Würziges Linsenragout mit Merguez und Seelachs

linsenragout mit merguez und seelachs

Das ist wirkliches Comfort-Food.Ein würziges Linsenragout mit Tomate und Merguez, das ist alleine schon ein schönes Essen an einem eher merkwürdigen Herbsttag. Das Stückchen Fisch darauf ist das Tüpfelchen auf dem “I”. Ein Stück Brot dazu, ein kleiner Salat…dann kann ich so einige Unbill beiseite schieben. Arbeitsintensiv ist das ganze auch nicht grade….die Linsen müssen eine Zeitlang köcheln, aber das tun sie ja eigenverantwortlich 🙂 .

Tony Singh, von dem das Rezept* stammt, ist so ein richtiger Spezialist für fix hergestelltes Seelenfutter. Er verwendet Knurrhahns-Filets. Er schreibt, dass dieser Fisch in Großbritannien sehr unbeliebt und daher preisgünstig sein….bei mir musste Seelachs als Topping für das Ragout herhalten. Beliebt und preisgünstig, das könnte auch passen, oder?

Für 4 Personen:

  • 3 EL Pflanzenöl
  • 1 große Zwiebel
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 1 Karotte
  • 1 Stange Sellerie
  • 2 Lorbeerblätter
  • einige Zweige Thymian
  • 200 gr. Merguez
  • 200 gr. braune Linsen
  • 1 Dose Tomaten (400 gr.)
  • ca. 350 ml Gemüsebrühe
  • 100 ml Rotwein
  • Salz, Pfeffer
  • 2 EL gehackte Blättchen scharfes Basilikum
  • 3 EL glatte Petersilie, gehackt

Zwiebel schälen und in feine Ringe schneiden. Knoblauch abziehen und fein hacken. Karotte schälen und in feine Scheiben schneiden. Selleriestange ebenfalls in feine Scheiben schneiden. Merguez in kleine Stücke schneiden.

Etwas Öl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebel und Knoblauch darin glasig andünsten, dann Karotte, Sellerie, Lorbeerblätter, Thymian und die Würstchen zugeben und für 5 min anrösten.

Nun die Linsen, Tomaten, 350 ml Gemüsebrühe und Wein zugeben und alles mit Salz und Pfeffer würzen. Zum Kochen bringen, Deckel auflegen und bei geringer Hitze ca. 1 h simmern lassen, bis die Linsen weich sind. Ab und zu mal nachschauen – wenn das Ganze zu trocken wird, etwas mehr Brühe zugeben.

Wenn die Linsen fast gar sind, das restliche Öl in einer Pfanne erhitzen. Den Fisch darin von beiden Seiten kurz anbraten, dann salzen und beiseite stellen.

Wenn die Linsen gegart sind, die Kräuter einrühren und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken. Fischfilets auf die Linsen legen und mit geschlossenem Deckel nochmal 5 min durchziehen lassen.

Rote-Linsen-Suppe mit Aubergine und Minze

linsensuppe mit aubergine

Gleich am kommenden Montag  startet ja wieder große Rezensionswoche “Jeden Tag ein Buch”. Bevor es aber so richtig los geht, stärken wir uns mit einer schönen Suppe.

Die vegetarische Weltreise auf der Tomateninsel macht nämlich Station in der Türkei. Da muss ich mitmachen. Nicht, dass ich jemals dagewesen wäre, aber ich liebe die türkische Küche. Ich mag einfach die verwendeten Zutaten und die Aromen. Diese Küche ist für mich ein wunderbares Beispiel dafür, dass man aus recht einfachen Zutaten wunderbare Dinge kochen kann, und so etwas gefällt mir einfach.

So ist es auch bei dieser Suppe: sie hat alles, was man braucht: cremige Linsen, eine schöne Würze durch Minze, Knoblauch und Paprika und als Extra gebratene Auberginen. Eigentlich bin ich ja die einzige Auberginenliebhaberin in diesem Haushalt – aber diesmal gab es kein Gemecker. Ein einfaches Fladenbrot dazu – und die Mahlzeit ist komplett.

….und jetzt noch ein kleines Update hinterher: die Suppe ist nicht nur köstlich, sondern auch vegan. Deshalb schicke ich sie auf Kathas nette Anregung hin zum Tierfreitag.

