Blättrige Kekse

blättrige kekse

Ich bin ja keine besonders begeisterte Bäckerin, aber etwas Süßes muss am Wochenende auf den Tisch – sonst ist es kein richtiges Wochenende ;-).

Neulich stand ich mit gerunzelter Stirn und einfallslos in der Küche. Ratlos, bis mein Blick auf eines meiner liebsten Koch- und Erzählbücher fiel: “Das Lächeln der Radieschen“*. Ed Brown verknüpft darin Kochkunst mit Zen und Lebensweisheit. Waren da nicht auch Keksrezepte?

Ja. Und zwar im Kapitel “Der vollkommene Keks”. Ed Brown erzählt darin, wie er jahrelang fast am Versuch verzweifelt wäre, den perfekten Keks zu backen. Als Kind backte er Kekse aus Backmischungen, und später wollte er jahrelang diesen Geschmack reproduzieren – was ihm nicht gelang. Die Kekse wollten einfach nicht vollkommen schmecken. Bis ihm einfiel, dass er ja das falsche Vergleichsobjekt gewählt hatte; wie man das ja gerne tut; nicht nur in Bezug auf Kekse:

«Es ist wirklich erstaunlich, wie wir uns eine Meinung darüber bilden, wie Kekse schmecken sollen oder wie ein Leben aussehen sollte. Im Vergleich wozu? Keksen aus der Dose? Und oft vergessen wir, wo unsere Vorstellungen herstammen oder dass wir überhaupt solche Vorstellungen haben. Unsere wirklich gelungenen Plätzchen sind einfach nicht “richtig”

Diese Kekse, die sind genau richtig: Buttrig, blättrig, nicht zu süß – und ganz einfach herzustellen:

Für ca. 12 Kekse:

  • 260 gr. Mehl (ich: Weizen 812; Original: 130 Weizenvollkorn, 130 Weissmehl)
  • 1/4 TL Salz
  • 1/2 TL Natron
  • 1/2 TL Backpulver
  • 125 gr. Butter, kalt, in kleinen Stücken
  • Mark einer Vanilleschote
  • 1 Ei
  • 120 gr. Naturjoghurt
  • Zimtzucker zum Bestreuen

Den Backofen auf 250°C vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen.

Mehl mit Salz, Natron und Backpulver in eine Schüssel geben. Die Butter einarbeiten; das geht am Besten, wenn indem man sie mir den Fingerspitzen ins Mehl reibt, wie beim Streusel machen.

In der Mitte eine Kuhle machen, Ei, Joghurt und Vanille hineingeben. Diese Zutaten kurz mit einer Gabel verrühren, dann rasch in den Teig einarbeiten. Nicht zu viel kneten, sonst werden die Kekse hart.

Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche ca. 1 cm dick ausrollen. Dann jeweils ein Drittel zur Mitte falten und alles erneut 1 cm dick ausrollen. Diesen Vorgang zweimal wiederholen. Im Original werden die Kekse dann ausgestochen; ich war ganz faul und habe sie einfach mit einem Teigrad in Stücke geschnitten.

Kekse auf das Blech legen und mit Zimtzucker bestreuen. Im heißen Ofen auf der oberen Schiene 8-10 min backen.

Cookies – Rezepte für ofenfrische Glücksmomente: Chai-Espresso-Cookies

Cookies von Manuel Grossmann

Wir nähern uns dem Wochenende….und ein paar Bücher habe ich noch für Euch für die Rezensionswoche “Jeden Tag ein Buch”  . Haltet durch, heute gibt es Kekse zur Stärkung und am Wochenende dann noch ein paar besondere Schmankerl 😉

Ich habe mich mal wieder zum Backen hinreissen lassen. Diesmal gibt es Cookies. Schuld daran sind die Herren Max Finne und Manuel Grossmann. Die betreiben nämlich den Online-Versand Knusperreich. Dort kann man frische Cookies ordern.

Die Motivation der beiden kann ich gut nachvollziehen: während des Studiums wollten sie  das Motivationstief am Nachmittag mit einem Keks vertreiben. Ein Stück Kuchen oder Torte war zu viel, ein paar Kekse als kleine Süßigkeit aber gerne genommen. Bloß hatten die Kekse im Café nicht die gewünschte Qualität – da hilft dann nur selber backen. Aus dieser Idee ist der Onlineversand entstanden. Auch ich esse nachmittags lieber mal einen Keks, denn Kuchen oder Torte sind mir meist eher zu mächtig. Bestellen würde ich allerdings keine Cookies….da backe ich lieber selbst. Zum Beispiel mit diesem Buch.

