Pasta mit karamellisierten Kumquats, Ricotta und Garnelen

Die Idee zu diesem Gericht kommt aus Cettina Vicenzinos schönem Sizilien-Kochbuch* – hier entlang geht es übrigens zur Buchvorstellung.  Gleich, als ich das Rezept gesehen habe, war mir klar – das probiere ich aus. Sobald ich Kumquats bekomme.

Ich liebe Kumquats und freue mich immer, wenn ich welche finde. Ursprünglich kommen sie aus Asien und sind eigentlich Rautengewächse. Man kann sie mit allem Drum und Dran essen; die Schale schmeckt süßlich-herb, das Fruchtfleisch eher sauer. Sie sind etwas bitterer als die “normalen” Orangen, das kommt mir entgegen – ich mag bitteren Geschmack sehr. Tatsächlich esse ich die Kumquats aber eher selten einfach so. Ich habe eine Vorliebe für Salz-Kumquats statt Salz-Zitronen, davon steht immer ein Glas in meinem Kühlschrank. Toll ist auch, wenn man die kleinen Früchte in Scheiben schneidet und ein Kompott daraus kocht, ein Klecks davon ist wunderbar zu Joghurt, aufs Müsli oder zu Eis.

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Christmas Cracker Ravioli

 

Ihr öffnet doch bestimmt alle fleissig die Türchen des Kulinarischen Adventskalenders? Immerhin schon zum 15. (!) mal findet er statt; die wunderbare Zorra ist einfach unermüdlich. Das Öffnen der Türchen und das Lesen lohnen sich auch dieses Jahr wieder – nicht nur wegen der tollen Rezepte und der schönen Geschichten, nein, es gibt auch wieder viele tolle Gewinne.

Und auch ich darf wieder ein Türchen sein; ich freue mich. Das macht den Advent erst zum Advent für mich. Dieses Mal serviere ich Euch Christmas Crackers in Ravioli-Form. Christmas Crackers kennt Ihr? Die sind ja Teil der britischen Weihnachtstradition. Es sind gefüllte Knallbonbons, man zieht an ihnen und mit einem Knall geben sie ihren Inhalt frei. Ich habe mal welche gekauft, aber der Inhalt war so enttäuschend, ich habe es nie wieder getan.

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Ricotta-Buchweizen-Gnocchi mit rustikaler Tomatensauce

So, da bin ich wieder. Das kleine Päuschen war dem Umstand geschuldet, dass ich mein Köfferchen gepackt  und den Blog in ein neues Zuhause verfrachtet habe. Ein paar Kisten muss ich noch auspacken und ein paar Regale umsortieren, aber im Großen und Ganzen ist es vollbracht.

So richtig spaßig ist so ein Umzug ja nicht, also braucht es währenddessen Comfort Food – und das wiederum ist für mich mit Kohlehydraten verknüpft – und am besten mit Pasta. Gnocchi sind Pasta  – und tun gut. Genau wie die Handarbeit beim Formen, solche Tätigkeiten erden mich immer wieder.

Meiner Vorliebe für Buchweizen habe ich ja schon oft genug Ausdruck verliehen. Gnocchi hatte ich allerdings noch nie damit gemacht. Nun hatte ich eine große Menge Ricotta im Kühlschrank – und riskierte einen Blick in “Pasta by Hand“*, ein Buch in dem ich immer eine Idee finde.

Das Rezept kommt aus Südtirol,  wo Buchweizen gerne verwendet wird. Der Buchweizen wächst gut unter den dortigen rauen Bedingungen, die für viele andere Getreidesorten nicht optimal sind. Das erdige Aroma der Gnocchi verlangt nach einer deftigen Sauce; Räucheraromen passen gut; deshalb gibt es eine mit Speck angereicherte Tomatensauce dazu.

Ich weiß, dass viele davor zurückschrecken, Gnocchi selbst zu machen – diese hier sind aber wirklich recht unaufwendig. Es muss nichts vorgegart oder abgetropft werden und der Teig ist beim Garen stabil.

