Gefüllte Paprikaschoten, Peckham Art

Gefüllte Paprika? In meiner Kindheit war das der Klassiker: die relativ bitteren, grünen Paprikaschoten, gefüllt mit Hackfleisch, serviert mit Tomatensauce. Ich mochte das damals ganz gern, und auch heute stehen hin und wieder gefüllte Paprika auf dem Tisch. Allerdings nur ganz selten in der klassischen Version – es gibt einfach zu viele Möglichkeiten, was die Füllung angeht.

Diese Variante hier kommt von der wunderbaren Sally Butcher*.  Sie erzählt, dass in Persien die Paprika klassischerweise mit Hackfleisch und Reis gefüllt werden. Sie hat das ganze variiert und füllt die Schoten mit Gerstengraupen und Gemüse. Das kam mir entgegen, denn von der Suppe neulich waren noch Graupen da. In die Füllung wandern außerdem Chilis, Cumin und einiges an Kräutern – das ist toll; bei uns hat sich niemand beschwert, dass es an Fleisch fehlen würde. Und wer Angst vor Graupen hat – sie machen sich wunderbar in der Füllung.

À propos Sally Butcher: sie ist ja Eigentümerin eines Corner Shops in London Peckham. Und wenn Ihr da mal hinkommen solltest, dann solltet Ihr wissen – sie ist Ladeninhaberin mit Leib und Seele und sie möchte gut behandelt von ihrer Kundschaft ;-).

Rein zufällig ist dieses Gericht vegan. Wer möchte, kann die Schoten aber zusätzlich mit Käse überbacken oder etwas Mascarpone dazu servieren.

Für 4 Personen:

  • 5 Paprikaschoten, verschiedene Farben
  • 100 g Gerstengraupen; ich hatte mittlere Körnung
  • 1 Schalotte
  • 1 grüne Chilischote
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 cm frischer Ingwer
  • 1/2 TL Kreuzkümmelsaat
  • 1 Stange Sellerie
  • Olivenöl
  • 300 ml Gemüsebrühe
  • jeweils eine Handvoll Koriandergrün und Petersilie
  • 2 große Tomaten
  • 250 ml Tomatensaft
  • 1/2 TL Chiliflocken
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Die Paprikaschoten der Länge nach halbieren, Trennwände und Kerne entfernen. Eine Paprikaschote fein hacken.

Schalotte und Knoblauch schälen und fein hacken, ebenso den Ingwer. Selleriestange in feine Würfel schneiden, Tomaten  und Chili hacken. Die Kräuter zupfen und die Blättchen ebenfalls fein hacken; beim Koriander kann man außerdem die feinen Stiele mitverwenden.

Den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Etwas Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Schalotte, Knoblauch, Kreuzkümmelsaat, Chili, Ingwer, Sellerie und die gehackte Paprikaschote darin etwas anbraten. Wenn alles anfängt, weich zu werden, die Graupen dazugeben. Gut rühren, damit sich alles vermischt, dann die Gemüsebrühe angießen. Deckel auflegen, alles aufkochen lassen und dann bei geringer Hitze die Graupen ausquellen lassen. Wenn die Brühe absorbiert wurde, ca. 250 bis 300 ml Wasser angießen und alles weiter köcheln lassen, bis die Graupen weich, aber bissfest sind. Von der Hitze nehmen, Tomaten und Kräuter unter die Füllung mischen und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Tomatensaft mit Salz und Chiliflocken würzen und in eine Auflaufform gießen. Die halbierten Paprikaschoten mit der Graupenmischung füllen und in die Auflaufform setzen. Die Form abdecken und die gefüllten Paprika im heißen Ofen ca. 40 min backen.

Zucchini-Gulasch in Paprikasauce

….und noch ein Zucchini-Rezept. Ich hatte es ja versprochen. Für dieses Gulasch müsst Ihr bitte junge, zarte Zucchini nehmen, sonst wird das nichts.

Ob man das nun Gulasch nennen darf, ohne eines auf die Mütze zu kriegen weiß ich auch nicht. Immerhin gab es erst neulich wieder ein Carbonara-Gate bei Nigella Lawson. Und ich habe den Titel faulerweise einfach aus der “Slowly Veggie”, in der ich das Rezept gefunden habe übernommen.

