Scharfe rote Linsen

Das ist sozusagen ein äthiopischer Küchenklassiker, den Yohanis Gebreyesus* in seinem Buch vorstellt. Diese Linsen stehen zu allen möglichen Gelegenheiten auf dem Tisch, und ich kann das sehr gut verstehen.

Denn einerseits passen sie zu so vielem; und dann wäre da noch der Geschmack. Die Linsen sind gewürzt mit einer schönen Dosis Berbere. Berbere ist scharf, aber nicht zu scharf. Es überwiegt die herbwürzige Note. Traditionell werden die Gewürze zu einer Paste verarbeitet, die trocknen und reifen muss, bevor alles zu einer Gewürzmischung gemahlen wird. Ich biete Euch unten eine etwas schnellere Lösung an.

Die Linsen schmecken am besten, wenn man sie etwas durchziehen lässt und dann aufwärmt. Es lohnt sich also, ein bisschen mehr zu kochen.


Berbere:

Für ca. 90 g:

  • 50 g mittelscharfe getrocknete Chilischoten
  • 1/2 Schwarzkümmelsamen
  • 1/2 TL Gewürznelken
  • 1/2 TL Ajowan-Samen (Königskümmel; Asia-Shop oder hier*)
  • 1/2 EL Zwiebelpulver
  • 1 TL Knoblauchpulver
  • 1 TL getrockneter gemahlener Ingwer
  • 1/2 TL gemahlener Kardamom
  • 1 Prise gemahlener Zimt
  • 1/2 TL Salz

Die Stiele der Chilischoten entfernen und die Schoten in einer Gewürz- oder Kaffeemühle mahlen. Das Pulver in eine Schüssel geben.

Eine kleine Pfanne bei mittlerer Temperatur erhitzen. Nacheinander Schwarzkümmelsamen, Nelken und Ajowan anrösten, bis die Gewürze duften. Abkühlen lassen und zu den Chilischoten geben. Restliche Zutaten ebenfalls in die Schüssel geben und alles gut vermengen.

Gewürzmischung in der Mühle oder im Mörser fein mahlen.

Kühl, trocken und luftdicht verschlossen aufbewahren.


Linsen:

Für 4 Personen:

  • 250 g rote Linsen
  • 4 EL Sonnenblumenöl
  • 2 mittelgroße Zwiebeln
  • 1/2 EL feingehackter Knoblauch
  • 2 TL berbere
  • 1/2 TL Schwarzkümmelsamen
  • Salz

Linsen in ein feinmaschiges Sieb geben und gründlich abbrausen.

Wasser in einem Topf zum Kochen bringen und die Linsen darin ca. 12 min garen, bis sie weich sind. In ein Sieb abgießen und die Kochflüssigkeit auffangen.

Zwiebeln schälen und fein hacken. Öl in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebeln darin bei milder Hitze in ca. 10 min glasig anschwitzen. Knoblauch zugeben, kurz mitbraten und nach einer Minute das berbere und den Schwarzkümmel zugeben. Deckel auflegen und alles bei niedriger Temperatur 10 min garen. Wenn nötig, ein wenig Wasser zugeben, damit sich nichts anlegt.

Linsen zugeben, salzen und unter Rühren 5 min mitgaren. Ca. 125 ml des Linsenwassers unterrühren und alles noch kurz offen köcheln lassen.

Durchziehen lassen, dann zum Servieren wieder erwärmen. Wenn nötig, dabei noch etwas Kochwasser einarbeiten.

 

Suppe der Braut Ezo

Das ist eine herrlich sämige, sättigende Suppe und ein Rezept, wie ich es mag – es wird aus einfachen Zutaten das Beste herausgeholt. Es gibt verschiedene Versionen, was die Würzung angeht; Basis der Suppe sind aber immer rote Linsen, dazu kommen ein wenig Bulgur und Reis. In dieser Version, die ich in “Türkei vegetarisch“* gefunden habe, wird die Suppe zusätzlich noch mit einer Mehlschwitze gebunden; gewürzt wird mit Paprikamark und Minze. Ich habe zum Servieren noch etwas Chilibutter darauf geträufelt; wenn man das weglässt oder statt dessen Chiliöl nimmt, dann ist die Suppe vegan.

