Überbackene Blumenkohlsteaks

Oft genug habe ich es erwähnt  – ich liebe Blumenkohl in Käsesauce. Aber dennoch, auch hier habe ich gegen Abwechslung nichts einzuwenden; und so kamen mir diese überbackenen Blumenkohlsteaks aus Olia Hercules “Kaukasis” gerade recht.

Olia Hercules hat das Rezept von Tante Nina – die liebt Blumenkohl und denkt sich immer neue Dinge damit aus. Im Original verwendet die Tante wohl “irgendeinen Industriekäse”, aber mit Gruyère schmeckt das Ganze nochmal so gut.

Im Buch wird das Gericht als Beilage für 4 Personen veranschlagt; wir haben es mit Reis und Salat als Hauptgericht gegessen.

  • 1 Blumenkohl
  • 10 g Butter
  • 1 EL neutrales Öl
  • 1 Zwiebel
  • 4 Eier
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 150 g Gruyère
  • 1 EL Koriandergrün, gehackt
  • 1 EL Dill, gehackt
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Den Blumenkohl inklusive Strunk in ca. 2 bis 3 cm dicke Scheiben schneiden. Die Röschen, die abfallen, für später aufheben.

Butter und Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Die Blumenkohlscheiben darin von beiden Seiten kräftig braun anbraten und anschließend in eine Auflaufform legen.

Zwiebel schälen, in Streifen schneiden und in der Pfanne bei mäßiger Hitze anbraten, bis sie goldbraun und weich sind. Wenn nötig, noch etwas Öl zugeben.

Die Eier leicht verquirlen. Knoblauch schälen und ganz fein hacken. Käse reiben.

Eier, Knoblauch, Zwiebeln, Kräuter und Käse vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken; jetzt kann man auch die abgefallenen Blumenkohlröschen zugeben. Die Masse über den Blumenkohl verteilen.

Die Form in den Ofen schieben und alles 15 bis 20 min backen. Die Eimasse soll fest sein und der Käse goldbraun.

Gleich servieren; ein grüner Salat passt gut dazu.

Pastinaken-Laibchen

Was es so alles zu kaufen gibt…im Kühlregal zum Beispiel alle möglichen Formen von Frikadellen. Deshalb hat die unermüdliche Rettungstruppe rund um Susi und Sina beschlossen, dass wir Euch heute Frikadellen-Rezepte vorstellen. Viele Frikadellen-Rezepte.

Von mir gibt es eine vegetarische Variante, den auch vegetarische Planzerl finden sich ja zuhauf in den Kühlregalen der Supermärkte. Gut, der eigentliche Grund für diese Pflanzerl ist, dass Pastinaken in der Abokiste waren. Mit denen bin ich ja immer nicht ganz so glücklich – aber in den Laibchen machen sie sich wirklich toll. Abgesehen davon sind die Laibchen aber variabel, Ihr könnt jedes Wurzelgemüse nehmen. Das Original-Rezept* ist mit Petersilienwurzel, ich kann mir aber auch Karotten vorstellen oder Sellerie.

Und genau das ist ja auch das Tolle am Selbermachen: man kann sich frei austoben. Das ist viel schöner als Fertiges zu kaufen….

Für 4 Personen:

  • 100 g Buchweizen, mittelfein gemahlen
  • 50 g Kamut
  • 120 g Sahne
  • 80 g Milch
  • 1 EL Butter
  • 300 g Pastinaken
  • 75 g getrocknete Tomaten in Öl
  • 1 EL Sojasauce
  • 50 g Gruyère
  • je ein paar Stängel Petersilie und Dill
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Rapsöl zum Braten

Für den Grundteig die Getreidesorten mit Milch und Sahne zu einem glatten Teig verrühren und 30 min quellen lassen.

Pastinaken schälen und raspeln. Tomaten abtropfen lassen und in kleine Stücke schneiden. Käse reiben. Kräuter zupfen und hacken

Die Butter in einer Pfanne erhitzen und die Pastinaken darin anbraten. Tomaten und Sojasauce zugeben, ganz wenig Wasser angießen und alles dünsten, bis die Pastinaken weich sind und die Flüssigkeit verdampft ist.

