Pasta e patate

Dieses Gerichts aus Claudios “a casa“* ist comfort food erster Güteklasse. Wohlfühlessen ist für mich unabänderlich mit Kohlehydraten verknüpft. Und meist auch damit, dass etwas Einfaches auf den Tisch kommt. So wie hier: vorgegarte Kartoffeln mit etwas Tomate, Sellerie und Knoblaucharoma werden mit gegarter Pasta vermischt.

Das Ganze ist dann am Ende wunderbar cremig und von einem wohligen Aroma, dass einem gleich ganz warm im Bauch wird und die Stimmung sich hebt. Claudio erzählt, dass es das Rezept in allen Regionen Italiens gibt; und natürlich wird es in jeder Region ein wenig anders zubereitet. In Neapel ist es eher suppig und es werden gemischte Pastaformen verwendet – eine gute Resteverwertung also. Hier gibt es heute eine weniger suppige, schön cremige Version mit Gnocchetti.

Für 4 Personen:

  • Olivenöl (extra vergine)
  • 1 Stange Staudensellerie
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 400 g Kartoffeln, am besten eine mehlig kochende Sorte
  • Muskatnuss
  • 100 ml Passata
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 300 g muschelförmige Pasta
  • Parmesan zum Servieren

Sellerie in Scheiben schneiden. Kartoffeln schälen und würfeln. Knoblauchzehen schälen und halbieren.

Olivenöl in einem Topf erhitzen, Sellerie und Knoblauch zum aromatisieren hineingeben. Die Kartoffeln in dem Öl anbraten, dann mit Muskatnuss würzen. Passata angießen, salzen, pfeffern, dann so viel Wasser angießen, dass es knapp fingerhoch über den Kartoffeln steht.

Kartoffeln köcheln lassen, bis sie ganz weich sind; sie sollen fast zerfallen. Wenn das Ganze zu trocken wird, noch etwas Wasser angießen.

Pasta in reichlich Salzwasser nach Packungsanleitung al dente kochen, abgießen. Dabei etwas Kochwasser aufbewahren. Pasta vorsichtig unter die Kartoffeln mischen, und wenn nötig mit noch etwas Kochwasser geschmeidig machen. Die Pasta soll von Sauce umhüllt sein.

Zu Servieren in tiefe Teller geben und Parmesan darüber reiben.

Pasta mit Ricotta, Birnen und Walnüssen

Ich habe es in der Rezension schon erwähnt, es gibt im Sizilien-Kochbuch* durchaus Gerichte, die mich sehr überraschen konnten. Dieses hier gehört dazu.

Wobei …. mein Verhältnis zu diesem Gericht hat drei Stufen durchwandert. Beim ersten Lesen dachte ich: “Das muss ich ausprobieren”. Das verwandelte sich beim Kochen dann in ein: “Oh, ist das nicht zu süß?”, um dann beim Essen in ein “Oh, ist das klasse” überzugehen.

Also, wir sprechen von Pasta, von einer Sauce aus Ricotta und etwas Pastakochwasser, von gebratenen Birnenscheiben und von in Honig karamellisierten Walnüssen. Ihr müsst das probieren, die Mischung aus süß und salzig passt genau und die cremige Sauce in Kombination mit den knackigen Nüssen ist auch klasse. Und habe ich schon erwähnt, dass das Gericht nach einer guten halben Stunde auf dem Tisch steht?

Für 2 Personen:

  • 1 große Birne
  • 2 EL Butter
  • 200 g kurze Pasta, im Original Ditali, ich hatte Gnocchetti
  • 200 g Ricotta
  • 5 EL Honig
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 2 Zweige Thymian
  • 30 g Walnusskerne

Die Birne vierteln, das Kerngehäuse entfernen, den Rest in feine Scheiben schneiden.

Einen EL Butter in einer Pfanne erhitzen und die Birnenscheiben von beiden Seiten anbraten. Herausnehmen und ein Drittel in kleine Stücke schneiden.