Für 4 Portionen:

Gnocchi:

  • 250 g Ricotta
  • 2 Eigelb
  • Muskatnuss
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 15 g Pecorino
  • 85 g Weizenmehl 405, plus etwas zum Arbeiten
  • 60 g Buchweizenmehl

Sauce:

  • 125 g Räucherspeck
  • 1 rote Zwiebel
  • 1/4 TL Chiliflocken
  • 500 g Passata
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Zuerst die Sauce ansetzen: dafür den Speck in feine Würfel schneiden. In einer Pfanne braten, bis er leicht knusprig wird. Zwiebel schälen, fein würfeln und zum Speck in die Pfanne geben. Mitbraten, und wenn sie zu bräunen beginnt, die Chiliflocken zugeben. Passata angießen, alles mit Salz und Pfeffer würzen und die Sauce bedeckt bei mäßiger Hitze köcheln lassen.

Inzwischen für die Gnocchi Ricotta und Eigelbe in eine Schüssel geben. Die Mehlsorten dazu geben, den Pecorino dazu reiben, alles kräftig mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen und mit den Händen rasch zu einem Teig verkneten.

Die Arbeitsfläche leicht mit Mehl bestäuben. Den Teig zu einer ca.1,2 cm dicken, langen Wurst rollen. Mit einem Messer Stückchen von ca. 0,6 cm von der Wurst schneiden. Ich habe die Stückchen danach noch über ein Gnocchibrett gerollt. Fertige Gnocchi mit Abstand zueinander auf einem leicht bemehlten Geschirrtuch lagern.

In einem großen Topf reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Die Gnocchi hineingeben und garkochen. Sie sind fertig, wenn sie an der Oberfläche schwimmen. Bei mir hat das ca. 1 min gedauert. Gnocchi mit einem Schaumlöffel herausholen, gut abtropfen lassen und mit der Sauce anrichten.

Ricotta-Gnocchi mit Tomatensugo

Im Grunde genommen ist das fast schon peinlich. Ich hatte vorher tatsächlich noch nie Ricotta-Gnocchi gemacht. Gut, dass ich mich näher mit Claudios “a casa“* befasst habe. Er behauptet nämlich, das wäre ein Essen, das ganz fix auf dem Tisch steht. Und es kam der Tag, an dem ich genau so etwas gebraucht habe.

Ich liebe Gnocchi, aber ich habe ja eine Gnocchi-Schwäche. Keine Ahnung, womöglich ist das genetisch. Knödel gehen immer, Gnocchi lösen sich im Kochwasser gerne immer wieder mal in Wohlgefallen auf. Was aber gar nicht geht, sind gekaufte Gnocchi – danke, ich esse keine Flummis.

Genau die Sorge, es könnte sich alles in Wohlgefallen auflösen, hat mich bisher von Ricotta-Gnocchi abgehalten, das hat sich hiermit erledigt – die Gnocchi sind gelingsicher. Und waren bestimmt nicht zum letzten Mal unser Mittagessen. Dazu gibt es eine einfache Tomatensauce. Tomatensauce koche ich meist auf Vorrat und fülle sie heiß in sterilisierte Gläser. So ist eine Essenskomponente schon mal da, wenn die Zeit drängt. Ich mache die Sauce immer wieder mal anders – diesmal nach Claudio.

Für 4 Personen:

Tomatensauce:

  • 1 Zwiebel oder eine Zehe Knoblauch (nicht beides)
  • Olivenöl nativ extra
  • 1 Dose Tomaten sehr guter Qualität
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Gnocchi:

  • 500 g Ricotta
  • 100 g Parmesan, frisch gerieben
  • ca. 150 g Mehl
  • Salz

Zum Anrichten:

  • frisch geriebener Parmesan

Für die Sauce Zwiebel oder Knoblauch schälen und fein würfeln. Das Olivenöl in einem Topf erhitzen, Zwiebel oder Knoblauch darin anschwitzen, bis sie weich wird. Tomaten zugeben, mit einem Schuss Wasser verdünnen (ich schwenke immer die Dose mit etwas Wasser aus und verwende das), aufkochen, dann bedeckt bei milder Hitze eine Stunde köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Für die Gnocchi Ricotta und Parmesan in eine Schüssel geben. Mehl zugeben und alles zu einem Teig verarbeiten. Der Teig soll geschmeidig sein, aber nicht mehr kleben. Es kann sein, dass Ihr etwas weniger Mehl braucht – oder auch etwas mehr. Der Teig muss nicht ruhen, Ihr könnt ihn sofort auf der bemehlten Arbeitsfläche in lange, dünne Stränge rollen. Von den Strängen Stücke von je ca. 1 cm Länge abschneiden.

