Beitrag enthält Werbung für Biovie

Ich mag jegliche Form von Seetang wirklich gerne – das jodige Meeresaroma und das Umami, das ist genau meins. Nebenbei sind Algen auch sehr gesund – reich an Vitamin, A, C und B-Vitaminen und an Mineralstoffen wie Calcium, Magnesium, Eisen und Zink. Sie enthalten außerdem ordentlich Ballaststoffe und Eiweiß. Aufgrund des hohen Eiweißgehaltes wird übrigens auch daran geforscht, sie gegen den weltweiten Hunger einzusetzen; die Eltern eines Freundes von mir waren als Ernährungswissenschaftler an einem Forschungsprojekt beteiligt; leider geht das alles aber nicht so recht voran.
Ich decke meinen Bedarf meistens durch den Einkauf von getrockneten Algen im Bioladen. Noch toller ist frischer Seetang, aber der ist hier nicht so leicht zu bekommen – deshalb habe ich mich sehr über ein Päckchen von Biovie gefreut mit einem satten Kilo frischen Algen und einem Gläschen Algentatar.
Biovie ist ein französischer Anbieter von lebendigen Bio-Lebensmittel, ursprünglich hauptsächlich Algen und Keimsprossen; inzwischen wurde das Sortiment aber erweitert. Neuerdings gibt es für den deutschen Markt auch ein Auslieferungslager in Metz – die empfindliche Ware kommt also schnell an, bei mir sind zwischen Bestellung und Lieferung grade mal drei Tage vergangen.

Die Algen kommen aus dem bretonischen Roscoff – ein Ort, den ich sehr mag. Ich habe also auch gleich noch etwas Urlaubserinnerungen mit geliefert bekommen, das ist schön. Sie sind in einer Packung vakumiert, aber man kann die Sorten leicht trennen. Das habe ich getan, einen Großteil gleich verwendet und den Rest in kleinen Portionen eingefroren, das ergibt einen guten Vorrat.

Oft denkt man bei Seetang an Sushi, vielleicht nach an Miso-Suppe. Algen können aber mehr. Ich serviere euch heute einen Wrap, in dem der Seetang zweimal vorkommt – einmal in der Teighülle und ein zweites Mal in der Füllung. Dazu kurz etwas Grundsätzliches: frische Algen werden eingesalzen geliefert und müssen entsalzt werden. Dazu werden sie zweimal kurz in Wasser eingeweicht und dann ausgedrückt; man braucht 500 ml Wasser für je 50 g Algen. Und wer lieber getrocknete Algen verwendet, braucht nur ungefähr ein Fünftel des Gewichts.

Für 6 Wraps:
Zutaten:
Teig:
- 25 g entsalzte Dulse
- 25 g entsalzter Meereslattich
- 165 g Weizen 550
- 165 g Maismehl
- 1 TL Salz
- 4 EL Rapsöl
- 180 bis 200 ml lauwarmes Wasser
Füllung:
- 20 g entsalzte frische Dulse
- 20 g entsalzter frischer Meereslattich
- 3 Zweige Estragon
- 150 g Ziegenkäserolle
- Saft und Schalenabrieb von 1/2 Zitrone
- eine Handvoll Pflücksalat
- 125 g geräucherte Makrele (Räuchertofu für eine vegetarische Version)
- Salz, Pfeffer aus der Mühle
Arbeitsschritte:
Für den Teig die Algen fein hacken. Getrocknete Algen müssen nicht extra eingweicht werden. Mehl in einer Schüssel mit dem Salz vermengen, dann Algen und Öl untermischen. Alles zu einem elastischen Teig verkneten, dabei nach und nach das Wasser einarbeiten. Aufhören, Wasser zuzugeben, wenn der Teig zu einer Kugel zusammenkommt und weiter kneten, bis ein elastischer Teig entsteht, der aber nicht klebrig sein soll. Teig bedeckt 30 min ruhen lassen.
Den Teig in 10 gleich schwere Teile teilen und diese zu Kugeln rollen. Nochmals 10 min ruhen lassen, dann auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche zu dünnen, runden Fladen ausrollen.
Eine schwere Pfanne erhitzen. Je einen Teigfladen hineingeben und braten, bis er beginnt, sich aufzublähen, dann wenden und noch 1 bis 2 min braten. Fertige Tortillas in ein sauberes Geschirrtuch wickeln, damit sie weich bleiben.
Für die Füllung den Estragon zupfen und zusammen mit den Algen fein schneiden. Den Käse ganz fein würfeln und mit Saft und Schalenabrieb der Zitrone und den Algen vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Tofu ggf. in 6 Scheiben schneiden.
Zum Fertigstellen braucht man nur 6 der Tortillas, den Rest kann man einfrieren. Auf jede Tortilla etwas von der Käsemischung geben. Ein Stück Fisch oder Tofu an den oberen Rand geben, etwas Salat über die Mitte verteilen und die Tortilla stramm aufrollen.
Wraps zum Servieren in der Mitte schräg durchschneiden.
Wer noch mehr Inspiration braucht: es gibt hier auch ein Rezept für eingelegten Kombu , eine Gemüsesuppe mit Seetang-Topping, gefüllte Nori-Chips, herzhafte Sablés mit Algentatar und auch etwas für den süßen Zahn. Und demnächst dann auch noch ein Rezept für Hummus.