Aber egal, Namen sind ja nicht so wichtig. Jedenfalls schmeckt das Ganze. Es wird eine Sauce aus Paprikaschoten gekocht, darin landen dann die angebratenen Zucchinischeiben. So kommt man an eine herrliche Sauce.

Für 4 Personen:

  • 2 Zwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 3 gelbe Paprikaschoten
  • Olivenöl zum Braten
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 TL Kreuzkümmelpulver
  • 1/2 Bund Thymian
  • 2 EL Tomatenmark
  • 400 ml Gemüsebrühe
  • 700 g Zucchini
  • Paprika edelsüß
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 120 g Joghurt
  • 1 TL Zitronenabrieb

Zwiebeln und Knoblauch schälen und hacken. Paprika putzen und in Würfel schneiden. Thymian zupfen.

Etwas Öl in einem Topf erhitzen und Zwiebel, Knoblauch und Paprikastücke darin abraten. Dann Lorbeer, Kreuzkümmel und ca. die Hälfte des Thymians zugeben. Tomatenmark einrühren und kurz unter Rühren mitrösten. 300 ml Brühe angießen, Deckel auflegen und alles in ca. 15 min weichkochen. Dann die Lorbeerblätter herausfischen und die Sauce aufmixen.

Während die Sauce kocht, die Zucchini putzen und in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zucchinischeiben von beiden Seiten goldbraun anbraten, dann in die pürierte Sauce geben. Alles nochmal 5 min köcheln lassen, dann mit Paprika edelsüß, Salz und Pfeffer abschmecken.

Das Joghurt mit Zitronenabrieb und den restlichen Thymianblättchen verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren das Zucchini-Gulasch in Schalen schöpfen und mit etwas Joghurt servieren. Ich finde, man braucht Brot dazu  – zum Sauce auftunken.

Aus dem Slowcooker: Fleischbällchen in süß-saurer Chilisauce

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Zur Zeit ist der Slowcooker recht selten im Einsatz. Wenn die Zeit knapp wird, greife ich oft auf Reste zurück. Neulich aber war es mal wieder so weit. Und diese Hackbällchen – das Rezept habe ich natürlich von Gabi und  Ulrike* – haben uns so gut gefallen, dass ich sie Euch nicht vorenthalten möchte.

Der Clou ist nämlich die Sauce – süß, sauer, scharf. Auch wenn sie nicht nach Chilisauce aussieht – sie hat sich geweigert, rot zu werden – sie schmeckt so. Ich liebe ja diese süße Chilisauce…zu allem möglichen und hier verwandelt sie einfache Hackbällchen in ein sehr erfreuliches Essen. Um so besser, dass es schon auf einen wartet, wenn man abgekämpft nach Hause kommt.

Das Original-Rezept ist ohne Paprika, aber ich wollte noch etwas Gemüse dabei haben – Paprika passt. Und gibt einen kleinen Farbtupfer. (Wenn schon die Sauce nicht rot wird….).

Zu einem solchen Essen passt Reis am besten, finde ich. Ich habe den Reis einfach schon mal mit der erforderlichen Menge Wasser in den Topf gegeben, bevor wir das Haus verlassen haben. Der Reis quillt dann schon mal vor und ist tatsächlich später in ein paar Minuten fertig. Alternativ könnte man ihn wohl auch im Schnellkochtopf kochen – aber ich habe mich das bis heute nicht getraut.

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Für 2-3 Personen:

  • 500 g Schweinehack
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 60 g frische Semmelbrösel oder Panko
  • 2 TL Sesamöl
  • 1/2 TL Salz
  • 1 EL geröstete Sesamsaat (ich hatte schwarzen)
  • 1 Ei
  • 1 rote Paprikaschote
  • etwas Öl zum Braten

Chilisauce:

  • 3 Zehen Knoblauch
  • 2 rote Thai-Chilis
  • 60 ml Weißweinessig
  • 50 g Zucker
  • 9 g Speisestärke
  • 210 ml Wasser
  • außerdem:
  • 120 ml Rinderfond
  • Frühlingszwiebelringe zum Garnieren

Für die Fleischbällchen Knoblauch schälen und fein hacken. In einer Schüssel das Fleisch mit Knoblauch, Semmelbröseln, Sesam, Sesamöl und Ei verkneten und alles mit Salz würzen. Aus der Masse ca. 20 Bällchen zu 30 g. formen.

