Bauernravioli mit Blutwurst, Bergkäse und Wildkräutern

Dass ich an Teigtaschen nicht vorbeikomme, muss ja nicht extra betont werden. Bei diesem Rezept von Gregor Wittmann* war es aber nicht die bloße Teigtasche, die mich interessiert hat. Die Ravioli (ok…in meinem Fall Mezzelune, ich weiß….) sind nämlich mit Blutwurst gefüllt. Und ich  liebe Blutwurst. Frische Blutwurst (und Leberwurst) war schon als Kind ein Highlight für mich, und daran hat sich nichts geändert.

Hier ist die Blutwurst in den Teigtaschen versteckt, das ist etwas gefälliger als so eine ganze Wurst auf dem Teller ;-). Bergkäse darf sich noch dazu gesellen und Pistazien. Im Rezept stehen außerdem Wildkräuter zum Anrichten – da seid Ihr frei. Ich bin in den Garten gegangen und habe Frauenmantel und Gänseblümchen geräubert, aber alles andere geht auch.

Für 2 bis 3 Personen:

Teig:

  • 120 g Weizenmehl 405
  • 80 g Hartweizengrieß
  • 2 Eier (Größe M)
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Prise Salz

Füllung:

  • ca. 300 g Blutwurst
  • 100 g Bergkäse
  • 1 TL Pistazienkerne, fein gehackt
  • 1 EL Butter, geschmolzen

Außerdem:

  • optional: 1 Ei
  • Salz
  • 3 EL Butter
  •  1 TL Pistazienkerne, fein gehackt
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Handvoll Wildkräuter

Zuerst den Teig herstellen: Mehlsorten und Salz in eine Schüssel geben. Eier und Olivenöl zufügen und alles zu einem elastischen Teig verkneten. In Frischhaltefolie wickeln und mindestens 30 min bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Für die Füllung die Wurst aus dem Darm holen. Bei geringer Temperatur in einem kleinen Topf zerfließen lassen; sie soll aber nicht zu flüssig werden sondern nur cremig. Den Käse ganz klein würfeln und zusammen mit Pistazien und Butter zur Wurst geben. Beiseite stellen und abkühlen lassen.

Den Nudelteig in vier Teile teilen. Portionsweise ausrollen (bei mir war es Stufe 5 von 10 auf der Nudelmaschine). Mit einem runden Ausstecher Kreise von ca. 6 cm Durchmesser ausstechen. Auf jeden Kreis einen TL Füllung setzen, die Kreise zu Halbmonden zusammenklappen und die Ränder gut festdrücken. So weiter verfahren, bis Teig und Füllung aufgebraucht sind. Gregor Wittmann macht es anders: er rollt Bahnen aus, bestreicht sie mit verquirtem Ei, setzt in regelmäßigen Abständen je 1 TL Füllung auf die Bahnen, legt eine zweite Bahn darüber und sticht dann Kreise aus. Geht bestimmt schnell, wenn man es kann, ist aber eine Technik, die mich regelmäßig an den Rand des Wahnsinns bringt ;-).

Mit welcher Methode auch immer, die Ravioli sind jetzt fertig zusammengebaut. Jetzt geht es ans Fertigstellen. Dafür einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen und die Ravioli darin bissfest garen; das geht recht schnell – sie sind fertig, sobald sie an der Oberfläche schwimmen.

Parallel dazu die Butter mit den Pistazienkernen in einer großen Pfanne aufschäumen lassen. Die Ravioli mit einer Schaumkelle aus dem Wasser holen, gut abtropfen lassen und in der Pistazienbutter schwenken.

Mit den Wildkräutern garniert anrichten und gleich servieren.

 

Zucchini-Polpette mit Minze und Pistazienpesto

zucchini-polpetti

Bällchen und Klösschen, aus was auch immer – das macht sich immer gut auf dem Esstisch. Die sind so variabel – sowohl was die Rezepte angeht, als auch hinsichtlich der Verwendung.

So wie diese hier, die Anna Jones in “A modern way to eat“* vorstellt. Die Klösschen bauen auf auf einer Basis von gekochten Linsen – logischerweise – Zucchini. Das ist aber nicht alles….Ricotta darf mitspielen, und eine schöne Menge Petersilie und Minze.

Die Bällchen sind fluffig und aromatisch. Auch nicht zu schwer, denn sie werden im Ofen gebacken. Das Ganze hat ein wenig Ähnlichkeit mit Falafel. Aber leichter, da eben aus dem Ofen. Sie eignen sich aber auch gut zum Mitnehmen. Oder zu Spaghetti mit Tomatensauce….