Die Pasta nach Packungsanleitung al dente kochen. Abgießen, dabei einen Teil des Kochwassers auffangen. Ricotta in den Topf geben, in dem die Pasta gegart wurde, mit etwas heißem Nudelwasser cremig rühren. Die Pasta gut untermischen, ebenso die in Stücke geschnittenen Birnen und einen Esslöffel Honig. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und warm halten.

Die restliche Butter in einer Pfanne erhitzen. Den restlichen Honig dazugeben und die Walnüsse darin karamellisieren. Vorsicht, das geht wirklich schnell.

Zum Servieren die Nudeln mit dem Ricotta auf zwei Teller verteilen. Mit gebratenenen Birnenscheiben, karamellisierten Walnüssen und dem Thymian garnieren und gleich servieren.

Pasta mit Mozzarella in Sojasauce

Ich bin ein Sojasaucen-Junkie. Ich mag den Geschmack, und ich mag den Extra-Wumms, den ein paar Tröpfchen Sojasauce so manchem Gericht geben. Eine Literflasche Kikkoman habe ich immer da, und sie wird in absehbarer Zeit verbraucht.

Klar, dass ich das Rezept für in Sojasauce eingelegten Mozzarella aus “Fermentieren leicht gemacht“* auf der Stelle testen musste. Und ich finde, das solltet Ihr auch. Der im Grunde etwas langweilige Kuhmilch-Mozzarella bekommt durch die Sojasaucen-Lake, einen runden, leicht erdigen Geschmack. Das ist toll.

mozzarella-in-sojasauce

Für den Mozzarella nehmt Ihr bitte Mozzarella aus Kuhmilch, der aus Büffelmilch ist zu weich und zerfällt.

Für den Mozzarella:

  • 4 Kugeln Mozzarella
  • 8 g feines Meersalz
  • Pfeffer
  • 50 ml Sojasauce pro 100 ml Wasser

Den Mozzarella abtropfen lassen, dann die Kugeln mit 2/3 des Salzes einreiben. Den Käse dann auf einen mit einem sauberen Tuch bedeckten Teller legen. Den Käse pfeffern, dann an einem kühlen Ort zugedeckt trocknen lassen. Nach 24 h das Tuch wechseln, Käse erneut salzen und pfeffern und weitere 24 h trocknen lassen.

Den Käse in ein passendes Einmachglas geben. Die Lake auf der Basis von Sojasauce herstellen. Ihr benötigt ca. 300 bis 400 ml Lake. Die Lake so auf den Käse gießen, dass dieser bedeckt ist. Käse mit einem Gewicht bedecken und das Glas verschließen.

Käse in kühlsten Teil des Kühlschranks 1 Monat reifen lassen.

Wenn der Mozzarella fertig ist, dann kann man ihn als Antipasto servieren. Man kann ihn zum Gratinieren verwenden. Die Lake ist ein schönes Würzmittel. Ich habe ein Rezept aus dem Buch aufgegriffen und Mozzarella und Lake für ein Pastagericht verwendet. Das Essen hat Spaß gemacht – aber mit einer Einschränkung: beim nächsten Mal würde ich statt der getrockneten Pilze frische nehmen. Das Aroma des Gerichts war mir dann doch ein wenig zu erdig.

pasta-mit-mozzarella-in-sojasauce1

Für 4 Personen:

  • 60 g gemischte getrocknete Pilze (beim nächsten Mal 400 g frische)
  • 2 Kugeln Mozzarella in Sojasauce
  • 1 Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 400 g Pasta – ich hatte bunte Fusilli
  • etwas Olivenöl
  • eine Handvoll gehackte glatte Petersilienblättchen

Die Pilze mit kochendem Wasser übergießen und 1 h einweichen lassen. Oder man nimmt gleich frische Pilze und schneidet sie blättrig.

Eingeweichte Pilze abgießen und in mundgerechte Stücke schneiden.

Von den Mozzarella-Kugeln die äußere Schicht mit einem Löffel abschaben und das Abgeschabte mit 130 ml der Lake verrühren.

Den abgetropften Käse in kleine Stücke schneiden. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken.

Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebel und Knoblauch darin glasig andünsten. Dann die Pilze (frisch oder getrocknet) zugeben und weiterbraten.

