Karotten-Paté

Ach, die gute, zuverlässige Karotte. In jeder Abokisten-Lieferung sind Karotten, und manchmal wachsen sie mir etwas über den Kopf. Das ist dann meist der Punkt, an dem ich sie im Ofen röste und dann für die weitere Verwendung im Kühlschrank parke.

Diesmal sind sie nach dem Rösten in dieser würzigen Paté, gelandet, die sich sowohl als Brotaufstrich als auch als Dipp richtig gut macht. Hugh-Fearnley-Whittiingstall*, von dem das Rezept stammt, schlägt außerdem noch eine Menge Abwandlungen vor: skandinavisch inspiriert mit Räucherfisch und zusätzlichem Dill, etwas würziger mit Chiliflocken oder Curry – oder aber mit Pastinaken statt Karotten.

Und ich denke, wer sich am Kümmel stört, der kann ohne Weiteres auch Kreuzkümmel verwenden.


  • 1/4 TL ganzer Kümmel
  • 150 g Frischkäse
  • ca. 150 g gegarte Karotten
  • Schalenabrieb von 1/2 Bio-Zitrone, plus etwas von dem Saft
  • einige Stängel Dill
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Den Kümmel in einer kleinen Pfanne ohne Fett anrösten, bis er zu duften beginnt. Abkühlen lassen, dann grob mörsern.

Dill zupfen und grob hacken.

Frischkäse zusammen mit Karotten, Kümmel sowie Schale und Saft der Zitrone im Blitzhacker kurz mischen. Das Ganze soll noch etwas Struktur haben.

Dill untermischen und die Masse mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Passt zu Brot, aber auch Dipp für zum Beispiel Rohkost.


Kartoffeln in pikanter Käsesauce

Vor vielen Jahren stand hier regelmäßig ein Gericht auf dem Tisch, das uns gut gefiel: es waren Kartoffeln, mit einer pikant abgeschmeckten Frischkäsemischung überbacken. Im Laufe der Zeit ging mir das Rezept verloren, ich erinnerte mich nur noch, dass der Autor damals meinte, das Ganze hätte seinen Ursprung in Lateinamerika.

Und siehe da, kaum gehen ein paar Jahre ins Land, schon stoße ich auf das Ursprungsrezept. Es heißt Papa a la huancaína; und gefunden habe ich es in dem dicken Phaidon-Wälzer über die peruanische Küche*.  Das mich das gleich zum Ausprobieren animiert hat, ist klar,oder?

Das Rezept ist einfach – es wird eine kalte Sauce hergestellt, die dann über gekochte, in Scheiben geschnittene Kartoffeln kommt. Das Ganze soll als Vorspeise fungieren. Ich habe mir eine Abwandlung erlaubt….die Saucenbasis sind  im Original neben Frischkäse (eigentlich Queso fresco) und Kondensmilch 250 g gelbe Chilischoten. Auf einer Schärfescala von 1 bis 10 liegen die bei 10; was mich vermuten ließ, das ich das besser nicht mache. Ich habe gelbe Paprikaschoten verwendet und eine der Habaneros. Sicherheitshalber…

Von der Sauce wird etwas übrig bleiben, und das ist gut so. Sie passt nämlich auch gut zu Nudeln, zu Gemüsesticks oder zu anderen Knabbersachen.

Sauce:

  • 2 EL neutrales Öl
  • 250 g gelbe Paprika
  • 1 bis 2 gelbe Habaneros
  • 1/4 rote Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 350 ml Kondensmilch (ungezuckert)
  • 130 g Frischkäse
  • 4 Salzcracker
  • Salz

Paprikaschoten putzen und würfeln, ebenso die Chilis. Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken.

Öl in einer Pfanne erhitzen; Paprika, Zwiebel, Chili und Knoblauch darin braten, bis die Paprikaschoten weich sind.

