Kochbuch: Das Original Sacher Kochbuch

Eine österreichische Woche hatte ich versprochen – und hier kommt das zweite Buch für diese Woche:

Seit 1876 schon gibt es das Hotel Sacher, und inzwischen ist es sowohl Institution als auch Mythos. Natürlich kann man dort nicht nur stilvoll übernachten, sondern auch sehr gut essen. Es gab schon einige Kochbücher, die sich mit den dort servierten Speisen beschäftigen – und nun war es Zeit für ein neues Buch.

Ich fange mal von außen an – das Buch ist hochwertig aufgemacht, es macht Spaß, darin zu blättern: Fadenbindung, Lesebändchen, ein hübsches Layout in gedeckten Farben; grün zieht sich als Thema durch das Buch.  Es gibt sehr viele Bilder – ich mag die Foodfotos, die sind ganz auf das Essen konzentriert und ohne Schnickschnack. Darüber hinaus gibt es viele atmosphärische Fotos aus dem Hotel. Aufgelockert wird alles zusätzlich durch hübsche, aber unaufdringliche Ziergrafiken.

Jetzt aber zu den inneren Werten, den Rezepten. Die sind geordnet nach der klassischen Speisefolge: Vorspeisen, Suppen, Fleisch, Fisch, Vegetarisches und Desserts. Die Rezepte sind vielfältig und unterschiedlich. Es gibt Klassiker wie Rinderbrühe und klassische Suppeneinladen (Frittaten, Grießnockerl und anderes), Wiener Schnitzel oder Szegediner Gulasch, aber auch Modernes wie Hechtfilet mit Limettenpolenta, Gartenkräutern und Beeren oder Frittierte Weinbergpfirsiche mit Orange-Beeren-Dipp. Manches ist einfach herzustellen, wie die Bärlauchknödel in Gorgonzolasauce oder die Felchen auf Champagnerkraut, für anderes muss man etwas mehr Aufwand betreiben wie für das Rinderfilet “Colbert” mit konfierten Kartoffeln oder den Wiener Fischbeuschel.

Die Rezepte sind klassisch aufgebaut: jedes hat mindestens eine Doppelseite bekommen, wobei auf der einen Seite das Rezept zu finden ist und auf der gegenüberliegende Seite ein ganzseitiges Foto des Gerichts. Die Zutatenlisten sind am Rand zu finden, die Arbeitsanweisung steht daneben. Wenn ein Gericht aus mehreren Komponenten besteht, sind diese in der Zutatenliste deutlich voneinander getrennt. Was ich toll finde ist, dass es immer wieder zusätzliche Küchentipps und kleine Bonusrezepte und -ideen gibt. Abgerundet wird alles durch einen österreichisch-deutschen Küchendolmetscher und ein ausführliches, nach Zutaten und Gerichten geordnetes Register.

Nun beschränkt das Buch sich nicht auf Rezepte  – man findet immer wieder interessante, schön bebilderte  Reportagen; nicht nur über das Hotel, seine Restaurants, seine Gäste und seine Angestellten und  natürlich über Küchenchef und Patissier, sondern auch über die verwendeten Lebensmittel und ihre Hersteller.

Fangen wir doch mit einem Klassiker an – Rouladen. Bestrichen mit Senf, belegt mit rohem Schinken, gefüllt mit Karotte, Petersilie und Ei. Das hat uns gut gefallen – und erst die Sauce…

Für den Fisch im Wurzelsud werden Fischfilets in einem Sud aus Fischfond, Essig und Weißwein zusammen mit Wurzelgemüse pochiert. Serviert wird alles mit Meerrettich Kümmelkartoffeln – toll. Der Sud ist ausgewogen, der Fisch zart. Eigentlich sollte es Wels sein, ich musste leider ausweichen.

Nicht gerade typisch österreichisch sind die Brownies: Erdnuss-Brownies mit einem schönen Anteil an Erdnusscreme und Erdnüssen, dazu eine Mousse aus Banane und Schlagrahm; eine tolle Kombination. Original gehört noch eine mit Sichuan-Pfeffer gewürzte gebackene Banane dazu, sicher toll, für uns als Nachtisch aber etwas zu viel.

Die Stosuppe besteht aus Sauermilch, ersatzweise Dickmilch, Brühe und Sauerrahm. Kümmel spielt eine gewisse Rolle, und ein Topping aus Schwarzbrot-Croutons gibt Konsistenz. Ebenso einfach wie köstlich.

Die vegetarischen Rezepte im Buch sind gut ausgewählt und reizvoll. Ich habe die gefüllten Erdäpfelpfannkuchen ausprobiert: Im Pfannkuchenteig aus Mehl, gegarten Kartoffeln und Ei steckt eine Füllung aus (original) Mangold, Sauerampfer und Hüttenkäse. Ich habe auf Spinat zurückgegriffen.

Fazit:

Das Buch enthält nicht nur Klassiker, sondern auch sehr viele neue Rezepte, und so mancher Klassiker wurde an die sich ändernde Zeit angepasst. Man bekommt einen schönen Einblick in die moderne österreichische Küche. Nicht alle Rezepte sind für jeden Tag geeignet, für manches braucht man etwas mehr Zeit oder aufwändigere Zutaten. Kochanfänger werden sich ein wenig schwer tun mit dem Buch. Was noch erwähnt werden muss, ist, dass auch Vegetarier problemlos fündig werden; vegetarische Gerichte gibt es nicht nur in dem entsprechenden Kapitel, sondern auch bei den Suppen und Vorspeisen. Zusätzlich Freude machen die schönen Einblicke in das Hotelleben des Sacher.