Die Pasta nach Packungsanleitung bissfest garen. Wenn man getrocknete Pilze verwendet, etwas Pasta-Kochwasser zu den Pilzen geben und einkochen lassen, das Ganze wird sonst zu trocken.

Jetzt die Hitze wegnehmen und die Lake zugeben. In der Lake ist Käse – also Vorsicht mit der Hitze und immer wieder mal durchrühren, sonst gerinnt das Ganze.

Pasta abgießen und zu den Pilzen in die Pfanne geben. Die Mozzarella-Stückchen zugeben und alles unter Rühren erwärmen.

Mit Salz und Pfeffer abschmecken und zum Servieren mit den Petersilienblättchen garnieren.

 

Pasta mit Panchetta, Erbsen, Käse und Ei

pasta mit speck und erbsen

Nun habe ich es doch getan. Das klassische italienische Nudelgericht aus der Region Kampanien, das mich an einem trüben, dunklen Abend so als Soulfood angelacht hat, hat sich as One-Pot-Pasta entpuppt. Man könnte auch sagen, es ist ein Auflauf im Topf. Eigentlich ist das Rezept unter “Primi” einsortiert – aber für war es üppig genug, um als Hauptgericht auf dem Tisch zu stehen.

Es werden Zwiebel und Pancetta angebraten, Erbsen dazugeben und schließlich die Pasta. Alles darf zusammen garen und am Ende wird alles cremig-üppig durch die Zugabe von Käse und Eiern. So lasse auch ich mir One-Pot-Pasta eingehen. Nur die Erbsen, die würde ich beim nächsten Mal erst später dazugeben, damit sie ihre schöne Farbe behalten.

Gefunden habe ich das Rezept in dem schönen Buch “Mediterraneo“. Da geht es um die Küche Süditaliens. Das Buch stellt nicht nur authentische Rezepte vor, sondern auch typische Produkte wie Zitronen oder Büffelmozzarella. Schön fotografiert ist es auch – die Landschaftsfotos wecken das Fernweh.

Ein Glück, dass man das Fernweh dann durch die süditalienische Küche etwas stillen kann. Deswegen jetzt zum Rezept; das reicht für 4 hungrige Esser:

  • 300 g kleine Pasta (bei mir Spirelli)
  • 1 kleine Zwiebel
  • 150 g Pancetta
  • 350 g Erbsen (TK-Ware)
  • 250 ml Rinderbrühe
  • Olivenöl, Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 2 Eier
  • 100 g Scamorza oder ein anderer gut schmelzender Käse

Die Zwiebel schälen und fein hacken. Die Pancetta in kleine Würfel schneiden.

In einem großen Topf die Zwiebel in etwas Olivenöl goldgelb anschwitzen, dann die Pancetta zugeben. Die Erbsen (meine waren noch gefroren, das geht wunderbar) zugeben und die Brühe angießen. Alles bei geringer Hitze weich dünsten lassen, dann die Pasta zugeben. Alles unter Rühren garen, bis die Pasta weich und der Sugo schön cremig ist. Dabei bei Bedarf immer wieder etwas Wasser angießen.

Den Käse reiben und mit den Eiern verquirlen und in die Pasta rühren. Alles mit Salz und frisch gemahlenem Pfeffer abschmecken.

Kreplach

kreplach

Ihr kennt ja meine Schwächen – wenn es irgendwo ein Rezept mit Teigtaschen gibt, dann muss ich das ausprobieren. So auch die Kreplach aus “Ruths Kochbuch“*.

Das sind im Prinzip hübsch geformte Ravioli, gefüllt mit verschiedenen Fleischsorten und serviert als Suppeneinlage. Ruth Melcer sagt, das ganze ist ein Festtagsgericht – und oh ja, die Kreplach sind eines Feiertages würdig. Aber ich werde das Grundgefühl nicht los, dass sie vielleicht auch ein bisschen erfunden wurden, um gegarte Fleischreste zu verwerten 😉 .