Den Inhalt der Pfanne zusammen mit der Kondensmilch, Frischkäse und Crackern in den Mixer geben und zu einem glatten Püree mixen. Mit Salz abschmecken, in eine Schüssel füllen und bis zur Verwendung kühl stellen.

Zum Fertigstellen:

  • 4 große Kartoffeln
  • 2 Eier
  • 8 schwarze Oliven, entsteint

Die Kartoffeln schälen,in mundgerechte Stücke schneiden und in Salzwasser garkochen. Die Eier in ca. 9 min hart kochen.

Die Kartoffeln auf einem Servierteller anrichten. Die Sauce über die Kartoffeln geben. Eier schälen und vierteln, Oliven hacken und die Kartoffeln mit beidem dekorieren.

Gebackener Lauch mit Tintenfisch, Frischkäse und Estragon

Das ist eines der Gerichte aus “Gøne Fishing“*, auf die ich mich begeistert gestürzt habe, weil alle Zutaten unmittelbar verfügbar waren.

Und ganz nebenbei ist das Gericht nicht schwer herzustellen und wartet mit einer tollen Geschmackskombination auf: der im Ofen gebackene Lauch verliert seine Schärfe und wird leicht süß; die mit Zitrone abgeschmeckte Frischkäsecreme liefert eine frische Note und das Lakritz-Aroma des Estragons ist auch toll dazu.

Für 4 Personen:

  • 400 g frischer Tintenfisch
  • 6 EL Olivenöl
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 50 g Frischkäse
  • Schalenabrieb von 1 Bio-Zitrone
  • Salz, Pfeffer aus Mühle
  • 1 Bund Estragon
  • 4 Stangen Lauch

Tintenfisch putzen,  spülen und in Ringe schneiden. Knoblauch schälen und hacken. Tintenfisch in eine Schüssel geben, mit Salz, gehacktem Knoblauch und einem Esslöffel Olivenöl vermischen und 30 min marinieren lassen.

Ofen auf 180°C vorheizen. Den grünen Teil des Lauchs der Länge nach zerschneiden und gründlich waschen; das Weiße anderweitig verwenden. Die Stangen in eine mit Backpapier ausgelegte Form geben, mit 3 EL Olivenöl beträufeln, salzen und für 30 bis 40 min backen, bis die Stangen gut gebraten sind und leicht zusammenfallen. Der Lauch wird dadurch leicht süß und sein Aroma intensiviert sich. Aus dem Ofen nehmen und Länge nach teilen.

Während der Lauch im Ofen ist, den Frischkäse mit Zitronenabrieb, 2 EL Olivenöl, Salz und Pfeffer zu einer glatten Creme rühren.

Estragon zupfen und hacken.

Den Tintenfisch portionsweise in einer sehr heißen Pfanne für 30 Sekunden bis eine Minute anbraten, dann salzen und pfeffern.

Zum Servieren den Tintenfisch auf dem gebackenen Lauch anrichten; Frischkäsecreme und Estragon darauf verteilen.

Karotten-Biskuitroulade mit Frischkäsefüllung

Mit der guten alten Biskuitroulade habe ich recht lange gerungen…essbar war sie immer, schön eher selten. Seit ich mich an diese zackige Arbeitsanweisung von Katha halte, funktioniert es aber. Immer.

Und wenn man die Basis begriffen hat, dann kann man ja auch mal etwas Neues wagen. Zum Beispiel den Biskuit mit einem Gemüsepüree aromatisieren. Das Rezept hat mich gleich angesprungen, als ich es in Cynthia Barcomis Backschule* entdeckt habe. Allerdings ist es im Original eine Kürbis-Biskuitroulade. Ich hatte keinen Kürbis, aus unerfindlichen Gründen aber eine Menge Karotten im Gemüsefach, die habe ich benutzt.

Das hat toll geschmeckt – die Roulade ist schön saftig, die Füllung cremig und nicht zu süß.