Gefüllter Kohlrabi nach Lisl Wagner-Bacher

Das ist ein Gericht aus der Rubrik “Schnelle Küche” in Lisl Wagner-Bachers Buch*. Der Kohlrabi hat mich sehr angelacht. Und beim Lesen des Rezepts habe ich dann ein bisschen die Stirn gerunzelt – wie, schnelle Küche?

Das Gericht hat schon ein paar Komponenten mehr, so etwas wie “Fünf Zutaten” oder “30 Minuten” kann man getrost vergessen. Es werden Kohlrabis ausgehöhlt, die Zutaten für die Füllung gegart, eine Sauce hergestellt und es gibt noch frittierte Kohlrabistäbchen auf den Teller. Blitzküche ist es nicht.

Aber feine Alltagsküche, wir waren jedenfalls hingerissen. Ich habe für Euch auf die Uhr geschaut –  eine gute Stunde, dann stehen die Kohlrabi auf dem Tisch. Und es lohnt sich.

Gefüllter Kohlrabi

Kohlrabi, gefüllt mit Kartoffel und Schinken, dazu Schinkensauce und frittierte Kohlrabistäbchen

Gericht Hauptgang
Länder & Regionen Österreich
Keyword Kohlrabi, gefüllt
Portionen 4 Portionen

Zutaten

Gefüllte Kohlrabi:

  • 8 sehr kleine Kohlrabi
  • 100 g gewürfelte Kartoffeln
  • 100 g Erbsen
  • 160 g Kochschinken
  • 1 EL Butter
  • etwas Gemüsebrühe zum Aufgießen
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Butterschmalz zum Anbraten
  • 100 g Ricotta
  • 1 EL geriebener Parmesan
  • Butterflöckchen

Panierte Kohlrabistreifen:

  • 1 kleiner Kohlrabi
  • Salz
  • etwas Mehl
  • 1 Ei
  • Semmelbrösel
  • Öl zum Frittieren

Schinkenfond:

  • 70 g Butter
  • Abschnitte vom Schinken
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 1 Kartoffel, gekocht und zerdrückt
  • Salz

Anleitung

  1. Für die gefüllten Kohlrabi die Kohlrabi schälen und dann aushöhlen. Das Aushöhlen geht mit einem Kugelausstecher am besten, aber ein Kaffeelöffel tut es auch. Das Innere des Kohlrabi in kleine Würfel schneiden. 

  2. Ausgehöhlte Kohlrabi, das Innere der Kohlrabi, Kartoffeln und Erbsen jeweils getrennt voneinander in Salzwasser bissfest kochen. Abgießen und beiseite stellen. 

  3. Schinken in feine Würfel schneiden, Abschnitte für die Sauce beiseite legen. 

  4. Schinkenwürfel in Butterschmalz anrösten. Erbsen, Kohlrabi und Kartoffelwürfel  dazu geben. Butter zugeben, mit ein wenig Brühe aufgießen, kurz köcheln lassen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. 

  5. Die Kohlrabi jeweils mit etwas Ricotta, dann mit der Kohlrabimasse füllen. Parmesan darüber streuen und Butterflöckchen aufsetzen. In eine Auflaufform geben und den Backofengrill vorheizen. 

  6. Für die Sauce 50 g Butter langsam erwärmen, bis sie braun wird; dann hat man Nussbutter. 

  7. In der restlichen Butter die Schinkenabschnitte anbraten, mit Gemüsebrühe aufgießen, dann die zerdrückte Kartoffel zugeben und alles erwärmen. Mit dem Stabmixer aufmixen,bis die Sauce bindet, dann mit der Nussbutter verfeinern.

  8. Die gefüllten Kohlrabi im Ofen überbacken, bis die Oberfläche leicht bräunt.

  9. Inzwischen für die Kohlrabistäbchen den Kohlrabi schälen und in sehr feine Stäbchen schneiden. Kurz in Salzwasser blanchieren, dann gut abtropfen lassen und trocken tupfen.

  10. Mehl in eine Schale geben und leicht salzen. Ei in einer zweiten Schale verquirlen und ebenfalls leicht salzen. Semmelbrösel in eine dritte Schale geben. 

  11. Zum Panieren die Kohlrabistäbchen erst in Mehl, dann in verquirltem Ei und schließlich in Semmelbröseln wälzen. 

  12. Kohlrabistreifen in Öl knusprig braun frittieren und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

    Sauce nochmals mit dem Stabmixer aufmixen.

  13. Zum Servieren gefüllten Kohlrabi mit etwas Sauce und Kohlrabistäbchen auf Tellern anrichten; restliche Sauce dazu reichen. 

Wachauer Weinsuppe mit Chili und Strauben nach Lisl Wagner-Bacher

Das ist einer der Restaurant-Klassiker, den Lisl Wagner-Bacher in ihrem Buch* vorstellt. In der Wachau, in der Lisl Wagner-Bacher zuhause ist, gibt es hervorragende Weißweine; klar dass diese dann nicht nur getrunken, sondern auch zum Kochen benutzt werden.