Ofen auf 60°C Ober- und Unterhitze vorheizen. die Tomatensauce mit Salz und Pfeffer abschmecken und in eine weite  Auflaufform gießen. Die Form in den Ofen stellen.

Einen großen Topf mit Salzwasser zum Köcheln bringen; es soll nicht stark sprudeln. Die Gnocchi hingeben und garen; sie sind fertig, sobald sie an der Oberfläche schwimmen.

Die Gnocchi mit einem Schaumlöffel aus dem Wasser holen, gut abtropfen lassen und in die Tomatensauce in die Form geben.

Gnocchi und Sauce vorsichtig vermengen, auf Tellern anrichten und servieren. Und ja, da gehört Parmesan drüber. Ich hatte keinen mehr, es steckte alles in den Gnocchi.

Fleischbällchen in Tomaten-Spinatsauce aus dem Slowcooker

Fleischbällchen kann ich hier wirklich oft auf den Tisch bringen – und tue das auch gerne. Sie sind so variabel, was das Servieren angeht und auch die Rezeptideen sind Legion. Diese Variante von Hugh Acheson* hat uns besonders positiv beeindruckt.

Die Fleischbällchen sind superfluffig – es ist etwas Ricotta in der Masse, das macht einen großen Unterschied.  Und der Spinat in der Tomatensauce macht sich auch richtig gut. Das ist insgesamt einfach die Art von Essen, auf das sich generationenübergreifend alle mit Begeisterung stürzen. Und der Aufwand hält sich sehr in Grenzen, es schmurgelt alles entspannt im Slowcooker. Der natürlich auch wie immer dafür sorgt, dass sich die Aromen wunderbar verbinden.

Für 4 bis 6 Portionen:

  • 800 g gemischtes Hackfleisch
  • 200 g Ricotta
  • 2 Eier, Größe L
  • 50 g Semmelbrösel (ich hatte Panko)
  • 1 1/2 frische Thymianblättchen, gehackt
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 2 EL Rapsöl
  • 1 kleine Zwiebel
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 60 ml Balsamico Bianco
  • 2 Dosen Tomaten (insg. 800 g)
  • eine Handvoll Basilikumblättchen
  • 500 g Spinat
  • Parmesan zum Servieren

Hackfleisch in eine Schüssel geben und mit Ricotta, den verquirlten Eiern, Semmelbröseln und Thymian vermengen. Kräftig mit Salz und Pfeffer abschmecken, dann zu Bällchen formen. Hugh Acheson macht 16 große Klopse, ich habe die doppelte Menge kleiner Bällchen gemacht.

Öl in einer Pfanne erhitzen und die Bällchen darin portionsweise rundherum goldbraun anbraten, dann in den Einsatz des Slowccokers geben.

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. In die Pfanne geben und in ca. 3 min glasig braten. Essig angießen und einkochen lassen, bis die Pfanne fast trocken ist. Dann die Tomaten zugeben und alles weitere 3 min köcheln lassen. Basilikum zupfen und zugeben.  Soße über die Fleischbällchen gießen. Deckel auflegen und alles 2 h auf “High” garen.

Spinat blanchieren, die Flüssigkeit ausdrücken und Spinat hacken.

Die Fleischbällchen aus der Sauce holen, den Spinat in die Sauce geben und alles kurz erhitzen. Sauce mit Salz und Pfeffer abschmecken und die Fleischbällchen wieder hineingeben.

Zum Servieren Fleischbällchen und Sauce auf Tellern anrichten und mit ordentlich Parmesan bestreut servieren. Bei uns ist der Parmesan erst nach dem Foto auf dem Essen gelandet…

Ricotta-Auberginen-Klößchen mit getrockneten Tomaten

Die “Vegetarische Aromabibel“* regt ganz klar die Kreativität und Intuition an. Die Listen und Kombinationsmöglichkeiten sind endlos. Mir ist das bisher mit allem, was ich ausprobiert habe, so ergangen, dass mir die ausgesuchten Zutaten-Kombinationen länger im Kopf rumgespukt sind und sich dann nach und nach ein Rezept entwickelt hat. Und oft war es so, dass am Ende des Prozesses dann ein ganz anderes Gericht auf dem  Tisch stand, als ich mir ursrünglich überlegt hatte.

