Kastaniennudeln mit Nuss-Käse-Sauce

kastaniennudeln

Im vorigen Rezept aus “Alpenküche vegetarisch“* hatte ich es ja mit dem Buchweizen. Heute sind als weiteres typisches Produkt die Maroni dran.

Die werden gern gegessen, einfach geröstet, vielleicht ein wenig Speck dazu und etwas Schüttelbrot. Maroni sind aber auch Bestandteil vieler Gerichte – zu Mehl vermahlen, gegart oder getrocknet.

Hier also als Kastanienmehl. Ich finde das Mehl  in herzhaften Gerichten ja ein bisschen schwierig. Die süße Note passt nicht zu allem. Insofern habe ich mich mit etwas Misstrauen ans Werk gemacht. Aber es hat alles sehr gut harmoniert – die leichte Süße der Pasta, der herzhafte Käse, die Walnüsse.

Das Rezept lässt übrigens die Wahl zwischen Walnüssen und Haselnüssen. Als Käse wird Alpkäse verwendet  – da gab es hier einen gewissen Mangel; ich habe Gruyère benutzt.

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Für 4 Personen:

Pasta:

  • 125 g Kastanienmehl
  • 175 g Weizenmehl
  • Salz
  • 3 Eier (ich hatte Größe L)
  • 2 EL Öl (Nussöl wie Walnussöl passt gut)

Sauce:

  • 100 g Walnusskerne
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • je 1/2 Bund Thymian und Majoran
  • 1 Bund Schnittlauch
  • 50 g Alpkäse (ich hatte Gruyère)
  • 50 g Butter
  • Salz
  • ca. 125 ml Gemüsebrühe
  • Pfeffer aus der Mühle
  • mehr Käse zum Servieren

Zuerst zu den Nudeln:

Die Mehlsorten mit 1 TL Salz in einer Schüssel vermischen. Eier und Öl zugeben und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Mein Teig war etwas klebrig, was sicherlich dem Kastanienmehl zuzuschreiben ist.

Den Teig in Frischhaltefolie wickeln und 30 min bei Zimmertemperatur ruhen lassen.

Teig in vier Teile teilen und jeweils zu dünnen Platten ausrollen. Ich habe die Nudelmaschine verwendet und habe bis Stufe 5 von neun ausgerollt, also nicht zu hauchdünn. Die Platten 30 min antrocknen lassen, dann zu Bandnudeln schneiden. Bis zur Verwendung auf einem leicht mit Mehl bestäubten Küchentuch lagern.

Für die Sauce die Nüsse fein hacken. Zwiebel und Knoblauch schälen und ebenfalls hacken. Thymian und Majoran zupfen und fein schneiden, den Schnittlauch in Röllchen schneiden. Käse ggf. entrinden und dann reiben.

Butter in einem Topf erhitzen und Zwiebel und Knoblauch darin glasig andünsten. Nüsse und Kräuter zugeben und kurz mitbraten. Brühe angießen und die Sauce offen ein wenig köcheln lassen.

Inzwischen die Pasta in reichlich Salzwasser bissfest kochen, das dauert ca. 2 Minuten.

Käse zur Sauce geben und bei geringer Hitze unter Rühren schmelzen. Mit Pfeffer und ggf. Salz abschmecken.

Nudeln abgießen, abtropfen lassen und mit der Sauce auf Tellern anrichten. Wer mag, streut noch geriebenen Käse darüber. Mir waren ein paar zusätzliche frische Kräuter lieber.

 

Kükü – Frittata mit Walnüssen aus Aserbaidschan

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Dieses Gericht hier ist ein Beispiel dafür, wie die Küche Aserbaidschans sich mit der Persischen überschneidet: solche Eiergerichte, meist mit einer schönen Menge an Kräutern oder Gemüsen, findet man auch im Nachbarland Iran. Dort heißen sie Kuku. In “Zu Gast in Aserbaidschan“* findet sich diese Variante mit Walnüssen.

 Ganz ehrlich – ich konnte mir das nicht so recht vorstellen, eine derartige Menge Walnüsse als Hauptzutat in einem herzhaften Gericht. Was ich mir nicht vorstellen kann, muss ich ausprobieren. Das Ergebnis: Köstlich! Ihr müsst das bitte ausprobieren!

Das Gericht macht ergibt eine ordentliche Menge und ist sehr sättigend. Man kann die Zutaten problemlos halbieren, dann einfach eine entsprechend kleinere Pfanne zum Garen verwenden.