Ach, und es gibt einen zusätzlichen Kick bei den Bällchen. Das Pesto nämlich. Hab ich schon mal erwähnt, dass Pistazien in viel zu kleinen Gebinden verkauft werden? Ich liebe sie einfach. An das grasgrüne Pesto kommen außerdem noch Basilikum, Olivenöl und Zitrone. Es gibt eine Option auf Pecorino….aber ich habe das Pesto ohne Käse probiert und beschlossen, dass ich ausnahmsweise mal ohne Käse klarkomme. Basilikum und Pistazien…da möchte ich sonst nichts mehr 🙂

Für 4 Personen:

Für die Polpette:

  • 250 g gegarte Linsen (Rezept: Puy-Linsen, ich hatte Beluga-Linsen)
  • 2 Zucchini (mittlere Größe)
  • 100 g Semmelbrösel
  • 125 g Ricotta
  • 1 Zehe Knoblauch
  • Schalenabrieb von 1 Zitrone (Bio)
  • 40 g Parmesan, frisch gerieben
  • 1 Prise Chiliflocken
  • 1 Bund Minze
  • einige Stängel glatte Petersilie
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Olivenöl

Für das Pesto:

  • ca. 40 g Pistazienkerne
  • 1 Töpfchen Basilikum
  • 4 EL Olivenöl
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • optional: etwas Pecorino, frisch gerieben

Die Zucchini fein reiben. Knoblauch schälen und fein hacken. Von der Petersilie und der Minze die Blättchen abzupfen und hacken.

Die Linsen in einen Mixer oder Blitzhacker geben und grob pürieren; das geht auch mit dem Pürierstab. Zu den Zucchini in eine Schüssel geben. Alle anderen Zutaten für die Polpette untermischen. Von der Minze nur die Hälfte verwenden, den Rest für später beiseite stellen. die Masse gut verkneten und mit Salz und Pfeffer würzen. Ca. 20 min ruhen lassen, damit alles durchzieht und an Stabilität gewinnt.

Den Backofen auf 220°C Ober- und Unterhitze vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Klösschenmasse in 4 Portionen teilen und aus jeder Portion 6 kleine Kugeln formen. Die Kugeln auf das Backblech legen und mit Olivenöl beträufeln. In heißen Ofen goldbraun und knusprog backen.

Inzwischen für das Pesto die Basilikumblättchen abzupfen. Alle Zutaten zusammen mit den restlichen Minzeblättern in einen Cutter geben und zu einer groben Paste mixen. Mit Salz, Pfeffer und Zitrone abschmecken. Wer mag, gibt noch Pecorino dazu.

Polpette aus dem Ofen nehmen und mit dem Pesto anrichten.

Kulinarischer Adventskalender 2015 – Christmas Rocky Road

christmas rocky road

Hurra, ich bin ein Türchen!

Nun ist es schon das elfte Mal, dass im Kochtopf der Kulinarische Adventskalender stattfindet. Das ist etwas, worauf ich mich jedes Jahr freue. Türchen öffnen macht Spaß 🙂 ! Jeden Tag gibt es nicht nur schöne Geschichten und Rezepte von Foodbloggern – nein, es locken auch immer wieder tolle Gewinne.

Um so mehr freue ich mich, dass ich dieses Mal auch ein Türchen befüllen darf. Wobei ich gestehen muss….ich habe mich planlos beworben. Also, ohne Plan, was ich Euch erzählen und zu essen servieren möchte. Ich bin auch relativ lange planlos geblieben – und dann fiel mir plötzlich der “Onkel” aus Amerika ein.

Kulinarischer Adventskalender 2015 - Tuerchen 8Es ist nämlich so: neben den üblichen Weihnachts-Highlights gab es für mich als als Kind immer noch ein zusätzliches – das war in der Post. Auf der Anrichte im Esszimmer stand immer diese Schale, in der die Weihnachtskarten gesammelt wurden. Die meisten waren eher unspannend – bis auf die eine, auf die ich jedes Jahr voller Vorfreude wartete. Die war nämlich von der Verwandtschaft aus den USA. Und hat mich fasziniert. Das fing schon beim Motiv der Karte an – meist war darauf einer von diesem überdekorierten Weihnachtsbäumen abgebildet. Klar, dass ich jedes Jahr meine Eltern angebettelt habe, damit wir auch so einen Baum dekorieren. Erfolglos, versteht sich.