Für 4:

  • 300 gr. rote Linsen
  • 1 Zwiebel
  • 5 EL Olivenöl
  • 1 1/4 L Gemüsebrühe
  • 1 EL Meersalz
  • 30 ml Zitronensaft
  • 250 gr. Aubergine (ich hatte kleine, lange)
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 TL getrocknete Minze
  • 1 TL Paprika edelsüß
  • frische gehackte Minze zum Servieren
  • Salz, Pfeffer aus Mühle

Zwiebel schälen und fein hacken. Linsen in ein Sieb geben, waschen und abtropfen lassen.

Die Aubergine waschen und in ca. 1 cm lange Stücke schneiden.

Mit Salz bestreuen und in ein Sieb geben. Knoblauch schälen und fein hacken. Frische Minze ebenfalls fein hacken.

2 EL Olivenöl in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebel darin glasig andünsten. Dann die Linsen und die Brühe zugeben, alles zum Kochen bringen und bei niedriger Temperatur köcheln lassen, bis die Linsen gar sind. Den anfangs hochsteigenden Schaum mit einem Schaumlöffel abschöpfen.

Die Auberginen abspülen und gründlich trockentupfen.

Das restliche Öl in einer Pfanne erhitzen. Die Auberginenstücke hineingeben und garen, bis sie weich und gebräunt sind, dabei immer wieder mal rühren. Knoblauch zugeben und garen, bis es duftet, dann mit getrockneter Minze und  Paprika würzen und weitere 2 min garen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Wenn die Linsen gar sind, die Suppe mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken.

Zum Servieren die Suppe in Teller oder Schalen gießen, auf jede Portion etwas von den gebratenen Auberginen geben und alles mit frisch gehackter Minze bestreuen.

Rezept adaptiert aus: Leanne Kitchen, Pismek*

Biryani mit Gemüse und Linsen

biryani

Die vegetarische Weltreise auf der Tomateninsel macht Station in Indien. Dazu steuere ich gerne etwas bei, denn ich liebe indisches Essen. Und weil vegetarische Ernährung in Indien hoch im Kurs steht, ist es gar nicht schwer, ein passendes Gericht zu finden. Man muss es nur schaffen, sich zu entscheiden 🙂

Biryani ist ein etwas aufwendigeres Reisgericht, das ich viel zu lange nicht mehr gekocht habe. Man braucht ein paar Töpfe und etwas Zeit. Die Zutaten werden seperat vorgekocht, dann übereinandergeschichtet und fertig gegart. Durch diese Zubereitung wird einerseits der Reis wunderbar locker, andererseits hat man ein Gericht mit konstrastierenden Konsistenzen und Aromen. Kurz gesagt: Biryani ist einfach ein Traum!

In dieser Variante hier gibt es zusätzlich noch Linsen. Das Original-Rezept verwendet ganze rote Linsen. Ich hatte nur geschälte rote Linsen, die beim Kochen rasend schnell zerfallen und habe deshalb Puy-Linsen benutzt. Außerdem wird im Original-Rezept das Gemüse frittiert…..das mag ich als Bestandteil eines Gerichtes nicht so gerne, also habe ich es statt dessen einfach gebraten. Geschummelt habe ich bei der Fertigstellung – ich habe alles im Backofen garen lassen statt im Topf.

Für 3-4 Personen:

Linsen:

  • 100 gr. Puy-Linsen
  • 1 TL Sonnenblumenöl

Gemüse:

  • Sonnenblumenöl zum Braten
  • 1 Kartoffel
  • 1 Karotte
  • 1 rote Paprika
  • 1 Aubergine
  • 1 kleine Zucchini
  • 1 Zwiebel

Masala:

  • 2-3 grüne Chilies
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 3 cm Ingwerwurzel
  • 1 Prise Salz

Reis:

  • 150 gr. Basmati-Reis
  • Sonnenblumenöl
  • 1/2 TL Salz

Zum Fertigstellen:

  • 1/2 TL Garam Masala
  • 3/4 TL Salz
  • 3 Lorbeerblätter
  • 30 gr. Butter, plus etwas für die Form

Linsen waschen und dann einen Topf geben, mit reichlich Wasser aufgießen. Alles zum Kochen bringen und die Linsen bissfest kochen. Abgießen und beiseite stellen.

Die Kartoffeln und Karotten schälen und würfeln. Paprika halbieren, die Kerne und das Weiße herausholen, Fruchtfleisch in Würfel schneiden. Aubergine und Zucchini ebenfalls würfeln. Zwiebel schälen, halbieren und in Ringe schneiden.

Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Zunächst die Kartoffelwürfel in die Pfanne geben und einige Minuten braten. Dann Aubergine und Karotte zugeben und weiterbraten. Zuletzt die Paprika und Zucchini zugeben. Braten, bis Kartoffel und Aubergine durchgegart sind. Dann beiseite stellen. Nochmals etwas Öl in die Pfanne geben und nun die Zwiebelringe knusprig braten. Wer Zeit sparen möchte, kann sie auch parallel zum anderen Gemüse in einer weiteren Pfanne braten. Zwiebeln am Ende zum Gemüse geben.

Für das Masala die Chilis klein schneiden (die Kerne bleiben drin), Knoblauch und Ingwer schälen und grob hacken. Alles zusammen mit dem Salz im Mörser zu einer Paste verarbeiten.

Den Reis waschen und abtropfen lassen. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und den Reis zusammen mit Salz und dem Masala anbraten. Dann ca. 325 ml Wasser angießen und den Reis ohne Deckel 10-11 min bei starker Hitze kochen lassen. Den Reis mit Alufolie ganz dicht abdecken, die Hitze auf ganz niedrig reduzieren (ich habe die Platte ausgeschaltet und die Nachwärme genutzt) und 5 min weitergaren.

Backofen auf 180°C vorheizen. Eine Auflaufform ausbuttern.

Linsen in eine große Schüssel geben. Garam masala, Salz und Lorbeerblätter zugeben und alles mischen. Dann Reis und Butter vorsichtig einrühren.

Nun ca. 1/3 der Reismischung in die Auflaufform geben; die Schicht sollte ca. 1 cm dick sein. Die Hälfte der Gemüsemischung darauf verteilen. Darauf wieder eine Schicht Reis geben, dann das restliche Gemüse. Mit einer Schicht Reis abschließen.

Den Reis mit Alufolie abdecken, dabei die Ränder gut verschließen. Es soll kein Dampf entweichen. Im heißen Ofen 20 min backen.  Herausnehmen und noch 10 min ruhen lassen, dann servieren.

Rezept adaptiert aus: Kaushy Patel, Prashad*

Minestrone mit Linsen, Knöpfle und Pilzen

minestrone mit linsen

Die Events im Kochtopf liefern immer wieder schöne Ideen und Denkanstöße. So auch diesmal. Linsen wünscht sich die Schwäbin Tina.

Linsen sind hier immer willkommen und stehen in allen erdenklichen Varianten oft auf dem Tisch. Die Kombination “Linsen” und “Schwaben” weckt dann auch noch zusätzliche Erinnerungen. Ich habe nämlich einige Jahre lang in Stuttgart gewohnt. Und ich kann mich noch an meine leichte Ungläubigkeit erinnern, als ich das erste Mal von dem hörte, was für mich das schwäbische Nationalgericht schlechthin ausmacht: Linsen mit Spätzle und Saitenwürsten. Ok, dachte ich damals….zweinmal Beilage….aha….Selbstlose Selbstversuchte haben ergeben – das schmeckt. Wenn es gut gemacht ist. Denn oft genug sah ich in den Stuttgarter Supermärkten die Menschen stehen mit einer Dose Linsen mit Suppengrün, einer Tüte getrockneter Spätzle und einer Packung Wiener. Das ist dann nicht so toll. Aber selbstgemacht sind Linsen mit Spätzle ein echtes Wohlfühlessen. Würste brauche ich dazu dann gar nicht.

Und deswegen gibt es jetzt auch so etwas ähnliches: zwei Sorten Linsen in einer Minestrone zusammen mit Köpfle und Pilzen. Linsen auf italo-schwäbisch also 🙂

Dass sich jede Menge Linsen in der Minestrone verstecken, müßt Ihr mir jetzt einfach glauben…sie waren fotoscheu und wollten nicht so recht an die Oberfläche.

Johann Lafer verfeinert seinen Eintopf mit Steinpilzöl, ersatzweise Trüffelöl und schmeckt ihn mit Sojasauce ab. Ich habe statt dessen Pilz-Sojasauce verwendet; das mache ich gerne, um Pilzgerichte ein wenig zu pimpen. Es gibt im Asia-Shop gute Qualitäten, die aus natürlich gebrauter Sojasauce und Pilzextrakt hergestellt sind und  ohne chemische Helferlein auskommen.