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Für 6 Personen:

  • 200 bis 300 g Walnusskerne (ich hatte 250 g)
  • 2 Zwiebeln
  • 5-6 Eier (ich hatte 5, Größe L)
  • 1 EL Mehl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 2 EL neutrales Pflanzenöl
  • gehackte Petersilie und Sumach zum Servieren

100 g der Walnüsse grob hacken, den Rest fein mahlen.

Zwiebeln schälen und fein hacken. Zwiebelwürfel auf ein feines Mulltuch geben und die überschüssige Flüssigkeit herauspressen.

Walnüsse, trockene Zwiebelmasse, Eier und Mehl in eine Schüssel geben, gut vermengen und mit Salz und Pfeffer würzen.

1 EL Öl in einer Pfanne erhitzen. Die Eiermasse hineingeben und abdeckt bei schwacher Hitze stocken lassen. Wenn die Oberseite beginnt, fest zu werden Kükü auf einen Teller stürzen. Den zweiten Esslöffel Öl in die Pfanne geben und Kükü von der anderen Seite noch kurz fertig garen.

Zum Servieren Kükü auf einen großen Teller gleiten lassen. Petersilienblättchen zupfen, hacken und das Kükü damit bestreuen. Wenn man es nicht – wie ich – vergisst, bestreut man den Kuchen zusätzlich mit Sumach; die säuerliche Note gibt sicherlich nochmal einen Kick.

Gebratene Fleischküchlein mit Sesam und gedämpfte Auberginen mit Sojasauce und Knoblauch

Fleischküchlein sind ja etwas, was ich hier jederzeit auf den Tisch bringen kann – und so war klar, dass die Fleischbällchen mit Sesam aus “So kocht Korea“* ausprobiert werden mussten.

Und ich finde, Ihr solltet das auch tun 😉 , die sind nämlich toll. Hergestellt werden sie aus Rinderlende. De Würzung mit Sesam in Form von geröstetem Öl und Samen ist klasse. Birne sorgt für etwas Süße und Walnüsse und Pinienkerne für Biss – Fleischküchlein der Sonderklasse also.

Man kann die Küchlein einfach so essen, in Salatblätter oder in Kimchi wickeln; wobei ich das Aroma von Kimchi da als etwas zu dominant empfinde. Ich habe Auberginen zu den Küchlein serviert. Und natürlich Reis.

fleischbaaellchen-mit-sesam

Für 4 bis 6 Personen:

  • 60 g Walnusskerne
  • 45 g Pinienkerne
  • 500 g Rinderlende (ausgelöste Querrippe geht auch)
  • 1 Birne (oder 1/2 Nashi, wenn verfügbar)
  • 1 Schalotte
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 3 EL Sojasauce
  • 1 1/2 EL Honig
  • 1 1/2 EL Mirin
  • 1 EL geröstetes Sesamöl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 2 TL neutrales Öl
  • 2 TL geröstete Sesamsamen

Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen. Die Walnuss- und Pinienkerne auf dem Blech verteilen und 3-5 min im Ofen rösten, dann herausnehmen und abkühlen lassen.

Birne vom Kerngehäuse befreien. Schalotte und Knoblauch schälen und grob hacken.

Die Körner im Blitzhacker zerkleinern, aber nicht zu Pulver zermahlen, sie sollen nach Biss haben. In eine Schüssel geben. Das Fleisch portionsweise und in Intervallen ebenfalls im Blitzhacker zerkleinern. Zu den Nüssen geben. Birne, Zwiebel und Knoblauch ebenfalls zerkleinern, dann zum Fleisch geben. Sojasauce, Mirin, Honig und Sesamöl ebenfalls zum Fleisch geben. Alles von Hand gründlich mischen, dann den Teig mit Salz und Pfeffer abschmecken und 1 min kneten. Aus dem Teig kleine Küchlein von ca. 5 cm Durchmesser formen. Abdecken und 1-2 h kalt stellen, damit die Küchlein etwas fester werden und die Aromen sich verbinden.

Öl in einer Pfanne bei mittlerer Temperatur erhitzen. Küchlein portionsweise von jeder Seite 2-3 min braten, bis sie appetitlich braun und durchgegart sind , dabei immer wieder mit Bratflüssigkeit bestreichen.