Damit geht das nämlich hervorragend. Das Buch startet mit einer kleinen Einführung in die Grundlagen des Cookie-Backens. Danach gibt es Rezepte, diese sind saisonal gegliedert. In Frühjahr und Sommer überwiegt Fruchtiges wie Schoko-Himbeer oder Blaubeer-Haferflocken-Cookies.  Im Herbst und Winter gibt es Molliges wie Pekannuss-Ahornsirup oder Nougat-Cookies. Im letzten Kapitel gibt es noch ganz besondere Cookies: salzige Käse-Cookies, Erdnussbutter-Cookies oder besonders schokoladige Klassiker.

Die Rezepte funktionieren – ohne Wenn und Aber. Besonders wichtig finde ich bei solchen Rezepten immer Teigkonsistenz und  Backzeiten – und auf die kann man sich verlassen. Für einige Rezepte wurde auf das geballte Wissen von Foodbloggern zurückgegriffen – im Buch sind zum Beispiel  Rezepte von Sandra, meiner Cookie-Königin – da kann doch nichts schiefgehen, oder? Zudem sind die Rezepte unaufwendig und so konzipiert, dass man nicht mehr als 15 Minuten Arbeitszeit einplanen muss. Ehrlich gesagt, frage ich mich ein wenig, ob nun noch irgendjemand seine Cookies bei Knusperreich bestellt….. 😉

Die mitgelieferte Silikonform ist auch ganz praktisch: der Teig läßt sich wunderbar in die Vertiefungen verteilen – selbst eine Grobmotorikerin wie ich kriegt da ebenmäßige Kekse hin. Einziger Wermutstropfen: die Form ist für 8 Cookies, die Rezepte sind für 16. Wenn man die Form für alle Cookies nutzen möchte, muss man also auf zweimal backen.

Gleich nach Ankunft des Buches wanderten die Kokos-Haferflocken-Cookies in den Ofen. Testausgang positiv. Kokos, Schokolade, kernige Haferflocken, außen knusprig, innen zart – mehr geht nicht. Ich mußte mich anstrengen, ein paar Cookies für das Foto vor den gierigen Kinderhänden zu retten.

Die bunten Funfetti-Cookies kamen grade recht zum Geburtstag meiner Tochter. Meine Kragenweite waren sie ehrlich gesagt nicht – aber die Zielgruppe war begeistert 🙂 .

Am nächsten Tag hatte ich das Gefühl, dass ich mir auch einen Keks verdient habe 🙂 Die Chai-Espresso-Cookies sollten es sein. Ich mag Chai, und dann sind in diesen Cookies schokolierte Espresso-Bohnen; eine meiner bevorzugten Naschereien. Testergebnis: eine schöne Knabberei mit Wachmach-Effekt. Der Duft, der beim Backen durch die Küche zieht, ist auch nicht zu vernachlässigen. Das sind meine bisherigen Favoriten.

Cookies mit Käse? Her damit! Die Cookies wären lecker und kommen meiner Vorliebe für salziges Knabbergebäck mehr als entgegen. Allerdings hätte ich sie mir etwas knuspriger gewünscht; womöglich fehlt es doch, das Ei im Teig.

Mit dem Buch bin ich rundum zufrieden: abwechslungreiche, gelingsichere Rezepte, die es einem erlauben, jederzeit frische  Cookies zu backen. Kaufen kann man das Set aus Buch und Backmatte hier über den  Südwest-Verlag oder direkt beim Buchhändler.

Bei Sandra gibt es auch noch Rezension, schaut mal rein.

Und jetzt die versprochenen Kekse zur Stärkung:

chai-espresso-cookies

Chai-Espresso-Cookies (16 Stück):

  • 35 gr. Zartbitterschokolade
  • 95 gr. Butter
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei 
  • 215 gr. Mehl
  • 2 gr. Chai-Pulver (das ist ein Teebeutel voll)
  • 1 Prise Backpulver
  • 10 gr. flüssiger Honig
  • 50 gr. schokolierte Espresso-Bohnen

Die Schokolade grob hacken.

Zucker, Salz und Butter mit den Quirlen des Handrühreres vermischen. Dann das Ei zugeben und alles gründlich schaumig schlagen. Jetzt Mehl, Tee und Backpulver mischen, durchsieben und nach in den Teig rühren. Dann den Honig einrühren.

Jetzt mit einem Löffel die Schokolade und die Espresso-Bohnen unterheben.