Für 4 bis 6 Personen:

Für die Knöpfle:

  • 350 gr. Mehl
  • 4 Eier
  • ca. 50 ml Wasser
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle, Muskatuss

Für den Eintopf:

  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Öl
  • 400 gr gemischte Pilze
  • 1/4 Bund Petersilie
  • 2 Lorbeerblätter
  • ein paar Zweiglein frischer Thymian und Rosmarin
  • 750 ml Gemüsebrühe
  • 150 gr. braune Linsen (ich hatte eine Mischung aus Berglinsen und Belugalinsen)
  • 100 gr. rote Linsen
  • 2 EL Sojasauce (ich hatte welche mit Pilzgeschmack)
  • 1 Bund Schnittlauch

Für die Knöple das Mehl in eine Schüssel geben und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss tüchtig würzen. Eier zugeben und den Teig mit einem Holzlöffel schlagen, bis er Blasen wirft; dabei, wenn nötig, nach und nach etwas Wasser zugeben. Teig ruhen lassen, während man die Suppe zubereitet.

Dafür die Pilze putzen, größere halbieren oder in Stücke schneiden. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Linsen getrennt in je ein Sieb geben und abbrausen.

In einem großen Topf das Öl erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin glasig dünsten. Gemüsebrühe angießen. Die braunen Linsen, Lorbeer, Thymian, Rosmarin und Petersilie zugeben. Zudecken und ca. 20 min bei kleiner Hitze köcheln lassen.

Inzwischen für die Knöpfle einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Den Teig portionsweise durch ein Knöpflesieb oder eine Presse in das kochende Wasser geben. Einmal aufkochen lassen, dann mit einem Schaumlöffel herausnehmen und mit kaltem Wasser abbrausen, damit der Kochvorgang gestoppt wird und die Knöpfle nicht zusammenkleben. Mit dem restlichen Teig genauso verfahren.

Nun die roten Linsen und die Pilze zum Eintopf geben und noch einige Minuten garen; das Ganze sollte nicht länger als 5 Minuten dauern. Dann Petersilie, Lorbeer, Rosmarin und Thymian aus dem Topf fischen. Den Eintopf mit Sojasauce, Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Anrichten mit Schnittlauchröllchen bestreuen.

Rezept adaptiert aus: Die Welt in Lafers Küche

Brot mit zweierlei Linsen

brot mit zweierlei linsen

Es ist Bread Baking Day. Und diesmal richtet ihn Ninive aus. Und weil Ninive gerne ein wenig an Kohlehydraten einspart und auf eiweißreiche Ernährung achtet, wünscht sie sich Eiweiß im Brot. Ehrlich gesagt…..eine Herausforderung für jemanden wie mich, die ich einen starken Hang zu Kohlehydraten habe.

Ich habe also über Fladenbrot mit hohem Kichererbsenanteil nachgedacht. Oder über Toast mit einem Anteil Seidentofu. Tofu mag Ninive aber nicht so gern. Dann fiel mir schlagartig ein, dass ich da ja dieses Buch* habe. War da nicht ein Brot mit Beluga-Linsen drin? Hatte dieses Brot nicht den Ausschlag gegeben, das Buch zu kaufen? Und warum habe ich das Brot dann noch nicht gebacken?

Beim Backen hat mich dann die Macht der Gewohnheit übermannt. Ich habe am Rezept geschraubt. Das Original kommt zusätzlich noch mit einer Einlage aus gerösteten Paprika daher. Die habe ich unterschlagen. Dafür ist mir aber eingefallen, dass ich schon öfter Pfannkuchen mit einem Anteil an gemahlenen Linsen gemacht habe. Warum also nicht noch zusätzlich noch Linsenmehl ans Brot geben?

Das Ergebnis? Ein rustikales Brot, dem die Belugalinsen eine schöne nussige Note geben. Das zusätzliche Linsenmehl macht sich wohl eher im Eiweißgehalt bemerkbar; geschmacklich ist mir da nichts aufgefallen. Das Brot passt gut zu herzhaften Belägen und ist eine schöne Beilage zu Suppen oder Eintopfgerichten.