Ein wenig Öl in einer ausreichend großen Pfanne erhitzen und die Fleischbällchen darin rasch von allen Seiten anbräunen. Dann in den Einsatz des Slowcookers geben.

Die Paprika halbieren, Kerne und die wattigen Scheidewände entfernen und das Fruchtfleisch in mundgerechte Würfel schneiden. Paprika in der Pfanne anbräunen, dann zu den Fleischbällchen in den Einsatz geben. Den Rinderfond angießen.

Jetzt zur Sauce: Knoblauch schälen und grob hacken. Die Chilis halbieren und  – je nach Konstitution – die Kerne herausholen. Alles Zutaten in einen Messbecher geben und mit den Stabmixer aufmixen, dann über die Fleischbällchen gießen.

Deckel aufsetzen und das Ganze 4-5 h auf “low” garen.

Mit Reis auf Tellern anrichten und mit Frühlingszwiebelringen bestreuen.

Domoda

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Gerichte aus dem südlichen Afrika habe ich noch nicht hier vorgestellt, was sich hiermit ändert. Dieses Gericht aus “Hand in Hand“* hat Babou beigesteuert, ein junger Mann aus Gambia. Seine Flucht dauerte insgesamt zwei Monate. Er ist zu Fuß durch die lybische Wüste gelaufen und hat mit vielen anderen zusammen auf einem viel zu kleinen Floß nach Italien übergesetzt. Er freut sich, nun in Sicherheit zu sein, eine Aufenthaltsgestattung und eine Lehrstelle zu haben.

Aber natürlich vermisst er seine Familie. Domoda ist ein leicht scharfes Ragout mit Hühnchen und Erdnussbutter. Zuhause in Gambia haben dieses Gericht Babous Mutter und seine Großmutter fast jede Woche gekocht. Nun kocht er es selbst.

Und ich kann gut verstehen, dass es sein Lieblingsgericht ist: die leicht scharfe Soße im Zusammenspiel mit der Erdnussbutter ist toll.

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Für 4 Personen:

  • 3 Karotten
  • 1 rote Paprika
  • 1 grüne Paprika
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • neutrales Öl zum Anbraten
  • 750 g Hähnchensschenkel
  • 2 EL Tomatenmark
  • 50 g Erdnussbutter
  • 500 ml Hühnerbrühe
  • Cayennepfeffer

Karotten und Paprika putzen, Zwiebel und Knoblauch schälen. Alles in feine Würfel schneiden.

Die Hühnerschenkel im Gelenk teilen. Steht nicht so im Rezept, aber ich finde, das gibt schönere Portionen. Fleisch in einem Topf in etwas Öl anbraten, dann salzen. Wenn das Fleisch etwas Farbe angenommen hat, Zwiebel und Knoblauch zugeben und mitrösten. Tomatenmark und Erdnussbutter zugeben und alles mit anbraten, dann die Brühe angießen. Aufkochen, Deckel auflegen und alles bei milder Hitze 20 min köcheln lassen. Dann die Gemüsewürfel zugeben und alles weitere 10 min garen.

Den Eintopf mit Salz, Pfeffer und Cayennepfeffer abschmecken. Dazu passt gekochter Reis.

 

Grünkern-Chili aus dem Schnellkochtopf

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Ich mag Grünkern total gern; mir gefällt einfach der nussige, rauchige Geschmack. Und dafür, dass ich ihn mag, gibt es ihn tatsächlich viel zu selten. Klar, dass mich das Rezept für ein Chili mit Grünkern aus dem Schnellkochtopf-Buch* gleich gereizt hat.

Der Versuch hat sich gelohnt. Der Grünkern macht sich richtig gut im Chili. Wer also keine Lust auf ein klassisches Chili mit Fleisch hat, findet hier eine schöne Alternative. Ich sehe mich schon Grünkern-“Bolognese” basteln ;-).

