Kleine Pastetchen mit Süßkartoffel und Aubergine

Irgendetwas war schief gelaufen. Ich habe ja nun wirklich schon lange eine Abokiste, und normalerweise klappt das auch ganz gut mit dem Aufbrauchen. Aber diesmal quoll das Gemüsefach über – Zeit, eine Lieferpause einzulegen und erst mal die Reste aufzubrauchen. Unter anderem: zwei Süßkartoffeln, eine Aubergine, eine Menge Paprikaschoten.

Ich esse jegliche Sorten Gemüse. Der Rest der Familie ist von manchen Sorten dann aber doch weniger begeistert und Süßkartoffeln und Auberginen stehen für sie recht weit oben auf der Liste der verzichtbaren Pflanzen. Aber manchmal ist es dann eben doch einfach eine Frage der Verpackung – die Pastetchen waren blitzschnell weggeputzt. Schmeckt wie Barbecue, meinte mein Sohn…..Ja, geräuchertes Paprikapulver und Cabanossi haben ihre Arbeit getan.

Das Rezept habe ich in diesem schönen jüdischen Kochbuch* gefunden. Und mich dann doch ein wenig gewundert. Ob das wirklich koscher ist mit der Butter im Blätterteig und der Wurst in der Füllung? Und in meiner Cabanossi war noch dazu Schweinefleisch. Aber wie auch immer – ich lebe ja nicht koscher….

Für ca. 30 Pastetchen:

Teighülle:

  • Topfenblätterteig aus 300 g Mehl, 300 g Quark und 150 g Butter oder zwei Rollen Butterblätterteig aus dem Kühlregal

Füllung:

  • 1 kleine Süßkartoffel
  • 1 kleine Aubergine
  • 1 kleine gelbe Paprikaschote
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 150 g Cabanossi
  • 1/2 TL geräuchertes Paprikapulver
  • 1 EL Balsamico
  • Salz, Pfeffer
  • Mehl zum Arbeiten
  • 1 Ei, verquirlt mit etwas Milch

Wenn nötig, Topfenblätterteig herstellen wie hier beschrieben und kühl stellen.

Für die Füllung Süßkartoffel schälen und in höchstens 3 mm kleine Würfel schneiden. Aubergine und Paprika putzen und ebenso klein würfeln; Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Cabanossi ebenfalls ganz fein würfeln.

Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Süßkartoffeln darin anbraten, dann nach und nach Aubergine, Zwiebel, Paprika und Knoblauch zugeben. Braten, bis das Gemüse weich ist, dabei immer wieder mal umrühren. Gegen Ende der Garzeit Cabanossi zugeben, dann mit Salz,  Pfeffer, Paprika und Balsamico würzen. Von der Hitze nehmen und abkühlen lassen.

Ofen auf 180°C Umluft vorheizen. Zwei Bleche mit Backpapier auslegen.

Die Hälfte des Topfenblätterteigs auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche nicht zu dünn ausrollen, den Rest wieder kühl stellen. Mit einem runden Ausstecher von ca. 8 cm Durchmesser so viele Kreise wie möglich ausstechen. In die Mitte jedes Kreises einen großzügig gehäuften Teelöffel Füllung geben. Die Teigkreise zu Halbmonden zusammenklappen und die Ränder mit den Fingern Falten in die Teigränder kneifen. Man sieht das später nicht mehr, aber es sorgt dafür, dass die Taschen beim Backen nicht aufgehen. Fertige Pastetchen auf das Blech legen. Mit der zweiten Hälfte von Teig und Füllung ebenso verfahren.

Die Teigtaschen mit der Ei-Mischung bepinseln. Im heißen Ofen in ca. 20 min goldbraun ausbacken, dabei nach der halben Zeit die Bleche einmal durchrotieren.

Tofu Hausmacherart und sauer-scharfe Kartoffelstreifen

Ich bin eigentlich gar nicht der Typ für Neujahrsvorsätze. Wenn ich unzufrieden bin und etwas ändern möchte, mache ich das lieber gleich und nicht dann, wenn sich zufällig eine Jahreszahl im Kalender ändert. Aber dieses Jahr habe ich mir tatsächlich etwas vorgenommen: ich esse einfach unglaublich gern chinesisch. Und auch an Inspirationsquellen fehlt es mir nicht….ich habe da das eine oder andere Buch im Regal stehen 😉 . Dennoch steht recht selten chinesisches Essen auf dem Tisch. Zu selten. Und das möchte ich ändern.

