Oktoberfestschmankerl: Wurstsalat von Regensburgern

Noch ist sie in vollem Gange, die Wiesn. Und ich sage es ganz ehrlich – ich bin aus vielerlei Gründen keine Wiesngängerin mehr. Ich bin eher froh, wenn der Spuk vorbei ist. Die Wiesn ist zu einer Art zweiwöchigem Münchner Ballermann mutiert.  So, wie sich das Oktoberfest präsentiert, mag ich es nicht mehr.  Wenn ich keine schulpflichtigen Kinder hätte, dann wäre ich zu dieser Zeit garantiert anderswo.

Dass ich Euch heute trotzdem ein typisches Brotzeitgericht, wie man es auf dem Oktoberfest findet, präsentiere, liegt daran, dass die Rettungstruppe  – gegründet von Susi und derzeit organisiert von Ingrid – heute Oktoberfest-Spezialitäten rettet. Im Grunde gibt es da ja klassisch bayerisches Essen.

Nanu? Muss man das retten? Die kann man doch im Zweifel auf dem Oktoberfest kaufen? Stimmt. Aber inzwischen nicht mehr nur da. Gerade in der Vorwiesenzeit überschlagen sich nicht nur die Discounter mit Angeboten – von der Schweinshaxn übers halbe Grillhendl bis hin zum Fertig-Kaiserschmarrn ist alles dabei. Schmeckt garantiert nicht wie auf der Wiesn sondern eher wie aus der Tütn ;-). Und ich sehe nicht ein , warum man klassisch bayerische Gerichte der Lebensmittelindustrie überlassen sollte.

Also, ich stelle Euch heute ein Brotzeitgericht vor – eine gute Unterlage für die eine (oder andere) Maß Bier. Wurstsalat. Damit arbeite ich auch gleich ein Kindheitstrauma auf; Wurstsalat gab es oft. Es war Fleischwurst mit ganz viel rohen Zwiebeln und einer extrem essigsauren Marinade; vermutlich aus Branntweinessig. Ich habe es gehasst. Und daher noch nie Wurstsalat gemacht geschweige denn irgendwo bestellt.

Deswegen gibt es jetzt eine frischere Variante mit einer feinsäuerlichen, harmonisch abgeschmeckten Marinade. Grob abschaut habe ich mir das Rezept bei Florian Lechner*, wobei ich unter anderem die rohen Zwiebeln durch Frühlingszwiebeln ersetzt habe.

Ein Wort zur verwendeten Wurst: Regensburger sind kurze, dicke, gebrühte Würste. In die fein gekutterte Wurstmasse kommen kleine, gröber geschnittene Fleischwürfel. Außerhalb Bayerns sind Regensburger schwer zu bekommen – und richtige Regensburger kommen ohnehin nur aus Regensburg. Man kann für den Salat ersatzweise auch auf Fleischwurst zurückgreifen.

Wurstsalat von Regensburgern

Bayerischer Wurstsalat, frisch interpretiert

Gericht Brotzeit
Länder & Regionen Bayern
Portionen 4 Portionen

Zutaten

  • 400 g Regensburger Wurst
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1/2 Bund Radieschen
  • 8 Kirschtomaten
  • 1/2 Salatgurke

Dressing:

  • 1 Schalotte
  • 2 EL Rapsöl
  • 1 TL Zucker
  • 300 ml Gemüsebrühe
  • 2 TL Senf, mittelscharf
  • 3 EL Weißweinessig
  • 1 Zehe Knoblauch
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Anleitung

  1. Zunächst das Dressing vorbereiten: Schalotte schälen und in feine Ringe schneiden. Das Öl in einem Topf erhitzen und die Schalotte bei mäßiger Hitze glasig braten. Mit dem Zucker bestreuen und karamellisieren lassen. 