Für 1 Roulade:

Biskuit:

  • 500 g Karotten oder ein kleiner Hokkaido-Kürbis
  • 135 g Mehl
  • 3/4 TL Natron
  • 3/4 TL Backpulver
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL gemahlener Zimt
  • 1/4 TL Muskatnuss, frisch gerieben
  • 1 Prise Nelkenpulver
  • 4 Eier, Zimmertemperatur
  • 220 g Zucker
  • 30 g Puderzucker zum Rollen

Füllung:

  • 175 g Frischkäse
  • 100 g Butter, weich
  • 200 g Puderzucker, gesiebt

Kürbis kleinschneiden, entkernen und würfeln. Karotten einfach schälen und würfeln. Das Gemüse in wenig Wasser gar kochen, dann gründlich abtropfen lassen und das Püree in einem feinen Sieb auskühlen und nochmals abtropfen lassen. 200 g abnehmen, den Rest anderweitig verwenden.

Backofen auf 180°C (Umluft oder Unterhitze) vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen.

Mehl, Natron, Backpulver, Salz und die Gewürze in eine Schüssel sieben. Eier in einer weiteren Schüssel mit dem Zucker weißschaumig aufschlagen, das dauert ungefähr 5 Minuten. Das Püree zugeben und noch eine Minute weiterschlagen. Die Mehlmischung mit einem Teigschaber vorsichtig unterheben.

Die Masse gleichmäßig auf dem Blech verteilen. Sie soll überall gleich hoch sein. Im heißen Ofen ca. 12 bis 14 min backen; der Teig ist fertig, wenn er leicht zurückfedert, sobald man mit dem Finger darauf drückt.

Während der Teig im Ofen ist, ein Geschirrtuch mit dem Puderzucker  bestäuben. Die Teigplatte sofort auf das Tuch stürzen, das Backpapier vorsichtig abziehen und die Roulade mit Hilfe des Geschirrtuchs aufrollen.  Auf einem Kuchengitter vollständig auskühlen lassen.

Für die Füllung Frischkäse und Butter cremig rühren. Den Puderzucker zugeben und alles einige Minuten kräftig aufschlagen. Es soll eine luftige Masse entstehen.

Den Biskuit vorsichtig vom Tuch abrollen. Gleichmäßig mit der Füllung bestreichen, wieder aufrollen, dann kühl stellen. Vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

Frischkäsegugelhupf

Ich mag es ja oft einfach. So wie bei diesem Kuchen zum Beispiel. Er besteht aus nur wenigen Zutaten und ist nicht schwierig zu backen. Und gerade deswegen ist er etwas Besonderes.

Einfach muss ja nicht heißen, dass das ein leichter Kuchen ist – Ihr müsst die Buttervorräte aufstocken dafür und auch an Eiern wird nicht gegeizt. Zum Ausgleich dürft Ihr dann das Backpulver weglassen. Das Aroma kommt von Vanille und Zitronenabrieb.

Der Kuchen ist saftig und flaumig und aufgrund der Buttermenge auch ganz schön üppig. Ich finde, er geht als Geburtstagskuchen durch. Deshalb schicke ich ihn auch gleich rüber zu Zorra. Die feiert nämlich ihren 13. Blog-Geburtstag und wünscht sich dazu ganz viele Gugelhupfe. Happy Birthday Zorra, und lass es Dir schmecken!

Das Rezept ist von Melissa Forti*. Sie hat es in einer alten Kochzeitschrift gefunden und ist so begeistert, dass es seither zu ihrem Standardrepertoire gehört.

Für 8-10 Stücke:

  • 340 g zimmerwarme Butter, plus etwas für die Form
  • 420 g Mehl (Type 405)
  • 225 g Frischkäse
  • 500 g Zucker
  • Schalenabrieb von 1 Bio-Zitrone
  • Mark einer Vanillestange
  • 6 Eier (ich hatte Größe L)
  • Puderzucker zum Bestäuben

Den Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Gugelhupfform gründlich mit Butter einfetten. Dann mit Mehl bestäuben, dabei drehen und schwenken, bis sie richtig gut ausgestäubt ist. Überschüssiges Mehl abklopfen.