Herausnehmen und zusammen mit den Auberginen servieren.

Die Auberginen erinnern mich an ein Gericht, das meine chinesische Freundin immer zubereitet hat. Die Machart ist nahezu gleich. Die koreanische Variante sieht ein wenig hübscher aus, weil die Auberginen am Ende noch mit Frühlingszwiebeln bestreut werden. Ich habe das Gericht lange nicht mehr gekocht und habe mich gefreut, daran erinnert zu werden.

Ich habe keine asiatischen Auberginen bekommen und daher die herkömmlichen verwendet. Man muss ich etwas kleiner schneiden und etwas länger dämpfen.

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4 Beilagen-Portionen:

  • 4 asiatische Auberginen oder 2 herkömmliche
  • 2 EL Sojasauce
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • 1 EL geröstetes Sesamöl
  • 2 TL geröstete Sesamsamen
  • optional: Gochugaru-Chilipulver (ich habe es weggelassen)

Auberginen längs vierteln (asiatische nur halbieren), dann quer in ca. 7 cm große Stücke schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken, Frühlingszwiebeln putzen und in feine Ringe schneiden.

Auberginen in einem Dämpftopf 10 – 15 min bei ordentlicher Hitze dämpfen, dann zum Auskühlen in eine Schüssel geben.

Wenn die Auberginen abgekühlt sind, die Flüssigkeit, die sich in der Schüssel angesammelt hat, weggießen und mit den Händen weitere Flüssigkeit aus den Auberginen drücken. Die restlichen Zutaten zugeben, alles gründlich vermengen und mindestens 30 min durchziehen lassen.

Chinkali

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Es gibt auch Rezepte für  Teigtaschen in dem Buch über Veggie-Knödel*. Im Grunde ist das ein wenig seltsam, denn das Gleiche ist das ja nicht…Vielleicht liegt das ja an dem englischen Begriff “dumpling”, der eigentlich Knödel heißt, aber doch für Teigtaschen verwendet wird.

Wie auch immer – Teigtaschenrezepte muss ich probieren. Im Buch steht leider nichts weiter über die Herkunft der Chinkali, aber man kann ja das allwissende Internet bemühen. Aus Georgien kommen diese Teigtaschen also. Die Füllung mit Schmand, Käse und Nüssen zählt zu den Klassikern.

Und sie hat uns gut gefallen. Der Teig ist übrigens auch richtig gut zu bearbeiten. Und was mich am Rezept beeindruckt hat: es war genau die richtige Menge Füllung; oft ist das ja zu viel oder zu wenig.

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Für 4 Personen:

Teig:

  • 500 g Mehl (ich hatte Dinkel 630)
  • 2 Eier
  • Salz
  • 1 EL Olivenöl
  • 140 ml Wasser

Füllung:

  • 2 Schalotten
  • Butter zum Braten
  • 40 g Walnusskerne
  • 50 g Parmesan, frisch gerieben oder ein anderer würziger Hartkäse
  • 400 g Schmand

Zum Servieren:

  • Butter
  • Pfeffer aus der Mühle

Für den Teig das Mehl mit 1 TL Salz in eine Schüssel geben. Eier, Olivenöl und Wasser zugeben und alles erst mit den Knethaken des Handrührers, dann mit den Händen zu einem geschmeidigen Teig verkneten. Wenn der Teig zu fest ist, noch etwas Wasser zugeben. Teig in Frischhaltefolie wickeln und 30 min ruhen lassen. Ich mache das immer bei Zimmertemperatur.

Für die Füllung die Schalotten schälen und fein hacken. Etwas Butter in einer Pfanne schmelzen und die Schalotten darin glasig andünsten, dann von der Hitze nehmen.

Walnusskerne fein hacken. Schmand, Käse, Walnüsse und Schalotten vermengen und die Masse mit Salz und Pfeffer kräftig abschmecken.

Nun den Teig (am besten portionsweise) auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche ca. 2 mm dünn ausrollen. Mit einem Ausstecher oder einem Glas Kreise ausstechen. In die Mitte jeden Teigkreises einen Klecks Füllung geben, die Kreise mittig zusammenklappen und die Ränder fest andrücken.

Zum Garen in einem großen Topf Salzwasser zum Kochen bringen. Die Chinkali hineingeben und ca. 4 min leicht köcheln lassen. Dann mit einem Schaumlöffel herausnehmen und gut abtropfen lassen.