Das gegarte Gemüse, den Käse und die Kräuter mit dem Grundteig vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Aus der Masse kleine Laibchen formen. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Laibchen darin von beiden Seiten knusprig ausbraten.

Ich habe dazu einen Joghurtdipp mit Petersilie, Dill und getrockneten Tomaten serviert.

Für mehr Frikadellenrezepte, die man ja immer brauchen kann, lest Ihr bitte bei den KollegInnen:

auchwas – Frikadellen orientalisch
Brittas Kochbuch – Vegane Pilzfrikadellen
Cakes Cookies and more – Hacktätschli aus dem Backofen mit buntem Ofengemüse
CorumBlog 2.0 – Lamm-Frikadellen
genial-lecker – Fischbuletten
German Abendbrot – Hackfleischbällchen in Biersoße
giftigeblonde – Faschierte Laberl am Spieß
Karambakarinaswelt – Fischfrikadellen mit Dip “a la Remoulade”
Katha kocht! – Nudelpfanne mit buntem Gemüse und Geflügelhackbällchen
Leberkassemmel und mehr – Fleischpflanzerl Dry Aged, überbacken mit Käse und Bacon
lieberlecker – Crevetten Tätschli
Madam Rote Rübe – Hausgemachte Apfel-Grünkernbratlinge zu Lauch-Pasta
magentratzerl – Pastinakenlaibchen
our food creations – Fischbouletten de Luxe mit Mango-Salsa
Pane-Bistecca – Panierte Chuegeli
Turbohausfrau – Butterschnitzel
Unser Meating – Vegetarische Fleischküchle

Kastaniennudeln mit Nuss-Käse-Sauce

kastaniennudeln

Im vorigen Rezept aus “Alpenküche vegetarisch“* hatte ich es ja mit dem Buchweizen. Heute sind als weiteres typisches Produkt die Maroni dran.

Die werden gern gegessen, einfach geröstet, vielleicht ein wenig Speck dazu und etwas Schüttelbrot. Maroni sind aber auch Bestandteil vieler Gerichte – zu Mehl vermahlen, gegart oder getrocknet.

Hier also als Kastanienmehl. Ich finde das Mehl  in herzhaften Gerichten ja ein bisschen schwierig. Die süße Note passt nicht zu allem. Insofern habe ich mich mit etwas Misstrauen ans Werk gemacht. Aber es hat alles sehr gut harmoniert – die leichte Süße der Pasta, der herzhafte Käse, die Walnüsse.

Das Rezept lässt übrigens die Wahl zwischen Walnüssen und Haselnüssen. Als Käse wird Alpkäse verwendet  – da gab es hier einen gewissen Mangel; ich habe Gruyère benutzt.

kastaniennudeln1

Für 4 Personen:

Pasta:

  • 125 g Kastanienmehl
  • 175 g Weizenmehl
  • Salz
  • 3 Eier (ich hatte Größe L)
  • 2 EL Öl (Nussöl wie Walnussöl passt gut)

Sauce:

  • 100 g Walnusskerne
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • je 1/2 Bund Thymian und Majoran
  • 1 Bund Schnittlauch
  • 50 g Alpkäse (ich hatte Gruyère)
  • 50 g Butter
  • Salz
  • ca. 125 ml Gemüsebrühe
  • Pfeffer aus der Mühle
  • mehr Käse zum Servieren

Zuerst zu den Nudeln:

Die Mehlsorten mit 1 TL Salz in einer Schüssel vermischen. Eier und Öl zugeben und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Mein Teig war etwas klebrig, was sicherlich dem Kastanienmehl zuzuschreiben ist.

Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und 30 min bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Teig in vier Teile teilen und jeweils zu dünnen Platten ausrollen. Ich habe die Nudelmaschine verwendet und habe bis Stufe 5 von neun ausgerollt, also nicht zu hauchdünn. Die Platten 30 min antrocknen lassen, dann zu Bandnudeln schneiden. Bis zur Verwendung auf einem leicht mit Mehl bestäubten Küchentuch lagern.

Für die Sauce die Nüsse fein hacken. Zwiebel und Knoblauch schälen und ebenfalls hacken. Thymian und Majoran zupfen und fein schneiden, den Schnittlauch in Röllchen schneiden. Käse ggf. entrinden und dann reiben.

