Minestrone mit Bohnen und Graupen | Minestra di Farro e Faglio

Ich vermute, es ist bekannt, dass ich eine gewisse Schwäche für Kochbücher habe. Geständnis: nicht aus allen koche ich auch intensiv. Manche sind richtige Stiefkinder. Da gibt es diese dicken Wälzer zur Länderküche, die in der Original-Version bei Phaidon erscheinen. Davon habe ich ziemlich viele. Sie sind sehr umfangreich und ohne großes Drumherum auf Rezepte ausgelegt – das erschwert das Stöbern und ausprobieren; die Bücher haben etwas von einem Lexikon.

Toll sind sie gerade wegen des lexikalischen Charakters, und so habe ich mir vorgenommen, mich näher mit ihnen zu befassen. Jedes Quartal ein anderes Buch, jede Woche ein Rezept. Den Anfang macht der Silberlöffel*, den mag ich nämlich am wenigsten.

Ja, das Buch ist eine Fundgrube und ein Standardwerk, aber ich finde die meisten Rezepte etwas langweilig. Nicht schlecht, aber auch nicht unbedingt wiederholenswert. Ich koche schon eine Weile brav aus dem Buch, und das hier ist das erste Rezept, das ich toll genug finde, um es hier zu teilen.

Es gibt ein ganzes Kapitel über Minestrone im Silberlöffel. Ausgesucht habe ich diese hier. Die ist sanft und cremig und hat ein schönes Aroma: Es wird zunächst eine Basis mit Gemüse, Brühe und Bohnen hergestellt, diese wird püriert und anschließend dann die Graupen darin gegart. So bekommt man eine cremige, gehaltvolle Suppe, die nicht zu schwer ist.

Im Original ist die Suppe eher ein Brei, und dem Foto nach soll das wohl auch so sein – ich habe die Flüssigkeitsmenge nahezu verdoppelt, ich wollte lieber Suppe.

Für 4 bis 6 Portionen:

Zutaten:

  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 2 Karotten
  • 2 Stangen Sellerie
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 100 ml Weißwein
  • 2 Tomaten
  • 2 Blätter frischer Salbei, plus etwas zum Servieren
  • 80 g getrocknete Bohnen
  • ca. 1,5 l Gemüsebrühe (original: 750 ml)
  • 200 g Perlgraupen
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Arbeitsschritte:

Am Vortag die Bohnen und die Graupen getrennt voneinander in kaltem Wasser einweichen.

Zwiebel und Knoblauch schälen und grob hacken. Karotte schälen und würfeln, Sellerie putzen und würfeln. Von den Tomaten den Strunk entfernen und die Tomaten ebenfalls würfeln. Salbei in Streifen schneiden.

Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel darin in ca. 5 min glasig braten. Dann Karotte und Sellerie 5 min mitbraten. Knoblauch einrühren und kurz mitbraten, dann mit dem Weißwein ablöschen und alles einkochen lassen.

Bohnen abgießen und zusammen mit Tomaten und 2 Blättchen Salbei in den Topf geben. 750 ml Gemüsebrühe angießen, leicht salzen und alles mit aufgelegtem Deckel 1 h köcheln lassen.

Die Suppe mit dem Stabmixer oder im Mixer pürieren. Die Graupen abgießen und zur Suppe geben. Ca. 500 ml Gemüsebrühe angießen und die Suppe bei niedriger Temperatur simmern lassen, bis die Graupen gar sind. Wenn die Suppe zu dick ist, noch etwas Brühe angießen.

Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken, auf Teller verteilen und mit restlichem Salbei bestreut servieren.

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2 Kommentare

  1. Ich bin immer begeistert, wie viel Du aus Kochbüchern nachkochst – gefühlt ist das eine Menge. Aber klar, bei manchen stöbert man nur. Ich habe mich kürzlich mal wieder von einigen Büchern getrennt. Lustig, mit dem Silberlöffel geht es mir ähnlich, nur dass ich ihn gar nicht gekauft habe. X-Mal angeschaut und immer wieder zurückgelegt…
    Aber mit Minestrone kann man ja fast nichts falsch machen. 🙂

    • Zum Sich-Inspirieren lassen und draus kochen sind sie ja da. Den Silberlöffel habe ich Grundkochbuch angeschafft, das ist er ja auch, aber so richtig dicke Freunde werden wir wohl nicht….

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