Zum Servieren Butter in einem kleinen Topf zerlassen. Die Chinkali auf Teller verteilen und mit zerlassener Butter und frisch gemahlenem Pfeffer garnieren.

 

Sesamkranz

sesamkranz

Ich bin keine besonders begeisterte Kuchenesserin – meist backe ich den eher für andere. Aber manchmal überkommt mich dann doch der Appetit. So wie neulich. Aufgewacht und gleich gedacht – heute muss es Kuchen sein. Kuchen aus Hefeteig. Aber kein Gugelhupf. Was anderes.

Nur, was denn? Ein bisschen Wühlen und Suchen, nichts wollte meinem Appetit so recht entgegenkommen. Bis ich in “Türkei vegetarisch“* auf den Mohnkranz stieß. Ich habe statt der Mohnfüllung die Alternative mit Tahin gewählt, denn türkische Mohnpaste war gerade nicht im Haus.

Die Zubereitung hat ein wenig Ähnlichkeit mit den Chocolate Krantz Cakes – ist aber weniger aufwändig: Hefeteig wird mit der Füllung bestrichen, aufgerollt, in zwei Teile geschnitten. Die Teile werden gegeneinander verdreht und zu einem Kranz zusammengedrückt. So bekommt man einen Kranz mit Füllung.

Ihr wundert Euch über das Foto? So etwas kommt zustande, wenn gierige Mitbewohner sich am Kuchen vergreifen, bevor man Fotos machen konnte.

Es ist ein Hefekuchen – und darf deshalb zu we.love.yeast. Dort werden von Zorra und Sandra Rezepte mit Hefe gesammelt und eine monatliche Zusammenfassung veröffentlicht.

Für einen Kuchen:

Kuchen:

  • 120 ml Milch, lauwarm
  • 1 EL Zucker
  • 10 g frische Hefe
  • 40 g Butter, flüssig
  • 1 Eiweiß
  • 1/2 TL Salz
  • 1 Prise Salz
  • 270 g Mehl

Füllung:

  • 100 g Tahin
  • 100 g Zucker
  • 3 EL Walnusskerne, grob gehackt

Zum Bestreichen:

  • 1 Eigelb

Für den Teig das Mehl mit Zucker und Salz in eine Schüssel geben. Die Hefe in der lauwarmen Milch auflösen und zusammen mit Butter und Eiweiß zum Mehl geben. Alles zu einem elastischen Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Wenn der Teig zu klebrig ist, noch etwas Mehl zugeben. Die Schüssel abdecken und den Teig in ca. 1 h zu doppelter Größe aufgehen lassen.

Zwischenzeitlich für die Füllung Tahin, Zucker und gehackte Walnüsse verrühren.

Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem ca. 30 x 40 cm großen Rechteck ausrollen. Die Füllung gleichmäßig darauf verteilen. Den Teig von der langen Seite her aufrollen, dann mit einem scharfen Messer einmal der Länge nach durchschneiden. Die beiden Teigteile mehrmals gegeneinander verdrehen, so dass eine Art einfacher Zopf entsteht. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben, dabei die Enden zu einem Kranz zusammenführen und festdrücken. Mit einem sauberen Küchenhandtuch abdecken und nochmals ca 30 min gehen lassen.

Inzwischen den Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Den Kranz mit verquirltem Eigelb bepinseln und in den heißen Ofen schieben.

20 min backen, dann die Temperatur auf 180°C senken und nochmals ca. 8 min backen.

Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Kulinarischer Adventskalender 2015 – Christmas Rocky Road

christmas rocky road

Hurra, ich bin ein Türchen!

Nun ist es schon das elfte Mal, dass im Kochtopf der Kulinarische Adventskalender stattfindet. Das ist etwas, worauf ich mich jedes Jahr freue. Türchen öffnen macht Spaß 🙂 ! Jeden Tag gibt es nicht nur schöne Geschichten und Rezepte von Foodbloggern – nein, es locken auch immer wieder tolle Gewinne.

Um so mehr freue ich mich, dass ich dieses Mal auch ein Türchen befüllen darf. Wobei ich gestehen muss….ich habe mich planlos beworben. Also, ohne Plan, was ich Euch erzählen und zu essen servieren möchte. Ich bin auch relativ lange planlos geblieben – und dann fiel mir plötzlich der “Onkel” aus Amerika ein.

