Aprikosen-Chili-Hühnchen und Knoblauch-Edamame aus dem Instant Pot

Ich bin eigentlich ein wenig misstrauisch, was gekochtes Fleisch angeht, das vor dem Garen nicht angebraten wird. Meist schmeckt alles besser, wenn ein paar Röstaromen dazu kommen. Hier wird tatsächlich nichts angebraten, sondern das Hühnchen wird einfach in der Sauce gegart – und es hat hervorragend geschmeckt. Die Mischung aus Aprikosenmarmelade, Sojasauce und Sambal Oelek gibt dem Ganzen ordentlich Aroma; hier waren alle begeistert. Coco Morantes Original-Rezept* verwendet Pflaumenmarmelade; das ist bestimmt auch toll; das werde ich beim nächsten Mal ausprobieren.

Zum Fleisch habe ich mir eine ebenfalls asiatisch inspirierte Gemüsebeilage ausgesucht – ich liebe Edamame, und so kam mir das Rezept für die Knoblauch-Edamame gerade recht. Das geht sehr fix – die Bohnen werden in gefrorenem Zustand gegart. Allerdings eine Sache war mir unklar – nämlich, was an der Sauce Speisestärke soll. Das ist nur so wenig Flüssigkeit, das muss wirklich nicht abgebunden werden.

Die Rezepte reichen jeweils für 4 Personen:

Für das Hühnchen:

  • 125 g Aprikosenmarmelade (für Pflaumenhühnchen Pflaumenmarmelade)
  • 125 ml Wasser
  • 2 EL Sojasauce
  • 1 El Sambal Oelek
  • 1 Bund  Frühlingszwiebeln
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 700 g Hühnerbrust

Frühlingszwiebeln putzen und in Röllchen schneiden. Knoblauch schälen und hacken. Das Fleisch in nicht zu kleine Würfel schneiden.

Die Marmelade mit Wasser, Sambal, Sojasauce und gehacktem Knoblauch verrühren.

Das Fleisch und die Frühlingszwiebeln in den Einsatz des Instant Pots geben, die Sauce darüber geben und alles gut vermischen. Deckel auflegen und verriegeln, den Dampfablass schließen. Das Programm “Poultry” wählen und die Garzeit auf 8 min bei hohem Druck einstellen. Nach Ablauf der Garzeit den Dampf 10 min langsam entweichen lassen, dann das Ventil öffnen und den restlichen Dampf ablassen.

Die Hühnchenstücke auf einen Servierteller legen und warm halten. Dann das Programm “Sauté” wählen und die Sauce ca. 8 min einkochen lassen. Sauce über das Fleisch geben und alles servieren.

Knoblauch-Edamame:

  • 1 EL Sojasauce
  • 1 EL Honig
  • 1 EL Reisessig
  • 1 TL Sambal Oelek
  • 500 g Edamame, TK
  • 1 EL neutrales Öl
  • 2 Zehen Knoblauch
  • Salz
In einer kleinen Schüssel die Sojasauce mit Honig, Essig und Sambal verrühren.
Wasser in den Topf des Instant Pots füllen. Die Edamame in einen Dämpfeinsatz geben und diesen in den Topf stellen. Deckel verriegeln, ebenso den Dampfablass und die Sojabohnen im Programm “Steam” eine Minute dämpfen.
Das Ventil zum Schnellabdampfen öffnen. Den Innentopf herausholen und die Edamame in ein Sieb abgießen. Innentopf herausheben, Wasser abgießen.
Knoblauch schälen und fein hacken.
Topf wieder einsetzen. Im Programm “Sauté” beide Ölsorten erhitzen. Den Knoblauch kurz unter Rühren braten, dann die Edamame zugeben und rühren, bis sie vom Öl umhüllt sind. Die Sauce zugießen und alles unter Rühren garen, bis die Edamame von der Sauce überzogen sind. Mit Salz abschmecken und servieren.

Curry-Laksa zum #tierfreitag

curry-laksa

Das ist ein Nudelsuppenklassiker aus Malaysia und Singapur, der ganz entschieden die Lebensgeister weckt. Die Basis ist eine scharf-saure Brühe mit Kokosmilch, aromatisch und wohltuend. Diese vegetarische Version der Suppe stammt von Ottolenghi*

Für Suppe wird eine Gewürzpaste hergestellt. Die Paste wird erst langsam angeröstet, dann kommen die restlichen Zutaten für die Brühe dazu und alles köchelt langsam vor sich hin. So entfalten sich die Aromen. Die Einlagen gibt man am Schluß dazu.

In die Suppe kommen Bohnensprossen; die kann man im Asia-Shop kaufen. Ich habe die prähistorischen Mungobohnen aus den Tiefen meines Vorratsschrank verwendet und keimen lassen. Die Suppe ist also mein Beitrag zum Vorratsschrank-Event.