Die Butter zusammen mit dem Frischkäse mit dem Rührgerät cremig schlagen. Den Zucker zugeben und bei hoher Geschwindigkeit unterrühren, dann die Geschwindigkeit herunterstellen und 3 der Eier zusammen mit dem Zitronenabrieb einrühren. Schließlich das Mehl und die Vanille einarbeiten, dann die restlichen 3 Eier unterrühren.

Den Teig in die Form füllen und für 90 min im heißen Ofen backen. Sicherheitshalber aber schon nach einer Stunde immer wieder mal testen, ob der Kuchen schon fertig ist. Dazu mit einem Holzstäbchen in den Teig stechen. Wenn kein Teig mehr am Stäbchen haften bleibt, ist der Kuchen fertig. Meinen konnte ich ca. 10 min früher aus dem Ofen holen.

Kuchen kurz in der Form abkühlen lassen, dann vorsichtig auf ein Kuchengitter kippen, ganz abkühlen lassen und zum Servieren mit Puderzucker bestäuben.

 

Bento mit Tamagoyaki, Schinkenröllchen und Knoblauchspinat

Nach der Rezension von vorgestern wird es heute Zeit für ein Bespielbento aus dem Buch von Makiko Itoh*.

Kennt Ihr Tamagoyaki? Ich mag das sehr. Tamagoyaki heißt eigentlich “gebratenes Ei”; es ist aber ein gerolltes Omelette. Das Ei wird mit Sojasauce und Zucker, oft auch mit Mirin gewürzt und dann schichtweise in der Pfanne gebraten und dazwischen immer wieder gerollt. Das Tamagoyaki wollte ich Euch unbedingt zeigen. Mit in der Box sind außerdem ein gefülltes Schinkenröllchen, etwas gegarter Spinat und natürlich Reis.

Das klingt nach viel Vorbereitungsarbeit, aber man kann alles schon am Abend vorher machen. Schinkenröllchen und Spinat kann man auch in größeren Mengen herstellen und später in der Woche nochmal in eine andere Box packen.

Tamogoyaki (2 Portionen):

  • 4 große Eier
  • 1 EL Zucker
  • 1 TL Mirin*
  • etwas Salz
  • 1 TL Sojasauce
  • Pflanzenöl zum Braten
  • eine beschichtete Pfanne von ca. 20 cm Durchmesse

Alle Zutaten mit Ausnahme des Öls vermischen. Eiweiß und Eigelb sollen sich verbunden haben, aber nicht schaumig geschlagen werden.

Die Pfanne bei mittelstarker Hitze erhitzen und mit ein wenig Öl auspinseln. Eine dünne Schicht Eiermischung in die heiße Pfanne gießen und durch Schwenken gleichmäßig verteilen. Sobald das Ei zu stocken beginnt, das Ei auf die andere Seite der Pfanne rollen, indem man es mit einem Stäbchen oder einer Gabel überschlägt und so lange weitermacht, bis man eine dünne Rolle hat. Rolle am Rand liegen lassen, Pfannenboden wieder mit Öl einpinseln. Die nächste Portion der Eiermischung in die Pfanne gießen. Wieder die Pfanne zum Verteilen schwenken, dabei die am Rand liegende Eierrolle etwas anheben, damit die Eimischung  darunter läuft. Sobald die Schicht zu stocken beginnt, wird sie über die bereits fertige Rolle zum Pfannenrand gerollt. So weitermachen, bis die gesamte Eiermischung aufgebraucht ist. Fertiges Tamagoyaki in der Pfanne wenden und mit einem Pfannenwender zusammendrücken, damit es gut zusammenhält. Aus der Pfanne nehmen und auskühlen lassen, dann in gleichmäßige Scheiben schneiden.