  2. Jetzt die Gemüsebrühe angießen, Senf und Essig einrühren. Knoblauch schälen und fein hacken und ebenfalls zugeben. Die Sauce ca. 10 min leise köcheln lassen, dann mit Salz und Pfeffer abschmecken und von der Hitze nehmen. Sie soll lauwarm abkühlen.

  3. Während die Sauce abkühlt, kann man die Salatzutaten schnippeln. Die Würste häuten, dann der Länge nach halbieren und quer in feine Scheiben schneiden. Radieschen putzen und in feine Scheiben schneiden. Tomaten je nach Größe vierteln oder achteln. Die Gurke der Länge nach halbieren, die Kerne herauskratzen, dann die Hälften nochmals der Länge nach  halbieren  und in feine Scheiben schneiden. Frühlingszwiebeln putzen und in Röllchen schneiden. 

  4. Alle Salatzutaten in eine Schüssel geben, das lauwarme Dressing angießen und alles vorsichtig vermengen.

  5. Vor dem Servieren unbedingt 30 min durchziehen lassen.

Natürlich gibt es heute noch mehr Oktoberfest – Spezialitäten. Klickt Euch mal durch:

auchwas – Haxen mit Kraut
Brigittas Kulinarium – Rettungsaktion -Weisswurst in der Breznpanier mit Bayerischen Erdäpflsalat
Brittas Kochbuch – Knusprig gebratene Haxe mit Sauerkraut und Semmelknödelchen
Brotwein – Laugenbrezeln – bayerische Brezen zum Oktoberfest
CorumBlog 2.0 – Schnitzel mit Kartoffelsalat
Das Mädel vom Land – Vegetarische Wies’n-Jause
evchenkocht – Brezen-Salat mit Weißwurst und Rettich
genial-lecker – Backhendl nach Schuhbeck
Katha kocht! – Obazda “Light”
lieberlecker – Weisswurst Salat
Madam Rote Rübe – Handgeschabte Käse-Dinkelvollkorn-Spätzle mit Pfifferlinge
magentratzerl – Wurstsalat von Regensburgern
our food creations – Wiesn-Tapas
Pane-Bistecca – Selbstgemachte Schweinsbratwurst
Turbohausfrau – Obazda

Cakes, Cookies & more – Semmelknödel mit Pilzrahmsauce

Radieschen-Tonnato mit Sonnenblumenkernen und Zitrone

Ich bin immer noch ziemlich begeistert von Joshua Mc Faddens “6 Jahreszeiten”*. Wir haben ja eine Abokiste, und auf der Suche nach Inspiration geht mein Blick dann meist zuerst in dieses Buch.

Diesmal gab es Radieschen, also, unter anderem ;-), und mit war gleich klar – das gibt Tonnato. Dafür werden die Radieschen mit einer cremigen Thunfischsauce serviert, für den Biss gibt es noch Sonnenblumenkerne dazu und Zitronensaft für die Frische.

Das Ganze kann als Beilage fungieren (zum Beispiel zu einem schönen Stück Fleisch) oder als kleines Hauptgericht für Zwei. Ich plädiere ja für Hauptgericht, denn der Salat steht echt für sich und ist suchtfördernd. Ich habe jedenfalls nichts weiter dazu gebraucht.

Ach so – Joshua McFadden verwendet die Radieschenblätter nicht; er dekoriert statt dessen mit Sonnenblumensprossen.

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Radieschen-Tonnato

Pfeffrige Radieschen in cremiger Thunfischsauce

Gericht Hauptgang
Portionen 2 Portionen als Hauptgericht, 4 Portionen als Beilage

Zutaten

  • 2 Bund Radieschen mit etwas Grün
  • eine Handvoll frische Minze
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 30 g Sonnenblumenkerne

Tonnato:

  • 1 Dose Thunfisch im eigenen Saft
  • Salz
  • 50 g Mayonnaise
  • 2 EL Olivenöl
  • frisch gepresster Zitronensaft

Anleitung

  1. Für das Tonnato den Thunfisch abgießen. 

  2. Dann in eine Schüssel geben und mit einer großzügigen Prise Salz gut durchmischen. Die Mayonnaise (Rezept zum Beispiel hier) einarbeiten, dann das Olivenöl und den Zitronensaft. Kosten und mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.