Die Suppe kann komplett aus dem Vorrat gekocht werden – und mit ihrer molligen Konsistenz und ihrem tiefen Aroma ist sie ein echter Seelentröster. Und der Legende nach, die sich um die Suppe rankt, war das für die Erfinderin des Rezeptes auch dringend nötig:

Ezo gab es wirklich; sie soll eine richtige Schönheit gewesen sein und wurde zweimal zwangsverheiratet. Beim zweiten Mal wurde sie mit einem Cousin verheiratet, der in Syrien lebte. Sie hatte großes Heimweh und ist sehr jung und weit weg von zuhause gestorben. Die Suppe hat sie mit dem gekocht, was gerade im Hause war, denn sie lebte in Armut.

Im Rezept wird Salça verwendet. Das ist ein Tomaten-Paprikamark, das es im orientalischen Laden zu kaufen gibt; es gibt es in mild und scharf. Wer keines bekommt, kann zur Not Paprikamark aus dem Supermarkt und etwas scharfes Paprikapulver verwenden.


Für 6 Portionen:

  • 20 g Risottoreis
  • 40 g grober Bulgur
  • 200 g rote Linsen
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Lorbeerblatt
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • etwas frisch gehackte Minze zum Servieren

Mehlschwitze:

  • 2 EL Olivenöl
  • 2 EL Mehl
  • 2 TL Salça
  • 400 ml Gemüsebrühe
  • 1 TL Paprika edelsüß
  • 1 TL getrocknete Nana-Minze

Chili-Butter:

  • 2 EL Butter
  • 1 TL Salça
  • 1/4 TL Pul Biber
  • 1/2 TL getrocknete Nana-Minze

Zunächst für die Suppe Reis, Bulgur und Linsen in ein feinmaschiges Sieb geben und unter fließendem Wasser spülen, bis das Wasser klar bleibt.

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken.

Olivenöl in einem Topf erhitzen. Zwiebel glasig anbraten, dann den Knoblauch zugeben und kurz mitbraten. Linsen, Reis und Bulgur zugeben und alles weitere 3 min braten. 1,25 l kochendes Wasser angießen, das Lorbeerblatt zugeben, mit Salz und Pfeffer würzen, alles zum Kochen bringen und bei mäßiger Hitze 15 min köcheln lassen.

Für die Mehlschwitze das Olivenöl in einem Topf erhitzen. Mehl zugeben und unter Rühren anschwitzen. Salça zugeben, unter Rühren eine Minute weiter rösten.

Die Gemüsebrühe angießen, alles unter Rühren aufkochen lassen und unter Rühren köcheln lassen, bis alles glatt ist. Paprika und Minze zugeben.

Die Mehlschwitze zur Suppe in den Topf geben und alles weitere 15 min köcheln lassen.

Inzwischen für die Chili-Butter die Butter in einem Töpfchen schmelzen und alle anderen Zutaten einrühren. Beiseite stellen.

Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Servieren in Schalen oder tiefe Teller schöpfen,mit Chili-Butter beträufeln und mit frischer Minze bestreuen.

Rezept-Anmerkungen

Salça ist ein Tomaten-Paprikamark, das es im orientalischen Laden zu kaufen gibt; es gibt es in mild und scharf. Wer keines bekommt, kann zur Not Paprikamark aus dem Supermarkt und etwas scharfes Paprikapulver verwenden.


 

Türkische Paprika mit Linsenfüllung – Mercimekli Biber Dolmasi

 

Ich kaufe sehr gerne beim türkischen Gemüsehändler, gerne auch mehr, als ich im Augenblick brauche. Beim letzten Mal sind kleine grüne türkische Paprikaschoten (dolma biber) mit ins Körbchen gehüpft.

Biber sind Paprikaschoten, dolma der Begriff für gefülltes Gemüse – die kleinen grünen Paprika werden also speziell verwendet, um sie zu füllen. Sie sind nicht nur kleiner und zarter im Geschmack als die Ware, die es sonst bei uns zu kaufen gibt, sondern sie haben auch eine dünnere Haut. Wer also schon mal Schwierigkeiten mit der Verträglichkeit bei Paprikaschoten hat, ist mit diesen hier möglicherweise besser dran; ich merke jedenfalls einen Unterschied.