Ich hatte also Ricotta im Kühlschrank. Aubergine passt gut, sprach die Liste. Tomaten, Oregano, Muskatnuss, Chili.  Ach, dachte ich, ich könnte Crespelle mit dieser Mischung füllen. Dann hatte ich keine Lust, Crêpes zu backen und dachte über eine Pastasauce nach. Als nächstes fielen mir die Auberginen-Gnocchi ein, die ich immer schon mal hatte machen wollen, und so sind diese Klösschen entstanden.

Sie sind fluffig,  schön aromatisch und ein schönes Auberginen-Versteck. Nur als Gnocchi würde ich sie nicht bezeichnen, denn der Teig war zu weich, um klassische Gnocchi zu formen.

Für 2 bis 3 Personen:

  • 1 mittelgroße Aubergine
  • 300 g Ricotta
  • 5 getrocknete Tomaten
  • 1 Eigelb
  • 20 g Parmesan, frisch gerieben
  • 100 g Mehl
  • 1 TL getrockneter Oregano
  • Salz, Cayennepfeffer
  • Tomatensauce zum Servieren

Den Backofen auf 220°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen. Die Aubergine mit einer Gabel rundherum einstechen und im heißen Ofen backen, bis die Haut schrumpelig und das Innere ganz weich wird. Das dauert ca. 20 min. Herausnehmen, etwas abkühlen lassen, dann die Aubergine aufschneiden und das Fruchtfleisch mit einem Löffel herauskratzen. Fruchtfleisch in ein feinmaschiges Sieb geben und gründlich abtropfen lassen.

Ein weiteres Sieb mit 2 Lagen Küchenpapier auslegen. Ricotta hineingeben und ebenfalls gründlich abtropfen lassen. Es sollten etwa 250 g Ricotta übrig bleiben.

Auberginen-Fruchtfleisch in eine Schüssel geben und mit dem Stabmixer pürieren. Tomaten klein schneiden und zusammen mit Ricotta und Eigelb zur Aubergine geben. Parmesan, Oregano und Mehl einarbeiten, alles mit Salz und Cayennepfeffer würzen und zu einem Teig verkneten.

Reichlich Salzwasser in einem großen Topf erhitzen. Es soll leicht sieden, aber nicht sprudelnd kochen. Ofen auf 60°C vorheizen und ein mit Backpapier belegtes Blech einschieben.

Von der Masse mit zwei Teelöffeln Klösschen abstechen und in das siedende Wasser gleiten lassen. Dabei portionsweise vorgehen und den Topf nicht überfüllen. Die Klösschen garziehen lassen, sie sind schon nach ca. 2 min fertig. Mit einem Schaumlöffel herausholen, gut abtropfen lassen. Fertig Klösschen im Ofen warmhalten, während man die restliche Teigmasse verarbeitet.

Die Klösschen auf Tomatensauce – zum Beispiel nach diesem Rezept – servieren.

Pasta mit Ricotta, Birnen und Walnüssen

Ich habe es in der Rezension schon erwähnt, es gibt im Sizilien-Kochbuch* durchaus Gerichte, die mich sehr überraschen konnten. Dieses hier gehört dazu.

Wobei …. mein Verhältnis zu diesem Gericht hat drei Stufen durchwandert. Beim ersten Lesen dachte ich: “Das muss ich ausprobieren”. Das verwandelte sich beim Kochen dann in ein: “Oh, ist das nicht zu süß?”, um dann beim Essen in ein “Oh, ist das klasse” überzugehen.

Also, wir sprechen von Pasta, von einer Sauce aus Ricotta und etwas Pastakochwasser, von gebratenen Birnenscheiben und von in Honig karamellisierten Walnüssen. Ihr müsst das probieren, die Mischung aus süß und salzig passt genau und die cremige Sauce in Kombination mit den knackigen Nüssen ist auch klasse. Und habe ich schon erwähnt, dass das Gericht nach einer guten halben Stunde auf dem Tisch steht?