Den Anfang machen zwei einfache Gerichte aus der chinesischen Hausmannskost. Es ist durchaus nicht so, dass in einem normalen Haushalt dauernd Fleisch auf dem Tisch steht. Es ist eher das Gemüse, das im Vordergrund steht. Auch Tofu wird gerne gegessen, nicht als Ersatz für Fleisch, sondern als eigenständiges Lebensmittel. Die Zubereitung ist oft einfach und geht rasch, und es kommen mehrere Gerichte auf den Tisch; gerne eines pro Person, die mitisst. Beide Rezepte habe ich in dem schönen Buch “Shanghai Streetfood“* gefunden, das eigentlich jeder im Regal stehen haben sollte, der sich für chinesisches Essen interessiert.

Das Rezept für den Tofu kommt aus Shanghai – und Tofu, richtig zubereitet, schmeckt kein bisschen langweilig. Er ist eine Grundlage, die man abwechslungsreich mit vielen Aromen zubereiten kann. Hier wird er gebraten und mit Sojasauce, Ingwer und Knoblauch aromatisiert. Das Ganze schmeckt aber nur, wenn Ihr guten Tofu nehmt. Bitte kauft den Tofu nicht im Supermarkt; geht in den Asiashop oder nehmt den Tofu von Taifun, den es im Bioladen gibt.

  • 250 g fester Tofu
  • Rapsöl zum Braten
  • 1 rote Paprikaschote
  • 1 große Karotte
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 3 cm Ingwer
  • 1/2 TL geröstetes Sesamöl
  • 1 EL Sambal Oelek
  • ein gehäufter EL Kartoffelstärke
  • 250 ml Gemüsebrühe

Tofu in 5 mm breite Scheiben schneiden und trocken tupfen. Reichlich Öl ein einem Wok auf hoher Stufe erhitzen. Tofu hineingeben und von beiden Seiten goldbraun ausbraten, dann mit Sojasauce ablöschen. Tofu aus dem Wok nehmen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen.

Paprika putzen und in 2 cm große Würfel schneiden. Karotte schälen und in 2 mm dünne Scheiben schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken; Ingwer schälen und in feine Scheiben schneiden.

Den Wok mit dem darin verbliebenen Öl nochmals erhitzen. Paprika, Karotten und Ingwer kurz bei hoher Hitze anbraten. Knoblauch, Sesamöl und Sambal zugeben und kurz durchrühren.

Stärke in der Gemüsebrühe auflösen, alles zum Gemüse geben und köcheln lassen, bis alles andickt. Den Tofu zugeben. Gleich servieren.

Kartoffeln gelten in China nicht als Sättigungsbeilage, sondern als Gemüse. So richtig oft stehen sie nicht auf dem Tisch, aber in der Shanghaier Hausmannskost spielen Sie durchaus eine Rolle. Ich bin kein großer Fan der Geschmacksrichtung süß-sauer (die auch in China nicht soooo oft auf den Tisch kommt), aber sauer-scharf, das mag ich sehr. Wer etwas zarter beseitet ist, nimmt weniger Chili…

  • 250 g Kartoffeln
  • Rapsöl zum Braten
  • 3 getrocknete Chilischoten
  • 3 EL Reisessig
  • 2 EL Sojasauce
  • Salz
  • Sesamöl

Die Kartoffeln schälen und längs in feine Streifen schneiden. Kartoffelstreifen in eine Schüssel mit kaltem Wasser geben und 10 min stehen lassen. Danach in ein Sieb geben, nochmals abbrausen und schließlich abtropfen lassen.

Öl in einem Wok erhitzen. Die Kartoffelstreifen darin 2 min unter Rühren anbraten. Wenn alles Wasser verdampft ist, mit Essig und Sojasauce ablöschen, die Chilis dazu krümeln und alles weitere 2 min braten.

Wenn die Kartoffeln nicht mehr roh, aber noch knackig sind, herausnehmen und mit Salz und Sesamöl abschmecken.

Nektarinen-Gazpacho

nektarinengazpacho1

Ab und zu kommt der Sommer ja nun doch vorbei, und dann ist es richtig schön heiß.

Im Grunde Blog-Event-CXXII-Steinobststört mich das in der Küche nicht weiter – ich bin durchaus in der Lage, auch bei anhaltenden 30 °C Schmorgerichte zuzubereiten, wenn es mich überkommt.

