Erbsen-Kokossuppe mit gebratenen Garnelen

Suppe gibt es hier oft als leichtes Abendessen – etwas Brot dazu, die Mahlzeit ist gerettet. Und Erbsen habe ich immer da. In der Tiefkühle – das ist toll. Frische Erbsen haben nur ja nur kurz Saison, und ehrlich gesagt, mache ich mir da meist gar nicht die Mühe, etwas damit zu kochen. Auslösen und futtern. Ok, vielleicht vorher kurz in Butter schwenken. Tiefkühlerbsen sind mein Notvorrat für die schnelle Küche.

Pasta in Erbsen-Schinken-Sahne-Sauce ist so ein Essen, das im Notfall fix auf dem Tisch steht und alle glücklich macht. Oder eben eine Suppe – da sind die Erbsen eine Basis für alle möglichen Ideen.

Ich mag ja Rezepte, die verschiedene Kochtraditionen mischen – so wie dieses hier. Die Kombination Erbse-Minze bringt einen gedanklich erst mal nach Großbritannien. Das Rezept kommt aber aus Neuseeland –  und wenn dann Kokosmilch, Sojasauce und Kreuzkümmel ins Spiel kommen, merkt man gleich, dass es da auch andere Einflüsse gibt. Und das Topping aus gebratenen Garnelen ist auch nicht zu verachten.


Für 4 Portionen:

  • 1 Zwiebel
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 450 g Erbsen, TK-Ware
  • 400 ml Hühnerbrühe
  • 1/2 Bund Minze
  • 100 g Kokosmilch
  • 2 EL helle Sojasauce
  • Salz
  • Cayennepfeffer
  • 250 g Garnelen, geschält
  • 1 EL süße Sojasauce

Zwiebel schälen und fein hacken.

1 EL Olivenöl in einem Topf erhitzen. Zwiebel darin glasig anschwitzen. Kreuzkümmel kurz mitrösten, dann die Erbsen zugeben und 3 min mitbraten. Brühe angießen, alles aufkochen und bedeckt 20 min köcheln lassen.

Minze zupfen und die Blätter in Streifen schneiden. Einige Streifen zum Garnieren beiseite legen, den Rest in die Suppe geben und kurz mitziehen lassen.

Die Suppe pürieren, Kokosmilch zugeben und mit  1 EL heller Sojasauce, Limettensaft, Salz und Cayennepfeffer würzen.

1 EL Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Die Garnelen hineingeben, kurz wenden, dann mit heller und süßer Sojasauce ablöschen. Kurz weiterbraten, dann von der Hitze nehmen.

Zum Servieren die Suppe auf Teller verteilen und mit Minze und Garnelen bestreut servieren.


 

Pizza Bianca mit Garnelen, Zucchini und Minze

Eigentlich seltsam, irgendwie kommt hier Pizza meist mit Tomatensauce auf den Tisch; das ist einfach eine Gewohnheit. “Pizza de Luxe“* hat mich da etwas aufgerüttelt; es locken da einfach viele Pizzarezepte ohne Tomatensauce.

Diese hier hat mich besonders angelacht, und das nicht nur, weil noch Garnelen da waren und die Abokiste mir Zucchini spendierte. Mich hat besonders die Kombination mit der Minze gereizt – und die ist wirklich toll, probiert das aus, unbedingt.

Für den Teig habe ich wieder auf eine Mischung von selbstgemahlenem Vollkornmehl und Weizen 550 zurückgegriffen; wer sein Vollkornmehl kauft, kann auch nur Vollkorn nehmen; das selbst gemahlene Mehl ist da wesentlich gröber.

Für eine Pizza von 30 cm Durchmesser:

Boden:

  • 180 g Weizenvollkornmehl
  • 150 g Weizenmehl 550
  • 180 Wasser
  • 1 g Trockenhefe
  • 7 g Salz
  • 10 ml Olivenöl

Belag:

  • 2 EL frische Minze, gehackt
  • 3 EL Olivenöl, plus etwas zum Beträufeln
  • 1 kleiner Zucchino
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 150 g Mozzarella
  • 4 bis 5 Riesengarnelen

Für den Teig die Mehlsorten mit dem Wasser in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Alles grob vermengen und 20 min ruhen lassen. Dann die restlichen Zutaten zugeben und alles zu einem elastischen Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Den Teig 30 min bei Zimmertemperatur ruhen lassen, dann die Schüssel gut abdecken und den Teig mindestens 8 h im Kühlschrank ruhen lassen.