  3. Für die Radieschen die Sonnenblumenkerne in einer kleinen Pfanne ohne Fett leicht anrösten, dann beiseite stellen.

  4. Die Radieschen putzen und je nach Größe der Länge nach halbieren oder vierteln. Vom Grün einige Blätter grob hacken. Minze ebenfalls hacken. 

  5. Das Tonnato in eine Schüssel geben und etwas Zitronensaft dazu pressen. Radieschen dazu geben und alles gut vermischen. Jetzt die Minze und einen Teil der Radieschenblätter zugeben, alles mit Salz und Pfeffer und, wenn nötig, weiterem Zitronensaft würzen. 

  6. Die Hälfte der Sonnenblumenkerne zugeben. Alles gut vermischen und  mit weiteren Sonnenblumenkernen und Radieschenblättern bestreut gleich servieren.

Radieschensalat mit Mohndressing


Uff. Das ist so simpel, ich habe lange überlegt, ob ich das überhaupt hier aufschreiben soll. Aber das Ganze schmeckt so toll – ich muss Euch die Chance geben, es auch zu probieren ;-).
Das Rezept ist aus dem neuen Buch von Hugh Fearnley-Whittingstall*, das einen ganz großen Schwerpunkt auf Gemüse setzt. Das Buch hat mich bezaubert; ich habe mich schon um Kopf und Kragen gekocht. Eine Buchvorstellung folgt demnächst.
Jetzt aber zu den Radieschen: die werden einfach in Scheiben gehobelt und mit einem mit Mohn angereicherten Dressing serviert. Das nussige Dressing passt prima zu den pfeffrigen Radieschen. Und mir gefällt gut, dass die Radieschen in feinen Scheiben daher kommen. Ich finde ihr Aroma sonst etwas dominant, durch das Hobeln wird es etwas sanfter und die Radieschen nehmen auch mehr vom Dressing auf.
Gehobelt ist ein gutes Stichwort: ich schicke die Radieschen als zweiten Beitrag zu Zorra, die sucht nämlich für ihr laufendes Blogevent gerade noch heute Gerichte mit fein gescheibelten Lebensmitteln.

Für 3 bis 4 Personen:

  • 200 g Radieschen
  • Meersalzflocken (ich liebe Maldon Salt)

Dressing:

  • 2 EL kalt gepresstes Rapsöl
  • 1 TL Zucker
  • 1 EL Zitronensaft, plus ggf. etwas mehr
  • 1/2 TL Dijonsenf
  • 1/2 EL Mohnsaat
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für das Dressing alle Zutaten in einer kleinen Schüssel verrühren; dabei nur leicht salzen; es kommt später noch mehr dazu.
Die Radieschen putzen und dann in feine Scheiben schneiden. Das geht am besten mit einem Gemüsehobel oder einer Mandoline. Ich habe diese hier*, die ist klein, scharf und in 4 Stufen verstellbar.
Radieschen auf einem Teller auslegen und das Dressing darüber träufeln. Alles mit Salzflocken bestreuen. Eine Scheibe probieren, und, wenn nötig noch etwas Salz und/oder Zitronensaft zugeben.
Man kann den Salat gleich essen oder 15 min ziehen lassen; mir hat er nach kurzer Zieh-Zeit besser geschmeckt.

Mabodon und Soja-Radieschen

Donburi – das ist eine Schale Reis mit einem Topping. Dieses hier ist, neben dem Oyaku-Doburi, das ich Euch hier schon vorstellt habe, eines der beliebsteten Donburis. Der Ursprung des Toppings ist aber chinesisch – das Topping geht auf Mapo-Tofu zurück, ein Gericht, das ich heiß und innig liebe. Ein paar Varianten habe ich Euch schon gezeigt, und heute ist dank Stevans japanischem Kochbuch* eben die japanische Variante daran.