Für die Einlage:

  • 150 gr. Belugalinsen (Berglinsen oder Puylinsen gehen auch)
  • 400 ml Wasser
  • 50 ml milder Apfelessig
  • 1 Lorbeerblatt

Für das Brot:

  • 50 gr. Roggensauerteig (ich habe dafür am Vorabend 1 TL meines Sauerteigs mit 25 gr. Roggenmehl und 25 gr. Wasser angerührt)
  • 300 gr. Weizenmehl 550
  • 150 gr. Roggenmehl, Vollkorn
  • 50 gr. rote Linsen, gemahlen
  • 10 gr. frische Hefe
  • 350 ml Wasser
  • 10 gr. Salz

Am Vorabend für die Einlage die Linsen mit Wasser, Apfelessig und  Lorbeerblatt in einen Topf geben, aufkochen, ca. 30 min bei milder Hitze köcheln lassen. Dann mindestens 8 h ausquellen lassen. Die Linsen sollten dabei nahezu die gesamte Flüssigkeit aufnehmen.

Die geringe Menge Sauerteig hat sicher nur auf das Aroma Auswirkungen. Womöglich könnte man auch auf ein Tütchen zurückgreifen; ich hab es nicht versucht. Statt dessen 1 TL Anstellgut mit 25 gr. Roggenmehl und 25 gr. Wasser verrührt und 16 h bei Raumtemperatur stehen lassen.

Am Backtag die Mehlsorten mit den gemahlenen Linsen und dem Salz in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Die Hefe im Wasser auflösen. Das Hefewasser und den Sauerteig zum Mehl in die Schüssel geben und alles von der Maschine in ca. 8 min zu einem geschmeidigen Teig verkneten lassen (4 min langsam, 4 min schnell). Die Linsen durch ein Sieb abgießen und gut abtropfen lassen. Ich habe das nicht gründlich genug gemacht; mein Teig war nach Zugabe der Linsen zu weich und ist beim Backen etwas breitgelaufen. Die Linsen in die Teigschüssel geben und auf niedriger Stufe unterheben.

Den Teig bedeckt in ca 1h zu doppelter Größe aufgehen lassen. 1 längliches Gärkörbchen mit Mehl bestäuben. Den gegangenen Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem länglichen Laib formen, mit dem Schluß nach unten in das Körbchen geben und nochmals aufgehen lassen.

Inzwischen den Ofen auf 250°C vorheizen. Wer hat, schiebt einen Backstein ein. Der Teigling ist backreif, wenn man mit dem Daumen leicht in den Teigling drückt und die so entstehende Delle langsam wieder zurückgeht. Normalerweise dauert es etwa eine Stunde bis zur Backreife.

Den Teigling auf den Backstein (oder auf ein mit Backpapier belegtes Blech) kippen. Der Schluß liegt jetzt oben. Das Brot mit Dampf in ca 50 min ausbacken, dabei nach 10 min die Temperatur auf 220°C reduzieren.

Gepökelter Schweinebauch mit Linsen

gepökelter schweinebauch mit linsen

Das ist eines der vielen Rezepte, die ich aus “Körner, Rezepte mit Biss”* nachgebastelt habe. Bei dem derzeitigen Schmuddelwetter kommt so eine deftige Mahlzeit sehr gelegen.

Ich gebe es zu…der Schweinebauch sieht etwas bleich aus, denn er wird gekocht, nicht gebraten. Aber er ist wirklich köstlich – durch das kurze Pökeln und das langsame Garen wird er würzig und butterzart. Wer mag, kann zusammen mit den Linsen noch etwasmehr Wurzelgemüse als Beilage mitgaren.

Für den Schweinebauch:

  • 1 kg Schweinebauch mit Schwarte
  • 100 gr. grobes Meersalz
  • 7 gr. Rohrohrzucker
  • 4 Lorbeerblätter
  • 3 Gewürznelken
  • 3 Körner Piment
  • 1 TL Wacholderbeeren
  • 4 schwarze Pfefferkörner
  • 1 Zwiebel
  • 2 Karotten
  • 4 Stangen Staudensellerie
  • Salz

Für die Linsen:

  • 250 gr. Linsen (ich habe Tellerlinsen genommen)
  • 1 Schalotte
  • 2 Karotten
  • 2 Stangen Sellerie
  • 1 Zehe Knoblauch
  • etwas Olivenöl
  • getrockneter Thymian (oder 1 Zweig frischer, wenn Ihr hat)
  • gehackte Petersilienblättchen zum Anrichten

Zunächst wird der Schweinebauch gepökelt. Dafür das Meersalz, den Zucker, 2 Lorbeerblätter, Nelken, Piment und Wacholderbeeren im Blitzhacker zerkleinern. Den Schweinebauch von allen Seiten gründlich mit der Mischung einreiben, in eine Frischhaltedose packen und mindestens 4 h im Kühlschrank durchziehen  lassen.