Trotzdem- als ich in der Essen & Trinken diese kalte Suppe entdeckt habe, erschien es mir sehr reizvoll, einfach nur den Mixer anzuwerfen anstatt des Herdes. Und das, obwohl ich eher zurückhaltend bin, was Obst in pikanten Gerichten angeht. Die Gazpacho ist fix zusammengemixt. Den Nektarinenanteil habe ich ein wenig erhöht, die leichte Süße passt gut. Die Suppe hält sich im Kühlschrank gut. Wir haben sie nicht auf einmal gegessen, sondern uns immer wieder mal zwischendurch ein kleines Gläschchen zur Erfrischung gegönnt.

Genau – Nektarinen: die Gazpacho kommt wie gerufen für das gerade laufende Event im Kochtopf. Die Apricot-Lady (nomen est omen) sucht da nämlich Rezepte mit Steinobst.

nektarinengazpacho

Für 4 Portionen:

  • 1 rote Paprikaschote
  • 2 Stangen Staudensellerie
  • 1 rote Zwiebel
  • 300 g Tomaten
  • 1 kleine Zehe Knoblauch
  • 1 rote Chili
  • 3 Nektarinen
  • 1 TL mildes Currypulver
  • 2 EL Sherry-Essig
  • 2 EL Limettensaft
  • Salz, Pfeffer
  • 2 Stängel Estragon

Paprika vierteln und entkernen. Sellerie putzen und entfädeln. Knoblauch und Zwiebel schälen. Chilischote ggf entkernen. Nektarinen halbieren, Kerne herausholen.

Paprika, Sellerie, Tomaten, Zwiebel, Chili, Nektarinen und Zwiebel in grobe Stücke schneiden. Alles in den Mixer geben. Currypulver, Essig, Limettensaft, 350 ml Wasser und 1 TL Salz zugeben und alles ganz fein aufmixen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Suppe umfüllen und mindestens 1 h in den Kühlschrank stellen.

Vor dem Servieren die Estragonblättchen zupfen und fein hacken. Suppe damit dekorieren und kalt servieren.

Nudeln im Bananenblatt

nudeln im bananenblatt

Dieses Gericht aus “Pasta loca“* hat mich nachhaltig beeindruckt: Es ist ziemlich einfach, aber die Bananenblätter steuern ein wirklich sensationelles Aroma bei.

Im Grunde werden gekochte Nudeln einfach mit etwas Gemüse vermischt und dann, im Bananenblatt verpackt, nochmals gegart. Ich war erst etwas misstrauisch, denn zum Gemüse gesellen sich auch Bananen, und die finde ich in herzhaften Gerichten oft etwas schwierig. Aber meine Sorge war unberechtigt – die Bananen passen sehr gut.

Wie das so ist…im Buch sieht das Päckchen sehr viel schicker aus. Meine Bananenblätter hatten den Aufenthalt in der Tiefkühle nicht so gut überstanden; sie waren spröde und porös. Ich habe mir beholfen, indem ich das Päckchen in einer Auflaufform versenkt habe. Die Optik bleibt ein wenig auf der Strecke dadurch – der Geschmack aber nicht 🙂

Für 4 Personen:

  • 300 gr. kleine Nudeln (Original: Gnocchi; ich hatte Mini-Muscheln)
  • 2 Bananen
  • 1 gelbe Paprika
  • Salz, Pfeffer, Zucker
  • Muskat
  • 12 Kirschtomaten
  • 1 Limette
  • 1-2 Bananenblätter, je nach Größe
  • 60 gr. Butter
  • einige Blätter Kerbel
  • Küchengarn

 Backofen auf 160°C vorheizen. Die Pasta nach Packungsanleitung al dente kochen. Dann abgießen.

Bananen schälen und in Scheiben schneiden. Paprika würfeln. Mir Salz, Pfeffer, Zucker und frisch gemahlenem Muskat würzen.

Pasta, Bananen und Paprika miteinander vermischen, Kirschtomaten ebenfalls dazugeben, den Saft der Limette dazu pressen.

Wenn man ein großes Bananenblatt hat, davon 1/3 abschneiden. Die Pastamischung in die Mitte des größeren Teils legen. Butter in Flöckchen darübergeben. Kerbelblättchen hacken und ebenfalls darüber geben. Das abgeschnittene Blatt (oder ein zweites Blatt, wenn man zwei kleinere Blätter hatte) darüber legen. Mit Küchengarn wickeln und verschnüren. Ca. 20 min im Ofen ziehen lassen.

Am besten öffnet Ihr das Päckchen bei Tisch, damit alle den Duft genießen können, den das Gericht dann ausströmt.

Lasst es Euch schmecken!