Für 2 Personen:

  • 1 große Birne
  • 2 EL Butter
  • 200 g kurze Pasta, im Original Ditali, ich hatte Gnocchetti
  • 200 g Ricotta
  • 5 EL Honig
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 2 Zweige Thymian
  • 30 g Walnusskerne

Die Birne vierteln, das Kerngehäuse entfernen, den Rest in feine Scheiben schneiden.

Einen EL Butter in einer Pfanne erhitzen und die Birnenscheiben von beiden Seiten anbraten. Herausnehmen und ein Drittel in kleine Stücke schneiden.

Die Pasta nach Packungsanleitung al dente kochen. Abgießen, dabei einen Teil des Kochwassers auffangen. Ricotta in den Topf geben, in dem die Pasta gegart wurde, mit etwas heißem Nudelwasser cremig rühren. Die Pasta gut untermischen, ebenso die in Stücke geschnittenen Birnen und einen Esslöffel Honig. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und warm halten.

Die restliche Butter in einer Pfanne erhitzen. Den restlichen Honig dazugeben und die Walnüsse darin karamellisieren. Vorsicht, das geht wirklich schnell.

Zum Servieren die Nudeln mit dem Ricotta auf zwei Teller verteilen. Mit gebratenenen Birnenscheiben, karamellisierten Walnüssen und dem Thymian garnieren und gleich servieren.

Erbsenrisotto mit Zitronenricotta und Schinkenchip

Erbsen! Früher, also ganz früher, mochte ich ja keine Erbsen. Das musste wohl daran liegen, dass sie in meinem Elternhaus immer aus der Dose kamen. Die armen Erbsen! Meine Einstellung zu Ihnen hat sich grundlegend geändert, als ich sie “in frisch” kennengelernt habe. Und ich finde, TK-Ware ist hier ein guter Ersatz.

Das Rezept habe ich in einer Ausgabe der Essen & Trinken erspäht, und die Idee, ein Risotto mit ganzen Erbsen und Erbsenpüree zu machen ist doch klasse. Aber wie das so ist – selbstverständlich ist das Risotto auf dem Zeitschriftenfoto quietschgrün. Manchmal würde mich ja durchaus interessieren, mit was für Tricks da gearbeitet wird….

Dazu Ricottanocken mit Zitrone – das macht das Risotto schön frisch. Im Originalrezept war es das dann auch; es gesellen sich noch gerösteter, gemörserter Koriander dazu und frische Minze. Ich hatte von hier netterweise ein Carepaket mit Prosciutto San Daniele und Grana Padano bekommen und hatte die Idee, den Schinken aufgeknuspert zum Risotto zu servieren. Das mache ich jetzt öfter :-).

Für 4 Portionen:

Schinkenchips:

  • 4 hauchdünne Scheiben Rohschinken

Risotto:

  • 1 Schalotte
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 2 EL Olivenöl
  • 200 g Risottoreis
  • 150 ml Weißwein
  • 300 g Erbsen
  • Schalenabrieb von 1 Bio-Zitrone
  • 200 g Ricotta
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • einige Blättchen Estragon

Für die Schinkenchips die Schinkenscheiben so in eine Pfanne legen, dass sie sich nicht überlappen. Den Herd auf mittlere Hitze stellen und den Schinken langsam knusprig braten. Er ist fertig, wenn er sich etwas dunkler gefärbt hat und es in der Pfanne aufhört, zu knistern. Den Schinken auf Küchenpapier abtropfen lassen; er wird beim Abkühlen knusprig. In mundgerechte Stücke brechen und beiseite stellen.

Für den Risotto die Schalotte schälen und fein hacken. Die Gemüssebrühe erhitzen.

Das Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Schalottenwürfel darin glasig anbraten, dann den Reis dazu geben. Mitbraten, bis alle Körner vom Öl überzogen sind und glasig glänzen, dann mit dem Wein ablöschen. Einkochen lassen, dann nach und nach immer wieder Gemüsebrühe angießen. Zwischendurch immer wieder mal umrühren.

100 g Erbsen mit 150 ml heißer Gemüsebrühe pürieren. Den Ricotta mit dem Zitronenabrieb verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Estragonblättchen hacken.