Mittels eines Esslöffels, oder besser: mit einem Eisportionierer Teigkugeln formen und sie auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben. Darauf achten, dass in jedem Cookie Espresso-Bohnen sind. Die Kugeln mit einem feuchten Löffel etwas flach drücken; besonders an den Seiten. Cookies im unteren Drittel des Ofen ca. 15 min backen. Danach herausnehmen und nochmals 10 min abkühlen lassen, dann vom Blech nehmen und auf einem Kuchengitter ganz auskühlen lassen.

Tartelettes mit Schokolade und Karamell

tartelettes mit karamell und schokolade

Zur Zeit bin ich viel und lange mit meinen Kinder unterwegs. Dabei gibt es eine Grundregel: auch wenn die beiden wirklich nicht mehr so klein sind – Proviant muss mit. Das vermeidet nerviges Gequengel (kaum sitzt man im Zug, schon tönt der Schrei “Hunger!” “Durst!”) und teuere Notkäufe. Eine kleine Süßigkeit als Nervennahrung tut dabei auch gute Dienste. Also hatte ich neulich kleine Mürbteig-Törtchen im Gepäck. Sie waren von dieser französischen Marke, die sich als gute Mama bezeichnet: Mürbteig mit Karamellfüllung und Schokoüberzug. Zu sagen, dass die Tartelettes auf Zuspruch stießen, wäre untertrieben. Sie wurden inhaliert. So etwas schreit nach einem Nachbau – und schwer ist das nicht…..

Minitartelettes-Förmchen habe ich nicht…also habe ich mit einem Muffins-Blech und Silikonförmchen experimentiert. Und vom Ergebnis waren alle Testesser überzeugt – die Törtchen aus dem Laden können einpacken 🙂 . Zart-knusriger Mürbteig mit weicher Karamellfüllung knackiger Schokolade – mache ich jetzt öfter.

Für 12 Törtchen:

Für den Mürbteig:

  • 100 gr. Mehl
  • 1 Prise Salz
  • 25 gr. Zucker
  • 60 gr. kalte Butter in Würfeln
  • 1 Eigelb

Für die Füllung:

  • Dulce di Leche aus 1 Dose gezuckerter Kondensmilch (es wird etwas übrig bleiben)
  • 1oo gr. dunkle Schokolade
  • 1 TL neutrales Pflanzenöl

Dulce di Leche habe ich immer auf Vorrat da – als Brotaufstrich, für Nachtische, zum Backen….die Herstellung ist mehr als einfach: gezuckerte Kondensmilch (Milchmädchen oder Pendant aus dem Asiashop) in einen großen Topf geben, mit Wasser bedecken, zum Kochen bringen und ca. 1 1/2 h köcheln lassen. Es lohnt sich, gleich mehrere Dosen auf einmal zu machen. Das ist die Variante für Faule. Wer die elaborierte Variante machen möchte, liest nach bei Marco.

Für den Teig Mehl, Zucker und Salz in eine Schüssel geben. Butter und Eigelb zufügen und alles zu einem homogenen Teig verkneten. Den Teig mit den Händen zu einer flachen Platte formen, in Frischhaltefolie packen und 30 min im Kühlschrank ruhen lassen.

Danach den Teig zwischen Frischhaltefolie ca. 3mm dick ausrollen. Eine Muffinsform mit Silikonförmchen (oder Papierförmchen) bestücken. Die Folie abziehen und aus dem Teig mithilfe eines Glases 12 Kreise von ca. 6 cm Durchmesser ausstechen. Die Teigkreise in die Muffinförmchen legen und dabei einen Rand hochziehen. Form nochmals 30 min kühl stellen.

Den Ofen auf 200°C vorheizen. Die Tartelettes-Böden zum Blindbacken mit getrockneten Bohnen auffüllen und im heißen Ofen in ca. 12 min goldbraun und knusprig backen.

Inwischen die Schokolade mit dem Öl bei ganz niedriger Temperatur unter Rühren schmelzen. Die fertig gebackenen Böden aus den Förmchen holen. Jeden Boden bis zum Rand mit der Karamellcreme füllen, dann die flüssige Schokolade darauf verteilen.

Vor dem Wegfuttern auskühlen lassen, damit die Schokolade wieder fest wird.

Elisenlebkuchen

elisenlebkuchen

Es geht los. Heute ist schon der erste Advent. Ich wünsche Euch einen wunderschönen, gemütlichen Einstieg in die Vorweihnachtszeit im Kreise Eurer Lieben.