Und dann waren da noch die Bohnen – ohne Einweichen wirklich fix gegart, das ist sehr praktisch, wenn man, wie ich, gerne mal das Einweichen vergisst.

Nur eine Sache dauert verdammt lang: das Abkühlen des Topfes nach dem Vorgaren der Bohnen. Da muss man schon eine halbe Stunde Wartezeit einkalkulieren. Ich denke, ich würde beim nächsten Mal die Bohnen etwas länger vorgaren und dafür den Topf schneller öffnen.

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Für 4 bis 6 Portionen:

  • 250 g getrocknete Kidney-Bohnen
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Olivenöl
  • 150 g Grünkernschrot
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 2 rote Paprika (original: 1 gelb, 1 rot)
  • 1 Stange Lauch
  • 2 Dosen stückige Tomaten (je 400g)
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 EL Paprika edelsüß
  • 1/2 TL Chiliflocken
  • 1/2 TL gemahlener Zimt

Die Bohnen in einem feinmaschigen Sieb abbrausen, abtropfen lassen und in den Schnellkochtopf geben. 1, 5 l Wasser angießen, den Topf verschließen, aufheizen und ab Erreichen der 2. Kochstufe 13 min garen. Schnellkochtopf abkühlen lassen, bis das Ventil keinen Druck mehr anzeigt.

Inzwischen Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken. Olivenöl in einem Topf erhitzen und Zwiebel und Knoblauch darin glasig andünsten. Den Grünkern dazu geben, 200 ml Gemüsebrühe angießen, aufkochen, dann von der Hitze nehmen und den Grünkern 15 min quellen lassen.

Die Paprikaschoten halbieren, putzen und in ca. 2 cm große Würfel schneiden. Lauch putzen, in Ringe schneiden und gründlich waschen.

Schnellkochtopf öffnen. Die Bohnen abgießen und wieder zurück in den Schnellkochtopf geben. Den gequollenen Grünkern, die Tomaten, die restliche Brühe und das vorbereitete Gemüse dazugeben. Alles gut verrühren, dann mit 1 TL Salz, Paprika, Chiliflocken und Zimt würzen.

Den Schnellkochtopf verschließen und wieder aufheizen. Ab Erreichen der 1. Kochstufe 3 min garen. Den Topf abdampfen (also den Entfüftungsregler langsam und stufenweise auf Null schieben) und öffnen. Das Chili mit Salz, Pfeffer und Chiliflocken abschmecken und servieren.

 

Gezupftes Hühnerfrikassée Gulasch-Style mit Selleriepüree

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Dieses Frikassée aus Alexander Herrmanns “Geschmacksgeheimnissen“* hat uns richtig gut gefallen: das Fleisch ist saftig und aromatisch und die Sauce schlichtweg zum drin baden.

Das Prinzip ist ebenso einfach wie genial: es werden Hähnchenkeulen verwendet. Diese werden erst mit Basis-Würzzutaten geschmort, anschließend wird das Fleisch von den Knochen gezupft und mit den Saucenzutaten aromatisiert. Man hat also geschmortes Fleisch als Basis, mit dem man hinterher frei ist beim Abwandeln des fertigen Gerichts.

Das Basisrezept ist ein klassisches Frikasée mit Champignons, ich habe mich dann für das Frikasée Gulasch-Style entschieden, einfach, weil sich das so gut mit meiner Vorratslage gedeckt hat.

Ich habe Selleriepürée zu dem Gericht serviert. Auch das war wunderbar. Und das sage ich, die ich nicht der größte Sellerie-Fan bin.

Ich entlasse Euch mit diesem Rezept in die wohlverdienten Feiertage. Macht es Euch richtig gemütlich, habt eine glückliche, entspannte Weihnachtszeit. Hier wird es auch etwas ruhig. Weihnachtsferien auch für mich. Mit ein paar wenigen Wortmeldungen dürft Ihr rechnen, aber betriebsam wird es erst wieder …. ja, nächstes Jahr  nach den Weihnachtsferien. Lasst es Euch richtig gut gehen!