Butter in einem Topf erhitzen und Zwiebel und Knoblauch darin glasig andünsten. Nüsse und Kräuter zugeben und kurz mitbraten. Brühe angießen und die Sauce offen ein wenig köcheln lassen.

Inzwischen die Pasta in reichlich Salzwasser bissfest kochen, das dauert ca. 2 Minuten.

Käse zur Sauce geben und bei geringer Hitze unter Rühren schmelzen. Mit Pfeffer und ggf. Salz abschmecken.

Nudeln abgießen, abtropfen lassen und mit der Sauce auf Tellern anrichten. Wer mag, streut noch geriebenen Käse darüber. Mir waren ein paar zusätzliche frische Kräuter lieber.

 

Chässuppä

chässupp

Brotsuppe mit Käse. Oder Käsesuppe mit Brot, ganz wie es beliebt. Jedenfalls ist es ein typisches Gericht für die “Schweizer Alpküche“*, in der aus einfachen Zutaten das Beste herausgeholt wird. Und altbackenes Brot wird auch noch verwendet.

Die Zutatenliste ist, wie bei allen Rezeptem im Buch, sehr übersichtlich. Und heraus kommt eine einfache, aber dennoch feine Suppe. Damit die Suppe auch wirklich schmeckt, muss natürlich ein guter Käse verwendet werden. Die herzhafte Suppe scheckt besonders gut, wenn es draussen so richtig ungemütlich ist.

Wer mag, kann die Suppe zusatzlich mit Kümmel würzen oder mit etwas Sahne verfeinern.

Für 4 Personen:

  • 2 EL Butterschmalz
  • 1 Zwiebel
  • ca. 150 g altbackenes Brot
  • 200 g Käse (ich hatte Greyerzer), gerieben
  • 1,2 l Gemüsebrühe
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle, Muskatnuss
  • Schnittlauchröllchen zu Anrichten

Zwiebel schälen und fein hacken. Den Käse reiben. Das Brot würfeln.

Die Butter in einem Topf schmelzen und die Zwiebel darin glasig andünsten. Brot zugeben und mit anrösten. Den Käse darüberstreuen, mit der Gemüsebrühe ablöschen. Alles aufkochen, kurz durchkochen lassen und dabei mit dem Schneebesen rühren. Mit Salz, Pfeffer und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken.

Zum Servieren in Teller schöpfen und mit den Schnittlauchröllchen bestreuen.

Buchweizengalette mit Sauce Mornay – Wir retten, was zu retten ist

galette, sauce mornay

Wenn man in unseren Supermärkten herumwandert, findet man wunderlich Dinge. Pfannkuchenteig in der Schüttelflasche zum Beispiel. Nur noch Flüssigkeit zugeben und schon kann man Pfannkuchen backen. Aha. Wem auch das zu kompliziert ist, der findet in der Kühltheke schon fertig hergestellte Pfannkuchen.

Leute! Pfannkuchen! Ich meine, recht viel einfacher geht es nicht. Mehl, Eier, Milch. Haben wir doch hoffentlich alle zuhause. Und genau aus diesem Grund hat sich die Rettungstruppe heute die Rettung des Pfannkuchens auf die Fahnen geschrieben.

14032_1587554494807988_8376197270099437244_n

Klassische Pfannkuchen sind das Leibgericht meiner Tochter. Die mache ich bestimmt einmal die Woche. Meine Vorlieben sehen aber etwas anders aus – ich mag es eher herzhaft. Und ganz besonders vernarrt bin ich in die bretonischen Galettes aus Buchweizenmehl. Deswegen gibt es die heute auch. Zu den Galettes serviere ich Euch ein klassische Käsesauce, angereichert mit etwas Schinken und Pilzen. Das ist eine Idee aus dem französischen Lieblingskochbuch* und steht bei uns öfter mal auf dem Tisch.

