis. Der wird gedämpft, und dann wird so lange auf das Ganze eingeschlagen, bis die Masse zu kleinen Küchlein geformt werden kann. Heutzutage wird das meist nicht mehr von Hand gemacht – aber zuhause würde mir da nicht viel anderes übrig bleiben.

Also, diese Mochi sind abweichlerisch, und zwar aus mehreren Gründen: es wird Klebreismehl verwendet statt mühevoll gestampftem süßen Reis, ein paar Zutaten mehr spielen mit  – und dann wir das ganze auch noch gebacken. Was aber zählt, das ist die Konsistenz – das ist die von Mochi. Zäh-klebrig. Das ganze dann noch in schokoladig-süß, aber nicht zu süß. Herrlich.

Ursprünglich habe ich die Küchlein gebacken, um meine Tüte Klebreismehl aufzubrauchen. Das hat nur begrenzt funktioniert – der Nachwuchs meinte, ich müsste neues holen. Inzwischen habe ich die Schoko-Mochi öfter gebacken, auch mit japanischem süßen Vollkornreis, den ich frisch gemahlen habe. Schmeckt. Immer.

Ergibt ca. 16 Mochi:

  • 60 g Butter plus etwas für die Form
  • 120 g Zartbitterschokolade
  • 150 g Klebreismehl, laut Rezept Vollkorn, es geht aber auch mit weißem
  • 100 g Vollrohrzucker (ich hatte Rapadura)
  • 1 TL Natron
  • 200 g Joghurt, fette Sorte
  • 120 ml Vollmilch
  • 1 Ei, Größe L
  • Mark von 1/2 Vanilleschote

Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Auflaufform vom ungefähr 23 x 23 mit Butter ausstreichen.

Butter und Schokolade im Wasserbad schmelzen, dabei hin und wieder umrühren, damit sich beides gut verbindet. Von der Hitze nehmen und ein wenig abkühlen lassen.

Klebreismehl, Zucker und Natron in einer Schüssel vermengen. In einer zweiten Schüssel Joghurt, Milch, Ei und Vanillemark verquirlen. Die flüssigen Zutaten zu den trockenen geben, die Schokoladenmasse ebenfalls zugeben und alles zu einem glatten Teig verrühren.

Den Teig in die Auflaufform füllen, glatt streichen und ca. 25 min backen. Dann abkühlen lassen und in Stücke schneiden. Luftdicht verpackt bleiben die Mochi 2-3 Tage frisch, aber das ist reine Theorie.