Klassischerweise werden die Paprika mit Rinder- oder Lammhack und Reis gefüllt; das hatten wir schon oft, deshalb gibt es heute eine Variante mit roten Linsen, Bulgur und Reis. Gefunden habe ich das im Istanbul-Kochbuch*; eine dicke Empfehlung übrigens für Menschen, die die türkische Küche mögen.


5 Portionen:

  • 10 kleine hellbgrüne türkische Paprika (dolma biber)
  • 1 Zwiebel
  • 1 TL Paprikaflocken (pul biber)
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1/2 TL gemahlener Piment
  • 80 g feiner Bulgur (die Sorte für Köfte)
  • 40 g rote Linsen
  • 80 g Reis (ich hatte Basmati)
  • 1/2 Bund glatte Petersilie
  • 1 EL getrocknete Minze
  • 50 ml Olivenöl
  • 3 Tomaten
  • Joghurt zum Servieren

 

Zunächst die Paprika vom Stiel befreien; ich habe dafür so knapp wie möglich einen Deckel abgeschnitten. Spezialisten drücken den Stiel einfach ein. Kerne und das wattige Innere aus den Paprika herausholen.

Jetzt kramt Ihr in euren Töpfen: Ihr braucht einen Topf, in den die Paprika aufrecht gestellt genau hineinpassen. So werden sie gegart; und sie sollen dabei nicht umfallen. Also die Paprika schon mal in den Topf stellen. Ich habe mir ein bisschen beholfen und eine Lücke mit einer passenden kleinen Tasse ausgefüllt.

Für die Füllung Zwiebel schälen und fein hacken. Petersilie zupfen und ebenfalls fein hacken. Reis und Linsen in ein Sieb geben, abbrausen und abtropfen lassen.

Bulgur, Reis, Linsen, Zwiebel, Paprikaflocken, Petersilie, Minze und  Olivenöl in einer Schüssel vermengen und mit Salz und Pfeffer würzen.

Von den Tomaten 10 kleine Scheiben als Deckel für die Dolma abschneiden. Den Rest hacken und zur Füllung geben. Alles nochmals vermischen und mit Salz abschmecken.

Die Füllung auf die Paprikaschoten verteilen und jeweils eine Tomatenscheibe als Deckel auflegen.

Wasser angießen, so dass die Paprika bis zur Hälfte im Wasser stehen. Salzen, Deckel auflegen, zum Kochen bringen, dann die Hitze reduzieren und alles 30 min simmern lassen.

Die Paprikaschoten mit etwas Naturjoghurt servieren. Ich finde, sie schmecken lauwarm am besten.

 


 

Fenchel-Linsensuppe mit Seetang

Eine spannende Kombination, mit der Hugh Fernley-Whittingstall* da auffährt, findet Ihr nicht auch?

Mich hat die Kombination jedenfalls gleich gepackt. Linsen und Seetang mag ich ohnehin und ich war gespannt, wie der Fenchel da hineinpasst. Und er passt. Die Suppe ist schön cremig dank der Linsen und Fenchel und Seetang sorgen für Geschmack; wobei ich mich beim nächsten Mal sicherlich dazu hinreissen lassen werde, die Suppe mit Dashi statt mit Wasser zu kochen.

Genau, Seetang. Ich bin ja Fan. Ihr bekommt Seetang in den verschiedensten Varianten im Asia-Shop oder im Bioladen. Ich habe hier Meeressalat verwendet, aber ich könnte mir auch Wakame oder Hijiki vorstellen.

Für 4 bis 6 Portionen:

  • 2 EL Rapsöl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • ca. 700 g Fenchel
  • 100 g rote Linsen
  • 20 g verzehrfertige Algen, am besten Meeressalat
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • kaltgepresstes Rapsöl zum Servieren

Zwiebeln und Knoblauch schälen und fein hacken.

Den Fenchel putzen, halbieren und den Strunk herausschneiden. Knolle in ca. 5 mm dünne Scheiben schneiden.

Öl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebel und Knoblauch hineingeben, leicht salzen und bei moderater Hitze glasig anschwitzen. Dann die Fenchelscheiben dazu geben, salzen, die Hitze etwas erhöhen und alles zugedeckt 10 min garen, dabei hin und wieder umrühren.