Die japanische Variante ist wesentlich milder als das Original aus Sichuan, es kommt wenig Chilipaste daran und kein Sichuan Pfeffer. Dafür darf aber Miso für ordentlich Umami sorgen. Uns hat das gut gefallen.

Zum Mabodon habe ich die Soja-Radieschen serviert. Hierfür werden Radieschen mitsamt ihrem Grün in etwas süßer Sojasauce und Essig mariniert – knackig, frisch, ein wenig salzig, ein wenig süß.

Mabodon:

  • 350 g gegarter Sushi-Reis
  • 1 Zwiebel
  • 1 bis 2 Zehen Knoblauch
  • 500 g Schweinehack
  • 4 EL Erdnussöl
  • 20 g Ingwer
  • 1 TL rotes Miso
  • 1/2 bis 1 TL Tobanjan-Paste* (oder rote Chilisauce)
  • 1 TL Reisessig
  • 4 EL Sojasauce
  • 1 TL Zucker
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 200 g Tofu, feste Sorte
  • etwas Koriandergrün zum Servieren

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. Erdnussöl in einer großen Pfanne erhitzen und darin Hackfleisch, Knoblauch und Zwiebel braten, bis das Hackfleisch krümelig und hellbraun ist.

Den Ingwer schälen, reiben und zur Fleischmischung geben. Miso, Tobanjan-Paste, Essig, Sojasauce und Zucker unterrühren, die Brühe angießen und alles aufkochen lassen. Den Tofu in Würfel schneiden und ebenfalls zugeben. Alles ohne Deckel ca. 5 min einkochen lassen, bis die Sauce etwas andickt und sich die Aromen verbunden haben.

Korianderblättchen zupfen und hacken.

Den Reis auf Schalen verteilen, die Sauce darauf anrichten und alles mit etwas Koriandergrün bestreut servieren.

Radieschen:

  • 1 Bund Radieschen mit Grün
  • 1 EL Sesamsaat
  • Salz
  • 4 EL süße Sojasauce
  • 1-2 TL Reisessig
  • 1 EL Öl

Radieschen und Grün gründlich waschen. Das zartere Blattgrün in eine Schüssel mit kaltem Wasser legen, den Rest entfernen. Die Radieschen halbieren. Sesam in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis es duftet, dann leicht salzen und beiseite stellen.

Aus Sojasoße, Reisessig und Öl eine Sauce rühren, die Radieschen darin marinieren. Das Blattgrün kurz vor dem Servieren trocken tupfen und zusammen mit dem Sesam unterrühren.

Die Radieschen kann man gleich essen. Man kann sie auch zudeckt einige Tage im Kühlschrank aufbewahren; sie marinieren dann immer stärker.

 

Kartoffel-Feta-Laibchen mit süßsaueren Radieschen

kartoffel-feta laibchen mit süßsaueren radieschen

Ich habe ja in der Rezension schon genug geschwärmt, aber es ist tatsächlich weiterhin so, dass “Gaumenkino“* mein aktuelles Lieblingskochbuch ist. Ich hole es ziemlich oft aus dem Regal, und in aller Regel ist es so, dass ich für jedes Gemüse, das in der Abokiste ist, eine Verwendung finde, die mir gefällt.

Diesmal waren die Radieschen dran. Ich bin hier die einzige, die Radieschen mag und so esse ich sie meist mit Butter und Salz. Aber als diesmal das Bund mit den hübschen Kleinen in der Gemüsekiste lag, fing es an zu rattern in meinem Hinterstüchen. Da war doch was?