Hier wandert Weißwein in eine samtige, cremige Suppe, die mit Safran und Chili gewürzt wird. Die Suppe ist recht rasch gemacht; man muss lediglich darauf achten, dass sie bei der Legierung mit Ei nicht mehr kocht. Und es ist ja klar – die Suppe schmeckt so gut wie der Wein, den man für sie verwendet.

Zur Suppe gibt es Strauben, das sind kleine ausgebackene Küchlein oder Stangen aus Brandteig. Klassischerweise sind sie eine Süßspeise, in die Suppe kommt  aber natürlich eine herzhafte Version. Das Rezept läßt die Wahl, ob man die Strauben frittiert oder im Ofen bäckt; ich habe den Ofen gewählt.

Wachauer Weinsuppe mit Chili und Strauben

Samtiges Süppchen mit schönem Weinaroma

Gericht Suppe
Länder & Regionen Österreich
Keyword Weißwein
Portionen 4 Portionen

Zutaten

Strauben:

  • 250 g Milch
  • 125 g Butter
  • 10 g Zucker
  • Salz, Muskat
  • 190 g Mehl
  • 4-5 Eier
  • ggf Öl zum Frittieren

Suppe:

  • 1/2 l Rinderbrühe
  • 1/2 l Weißwein
  • 12 Fäden Safran
  • 3 Eigelb
  • 1/4 l Schlagsahne
  • 1 Chilischote
  • 1 Prise Zimt
  • 1 Prise Zucker
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 EL eiskalte Butter

Anleitung

  1. Zunächst zu den Strauben: wenn sie im Ofen gebacken werden sollen, den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein bis zwei Bleche mit Backpapier auslegen. 

  2. Milch mit Butter, Salz und Muskat aufkochen. Das Mehl in einem Schwung hineinschütten und mit einem Kochlöffel so lange rühren, bis sich ein Kloß bildet und sich am Topfboden eine weiße Schicht bildet. 

  3. Teig abkühlen lassen, dann nach und nach die Eier einrühren. Der Teig soll gerade so fest sein, dass es sich gut in einem Spritzbeutel verarbeiten lässt.

  4. Teig in einen Spritzbeutel mit Sterntülle füllen und entweder kleine Röschen oder längliche Formen auf die Bleche dressieren und alles im heißen Ofen 5 bis 7 min goldbraun backen. Oder Teig in erhitztes Öl geben, goldbraun frittieren und auf Küchenpapier abtropfen lassen. 

  5. Für die Suppe den Safran mit etwas Salz mörsern.

  6. Rinderbrühe, Wein und Safran aufkochen. 

  7. Die Eigelbe mit der Sahne gut verquirlen. Suppe von der Hitze nehmen und die Sahnemischung einrühren. 

  8. Die Chilischote halbieren, entkernen und fein hacken. Suppe mit Chili, Salz, Zimt, Zucker und Pfeffer abschmecken. 

  9. Die Butter in die Suppe geben und alles mit dem Stabmixer aufmontieren. 

  10. Zum Servieren einige Strauben in Teller geben und die Suppe von der Seite vorsichtig angießen. 

Kochbuch: Meine österreichische Küche Lisl Wagner-Bacher

So, vorbei ist es mit der ruhigen Zeit. Diese Woche starte ich durch und stelle Euch zwei Bücher vor, die sich mit der österreichischen Küche befassen. Den Anfang macht Lisl Bacher-Wagner:

Lisl Wagner-Bacher wurde in die Gastronomie hineingeboren. Ihre Eltern betrieben eine Backhendlstation und hatten den Gasthof, den sie anfangs nur in der warmen Jahreszeit geöffnet hatten. Später dann wurde das Landhaus Bacher nicht nur als Filmkulisse berühmt. 1979 übernahm Lisl Wagner-Bacher den Betrieb und stellte sich in die Küche. Am Anfang musste sie noch bei ihrer Mutter nach Rezepten nachfragen, aber schon bald war die Küche des Bacher berühmt und es gab viele Auszeichnungen. 2010 hat Lisl Wagner-Bacher das Zepter in der Küche an ihren Schwiegersohn Thomas Dorfer weitergegeben.

Mir ist Lisl Wagner-Bacher gleich beim Lesen ihres Vorwortes richtig sympathisch geworden. Das liegt unter anderem daran, dass sie erzählt, warum sie unbedingt den elterlichen Betrieb übernehmen wollte: ihre Eltern sollten nicht ohne hineinzukönnen vorbeigehen müssen, verpachten kam deshalb nicht in Frage. Und es liegt auch daran, dass sie in der Küche das Feld geräumt hat solange ihr Schwiegersohn, der Küchenchef sie “noch lieb hat”, und natürlich auch an ihrer Sammelleidenschaft für Kochbücher.

So, jetzt aber zum Buch. Das klingt jetzt etwas pathetisch und verfrüht, aber es ist eine Art kulinarisches Vermächtnis. Lisl Wagner-Bacher teilt mit uns nicht nur Gerichte, die im Restaurant seit Jahrzehnten Klassiker sind, sondern auch Mahlzeiten, die sie gerne für ihre Familie kocht.

Es beginnt mit Rezepten, die seit Jahrzehnten die Gäste im Restaurant glücklich machen – so wie das Kaviar-Ei, das als Signature Dish gelten darf, oder die Erdäpfeltascherl mit Zucchini, die Lisl Wagner-Bachers Interpretation der Kärntner Kasnudeln sind.