Die Linsen in ein feinmaschiges Sieb geben und gründlich abbrausen. Dann mit der Hälfte des Seetangs in den Topf geben. Ca. 1 Liter Wasser angießen, alles zum Kochen bringen und bedeckt ca 20 min köcheln lassen.

Topfinhalt in einen Mixer umfüllen, und, wenn nötig portionsweise pürieren. Wieder in den Topf geben. Wenn die Suppe zu dickflüssig ist, mit etwas Wasser verdünnen. Suppe mit Salz und Pfeffer abschmecken und nochmals erwärmen.

Zum Servieren in Schalen schöpfen, mit dem restlichen Seetang bestreuen und mit Rapsöl beträufeln.

Linsencremesuppe mit Speckschaum und Bacon-Croutons

Linsen sind eine tolle Zutat – kleine Kraftpakete, mit denen man unheimlich viele verschiedene Gerichte variieren kann. Eine Suppe aus roten Linsen, die ja rasch zerkochen, ist dabei ein Klassiker, ein schönes, aber einfaches Gericht, das noch dazu ganz fix auf dem Tisch steht.

Tobi Stegmann präsentiert in Rock’n’Soul Kitchen* eine spannende Variante der Suppe – zur einfachen Cremesuppe gesellen sich ein Speckschaum sowie knusprig gebratener Bacon und Croutons. Die Konstistenzen und Aromen haben uns großen Spaß gemacht, und genau deshalb bekommt Ihr heute das Rezept. Das ganze ist übrigens einen Variation des Klassikers Linseneintopf.

Mit einer kleinen Abwandlung allerdings – die Menge des Schaums habe ich für Euch halbiert, denn wir hatten wahnsinning viel übrig.

Für 4 Portionen:

Suppe:

  • 2 Schalotten
  • 1 Karotte
  • 2 EL Öl
  • 200 g rote Linsen
  • 100 ml trockener Weißwein
  • 800 ml Gemüsebrühe
  • 100 g Sahne
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Schaum:

  • 100 g Räucherspeck, durchwachsen und am Stück
  • 200 ml Hühnerbrühe
  • 75 g Sahne

Croutons:

  • 2 Scheiben Toastbrot
  • 8 Scheiben Bacon

Für die Suppe die Linsen in ein Sieb geben, abbrausen und abtropfen lassen. Schalotten und Karotte schälen und fein würfeln.

Öl in einem Topf erhitzen, Schalotten und Karotte darin andünsten. Die abgetropften Linsen zufügen, Wein und Brühe angießen und alles köcheln lassen, bis die Linsen gar sind; das dauert etwa 15 Minuten. Dann die Sahne angießen, die Suppe mit dem Stabmixer pürieren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Für den Schaum den Speck im Ganzen bei schwacher Hitze 10 min in der Brühe köcheln lassen. Sahne zugeben, alles weitere 10 min ziehen lassen.

Für die Croutons das Toastbrot in kleine Würfel schneiden. Bacon in Streifen schneiden und in einer Pfanne braten, bis er sein Fett abgegeben hat und knusprig ist. Toastbrostwürfel zugeben und knusprig braten.

Speck aus der Brühe nehmen und in kleine Würfel schneiden.

Zum Servieren die Suppe auf tiefe Teller verteilen. Jeden Teller mit einigen Croutons und gegarten Speckwürfeln garnieren. Die Sahnebrühe aufschäumen (ich habe den Milchaufschäumer benutzt, Stabmixer geht auch) und auf jeden Teller etwas von dem Schaum geben. Gleich servieren.

 

Sellerie-Kokos-Suppe

sellerie-kokos mit linsen

Man könnte sie auch Restesuppe nennen: Im Gemüsefach  schlummerte noch ein Rest Knollensellerie. Als ich über die Verwendung nachdachte, fiel mir ein wie ich mich vor Jahren dem Sellerie angenähert hatte – mit einer Cremesuppe: Sellerie, Kartoffeln, Sahne.

Suppe, genau. Aber anders. Weil: im Küchenschrank waren noch diese Linsen. Rote Linsen mit Kokosflocken. Ich fand es eine gute Idee, sie zu kaufen, aber letztendlich sind sie dann halt doch irgendwie liegen geblieben. Genau wie das tolle Lemon-Curry, das langsam dabei war, seinen Zenit zu überschreiten. Also: Kokos und Curry in die Suppe.