Genau. Das hier. Die süßsauren Radieschen sind klasse. Es ist pures Glück, dass welche übriggeblieben sind, als das Essen auf den Tisch kam. Denn das Schälchen mit den Radieschen stand zum Abkühlen in der Küche, und bei jedem Vorbeilaufen wanderte wieder ein Radieschen in meinen Mund.

Aber eigentlich sind die Radieschen ja die Nebensache – und sie ergänzen die Laibchen aus Kartoffeln und Feta sehr gut. Die Laibchen sind fluffig und würzig – und wenn man die Kartoffeln schon am Vortag kocht, dann stehen sie auch rasch auf dem Tisch.

Für 4 Personen:

  • 750 gr. Kartoffeln, bevorzugt mehlig kochende
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 2 Eier
  • 200 gr. Feta
  • optional: etwas Kartoffelstärke
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss
  • Rapsöl oder Butterschmalz zum Braten

Für die Radieschen:

  • 2 Bund Radieschen
  • etwas Rapsöl
  • 2 TL Zucker
  • 1 Schuss milder Essig
  • 100 ml Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Die Kartoffeln mit Schale kochen, abgießen und auskühlen lassen.

Die Radieschen vom Grün befreien, waschen und vierteln. Rapsöl in einer Pfanne erhitzen, den Zucker einrieseln lassen und schmelzen. Die Radieschen dazugeben, kurz durchschwenken und dann mit Essig ablöschen. Gemüsebrühe dazugeben und die Radieschen bissfest dünsten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und bis zum Servieren an einem kühlen Ort durchziehen lassen.

Kartoffeln  schälen,  grob raffeln und in eine Schüssel geben. Knoblauch schälen und fein hacken. Eier und Knoblauch zu den Kartoffeln geben, den Feta dazubröckeln, alles gut vermischen und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Ich hatte Frühkartoffeln, die wenig Stärke haben. Meine Masse hat nicht so gut abgebunden, deshalb habe ich einen Esslöffel Kartoffelstärke eingearbeitet.

Öl oder Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen. Aus der Kartoffelmasse mit den Händen Laibchen formen und diese in der Pfanne von beiden Seiten goldbraun ausbraten.

Zum Servieren die Laibchen mit den Radieschen anrichten.

Kimchi

kimchi

aber fix!

Kimchi. Meine erste Erfahrung geht zurück auf die Studienzeit. Wir hatten ein Fest in der Fakultät. Eine Kommilitonin war begeisterte Korea-Anhängerin. Natürlich brachte sie Kimchi mit. Der japanische Assistent des Prof lupfte kurz den Deckel der Box, schnüffelte und sagte in einem ganz bestimmten Tonfall: “Ahhhh…..Kimchi”. Man hörte durchaus, dass seine Begeisterung sich in Grenzen hielt. Na, und ich war damals auch olfaktorisch beeindruckt 🙂 .

Seitdem sind ja ein paar Jahre ins Land gegangen, und es wird Zeit, die Erinnerung etwas aufzufrischen. Ich will schon lange endlich Kimchi machen – da kommt der Event bei Foodfreak als Anstupser gerade recht.

Ich habe mich für ein schnelles Kimchi entschieden, so zum Ausprobieren. Dieses Kimchi kann gleich gegessen werden, ist nach 2-3 Tagen optimal und hält sich im Kühlschrank ca. 10 Tage. Die erste Adresse für Kimchi ist selbstverständlich Madame Fleischklops – hier geht es zum Originalrezept.

Dieses Kimchi ist tatsächlich ganz fix und einfach herzustellen. Ich habe es drei Tage im kühlen Keller durchziehen lassen und dann erwartungsvoll den Deckel der Box gelupft, und siehe da, da war er, der bekannte Geruch 😉 . Beim Probieren war ich erstaunt: das Kimchi schmeckt eher mild.