Für den Belag die Minze eine Stunde im Olivenöl ziehen lassen.

Wenn es ans Backen geht, den Ofen mitsamt Pizzastein auf 250°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Arbeitsfläche leicht bemehlen und den Teig darauf zu einer Kugel formen. Die Kugel zu einem Kreis flachdrücken, dann mit den Fingern einen Rand formen und den Teig nach außen ziehen, damit sich der Durchmesser vergrößert. Wenn der Durchmesser sich verdoppelt hat, eine Hand seitlich auf dem Teig platzieren  und mit der anderen Hand gegenüber den Teig vorsichtig dehnen und ziehen. Dann auf den leicht bemehlten Pizzaschieber geben.

Nun den Zucchino putzen und der Länge nach in ca. 3 mm dünne Scheiben schneiden; das geht am besten mit einer Mandoline. Die Scheiben salzen, mit etwas Olivenöl bestreichen und in einer heißen Pfanne auf jeder Seite kurz grillen, bis sie gar und appetitlich gebräunt sind.

Garnelen putzen und längs halbieren.

Mozzarella in dünne Scheiben schneiden und gleichmäßig auf dem Pizzaboden verteilen, dabei einen Rand von 3 bis 4 cm lassen. Mit Zucchinischeiben und Garnelen belegen, dann die Pizza vorsichtig vom Schieber auf den Pizzastein gleiten lassen. Backen, bis der Rand schön braun ist und der Käse blubbert. Herausnehmen, mit Minzöl beträufeln und mit Minzeblättern garnieren.

Römische Pizza mit Baba Ghanoush und Garnelen

Ich habe ja einiges gelernt aus “Pizza de Luxe“*. Unter anderem bin ich in die Feinheiten der römischen Pizza eingestiegen. Im Gegensatz zu ihrer Kollegin aus Neapel wird die römische auf dem Blech gebacken und ist rechteckig. Der Teig wird auch dicker ausgerollt; insgesamt erinnert das Ganze etwas an eine Foccacia. Zwei Sorten römische Pizza gibt es: zum einen die vorgebackene Version. Dafür wird der Teig ohne Belag im Ofen gegart, das kann man gut im voraus machen. Wenn es ans Servieren geht, dann wird der Boden in Stücke geschnitten, belegt und aufgebacken.

Ich stelle Euch heute die zweite Variante vor – eine belegte römische Pizza; hier wird der rohe Teig ganz oder teilweise belegt und dann gebacken; später werden oft noch weitere Zutaten ergänzt. Ausgesucht habe ich mir eine Pizza mit Baba Ganoush und Garnelen. Hierfür wird der Boden mit Tomatensauce bestrichen und gebacken. Danach kommen Baba Ganoush und vorher gebratene Garnelen darauf. Und nein, kein Käse.

Was das Rezept für den Boden angeht: da ist die Rede von steingemahlenem Vollkornmehl. Ich habe Weizen 550 und frisch gemahlenes Mehl zu gleichen Teilen verwendet. Das deswegen, weil das Mehl, das aus meiner Getreidemühle kommt, eine ganz andere Konsistenz hat als das Vollkornmehl, das man kaufen kann. Wer also Vollkornmehl kauft, kann den Teig ruhig mit 100% Vollkorn machen, alle anderen machen es besser so wie ich.

Das Rezept ergibt ein Blech Pizza  – je nach Hunger reicht das für 4 bis 6 Personen:

Pizzaboden:

  • 150 g Weizenvollkorn, frisch gemahlen
  • 180 g Weizen 550
  • 1 g Trockenhefe
  • 220 g Wasser
  • 1 Prise Zucker
  • 10 ml Olivenöl nativ extra
  • 7 g Salz

Für den Boden das Mehl mit Salz, Zucker und Hefe in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Wasser und Olivenöl zufügen und alles auf mittlerer Stufe kneten, bis der Teig sich vom Rand der Schüssel löst.

Den Teig 10 min ruhen lassen, dann falten, in eine luftdichte Box geben, diese verschließen und den Teig mindestens 8 h im Kühlschrank ruhen lassen.