Wenn es ans Kochen geht, Zwiebel schälen und fein hacken, Karotten schälen und in Würfelchen schneiden, Staudensellerie putzen und in feine Scheiben schneiden.

Das Fleisch abwaschen und mit dem Gemüse, 2 Lorbeerblättern und den Pfefferkörnern in einen großen Topf geben. Fleisch mit Wasser bedecken, alles langsam aufkochen lassen und abschäumen. Den Schweinebauch bei niedriger Hitze in ca. 1 1/2 h garziehen lassen.

Inzwischen für die Linsen die Schalotte und den Knoblauch abziehen und fein hacken. Karotten schälen und fein würfeln. Sellerie putzen und würfeln.

Öl in einem Topf erhitzen. Schalotte und Knoblauch glasig andünsten, Karotte und Sellerie zugeben und kurz mitdünsten, dann die Linsen, Thymian und Lorbeer dazu geben. Von der Kochbrühe des Schweinebauchs 600 ml abnehmen und zu den Linsen geben. Linsen in ca. 15-20 min garkochen, dann mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Anrichten den Schweinebauch aus dem Sud nehmen und in Scheiben schneiden. Die Linsen auf einen Teller geben, den Schweinebauch darauf legen und mit der Petersilie bestreuen.

Reis-Linsen-Bällchen

reis-linsen-bällchen Wie steht es um Eure Nachkochliste? Lang?

Meine auch. Manche Sachen sitzen da schon…ewig. Andere springen einen deratig an, dass sie bei nächster Gelegenheit nachbastelt werden. So erging es mir mit diesen Bällchen, die ich neulich hier bei Valentinas Kochbuch erspäht habe. Die Begeisterung der Autorin war ansteckend – und nachdem ich die Bällchen gemacht habe, schließe ich mich der Lobeshymne an. Die Teilchen sind klasse! Nussiger Vollkorn-Basmati, rote Linsen, Walnüsse für den Crunch, frische Zitronenschale – also kurz gesagt, macht diese Bällchen, Ihr werdet es nicht bereuen.

Im Original werden die Bällchen mit Pinienkernen gemacht, ich habe Walnüsse benutzt – hat nicht geschadet. Serviert habe ich die Bällchen mit meiner Standard-Tomatensauce; das hat prima gepasst.

Übrigens….die Bällchen sind auch prima zum Mitnehmen geeignet.

Für 20 Bällchen:

  • 150 gr. Vollkorn-Basmati
  • 100 gr. rote Linsen
  • 2 Schalotten
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 120 gr. Walnüsse
  • 1 TL getrockneter Thymian
  • einige Blättchen Basilikum
  • abgeriebene Schale und Saft von 1 Bio-Zitrone
  • 1 großes Ei
  • 100 gr. frisches Paniermehl (ich schreddere dafür immer Brotreste und packe sie in die Tiefkühle)
  • 1 TL Salz
  • Pfeffer aus der Mühle

Für die Tomatensauce:

  • 1 Schalotte
  • 1 Zehe Knoblauch
  • etwas Olivenöl
  • 1 Dose Tomaten
  • 1 Lorbeerblatt
  • etwas Piment
  • Salz, Pfeffer
  • ein Schuss Granatapfelsirup (danke für die tolle Idee, Ninive)

Zuerst den Reis in der doppelten Menge Wasser gar kochen, dann auskühlen lassen.

Dann die Linsen abbrausen und in reichlich Salzwasser 5 min kochen. Sie sollen grade gar sein und auf keinen Fall matschig werden. Die Linsen abgießen und in einem Sieb abtropfen lassen.

Die Schalotten und die Knoblauchzehe schälen und fein hacken. Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und Schalotten und Knoblauch darin glasig andünsten. Frühlingzwiebeln putzen, in feine Ringe schneiden und kurz mitdünsten. Vom Feuer nehmen.

Walnüsse grob hacken. Basilikum in Streifen schneiden.

Den Backofen auf 220°C vorheizen.