Ein Kapitel ist schnellen Gerichten gewidmet – wobei schnell nicht anspruchslos meint, sondern einfach, dass Arbeitsgänge wie Saucen ansetzen wegfallen. Es gibt eine knusprige offene Krautlasagne oder Saibling mit einem Püree aus Ofenkartoffeln und dazu Lauch.

Lisl Wagner-Ba ist ja ein Familienmensch. Sie hat fünf Enkel, und nachdem sie sich aus der Restaurantküche zurückgezogen hat, verbringt sie gerne Zeit mit ihren Enkeln und verwöhnt sie auch kulinarisch. Zum Beispiel mit Kalbsgulasch mit Nockerln oder mit Wraps, die asiatisch inspiriert gefüllt werden.

Und es gibt Menüs – für jede Jahreszeit eines. Und ein Kapitel mit Ideen für Familiensessen; wobei da wirklich Essen mit der Großfamilie gemeint ist und nicht einfach ein Abendessen im engen Familienkreis: Spargelessen gibt es da, Rindfleischessen oder Fondue.

Auch Mehlspeisen finden wir, in eigener Interpretation; so wird aus dem Millirahmstrudel ein Auflauf mit Beeren. Und auch über die Landesgrenzen hinaus wird geschaut – so darf zum Beispiel Miso  einen Saibling  mit Chinakohl würzen oder es gibt Lammrücken mit Harissa und Fregola Sarda.

Die Rezepte sind breit gefächert.  Vom Restaurant-Klassiker bis zum österreichischen Familienessen ist alles dabei; und es trägt immer die persönliche Handschrift von Lisl Wagner-Bacher. Im Großen und Ganzen sind die Rezepte gut nachkochbar, wobei es da natürlich sowohl nach Arbeitsaufwand als auch nach Zutaten Abstufungen gibt –  da liegt für die Restaurant-Rezepte die Latte zwangsläufig höher als bei den Gerichten, die für die Enkel gekocht werden. Die Rezepte sind manchmal ein bisschen knapp formuliert – dass man zum Beispiel Gnocchi besser auf einer bemehlten Arbeitsfläche formt, das sollte man wissen, das wird nämlich nicht erwähnt. Bei den Zutaten wird auf Qualität geachtet, gleichzeitig ist aber alles gut beschaffbar.

Abgeschlossen wird der Rezeptteil durch ein Kapitel mit Grundrezepten, ein Österreichisch-Deutsches Glossar und ein alphabetisch geordnetes Rezeptregister. Und zu den meisten Rezepten gibt es auch noch zusätzliche Küchentipps.

Ich habe noch gar nichts zur äußeren Erscheinung gesagt: vor mir liegt ein hochwertig aufgemachtes Hardcover mit Fadenbindung und Lesebändchen und einem hellen rückhaltenden Layout. Zu jedem Rezept gibt es ein Foto; auch die Fotos sind hell gehalten. Hübsch gestylt ist alles, aber nicht überstylt. Die Rezepte sind übersichtlich aufgebaut: die Zutaten stehen in einer Spalte am Rand, die Arbeitsanleitung daneben. Die Überschriften sind farblich abgehoben.

Ein Rezept aus dem Enkel-Kapitel sind die Gnocchi mit Schinken-Sauce. Das gefällt nicht nur Lisl Wagner-Bachers Enkeln, sondern es kam auch hier gut an. Die Gnocchi sind weich und fluffig und die Sauce aus Kochschinken, Rinderbrühe und Sahne tut ihr Übriges. Das Ganze erinnert etwas an die Schinkennudeln meiner Kindheit – nur besser.

Die Landhaustorte hat mich angelacht. Wie man deutlich sehen kann, ist Kuchen backen nicht meine Paradedisziplin; ich glaube, ich überlasse das beim nächsten Mal einfach meiner Tochter. Also, das ist ein Biskuit mit Kakao und Marzipan, bestrichen mit einer Creme aus Sahne und weißer Schokolade. Sieht bei mir nicht schön aus, was aber im Nu weggefuttert.

Aus der Rubrik “Schnelle Küche” stammt der gefüllte Kohlrabi. Das ist jetzt nicht direkt ein 30-Minuten-Rezept, es hat schon ein paar Komponenten und eine gute Stunde muss man investieren. Aber dafür hat man dann einen schön gefüllten Kohlrabi mit einer feinen Sauce und frittierten Kohlrabistäbchen. Für ein Alltagsessen wirklich schön.

Im Winterteil der Jahreszeitenmenüs gibt es einen Plätzchenteller. Also, es gibt zwei  – einmal klassische Weihnachtsplätzchen und einmal salzige Kekse. Ich bin ja eher Team herzhaft, und so musste ich unbedingt die salzigen “Rumkugeln” ausprobieren: Eine Masse aus Trockenpflaumen und Nüssen, gewälzt in ausgebratenem, zerkleinertem Speck. Sagen wir mal so….Pflaumen im Speckmantel waren gestern….

Die Wachauer Weinsuppe ist ein Restaurant-Klassiker; sie wird mit Weißwein, Rinderbrühe und Sahne gekocht und bekommt ihren Kick durch Safran und Chili. Dazu gibt es Strauben, kleine Küchlein aus Brandteig.