Für die Galettes:

  • 200 g Buchweizenmehl
  • 90 g Dinkelmehl 630 (oder Weizen 405)
  • 1 Ei
  • 500 ml Milch
  • 1 Prise Salz
  • Öl zum Braten
  • etwas Butter

Für die Sauce:

  • 30 g Butter
  • 40 g Mehl
  • 500 ml Milch
  • 100 g Gruyère
  • 100 g Kochschinken
  • 400 g Pilze (ich hatte Champignons und Kräuterseitlinge)
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Schnittlauchröllchen zum Betstreuen

Zuerst machen wir den Teig: dafür die Mehlsorten in einer Schüssel vermischen, 1 Prise Salz und das Ei zugeben. Mit den Quirlen das Handrührers zu einem Teig verarbeiten, dabei nach und nach die Milch zugießen. Den mindestens 30 min ruhen lassen.

Zum Backen eine Pfanne, am besten eine gusseiserne, mit Öl auspinseln und erhitzen.  Ca 1/2 Schöpfkelle Teig in die Pfanne geben und mit einer drehenden Bewegung gleichmäßig in der Pfanne verteilen. Von beiden Seiten in ca. 2 min ausbacken, dann ein kleines Stück Butter auf die Galette geben und warmstellen. So weitermachen, bis der gesamte Teig verbraucht ist.

Für die Sauce zunächst die Pilze putzen, blättrig schneiden und in einer Pfanne in ein wenig Butter andünsten, bis die gesamte Flüssikeit verdampft ist. Beiseite stellen. Den Schinken in Würfel schneiden, den Käse reiben.

Butter in einem Topf zerlassen. Mit einem Schwung das Mehl zufügen und unter dauerndem Rühren anschwitzen, bis das Mehl sich goldgelb färbt und mit der Butter eine einheitliche Masse bildet. Jetzt die Milch angießen. Ich nehme kalte Milch. Ich gieße immer nur ein wenig an und erhitze alles unter Rühren mit dem Schneebesen, bis die gesamte Milchmenge aufgenommen wurde; dann gieße ich wieder an. Bei mir funktioniert das so klümpchenfrei; mit heißer Milch scheitere ich immer. Wenn die gesamte Milchmenge eingearbeitet ist, die Sauce unter Rühren 10 mn kochen lassen, damit der Mehlgeschmack verschwindet und die Sauce andickt. Den Käse einrühren und schmelzen lassen, dann Schinken und Pilze einrühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Galettes mit der Sauce anrichten und mit ein wenig Schnittlauch bestreuen.

Und damit nie wieder um Pfannkuchenrezepte verlegen seid, hier die Liste mit den Rezepten der MitretterInnen:

Prostmahlzeit – Fleischpalatschinken

Food for Angels and Devils  – Galettes

Sweet Pie – Gorgonzola-Pilz-Pfannkuchen

Giftige Blonde – Klassische Palatschinken mit Marillenmarmelade

Summsis Hobbyküche – Buttermilchpfannkuchen

Obers trifft Sahne – Pancakes mit Apfel und Walnuss

Brittas Kochbuch – Herzhafte Pfannkuchen mit Rotkohlfüllung

Kebo Homing – Crespelle farcite

Auchwas – Hauchdünne Pfannkuchen

Sakriköstlich – Bulgurpfannkuchen

Brotbackliebe und mehr – Kartoffelpfannkuchen

Multikulinarisches – Eierkuchen mit Vogelbeerkaramell

German Abendbrot – Herzhafter Palatschinken mit Boeuf Stroganoff

Anna Antonia – Banana Pecan Pancakes

Paprika meets Kardamom – Böhmische Palatschinken

Aus meinem Kochtopf – Blini mit Räucherlachs und Crème fraîche

Was du nicht kennst – Blutorangenpfannkuchen

Fliederbaum – Böhmische Palatschinken

Unser Meating – Grünkohl-Pancakes

Pane Bisteca – Vietnamesische Pfannkuchen mit Thai-Füllung

LanisLeckerEcke – Herzhafte Blini mit Schafskäsedipp

Ein währschafter Eintopf mit zweierlei Käseklösschen

eintopf mit zweierlei käseklösschen

Wir wissen das ja alle – die Schweizerin Zorra lebt im sonnigen Süden Spaniens. Heimweh hat sie eher nicht, aber wohl hin und wieder Käseweh – der Schweizer Käse fehlt halt doch manchmal. Deshalb gibt im Geburtstagsjahr ihres Blogs ein Event, in dem sich alles um den Käse aus der Schweiz dreht.