Nun in einer großen Schüssel alle Zutaten mit den Händen gründlich vermischen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Aus der Reis-Linsen-Masse mit angefeuchteten Händen golfballgroße Bällchen formen auf das Blech legen. Im heißen Ofen ca 15-20 min backen, dabei einmal wenden.

Inzwischen für die Sauce Schalotte und Knoblauch abziehen und fein hacken. In einem kleinen Topf etwas Olivenöl erhitzen und Schalotte und Knoblauch glasig dünsten. Tomaten und Lorbeerblatt zugeben, mit Salz, Pfeffer und Piment würzen und alles bei mittlerer Hitze etwas einkochen lassen. Am Ende die Sauce mit etwas Granatapfelsirup abschmecken und, wenn nötig, nachsalzen.

Zum Servieren die Bällchen mit der Sauce anrichten.

Rezepte von Haya Molcho: Zucchini-Kebaps und Mejadra mit Grünkern

zucchini-kebap und mejadra

Nach der Rezension kommen natürlich auch Rezepte….

Bei der derzeitigen Zucchini-Schwemme, die sich auch auf meine Gemüse-Kiste ausgewirkt hat, mussten natürlich die Zucchini-Kebaps in die Pfanne. Haya Molcho macht sie für ihren Mann, der Vegetarier ist, wenn andere Kebaps mit Fleisch essen. Uns haben diese Kebaps begeistert, sie schmecken herrlich. Das Rezept ist von den Mengenangaben her großzügig bemessen, womöglich reicht Euch auch die Hälfte. Uns ist theoretisch etwas übrig geblieben; allerdings hat das eine zufällige vorbeikommende Freundin voller Begeisterung mitgenommen. Wir waren also nicht die einzigen, denen diese Küchlein geschmeckt haben.

Mejadra ist ein Dauerbrenner in unserer Küche. Diese im Grunde überaus einfache Kombination aus Reis und Linsen, garniert mit gerösteten Zwiebeln, ist einfach Wohlfühlessen pur und kommt oft auf den Tisch; mal als Beilage, mal als Hauptsache. Hier wurde der Reis durch Grünkern ersetzt; und da ich den Geschmack von Grünkern liebe, musste ich das Rezept natürlich gleich testen.

Zucchini-Kebaps (6 Portionen)

  • 8 große Zucchini
  • 150 gr. feiner Bulgur (ich hatte nur groben, habe Coucous genommen)
  • 1 Zwiebel
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 100 gr. Parmesan, gerieben
  • 100 gr. Feta, gerieben
  • 100 gr. Mandeln, geschält, geröstet und gehackt
  • 100 gr. Minze, die Blätter, gehackt
  • 100 gr. Petersilie, die Blätter, gehackt
  • 2 Eier
  • 80 gr. Semmelbrösel
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Olivenöl zum Braten

Die Zucchini waschen, putzen und grob raffeln. In ein Sieb geben und einige Zeit abtropfen lassen.

Bulgur oder Couscous in lauwarmem Wasser einweichen, danach das überschüssige Wasser abgießen.

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken.

In einer großen Schüssel Zucchini, Bulgur oder Couscous, Käsesorten, Zwiebeln, Knoblauch und Kräuter vermischen. Eier und Semmelbrösel zugeben, alles mit Salz und Pfeffer abschmecken und zu einem Teig verarbeiten. 30 min im Kühlschrank ruhen lassen.

Zum Braten aus dem Teig kleine Frikadellen formen. Oilvenöl in einer Pfanne erhitzen und die Kebaps von beiden Seiten goldbraun ausbacken.

Mejadra mit Grünkern (4 Portionen)

  • 250 gr. Grünkern
  • 2 große Zwiebeln
  • 250 gr. Linsen (ich hatte Berglinsen)
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Tl gemahlener Kreuzkümmel
  • 1/2 TL Baharat
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • zum Servieren:
  • 125 gr. griechischer oder türkischer Joghurt
  • 250 gr. rote Bete, gekocht und gewürfelt

Zunächst den Grünkern mindestens 2 h in Wasser einweichen (ich: 8 h)

Eine Zwiebel halbieren. In einem großen Topf Wasser erhitzen, Zwiebel und Linsen hineingeben und alles 15 min kochen lassen. Abgießen und die Zwiebel verwerfen.