Und ich nehme den Tag zum Anlaß, um Euch mit dem vermutlich einzigen Plätzchenrezept zu behelligen, das Ihr in dieser Saison hier finden werdet – meine Standard-Elisenlebkuchen.

Jahrelang hat meine Schwiegermutter versucht, uns eine Freude zu machen, indem sie zur Weihnachtszeit große Kisten mit Lebkuchen von berühmten Nürnberger Herstellern zu uns schickte. Es hat lange gedauert, bis wir sie davon überzeugen konnten, ihren Geldbeutel zu schonen. Mein Mann mag keine Lebkuchen und ich konnte mit der  Fabrikware nicht anfangen, weil überall Haselnüsse drin sind. Und Haselnüsse kann ich wirklich nicht essen.

Lebkuchen mag ich aber – also backe ich sie selbst. Und wisst Ihr was: Lebkuchen zu kaufen, ist wirklich komplett unnötig, denn sie sind unglaublich schnell und einfach selbst gemacht. Es ist eine gute Idee, sie einige Zeit im voraus zu backen, denn sie schmecken besser, wenn sie mindestens eine Woche ruhen durften.

Die Elisenlebkuchen sind wohl die berühmtesten Vetreter ihrer Zunft. Angeblich soll ein Lebkuchenbäcker sie zum Gedenken an seine verstorbene Tochter Elise gebacken haben. Das Rezept, das ich verwende, sieht eine Mischung aus Mandeln und Haselnüssen vor – ich nehme nur Mandeln. Mehl kommt keines hinein – so sind die Lebkuchen besonders saftig.

Für ca. 25 Lebkuchen:

  • 125 gr. Orangeat
  • 150 gr. Zitronat
  • 4 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 140 gr. Puderzucker
  • 350 gr. Mandelkerne, ungeschält, gemahlen
  • 2 TL Lebkuchengewürz
  • abgeriebene Schale von 1 Zitrone
  • ca. 25 Backoblaten mit 7 cm Durchmesser
  • 200 gr. Schokoguss

Zitronat und Orangeat ganz fein zerkleinern; ich nehme dafür den Blitzhacker, der bei meinem Pürierstab dabei war. Mit dem gleichen Gerät pulverisiere ich auch die Mandeln; das ist mir lieber, als die vorgemahlene Ware zu kaufen.

Mit dem Handrührgerät Eier und Puderzucker mit einer Prise Salz zu einer dicken Creme aufschlagen. Anschließend Mandeln, Zitronat, Orangeat, Lebkuchengewürz und Zitronenschale einarbeiten. Die Masse 30 min ruhen lassen.

Dann die Masse auf die Oblaten streichen und alles auf zwei Backbleche legen. Die Lebkuchen werden nacheinander mit Ober- und Unterhitze gebacken; bei Umluft werden sie zu trocken.

Das erste Blech in den kalten Ofen schieben, auf 160°C stellen und die Lebkuchen ca. 30 min backen. Dann herausnehmen, das zweite Blech einschieben und diesmal nur 20 min backen.

Lebkuchen auskühlen lassen, dann mit Schokoguss überziehen.

Rezept adaptiert aus: Barbara Rias-Bucher; Bayrische Küche im Jahreslauf*

Persische Reismehlplätzchen

reismehlplätzchen

Im Oktober schon ist es Tina von Lunch for One aufgefallen – die Plätzchenrezepte sind unter uns. Zu diesem Anlass wünscht sie sich Plätzchenrezepte aus aller Welt. Ich tue mich da gerade schwer. Weihnachten naht zwar unterbittlich, aber ich habe noch gar keine Lust, Plätzchen zu backen. Das ist aber jedes Jahr so. Und irgendwann erfasst mich dann der Backwahn und ich muss aufpassen, dass wir nicht noch an Ostern von den Weihnachtsplätzchen zehren können. Also, so richtige Weihnachtsplätzchen gibt es noch nicht. Aber Kekse, die man das ganze Jahr über essen kann. So wie diese Reismehlplätzchen aus dem Iran, die ich im Persischen Kochbuch von Gabi Kopp* gefunden habe.

Auf den ersten Bissen fand ich die Plätzchen ein wenig unscheinbar. Aber trotzdem wanderte meine Hand immer wieder in die Keksdose und nach einigen Gewöhnungskeksen habe ich beschlossen, dass es sich um eine wunderbare Leckerei handelt: mürbe, nicht zu süß, mit zarten Rosenaroma und einer tüchtigen Kardamom-Note. Übrigens perfekt, um sie in eine Tasse Tee zu tunken.

