
Kaspressknödel sind ein richtiger Hüttenklassiker, und auch in diesem Haushalt gerne gesehen. Im Prinzip sind das meist mit Käse angereicherte Semmelknödel, die nicht gekocht, sondern flach gedrückt und in der Pfanne gebraten werden. Ein Rezepte dafür gibt es auch aus den Anfangstagen dieses Blogs – klick.
Auf der Franz-Fischer-Hütte aber kocht man vegan – Käse und Eier fallen weg, aber Pressknödel gibt es trotzdem. Das Rezept aus dem Kochbuch* habe ich ausprobiert und die Knödel fanden hier reissenden Absatz, auch bei den Haushaltmitgliedern die normalerweise leidend schauen, wenn das Wort „vegan“ fällt.
Natürlich basieren auch diese Knödel auf Knödelbrot, (das ist nichts anderes als in Scheiben geschnittene altbackene Brötchen) außerdem sind noch gegarte Bohnen, Mais und Kartoffeln drin; das klingt ungewöhnlich, sorgt aber für eine gute Konsistenz. Der deftige Geschmack kommt von Hefeflocken und Kala Namak*, das einen Geschmack nach Ei und eine Rauchigkeit mitbringt.
Die Knödel werden nicht gebraten, sondern gebacken, das ist praktisch. Ich habe sie in einer Suppe serviert, man kann aber auch einen Salat dazu essen, dann schadet ein Dipp nicht. Ein besonderer Tipp der Franz Fischer Hütte ist der Knödelburger, für den man die Knödel mit Tomatenscheiben, Salat und Krautsalat belegt.

Für 4 Portionen:
Zutaten:
- 1 Zwiebel
- 2 EL Rapsöl, plus etwas zum Formen
- ca. 200 ml Sojadrink
- 100 g gegarte weiße Bohnen
- 100 g Mais aus der Dose
- 2 EL Zitronensaft
- 1 Zehe Knoblauch
- 2 gekochte Kartoffeln
- 250 g Knödelbrot
- 5 EL Hefeflocken
- etwas frisch geriebene Muskatnuss
- 1/2 TL Kala Namak
- 2-3 EL fein geschnittene Petersilie
- 2 EL getrocknete Salatkräuter
- 2 EL Maisstärke
- Semmelbrösel nach Bedarf
- Gemüsebrühe zum Servieren
- Salz, Pfeffer aus der Mühle
Arbeitsschritte:
Zwiebel und Knoblauch schälen, fein würfeln und im Öl glasig anbraten. Mit Sojadrink aufgießen, kurz aufkochen und beiseite stellen.
Bohnen und Mais abtropfen lassen, fein pürieren und mit Zitronensaft abschmecken. Kartoffeln schälen und zerdrücken.
Knödelbrot in eine Schüssel geben. Kartoffeln zugeben, ebenso alle Gewürze und Kräuter, Bohnenpaste und die Sojadrink-Mischung. Alles gut vermengen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und 10 min ziehen lassen. Die Maisstärke zum Binden unterkneten, und falls der Teig zu feucht ist, nach Bedarf Semmelbrösel einarbeiten. Ich habe keine gebraucht. Teig nochmal 5 min ruhen lassen.
Ofen auf 185°C Umluft vorheizen und ein Blech mit Backpapier auslegen.
Die Hände mit etwas Rapsöl benetzen und die Masse zu Knödeln rollen, dann flach drücken und auf das Blech legen.
Im heißen Ofen 10 min backen, dann wenden und weitere 10 min backen, bis die Knödel goldbraun und knusprig sind.
Knödel in der heißen Suppe servieren.

Hallo Susanne, ich hab mich schon total gefreut, dass du das Rezept für die Kaspressknödel teilst 🙂 Aber kann es sein, dass die Mengenangabe für das Knödelbrot fehlt? Oder ist das so „eher nach Gefühl“?
Ne, das ist nicht nach Gefühl. Das sind 250 g, und jetzt steht es auch da. Danke für den Hinweis!
Mich beschäftigt vor allem, dass ein Pressknödel offenbar auch vegan noch Pressknödel bleiben darf. Das ist bei traditionellen Gerichten keineswegs selbstverständlich. Häufig beginnt eine kleine Zutatenänderung und endet wenige Absätze später in einer Identitätsdebatte.
Hier wird dagegen einfach Käse ersetzt, ordentlich gewürzt, gebraten und anschließend in Brühe gelegt. Der Knödel scheint damit bemerkenswert gefestigt zu sein.
Besonders angenehm finde ich, dass die Sache nicht versucht, wie ein Verzicht zu wirken. Keine kulinarische Trauerarbeit, kein „fast wie das Original“. Stattdessen Suppe, Knödel, Schnittlauch, fertig.
Vielleicht ist das überhaupt die vernünftigste Form von Weiterentwicklung traditioneller Küche. Man ersetzt, was ersetzt werden muss. Und lässt den Knödel ansonsten in Ruhe. 🦌
Ein Pressknödel ist halt ein flachgedrückter Knödel, der gebraten wird, ansonsten darf man da gerne kreativ sein, finde ich.
Hallo Susanne,
Kala Namak ist ja eh eine Geheimwaffe, finde ich. Ich nasche das auch pur, aber da bin ich glaube ich extrem. 😉
Danke für den Tipp mit Rezept und Buch – beides klingt klasse.
Liebe Grüße
Barbara
Kala Namak ist wirklich toll, besonders zu Tofu, finde ich, aber pur ist es mir ein wenig zu heftig.