Belag:

  • 350 g gute geschälte Tomaten aus der Dose
  • 2 EL Olivenöl nativ extra
  • Salz
  • 32 mittelgroße Garnelen, geschält, Darm entfernt
  • 2 EL fein gehackte Petersilienblättchen

Baba Ghanoush:

  • 2 Auberginen
  • 2 EL Tahin
  • 2 EL Zitronensaft
  •  1 Zehe Knoblauch
  • Salz
  • 2 EL Olivenöl nativ extra
  • 1 TL geräuchertes Paprikapulver

Zuerst zum Baba Ghanoush: dafür den Backofengrill vorheizen und ein Blech mit Backpapier auslegen. Die Auberginen rundherum mit einer Gabel einstechen (meinetwegen auch mit einem Messer, Hauptsache Ihr stecht sie ein ;-)) und unter Wenden grillen, bis die Haut schwarz und das Fruchtfleisch weich ist. Dann die Auberginen längs halbieren, das Fruchtfleisch herauskratzen und in einem Sieb gründlich abtropfen lassen. Dann alle Zutaten gründlich durchmixen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

So, jetzt zum Fertigstellen der Pizza: Dafür den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche stürzen und zu einer Kugel formen. Abdecken und nochmals 2 h ruhen lassen.

Ofen auf 220°C vorheizen und ein Blech mit Backpapier auslegen. Dann den Teig vorsichtig mit den Fingern dehnen, bis er ungefähr die Größe des Backblechs hat. Auf das Blech legen.

Die Tomaten zu einer homogenen Masse zerdrücken und mit einem EL Olivenöl und etwas Salz würzen. Tomatenmasse gleichmäßig auf dem Pizzaboden verteilen. Pizza im heißen Ofen ca. 25 min backen.

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Garnelen portionsweise gerade so lange braten, bis sie gerade gar sind. Garnelen salzen, Bratensaft auffangen.

Die Pizza aus dem Ofen nehmen und leicht abkühlen lassen. Die Pizza mit der Baba Ghanoush bestreichen, mit den Garnelen belegen und mit gehackter Petersilie bestreuen.

Tomato-Clamato und Prawn Toast

Hier sind sie also, die Rezepte aus der Bar Bibel*.

Krabbentoast steht schon sehr lange auf meiner inneren Nachkochliste; aber irgendwie ist es nie dazu gekommen. Also habe ich die Gelegenheit beim Schopf ergriffen. Das Rezept habe ich leicht verändert; es sieht 1 kg Garnelen für 4 Toasts vor. Bei uns haben es 500 g Garnelen getan, das war in Ordnung so. Dann soll zum Toast eine Sauce gereicht werden – Amai-Sauce aus Tomatensauce, Ketchup, Tom-Yum-Paste und anderen, zu erstehen im Asiashop. Die konnte ich nicht finden. Ich habe statt dessen eine Sauce nach diesem Rezept verwendet. Das ist etwas völlig anderes, ich weiß. Aber es hat gut geschmeckt und harmoniert. Nur hat es die Sauce nicht auf’s Foto geschafft. Der Drink hat wohl seine Wirkung getan, ich habe das Fehlen auf dem Foto erst bemerkt, als schon alles aufgefuttert war.

Genau, der Drink: Zum Toast wird eigentlich der Cocktail No. 5 vorgeschlagen; der basiert auf Whiskey, Kürbis und Ahornsirup. Ich habe statt dessen einen Cocktail auf Tomatenbasis und Wodka gewählt; ich finde, dass Tomate und Sichuanpfeffer die Krabbenmasse wunderbar ergänzen. Also los:

Prawn Toast (ergibt 4 Toasts):

  • 1/2 Limette, unbehandelt
  • 500 g rohe Garnelen
  • 2 Zehen Knoblauch
  • eine dicke Scheibe frischer Ingwer
  • Wurzeln von 1/2 Bund Koriander
  • 1/2 Chilischote
  • Salz
  • 1 EL Olivenöl
  • 25 g Sriracha-Sauce
  • 4 Scheiben Toast
  • 25 g Butter

Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Schale der Limette abreiben. Garnelen, Knoblauch, Ingwer und Korianderwurzeln grob hacken, dann im Blitzhacker zerkleinern. Mit Chili, Salz, Limettenabrieb, Olivenöl und Sriracha abschmecken.

Die Garnelenmasse auf die Toastscheiben verteilen. Butter in einer Pfanne schmelzen. Die Toasts in die Pfanne geben und zunächst von der Unterseite anrösten. Dann wenden und die mit Garnelenpaste bestrichenen Seiten je 2 min braten. Die Toasts mit der Krabbenseite nach oben auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und im heißen Ofen noch 5 min backen.

Dazu habe ich diese Sauce gereicht, das hat gut gepasst. Nur auf’s Foto hat sie es nicht geschafft; ich habe es zu spät gemerkt.