Kulinarischer Adventskalender 2015 - Tuerchen 8Es ist nämlich so: neben den üblichen Weihnachts-Highlights gab es für mich als als Kind immer noch ein zusätzliches – das war in der Post. Auf der Anrichte im Esszimmer stand immer diese Schale, in der die Weihnachtskarten gesammelt wurden. Die meisten waren eher unspannend – bis auf die eine, auf die ich jedes Jahr voller Vorfreude wartete. Die war nämlich von der Verwandtschaft aus den USA. Und hat mich fasziniert. Das fing schon beim Motiv der Karte an – meist war darauf einer von diesem überdekorierten Weihnachtsbäumen abgebildet. Klar, dass ich jedes Jahr meine Eltern angebettelt habe, damit wir auch so einen Baum dekorieren. Erfolglos, versteht sich.

Im Umschlag war neben der üblichen Klappkarte auch immer ein Familienfoto von der jährlich wachsenden Großfamilie: Kinder, Enkel, jedes Jahr ein paar mehr. Begeistert lass ich jede Weihnachten aufs Neue, was die Nachkommen so machen und wie prächtig sie sich entwickeln. Und dann gab es noch die Berichte, was Onkel und Tante auf den Reisen erlebt hatten, die sie jedes Jahr mit ihrem Wohnmobil unternahmen. Alles war so groß, so weit weg, so faszinierend.

Zu tun hatte ich an den Feiertagen auch dank der Post…ich musste nämlich alles für meine Eltern übesetzen. Das nahm damals einige Zeit für mich in Anspruch. Die Briefe waren nämlich zweigeteilt – da gab es einen allgemeinen Abschnitt. Der war für den ganzen Verwandschaftsverteiler gleich und immer mit der Maschine, später mit dem Computer geschrieben. Kniffliger zu entziffern war der persönliche Teil – den schrieb die Tante jedes Jahr von Hand darunter. Das Entziffern der verschnörkelten amerikanischen Handschrift kostete mich jedes Mal einen Nachmittag – und ich habe es geliebt.

Ah – ein kulinarisches Highlight gab es auch immer, jedenfalls theoretisch. Der Onkel war nämlich Direktor einer Chips-Fabrik. Wirklich zu schade, dass ich ihn nie besuchen konnte 😉 . Aber Chips setze ich Euch heute nicht vor. Ich habe mich für eine amerikanische Süßigkeit entschieden – Rocky Road. Das ist eine sehr süße Süßigkeit, die in der Basisversion aus Schokolade, Nüssen und Marshmallows besteht. Die weihnachtliche Version wartet zusätzlich mit getrockneten Kirschen und Cranberries auf und mit Amarettini. Nüsse und Trockenobst – das gehört für mich in die Adventszeit.. Ein bisschen Puderzucker für die weiße Weihnacht darf auch nicht fehlen.

Für 24 große Stücke – oder mehr kleine:

  • 250 g dunkle Schokolade
  • 150 g Milchschokolade
  • 175 g Butter
  • 60 ml Honig
  • 200 g Amarettini
  • 100 g Walnusskerne
  • 50 g Pistazien
  • 1oo g getrocknete Kirschen
  • 50 g getrocknete Cranberries
  • 125 g weiße Marshmallows, Mini-Marshmallows wären praktisch
  • Puderzucker zum Bestäuben

Beide Schokoladensorten grob hacken. Dann in einem Topf zusammen mit Butter und Honig bei ganz niedriger Temperatur schmelzen.

Die Kekse in einen Gefrierbeutel geben. Mit einem Nudelholz darauf klopfen, bis Stücke unregelmäßiger Größe entstehen – manche wie feiner Sand, manche noch als grobe Stücke. Mit den Walnüssen genauso verfahren.

Die Pistzien grob hacken.

Mini-Marshmallows kann man so lassen, wie sie sind. Große Marshmallows schneidet man in Stücke, ich habe jeden Marshmallow in drei Scheiben geschnitten.

Die geschmolzene Schokolade von der Hitze nehmen. Alle anderen Zutaten zur Schokolade geben und mit einem Kochlöffel alles gründlich durchrühren. Alle Zutaten müssen von der Schokoladenmasse überzogen sein.