Ohne Käse geht auch in meiner Küche nichts, also muss ich ja einen Beitrag beisteuern. Und dann hatte ich auch noch Glück und habe ein ordentliches Stück Gruyère zur Verfügung gestellt bekommen – danke dafür an die Menschen vom Schweizer Käse.

Den Käse kennt man ja….aber was stellt man damit an? Fondue und Raclette sind wohl die ersten Dinge, die einem einfallen. Mir außerdem noch Älplermagronen. Aber gesucht war etwas Neues….

Ich mag die handfeste, ehrliche Schweizer Küche recht gerne; und deshalb steht hier auch öfter mal eine Bündner Gerstensuppe auf dem Tisch. Die Idee habe ich mit dem Käse zusammengebracht: ich habe die klassische Gemüsekombination aus Karotte, Lauch und Sellerie genommen. Aber statt Fleisch, Speck und Gerste gibt es Klösschen: einmal mit Hackfleisch und Gruyère, einmal Teigklösschen mit Gruyère. Ich hoffe, das schmeckt dir, Zorra. Ist vielleicht eher was für den spanischen Winter….eben ein grundsolider, deftiger, ehrlicher Eintopf der es mir erlaubt, endlich mal mein schweizerdeutsches Lieblingswort irgendwo unterzubringen 🙂

Für 4 hungrige Esser:

Für die Teigklösschen:

  • 150 gr. Mehl
  • 1 Prise Backpulver
  • Salz
  • 50 gr. kalte Butter
  • geriebene Muskanuss
  • 75 gr. Gruyère, gerieben
  • ca. 50 ml Wasser

Mehl mit Salz und Backpulver in eine Schüssel geben und vermischen. Käse ebenfalls untermischen. Die Butter in die Schüssel reiben. Mit Muskat würzen. Dann alles mit den Händen zu einem homogenen Teig verkneten, der nicht klebt. Dabei schlückchenweise immer wieder Wasser zugeben, bis die Konsistenz passt. Aus der Masse ca. 12 kleine Bällchen rollen; kühl stellen.

Für die Fleischkösschen:

  • 200 gr. gemischtes Hackfleisch
  • 1 Eigelb
  • etwas Salz
  • 75 gr. Gruyère

Alle Zutaten zu einem homogenen Teig verkneten. Aus der Masse ca. 12 Bällchen rollen; kühl stellen.

Für die Suppe:

  • 2 Karotten
  • 2 Stangen Sellerie
  • 1 Stange Lauch
  • Butterschmalz zum Braten
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1,2 l Gemüsebrühe
  • gehackte Petersilie zum Servieren

Karotten waschen, schälen und in Scheiben schneiden. Sellerie waschen, putzen und ebenfalls scheibeln. Lauch der Länge nach aufschneiden, gründlich waschen und in Ringe schneiden.

Etwas Butterschmalz in einem großen Topf erhitzen. Das Gemüse darin glasig andünsten, dann Lorbeerblatt zugeben und Brühe angießen. Alles  zum Kochen bringen und ca. 5 min leise simmern lassen.

Jetzt die Fleischbällchen und die Teigklösschen einlegen. Alles bei milder Hitze weitere 20 min simmern lassen. Dann sollte das Gemüse gar, aber bissfest und die Knödelchen gegart sein.

Zum Servieren in Suppenteller schöpfen und mit Petersilie bestreuen.

Cover "Le Petit Paris"

Le Petit Paris I Fingerfood auf Französisch – Nathalie Benezet. Und dazu etwas Proviant

Cover

Wenn ich Fernweh habe, dann bezieht sich das oft genug auf Frankreich. Kochen hilft da ein wenig. So ähnich ging es wohl auch Nathalie Benezet, der Autorin des Buches, von dem ich Euch heute erzähle. Bei ihr allerdings war Heimweh der Antrieb: aufgewachsen in einer französischen Gastronomenfamilie, zog sie nach London. Das heimische Essen vermisste sie dort sehr und versuchte, sich durch Kochen ein Stück Frankreich nach London zu holen. Für dieses Buch hat sie ihre Vorliebe für Fingerfood mit der Liebe zu heimatlichen Gerichten verknüpft.