Tomato-Clamato:

Der Cocktail erfordert ein wenig Vorarbeit; ihr müsst eine Infusion herstellen, die zwei Tage durchziehen muss.

Sichuanpfeffer-Essenz:

  • 500 ml Wodka
  • 2 Handvoll Sichuan-Pfeffer
  • 1 Chilischote

Alles vermischen, 48 h ziehen lassen, dann abseihen.

Tomatensaft-Mix:

  • 1 l Tomatensaft
  • 1 Dose passierte Tomaten
  • 1 TL Misopaste

Alles in einen Mixer geben und pürieren. Ihr werdet nicht alles brauchen; man kann die Mischung im Kühlschrank aber aufheben. Ich habe übrigens mit einem Teil davon Baked Beans gemacht, das war klasse.

Jetzt zum Drink:

  • 5 cl Wodka (in Rezept steht Belvedere, bei mir musste es Finlandia tun)
  • 15 cl Tomatensaft-Mix
  • 1 cl Zitronensaft, frisch gepresst
  • 6 dashes Worcestershiresauce
  • 2 dashes Sichuanpfeffer-Essenz
  • 1 g Salz
  • 1/2 Zitrone zur Garnitur

Alle Zutaten (mit Ausnahme der Zitrone, natürlich) in einen Shaker geben. Auf Eiswürfeln nur ganz kurz (ca. 3 Sekunden) shaken, damit nichts verwässert. In ein Londrink-Glas abseihen und mit Zitrone garniert servieren.

 

Potstickers mit Spargel und Bärlauch

Es ist angespargelt – endlich! Spargel ist tatsächlich das, worauf ich mich im Frühjahr am meisten freue. Einmal muss es ihn klassisch mit Hollandaise geben, die restliche Zeit bleibt fröhlichen Experimenten überlassen. So kann der Spargel auch in Potstickers wandern.

Ich bin ja ein wenig stolz auf mich. Dieses Rezept von Lizzie Mabbott* habe ich nämlich im Winter gefunden und gleich auf meine imaginäre Nachkochliste gesetzt. Und als jetzt der erste heimische Grünspargel auftauchte, habe ich mich tatsächlich erinnert – obwohl die Ausprobierensliste nicht gerade kurz ist. Das Gericht hatte wohl eine gewisse Dringlichkeitsstufe.

Ich habe auch die Kurve gekriegt und schnell noch Bärlauch gesammelt, bevor er nicht mehr genießbar ist. Wenn ihr keinen Bärlauch mehr bekommt (oder keinen mögt) kann man statt dessen gut Spinat und etwas feingehackten Knoblauch nehmen; den Spinat würde ich aber vorher blanchieren und die Flüssigkeit ausdrücken.  Statt Spargel geht auch anderes grünes Frühlingsgemüse – Erbsen, Dicke Bohnen, vielleicht auch Brunnenkresse.

Das ist also mein allererstes Frühlingsgericht – und ich freue mich sehr, dass die Auswahl an Gemüse und Obst jetzt langsam wieder bunter und vielfältiger wird. Und weil es gerade so gut passt, wandern die Potstickers zum Kochtopf. Dort veranstaltet nämlich gerade Jeanette aus der Cuisine Violette ein Event – es geht um frühlingshaften Genuss.

Für ca. 18 Potstickers:

  • 150 g Garnelen
  • 1 EL Natron, vermischt mit 2 EL Wasser (optional)
  • 100 g Schweinehack
  • 3 Frühlingszwiebeln
  • 1 1/2 EL fein geriebener Ingwer
  • 1 EL Sojasauce
  • 1/2 TL Sesamöl
  • 1/2 TL Salz
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 125 g grüner Spargel
  • 50 g Bärlauch
  • 1 TL Maisstärke
  • 1 Packung Dumpling Wrappers
  • Mehl zum Arbeiten
  • 2 EL neutrales Öl zum Braten

Für den Dipp:

  • 60 ml Sojasauce
  • 3 EL Chinjiang-Essig
  • 2, 5 cm frischer Ingwer

Für die Füllung die Garnelen fein hacken, dann in der Natron-Lösung marinieren, während man die anderen Zutaten vorbereitet.

Die Frühlingszwiebeln putzen und in ganz feine Ringe schneiden. Den Spargel von holzigen Enden befreien und in feine Scheiben schneiden, dabei die Spitzen zurücklegen. Den Bärlauch fein hacken.