Nun muss das Ganze fest werden. Nigella Lawson*, von der die Inspiration zu diesem Rezept stammt, gibt dazu alles in eine Einwegbackform aus Aluminium. Ich habe eine Gefrierdose genommen, die ich mit Frischhaltefolie ausgelegt habe. Wie auch immer, das Gefäß sollte ungefähr 23 x 30 cm messen. Die  Masse in das Gefäß geben und die Oberfläche so gut wie möglich glätten. Alles kühl stellen, und zwar mindestens 2 h.

Dann den Block herausnehmen, ggf. die Frishhaltefolie abziehen. Die unregelmäßig geformte Seite nach oben drehen und mit Puderzucker bestäuben. Dann alles in Stücke schneiden: 4 Scheiben der Länge nach, diese dann in jeweils 6 Stücke. Wer möchte, kann auch mehrer kleinere Stücke schneiden.

Ich hoffe, die Süßigkeit überbrückt Euch ein wenig die Zeit bis Weihnachten. Ich wünsche Euch eine schöne, gemütliche Adventszeit und wunderbare Weihnachtstage mit Euren Lieben!

Paprika-Fladen

biberli ekmek

“Biberli ekmek”, so heißen diese kleinen Fladen aus “Türkei vegetarisch” im Original. Also eigentlich “Paprika-Brot”, wenn ich mal meine überragenden Sprachkenntnisse in den Raum werfen darf 🙂

Eine gewisse Ähnlichkeit mit Pizza ist natürlich nicht von der Hand zu weisen: ein Hefeteig, zu Fladen gerollt und würzig belegt mit Paprika, Walnüssen und Paprika-Paste. Das kam bei uns allen gut an. Die Fladen sind auch sehr flexibel….wir haben sie mit Salat als Hauptgericht gegessen. Man kann sie auch als Snack oder Vorspeise essen. Und wer keine Lust hat, lauter kleine Fladen auszurollen, der rollt den Teig zu einem großen Rechteck  aus und backt einen großen Fladen auf dem Blech; allerdings verlängert sich dann die Backzeit.

Für 4 Personen:

Für den Teig:

  • 10 gr. frische Hefe
  • 1 TL Zucker
  • ca. 60 ml Milch, lauwarm
  • 390 gr. Mehl
  • 2 EL Olivenöl
  • Olivenöl zum Arbeiten

Für den Belag:

  • 4 Spitzpaprika, rot
  • 1 große Zwiebel
  • 3 EL Olivenöl
  • 40 gr. Walnusskerne
  • 1 1/2 EL Sesamsaat
  • 1/2 EL Salça (Paprikapaste aus dem türkischen Lebensmittelhandel)
  • 1 TL Paprika edelsüß
  • Pul Biber (Chiliflocken) nach Geschmack
  • Salz

Für den Teig das Mehl und Salz in eine Schüssel geben. Hefe zusammen mit Zucker, 180 ml lauwarmem Wasser und MIlch auflösen, dann  zum Mehl in die Schüssel geben. Alles zu einem glatten Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Schüssel abdecken und Teig ca. 1 h gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.

Für den Belag die Paprika waschen, halbieren, Stiele und Samen entfernen und das Fruchtfleisch in Streifen schneiden. Zwiebel schälen und fein hacken. Alle Zutaten für den Belag gut vermischen und mit Salz, Paprikapulver und Pul Biber kräftig abschmecken.

Den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Den Teig auf der Arbeitsfläche mit etwas Olivenöl nochmals durchkneten, dann in 8 Portionen teilen und diese zu Kugeln rollen. Teigbällchen mit den Händen (oder einem Nudelholz…) zu runden Fladen von ca. 15 cm Durchmesser formen und auf das Blech legen.

Füllung gleichmäßig auf die Teigfladen verteilen. Im heißen Ofen ca. 20-25 min backen, bis die Fladen appetitlich gebräunt sind. Aus dem Ofen holen und vor dem Servieren mit einem Küchenhandtuch bedeckt 10 min ruhen lassen.

Türkische Nusspizza

walnuss-pizza

Das ist mein Lieblingsgericht aus “Yemek“*.

Lahmacun ist ja ein türkischer Klassiker – ganz dünne Pizza, in der Originalversion mit Tomate und Lammhack belegt. Habe ich schön erwähnt, dass ich Lahmacun liebe?

Nun ist eine der Autorinnen von Yemek Vegetarierin – da musste eine Alternative zum Lammhack her. Die Autorinnen haben es mit gehackten Walnüssen versucht, und ich kann nur sagen: Volltreffer. Der Belag ist toll: würzig durch Zwiebel, Knoblauch, Kreuzkümmel und Paprikapaste, gemüsig dank Paprika und Tomate. Und Walnüsse machen das Ganze schön deftig und geben Crunch.