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Für 4 Personen:

zum Schmoren:

  • 4 Hähnchenkeulen mit Haut
  • Salz
  • 2-3 EL Rapsöl
  • 200 Zwiebeln
  • 200 g Karotten
  • 200 g Knollensellerie
  • 500 ml Rotwein
  • ca. 800 ml Hühnerbrühe
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 Scheibe duchwachsener Speck

Für die Sauce:

  • 2 rote Paprikaschoten
  • 1 EL Rapsöl
  • 100 g Sahne
  • 25 g Mehl
  • 25 g Butter
  • 1 Zehe Knoblauch
  • je 1 TL Paprika edelsüß und gemahlener Kümmel
  • Schalenabrieb von 1 Orange und 1 Zitrone (Bio)
  • 2 EL Majoranblättchen
  • 1/2 Bund glatte Petersilie
  • Pfeffer
  • 150 g saure Sahne zum Servieren

Für das Pürée:

  • 600 g Knollensellerie (geschält gewogen)
  • 1 mittelgroße Kartoffel
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 350 g Sahne
  • 50 g Butter

Zum Schmoren den Ofen auf 180°C Umluft vorheizen.

Das Gemüse putzen und in Stücke schneiden.

Die Hähnchenkeulen salzen und in einem ofenfesten Bräter im Öl rundherum kräftig braun anbraten, wir wollen ordentlich Röststoffe. Das Gemüse dazu geben und mit anrösten. Jetzt mit dem Wein ablöschen und alles etwas einkochen lassen. Den Deckel auflegen und den Bräter in den Ofen stellen. 30 min garen, dann die Temperatur auf 140°C Umluft reduzieren und weitere 30 min garen.

Keulen aus dem Bräter nehmen und abkühlen lassen. Den Schmorsud durch ein Sieb gießen, das Gemüse dabei ausdrücken. Das Hähnchenfleisch von Haut und Knochen lösen.

Während das Fleisch gart, hat man Zeit, die Zutaten für die Sauce vorzubereiten. Dafür die Paprika schälen, die Kerne und die weißen Scheidewände herausholen und das Fruchtfleisch in mundgerechte Stücke schneiden. Knoblauch schälen und in feine Scheiben schneiden. Kräuter hacken.  Mehl und Butter zu einer homogenen Masse verkneten, das ist Mehlbutter, mit der die Sauce später gebunden wird.

Paprikaschoten im Öl scharf anbraten, dann beiseite stellen.

Mit der Sauce geht es weiter, wenn das Hühnchen geschmort und gezupft ist: den Schmorsud mit der Sahne verrühren, aufkochen. Die Mehlbutter in kleinen Portionen nach und nach einrühren, dann die gebratenen Paprikaschoten zugeben. Knoblauch, Gewürze, Zitrusschalenabrieb und Kräuter zugeben. Die Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken, dann das gezupfte Fleisch zugeben und alles bei ganz schwacher Hitze 20 min ziehen lassen.

Für das Püree die Kartoffel schälen. Sellerie und Kartoffeln in Würfel schneiden, dann in Salzwasser gar kochen, sie sollen richtig weich sein. Abgießen, wieder auf den Herd stellen und bei ganz schwacher Hitze gut ausdampfen lassen.

Sahne angießen. Unter Rühren fast vollständig einkochen lassen, dabei aufpassen, dass nichts anbrennt.

Butter in einem kleinen Topf leicht bräunen, dann zum Sellerie geben.

Alles zusammen in einen Mixer geben und zu einem cremigen Pürée verarbeiten; das dauert ungefähr 3 min. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren das Frikassée mit dem Pürée auf Tellern anrichten. Mit Kräutern dekorieren. Eigentlich auch noch mit saurer Sahne, aber das habe ich vergessen.

Gefüllte Lasagne-Paprika

gefuellte paprika

Ich habe tatsächlich eine Zeitlang überlegt, ob ich das Rezept mit Euch teilen soll. Wegen des Fotos. Ich bin da ja nicht sonderlich empfindlich, aber diese Paprika, die waren schon recht zickig beim Ablichten. Ich habe mich dann aber doch durchgerungen, denn sie schmecken wirklich wunderbar. Ihr müßt mir das jetzt einfach mal glauben, ok?