Am Rezept habe ich ein wenig gebastelt: Im Original wären an den Teig 5 Eier gekommen auf 200 gr. Mehl – das hätte wohl keinen Nudelteig gegeben. Und von der Füllung ist mir sehr viel übrig gebleiben, da habe ich die Menge etwas reduziert. Und etwas dünner ausgerollt habe ich den Teig auch….

Die Kreplach dauern ein wenig….aber ich falte ja gerne Teigtaschen. Und: es lohnt sich, welche auf Vorrat herzustellen, sie lassen sich nämlich gut einfrieren.

Für 30 Kreplach:

  • 200 gr. Mehl
  • 2 Eier (ich: Größe L)
  • 1/2 TL Salz

Für die Füllung:

  • 100 gr. Kalbsleber
  • etwas Öl zum Braten
  • 100 gr. gekochtes Hühnchenfleisch
  • 100 gr. gekochtes Rindfleisch
  • 1 Schalotte
  • 1 Ei
  • Salz, Pfeffer
  • Hühnerbrühe oder Rinderbrühe zum Servieren
  • optional: gehackte Petersilienblättchen zum Anrichten

Für den Teig das Mehl mit dem Salz in eine Schüssel geben.  Die Eier zugeben und alles zu einem elastischen Teig verkneten. Wenn der Teig zu trocken ist, noch ein paar Tropfen Wasser zugeben. Teig in Frischhaltefolie packen und mindestens 30 min bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Inzwischen für die Füllung die Leber gründlich von allen Häutchen befreien. Öl in einer Pfanne erhitzen und die Leber von beiden Seiten kurz anbraten. Die Leber dann zusammen mit den anderen Fleischsorten durch den Fleischwolf drehen oder im Cutter zerkleinern.

Schalotte schälen und fein hacken. Nochmals etwas Öl in einer Pfanne erhitzen, die Schalotte glasig andünsten. Dann das Fleisch zugeben und weiterbraten. Ei zugeben und rühren, bis sich alles vermischt hat und das Ei gestockt ist. Mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken, dann zum Abkühlen beiseite stellen.

Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche 1 – 1,5 mm dünn ausrollen (original: 3 mm). Mit einem Glas oder einen runden Ausstecher Kreise von ca. 5 cm Durchmesser ausstechen. In die Mitte jedes Kreises 1 TL Füllung setzen.

Jetzt geht es ans Falten: dafür erst ein Drittel des Teigkreises über die Füllung klappen, dann das danebenliegende Drittel so über die Füllung falten und an das erste Drittel andrücken, dass eine kleine Tüte entsteht. Das letzte Drittel so falten an andrücken, dass ein kleiner Dreispitz dabei rauskommt. Ränder gut festdrücken, damit die Kreplach beim Kochen nicht aufgehen. Kreplach auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche ruhen lassen.

In einem großen Topf reichlich Salzwasser zum Kochen bringen. Die Kreplach hineingeben und garen, bis sie an die Oberfläche steigen. Dann mit einem Schaumlöffel herausholen, sorgfältig abtropfen lassen und kurz warmstellen.

Zum Servieren Brühe erhitzen. Pro Person einige Kreplach in einen Suppenteller geben, etwas heiße Brühe angießen und, wenn gewünscht, mit den Petersilienblättchen bestreuen.

Lasst es Euch schmecken!

Nudeln im Bananenblatt

nudeln im bananenblatt

Dieses Gericht aus “Pasta loca“* hat mich nachhaltig beeindruckt: Es ist ziemlich einfach, aber die Bananenblätter steuern ein wirklich sensationelles Aroma bei.

Im Grunde werden gekochte Nudeln einfach mit etwas Gemüse vermischt und dann, im Bananenblatt verpackt, nochmals gegart. Ich war erst etwas misstrauisch, denn zum Gemüse gesellen sich auch Bananen, und die finde ich in herzhaften Gerichten oft etwas schwierig. Aber meine Sorge war unberechtigt – die Bananen passen sehr gut.