Ich wollte die Linsen erst mitmixen, aber dann habe ich mir überlegt, dass eine knackige Einlage der Suppe auch nicht schaden könnte – stimmt. Mache ich jetzt öfter.

Und weil ich mit dieser Suppe so schön aufgeräumt habe, ist sie mein Beitrag für die Schatzsuche im Vorratsschrank.

Für 3 Personen:

  • 350 g Knollensellerie
  • 2 kleine Kartoffeln
  • 1 Zwiebel
  • Kokosöl zum Anbraten
  • 100 ml Weißwein
  • 1 TL Lemon-Curry
  • 650 ml Gemüsebrühe
  • 100 ml Kokosmilch
  • 75 g rote Linsen mit Kokos
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Den Sellerie und die Kartoffeln schälen, waschen und grob würfeln.

Zwiebel ebenfalls schälen und fein hacken.

Etwas Kokosöl in einen Topf erhitzen und die Zwiebel darin glasig andünsten. Sellerie,  Kartoffeln und Lemon Curry zugeben und kurz mit anrösten, dann mit dem Weißwein ablöschen und alles einkochen lassen. Mit Gemüsebrühe aufgießen, Deckel auflegen, alles zum Kochen bringen und das Gemüse in ca. 20 min gar kochen.

Inzwischen für die Einlage die Linsen garen: dafür die Linsen in einem Sieb kurz abbrausen, dann in kochendem Salzwasser bissfest garen. Bei mir hat das ca. 5 min gedauert. Ich habe Salz ins Wasser gegeben, weil das den Garprozeß etwas verzögert und ich wollte ja nicht, dass die Linsen zerfallen. Wenn die Linsen bissfest sind, in ein Sieb abschütten und kurz kalt abbrausen, um den Garzprozeß zu stoppen.

Wenn das Gemüse weich ist, die Suppe mit dem Stabmixer aufmixen. Die Kokosmlich einrühren, alles mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Linsen in die Suppe geben, alles nochmal kurz erwärmen und gleich servieren.

 

Feta-Linsen-Dip

linsen-feta-dip

….oder Brotaufstrich, je nach Gusto.

Mit selbstgemachten Brotaufstrichen stehe ich auf Kriegsfuss. Ich habe gerne herzhafte Aufstriche, aber wenn ich die selbst mache, dann fehlt mir meist das gewisse etwas und ich esse sie eher unwillig. Hier war das nicht so.

Wobei das Ganze im Originalrezept*  von Erin Alderson gar nicht als als Brotaufstrich gedacht ist – es wird warm serviert und dient als Dipp. Das schmeckt garantiert wunderbar – zu Gemüsesticks oder zu Crackern. Ich habe den Dipp abkühlen lassen, dann wird er streichfest und ist ein schöner Brotaufstrich.

Die Basis dieses Dipps/Brotaufstrich ist – neben Feta – Linsenmehl. Ich habe rote Linsen durch die Getreidemühle geschickt, das geht völlig problemlos und fabriziert ganz feines Linsenmehl. Wer keine Getreidemühle hat und auch keinen Hochleistungsmixer oder Thermomix, der kann es mit der Kaffeemühle versuchen. Oder mit dem Multizerkleinerer – bei meinem Pürierstabi* ist einer dabei, für den ist das überhaupt kein Problem.

Der Dipp/Aufstrich ist sehr mutig gewürzt, ich mag das gern, denn wenn ich das Ganze auf Brot gebe, dann brauche ich ordentlich Aroma. Wem das alles zuviel des Guten ist, der nimmt halt weniger Koriander und Kreuzkümmel.

  • 480 ml Wasser
  • 70 g Linsenmehl
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 200 g Feta
  • 1 TL Kurkuma, gemahlen
  • 2 TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • 2 TL Koriander, gemahlen
  • 1/2 TL Ingwerpulver
  • 1 EL Zitronensaft
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Das Wasser in einem Topf zum Kochen bringen. Die Hitze reduzieren und das Linsenmehl mit einem Schneebesen einrühren. Weiterrühren und die Mischung eindicken lassen. Wenn die Mischung glatt ist und das Mehl gequollen, von der Hitze ziehen und weitere 10 min ausquellen lassen.