Im Umschlag war neben der üblichen Klappkarte auch immer ein Familienfoto von der jährlich wachsenden Großfamilie: Kinder, Enkel, jedes Jahr ein paar mehr. Begeistert lass ich jede Weihnachten aufs Neue, was die Nachkommen so machen und wie prächtig sie sich entwickeln. Und dann gab es noch die Berichte, was Onkel und Tante auf den Reisen erlebt hatten, die sie jedes Jahr mit ihrem Wohnmobil unternahmen. Alles war so groß, so weit weg, so faszinierend.

Zu tun hatte ich an den Feiertagen auch dank der Post…ich musste nämlich alles für meine Eltern übesetzen. Das nahm damals einige Zeit für mich in Anspruch. Die Briefe waren nämlich zweigeteilt – da gab es einen allgemeinen Abschnitt. Der war für den ganzen Verwandschaftsverteiler gleich und immer mit der Maschine, später mit dem Computer geschrieben. Kniffliger zu entziffern war der persönliche Teil – den schrieb die Tante jedes Jahr von Hand darunter. Das Entziffern der verschnörkelten amerikanischen Handschrift kostete mich jedes Mal einen Nachmittag – und ich habe es geliebt.

Ah – ein kulinarisches Highlight gab es auch immer, jedenfalls theoretisch. Der Onkel war nämlich Direktor einer Chips-Fabrik. Wirklich zu schade, dass ich ihn nie besuchen konnte 😉 . Aber Chips setze ich Euch heute nicht vor. Ich habe mich für eine amerikanische Süßigkeit entschieden – Rocky Road. Das ist eine sehr süße Süßigkeit, die in der Basisversion aus Schokolade, Nüssen und Marshmallows besteht. Die weihnachtliche Version wartet zusätzlich mit getrockneten Kirschen und Cranberries auf und mit Amarettini. Nüsse und Trockenobst – das gehört für mich in die Adventszeit.. Ein bisschen Puderzucker für die weiße Weihnacht darf auch nicht fehlen.

Für 24 große Stücke – oder mehr kleine:

  • 250 g dunkle Schokolade
  • 150 g Milchschokolade
  • 175 g Butter
  • 60 ml Honig
  • 200 g Amarettini
  • 100 g Walnusskerne
  • 50 g Pistazien
  • 1oo g getrocknete Kirschen
  • 50 g getrocknete Cranberries
  • 125 g weiße Marshmallows, Mini-Marshmallows wären praktisch
  • Puderzucker zum Bestäuben

Beide Schokoladensorten grob hacken. Dann in einem Topf zusammen mit Butter und Honig bei ganz niedriger Temperatur schmelzen.

Die Kekse in einen Gefrierbeutel geben. Mit einem Nudelholz darauf klopfen, bis Stücke unregelmäßiger Größe entstehen – manche wie feiner Sand, manche noch als grobe Stücke. Mit den Walnüssen genauso verfahren.

Die Pistzien grob hacken.

Mini-Marshmallows kann man so lassen, wie sie sind. Große Marshmallows schneidet man in Stücke, ich habe jeden Marshmallow in drei Scheiben geschnitten.

Die geschmolzene Schokolade von der Hitze nehmen. Alle anderen Zutaten zur Schokolade geben und mit einem Kochlöffel alles gründlich durchrühren. Alle Zutaten müssen von der Schokoladenmasse überzogen sein.

Nun muss das Ganze fest werden. Nigella Lawson*, von der die Inspiration zu diesem Rezept stammt, gibt dazu alles in eine Einwegbackform aus Aluminium. Ich habe eine Gefrierdose genommen, die ich mit Frischhaltefolie ausgelegt habe. Wie auch immer, das Gefäß sollte ungefähr 23 x 30 cm messen. Die  Masse in das Gefäß geben und die Oberfläche so gut wie möglich glätten. Alles kühl stellen, und zwar mindestens 2 h.

Dann den Block herausnehmen, ggf. die Frishhaltefolie abziehen. Die unregelmäßig geformte Seite nach oben drehen und mit Puderzucker bestäuben. Dann alles in Stücke schneiden: 4 Scheiben der Länge nach, diese dann in jeweils 6 Stücke. Wer möchte, kann auch mehrer kleinere Stücke schneiden.

Ich hoffe, die Süßigkeit überbrückt Euch ein wenig die Zeit bis Weihnachten. Ich wünsche Euch eine schöne, gemütliche Adventszeit und wunderbare Weihnachtstage mit Euren Lieben!