Wie das so ist…im Buch sieht das Päckchen sehr viel schicker aus. Meine Bananenblätter hatten den Aufenthalt in der Tiefkühle nicht so gut überstanden; sie waren spröde und porös. Ich habe mir beholfen, indem ich das Päckchen in einer Auflaufform versenkt habe. Die Optik bleibt ein wenig auf der Strecke dadurch – der Geschmack aber nicht 🙂

Für 4 Personen:

  • 300 gr. kleine Nudeln (Original: Gnocchi; ich hatte Mini-Muscheln)
  • 2 Bananen
  • 1 gelbe Paprika
  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • Muskat
  • 12 Kirschtomaten
  • 1 Limette
  • 1-2 Bananenblätter, je nach Größe
  • 60 gr. Butter
  • einige Blätter Kerbel
  • Küchengarn

 Backofen auf 160°C vorheizen. Die Pasta nach Packungsanleitung al dente kochen. Dann abgießen.

Bananen schälen und in Scheiben schneiden. Paprika würfeln. Mir Salz, Pfeffer, Zucker und frisch gemahlenem Muskat würzen.

Pasta, Bananen und Paprika miteinander vermischen, Kirschtomaten ebenfalls dazugeben, den Saft der Limette dazu pressen.

Wenn man ein großes Bananenblatt hat, davon 1/3 abschneiden. Die Pastamischung in die Mitte des größeren Teils legen. Butter in Flöckchen darübergeben. Kerbelblättchen hacken und ebenfalls darüber geben. Das abgeschnittene Blatt (oder ein zweites Blatt, wenn man zwei kleinere Blätter hatte) darüber legen. Mit Küchengarn wickeln und verschnüren. Ca. 20 min im Ofen ziehen lassen.

Am besten öffnet Ihr das Päckchen bei Tisch, damit alle den Duft genießen können, den das Gericht dann ausströmt.

Lasst es Euch schmecken!

Pasta auf iranische Art

pasta persisch

So, also, nach den vielen fleischlastigen Festessen der letzten Wochen wird es Zeit für ein Festessen der anderen Art: Es gibt Wortkombinationen in einem Rezept, die schicken mich unmittelbar in die Küche. “Pasta” und “Iran” ist so eine. Aubergine ist auch mit von der Partie. Das Rezept ist von Ottolenghi* – und der ist für mich sowieso der ungekrönte König der Auberginenrezepte.

Pastagerichte sind ja nicht nur in Italien zuhause, auch wenn diese das Gros dessen stellen, was man landläufig kennt. Gerade im Iran gibt es eine ausgeprägte Liebe zur Nudel….wenn ich nur an die berühmte Nudelsuppe denke, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Eigentlich bräuchte man für dieses Gericht persische Nudeln. Reshteh heißen sie, und es sind lange, dünne, eifreie Weizennudeln. Wenn der nächste persische Laden zu weit weg und man zu träge zum Selbermachen ist, dann kann man Linguine nehmen.

Eigentlich bräuchte man auch noch Kashk, also getrocknetes Joghurt. Wenn der nächste persische Laden….Ihr wisst schon….dann nimmt man eine Mischung aus Crème fraîche und Parmesan.

Es ist leider so, dass dieses Gericht keinen Schönheitspreis gewinnt – aber eine Laudatio für den Geschmack, das ist ihm sicher: milde, geröstete Auberginen, säuerliches Joghurt-Topping, Safran, zwei Sorten Minze – wunderbar.

Für 4 Personen:

  • 3 Auberginen (insgesamt  ca. 1 kg)
  • 200 gr. Kashk (oder 140 gr. Crème fraîche, vermischt mit 60 gr. geriebenem Parmesan)
  • Olivenöl zum Braten und Beträufeln
  • 1 große Zwiebel
  • 2 TL Kreuzkümmelsamen
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Limettensaft
  • 150 gr. Joghurt, am besten ist der dicke griechische
  • 2 TL getrocknete Minze
  • 500 gr. persische Nudeln oder Linguine
  • 1/2 TL Safranfäden
  • einige Zweige frische Minze
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Backofen auf 230°C vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen.

Die Auberginen mit einem Messer mehrfach einstechen, auf das Blech legen und dann im heißen Ofen rösten, bis das Fruchtfleisch weich ist. Das dauert ca. 1 h. Dann ein wenig abkühlen lassen, längs halbieren und das Fruchtfleisch herausschaben und beiseite stellen. Die Schale wegwerfen. Fruchtfleisch in einem Sieb ca. 30 min abtropfen lassen.