Wer die Pizza Gästen serviert, sollte sie vielleicht vorwarnen: der Belag sieht täuschend echt nach Hackfleisch aus….

Für 4 Personen:

Teig:

  • 350 gr. Weizenmehl
  • 10 gr. frische Hefe
  • 120 ml Milch
  • 120 ml lauwarmes Wasser
  • 1 TL Salz

Belag:

  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 Zwiebel
  • 1 gelbe Paprika
  • 1 große Tomate
  • 100 gr. Walnusskerne
  • 2 TL aci biber salcasi (scharfe Paprikapaste; gibt es im türkischen Lebensmittelhandel)
  • 1 TL Tomatenmark
  • 1 EL Olivenöl
  • 1 TL pul biber (Paprikaflocken)
  • 1/2 TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • 1/2 TL Sumach
  • Salz, Pfeffer
  • 1/2 Bund glatte Petersilie
  • 1 Zitrone

Für den Teig die Hefe in lauwarmen Wasser auflösen. Mehl in eine Schüssel geben, alle restlichen Zutaten zufügen und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Die Schüssel abdecken und den Teig in ca. 60 min zu doppelter Größe aufgehen lassen.

Für den Belag Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Paprika und Tomate in kleine Würfel schneiden. Walnüsse hacken. Alle Zutaten mit Ausnahme von Petersilie und Zitrone in eine große Schüssel geben, gründlich vermischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Den Ofen auf 210°C Umluft vorheizen; dabei zwei Backbleche mit einschieben. Zwei Bögen Backpapier auf der Arbeitsfläche auslegen. Den Teig in 4 gleich große Teile teilen. Auf jedem Backpapier-Bogen je zwei Teile des Teiges zu länglichen, sehr dünnen Fladen ausrollen. Jeweils mit einem Viertel der Füllung belegen.

Die beiden Bleche aus dem Ofen nehmen und die Backpapiere mit den Lahmacun auf die heißen Bleche ziehen. Wieder in den Ofen schieben und in ca. 10 min ausbacken.

Petersilienblätter abzupfen und grob hacken. Zitrone vierteln.

Lahmacun mit Petersilie und Zitrone servieren.

Dinkel-Walnussbrot mit Karotten

dinkel-walnussbrot mit karotten

Er ist wieder da, der Bread Baking Day! Immerhin ist es schon der 72. Tanja von Greenway36 wünscht sich nussige Brote. Und dazu ist mir tatsächlich auch mal wieder was eingefallen. Das ist zur Zeit gar nicht mal so selbstverständlich. Ich backe zwar mehrfach die Woche Brot und Brötchen, bin aber gleichzeitig träge. Ich habe ein, zwei Standardrezepte, die ich je nach Gusto und Vorratslage abwandle. So wahnsinnig kreativ bin ich gerade nicht; die Energie wird anderweitig investiert 😉

Aber Brot und Nüsse – da komme ich auf Walnüsse. Die sind mir einfach die liebsten. Haselnüsse würde ich auch mögen, vertrage sie aber nicht. Um das Ganze noch etwas nussiger zu machen, verwende ich gerne Dinkelmehl. Die Karotten machen das Brot schön saftig; so neigt der Dinkel weniger dazu, trocken zu werden. Die Karotten sind sehr fein gerieben, man sieht sie im gebackenen Brot nicht mehr. Das ist ganz prima, denn so kriege ich doch einen Hauch von Gemüse in Tochter m. hinein 😉 Die Walnüsse gebe ich erst nach der ersten Gehzeit in den Teig; ich bilde mir ein, dass sie sich dann gleichmäßiger verteilen.

Für einen Laib:

Sauerteig:

  • 100 gr. Dinkelvollkornmehl
  • 1 EL Anstellgut
  • 100 gr. Wasser

endgültiger Teig:

  • Sauerteig
  • 100 gr. Walnüsse
  • 1 mittlere Karotte
  • 200 gr. Dinkelvollkornmehl
  • 200 gr. Dinkelmehl 630
  • 250 gr. Wasser
  • 2,5 gr. frische Hefe
  • 10 gr. Salz

Am Vortag für den Sauerteig alle Zutaten mischen und ca. 16 Stunden abgedeckt gären lassen.