Das Buch ist sehr hübsch aufgemacht; es macht Spaß, darin zu blättern. Das Layout ist schön übersichtlich und die Fotos liebevoll gestaltet. Mir gefällt, dass die Gerichte zwar hübsch fotografiert, aber dennoch realistisch sind – so kann auch Essen aussehen, das man zuhause kocht. Immer wieder wird mit kleinen Details und Requisiten ein wenig Pariser Flair herbeigezaubert: sei es der typische Marmeladendeckel, der kleine Eiffelturm im Hintergrund, der Stadtplan von Paris oder die französische Zeitung als Unterlage.

Die Rezepte sind in zwei einfache Kategorien unterteilt: es gibt “Salzig” und “Süß”. Wer großartige Neuerungen erwartet, wäre wohl eher enttäuscht, denn hier weden tatsächlich Klassiker präsentiert. Nett abgewandelt und in kleinen Portionen landen sie auf unserem Tisch. So gibt es im salzigen Teil zum Beispiel Eier mit Mayonnaise, es gibt ein Camembert-Fondue, für das der Camembert mitsamt seiner Holzschachtel zum Schmelzen in den Ofen gestellt wird, wir bekommen Tatar in kleinen Häppchen, Salade Niçoise, als Fingerfood auf Salatherzen angerichtet, Gratin Dauphinois im Mini-Format, Pissaladière als kleine Törtchen…..und vieles mehr. Bei den süßen Sachen gibt es kleine Schokoladenkuchen, Madeleines, wir naschen Mousse au Chocolat aus kleinen Gläschen oder Crème Brûlée in Löffelgröße, machen Schokotrüffel mit Grand Marnier oder Schokoladen-Eclairs.

Die Rezepte sind klasse – sie sind gut strukturiert und funktionieren ohne Wenn und Aber. Die Zutaten sind überall ohne weiteres erhältlich. Dennoch eine kleine Warnung: wer nach diesem Buch kochen möchte, der tut gut daran, seine Vorräte an Butter, Käse, Crème double und Schokolade erst mal gründlich aufzustocken. Hier wird geschlemmt – aber dafür sind ja die Häppchen klein.

Wer hier öfter mal reinschaut, den wird nicht verwundern, dass ich als erstes die herzhaften Käsebällchen probiert habe. Eigentlich sind das Gougères: Brandteig mit Käse drin und etwas Käse drauf. Und sie waren klasse: üppig, weich und luftig.

Einfache Käsestangen aus Blätterteig gibt es hier öfter mal. Nach Nathalie Benezet fallen sie etwas üppiger aus, als ich sie sonst immer mache: Der Blätterteig wird geteilt. Auf die eine Hälfte kommt eine großzügige Portion Käse, die zweite Hälfte wird darauf gelegt. Anschließend schneidet man alles zu Stangen und verdreht die gegeneinander. Üppiger als meine bisherige Herangehensweise – aber auch besser.

Pfannkuchen mache ich recht oft; ich habe ja nicht umsonst Kinder. Ich muss aber gestehen, dass ich an den hauchdünnnen französischen Crêpes schon oft genug gescheitert bin. Nun, nach diesem Rezept hat alles wunderbar geklappt. Oder lag es doch an der neu angeschafften Crêpes-Pfanne? Wie auch immer, in Zukunft gibt es öfter Crêpes im Hause magentratzerl.

Chouquettes sind kleine, ungefüllte Windbeutelchen, die zum Backen mit Hagelzucker bestreut werden. Sie sind innen wunderbar luftig, außen aber karamellisiert der Zucker und sorgt für eine knusprige Kruste. Die Portion, die ich hergestellt habe, wurde mir von einer marodierenden Kinderbande geradezu aus den Händen gerissen. Mein Mann und ich hatten nur die Chance auf eine kleine Probierportion. Beim nächsten Mal werde ich ein paar mehr für uns in Sicherheit bringen.