Schnelles Kimchi (reicht für einen 1 1/4 l Container)

  • 1 kg Chinakohl
  • 100 g Meersalz
  • 1 l Wasser
  • 300 g Radieschen (Original: Rettich)

Gewürzpaste:

  • 1 Schalotte
  • ½ kleiner Apfel
  • 3-4 Knoblauchzehen
  • 3 Scheiben Ingwer
  • 50 g gekochter abgekühlter Reis
  • ½ EL Zucker
  • 3 EL Gochugaru (koreanisches Chili, Asia-Shop)
  • 2 EL Fischsauce (eigentlich fermentierte Baby-Shrimps)
  • evtl. Meersalz nach Geschmack

Zubereitung:

Chinakohl von grobem Schmutz und welken Außenblättern befreien. Vom Boden eine gerade Scheibe von ca. 1cm Dicke abschneiden. Die Blätter auseinander lösen und immer 4-5 Blätter aufeinander legen.. Die Blätter in mundgerechte Stücke schneiden (ca. 4-5 cm).

Das Salz in eine große, hitzefeste Schüssel geben. 1 Liter aufkochen, zum Salz gießen und unter Rühren auflösen. Den Kohl in die Schüssel geben und mit einem Spatel unter Wasser drücken. 10 min stehen lassen. 

Inzwischen die Radieschen waschen, putzen und in dünne Scheiben schneiden.

Für die Gewürzpaste alle Zutaten  grob vorschneiden und pürieren, mit Gochugaru nach Geschmack abschmecken. Ziehen lassen.

Den Kohl wenden, mit dem Spatel wieder unter Wasser drücken. Die Radieschen darauf verteilen. Nach 20 min wieder alles von oben nach unten durchmischen. Nochmal andrücken und weitere 20 min stehen lassen. Wenn insgesamt 50 min vergangen sind, ein dickes weißes Stück Kohl aus der Schüssel holen und zwischen den Fingern verbiegen. Es sollte leicht elastisch sein und nachgeben. Wenn das noch nicht der Fall ist, alles nochmal durchmischen und weitere 10 min stehen lassen.

Kohl und Radieschen abgießen, mit frischem Wasser gründlich abspülen und in einem Durchschlag gründlich abtropfen lassen.  Leichtes Ausdrücken hilft, aber aufpassen, dass das Gemüse nicht zermatscht. Das Gemüse wieder in die Schüssel geben, die Gewürzpaste dazu geben und alles mit den Händen vorsichtig vermischen. Mit Salz, Zucker und Gochugaru abschmecken, wenn gewünscht. 

Alles in einen Behälter umfüllen und gut andrücken. Es dürfen keine Luftlöcher entstehen, damit das Kimchi nicht umkippt. Behälter verschließen. Man kann dieses Kimchi gleich essen, besser schmeckt es aber, wenn es 2-3 Tage durchziehen konnte. Im Kühlschrank hält es dann bis zu 10 Tagen.

 

Pfannengerührte Radieschen

pfannengerührte radieschen

Radieschen sind grade recht oft in der Gemüsekiste. Ich esse scharfen hübschen Mini-Rettiche gerne einfach so mit Butter und Salz. Auch im Salat machen Sie, klassisch wie in Kartoffelsalat oder so wie hier, eine gute Figur.

Hier kommt eine weitere Verwendungsmöglichkeit: pfannengerührt. Das Gericht ist einfach und schnell zu machen, im Ergebnis aber eine richtige Leckerei: seidige und gleichzeitig knackige Radischenscheiben, ein wenig Schärfe und ein wenig erfrischende Säure. Hübsch anzusehen ist es noch dazu mit seinem pastelligen Rosa und den grünen Farbtupfern.

Im Originalrezept wird ein Rettich (Daikon) verwendet.

  • 1 Bund Radieschen
  • Salz
  • 1 frische rote Chilischote
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 TL Sojasauce
  • 1 1/2 TL Reisessig
  • 1 TL Sesamöl
  • 2 EL Erdnussöl zum Braten

Die Radieschen putzen und in feine Scheibchen schneiden. In einer Schüssel mit 3/4 TL Salz mischen und ca. 15 min durchziehen lassen.