Fazit:

Das Buch präsentiert eine große Spannweite der österreichischen Küche – vom Gulasch bis zur Mehlspeise, von Alltagsessen bis hin zur gehobenen Küche, von schnellen Gerichten bis hin zum Menü ist alles dabei. Die Rezepte greifen auf die klassische österreichische Küche zurück, tragen aber gleichzeitig die ganz persönliche Handschrift von Lisl Wagner-Bacher. Die Es wird auf gut erhältliche  Zutaten zurückgriffen; die Anforderungen an den Koch sind unterschiedlich. Insgesamt sollte man aber etwas Kocherfahrung mitbringen.

  • Gebundene Ausgabe: 272 Seiten
  • Verlag: Brandstätter Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-3710602559
  • 35,00

Toast mit Bier-Rarebit und Blumenkohl

Überbackenes Brot ist eine tolle Sache – das gibt es bei uns viel zu selten. Deswegen bin ich ganz dankbar für das laufende Event im Kochtopf. Ingrid richtet es aus, und sie ist auf der Suche nach neuen Ideen für den klassischen Toast.

So kam bei uns auch mal wieder Toast auf den Tisch. Und ich glaube, ich mache das jetzt öfter….ich bin sicher, es gibt hier Menschen, die sich auch über klassischen Toast Hawaii freuen …. vielleicht sogar mit Cocktailkirsche ;-). Oder über den guten alten “Strammen Max”….

Aber jetzt gibt es erst mal etwas nicht ganz so Klassisches. Dieser Toast hier wird mit geröstetem Blumenkohlröschen belegt und mit einer Käsesauce übergossen. Die Sauce ist speziell, denn statt Milch wird Bier verwendet. Die leichte Bitternote macht den Toast zu etwas Besonderem.

Das Rezept habe ich in einem Buch gefunden, das sich tatsächlich ausschließlich mit Toast* befasst; im Original aber kommt es von der wunderbaren Deb Perelman.

Noch ein Wort zum verwendeten Brot – es ist sowieso klar, so ein Toast schmeckt nur so gut, wie das Brot, das man verwendet. Der Toast aus der Tüte ist also keine so tolle Grundlage. Ihr könnt ein beliebiges, gutes Sauerteigbrot verwenden. Ich hatte tatsächlich Toast, und zwar Roggentoast nach einem Rezept von Dietmar Kappl. Das Brot kann ich Euch wärmstens empfehlen.

Toast mit Bier-Rarebit und Blumenkohl

Rarebit, neu gedacht

Gericht Imbiss
Länder & Regionen Großbritannien
Portionen 4 Portionen

Zutaten

  • 1 kleiner Kopf Blumenkohl
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz
  • 45 g Butter
  • 45 g Mehl
  • 2 TL Dijon-Senf
  • 1/4 TL Cayennepfeffer
  • 355 ml Bier, ich hatte Giesinger Lemon-Drop; original wird Stout verwendet
  • 1 TL Worchestershiresauce
  • 170 g Käse; ich hatte alten Gouda
  • 4 Scheiben Brot
  • frisch gehackte Petersilienblättchen

Anleitung

  1. Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. 

  2. Blumenkohl in mundgerechte Röschen teilen, auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben, mit dem Olivenöl vermengen und salzen. Im heißen Ofen in 20 bis 30 min goldbraun rösten, dann herausnehmen und beiseite stellen. 

  3. Butter in einem Topf schmelzen. Das Mehl mit einem Schneebesen einrühren und unter Rühren eine Minute anrösten. Senf und Cayennepfeffer einrühren. 

  4. Das Bier in dünnem Strahl unter dauerhaftem Rühren angießen. Worchestershiresauce zugeben, salzen und alles unter Rühren köcheln lassen, bis sich der Mehlgeschmack verloren hat. 

  5. Käse reiben und portionsweise in die Sauce  rühren. Sauce abschmecken und beiseite stellen.

  6. Das Brot rösten; Ihr könnt das unter dem Backofengrill tun oder schlicht im Toaster.

  7. Zum Servieren auf jede Scheibe Brot einige Blumenkohlröschen geben. Großzügig Sauce darüber schöpfen und mit gehackter Petersilie garnieren. 

Karottensuppe mit Räucherfischklösschen

Guten Morgen :-). Seid Ihr denn alle gut rübergekommen in das neue Jahr? Ich wünsche Euch allen ein glückliches, gesundes 2019 mit vielen schönen Momenten.

Es wird ja langsam zur Tradition, dass es hier zum Jahresanfang erst mal eine Suppe gibt. Nach all der Völlerei spricht ja nichts gegen etwas Leichtes; und für mich sind Suppen echtes Comfort Food und läuten das Jahr schön ein.

Für dieses Mal habe ich eine Karottensuppe ausgesucht. Nicht nur, weil ich die gerne mag (Karottensuppe mit Ingwer und Orange war hier jahrelang Standard), sondern auch, weil es mal wieder einen Überschuss an Karotten gab. Die Suppe selbst ist sehr einfach – der Ingwer gibt ihr etwas Schwung (und bringt zum Jahresanfang auch gleich noch den Organismus auf Touren), aber die Einlage macht den Unterschied:  die Räucherfischklösschen sind klasse. Das Rezept habe ich im Suppenband meiner allerliebsten Kochbuchreihe* gefunden; es kommt aus den Niederlanden.