Schinkenröllchen (1 Portion):

  • ein kleines Stück Karotte
  • 5 gerade grüne Bohnen
  • etwas Salz
  • 2 Scheiben Schinken
  • 2 EL Frischkäse

Die Röllchen am Vorabend vorbereiten, damit der Frischkäse Zeit hat, fest zu werden.

Die Bohnen putzen. Karotte schälen und in gerade Stifte schneiden, die so lang wie die Bohnen sind. Beide  Gemüse in kochendem Salzwasser ca. 3 min blanchieren, dann abgießen, kalt abspülen und gründlich abtropfen lassen. Die beiden schönsten Karottenstreifen und die schönsten Bohnen beiseite legen, den Rest klein schneiden, er kommt später über den Reis.

Ein Stück Frischhaltefolie auf die Arbeitsfläche legen. Eine Scheibe Schinken darauf legen und mit dem Frischkäse bestreichen. Karottenstreifen und Bohnen 1 cm entfernt von Rand auf den Käse legen, die Schinkenscheibe so eng es geht um das Gemüse rollen. Die zweite Schinkenscheibe um die erste Rolle wickeln. Alles fest in Frischhaltefolie packen und zum Festwerden in den Kühlschrank stellen. Dann in gleichmäßige Scheiben schneiden.

In Knoblauch gebratener Spinat (1 Portion):

  • etwas mit Knoblauch aromatisiertes Olivenöl oder 1 TL Olivenöl und ein wenig Knoblauch zum Braten
  • 1 kleine getrocknete Chilischote
  • 60 g Spinat
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Spinat waschen und trockenschleudern.

Öl (oder Öl mit Knoblauch) in einer kleinen Pfanne erhitzen. Chilischote zugeben und 1 min rühren, dann herausnehmen. Spinat in die Pfanne geben, zusammen fallen lassen, dann mit Salz und Pfeffer würzen und kurz durchrühren.

Spinat aus der Pfanne nehmen, gut abtropfen lassen und abkühlen. In einen Food-Divider oder in ein Papier- oder Silikonbackfömchen füllen.

Reis (1 Portion):

Ihr braucht 200 g gekochten, abgekühlten Reis. Den packt Ihr in die Box und bestreut ihn mit dem übrigen Gemüse von der Schinkenrolle.

Scheiben von Schinkenröllchen, Spinat und Tamagoyaki ebenfalls in die Box packen. Ich hatte eine mehrteilige, runde Box wie sie für indisches Tiffin verwendet wird und habe den Reis getrennt verpackt. Wenn die Box einstöckig ist, würde ich den Reis vom Rest mit einem Salatblatt oder etwas Ähnlichem abtrennen.

 

Piroschki mit Lachs-Frischkäsefüllung

piroschki

Es gibt eine erkleckliche Anzahl an Teigtaschenrezepten in Annabelle Schachmes “Jüdischer Küche“.

Ich habe für’s erste die Piroscki ausprobiert. Es gibt da verschiedene Vorschläge für Füllungen, auch eine süße Variante mit Mohn und Frischkäse ist dabei.

Mich hat besonders diese Füllung hier mit Lachs und Frischkäse angelacht. Und die ist auch wirklich toll. Der Lachs wird mit Zitrone aromatisiert und im Ofen vorgegart, das gibt ein schönes Aroma. Frischkäse und Dill machen das ganze schön frisch und leicht.

Noch ein Wort zum Teig: das ist ein Allroundteig; Annabelle Schachmes verwendet ihn auch für Sandwich-Brötchen; ich habe das probiert, die Brötchen fanden reißenden Absatz.