Das Rezept habe ich bei Erin Alderson* gefunden. Sie macht nicht nur schöne Bücher , sondern bloggt auch regelmäßig schöne Rezeptideen. Das mit der Lasagne kommt daher, dass kleine gegarte Nudeln, Tomatensauce und eine Ricottacreme in den Paprika landen. Mit Käse überbacken wird natürlich auch :-).

Das Ganze ist einfach mal etwas komplett anderes als die gefüllten Paprika, die mir sonst so untergekommen sind (ihr wißt schon….mit Hackfleisch, mit Reis, mit Linsen; nicht schlecht, aber Abwechslung ist noch besser.)

Die Tomatensauce, die verwendet wird, ist auch toll – sie wird aus im Ofen gerösteten Tomaten gemacht. Im Original kommt nur etwas Sauce in die Paprikaschoten; ich habe zusätzlich die restliche Sauce auf dem Boden der Auflaufform verteilt.

Für ca. 4 Portionen:

  • 4 rote Spitzpaprika
  • 60 g Orzo (Reisnudeln, Kritharaki)
  • etwas Olivenöl
  • 120 g Ricotta
  • 1 Ei
  • 1/2 TL gerockneter Oregano
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Kugel Mozzarella

Für die Sauce:

  • 450 g Tomaten
  • 1 Schalotte
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 TL Olivenöl
  • 1 TL Zitronensaft
  • Salz
  • 6 frische Basilikumblättchen

Wir starten mit der Sauce: Den Ofen auf 220° Ober-und Unterhitze vorheizen.  Schalotte und Knoblauchzehen schälen. Tomaten und Schalotte vierteln und in einer Auflaufform mit Knoblauch, Salz und Olivenöl vermischen. Im heißen Ofen ca. 40 min garen, bis die Tomaten weich sind und ihre Haut zu bräunen beginnt. Alles in einen Mixer geben, Basilikum und Zitronensaft zufügen und zu einer dickflüssigen Sauce aufmixen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und beiseite stellen.

Backofengrill auf 250°C stellen. Paprika halbieren, Kerne und die weißen Wände herausholen. Im Ofen ca. 2 min garen; sie werden etwas weich und die Haut reißt ein. Beiseite stellen; Ofenhitze auf 190°C reduzieren.

Den Boden einer Auflaufform mit etwas Tomatensauce bedecken und die Paprikaschoten mit der Öffnung nach oben darauf verteilen.

Die Pasta nach Packungsanweisung garkochen, abgießen, mit etwas Olivenöl vermengen und beiseite stellen. Ricotta mit Ei und Oregano verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Jetzt in jede Paprikaschote zunächst etwas Tomatensauce geben. Darauf jeweils Nudeln verteilen, dann die Ricottamischung. Mozzarella in Scheiben schneiden und ebenfalls auf der Füllung verteilen.

Im heißen Ofen ca. 20 min backen, bis der Käse geschmolzen und die Füllung heiß ist.

 

Piperopita Piliou – Paprika-Zwiebel-Pie vom Berg Pilion

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Es gibt etwas zu feiern – Petras schöner Blog “Obers trifft Sahne” feiert den 5. Geburtstag. Geburtstagkinder dürfen sich etwas wünschen – und Petra wünscht sich, dass wir etwas für sie kochen, das einen Bezug zur Zahl fünf hat. Klar, dass ich da etwas beisteuern möchte. Ich mag nämlich nicht nur ihren Blog, sondern auch Petra  selbst. Ob wir uns dieses Jahr wohl auch wieder bei der Buchmesse über den Weg laufen?

Bildschirmfoto 2016-02-27 um 19.23.05Gut, also, Rezepte mit einer Fünf….Och ja, das wird schon. Notfalls mache ich halt was mit 5-Gewürze-Pulver. Gut, ich habe das Pulver in der Schublade gelassen. Meinen Mann freut das, der mag diese Mischung nämlich gar nicht.

Fündig geworden, als ich bei Vefa Alexiadou* blätterte. Ich hatte einen übergroßen Vorrat an Paprika und war auf der Suche nach Inspiration. Das Register spuckte diese Pita aus – und was las ich in der Arbeitsanleitung: den Boden der Form mit 5 (!) Blättern Filoteig auslegen. Ganz klar ein Zeichen, also legen wir los 😉 .