Reismehl, Rosenwasser und Ghee gibt es im Asia-Shop. Die Plätzchen sind schnell und einfach gemacht, aber der Teig muss einige Stunden ruhen.

Plätzchen aus aller Welt Blogevent

Und nun zum Rezept:

  • 300 gr. Reismehl
  • 130 gr. weiches Ghee (indisches Butterschmalz, notfalls weiche Butter)
  • 80 gr. Puderzucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Kardamomsamen, frisch gemörsert
  • 1 Ei
  • 5 EL Rosenwasser
  • Mohnsamen zum Bestreuen

Reismehl mit Ghee, Puderzucker, Kardamom und Salz gut mischen. Ei und Rosenwasser einarbeiten und alles mit den Händen zu einem homogenen Teig verkneten. Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie packen und über Nacht oder einige Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Zum Backen den Ofen auf 180°C  vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen. Aus dem Teig Bällchen von ca. 1,5 cm Durchmesser formen, die Bällchen auf das Blech legen und mit einem Musterstempel (bei mir war es ein Apfelausstecher) ein Muster hineindrücken. Mit Mohnsaat bestreuen.

Im heißen Ofen ca. 15 min backen. Die Plätzchen sollen kaum bräunen.

Sesam-Kringel mit Koriander und Kreuzkümmel

sesamkringel

Auf den Wunsch einer bestimmten Person 😉 gibt es hier das Rezept für die Sesamkringel aus Salma Hages “Libanesische Küche”*.

Diese salzigen, würzigen Teilchen aus Backpulverteig sind einfach und schnell gemacht. Dabei sind sie nicht nur nett anzusehen, sondern schmecken auch noch fein. Eine schöne Knabberei für zwischendurch, und auch gut geeignet zum Mitnehmen. Ich sage nur….Brotzeitbox….

Für ca. 12 Kringel:

  • 250 gr. Weizenmehl 405, plus etwas zum Arbeiten
  • 2 TL Backpulver
  • 1/2 TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • 1/2 TL Koriandersamen, gemahlen
  • 1/2 TL Salz
  • 2 EL Sesamsamen, plus etwas zum Bestreuen
  • 1 Ei
  • 150 ml Milch

Den Ofen auf 190°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Das Mehl in eine Schüssel geben und mit Backpulver und den Gewürzen vermischen.

Ei und Milch in einem Messbecher verquirlen und zu den trockenen Zutaten geben. Dabei die Flüssigkeit nach und nach zugeben; man braucht nicht alles. Einige EL zum Bepinseln zurückbehalten. Alles zu einem homogenen Teig verkneten.

Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche in 12 gleich große Stücke teilen und diese zu Kugeln formen. Die Kugeln zu Würsten formen, die Enden der Würste übereinander legen, so dass Kringel entstehen. Die Kringel mit gutem Abstand auf das Blech legen, mit der restlichen Ei-Milch-Mischung bepinseln und mit Sesam bestreuen.

Im heißen Ofen ca. 20-25 min backen, dann herausnehmen und auf einem Kuchengitter abkühlen lassen.

Biscotti mit Pistazien und Rosenblüten

biscotti mit pistazien und rosenblättern

Ich bin keine große Kuchenesserin. Aber ich liebe Kekse. Was zum Knabbern im Vorbeigehen, jederzeit einsatzbereit zum Mitnehmen. Unter den Keksen sind Biscotti meine Favoriten. Diese hier standen langen auf meiner  To-Do-Liste – und genauso lang standen Pistazien und getrocknete Rosenblüten einsatzbereit auf der Arbeitsfläche und erinnerten mich jeden Tag: “Hey, Du wolltest doch endlich diese Kekse backen!”. Nun habe ich von Ingrid  – neben duftendem Lavendel und einem wunderbaren Gewürzsalz – auch noch wunderschöne getrocknete Rosenblütenblätter geschenkt bekommen. Nochmals vielen Dank dafür! Anreiz genug, endlich diese Kekse zu backen. Meine eigenen Blütenknospen habe ich dann nur zur Deko verwendet.

Beinahe hätte ich denoch keine Kekse bekommen, denn das Rezept war nicht stimmig: zuviel Flüssigkeit im Teig. Vielleicht lag das auch am Umrechnen; das Originalrezept misst alles in Cups. Ich habe die Mehl- und Flüssigkeitsmenge angepasst und bin froh, dass was geworden ist aus den Biscotti, denn sie schmecken herrlich.