Jetzt aber zu den Piroschki. Das Rezept reicht für 4 Personen:

piroschki1

Teig:

  • 500 g Mehl
  • 10 g frische Hefe
  • 200 g Wasser
  • 2 Eier
  • 50 ml Sonnenblumenöl
  • 10 g Zucker
  • 15 g Salz

Füllung:

  • 1 Bio-Zitrone
  • 250 g Lachsfilet
  • Olivenöl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Bund Dill
  • 70 g Doppelrahmfrischkäse

Zum Fertigstellen:

  • 1 Ei
  • Sesam, Mohnsaat o.ä. zum Bestreuen

Für den Teig das Mehl mit Salz und Zucker in eine Schüssel geben. Hefe im Wasser auflösen, die Hefelösung zusammen mit Eiern und Öl zum Mehl geben und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Die Schüssel gut abdecken und den Teig in ca. 1 h zu doppelter Größe aufgehen lassen.

Inzwischen für die Füllung den Backofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier belegen, den Lachs darauf legen. Die Hälfte der Zitrone in feine Scheiben schneiden  und den Lachs damit belegen. Mit ein wenig Olivenöl beträufeln und mit Salz und Pfeffer würzen, dann im heißen Ofen ca. 15 min garen.

Herausnehmen und abkühlen lassen. Den Ofen kann man an lassen.

Dill zupfen und Blättchen fein hacken. Restliche Zitrone auspressen. Dill, Frischkäse und Zitronensaft in einer Schüssel verrühren. Den Lachs zerzupfen und unterheben; die Masse mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Nun den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche ca. 2mm dünn ausrollen. Am besten geht das portionsweise. mit einem Ausstecher oder einem Glas Kreise ausstechen. Teigreste kann man immer wieder zusammenkneten, ausrollen und neue Kreise ausstechen.  In die Mitte jedes Teigkreises je 1 TL Füllung setzen. Die Teigränder mit ein wenig Wasser befeuchten und fest zusammendrücken. Piroschki auf ein mit Backpapier belegtes Blech setzen, mit verquirltem Ei bestreichen und mit Saaten nach Wunsch bestreuen.

Im heißen Ofen ca. 20 min backen.

Die Piroschki schmecken warm und kalt.

 

Bayrischer Wrap mit Lachs-Meerrettich-Creme

bayerischer wrap

Das ist einfach gemachtes, aber feines Fingerfood, was uns Hans Jörg Bachmaier *da auftischt.

Ich gehöre ja zu den Leuten, die noch nie einen “Wrap” käuflich erworben haben. Höchstens habe ich mich im Vorbeigehen gefragt, was genau das sein soll. Irgendeine Teighülle mit Füllung. Was für eine Hülle? Ich habe nie nachgeforscht, aber in meinem Kopf waren Weizentortillas.

Gut, in diesem Falle stimmt das nicht – wir essen heute einen gefüllten Pfannkuchen. Bei der Füllung habe ich mich für eine Frischkäse-Joghurt-Creme mit Räucherlachs entschieden, die durch Meerrettich ordentlich Fahrt aufnimmt. Vielleicht habe ich das wegen meines Opas getan: der liebte Meerrettich. Er hat ihn in Massen im Garten angebaut und sich immer wieder Nachschub geholt.

Aber keine Sorge, die Wraps schmecken auch, wenn man keinen Merrettich-liebenden Opa hatte.

Für 4 Wraps:

Teig:

  • 125 g Mehl (ich hatte Dinkel 630)
  • 300 ml Milch
  • 3 Eier (Größe S)
  • 50 g Nussbutter
  • Salz, Muskatnuss
  • Butterschmalz zum Ausbacken

Füllung:

  • 150 g Frischkäse
  • 100 g Naturjoghurt
  • 1 EL Zitronensaft
  • 100 g Räucherlachs
  • Cayennepfeffer
  • 1 EL geriebener frischer Meerrettich
  • 1 EL gehackter Dill
  • Salz
  • Kresse zum Garnieren

Zuerst den Pfannkuchenteig vorbereiten: dafür in einer Schüssel Mehl und Milch mit dem Schneebesen verquirlen. Eier und Nussbutter einrühren, alles mit einer Prise Salz und frisch geriebener Muskatnuss abschmecken. Teig abdecken und 2 h ruhen lassen.