Wer Kashk verwendet, kocht es in einem kleinen Topf mit 75 ml Wasser kurz auf. Alle anderen vermischen Crème fraîche und Parmesan in einem kleinen Topf.

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Zwiebel und Kreuzkümmel unter Rühren anbraten, bis die Zwiebel weich ist. Auberginen-Fruchtfleisch, Knoblauch, 1 TL Salz und etwas schwarzen Pfeffer zugeben. Unter Rühren weiterbraten, dann Limettensaft einrühren, noch 1 min weiterkochen und vom Herd nehmen.

Die Pasta nach Packungsanweisung bissfest garen. Dann abgießen, wieder in den Topf geben und mit 2 EL Olivenöl mischen.

Inzwischen Joghurt zum Kashk oder Crème fraîche in den Topf geben und unter Rühren vorsichtig erhitzen. Dabeibleiben und aufpassen, damit das Joghurt nicht ausflockt.

Getrocknete Minze mit 1 EL Olivenöl verrühren. Safranfäden in 1 EL lauwarmen Wasser einweichen. Frische Minze zupfen und in Streifen schneiden.

Zum Servieren Pasta auf Tellern verteilen. Mit dem Minzöl beträufeln, dann etwas von den Auberginen darauf geben, danach etwas von der Joghurt-Mischung. Mit Safran-Wasser beträufeln und mit frischer Minze garnieren.

Minestrone mit Linsen, Knöpfle und Pilzen

minestrone mit linsen

Die Events im Kochtopf liefern immer wieder schöne Ideen und Denkanstöße. So auch diesmal. Linsen wünscht sich die Schwäbin Tina.

Linsen sind hier immer willkommen und stehen in allen erdenklichen Varianten oft auf dem Tisch. Die Kombination “Linsen” und “Schwaben” weckt dann auch noch zusätzliche Erinnerungen. Ich habe nämlich einige Jahre lang in Stuttgart gewohnt. Und ich kann mich noch an meine leichte Ungläubigkeit erinnern, als ich das erste Mal von dem hörte, was für mich das schwäbische Nationalgericht schlechthin ausmacht: Linsen mit Spätzle und Saitenwürsten. Ok, dachte ich damals….zweinmal Beilage….aha….Selbstlose Selbstversuchte haben ergeben – das schmeckt. Wenn es gut gemacht ist. Denn oft genug sah ich in den Stuttgarter Supermärkten die Menschen stehen mit einer Dose Linsen mit Suppengrün, einer Tüte getrockneter Spätzle und einer Packung Wiener. Das ist dann nicht so toll. Aber selbstgemacht sind Linsen mit Spätzle ein echtes Wohlfühlessen. Würste brauche ich dazu dann gar nicht.

Und deswegen gibt es jetzt auch so etwas ähnliches: zwei Sorten Linsen in einer Minestrone zusammen mit Köpfle und Pilzen. Linsen auf italo-schwäbisch also 🙂

Dass sich jede Menge Linsen in der Minestrone verstecken, müßt Ihr mir jetzt einfach glauben…sie waren fotoscheu und wollten nicht so recht an die Oberfläche.

Johann Lafer verfeinert seinen Eintopf mit Steinpilzöl, ersatzweise Trüffelöl und schmeckt ihn mit Sojasauce ab. Ich habe statt dessen Pilz-Sojasauce verwendet; das mache ich gerne, um Pilzgerichte ein wenig zu pimpen. Es gibt im Asia-Shop gute Qualitäten, die aus natürlich gebrauter Sojasauce und Pilzextrakt hergestellt sind und  ohne chemische Helferlein auskommen.