Das zarte Rosenaroma passt wunderbar zu den Gewürzen und den Pistazien. Und den besonderen Knuspereffekt von Biscotti liebe ich ohnehin. Die Kekse sind glutenfrei – und perfekt geeignet, um sie in den Tee zu tunken.

Weitere Knusperkekse gibt es hier.

  • 2 Eier, verschlagen
  • 50 gr. geschmolzene Butter
  • 200 gr. Zucker
  • 45 gr. Rosenwasser
  • 300 gr. Reismehl
  • 100 gr. Maismehl
  • 1 TL gemahlener Kardamom
  • 1 TL Natron (das zum Backen)
  • 1 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 1/2 TL Zimtpulver
  • 60 gr. geschälte, nicht gesalzene Pistazien
  • 10 gr. getrocknete Rosenblütenblätter

Backofen auf 180°C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.

In einer großen Schüssel die Eier zusammen mit Butter, Zucker und Rosenwasser  mit dem Handmixer schaumig rühren.

In einer zweiten Schüssel die Mehlsorten, Kardamom, Natron, Backpulver, Salz und Zimt gründlich vermischen.

Die Mehlmischung langsam mit der Eiermischung verrühren. Es sollte sich ein leicht klebriger Teig ergeben, der aber formbar sein muss. Wenn der Teig zu weich ist, noch etwas Mehl zugeben.

Anschließend die Rosenblüten und die Pistazien mit den Händen einarbeiten.

Dann den Teig auf dem Blech zu einem langen, schmalen Laib formen und im heißem Ofen in 35 min goldbraun backen.

Aus dem Ofen nehmen und mit einem Brotmesser vorsichtig in dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben mit der Schnittfläche nach oben wieder auf das Blech legen und im heißen Ofen weitere 10 min rösten.

Abkühlen lassen und in einer luftdichten Dose aufbewahren.

Rezept adaptiert aus: Najmieh Barmanglij, Silk Road Cooking*

Der Rest vom Fest: Okara-Makronen und Okara Cracker

Vom Tofu-Machen hatte ich jede Menge Okara übrig; das ist das was nach dem Einweichen, Mixen und Auspressen von den Soja-Bohnen übrig bleibt. Bei Miss Boulette habe ich gelesen, dass diese proteinreiche Masse im Grunde zu schade zum Wegwerfen ist, und dass man in Korea gerne Donuts daraus herstellt. Das musste probiert werden. Ein Rezept habe ich auf einer Website gefunden, die sich mit koreanischem Essen befasst.  Das war aber gar nicht praktikabel, weil ein sehr weicher Teig hergestellt wird, der dann in eine Donut-Form gespritzt wird. Ich habe keine Donut-Form…

Verwendungsmöglichkeiten für das Okara habe ich doch noch gefunden, und zwar in Verena Kriegers Buch: Die Tofuküche.*

Ich habe süsse Makrönchen gebacken und deftige Cracker.

Mein Fazit? Die Makronen sind außen knusprig und innen schön weich und schmecken gut; den Kokosanteil merkt man deutlich. Die Cracker sind knusprig und würzig. Schlecht war keines von beiden, allerdings auch nicht so toll, dass ich es nochmal machen würde. Den Okara-Anteil habe ich nicht herausschmecken können. Ich würde also jederzeit wieder Tofu machen, aber das Okara würde ich dann doch nicht nochmal weiterverwerten.

Für die Makronen:

  • 150 gr. Okara
  • 100 gr. Kokosflocken (Orginal: Haselnüsse)
  • 100 gr. Mehl
  • 100gr. Zucker
  • 50 gr. Öl
  • 1 TL Orangenblütenwasser
  • 1 TL Zimt
  • 1 Prise Muskat
  • 1 Prise Salz
  • Puderzucker zum Bestäuben

Ofen auf 180°C vorheizen.

Alle Zutaten mischen und zu einer gleichmässigen Masse kneten. Vom Teig walnussgroße Häufchen abnehmen, zu Kugeln rollen, auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und etwas flach drücken. 20-30 min backen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Zum Servieren mit Puderzucker bestäuben.

Für die Cracker:

  • 200 gr. Okara
  • 150 gr. Maismehl (ich: eine Mischung aus Maismehl und Polenta)
  • 150 gr. Mehl 550
  • 100 gr. Sesamsaat (ich hatte eine Mischung aus Sesam, Schwarzkümmel und Mohn)
  • 1 1/2 TL Salz
  • 1/2 TL Rosenpaprika
  • 1/2 TL Kreuzkümmel
  • 6 EL Olivenöl

Ofen auf 180°C vorheizen.