Die Chili entkernen und in feine Streifen schneiden. Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden.

Radieschen abspülen und trockentupfen.

Einen Wok auf hoher Flamme erhitzen, dann das Öl hineingeben, Chili zugeben und kurz durchrühren. Dann Radieschen zugeben und alles einige Minuten pfannenrühren; dabei Sojasauce zugeben und, wenn nötig, salzen. Zuletzt Frühlingszwiebeln und Essig einrühren und alles unter Rühren nochmals heiß werden lassen.

Vor dem Servieren mit Sesamöl abschmecken.

Salat mit Edamame und Radieschen, dazu grüne Tahini-Sauce

salat mit radieschen und edamame

Am Wochenende haben wir tatsächlich die Grillsaison eröffnet. Endlich konnte man draußen sitzen, ohne mit den Zähnen zu klappern, nassgeregnet oder vom Winde verweht zu werden.

Ich grille gerne, aber im Grunde sind mir die Beilagen fast wichtiger als das, was auf dem Grill liegt. Frische Salate und gutes Brot gehören für mich auf jeden Fall dazu; sonst macht das Ganze keinen Spaß.

Dieser Salat kommt frühlingsfrisch daher und besticht nicht nur durch schöne Aromen (wenn Kreuzkümmel und Salzzitronen unter den Zutaten sind, bestehen gute Chancen, dass mir etwas schmeckt 🙂 ), sondern auch durch Farbenpracht – gerade recht, nachdem so lange alles grau in grau war. Mit Brot und dem Dipp dazu kann er auch als leichtes Hauptgericht herhalten. Im Original wird der Salat übrigens mit Dicken Bohnen statt Edamame zubereitet. Das Rezept ergibt eine ordentliche Menge; aber der Salat hält sich ein wenig, und ich könnte mir gut vorstellen, dass er auch so manche Lunchbox und das ein oder andere Picknick bereichert.

Der Dipp hat übrigens nicht nur unseren Salat angereichert – er passte auch wunderbar zu den Lammkottelets vom Grill.

Ach ja, Brot gab es natürlich auch, wie Ihr auf dem Bild sehen könnt. Es war das Dinkel-Weizen-Mischbrot nach auchwas; das ich nur wärmstens empfehlen kann.

Für den Salat:

  • 500 gr. Edamame
  • 350 gr. Radieschen
  • 1/ 2 kleine rote Zwiebel
  • 30 gr. eingelegte Zitrone
  • Saft von 2 Zitronen
  • 2 El Petersilienblättchen
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für die Sauce:

  • 150 ml Tahin
  • 80 ml Zitronensaft
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1/2 TL Salz
  • 30 gr. Petersilie

Für den Salat zunächst die gefrorenen Edamame in kochendem Salzwasser ca 5 min blanchieren; dann abtropfen und auskühlen lassen.

Die Radieschen waschen, putzen und in jeweils 6 Spalten schneiden. Zwiebel und Zitrone fein hacken. Radieschen und Edamame zusammen mit Zwiebel und Zitrone in eine Schüssel geben und mit Zitronensaft, Olivenöl und Kreuzkümmel vermischen. Den Salat mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Petersilie fein hacken und unterheben.

Für die Sauce den Knoblauch und die Petersilienblättchen ganz fein hacken.

Tahin in einer Schüssel mit 150 ml Wasser glattrühren, dann Zitronensaft und Knoblauch einrühren und die Mischung salzen.  Die Petersilie einrühren. Die Mischung sollte cremig und klümpchenfrei sein; wenn sie zu dick ist, noch etwas Wasser zugeben. Probieren und, wenn nötig, nachsalzen.

Zum Servieren den Salat in Schälchen geben und mit etwas  Sauce toppen.

Rezept adaptiert aus: Ottolenghi, Das Kochbuch*