Ofengeröstete Karotten mit Chia-Dukkah

ofengeröstete karotten mit chia-pistazien-dukka

Eines hat das Buch “Supergrains“* ja garantiert geschafft – ich mag jetzt Chia. Die kleinen Kraftprotze sind gerade in aller Munde – jedenfalls da, wo man sich bewußte Ernährung auf die Fahnen schreibt. Gesund sie ja wirklich; besonders ihr Gehalt an Omega-3-Fettsäuren ist beachtlich. Damit schützen sie unser Herz-Kreislauf-System, beugen Krebs und Diabetes vor, helfen den Gelenken und wirken Depressionen entgegen.

Das ist prima. Jetzt müßten sie nur noch schmecken. Meist wird ja so eine Pudding aus Chia gemacht, die Kerlchen quellen nämlich auf, wenn man sie in Flüssigkeit gibt und entwickeln so eine Art Gel. Ich habe das propiert. Und danach beschlossen, dass Chia so gesund sein kann, wie es möchte – davon dürfen gerne andere profitieren. Brrr.

Na gut, dass ein Buch über Superkörner nicht ohne Chia auskommt, ist klar. Also habe ich den Wunderkörnern eine zweite Chance gegeben. Und siehe da – wenn man sie nicht zu Glibber verarbeitet, sondern behandelt wie zum Beispiel Sesamsamen dann schmecken sie richtig gut.

In dieser Dukkah zum Beispiel. Dukka geht ja sowieso immer. Und geröstetes Wurzelgemüse auch. In Original wird das Ofengemüse aus verschiedenen Sorten gemacht: es werden Pastinaken, Rote Bete und Karotten geröstet. Ich hatte viele Karotten da, sonst nichts, deswegen habe ich mich auf die eine Sorte beschränkt. Man ist sicher frei und kann mit den Gemüsesorten spielen, die man rösten möchte.

Für 4 Personen:

  • 1 kg Karotten (oder gemischte Wurzelgemüse)
  • 2 EL Olivenöl, plus etwas zum Beträufeln
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für die Chia-Dukkah:

  • 1 EL Koriandersaat
  • 1 EL Kreuzkümmelsaat
  • 70 gr. Pistazienkerne (ungesalzen)
  • 2 EL Chia
  • 2 TL Salz

Den Backofen auf 200°C (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Das Gemüse schälen, waschen und in nicht zu kleine Schnitze schneiden; wenn die Stücke zu klein sind, trocknet das Gemüse beim Backen aus.

Ein Backblech mit Backpapier auslegen und das Gemüse nebeneinander nebeneinander darauf legen. Salzen, pfeffern und mit dem Olivenöl beträufeln. Das Gemüse im heißen Ofen in ca. 45 min rösten.

Inzwischen die Dukkah vorbereiten: dafür die Pistazienkerne mit Kreuzkümmelsaat und Koriandersamen in einer trockenen Pfanne anrösten, bis alles aromatisch duftet. Abkühlen lassen, dann die gerösteten Pistazien und Gewürze  mit Chia und Salz in einen Blitzhacker geben und kurz mahlen. Das Ganze soll zerkleinert sein, aber kein Pulver.

Zum Servieren das gegarte Gemüse mit Dukkha bestreuen und mit etwas Olivenöl beträufeln.

Rote-Bete-Orangen-Salat mit Pistazien-Pesto aus "zu Tisch."

orangen-rote-bete-salat mit pistazien-pesto

Wird Euch winterlich zumute, wenn Ihr den Rezepttitel lest? Nun, zugestandenermaßen, das Rezept ist in “zu Tisch.” im Monat Dezember zu finden.

Aber in meiner Gemüsekiste waren Bete. Und ich hatte noch tolle Orangen aus der Sommer-Ernte von hier. Die hatte ich im Sommer bestellt, und in unserem kühlen, dunklen Keller haben sie sich gut gehalten. Also Bahn frei für den Salat.

Orangen und Rote Bete – schön, diese Kombination kann ich ja immer essen. Was mich aber gleich in die Küche gejagt hat, war das Pistazien-Pesto. Pistazien! Die liebe ich. Ich finde ja, sie werden hierzulande in viel zu kleinen Packungen verkauft. Kiloweise müsste es sie geben. Mindestens.

Vom Originalrezept bin ich ein wenig abgewichen….da wird nämlich eine Mischung aus hellen Orangen und Blutorangen verwendet. Und außerdem farbige Bete. All das hat mein Vorrat leider nicht hergegeben – aber wunderbar geschmeckt hat der Salat trotzdem.