Inzwischen den Knoblauch schälen und grob hacken. In den Blitzhacker geben, den Feta dazubröckeln und alles zu feinen Stückchen verarbeiten. Nun das gequollene Linsenmehl, Kurkuma, Kreukümmel, Koriander, Zitronensaft und Olivenöl zugeben und alles zu einer homogenen Masse verabeiten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Jetzt ist es Zeit, sich zu entscheiden: wer das Ganze warm als Dipp servieren möchte, gibt die Masse nochmals in den Topf und erwärmt alles auf mittlerer Flamme nochmals. Dabei immer tüchtig mit dem Schneebesen rühren.

Wer einen Brotaufstrich möchte, lässt alles auskühlen, füllt es in eine Gefrierdose und bewahrt es im Kühlschrank auf. Selbstredend kann so auch übriggebliebener Dipp aufbewahrt werden 🙂

Huhn mit Linsen und Rosmarin

schmorhähnchen mit linsen

…..oder die fortgeflogene Bitterorange.

Eigentlich hätte etwas ganz anderes auf dem Tisch stehen sollen. Das persische Huhn nämlich, dass ich vergangene Woche bei der Küchenschabe bewundert habe. Das Huhn war auch da und wurde am Sonntag aus dem Kälteschlaf geholt. Im Kälteschlaf wähnte ich auch Saft und Zesten meiner restlichen Bitterorangen. Ihr merkt es schon….ich wähnte. Das Wähnen war Wahn….also, ich hatte die Reste schon verbraucht. Mist.

Da lag das Huhn und ich war sehr unschlüssig, was ich mit ihm anfangen sollte. Vielleicht “normale” Orangen nehmen statt der Pomeranzen? Neee. Normales Brathähnchen…neee….ich war mäkelig. Rettung nahte, als ich in dem grade frisch ins Haus geflatterten neuen Buch* von Hugh-Fearnley-Whittingstall blätterte – Hühnchen mit roten Linsen. Einfach, das war gut, weil mein Elan doch recht gering war. Und doch mal was anderes.

Ich hätte ja immer noch lieber das persische Huhn gehabt…aber gut gefallen hat mir das Rosmarin-Huhn mit Linsen dann doch. Es ist schön aromatisch und kocht sich (fast) von selbst. Die Linsen sind Beilage und Sauce gleichzeitig, Jedenfalls, wenn man so viel Brühe nimmt wie ich.

Ich habe es mir einfach gemacht und noch eine Form mit Purpur-Karotten in den Ofen geschoben. Die Karotten habe ich mit etwas Kreuzkümmel und Zimt gewürzt und mit Arganöl beträufelt. Dazu gab es einfach Salzkartoffeln. Und so war das Abendessen dann doch noch gerettet 🙂

Für 4 Personen:

  • 2 EL Raps- oder Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 Zweige Rosmarin
  • 200 gr. rote Linsen
  • 700 ml Hühnerbrühe
  • 1 Huhn, Freiland, Bio, Ihr wisst….
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Thymianblättchen zum Garnieren

Den Backofen auf 180°C vorheizen.

Zwiebel schälen und grob hacken. Knoblauch schälen und ebenfalls hacken. Von den Rosmarinzweigen die Blättchen abzupfen.

Die Linsen in ein Haaarsieb geben und gründlich abbrausen. Das Hühnchen in 6-8 Stücke zerlegen.

Zum Garen braucht man einen ofenfesten Schmortopf. In diesem wird jetzt das Öl erhitzt und die Zwiebeln werden glasig gebraten. Dann den Knoblauch und den Rosmarin zugeben, alles mit Salz und Pfeffer würzen weitere 5 min unter Rühren braten, dann Linsen und Brühe zugeben. Die Hühnerteile mit Hautseite nach oben in den Bräter legen. Die Haut sollte aus der Flüssigkeit schauen, damit sie bräunt.

Alles zum Kochen bringen, dann in den Ofen stellen und unbedeckt 1 h garen. Nach einer Stunde prüfen, ob Hühnchen und Linsen gar sind. Wenn nicht, nochmal 15 min garen.

Das überschüssige Fett von der Oberfläche abschöpfen, Linsenflüssigkeit mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren mit Thymianblättchen bestreuen.