Für 4 bis 6 Personen:

Für die Knöpfle:

  • 350 gr. Mehl
  • 4 Eier
  • ca. 50 ml Wasser
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle, Muskatuss

Für den Eintopf:

  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Öl
  • 400 gr gemischte Pilze
  • 1/4 Bund Petersilie
  • 2 Lorbeerblätter
  • ein paar Zweiglein frischer Thymian und Rosmarin
  • 750 ml Gemüsebrühe
  • 150 gr. braune Linsen (ich hatte eine Mischung aus Berglinsen und Belugalinsen)
  • 100 gr. rote Linsen
  • 2 EL Sojasauce (ich hatte welche mit Pilzgeschmack)
  • 1 Bund Schnittlauch

Für die Knöple das Mehl in eine Schüssel geben und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss tüchtig würzen. Eier zugeben und den Teig mit einem Holzlöffel schlagen, bis er Blasen wirft; dabei, wenn nötig, nach und nach etwas Wasser zugeben. Teig ruhen lassen, während man die Suppe zubereitet.

Dafür die Pilze putzen, größere halbieren oder in Stücke schneiden. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Linsen getrennt in je ein Sieb geben und abbrausen.

In einem großen Topf das Öl erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin glasig dünsten. Gemüsebrühe angießen. Die braunen Linsen, Lorbeer, Thymian, Rosmarin und Petersilie zugeben. Zudecken und ca. 20 min bei kleiner Hitze köcheln lassen.

Inzwischen für die Knöpfle einen großen Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen. Den Teig portionsweise durch ein Knöpflesieb oder eine Presse in das kochende Wasser geben. Einmal aufkochen lassen, dann mit einem Schaumlöffel herausnehmen und mit kaltem Wasser abbrausen, damit der Kochvorgang gestoppt wird und die Knöpfle nicht zusammenkleben. Mit dem restlichen Teig genauso verfahren.

Nun die roten Linsen und die Pilze zum Eintopf geben und noch einige Minuten garen; das Ganze sollte nicht länger als 5 Minuten dauern. Dann Petersilie, Lorbeer, Rosmarin und Thymian aus dem Topf fischen. Den Eintopf mit Sojasauce, Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Anrichten mit Schnittlauchröllchen bestreuen.

Rezept adaptiert aus: Die Welt in Lafers Küche

New York-Style Cincinnati Chili

cincinnati chili

Es ist schon am Titel unschwer zu erkennen – das hier ist mein Beitrag zum Event Kulinarischer Roadtrip USA, das Bella diesen Monat im Kochtopf veranstalten darf.

Ha, hab ich mir gedacht, USA, das ist ja mal einfach. War es dann doch nicht. Ich war mäkelig und nichts wollte mir so recht gefallen. Und Chili wollte ich ja schon gar nicht machen – Chili, das macht ja jeder. Und hängen geblieben bin ich dann doch bei Chili.

Was daran liegt, dass das hier mal ein ganz anderes Chili ist: hergestellt aus einer Mischung aus Rinder- und Lammhack, mit Kakao, Zimt, Kardamom und Honig leicht süßlich abgeschmeckt. Als Topping gibt es Bohnen und Käse – und serviert wird das ganze auf Nudeln.

Sheila Lukins, von der das Rezept stammt, erzählt, dass sich zwei prominente Köche um Erfindung des Rezepts streiten. Die älteren Rechte will ein bulgarischer Emigrant haben. Schon 1922 soll er eine Chili-Version erfunden haben, die auf bulgarische Art abgeschmeckt und auf Nudeln serviert wurde.

Wer immer es erfunden hat – es hat uns wunderbar geschmeckt.Mir gefiel besonders die üppige, leicht bittere Kakaonote. Naja, und der Nachwuchs freute sich über die Nudeln.

Macht mindestens 6 Leute satt:

  • 300 gr. getrocknete Kidneybohnen
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 große Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Olivenöl
  • 450 gr. Lammhack
  • 450 gr. Rinderhack
  • 2 EL Kakaopulver
  • 2 EL Cayennepfeffer (oder nach Gusto)
  • 2 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1/4 TL gemahlener Piment
  • 1/4 TL gemahlener Koriander
  • 1/4 TL gemahlener Kardamom
  • 2 Dosen Tomaten (à 400 gr.)
  • 2 EL Apfelessig
  • 2 EL Honig
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 450 gr. Linguine
  • 4 Frühlingszwiebeln
  • 200 gr. geriebener frisch geriebener Käse, am besten Cheddar oder auch Edamer

Am Vorabend die Kidneybohnen in reichlich kaltem Wasser einweichen. Am nächsten Tag die Bohnen in frischem Wasser nach Packungsanleitung garkochen, dabei das Lorbeerblatt zugeben. Gegen Ende der Garzeit Salz zugeben. Die gekochten Bohnen abgießen und beiseite stellen.

