Kochbuch: Georgien | Darina Beridze

Darina Beridze wurde in in Georgien am Schwarzen Meer geboren. Sie studierte nach dem Abitur ein Jahr lang englische Philologie, entschied sich dann aber für die Modebranche. Sie lebt nun in Bayern, und nach einiger Zeit fiel ihr auf, dass sie die georgische Küche vermisste – so fing sie an, mit Begeisterung georgisch zu kochen und auch ihre Umgebung mit der Leidenschaft für die georgische Küche anzustecken – und nun also ein Kochbuch.

Die Autorin fängt nach ein paar Worten zu Land und Esskultur gleich mit den Rezepten an – es gibt Dips, Suppen und Eintöpfe, Hauptgerichte (vegetarisch oder mit Fleisch), Würzpasten und Saucen, Gebackenes und Süßes. Die Rezepte decken natürlich die Klassiker der georgischen Küche ab – es gibt viele Sorten Kachapuri, die berühmten Teigtaschen Khinkali und Auberginenröllchen mit Walnuss. Ich habe aber auch unbekannteres entdeckt: Kidneybohnen mit Kohlrabiblättern zum Beispiel oder den Maisbrei Gomi, der anstelle von Brot gegessen wird.

Die Rezepte stellen authentische georgische Hausmannskost vor; man merkt ihnen an, dass die georgische Küche ein wichtiges Stück Heimat für die Autorin ist. Hier und da klemmt es ein bisschen – so taucht in der Zutatenliste für die Bratkartoffeln mit Schweinefleisch Wein auf, der dann nicht verwendet wird und das Maisbrot wird laut Rezept zu Fladen geformt und in der Pfanne gebacken, sieht aber auf dem Foto aus, als ob es als Laib im Ofen gebacken worden wäre. Auch zu manchen Zutaten hätte ich mit Erläuterungen gewünscht – zum Beispiel zum swanetischen Gewürzsalz.

Darina Beridze beschränkt sich nicht auf Rezepte; sie ist auch durch Georgien gereist und hat auch Köche und Köchinnen, Winzer und Touristenresorts besucht – und ihre Oma, die uns ihre Kohlrabiblattsuppe mit Reis vorstellt. Dabei sind auch viele stimmungsvolle Fotos entstanden, die richtig Lust machen auf Land und Leute. Auch die meisten Gerichte haben ein ganzseitiges Foto bekommen – und die Bilder setzen das Essen schön in Szene, ohne allzu verspielt zu sein.

Ich habe mit einem kleinen Tisch von unterschiedlichen Gerichten angefangen:

Es gab eine Paste aus gerösteten Karotten und Walnüssen, würzig abgeschmeckt mit Zwiebel, Chili und Koriander.

Außerdem gebackene, mit Mozzarella gefüllte Pilze – hier hätte wohl eine längere Backzeit mit weniger Temperatur besser gepasst; geschmeckt hat es aber trotzdem.

Und zu alledem haben wir das Maisbrot aus der Pfanne gegessen.

Für die Bratkartoffeln mit Schweinefleisch werden Kartoffeln mit knusprig gebratenem Schweinefleisch, reichlich roten Zwiebeln und Koriandergrün serviert – nicht nur in Georgien ein beliebtes Familienessen, es kam auch hier gut an.

Unter all den Rezepten für gefülltes Fladenbrot habe ich Guruli Gvezeli ausgesucht. Die Brote werden klassischerweise zu Weihnachten serviert und sind mit Käse und gekochten Eiern gefüllt.

Fazit:

Darina Beridzes Oma machte sich Sorgen, dass ihre Enkelin zu viel studiert und zu wenig isst – ich denke, diese Sorge ist unbegründet. Die Autorin hat ein Standardwerk über die georgische Küche vorgelegt, dem man deutlich anmerkt, wie sehr ihr die Küche ihres Geburtslandes am Herzen liegt.

  • Herausgeber: Christian Verlag
  • Sprache: Deutsch
  • Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
  • ISBN: ‎ 978-3959617567
  • € 29,99
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