Am Backtag die Karotte schälen und fein reiben. Alle Zutaten mit Ausnahme der Walnüsse in der Küchenmaschine zu einem geschmeidigen Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Abdecken und in ca. 60 min zu doppelter Größe aufgehen lassen.

Inzwischen die Walnüsse grob hacken und in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis sie zu duften beginnen. Beiseite stellen und abkühlen lassen.

Wenn der Teig gegangen ist, vorsichtig die Walnüsse einarbeiten. Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem länglichen Laib formen und zum Ruhen mit Schluss nach oben in ein leicht bemehltes Gärkörbchen geben.

Den Backofen auf 250°C vorheizen. Wer hat, heizt einen Backstein mit vor. Wenn der Teig aufgegangen ist (nach ca. 1 h) den Teigling auf den Backstein oder ein mit Backpapier belegtes Blech stürzen und mit 4 beherzten Schnitten diagonal einschneiden. Im heißen Ofen in ca. 50 min ausbacken. Dabei  nach 10 min die Temperatur auf 220°C absenken. Schwaden nicht vergessen.

Gebackene Rote Zwiebeln mit Walnuss-Salsa

gebackene zwiebeln

Zwiebeln spielen in meiner Küche keine besonders große Rolle. Klar, ich verwende sie als Basiswürze. Angebraten, natürlich. Rohe Zwiebeln mag ich nämlich nicht. Ab und zu gibt es eine Zwiebelsuppe – Zwiebeln, so lange geschmort, bis sie süß sind, das mag ich. Und natürlich Röstzwiebeln auf den Kässpätzle.

Aber Zwiebeln als Hauptdarsteller auf dem Teller, das war hier bisher eher selten. Womöglich sollte ich das ändern, denn diese gebackenen Zwiebeln sind köstlich. Durch das Rösten werden sie süßlich. Die Walnuss-Salsa sorgt für Biss und ein wenig Schärfe  – genau wie der Rucola – und der Käse steuert ein cremiges Element bei. Ich hätte eine doppelte Portion von allem machen sollen, dann hätte ich jetzt noch ein wenig übrig, um es in ein Sandwich zu füllen .

Das Rezept ist, genau, von Ottolenghi. Jemand anders hätte mich zu Zwiebeln als Hauptsache wohl kaum überreden können. Wir haben die Zwiebeln mit etwas Brot als Hauptgericht gegessen, aber die machen sich auch gut als Vorspeise oder im Rahmen einer Mezze-Platte. Wer mag, streut noch ein paar Granatapfelkerne über das Ganze. Das sorgt für noch mehr Biss und Aroma….ich hatte das vor – und habe es vergessen

Also, für 4 als Vorspeise:

  • 4 rote Zwiebeln (ca. 600 gr.)
  • etwas Olivenöl
  • einige Stängel Rucola
  • einige Stängel glatte Petersilie
  • 60 gr. weicher Ziegenkäse
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • optional: Granatapfelkerne

Für die Salsa:

  • 65 gr. Walnusskerne
  • 1 rote Chili
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 3 EL Essig; ich hatte Weißweinessig
  • 1 EL Olivenöl

Den Backofen auf 220°C vorheizen.

Die Zwiebeln von Wurzel- und Stielansatz befreien, schälen und dann waagerecht in je 3 Scheiben schneiden. Ein Blech mit Backpapier auslegen und die Zwiebeln darauf verteilen. Zwiebeln mit Olivenöl bepinseln und mit Salz und Pfeffer würzen. Dann in den Ofen schieben und ca. 40 min rösten. Dann aus dem Ofen nehmen und ein wenig abkühlen lassen.

Inzwischen für die Salsa die Walnusskerne grob hacken. Die Chili entkernen und fein hacken. Knoblauch schälen und ebenfalls fein hacken. Alle Zutaten in einem Schälchen vermischen und mit Salz und Pfeffer würzen.

Petersilienblättchen abzupfen und grob hacken. Rucola von den groben Stielen befreien und in grobe Stücke zupfen. Käse in kleine Würfel schneiden.

Zum Servieren Rucola und Petersilie in einer Schüssel vermischen. Zwiebeln, Käse und die Hälfte der Salsa zugeben und alles vorsichtig durchmischen. Dann auf flachen Tellern anrichten und mit der restlichen Salsa überziehen.