Für die Füllung Frischkäse und Joghurt verrühren. Mit Zitronensaft und Cayennepfeffer würzen. Lachs in feine Streifchen schneiden, unter den Frichkäse mischen. Dill und Meerrettich ebenfalls einarbeiten. Nochmals mit Salz und Cayennepfeffer abschmecken.

Nun aus dem Teig vier Pfannkuchen backen. Dafür etwas Butterschmalz in einer Pfanne erhitzen, ein Viertel des Teiges hingießen, auf der Unterseite leicht braun backen, wenden und auf der anderen Seite fertig backen. Warmstellen und weiterarbeiten, bis aller Teig verbraucht ist. Natürlich kann man auch mehrere kleinere Pfannkuchen backen.

Zum Fertigstellen die Füllung auf den Pfannkuchen verteilen und die Pfannkuchen aufrollen. Zum Servieren mit Kresse garnieren.

 

Ein Nachmittag bei Dorling Kindersley – kleine Stärkung inklusive

DK
Fotos: Dorling Kindersley

Vor einiger Zeit rief Dorling Kindersley zum Pressetag, und so durfte ich einen spannenden Nachmittag im Verlag verbringen.

DK wohnt ganz in der Nähe des Münchener Hauptbahnhofs. Ursprünglich in London gegründet, gibt es den Verlag in Deutschland nun schon seit 15 Jahren. Ich wage einmal die Behauptung, dass die Kochbuchsparte des Verlages hierzulande berühmt wurde, als man begann die Bücher von Jamie Oliver zu veröffentlichen.

Aber um Jamie Oliver ging es nicht an diesem Nachmittag. Nach einer netten Begrüßung durch  Nathalie Knauer von der Presseabteilung durften wir erst etwas über die Geschichte des Verlages erfahren. Und wir bekamen erklärt, wie ein Buch entsteht – von der ersten Idee bis hin zur Auslieferung. Eine spannende Sache, bei der viele Hand in Hand arbeiten müssen. Eine kleine Führung durch den Verlag gab es obendrein.

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Foto: DK

Im Mittelpunkt stand aber das (Koch)Buchprogramm des kommenden Herbstes. Es gab also viele Bücher, in denen man schon vor ihrem Erscheinen schon mal blättern konnte. Eines davon hat mich sehr überrascht – darauf komme ich bestimmt zurück, wenn das Geheimnis gelüftet und das Buch auf dem Markt ist. Und man ist im Verlag zu Recht stolz darauf, dass man neben Lizenztiteln und Übersetzungen aus dem englischen Mutterhaus auch in zunehmenden Maße Eigenproduktionen anbietet.

Da gibt es ein paar spannende Projekte diesen Herbst: das “Oktoberfest Kochbuch” von Julia Skowronek ist schon erschienen – man kann sich also schon kulinarisch auf die Wiesn vorbereiten. Von Katharina Dimitriadis gibt es ein Buch mit schönen Ideen für die Lunchbox. Meine Kinder sind ja langsam aus dem Alter heraus, in dem sie unbedingt fancy gestylte Kuchen zum Geburtstag haben wollen. Ich bin mir aber echt sicher, dass ich so manche Pleite auf diesem Sektor hätte vermeiden können, hätte ich mich von Annik Weckers “Geburtstagkuchen” anleiten lassen können. Ja, und dann gibt es diesen Herbst noch mein perönliches Highlight unter den deutschsprachigen Büchern – die Wiener Küche von Susanne Zimmel, die Ihr bestimmt alle unter “Ziii kocht…was” kennt.