Eigentlich hatte ich vor, den Teig selbst zu machen. Aber dann war ich irgendwie malad und der Kampfgeist hat mich verlassen. Petra, ich hoffe die Pita schmeckt Dir trotzdem. Auf die nächsten fünf Jahre.

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Für 8-10 Stücke:

  • 250 g Filoteig (10 Blätter)
  • Olivenöl zum Bepinseln

Füllung:

  • 1 rote Paprika
  • 2 kleine hellgrüne Paprika (original: je 1 rote, gelbe und grüne)
  • 2 Zwiebeln
  • 4 Frühlingszwiebeln
  • eininge Stängel glatte Petersilie
  • 2 EL Semmelbrösel
  • 200 g Feta
  • 2 Eier
  • Cayennepfeffer
  • Salz
  • 1 große Tomate

Den Ofen auf 180 °C Ober- und Unterhitze vorheizen. Für die Füllung die Paprikaschoten halbieren, Kerne und weiße Wände entfernen und den rest in Streifen schneiden. Zwiebeln schälen und in dünne Ringe schneiden. Frühlingszwiebeln putzen und in Röllchen schneiden. Petersilie zupfen und die Blättchen hacken.

Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Paprika, Zwiebeln und Frühlingszwiebeln darin bei mittlerer Hitze andünsten, bis sie weich werden. Von der Hitze nehmen und ein wenig abkühlen lassen. Dann Semmelbrösel und Petersilie untermengen. Feta dazukrümeln, Eier aufschlagen ebenfalls zugeben. Alles gründlich vermischen und mit Salz und Cayennepfeffer würzen.

Den Boden einer runden Tarteform mit Filoteig auslegen: dazu ein Blatt Filoteig auf die Arbeitsfläche legen, mit Olivenöl bepinseln, dann ein zweites Blatt darauflegen. So weiter verfahren, bis insgesamt 5 Teigblätter übereinander liegen. Den Stapel nehmen und vorsichtig in die Form legen. Dann mit einer Schere rund zuschneiden, wenn nötig. Die Füllung auf dem Teigboden verteilen. Die Tomate in Scheiben schneiden und auf der Füllung verteilen.

Jetzt, wie oben beschrieben, einen Deckel aus den restlichen 5 Blättern Filoteig zubereiten. Deckel auf die Füllung legen, wenn nötig rund zusschneiden und die Ränder gut andrücken. Nicht vergessen, auch die oberste Teigschicht mit Olivenöl zu bepinseln. Mit einem scharfen Messer die Pita in 8 bis 10 Stücke teilen. Man muss das vor dem Backen machen, weil hinterher der knusprige Teig sonst aufsplittert und sich nicht mehr gut schneiden lässt.

Im heißen Ofen ca. 50 min backen. Die Pita schmeckt, heiß und lauwarm.

 

Tave Me Patate: Kartoffelauflauf aus Albanien

tave me patate

Fußball ist mir immer noch schnurz. Das wird sich in diesem Leben auch nicht mehr ändern. Es ist mir noch immer schleierhaft, was so fesselnd daran ist, wenn 20 Menschen einem Ball hinterher rennen. Und erst recht, dass man sich darüber dann auch noch aufregen kann. Fußballspiele im Fernsehen dienen hier höchstens als Einschlafhilfe.

euro_kochen_130x250Was ich aber, genau wie vor 2 Jahren zur WM, klasse finde, ist Peters Idee, für jedes Land, das an der EM teilnimmt, einige Gerichte zu kochen – Europakochen 2016. Eine schöne Möglichkeit, auch mal über den Tellerrand hinauszuschauen. Ich habe mir  aus der Liste 2 Länder herausgesucht, deren Küche man normalerweise nicht so im Fokus hat. Und deswegen gibt es heute ein Essen aus Albanien.

Die albanische Küche ist im Grunde mediterran; ich habe mich ein wenig umgeschaut und Parallelen zur Küche Ex-Jugoslawiens gefunden, manche Rezeptnamen muten auch griechisch oder türkisch an.

Ein Rezept gefunden habe ich bei Arte. Ich bin ein großer Fan der Sendung “Zu Tisch…”; auf der Website findet man die Rezepte zur Sendung.