Das Erbsenpüree unter den Risotto rühren und alles weiter einkochen lassen. Kurz vor Ende der Garzeit die ganzen Erbsen ebenfalls zugeben. Den Risotto mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren den Risotto auf tiefe Teller verteilen. Vom Zitronenricotta mit einem nassen Teelöffel Nocken abstechen und auf den Risotto setzen. Mit Schinkenchips und Estragon garnieren und gleich servieren.

 

Buchweizen-Tortelloni mit Pilz-Ricotta-Füllung

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Gefüllte Pasta – dieses Event richtet Elena von “Heute gibt es…” gerade im Kochtopf aus. Klar, dass ich da mitmache, oder?

blog-event-cxxviii-gefuellte-pastaWobei ich es diesmal geschafft habe, dass am Ende ein ganz anderes Gericht auf dem Tisch stand als ursprünglich geplant. Geben sollte es gefüllte Buchweizen-Tascherl aus Südtirol. Aber das Rezept aus dem Nudel-Buch von Teubner* und ich, wir wollten einfach keine Freunde werden. Erst mal wird da der Teig aus reinem Buchweizenmehl gemacht. Schwierig zu bearbeiten mangels Gluten, ich habe lieber gemischt. Die Füllung besteht eigentlich nur aus Pilzen und mir dämmerte, dass die angegebene Menge an Füllung niemals reichen würde, um auch nur einen Bruchteil des Teiges zu füllen. (Ich hasse so etwas….) So wurde aus der Pilzfüllung flugs eine Pilz-Ricotta-Füllung. Und wo ich schon mal drüber war, hatte ich auch noch an der Form etwas auszusetzen – die halbmondförmigen Taschen waren mir zu langweilig.

So sind sie entstanden, die Tortelloni mit Pilz-Ricotta-Füllung. An Tortelloni habe ich mich bisher nicht getraut – aber im Grunde sind sie nicht schwer herzustellen. Pilze und Buchweizen sind ein schönes Paar und der Ricotta passt auch gut. Also los!

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Für 3 als Hauptgericht:

Teig:

  • 100 g Buchweizenmehl
  • 100 g Dinkel 630
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei (Größe L)
  • 25 ml Wasser

Füllung:

  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 300 g braune Champignons
  • 1/2 Bund Petersilie
  • 1 EL Olivenöl
  • ein wenig Zitronensaft
  • 250 g Ricotta
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Sauce:

  • 1 Karotte
  • 1 Stange Sellerie
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 Dose Tomaten (400 g)
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Außerdem:

  • frisch geriebener Parmesan zum Servieren

Wir starten mit dem Teig. Dafür die Mehlsorten mit 1 Prise Salz in eine Schüssel geben. Ei und Wasser zuegeben und alles zu einem glatten, elastischen Teig verkneten. Teig in Frischhaltefolie wickeln und 1 h bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Für die Sauce Zwiebel und Karotte schälen und fein würfeln. Sellerie putzen und ebenfalls fein würfeln. Olivenöl in einem Topf erhitzen und Zwiebel, Sellerie und Karotte darin glasig anbraten. Tomaten zufügen, salzen, Deckel auflegen und die Sauce in 40 min bei milder Hitze einkochen lassen. Mit dem Stabmixer aufmixen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Für die Füllung die Frühlingszwiebeln putzen und fein würfeln. Petersilie zupfen und fein hacken. Die Pilze putzen und in ganz feine Würfel schneiden.

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Die Frühlingszwiebeln darin glasig andünsten. Dann die Pilze zugeben, die Hitze erhöhen und die Champignons braten, bis sie all ihre Flüssigkeit abgegeben haben. Mit einem Spritzer Zitronensaft ablöschen, kurz einkochen lassen, dann die Petersilie zugeben und kurz mitbraten. Von der Hitze nehmen und abkühlen lassen. Den Ricotta einrühren und alles mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss kräftig abschmecken.