Die Käsemakkaroni, in kleinen Förmchen als Vorspeise serviert, sind eine üppige Schlemmerei: die Sauce basiert nämlich nicht auf einer Bechamel, sondern aus Crème fraîche und Crème double – zwei Sorten Käse dürfen auch noch mitspielen. Nicht ohne – aber schnell gemacht, hübsch serviert und sehr fein. Wir haben das ganze mit etwas Salat als Hauptgericht gegessen.

quichettes

Die Quichettes sind im Prinzip Quiches Lorraine in Häppchenform – aber ohne Boden. Ich habe sie in kleinen Muffinförmchen gebacken und zu einer Wanderung mitgenommen; das war klasse. In noch kleinerer Form sind die Quichettes bestimmt auch schön auf einem Buffett oder zum Apéritif.

+financières

Financières wollte ich schon lange backen; allein, mir fehlte die passende Backform: es handelt sich nämlich um Mandelküchlein in Form von kleinen Goldbarren. Beim letzten Abstecher nach Frankreich wanderte eine passende Form in meinen Einkaufswagen – zum Glück, denn die Financières sind toll: weiche, mandelduftende Küchlein. Übrigens auch gut zur Eiweißverwertung geeignet.

croques

Croque Monsieur, das überbackene Schinkensandwich mit der Bechamelfüllung, kann ich hier jederzeit auf den Tisch stellen. Es findet immer Abnehmer. Nathalie Benezet schneidet die überbackenen Sandwiches nicht nur in mundgerechte Happen, sie hat auch einen besonderen Dreh: ich war etwas irritiert darüber, dass der geriebene Käse, der zum Überbacken benutzt wird,  mit Ei und Milch eingeweicht wird. Die Flüssigkeit gießt man dann ab und benutzt den Rest zum Überbacken. Das kam mir erst mal verschwenderisch vor. Aber nun weiß ich, dass es einen Sinn hat: der Käse wird beim Überbacken nämlich so zu einer herrlich luftigen Haube.

Mein Fazit fällt positiv aus: wer französische Leckereien zu schätzen weiß und sich mit kleinen Häppchen ein wenig Frankreich in seine Küche holen möchte, der ist mit diesem Buch gut bedient. Kaufen kann man “Le petit Paris” direkt hier bei der Edition Michael Fischer.

Eigentlich sollte ich Euch an dieser Stelle die Financières vorstellen, denn sie haben mich am nachhaltigsten beeindruckt. Da man dafür aber eine spezielle Form braucht, nehmen wir mit den Quichettes vorlieb – auch die waren toll 🙂

quichettes

Es handelt sich um Quiche Lorraine ohne Boden – saftig, herzhaft und üppig. Nathalie Benezet backt die Küchlein in Mini-Muffinformen; solche habe ich nicht. Ich habe normale Muffinförmchen benutzt.Für eine vegetarische Variante schlägt die Autorin eine Füllung aus gebratenen Paprikaschoten und Pilzen vor.

Für 12 bzw. 18 Stück:

  • 300 gr. durchwachsener Speck
  • 3 Eigelb
  • 3 ganze Eier
  • 250 ml Crème double
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 100 gr. Gruyère

Den Backofen auf 180°C vorheizen.

Die Mulden einer Muffinform oder einer Mini-Muffinform mit Papierkapseln auslegen.

Den Speck in feine Würfel schneiden. Den Käse reiben.

Den Speck in einer Pfanne bei mittlerer Hitze knusprig braten. Dann auf Küchenpapier abtropfen lassen und zum Abkühlen beiseite stellen.

Eier und Eigelb in einer Schüssel verquirlen. Crème doubel unterrühren, dann mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Speck in den Förmchen verteilen, die Sahnemischung darüber gießen. Die Quichettes jeweils mit etwas geriebenem Gruyère bestreuen und im heißem Ofen ca. 15 (Mini-Muffinform) bzw. 25 min (Muffinform) backen.

Zofias Käseklopse

Zofias Käsebällchen

«Nur Regen. Es war nicht nur Regen, dachte Ruth. Nichts war nur irgend etwas. Schokolade war nicht nur Schokolade. Schokolade machte dick. Käse war nicht nur Käse. Käse konnte Verstopfung und Arterienverengung verursachen. Sonnenschein war nicht nur Sonnenschein. Sonnenschein konnte Melanome und Fieberbläschen und Hitzeschläge und Sonnenbrand verursachen. Nichts war nur irgend etwas. Alles hatte Folgen.»