Das Rezept, so wie es her steht, ist recht scharf. Wer da empfindlich ist, tut gut daran, die Menge an Chili und Sambal Olek zu reduzieren.

Die aromatische Suppe kommt ganz ohne tierische Produkte aus – ein klarer Fall für den Tierfreitag. Im Original werden noch Tofu-Puffs verwendet; das sind fritierte Tofu-Würfel, die ich weggelassen habe.

Das Rezept ist für 4:

  • 100 gr. Schalotten
  • 8 Zehen Knoblauch
  • 30 gr. Ingwer
  • 1 Stängel Zitronengras, der weiße Teil
  • 2 TL gemahlener Koriander
  • 3 getrocknete Chilis
  • 2 EL Sambal Olek
  • 60 ml neutrales Öl
  • 40 gr. Koriandergrün
  • 1 1/4 l Gemüsebrühe
  • 5 frische Curryblätter oder vietnamesischer Koriander
  • 2 TL Currypulver
  • 2 EL Zucker
  • 300 ml Kokosmilch
  • 300 gr. Bohnensprossen (Mungobohnensprossen aka Sojasprossen)
  • 150 gr. Edamame (original: grüne Bohnen)
  • optional: 250 gr. Tofu-Puffs
  • 2 Biolimetten

Zuerst die Currypaste herstellen: Dazu Schalotten und Knoblauch schälen und in grobe Stücke schneiden. Ingwer schälen und scheibeln, Zitronengras ebenfalls in Scheiben schneiden. Korianderblättchen abzupfen.

Die ersten sieben Zutaten einschließlich des Sambal Olek in einen Mixer geben. Die Korianderstängel und die Hälfte des Öls zugeben und alles zu einer groben Paste pürieren.

Etwas Öl in einem großen Topf erhitzen. Die Gewürzpaste darin ca. 15 min bei ganz niedriger Hitze anbraten. Dann die Brühe, die Curryblätter oder den Koriander, Currypulver, Zucker, Kokosmilch und ca. 1 1/2 TL Salz zugeben und alles 30 min bei milder Hitze köcheln lassen.

Die Bohnensprossen kurz in kochendem Wasser blanchieren, abgießen und gleich unter kaltem Wasser abspülen. Korianderblättchen hacken.

Die Reisnudeln 3 min in kochend heißem Wasser quellen lassen, dann abgießen. Die Edamame in die Suppe geben und kurz mitköcheln lassen. Dann die Nudeln und die Hälfte der Bohnensprossen in die Suppe geben. Wer Tofu-Puffs verwendet, gibt sie jetzt in die Suppe.

Zum Anrichten die Suppe in Schalen schöpfen, in jede Schale etwas Limettensaft auspressen, Bohnensprossen und Koriandergrün darüberstreuen.

Fast Food: Mala Doufu und Pfannengerührte Edamame

mala-doufu und gebratene sojabohnen

Das ist wieder einmal so ein Essen, das schneller auf dem Tisch steht als man den Lieferdienst anrufen kann. Ich musste dafür noch nicht mal  einkaufen gehen – das hat auch was.

Die Rezepte verdankt Ihr Foodina. Sie stammen nämlich aus dem Buch “Shanghai Straßenküchen“* Um dieses Buch bin ich sehr lange herumgetänzelt. Aber nach Tinas Rezension neulich war mir klar – ich brauche dieses Buch; und so ist es hier eingezogen. Die Mischung aus persönlichen Geschichten, Fotos und Rezepten gefällt mir sehr gut. Und natürlich muss auch gleich daraus gekocht werden.

Mala Tofu…was das wohl heißen mag? Nun, es heißt “betäubend scharf”. Die Schärfe kommt vom Chili, das Betäubende vom Sichuan-Pfeffer. Das ist ein echter Winterwärmer, bitte sehr:

mala-doufu

Für 2 Personen als eigenständiges Gericht, zusammen mit einem zweiten Gericht reicht es für 4:

  • Öl
  • 1 EL Chilipaste (ich hatte koreanische)
  • 1 guter TL Sichuan-Pfeffer, gemörsert
  • 1,5 cm frischer Ingwer
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 EL Sambal Oelek
  • Zucker
  • Salz
  • 1 gehäufter EL Tomatenmark
  • 300 gr. Tofu
  • Pfeffer aus der Mühle

Ingwer und Knoblauch schälen und fein hacken. Den Tofu in Würfel von ca. 1 cm Kantenlänge schneiden.

