Pasta mit Ricotta, Birnen und Walnüssen

Ich habe es in der Rezension schon erwähnt, es gibt im Sizilien-Kochbuch* durchaus Gerichte, die mich sehr überraschen konnten. Dieses hier gehört dazu.

Wobei …. mein Verhältnis zu diesem Gericht hat drei Stufen durchwandert. Beim ersten Lesen dachte ich: “Das muss ich ausprobieren”. Das verwandelte sich beim Kochen dann in ein: “Oh, ist das nicht zu süß?”, um dann beim Essen in ein “Oh, ist das klasse” überzugehen.

Also, wir sprechen von Pasta, von einer Sauce aus Ricotta und etwas Pastakochwasser, von gebratenen Birnenscheiben und von in Honig karamellisierten Walnüssen. Ihr müsst das probieren, die Mischung aus süß und salzig passt genau und die cremige Sauce in Kombination mit den knackigen Nüssen ist auch klasse. Und habe ich schon erwähnt, dass das Gericht nach einer guten halben Stunde auf dem Tisch steht?

Für 2 Personen:

  • 1 große Birne
  • 2 EL Butter
  • 200 g kurze Pasta, im Original Ditali, ich hatte Gnocchetti
  • 200 g Ricotta
  • 5 EL Honig
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 2 Zweige Thymian
  • 30 g Walnusskerne

Die Birne vierteln, das Kerngehäuse entfernen, den Rest in feine Scheiben schneiden.

Einen EL Butter in einer Pfanne erhitzen und die Birnenscheiben von beiden Seiten anbraten. Herausnehmen und ein Drittel in kleine Stücke schneiden.

Die Pasta nach Packungsanleitung al dente kochen. Abgießen, dabei einen Teil des Kochwassers auffangen. Ricotta in den Topf geben, in dem die Pasta gegart wurde, mit etwas heißem Nudelwasser cremig rühren. Die Pasta gut untermischen, ebenso die in Stücke geschnittenen Birnen und einen Esslöffel Honig. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und warm halten.

Die restliche Butter in einer Pfanne erhitzen. Den restlichen Honig dazugeben und die Walnüsse darin karamellisieren. Vorsicht, das geht wirklich schnell.

Zum Servieren die Nudeln mit dem Ricotta auf zwei Teller verteilen. Mit gebratenenen Birnenscheiben, karamellisierten Walnüssen und dem Thymian garnieren und gleich servieren.

Pizza mit Birne, Spinat und Blauschimmelkäse

Fruchtpizza, so lautet der Original-Rezepttitel* von Hugh Fearnley-Whittingstall. Aber ganz so wild, wie der Titel klingt ist das Ganze nicht – es ist nicht nur Obst auf der Pizza.

Das Obst gibt es zusammen mit anderen Dingen. Ich habe mich für das Standard-Rezept entschieden. Da gibt es einen Belag aus Spinat, Birnen und Blauschimmelkäse. Birnen sind nicht unbedingt mein Lieblingsobst. Irgendwie verpasse ich immer den Zeitpunkt zwischen “steinhart” und “überreif”. Die Verarbeitung im Ofen hat den Vorteil, dass man auch Birnen nehmen kann, die noch ein wenig fest sind. Und in Kombination mit Blauschimmelkäse und Spinat haben mir die herzhaft gewürzten Birnen gut gefallen.

Es gibt auch noch Vorschläge für Variantionen des Belages: Rucola, Birne und Himbeeren oder Rote Bete, Apfel und Cheddar klingen doch gut, oder?

So, jetzt zum Rezept. Ihr könnt Euren liebsten Pizza-Teig nehmen oder dem Rezept von Hugh Fearnley-Whittingstall folgen.