Die Garnelen abtropfen lassen und trocken tupfen. Dann Garnelen, Schweinehack, Spargel, Frühlingszwiebeln, Ingwer, Bärlauch und Speisestärke in einer Schüssel vermischen. Mit Salz, Pfeffer, Sojasauce und Sesamöl würzen.

Zum Füllen einen Dumpling-Wrapper in die Handfläche legen. Einen Esslöffel der Füllung in die Mitte geben, die Teigplatte zu einem Halbmond zusammenklappen und die Ränder gut andrücken. Dann jeweils mit Mittelfinger und Daumen kleine Falten in den Rand kneifen. So weitermachen, bis Wrapper und Füllung aufgebraucht sind. Fertige Potstickers auf einem bemehlten Geschirrtuch lagern.

Die Spargelspitzen der Länge nach vierteln.

Zum Garen das Öl in einer Pfanne (beschichtet wäre gut) erhitzen. Die Dumplings in die Pfanne stellen und ca. 3 min braten, der Boden soll knusprig werden. Dann von der Seite her ein wenig Wasser angießen und einen Deckel auf die Pfanne setzen. Weitergaren, bis das Wasser verdampft ist. So werden die Potstickers fertig gedämpft. Gegen Ende der Garzeit die Spargelspitzen mit in die Pfanne geben.

Während die Potstickers garen,  für die Dippsauce den Ingwer schälen und fein reiben. Mit Sojasauce und Essig vermischen.

Die Potstickers mit Spargelspitzen und Dipp servieren.

 

Schweinefleischbrühe mit Reisnudeln, Huhn, Garnelen und Omelett

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Das ist eines der vielen reizvollen Suppenrezepte, die sich in der “Vietnamesischen Straßenküche” finden. Und sie hat uns sehr gut gefallen, denn die Aromenkombination aus Fischsauce und Garnelen, die zusammen mit Schweineknochen die Brühe ausmacht, ist toll.

Das Rezept gilt in Vietnam als etwas Besonderes; es wird zu speziellen Anlässen wie Hochzeiten, Jubiläen oder zum Neujahrsfest gereicht.

Ich muss allerdings gestehen, dass ich ein bisschen am Rezept gedreht habe. Zunächst habe ich die Mengen stark verkleinert. Im Original ist das Rezept für 6 Portionen; ich habe ein Drittel davon gemacht und wir sind gut satt geworden. Die Brühe wird eigentlich aus 3 kg schieren Schweineknochen gemacht – ich habe Spareribs verwendet. Das Fleisch der Rippchen wurde dann bei mit zu einem Teil der Suppeneinlage statt der Schweinepastete aus dem Rezept.

Getrocknete Garnelen gibt es hier* oder im Asiashop. Die Packung kann man in der Tiefkühle aufbewahren, dann hat man lange etwas davon.

nudelsuppe

Für 3-4 Personen:

  • 2 rote Schalotten
  • 1 kg Schälrippchen
  • 1/2 TL Salz
  • 2 getrocknete Garnelen
  • 1/2 TL Zucker
  • 1 TL Fischsauce
  • 1 Hähnchenbrust am Knochen
  • Öl zum Braten
  • 2 Eier
  • 100 g dünne Reisnudeln (Vermicelli)
  • 8 Garnelen, gegart, geschält
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 Handvoll Koriandergrün
  • 1 EL frittierte Schalotten

Die Schalotten in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie duften.

Die Rippchen waschen. Dann in einen Topf legen, mit kaltem Wasser bedecken und salzen. Langsam zum Kochen bringen, dabei immer wieder den aufsteigenden Schaum abschöpfen.

Schalotten, getrocknete Garnelen, Zucker und Fischsauce zur Brühe geben und alles 2 h köcheln lassen; wenn dabei Schaum hochsteigt, abschöpfen. Die Hühnchenbrust 20 min mitgaren, dann herausnehmen, kurz abkühlen lassen, das Fleisch vom Knochen lösen und in dünne Scheiben schneiden.

Die Brühe durch ein Sieb in einen frischen Topf abseihen. Das Fleisch von den Rippchen lösen. 200 g für die Suppe aufbewahren, den Rest anderweitig verwenden. (Ich mache aus solchen Resten gern Hachis Parmentier.)

Etwas Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Die Eier verquirlen, in die Pfanne gießen und unter vorsichtigem Rühren zu einem Omelett stocken lassen. Herausnehmen und ca. 0,5 cm breite Streifen schneiden.

Die Reisnudeln nach Packungsanleitung garen, dabei rühren, um sie voneinander zu lösen. Abgießen, kalt abspülen und mit einer Schere in mundgerechte Stücke schneiden.

Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Korianderblättchen grob hacken.

Die Brühe wieder erhitzen.

Zum Servieren Nudeln, Hühnerfleisch, Schweinefleisch, Omelettesttreifen, Garnelen, Frühlingszwiebeln und Koriander auf Schalen verteilen. Mit der Brühe übergießen und mit den frittierten Schalotten bestreuen.

 

Garnelen-Sayadeya mit Linsenreis

garnelen-sayadeya

Es ist mir gar nicht mal so leicht gefallen, ein Gericht aus “Rosenwasser und Granatapfelkerne“* auszusuchen. Irgendwie mochte ich fast alles gleich gern.

Letztendlich habe ich mich für dieses Garnelengericht entschieden. Weil es uns gut gefallen hat. Und weil es ein ägytischer Klassiker ist: Sayadeya, so heißen Gerichte, bei denen Fisch oder Meeresfrüchte in einer mit Knoblauch und Kreuzkümmel gewürzten Tomatensauce serviert werden. Dazu gibt einen Linsenreis – das ist eine der Kuschari-Variationen aus dem Buch; das Kuschari nach der Art von Alexandria. Die Linsen verleihen dem Reis Struktur.  Die beiden Komponenten harmonieren wunderbar.

Das Rezept ist für 4 Personen. Ich habe allerdings die Menge des Kushari halbiert. Im Original werden 500 gr. Reis und 250 gr. Linsen verwendet – da würden wir heute noch dran essen.

Für die Garnelen:

  • 3 EL Olivenöl
  • 1 Schalotte
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 kleine rote Paprika
  • 1 rote Chili
  • 1/2 TL Kreuzkümmelsaat, ganz
  • 500 gr. Garnelen, roh, ohne Schale
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1/2 TL Piment, gemahlen
  • einige Zweige Koriandergrün

Für das Kushari:

  • 250 gr. Risottoreis
  • 125 gr. Rote Linsen
  • 3 El neutrales Öl
  • 1/2 TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • Salz

Für die Tomatensauce:

  • 1 Dose Tomaten (in der Saison 500 gr. frische)
  • 2 TL neutrales Öl
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Prise gemahlener Kreuzkümmel
  • 2 TL Tomatenmark
  • 1/2 EL Zucker
  • Salz

Für das Kushari Linsen und Reis zusammen ca. 30 min in kaltem Wasser einweichen. Dann abgießen, abtropfen lassen und 3-4 mal waschen, bis das Wasser klar bleibt.

Für die Tomatensauce den Knoblauch schälen und fein hacken. Das Öl in einem Topf erhitzen, den Knoblauch kurz anrösten. Tomaten, Kreuzkümmel, Tomatenmark und Zucker zugeben und alles in ca. 20 min zu einer dicken Sauce einkochen. Mit Salz abschmecken.

Für das Kushari Öl in einem Topf erhitzen. Linsen und Reis zugeben, Kreuzkümmel einrühren und 375 ml kochendes Wasser zugießen. Salzen und bei schwacher Hitze mit aufgelegtem Deckel ca. 20 min köcheln lassen, bis Reis und Linsen gar sind.

Für die Garnelen die Schalotte schälen und fein hacken. Die Frühlingszwiebeln putzen und in Röllchen schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken. Paprika entkernen und in feine Streifen schneiden. Chilischote fein hacken. Olivenöl in einer großen Pfanne erhitzen. Schalotte und Frühlingszwiebel kurz andünsten, dann Knoblauch, Paprika, Chili und Kreuzkümmelsamen einrühren. Tomatensauce angießen, dann die Garnelen zugeben, alles aufkochen und die Garnelen ca. 5-7 min in der Sauce garen.

Korianderblättchen abzupfen und fein hacken.

Zum Servieren die Garnelen mit dem Linsenreis anrichten und alles mit Koriandergrün bestreuen.

Fast Food: Garnelencurry mit Mango

garnelencurry mit mango

Zur Zeit sind wir hier nur am Herumhetzen – die alljährliche Hektik vor den Sommerferien. Es ist jedes Jahr dasselbe – und trotzdem bin ich jedes Jahr wieder überrascht, wieviele unterschiedliche Veranstaltungen in eine Woche passen.