Alle Zutaten mit Ausnahme des Öls in einer Schüssel mischen. Öl zugeben und alles zu einem Teig verkneten; wenn er zu trocken sein sollte, ein wenig Wasser einarbeiten.

Ein Blech mit Backpapier auslegen und den Teig darauf so dünn wie möglich ausrollen. Mit dem Teigrädchen in Gitter schneiden und die einzelnen Cracker mit der Gabel einstechen.

Cracker im heißen Ofen ca. 15-20 min backen und dann auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Statt Blumen: Rosenkekse für den Valentinstag

rosenkekse

Im Grunde gehöre ich ja zu den Leuten, die mit dem Valentinstag nichts anfangen können und ihn eher für einen Marketingtrick der Floristen und der Süßwarenindustrie halten 😉 . Unpraktischerweise habe ich aber an diesem Tag Geburtstag. Die Folge ist, dass mein Mann abends immer recht abgekämpft nach Hause kommt, weil er im Blumenladen noch in einer exorbitant langen Schlange stand.

Statt Rosen zu kaufen – backt doch Rosenkekse. Ihr spart Euch die Schlange beim Floristen – und was anderes ist auch mal :-).

Die Kekse sind hübsch anzusehen mit ihren rosa Ensprenkelungen und verströmen ein zartes Rosenaroma – was will man mehr am Valentinstag ?

Für ca. 15 Kekse:

  • 75 gr. weiche Butter
  • 75 gr. Zucker, plus etwas zum Bestreuen
  • 1 TL getrocknete Rosenblüten, im Mörser zerkleinert
  • 1 Ei
  • etwas Vanillemark
  • 1 TL Rosenwasser
  • 210 gr. Mehl

Ofen auf 170°C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Butter und Zucker mit dem Handrührgerät schaumig schlagen. Ei, Vanille und Rosenwasser einarbeiten. Dann das Mehl und die Rosenblütenblätter mischen und zur Eimasse geben. Mit den Händen zu einem homogenen Teig verarbeiten.

Vom Teig walnussgroße Portionen abnehmen und zu Kugeln formen. Die Kugeln mit den Händen etwas flach drücken und mit ein bisschen Abstand auf das Backblech legen. Dann mit dem Verschluß einer Plastikflasche (Mineralwasser o.ä.) in jeden Keks ein Ringmuster drücken. Die Kekse mit etwas Zucker bestreuen und im vorgeheizten Ofen ca. 10 min backen. Sie sollen nur eben gar werden, aber nicht bräunen; sie werden beim Abkühlen noch etwas fester.

Zum Abkühlen vorsichtig auf ein Kuchengitter geben.

Alles Liebe zum Valentinstag!

Quelle:

Tessa Kiros, Limoncello and Linen Water*

Ein Ausflug in die Weihnachtsbäckerei

P1000584Ja, auch ich backe Plätzchen. Und noch gar nicht mal wenige. Im Grunde ist es jedes Jahr das selbe Spiel: Erst habe ich keine Lust. Und dann muss ich an  mich halten, damit wir nicht noch zu Ostern auf Weihnachtsplätzchen herumknabbern. Da muss ja natürlich jedes Jahr Vanillekipferl geben und Kokosmakronen. Die Kinder müssen zumindest eine Ladung Butterplätzchen ausstechen. Dieses Jahr habe ich mich dazu hinreissen lassen, Spitzbuben und Spritzgebäck herzustellen, ob wohl ich im Grunde faul bin und am liebsten Plätzchen backe, die nichts mit aufwändigem Herumbasteln zu tun haben. Und dann müssen ja noch neue Rezepte ausprobiert werden. Wobei: die Klassiker gibt es jedes Jahr, die neuen in der Regel, egal wie gut sie waren, nur einmal.

Auf dem Teller ist ein Ausschnitt aus der diesjährigen Produktion: links Weihnachts-Schokoladen-Kekse nach Nigella Lawson, in der Mitte Marzipanbrote und rechts Schoko-Vanille-Taler aus, räusper, der Brigitte. Die kaufe ich einmal im Jahr, und zwar immer dann, wenn der Titel Plätzchen Rezepte verspricht.