Für 3-4 Pizze:

Teig:

  • 250 g Weizenmehl 405
  • 250 g Weizenmehl 550
  • 1, 5 TL Salz
  • 1 TL Trockenhefe (oder 10 g frische Hefe)
  • 1 EL Olivenöl
  • 325 g Wasser, lauwarm

Belag:

  • 500 g Spinat ohne die harten Stängel
  • 2 EL Olivenöl
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Birnen, noch etwas festere
  • Muskatnuss
  • 1 Prise Chiliflocken
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 250 g Blauschimmelkäse (ich hatte Gorgonzola)
  • Olivenöl zum Beträufeln

Für den Teig beide Mehlsorten mit Salz und Hefe (frische Hefe einfach über das Mehl krümeln, sie löst sich beim Kneten auf) in eine Schüssel geben. Das Wasser angießen und alles zu einem glatten, elastischen Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Dabei gegen Ende der Knetzeit das Olivenöl zugeben. Die Schüssel abdecken und den Teig in ein bis zwei Stunden zu doppelter Größe aufgehen lassen.

Den Ofen auf 250°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Wer hat, schiebt einen Pizzastein ein, ansonsten ein Backblech mit vorheizen.

Für den Belag den Spinat in einen weiten Topf geben und 1 bis 2 min kochen, bis er zusammenfällt. In ein Sieb geben, abtropfen und auskühlen lassen, dann kräftig ausdrücken und fein hacken.

Zwiebeln schälen, vierteln und in Ringe schneiden. Etwas Olivenöl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin in ca. 10 min weich garen. Spinat zugeben und alles vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Birnen schälen, vierteln, das Kerngehäuse entfernen, dann die Viertel quer halbieren und die so entstandenen Stücke mundgerecht zerkleinern. In eine Schüssel geben, mit 1 EL Oilvenöl, Muskatnuss, Chiliflocken, Salz und Pfeffer vermischen.

Den Teig auf die leicht bemehlte Arbeitsfläche geben, in 3 bis 4 Portionen teilen und einige Minuten ruhen lassen. Dann jeweils eine Portion auf einem leicht bemehlten Pizzaschieber so dünn wie möglich ausrollen. Einen Teil der Spinatmischung auf dem Boden verteilen, mit Birnenstücken belegen und den Käse darüber krümeln. Etwas Olivenöl und Pfeffer darauf geben. Im heißen Ofen ca. 10 bis 12 Minuten backen, bis sich Blasen bilden, dann sofort servieren. Mit restlichem Teig und Belag genauso verfahren.

 

Salat mit gebratener Birne, Blauschimmelkäse und Darjeeling-Vinaigrette*

Ich bin eine begeisterte Teetrinkerin. Hier gibt es eine morgendliche Tasse Kaffee, danach meist nur noch Tee. Kein Wasser, kein Saft, erst recht keine Softdrinks – Tee. Deshalb habe ich mich auch gefreut, als die Teekampagne bei mir nachgefragt hat, ob ich ihren Darjeeling probieren und etwas darüber schreiben möchte. Und ob ich wollte!

Die Teekampagne verkauft seit 1985 Tee – und zwar ausschließlich Darjeeling aus biologischem Anbau. Der Tee wird unter Ausschaltung des Zwischenhandels ausschließlich in Großpackungen verkauft. So spart man Lagerkosten, Material und Wege und kann eine exzellente Qualität zu günstigen Preisen anbieten. Vertrieben wird der Tee im Shop der Teekampagne und bei ausgewählten Handelspartnern.

Wobei die günstigen Preise nicht alles sind: die Teekampagne legt großem Wert auf Transparenz. Es wird alles offen gelegt, was für den Verbraucher wichtig ist: auf den Verpackungen findet man die Ergebnisse der Rückstandsanalyen. Außerdem kann man eines Codes jede Packung auf ihren Ursprung zurückverfolgen. Und hier könnt Ihr sogar nachlesen, wie der Preis für den Tee zustande kommt. Auch auf Nachhaltigkeit legt man großen Wert.