Etwas Öl  in einem Wok erhitzen. Chilipaste, Sichuan-Pfeffer, Ingwer, Knoblauch, Sambal Oelek, ein wenig Zucker und Salz in das Öl geben und alles kurz unter Rühren anrösten. Tomatenmark zugeben und alles kurz köcheln lassen. Den Tofu dazugeben, alles kurz durchrühren, bis der Tofu heiß ist. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und heiß servieren.

pfannengerührte sojabohnen

Das ging schnell, nicht wahr? Da haben wir gleich noch Zeit für ein zweites Gericht. Die frischen jungen Sojabohnen,  (Edamame) mag ich sehr. Wenn ich im Asia-Shop bin wandert immer eine Packung davon ins Körbchen – kurz: ich habe sie immer da. Kurz gegart und mit ein wenig Salz bestreut, geben sie einen prima Snack vor dem Fernseher ab. Oder man macht rasch ein pfannengerührtes Gericht wie dieses:

Für 2 Personen, wenn es allein auf dem Tisch steht oder für 4 mit noch einem zweiten Gericht:

  • 250 gr. geschälte Edamame, TK-Ware, aufgetaut
  • Öl
  • 1 grüne Paprika
  • 1 Chilischote
  • 2 Zehen Knoblauch
  • Salz

Paprika halbieren, das wattige Weiße und die Kerne entfernen und das Fruchtfleisch in mundgerechte Würfel schneiden.Chilischote in feine Ringe schneiden. Knoblauch schälen und hacken.

Etwas Öl in einem Wok erhitzen. Paprika, Chili und Knoblauch hineingeben und unter Rühren braten, bis alles vom Öl überzogen ist. Dann die Edamame hinzugeben, unter Rühren ca. 5 min braten. Mit Salz würzen und heiß servieren.

Salat mit Edamame und Radieschen, dazu grüne Tahini-Sauce

salat mit radieschen und edamame

Am Wochenende haben wir tatsächlich die Grillsaison eröffnet. Endlich konnte man draußen sitzen, ohne mit den Zähnen zu klappern, nassgeregnet oder vom Winde verweht zu werden.

Ich grille gerne, aber im Grunde sind mir die Beilagen fast wichtiger als das, was auf dem Grill liegt. Frische Salate und gutes Brot gehören für mich auf jeden Fall dazu; sonst macht das Ganze keinen Spaß.

Dieser Salat kommt frühlingsfrisch daher und besticht nicht nur durch schöne Aromen (wenn Kreuzkümmel und Salzzitronen unter den Zutaten sind, bestehen gute Chancen, dass mir etwas schmeckt 🙂 ), sondern auch durch Farbenpracht – gerade recht, nachdem so lange alles grau in grau war. Mit Brot und dem Dipp dazu kann er auch als leichtes Hauptgericht herhalten. Im Original wird der Salat übrigens mit Dicken Bohnen statt Edamame zubereitet. Das Rezept ergibt eine ordentliche Menge; aber der Salat hält sich ein wenig, und ich könnte mir gut vorstellen, dass er auch so manche Lunchbox und das ein oder andere Picknick bereichert.

Der Dipp hat übrigens nicht nur unseren Salat angereichert – er passte auch wunderbar zu den Lammkottelets vom Grill.

Ach ja, Brot gab es natürlich auch, wie Ihr auf dem Bild sehen könnt. Es war das Dinkel-Weizen-Mischbrot nach auchwas; das ich nur wärmstens empfehlen kann.

Für den Salat:

  • 500 gr. Edamame
  • 350 gr. Radieschen
  • 1/ 2 kleine rote Zwiebel
  • 30 gr. eingelegte Zitrone
  • Saft von 2 Zitronen
  • 2 El Petersilienblättchen
  • 3 EL Olivenöl
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für die Sauce:

  • 150 ml Tahin
  • 80 ml Zitronensaft
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1/2 TL Salz
  • 30 gr. Petersilie

Für den Salat zunächst die gefrorenen Edamame in kochendem Salzwasser ca 5 min blanchieren; dann abtropfen und auskühlen lassen.

Die Radieschen waschen, putzen und in jeweils 6 Spalten schneiden. Zwiebel und Zitrone fein hacken. Radieschen und Edamame zusammen mit Zwiebel und Zitrone in eine Schüssel geben und mit Zitronensaft, Olivenöl und Kreuzkümmel vermischen. Den Salat mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Petersilie fein hacken und unterheben.

Für die Sauce den Knoblauch und die Petersilienblättchen ganz fein hacken.

Tahin in einer Schüssel mit 150 ml Wasser glattrühren, dann Zitronensaft und Knoblauch einrühren und die Mischung salzen.  Die Petersilie einrühren. Die Mischung sollte cremig und klümpchenfrei sein; wenn sie zu dick ist, noch etwas Wasser zugeben. Probieren und, wenn nötig, nachsalzen.

Zum Servieren den Salat in Schälchen geben und mit etwas  Sauce toppen.

Rezept adaptiert aus: Ottolenghi, Das Kochbuch*