Ruth ist besorgt. Immer. Man könnte sagen, dass es ihr nicht gut geht, wenn sie nicht besorgt ist. Edek, ihr Vater, meint, dass Ruth ein bisschen seltsam ist, weil sie Eltern hat, die im Konzentrationslager waren. Ruths Kinder sind aus dem Haus, der Mann ist gerade für ein Projekt in Australien und so gilt Ruths Hauptsorge  ihrem Vater Edek. Der ist 87 und sie hat ihn vor einiger Zeit aus Australien zu sich nach New York geholt. Nun mischt er als Leiter der “Vorwärtsabteilung” ihre Firma auf. Das macht ihr Sorgen. Sie wünscht sich, er würde sich anderweitig beschäftigen. Und dann beschäftigt Edek sich anderweitig – und das macht Ruth noch größere Sorgen. Er hat nämlich seine Freundin Zofia aus Polen nach New York geholt. Zofia ist erst 69  – viel zu jung für ihren Vater, findet Ruth. Zu blondiert. Zu vollbusig. Und dann ist da noch die Sache mit den Klopsen…..Zofias Klopse sind “nicht von dieser Welt”, findet Edek. Deswegen eröffnen die beiden ein Restaurant – mit Klopsen. Grund genug, sich Sorgen zu machen, findet Ruth.

Es geht also um Klopse in Lily Bretts fabelhaftem Roman “Chuzpe“. Unter anderem. Es ist eine herrliche Vater-Tochter-Geschichte, erzählt mit viel Witz und Selbstironie. Ums Essen geht es auch. Anfangs gehen Edek und Ruth immer Essen. Edek liebt die deftige jüdisch-polnische Küche: Hühnersuppe mit Matzenklösschen, gehackte Leber, Lattkes….Ruth isst Salat. Edek kann nicht verstehen, wie seine Tochter so viel Grünzeug in sich hineinstopfen kann. Und dann, dann geht es eben um Klopse. Etwas Klops braucht der Mensch, so heißt das Lokal, das Edek eröffnet. Im Original ist der Titel geschickter und doppeldeutiger formuliert: “You Gotta have Balls”  – was natürlich nicht nur: “Etwas Klops braucht der Mensch”, sondern auch “Man braucht Mumm in den Knochen” heißt. Und genau darum geht es: um Klopse. Und um Mut. Wie die Geschichte ausgeht? Selber lesen. Inzwischen könnt Ihr Euch ja mit ein paar von Zofias fabelhaften Käseklopsen über Wasser halten 😉

Ach so: Es ist unschwer zu erkennen….ich habe es endlich mal wieder geschafft, einen Beitrag zu Shermins herrlichem Lesehunger-Event einzureichen.

Jetzt zu den Klopsen. Das Rezept ist aus “Alles was rund ist”* – auch diese Autorin hat Lily Brett gelesen 🙂 .

Für 30 Bällchen:

  • 500 gr. Kartoffeln
  • 2 große Eier
  • 2 Eiweiß
  • 1 Zwiebel
  • 1 EL Butter
  • etwas Olivenöl
  • 4 großzügige EL Mehl
  • 100 gr. Parmesan
  • 100 gr. Gruyère
  • 40 ml Milch
  • 1/4 TL Cayennepfeffer
  • 1 TL Paprika edelsüß
  • 1 TL Salz
  • Pfeffer aus der Mühle

Die Kartoffeln in Salzwasser weichkochen, dann abgießen, schälen und in einer großen Schüssel zerstampfen. Anschließend abkühlen lassen.

Die Zwiebel schälen, fein hacken und im Olivenöl glasig dünsten.

Den Käse reiben. Das Eiweiß steif schlagen. Den Backofen auf 190°C vorheizen.

Die Zwiebeln unter die Kartoffelmasse mischen, dann Mehl, die Käsesorten, den Eischnee, die ganzen Eier, Milch und die Gewürze einarbeiten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Aus der Masse  – am besten mit einem Eisportionierer – Kugeln formen und auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben.

Im heißen Ofen ca. 35 min backen.

Dazu passt eine Tomatensauce. Ein grüner Salat kann auch nicht schaden.