Karottensuppe mit Räucherfischklösschen

Einfache Suppe mit toller Einlage

Gericht Suppe
Länder & Regionen Niederlande
Portionen 4

Zutaten

Räucherfischmousse:

  • 150 ml Fischfond
  • 125 g geräucherte Forelle
  • 20 g Schalotte
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 Blatt weiße Gelatine
  • 1 gehäufter TL Maisstärke
  • 75 ml Sahne
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Suppe:

  • 800 g Karotten
  • 1 Schalotte, plus der Rest der Schalotte von der Mousse
  • 15 g frischer Ingwer
  • 40 g Butter
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 1 Prise Zucker
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Anleitung

  1. Die Nockenmasse muss zum Festwerden mindestens 8 Stunden gekühlt werden, also rechtzeitig anfangen: Fischfond in einem Topf zum Kochen bringen. Schalotte und Knoblauch schälen, fein hacken und in den Fond geben. 10 min köcheln lassen, dann das Forellenfilet dazu zupfen. 

  2. Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Maisstärke mit etwas Wasser anrühren, zur Fischmasse geben und unter Rühren kurz aufkochen. Von der Hitze nehmen und mit dem Pürierstab aufmixen.

  3. Die Gelatine ausdrücken und in der heißen Klösschenmasse auflösen. Die Masse abkühlen lassen.

  4. Wenn sie beginnt, fest zu werden, die Sahne halb steif schlagen und unter die Fischmasse heben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Alles mindestens 8 h zum Festwerden in den Kühlschrank stellen. 

  5. Für die Suppe die Karotten schälen und in Scheiben schneiden. Schalotte schälen und fein hacken, ebenso den Ingwer.

  6. Butter in einem Topf schmelzen. Schalotten, Karotten und Ingwer darin anbraten. Gemüsebrühe angießen. Deckel auflegen, die Suppe 30 min kochen lassen, bis die Karotten weich sind. 

  7. Suppe mit dem Stabmixer pürieren und mit Salz, Zucker und Pfeffer würzen.

  8. Zum Servieren die Suppe in tiefe Teller schöpfen. Von der Mousse mit 2 Teelöffeln Nocken abstechen und auf die Suppe geben. Sofort servieren, sonst zerfließen die Nocken. 

Für das Silvester-Buffet: Pizza-Scones

Na, habt Ihr schon Essenspläne für Silvester? Wir haben uns dieses Jahr für ein wohliges, üppiges Käsefondue entschieden. Mal sehen, ob ich es nach dem Essen noch bis Mitternacht schaffe ;-).

Wie auch immer, ich finde es schön, für den Abend noch ein paar Kleinigkeiten zu knabbern auf dem Tisch zu haben. Ich glaube, zu Silvester haben die Kartoffelchips-Produzenten Hochbetrieb, oder? Ich bin ja lieber für etwas Selbstgemachtes – zum Beispiel diese herzhaften Scones. Die gehen gut zum Aperitif, oder aber auch einfach zum Knabbern zwischendurch.

Das Originalrezept ist von hier; da wird eine italienische Würzmischung verwendet und Peperoniwurst, ich habe das anders gemacht. Und auch Ihr könnte Eurer Phantasie freien Lauf lassen.

Was auch immer Ihr auftischt – kommt gut rüber! Wir lesen uns im neuen Jahr :-).

Pizza-Scones

Herzhafte Scones mit Mozarella und Paprika

Länder & Regionen USA
Portionen 22 Stück

Zutaten

  • 350 g Mehl
  • 2 TL Backpulver
  • 1 TL Salz
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 Prise Chiliflocken
  • 80 g Butter, kalt
  • 1 Packung Mozzarella
  • 1/2 rote Paprikaschote
  • 190 ml Schlagsahne
  • 1 Ei

Anleitung

  1. Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen und ein Blech mit Backpapier auslegen. 

  2. Butter in kleine Würfel schneiden. Knoblauch schälen und sehr fein hacken. Paprika putzen und das Fruchtfleisch in sehr feine Würfel schneiden. Mozzarella abtropfen lassen und ebenfalls sehr fein würfeln. 

  3. Mehl zusammen mit Salz, Backpulver, Oregano, Knoblauch und Chiliflocken in eine Schüssel geben. Die Butter zugeben und alles mit den Fingerspitzen verreiben, bis etwa erbsengroße Streusel entstanden sind.

  4. Ca. 2/3 des Mozzarella und 2/3 der Paprikawürfel untermischen. Sahne angießen und alles vermengen, bis ein Teig zusammenkommt. Nicht zu sehr kneten, sonst werden die Scones zäh. 

  5. Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche ca. 1 cm dick ausrollen und Kreise von ca. 6 cm Durchmesser ausstechen. Teigreste kann man rasch zusammenkneten und erneut ausrollen und ausstechen. 

  6. Scones auf das mit Backpapier belegte Blech geben. Das Ei mit einem Schuss Wasser verquirlen und die Scones an der Oberseite damit bepinseln. Restliche Paprika und restlichen Mozzarella auf den Scones verteilen.

  7. Im heißen Ofen in ca. 30 min goldbraun backen.

Rezept-Anmerkungen

Die Scones schmecken warm am besten, man kann sie aber auch problemlos nochmals im Ofen aufbacken. 