Jetzt machen wir die Tortelloni. Dafür je ein Viertel des Teiges dünn ausrollen. Bei mir war es Stufe 5 von 10 auf der Nudelmaschine. Mit einem runden Ausstecher Kreise von 6 cm Durchmesser ausstechen. In die Mitte des Kreises je einen knappen Teelöffel Füllung geben. Den Kreis zu einem Halbmond zusammenklappen und die Ränder fest andrücken. Wenn der Teig zu trocken ist, kann man die Ränder vorher mit etwas Wasser befeuchten. Den Halbmond aufnehmen, ringförmig um den Zeigefinger wickeln und die Spitzen fest zusammendrücken. Auf einem bemehlten Geschirrtuch zwischenlagern. Weiter arbeiten, bis Teig und Füllung aufgebraucht sind.

Zum Garen einen Topf mit reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Die Tortelloni in 2 bis 3 Minuten garen, dann mit einem Schaumlöffel herausholen und gut abtropfen lassen.

Zum Servieren die Sauce nochmals erwärmen und auf Teller verstreichen. Tortelloni auf der Sauce anrichten und mit frisch geriebenem Parmesan servieren.

 

Gefüllte Lasagne-Paprika

gefuellte paprika

Ich habe tatsächlich eine Zeitlang überlegt, ob ich das Rezept mit Euch teilen soll. Wegen des Fotos. Ich bin da ja nicht sonderlich empfindlich, aber diese Paprika, die waren schon recht zickig beim Ablichten. Ich habe mich dann aber doch durchgerungen, denn sie schmecken wirklich wunderbar. Ihr müßt mir das jetzt einfach mal glauben, ok?

Das Rezept habe ich bei Erin Alderson* gefunden. Sie macht nicht nur schöne Bücher , sondern bloggt auch regelmäßig schöne Rezeptideen. Das mit der Lasagne kommt daher, dass kleine gegarte Nudeln, Tomatensauce und eine Ricottacreme in den Paprika landen. Mit Käse überbacken wird natürlich auch :-).

Das Ganze ist einfach mal etwas komplett anderes als die gefüllten Paprika, die mir sonst so untergekommen sind (ihr wißt schon….mit Hackfleisch, mit Reis, mit Linsen; nicht schlecht, aber Abwechslung ist noch besser.)

Die Tomatensauce, die verwendet wird, ist auch toll – sie wird aus im Ofen gerösteten Tomaten gemacht. Im Original kommt nur etwas Sauce in die Paprikaschoten; ich habe zusätzlich die restliche Sauce auf dem Boden der Auflaufform verteilt.

Für ca. 4 Portionen:

  • 4 rote Spitzpaprika
  • 60 g Orzo (Reisnudeln, Kritharaki)
  • etwas Olivenöl
  • 120 g Ricotta
  • 1 Ei
  • 1/2 TL gerockneter Oregano
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Kugel Mozzarella

Für die Sauce:

  • 450 g Tomaten
  • 1 Schalotte
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 TL Olivenöl
  • 1 TL Zitronensaft
  • Salz
  • 6 frische Basilikumblättchen

Wir starten mit der Sauce: Den Ofen auf 220° Ober-und Unterhitze vorheizen.  Schalotte und Knoblauchzehen schälen. Tomaten und Schalotte vierteln und in einer Auflaufform mit Knoblauch, Salz und Olivenöl vermischen. Im heißen Ofen ca. 40 min garen, bis die Tomaten weich sind und ihre Haut zu bräunen beginnt. Alles in einen Mixer geben, Basilikum und Zitronensaft zufügen und zu einer dickflüssigen Sauce aufmixen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und beiseite stellen.

Backofengrill auf 250°C stellen. Paprika halbieren, Kerne und die weißen Wände herausholen. Im Ofen ca. 2 min garen; sie werden etwas weich und die Haut reißt ein. Beiseite stellen; Ofenhitze auf 190°C reduzieren.

Den Boden einer Auflaufform mit etwas Tomatensauce bedecken und die Paprikaschoten mit der Öffnung nach oben darauf verteilen.

Die Pasta nach Packungsanweisung garkochen, abgießen, mit etwas Olivenöl vermengen und beiseite stellen. Ricotta mit Ei und Oregano verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Jetzt in jede Paprikaschote zunächst etwas Tomatensauce geben. Darauf jeweils Nudeln verteilen, dann die Ricottamischung. Mozzarella in Scheiben schneiden und ebenfalls auf der Füllung verteilen.

Im heißen Ofen ca. 20 min backen, bis der Käse geschmolzen und die Füllung heiß ist.