Die Autorinnen dieser Bücher waren da. Sie haben nicht nur Kostproben mitgebracht, damit man sich schon mal einen Eindruck verschaffen kann, was einen so erwartet in ihren Büchern, sondern es gab auch interessante und lustige Gespräche – Speed Dating mal anders 😉

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In der Tüte, mit der wir schließlich den Verlag verliesen, war nicht nur jede Menge Infomaterial, sondern auch ein Buch – das Oktoberfest Kochbuch. Julia Skowronek hatte als Kostprobe Obatzdn mit gebracht – und genau den bekommt Ihr jetzt als kleine Stärkung. Schließlich geht es ja um Kochbücher, da kann ich Euch nicht hungrig nach Hause gehen lassen:

  • 200 gr. Camembert (reifer)
  • 200 gr. Frischkäse
  • 1 EL Paprika edelsüß
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 rote Zwiebel

zum Servieren: Brezen, Salzstangen, Radieschen

Den Camembert mit einer Gabel zerdrücken. Den Frischkäse ebenfalls mit der Gabel unterrühren und das Paprikapulver einarbeiten. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zwiebel in Ringe schneiden und den Obatzdn damit garnieren.

Brezen, Salzstangen und Radieschen sind zum Tunken gedacht 🙂

Fast nachgebacken: Frischkäsebrot

frischkäsebrot

Der Bread Baking Day geht in die die 62. Runde. Eine gute Gelegenheit, den Roundup für den World Bread Day abzuarbeiten und ein Brot daraus nachzubacken. 354 Brote aus aller Welt wurden eingereicht – gar nicht so leicht, sich für eines zu entscheiden.

Das Frischkäsebrot von Babeth’s Cuisine hat mich spontan angelacht. Ich habe es nachgebacken. Naja, jedenfalls fast. Ich habe aus dem schnellen Hefebrot ein Brot mit Vorteig  gemacht. Und außerdem einen Teil des Weißmehls durch Volkornmehl ersetzt, den Zucker weggelassen und bei höherer Temperatur gebacken.

Das Brot  hat eine schöne Kruste und ein weiche, fluffige Krume. Es schmeckt auch getoastet sehr gut.

Vorteig:

  • 100 gr. Weizenvollkornmehl
  • 100 gr. Wasser
  • 5 gr. frische Hefe

Hauptteig:

  • Vorteig
  • 100 gr. Weizenvollkornmehl
  • 300 gr. Weizenmehl Type 550
  • 5 gr. frische Hefe
  • 200 gr. Frischkäse
  • 125 gr. Wasser
  • 2 EL Olivenöl
  • 10 gr. Salz

Zunächst für den Vorteig die Hefe im lauwarmen Waser auflösen und zusammen mit dem Mehl zu einem Teig verrühren; der hat so in etwa Pfannkuchenteig-Konsistenz. Schüssel luftdicht abdecken und den Teig ca. 6 h ruhen lassen.

Für den endgültigen Teig den Frischkäse mit dem Wasser gründlich verquirlen. Aus allen Zutaten einen homogenen Teig kneten (ich brauche dafür mit der Küchenmaschine ca. 5 min), dabei das Öl erst gegen Ende der Knetzeit zugeben. Den Teig in einer Schüssel mit Deckel in ca. 1h zu doppelter Größe aufgehen lassen. Dann die Arbeitsfläche mit Mehl bestäuben und ein längliches Gärkörbchen bemehlen. Den Teig aus der Schüssel holen und zu einem ovalen Laib formen, ins Gärkörbchen legen, mit einem sauberen Küchenhandtuch abdecken und nochmals ca. 1 h ruhen lassen.

Den Ofen auf 250°C vorheizen. Einen Backstein einschieben oder ein Blech mit Backpapier belegen.

Das Brot vorsichtig auf den Stein oder das Blech kippen, rasch einschneiden und mit Dampf in ca. 50 min ausbacken. Dabei nach 10 min die Ofentemperatur auf 220°C reduzieren.