Für 4 Personen:

  • 4 kleine Rote Bete, wer hat, nimmt farbige
  • 2 Orangen (idealerweise 1 Blutorange und 1 helle Orange)

Für das Pesto:

  • 30 gr. Pistazien, geschält und natur (also nicht die gerösteten, gesalzenen)
  • etwas glatte Petersilie
  • ein paar Blättchen Minze
  • etwas Zitronenabrieb
  • 3 EL Olivenöl oder Pistazienöl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für das Dressing:

  • 1 EL Zitronensaft
  • 3 EL Olivenöl
  • 1/2 TL Akazienhonig
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Zunächst die Roten Bete garen. Dazu werden sie einzeln in Alufolie gewickelt und dann im 180 °C heißen Ofen gebacken; bis sie richtig zart sind dauert das dann gut 2 h. Wer diesen Energieaufwand scheut, kann die Bete auch kochen, das dauert nur 1 h.

Die gegarten Bete etwas abkühlen lassen, dann schälen und in Spalten schneiden. Beiseite legen und erst ganz am Ende zu den anderen Zutaten geben, sonst wird der Salat einfarbig rosa 🙂 .

Die Orangen filetieren. Dazu braucht man ein scharfes Messer. Zuerst oben und unten je eine Scheibe von der Orange abschneiden, dann die Orange auf ein Brett stellen und die Schale von oben nach unten so wegschneiden, dass das Fruchtfleisch sichtbar und alles Weiße entfernt wird. Anschließend entlang der Häutchen die einzelnen Schnitze des Fruchtfleisches herausschneiden.

Für das Pesto die Pistazien hacken, dann in einer Pfanne ohne Fettzugabe bei schwacher Hitze etwas anrösten. Abkühlen lassen. Blättchen von Petersilie und Minze abzupfen und fein hacken, zusammen mit den Pistazien in ein Schälchen geben. Ein wenig Zitronenschale dazu reiben, Öl zugeben alles vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Zutaten für die Sauce in ein Schüsselchen geben und mit dem Schneebesen zu einer homogenen Sauce rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren die Rote-Bete- und Orangenschnitze in einer Schale oder auf einer Platte arrangieren, die Sauce darübergeben und das Pesto darauf verteilen.

 

Halwa-Trüffel

halawa-trüffel

Nun ist ja bald so weit…..fast ist schon Weihnachten. Habt Ihr alles, was Ihr braucht? Ich hätte noch rasch einen kleinen Vorschlag, sollte es Euch noch an Geschenken fehlen. Diese Trüffel hier eignen sich nämlich wunderbar als kleine Aufmerksamkeit oder als Mitbringsel zum Weihnachtskaffee. Aber natürlich kann an sie auch selbst essen…..immerhin sind die kleinen Kugeln allerbeste Nervennahrung.

Hauptbestandteil der Trüffel ist Halwa. Halwa bekommt Ihr problemlos beim türkischen Lebensmittelhändler und in gut sortierten Supermärkten. Halwa ist verbreitet im gesamten Orient, aber auch in Osteuropa. Basis ist ein Püree von Ölsamen, meist Sesam,  und Zucker oder Honig. Verfeinert wird die Nascherei mit Vanille, Nüssen oder auch Kakao.

Halva allein ist schon eine Leckerei – und diese Trüffel setzen noch eins drauf. Sie sind rasch hergestellt; die Halva wird mit Sesammus (Tahin) zu einer homogenen Masse verarbeitet, zu Kugeln gerollt und dann in verschiedenen Aromazutaten gewälzt. Das schafft man selbst dann noch, wenn man schon im Weihnachtsstress ist 🙂

Mit diesem Rezept verabschiede ich mich in die Weihnachtsferien. Hier wird es zwischen den Jahren ein wenig ruhiger. Ich wünsche Euch allen ein schönes, geruhsames Weihnachtsfest. Möge es so werden, wie Ihr es Euch wünscht.

Und nun zu den Trüffeln. Das Rezept ergibt ungefähr 25 Stück. Das Rezept ist aus dem Buch “Rosenwasser & Granatapfelkerne“*. Eine Rezension werdet Ihr nächstes Jahr bei mir finden 🙂

  • 200 gr. Halwa
  • 40 gr. Tahin (Sesammus)
  • 50 gr. Sesamsamen
  • 50 gr. Kakaopulver
  • 50 gr. Pistazienkerne

Halwa in eine Schüssel bröckeln. Das Tahin dazu geben und alles mit einer Gabel zu einer homogenen Masse verarbeiten. Aus der Masse mit den Händen etwa haselnussgroße Kugeln formen. Das geht am besten, wenn man etwas Masse erst zusammendrückt und dann zwischen den Handflächen vorsichtig zu einer Kugel rollt.