Erstmal die Schokoladen-Kekse aus Nigella Lawson Weihnachtsbuch*, die es schon öfter gab, weil sie genau meine Kragenweite sind: schokoladig, innen zart schmelzend und kinderleicht herzustellen:

für ca. 30 Kekse:

  • 250 gr. weiche Butter
  • 150 gr. Zucker
  • 40 gr. Kakao
  • 300 gr. Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 1 Ei

Für die Deko:

  • 2 EL Kakao
  • 175 gr. Puderzucker
  • 60 ml kochendes Wasser
  • 1 EL Orangenblütenwasser (Original: Vanilleextrakt)

wer möchte, bunte Deko-Perlen oder essbaren Glitter zum Bestreuen

Ofen auf 150°C Umluft (Ober-Unterhitze 170°) vorheizen und zwei Bleche mit Backpapier belegen.

Ich mache den Teig im Blender. Dazu gebe ich alle Zutaten in den Behälter und mixe, bis der Teig zusammenkommt. Wer es anders machen möchte, rührt zunächst die Butter mit dem Zucker schaumig, gibt das Ei zu, rührt dann das gesiebte Kakaopulver und schließlich die restlichen Zutaten unter.

Ich schaffe die Plätzchen gerne mit einem Plätzchenportionierer* aufs Blech, da werden sie sogar bei mir gleich groß :-). Man kann aber auch mit den Händen walnussgroße Kugeln abnehmen, diese aufs Blech legen und ein wenig flach drücken.

Plätzchen backe ich immer auf Umluft, weil ich dann zwei Bleche auf einmal einschieben kann. Die Plätzchen ca. 15 min backen; sie sind dann noch etwas weich. Wer keine Umluftfunktion hat, backt die Plätzchen nacheinander bei 170°C.

Plätzchen auskühlen lassen. Währenddessen den Guß vorbereiten. Dafür Puderzucker, Kakao, heißes Wasser  und Orangenblütenwasser in ein Töpfchen geben und unter Rühren (Schneebesen) erhitzen. Einmal kurz aufblubbern lassen, dann vom Feuer nehmen und 10 min stehen lassen. Das Ganze wirkt sehr flüssig, aber es wird sich setzen. Auf jeden Keks einen EL Guß geben und gleich die Deko darauf streuen.

Die Schoko-Vanille-Taler kamen bei meinen jüngeren Mitbewohner so gut an, dass ein Großteil schon verschwand, während die Plätzchen noch zum Auskühlen auf dem Gitter lagen.

Für ca 80 Plätzchen:

  • 250 gr. Mehl
  • 150 gr. kalte Butter
  • 125 gr. Zucker
  • 1 Ei
  • 1 Vanilleschote
  • 40 gr. weiße Schokolade
  • 40 gr. Zartbitterschokolade
  • 1 El Kakao
  • 1 Eiweiß
  • etwas Mehl zum Ausrollen

Mehl mit Backpulver mischen. Butter in Flöcken zugeben, dann Ei und Zucker und alles erst mit dem Knethaken des Handmixers, dann mit den Händen zu einem Teig verkneten (bei mir wanderte wieder alles in den Mixer). Den Teig in 2 Portionen teilen.

Für den weißen Teig die Vanilleschote auskratzen und das Mark zu einer Teighälfte geben. Die weiße Schokolade fein reiben, ebenfalls zu der Teighälfte geben und alles zu einem homogenen Teig verarbeiten.

Für den braunen Teig die Zartbitterschokolade fein reiben und zusammen mit dem Kakaopulver unter die zweite Teigportion kneten. Beide Teige in Frischhaltefolie wickeln und 1 h kalt stellen.

Jetzt beide Teige zu Rollen formen, die ca. 2,5 cm dick sein sollten. Die dunkle Teigrolle dann zu einem ca. 10 cm breiten Teigstreifen ausrollen. Der Streifen muss breit genug sein, um ihn um den hellen Teig herum wickeln zu können. Den Teigstreifen mit Eiweiß bepinseln und dann die helle Teigrolle in den braunen Teig einwickeln. Alles wieder in Frischhaltefolie einwickeln und mindestens 1 h kühl stellen.

Zum Backen den Offen auf 140°C Umluft (160°C Ober-Unterhitze) vorheizen und zwei Bleche mit Backpapier auslegen.

Die Teigrolle mit einem Brotmesser in 0,5 cm dicke Scheiben schneiden, auf die Bleche legen und ca. 12 min backen.

Das Rezept für die ebenso einfachen wie genialen Marzipanbrote ist aus der E&T und Ihr findet es hier.

Ich wünsche Euch einen wunderschönen dritten Advent!