Linsen-Fesenjan

Noch so ein Gericht aus der Kategorie “Schmeckt besser als es aussieht”. Aber gut, wir sprechen ja von Fesenjan. Fesenjan  ist ein Gericht, das aus Persien stammt. Es ist im Wesentlichen ein Eintopf, bei dem die Zutaten mit Granatapfelmelasse und gemahlenen Walnüssen gegart werden. Kein Wunder, dass Braun die vorherrschende Farbe ist ;-).

Wie auch immer, ich liebe Fesenjan. Die Kombination vom Walnuss und Granatapfel ist einfach unschlagbar. Hier findet Ihr die Standard-Variante mit Hühnchen; und da gibt es auch gleich noch das Rezept für den phänomenalen persischen Reis mit der Knusperkruste; der passt nämlich wunderbar dazu. Dieses Rezept hier kommt ohne Fleisch aus – und man vermisst es kein bisschen, das Linsenragout macht richtig Spaß.

Gefunden habe ich das Rezept bei minimalist baker. Da ist es vegan – ich konnte mich aber nicht überwinden, Ahornsirup an ein persisches Gericht zu geben und habe statt dessen lieber Honig verwendet.

Ach, und noch ein Hinweis … das wäre ja ein Gericht für Neujahrsnacht, oder was meint Ihr? Da gibt es ja diesen Volksglauben, der zumindest in Italien besagt, dass man um so mehr Geld im Beutel hat, je mehr Linsen man futtert. Also los;-).

Mit diesem Beitrag entlasse ich Euch in die Weihnachtszeit. Hier wird es etwas ruhiger werden in der nächsten Zeit; ich freue mich auf eine ruhige Zeit mit der Familie. Euch wünsche ich glückliche, entspannte Weihnachten. Macht es Euch schön!

Linsen-Fesenjan

Linsen in Walnuss-Granatapfelsauce

Gericht Hauptgericht, vegetarisch
Länder & Regionen Persien
Portionen 4 Portionen

Zutaten

  • 120 g Walnüsse
  • 60 ml Granatapfelmelasse
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 600 ml Gemüsebrühe
  • 190 g braune Linsen
  • 15 ml Honig
  • 1/2 TL gemahlene Kurkuma
  • 1/2 TL Zimtpulver
  • Granatapfelkerne und gehackte Petersilie zum Servieren
  • gegarter Reis zum Servieren

Anleitung

  1. Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen und die Walnüsse darauf verteilen. Im heißen Ofen ca. 10 min rösten, dann beiseite stellen und abkühlen lassen. Abgekühlte Nüsse im Mixer fein mahlen.

  2. Zwiebel schälen und fein hacken. Öl in einem Topf erhitzen. Zwiebel zugeben, eine Prise Salz darüber streuen und Zwiebel in ca. 4 min glasig braten. 

  3. Gemüsebrühe angießen und alles zum Kochen bringen. Linsen in ein feinmaschiges Sieb geben, abbrausen und abtropfen lassen.

  4. Linsen in den Topf geben und alles ohne Deckel 20 min köcheln lassen. 

  5. Wenn die Linsen weich sind, gemahlene Walnüsse und Granatapfelmelasse zugeben, ebenso Honig, Kurkuma und Zimt. Gut durchrühren und weitere 10 min köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer und weiterer Granatapfelmelasse abschmecken.

  6. Zum Servieren mit Granatapfelkernen und Petersilie bestreuen und gegarten Reis dazu servieren. 

Brot mit Salz-Honig-Verfahren

Kennt Ihr eigentlich Axel Meyer? Laut Wikipedia ein Pionier der Naturkost. Ein Backbuch* von ihm stand vor sehr langer Zeit mal in meinem Regal. Ich war nicht wirklich hingerissen; heraus kamen immer schwere Vollkorngebäcke, die man (also wir ;-))  nicht wirklich mit Genuss verspeiste. Angetan hatte es mir damals ein Brot, das ohne Hefe und Sauerteig auskam. Honig und Salz sollten benutzt werden, um den Teig in die Höhe zu treiben. Ich habe das ein paar mal versucht – es hat nie funktioniert. Das Buch habe ich irgendwann grummelnd weggeben.

Und die Idee mit dem Honig-Salz-Verfahren fast vergessen. Bis ich neulich im Brot-Magazin auf ein Rezept stieß, da hat es bei mir geklingelt. Ach, das…. Ich habe ein wenig mit mir gekämpft und dann doch einen Teig angesetzt. 24 Stunden soll der vor sich hinarbeiten. Erst hat sich nichts getan – aber nach 24 Stunden ist er mir fast über die Form geklettert.

Woran das liegt? Am verwendeten Honig und am verwendeten Salz. Honig ist ja meist naturbelassen, aber hier sollte er schon wirklich hochwertig und kaltgeschleudert sein; ich nehme den meiner imkernden Nachbarin. Und das Salz muss  – wie immer, wenn etwas fermentieren soll, auch naturbelassen sein – also keine Trennmittel oder Rieselhilfen und kein Jod;  dann geht das. Vor einigen Jahren war mir das noch nicht so klar – aber jetzt. Ich habe gelernt. Hurra.

An das Originalrezept habe ich mich nicht ganz gehalten – der Teig wird da gut 50 Minuten geknetet, das kam mir merkwürdig vor.

Und übrigens … Axel Meyer backt solches Brot heute nicht mehr. Inzwischen ist er vegan unterwegs, da passt der Honig nicht mehr rein….