Die Kugeln auf einen Teller legen und für 30 min zum Festwerden in den Kühlschrank stellen.

Inzwischen die Pistazienkerne fein hacken. Sie müssen wirklich ganz fein gehackt sein, sonst bleiben sie nachher nicht an den Kügelchen haften.

Fein gehackte Pistazie, Sesamsamen und Kakao jeweils in kleine separate Schälchen geben. Ein Drittel der Trüffel in den gehackten Pistaziensamen wälzen, das nächste Drittel in den Sesamsamen und den Rest im Kakao. Gründlich arbeiten, die Trüffel sollen rundherum bedeckt sein.

Die fertigen Trüffel im Kühlschrank aufbewahren.

Biscotti mit Pistazien und Rosenblüten

biscotti mit pistazien und rosenblättern

Ich bin keine große Kuchenesserin. Aber ich liebe Kekse. Was zum Knabbern im Vorbeigehen, jederzeit einsatzbereit zum Mitnehmen. Unter den Keksen sind Biscotti meine Favoriten. Diese hier standen langen auf meiner  To-Do-Liste – und genauso lang standen Pistazien und getrocknete Rosenblüten einsatzbereit auf der Arbeitsfläche und erinnerten mich jeden Tag: “Hey, Du wolltest doch endlich diese Kekse backen!”. Nun habe ich von Ingrid  – neben duftendem Lavendel und einem wunderbaren Gewürzsalz – auch noch wunderschöne getrocknete Rosenblütenblätter geschenkt bekommen. Nochmals vielen Dank dafür! Anreiz genug, endlich diese Kekse zu backen. Meine eigenen Blütenknospen habe ich dann nur zur Deko verwendet.

Beinahe hätte ich denoch keine Kekse bekommen, denn das Rezept war nicht stimmig: zuviel Flüssigkeit im Teig. Vielleicht lag das auch am Umrechnen; das Originalrezept misst alles in Cups. Ich habe die Mehl- und Flüssigkeitsmenge angepasst und bin froh, dass was geworden ist aus den Biscotti, denn sie schmecken herrlich.

Das zarte Rosenaroma passt wunderbar zu den Gewürzen und den Pistazien. Und den besonderen Knuspereffekt von Biscotti liebe ich ohnehin. Die Kekse sind glutenfrei – und perfekt geeignet, um sie in den Tee zu tunken.

Weitere Knusperkekse gibt es hier.

  • 2 Eier, verschlagen
  • 50 gr. geschmolzene Butter
  • 200 gr. Zucker
  • 45 gr. Rosenwasser
  • 300 gr. Reismehl
  • 100 gr. Maismehl
  • 1 TL gemahlener Kardamom
  • 1 TL Natron (das zum Backen)
  • 1 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 1/2 TL Zimtpulver
  • 60 gr. geschälte, nicht gesalzene Pistazien
  • 10 gr. getrocknete Rosenblütenblätter

Backofen auf 180°C vorheizen und ein Backblech mit Backpapier auslegen.

In einer großen Schüssel die Eier zusammen mit Butter, Zucker und Rosenwasser  mit dem Handmixer schaumig rühren.

In einer zweiten Schüssel die Mehlsorten, Kardamom, Natron, Backpulver, Salz und Zimt gründlich vermischen.

Die Mehlmischung langsam mit der Eiermischung verrühren. Es sollte sich ein leicht klebriger Teig ergeben, der aber formbar sein muss. Wenn der Teig zu weich ist, noch etwas Mehl zugeben.

Anschließend die Rosenblüten und die Pistazien mit den Händen einarbeiten.

Dann den Teig auf dem Blech zu einem langen, schmalen Laib formen und im heißem Ofen in 35 min goldbraun backen.

Aus dem Ofen nehmen und mit einem Brotmesser vorsichtig in dicke Scheiben schneiden. Die Scheiben mit der Schnittfläche nach oben wieder auf das Blech legen und im heißen Ofen weitere 10 min rösten.

Abkühlen lassen und in einer luftdichten Dose aufbewahren.

Rezept adaptiert aus: Najmieh Barmanglij, Silk Road Cooking*