Wenn man dann abends ermattet zur Hautüre hereinstolpert, dann wäre etwas zu Essen recht. Aber was Schnelles bitte. Glücklicherweise muss man dazu nicht das Etablissement mit dem goldenen M aufsuchen und auch der Pizzadienst kann sein Geschäft mit jemand anderem machen. Denn es gibt Gerichte, die im Handumdrehen auf dem Tisch stehen und die trotzdem nicht nur den Magen füllen, sondern auch ausbalanciert sind und schmecken. Nach einem hektischen Tag tut so etwas besonders gut, finde ich.

So ist es mit  diesem Curry hier. Es stammt nicht etwa aus Thailand, sondern von der unnachahmlichen Nigella Lawson*. Im Original handelt es sich um ein rotes Curry, aber naja, die Notfalldose Currypaste in meinem Kühlschrank entpuppte sich wider Erwarten als die grüne Variante. Tant pis. Das Curry steht tatsächlich schnell auf dem Tisch und das Rezept ist unglaublich einfach. Das Aroma bringt einen nach einem langen Tag wieder auf die Beine: die gesunde Schärfe wird durch die süße Mango perfekt ausbalanciert. Das Gericht ist ein wenig suppig und schreit nach Reis als Beilage.

Für 3-4 Personen:

  • 1 EL neutrales Öl
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 1/2 EL grüne Thai-Currypaste
  • 200 ml Kokosmilch
  • 250 ml Hühnerbrühe
  • 2 TL Fischsauce
  • 1 Süßkartoffel
  • 1 Mango
  • 250 gr. Riesengarnelen
  • 1 TL Limettensaft
  • 1 Mango
  • gehacktes Koriandergrün zum Fertigstellen

Frühlingszwiebel putzen und in Ringe schneiden. Süßkartoffeln schälen und in Würfel schneiden; ebenso die Mango.

Das Öl in einem großen Topf erhitzen. Frühlingszwiebelringe darin kurz andünsten, dann die Currypaste zugeben und unter Rühren kurz mitbraten.

Kokosmilch, Hühnerbrühe und Fischsauce zugeben und alles aufkochen lassen.

Süßkartoffelwürfel in die Sauce geben, Deckel auflegen und alles 15 min köcheln lassen, bis die Süßkartoffeln gegart sind.

Die Garnelen zugeben und das Curry einmal aufwallen lassen, damit die Garnelen gegart werden. Dann Mangowürfel und Limettensaft einrühren. Alles noch eine Minute erhitzen – und fertig.

Zum Servieren mit Koriandergrün bestreuen.

Ozôni – Japanische Neujahrssuppe

ozoni

Ein Stilbruch in doppelter Hinsicht: wie der Name schon sagt, wird die Suppe eigentlich an Neujahr gegessen. Und dann wird sie auch mit Mochi, den japanischen Küchlein aus süßem Klebreis gemacht. Ich habe dünne, chinesische Reiskuchenplatten verwendet; die mussten nämlich weg…..

Mochi essen wir gerne; wir mögen diese innen klebrigen Reiskuchen gerne einfach mit etwas Sojasauce. Nun habe ich vor langer Zeit im Asiashop Reiskuchen mitgenommen, aber die chineische Variante – das sind dünne, lange Platten. Was tun damit? Irgendwann müssen sie ja weg….Diese Suppe stand schon lange auf meiner Liste. Ich habe erst mal probiert, ob man die Reiskuchen durch Braten genießbar machen kann. Als das funktioniert hat, habe ich beschlossen, die japanische Suppe mit den chinesischen Reiskuchen zu kochen.

Natürlich könnt Ihr auch die Original-Mochi nehmen. Die legt Ihr dann unter den Backofen-Grill, bis sie sich aufblähen.

Grundlage der Suppe ist Dashi; die japanische Grundbrühe. Man kann sie recht schnell selber machen. Zur Not findet man in Asia-Shops auch Instant-Dashi, wobei sich das lesen der Zutatenliste lohnt. Manche enthalten Glutatamat.

Ihr ahnt es ja…..die Reiskuchen mußten weg. Also ab mit dem Beitrag zu meinem Event im Kochtopf 🙂

Für 4 Personen:

Für die Dashi:

  • 10 gr. Kombu (Zuckerriementang)
  • 1 l Wasser
  • 30 gr. getrocknete Bonitoflocken

Für die Suppe

  • 800 ml Dashi
  • 4 große getrocknete Shiitake
  • 1 Hühnchenkeule
  • 1 Karotte
  • 50 gr. Spinat
  • 2 EL Sake
  • 100 gr. Garnelen
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Sojasauce
  • 1 Platte chinesische Reiskuchen
  • einige Tropfen Öl zum Braten

Zuerst die Dashi vorbereiten: Den Kombu in einen Topf geben und im Wasser 30 min einweichen. Dann die Mischung langsam erhitzen. Ganz kurz, bevor das Wasser zu kochen anfängt, den Kombu herausnehmen. Wenn er zu lange im Wasser bleibt, wird die Dashi bitter. Die Bonitoflocken einrühren und das Ganze stehen lassen, bis sie sich auf dem Boden absetzen. Dann durch ein mit einem Tuch ausgelegtes Sieb abgießen.