Restliche Zwiebeln schälen und in Ringe schneiden. In einer Pfanne etwas Olivenöl erhitzen und die Zwiebelringe bei schwacher Hitze goldbraun braten. Im Rezept stehen 7 min; ich finde, das dauert länger. Zwiebeln mit Kreuzkümmel, Baharat, Salz und Pfeffer würzen.

Nun den Grünkern abgießen. Mit den Linsen in einen Topf geben, 300 ml Wasser angießen, alles zum Kochen bringen und in ca. 15 min garkochen. Ich finde, dass etwas Salz und Pfeffer gegen Ende der Kochzeit nicht schaden können, im Rezept werden nur die Zwiebelringe gewürzt.

Zum Servieren die Grünkern-Linsen-Mischung mit den Zwiebelringen anrichten und mit Joghurt und Rote-Bete-Würfeln servieren.

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Und weil heute Donnerstag ist, kommen die Rezepte gleich noch beim Veggie-Day vorbei.

Linsen mit Eiern und Sucuk

linsen mit sucuk

Ich habe eine Schwäche für Suçuk. Ich habe mal in einer Kanzlei gearbeitet, in der es Traditon war, dass man zusammen zu Mittag aß. Reihum kochte jeder mal Mittagessen. Irgendwann brachte die türkische Anwaltsgehilfin ein Gericht mit Suçuk auf den Tisch, und seitdem mag ich diese Wurst und habe meist etwas davon im Kühlschrank. Suçuk ist eine kräftig abgeschmeckte Rohwurst aus Rindfleisch. Sie ist mit Paprika und dem von mir so geliebten Kreuzkümmel gewürzt und enthält außerdem eine Menge Knoblauch.

Die Kombination Eier-Suçuk ist ein türkischer Klassiker: die Wurst gebraten mit Eiern wird zum Frühstück verzehrt. Hier entsteht  in Kombination mit Linsen, die ich auch immer essen könnte, ein wärmendes, deftiges Essen – noch kann man sowas ja gut brauchen 😉 Wir haben einfaches Fladenbrot dazu gegessen – damit kann man auch gut die Sauce auftunken….

Die typisch türkische Wurst passt gut zu dem Blogenvent “In Sultans Küchen”, das Ninive gerade bei Zorras Kochtopf ausrichtet. Ich gehe mal hoffnungsvoll davon aus, dass der Sultan ab und zu auch so etwas deftiges zu schätzen wußte 😉 und schicke meine Idee da hin.

  • 4 EL Olivenöl
  • 220 gr. Linsen (ich habe Berglinsen genommen)
  • 1 Zwiebel
  • 1 Karotte
  • 1 Stange Sellerie
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 2 Lorberblätter
  • 1 Stange Zimt
  • 2 TL Paparika edelsüß
  • 1 TL  Chiliflocken (oder nach Geschmack)
  • 2 El Tomatenmark
  • 1 Dose gehackte Tomaten
  • 500 ml Hühnerbrühe
  • Salz, Pfeffer
  • 4 Eier
  • 300 gr. Suçuk

Die Linsen abbrausen, dann in einen Topf geben, mit Wasser bedecken und in ca. 10 min halb gar kochen. Abtropfen lassen und zur Seite stellen.

Inzwischen Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Karotte schälen und in feine Würfel schneiden. Selleriestange ebenfalls fein würfeln.

Olivenöl in einem Topf erhitzen. Zwiebel, Knoblauch, Karotte und Sellerie zusammen mit Zimt und Lorbeer andünsten und braten, bis das Gemüse glasig ist.

Paprika, Chili und Tomatenmark einrühren und garen, bis es anfängt zu duften. Jetzt Tomaten, Brühe und Linsen zugeben, zum Kochen bringen, Topf bedecken und alles bei schwacher Hitze köcheln lasen, bis die Linsen gar sind. Dann Lorbeer und Zimt entfernen und das Ragout mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Backofen auf 180°C vorheizen. Das Linsenragout in eine backofenfeste Form geben. 4 kleine Mulden in das Ragout drücken und je ein Ei hineinschlagen. Die Linsenmischung backen, bis die Eier gestockt sind, was ca. 15-20 min dauern wird.

Währenddessen  eine großen Pfanne erhitzen. Die Suçuk in Scheiben schneiden und in der Pfanne im eigenen Fett von beiden Seiten knusprig braten. Zum Servieren die Wurst über Linsenragout und Eiern verteilen.

Quelle:

adaptiert aus: Leanne Kitchen, Pismek – Kochen auf Türkisch