Honig-Salz-Brot

Brot, das mit Honig und Salz auf Spontangärung setzt

Gericht Brot
Länder & Regionen Deutschland
Portionen 1 Laib

Zutaten

  • 300 g Dinkelvollkornmehl
  • 300 g Dinkel 630
  • 420 g Wasser, 40°C warm
  • 15 g Honig, naturbelassen
  • 9 g Meersalz ohne Zusätze
  • 15 g Rapsöl

Anleitung

  1. Das Wasser in die Schüssel der Küchenmaschine geben. Honig und Salz darin auflösen.

  2. Beide Mehlsorten zugeben und alles auf niedriger Stufe in ca. 10 min zu einem elastischen Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. 

  3. Das Rapsöl zugeben und nochmals weiterkneten, bis es eingearbeitet ist. Dann bedeckt 20 min ruhen lassen.

  4. Eine passende Kastenform fetten. Teig zu einem länglichen Laib wirken, in die Form geben und luftdicht abdecken. 

  5. So. Der Teig muss jetzt gären. Dazu braucht er Wärme. 27°C wären ideal. Wir haben im Dachgeschoss im einem winzigen Kabuff unsere Gastherme stehen. Da ist es immer lauschig warm, und genau da stelle ich gerne Teig zum Gären hin. 

  6. Der Teig soll 20 bis 24 h vor sich hingären. Ab und zu mal nachsehen; bei mir hat sich längere Zeit nichts nennenswertes getan, aber nach 23 Stunden hat der Schlingel sich daran gemacht, die Form zu verlassen.

  7. Ofen auf 250°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Brot einschieben. Nach 10 Minuten die Temperatur auf 220°C reduzieren. Gesamtbackzeit: 50 Minuten. 

  8. Nach dem Backen aus der Form kippen und auf einem Kuchengitter ganz auskühlen lassen. 

Gefüllte Hefeklöße auf Sauerkraut

Das hier ist ein wirklich altes Rezept. Ich war nämlich neulich für einige Zeit zu Besuch bei meinen Eltern. Meine Mutter war früher eine begeisterte Leserin einer gewissen Frauenzeitschrift und damals waren die Verlage weniger sparsam als heute –  oft gab es in der Zeitschrift noch ein extra Heft mit Rezepten. Und genau – meine Mutter hat sie alle aufgehoben :-). Als ich also zu Besuch war, habe ich mich durch ihre Sammlung gelesen und ein paar Sachen herausgefischt; unter anderem diese Knödel, die gut in die Winterzeit passen.

Das sind also flaumige Knödel aus Hefeteig, die mit Hackfleisch gefüllt und dann auf Sauerkraut gar gedämpft werden.  Für mich war das eine Premiere – ich habe noch nie herzhafte Knödel aus Hefeteig gemacht, das wurde tatsächlich mal Zeit.

Wer kein Sauerkraut mag – ich könnte mir vorstellen, dass das auch mit geschmortem Rotkohl, Weißkohl oder Wirsing gut schmeckt.

Gefüllte Hefeklösse auf Sauerkraut

Hefeknödel mit Hackfleischfülllung, auf Sauerkraut gegart

Gericht Hauptgang
Länder & Regionen Deutschland
Keyword Knödel
Portionen 6 Portionen

Zutaten

Klösse:

  • 250 g Mehl (Weizen 550)
  • 5 g Salz
  • 10 g frische Hefe
  • 2 Eier
  • 125 ml Milch lauwarm
  • 25 g Butter weich
  • 1 Schalotte
  • 250 g gemischtes Hackfleisch
  • 50 g Haferflocken
  • einige Zweiglein frischer Thymian
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Sauerkraut:

  • 1 Zwiebel
  • 2 EL Rapsöl
  • 500 g Sauerkraut
  • 200 ml Rinderbrühe
  • 1 Apfel
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Anleitung

  1. Für die Knödel das Mehl und Salz in eine Schüssel geben. Die Hefe in der lauwarmen Milch auflösen, und zusammen mit Ei und Butter zu einem geschmeidigen Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Schüssel abdecken und den Teig in ca. einer Stunde zu doppelter Größe aufgehen lassen. 

  2. Inzwischen für die Füllung die Schalotte schälen und fein hacken. Hackfleisch, Schalotte, Ei, Thymian und Haferflocken gut vermischen und alles mit Salz und Pfeffer würzen. 

  3. Für das Sauerkraut die Zwiebel fein hacken.

  4. Öl in einem weiten Topf (es müssen alle Knödel hinpassen) erhitzen und die Zwiebel darin glasig anschwitzen. Sauerkraut zugeben, kurz mit anbraten, dann die Brühe angießen. 

  5. Apfel vierteln, das Kerngehäuse entfernen, die Viertel in Scheiben schneiden und zum Sauerkraut geben. Salzen, Lorbeer zugeben und alles bedeckt 30 min garen. 

  6. Den Hefeteig in 12 Portionen teilen und jede Portion zu einem ca. 10 cm großen, runden Fladen formen. Je eine Portion Hackfleisch darauf verteilen, Teig darüber schlagen und runde Klösse formen. 15 min ruhen lassen.

  7. Knödel mit der Nahtstelle nach unten auf das Sauerkraut legen. Deckel auflegen, alles bei milder Hitze 30 min garen.

  8. Sauerkraut mit Salz und Pfeffer abschmecken. Klösse auf Kraut servieren.