Ich habe gelesen, dass die Rezepte der albanischen Küche hauptsächlich auf Überlieferung beruhen und daher oft wenig konkret formuliert sind; so ist es auch mit diesem Rezept bei Arte….ich habe es ein wenig verändert. Unter anderem steht im Rezept kein Käse, auf dem Bild ist aber zu sehen, dass der Auflauf mit geraspeltem Käse bestreut wurde. Ich habe die Gelegenheit genutzt mich eines Restes Feta zu entledigen.

Für 4 Personen:

  • 2 Zwiebeln
  • 1 kg Kartoffeln
  • 1 grüne Paprika
  • 1 rote Paprika
  • 3 Tomaten
  • 50 g Butter, geschmolzen
  • 50 ml Milch
  • 3 Eier
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • optional: 50 g Feta

Den Ofen auf 200° C ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Auflaufform gründlich einfetten.

Kartoffeln schälen und in Schnitze schneiden. Zwiebeln schälen, vierteln und in Streifen schneiden; Tomaten in Würfel schneiden. Die Paprika halbieren, die Kerne und die weißen Wände entfernen und das Fruchtfleisch in Stücke schneiden.

In einer großen Schüssel die Eier mit Butter, Salz und Pfeffer verquirlen, dann die Milch zugeben und alles gründlich verrühren. Gemüse und Kartoffelschnitze zugeben und alles gründlich vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und, wenn gewünscht, den Feta darüber krümeln.

Masse in eine flache Auflaufform füllen und im heißen Ofen 60 min backen.

 

Stroganoff à la Hiltl

stroganoff

In diesem Fleisch-Klassiker aus “Meat the Green“* wird das Fleisch durch Seitan ersetzt. Seitan ist eigentlich ein klassisches Produkt aus der asiatischen Küche. Hergestellt wird er aus dem Klebereiweiß des Weizens. In Japan ist er ein traditioneller Bestandteil des Tempura. Und in China wird er schon immer in der vegetarischen Küche als Fleischersatz benutzt. Im Asiashop findet Ihr eingedoste vegetarische Ente oder auch Hühnchen – die sind aus Seitan.

Und bei uns hat der Seitan als Fleischersatz auch Einzug gehalten. So wie in diesem Stroganoff. Das hat uns gut gefallen. Wer keinen Seitan mag, kann statt dessen Tofu nehmen oder einfach mehr Pilze. Ich glaube, ein reines Pilz-Stroganoff muss ich auch noch probieren.

Für 4 Personen:

  • 250 g Seitan
  • 300 g gemischte Pilze (Champignons, Austernpilze, Shiitake)
  • 2 rote Paprika
  • 2 Essiggurken
  • 1 Schalotte
  • 1 Schuss Cognac
  • 4 TL Paprika edelsüß
  • 1 Prise Cayennepfeffer
  • 200 ml Rotwein
  • 200 ml Gemüsebrühe
  • 200 ml Sahne (original: vegane Saucencreme)
  • 1 Frühlingszwiebel (original: 1/2 Bund Schnittlauch)
  • Crème fraîche zum Servieren (original: vegane  Schlagcreme oder veganer Frischkäse)

Den Seitan in ganz dünne Scheiben schneiden. Pilze putzen und Blättrig schneiden. Wenn Shiitake verwendet werden, die zähen Stiele entfernen. Paprikaschoten und Essiggurken in feine Streifen schneiden, Schalotte schälen und fein hacken.

Das Öl erhitzen. Erst den Seitan, dann die Pilze portionsweise kräftig anbraten. Dann alles zusammen in die Pfanne geben, mit Cognac ablöschen und kurz einkochen lassen. Paprika, Essiggurken und Schalotte zugeben und mitdünsten. Mit Paprika und Cayennepfeffer würzen und mit Rotwein ablöschen. Ca. 5 min offen köcheln lassen, dann Gemüsebrühe und Sahne zugeben und alles bis zur gewünschten Konsistenz einkochen lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren mit Schnittlauch- oder Frühlingszwiebelröllchen bestreuen und mit Crème fraîche anrichten. Dazu passen Reis oder feine Nudeln.