Zwiebel und Knoblauchzehen abziehen und fein hacken. Olivenöl in einem großen Topf erhitzen und Zwiebel und Knoblauch darin glasig dünsten. Das gesamte Hackfleisch ebensfalls in den Topf geben und unter Rühren in ca. 10 min krümelig braten.

Kakao und alle Gewürze zum Fleisch geben. Alles gut durchrühren und kurz anschwitzen. Dann Tomaten, Tomatenmark, Honig und Essig zugeben, alles aufkochen lassen, einen Deckel auflegen und das Chili ca. 30 min köcheln lassen, bis sich die Aromen verbunden haben. Probieren und großzügig mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Inzwischen die Linguine nach Packungsanleitung in Salzwasser al dente kochen. Die Frühlingszwiebeln putzen und in Ringe schneiden. Die Kidneybohnen erwärmen.

Zum Anrichten auf jeden Teller zunächst etwas von der Pasta geben. Etwas Chili darüber schöpfen, Kidneybohnen daraufgeben, mit Frühlingszwiebeln und dann mit Käse bestreuen.

Schinkennudeln mit Schmortomaten

schinkennudeln mit schmortomaten

Julia von German Abendbrot hatte eine tolle Idee. Sie möchte wissen, wie wir altbekannte Klassiker entstaubt haben. Als ich so drüber nachgedacht habe, wofür ich denn den Staublappen rausholen könnte, da fielen mir Mamas Schinkennudeln ein; eines meiner Leib- und Magenessen aus der Kindheit. Pasta ging immer, auch damals schon.

Meine Mutter servierte die Schinkennudeln immer mit einer Tomatensauce. Wir sprechen vom Bechamel mit Tomatenmark. Als Kind habe ich das geliebt, heute hätte ich lieber etwas frischeres zu den Nudeln. Also bin ich auf die Idee gekommen, Tomaten im Ofen zu schmoren. Passt.

Soweit ich mich erinnern kann, wurden die Nudeln meiner Kindheit ausserdem mit dem bereits geriebenen Parmesan-Sägespänen aus der Tüte garniert. Gab es damals überhaupt etwas anderes? 😉 Heute stellt sich diese Frage nicht mehr….was für ein Glück!

Für die Nudeln:

  • 300 gr. kurze Nudeln
  • 200 gr. Schinken
  • 3 Eier
  • etwas Milch
  • Salz, Pfeffer, Muskatnuss
  • eine Nuss Butter
  • fein gehackte Petersilie und Parmesan zum Anrichten

Die Nudeln in reichlich Salzwasser nach Packungsanleitung al dente kochen.

Inzwischen den Schinken in nicht zu kleine Würfel schneiden. Eier mit etwas Milch verquirlen, mit Salz, Pfeffer und Muskat würzen.

Pasta abgießen. Butter in einer großen Pfanne erhitzen. Nudeln darin kurz anrösten, dann den Schinken untermischen, Eier darübergießen und alles unter Rühren fertig garen.

Für die Schmortomaten:

  • 250 gr. Kirschtomaten
  • 1 El Chiliöl (mache ich selbst, indem ich Olivenöl mit zerbröselten, getrockneten Chilis versetze und das ganze einige Zeit ziehen lasse)
  • Salz
  • 1/4 TL  Zucker

Ofen auf 180 °C vorheizen. Tomaten waschen, halbieren und in eine kleine Aulaufform geben. Mit den Würzzutaten vermischen und im heißen Ofen ca. 30 min schmoren, bis die Tomaten außen etwas schrumpelig und innen schön weich sind.

Zum Servieren Parmesan über die Nudeln reiben, mit Petersilie bestreuen und alles mit den Tomaten servieren.

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