
Ich habe mich mit großem Vergnügen durch Catherine Roigs „Lago“ gelesen und gekocht, und an einer Stelle musste ich ein bisschen kichern – die Frikadellen. Wir befinden uns da am Comer See in der Metzgerei und Bottega Da Luciano. Man startete als Metzgerei, erweiterte auf einer Terrasse um Erfrischungsgetränke und dann um eine Veranda auf denen man verputzen kann, was die Metzgerei so anbietet – unter anderem eben Frikadellen, für die auch George Clooney mal gerne vorbei kommt.
Das Rezept verraten die Inhaber (natürlich) nicht – Catherine Roig hat es nachempfunden, daher auch der Name. Das Rezept ist üppig, eine Mischung aus Wurstbrät, Hackfleisch und Parmesan, und dann wird auch noch frittiert. War sehr gut, kein Wunder, es wird ja auch nicht gespart.
Wir leben ja nicht von Frikadellen allein, deshalb habe ich ein Risotto dazu auf den Tisch gestellt, immerhin wachsen sie am Gardasee, die Zitronen. Im Risotto landet das Fruchtfleisch einer Zitrone und statt mit Weißwein wird mit Martini abgelöscht – die Zitronennote des Risottos ist toll und hat die Frikadellen super ergänzt und ausgeglichen; ich würde es beim nächsten Mal aber etwas flüssiger halten.

Frikadellen für 4 Personen:
Zutaten:
- 300 g Rinderhack
- 300 g Bratwurstbrät
- 2 Eier (Größe M)
- 100 g Parmesan
- 2 EL Semmelbrösel, plus etwas zum Arbeiten
- 1 Zweig Rosmarin
- 1 EL Olivenöl
- Salz, Pfeffer aus der Mühle
- Öl zum Frittieren
Arbeitsschritte:
Rosmarin zupfen und die Nadeln sehr fein schneiden. Parmesan reiben.
Rinderhack, Wurstbrät, Eier, Rosmarin, 2 EL Semmelbrösel und 1 EL Olivenöl vermengen. Die Masse mit Salz und Pfeffer würzen, nochmals gut durchmischen, zu Frikadellen formen und in Semmelbröseln wenden.
Reichlich Öl in einem Wok oder einer passenden Pfanne auf 170°C erhitzen und die Frikadellen in ca. 10 min rundherum goldbraun ausbacken, dann auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Risotto für 2 bis 3 Personen, als Beilage zu den Frikadellen reicht es auch für 4:
Zutaten:
- 200 g Risotto-Reis (ich hatte Carnaroli)
- 1 Zwiebel
- 50 g Butter
- 2 EL Olivenöl
- 100 ml weißer Martini (trocken)
- 1 l Gemüsebrühe, ggf. etwas mehr
- 1 Zitrone (bio, bitte)
- 30 g Butter
- 20 g Parmesan
- Salz, Pfeffer aus der Mühle
Arbeitsschritte:
Die Zitrone heiß abwaschen, dann trocken reiben und die Schale abreiben. Anschließend die restliche Zitronenschale abschneiden, das Fruchtfleisch würfeln und beseite stellen.
Die Gemüsebrühe aufkochen und warm halten.
Zwiebel schälen und fein würfeln. Ca. 20 g Butter mit 2 EL Olivenöl in einem Topf erhitzen und die Zwiebel darin glasig anbraten. Den Reis zugeben und mitrösten, bis er vom Fett überzogen ist, dann mit dem Martini ablöschen und einkochen lassen.
Die Brühe schöpflöffelweise einrühren. Das Risotto jeweils köcheln lassen, bis die Brühe aufgesogen wurde und dabei auch zwischendurch immer mal wieder rühren. Wenn die Brühe absorbiert wurde, den nächsten Schöpflöffel voll einrühren.
So weiter machen, bis der Reis gar ist und die gewünschte Konsistenz erreicht hat – ich hätte da dieses Mal tatsächlich noch etwas mehr Brühe brauchen können.
Den Parmesan reiben und zusammen mit dem Zitronenfruchtfleisch unterrühren. Das Risotto mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit Zitronenabrieb bestreut servieren.

Wermut extra dry findet in einen Risotti oft Verwendung. Manchmal ist das fruchtig-herbe Aroma genau das i-Tüpfelchen.
Frikadellen: es wäre natürlich ein Desaster, das geheime Rezept preiszugeben, denn dann würde Clooney die Patties wohl selber machen und nicht mehr vorbeikommen! 😐
Au weia, ja. Womöglich nicht so gut für’s Geschäft, wenn Clooney nicht mehr vorbeischaut 😂.