Für die Suppe die Shiitake mit kaltem Wasser bedecken und 1 h einweichen. Den Hühnerschenkel häuten, das Fleisch auslösen und in mundgerechte Stücke schneiden. Die Karotte schälen und in Scheiben schneiden. Den Spinat in kochendem Salzwasser kurz blanchieren, die Flüssigkeit ausdrücken und die Blätter in grobe Stücke schneiden.

Die Platte Reiskuchen in Stücke schneiden. Etwas Öl in einer Pfanne (beschichtet ist empfehlenswert) erhitzen. Die Reiskuchenstücke hineinlegen und von beiden Seiten einige Minuten braten. Darauf achten, dass die Stücke sich nicht berühren, sie kleben sonst zusammen. Die Küchlein werfen an der Oberfläche Blasen und blähen sich ein wenig auf. Dann beiseitestellen.

Die Shiitake abgießen; dabei 100 ml Einweichflüssigkeit aufbewahren. Die harten Stiele entfernen, die Köpfe jeweils vierteln.

Dashi und das Einweichwasser der Pilze in einem Topf zum Kochen bringen. Hühnchenfleisch, Pilze und Karotte hineingeben und garkochen. Kurz, bevor alles fertig ist, die Garnelen zugeben. Mit Salz und Sojasauce abschmecken, den Spinat ebenfalls zugeben.

Zum Anrichten Suppe in Schälchen schöpfen; dabei darauf achten, dass die festen Bestandteile gleichmäßig verteilt werden. Jeweils einige Stücke Reiskuchen mit in die Schälchen geben.

Rezept adaptiert aus: Kaori Endo, Echt  japanisch kochen*

Spaghetti mit Krabben, Avocado und Grapefruit

pasta mit krabben, avocado, grapefruit

Merkwürdig, Pasta-Rezepte gibt es hier ja kaum. Dabei essen wir oft Pasta; meist ist die aber recht alltäglich. Die schnelle Lösung, wenn was auf den Tisch muss.

Auch dieses Essen steht schnell auf dem Tisch, hat mir aber so gut gefallen, dass ich es mit Euch teilen möchte. Das Rezept hat mich in der Essen & Trinken gleich angesprungen: Pasta in einer sahnigen Sauce, Garnelen dazu (im Original ist es Krebsfleisch), cremige Avocado und die spitze Säure und leichte Bitterkeit der Grapefruit, und schon weiß man wieder, dass Essen glücklich machen kann.

Für 4:

  • 400 gr. Spaghetti
  • 3 cm frischer Ingwer
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 rote Grapefruit
  • 2 Avocados
  • 250 gr. Garnelen
  • etwas Sonnenblumenöl
  • 300 ml Schlagsahne
  • einige Stängel Basilikum
  • 1 Bio-Zitrone
  • Salz, Pfeffer

Ingwer und Zwiebel schälen und fein hacken. Von der Grapefruit die Schale so abschneiden, dass die weiße Haut entfernt wird. Dann die Filets zwischen den Trennhäuten herausschneiden und in eine Schüssel geben; den Saft, der dabei austritt, ebenfalls in die Schüssel geben.

Avocados halbieren, Kerne entfernen. Das Fruchtfleisch mit einem Löffel aus der Schale holen, quer in Streifen schneiden und zur Grapefruit geben. Kurz durchmischen.

Basilikum-Blättchen von den Stängeln zupfen und grob zerrupfen.

Öl in einer Pfanne erhitzen, Ingwer und Zwiebel darin glasig dünsten. Sahne angießen, kurz aufkochen lassen. Krabben hineingeben und in der Sauce garziehen lassen. Zitronenschale abreiben und zur Sauce geben. Alles mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Spaghetti in reichlich kochendem Salzwasser nach Packungsanleitung al Dente kochen, dann abgießen, kurz abtropfen lassen und mit der Sauce mischen. Alles kurz erwärmen.

Zum Anrichten Spaghetti mit Sauce auf Teller geben, Avocadomischung daraufgeben und mit Basilikum bestreuen.