Und dann gibt es da noch etwas: es ist wie bei Olivenöl oder Basmati-Reis. Weltweit wird mehr Tee als (angeblicher) Darjeeling verkauft, als im Anbaugebiet erzeugt wird. “Darjeeling” ist eigentlich eine geschützte Herkunftsbezeichnung, aber es wird viel Schindluder damit getrieben. Die Teekampagne hat, um dem entgegenzutreten, einen Lizenzvertrag mit dem Teaboard of India geschlossen. Sie legt hierfür offen, welche Mengen Darjeeling sie jährlich kauft und verkauft.

Also, das ist Tee, den man mit gutem Gewissen kaufen kann. Und wie schmeckt er?

Ich habe einen Second Flush (also einen Darjeeling aus der Zweiten Ernte) zum Probieren bekommen. Der ist naturgemäß etwas kräftiger als der ganz blumige First Flush, schmeckt ein wenig erdig und sehr harmonisch.  Ich finde ihn ideal für den Morgen.

Mit grünem Darjeeling hatte ich bisher immer Schwierigkeiten; mir waren oft die Bitternote und der grasige Unterton zu ausgeprägt. Ich habe diesen hier zum Probieren bekommen und es ist tatsächlich der erste, der mir richtig gut gefällt. Er schmeckt mild und frisch mit einer zarten Bitter-Note.

Normalerweise lasse ich Euch ja nicht ohne ein Rezept von hier weg – und auch heute habe ich eines für Euch. Tee kann man nicht nur trinken, man kann auch gut damit kochen. Die bekanntesten Beispiele sind wohl die chinesischen Tee-Eier oder die Verwendung von Tee zum Räuchern. In Burma isst man einen Salat aus frischen Teeblättern. Das kann ich nicht bieten – aber Salat gibt es trotzdem. Ich habe den Tee in die Vinaigrette gepackt. Die Salatsauce passt gut zu Salaten mit ein wenig Süße und auch zu kräftigem Käse, und so ist dieser Salat entstanden:

Für 4 Personen als Vorspeise oder für 2 als kleiner Imbiss:

Vinaigrette:

  • 120 ml Apfelessig
  • 1 TL Darjeeling-Tee (lose Blätter)
  • 2 TL Honig
  • 1 TL feingehackte Schalotte
  • 1 Zehe Knoblauch
  • frisch gehackte Kräuter wie Petersilie, Basilikum und Estragon, ein guter Esslöffel voll
  • Salz und Pfeffer nach Bedarf
  • 240 ml gutes Pflanzenöl, am besten ein neutrales wie Traubenkernöl

Salat:

  • 2 Birnen
  • 150 g Feldsalat
  • 200 g Blauschimmelkäse (ich hatte Gorgonzola)
  • etwas neutrales Öl zum Braten

Für die Vinaigrette den Essig in einem kleinen Topf erhitzen. Die Teeblätter hineingeben, von der Hitze nehmen und alles 15 bis 20 min ziehen und abkühlen lassen. Dann die Teeblätter abseihen.

Honig, Schalottenwürfel, Knoblauch und Kräuter zugeben, alles mit Salz und Pfeffer würzen und mit dem Schneebesen gründlich verrühren. Dann in dünnem Strahl das Öl dazulaufen lassen und dabei weiterrühren; so emulgiert die Sauce.

Das Rezept ergibt mehr Vinaigrette, als Ihr braucht. Die Sauce hält aber im Kühlschrank bis zu 5 Tage. Wenn sie sich trennt, einfach wieder durchrühren.

Für den Salat die Birnen vierteln und das Kerngehäuse entfernen. Die Viertel quer halbieren und die so entstandenen Stücke längs in mundgerechte Spalten schneiden. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und die Birnenstücke braten, bis sie schön gebräunt und ein wenig weich sind. Abkühlen lassen.

Den Salat gründlich waschen und putzen. Salat und Birnenstücke in einer großen Schüssel mit dem Dressing vermischen. Zum Servieren den Salat auf Teller verteilen und den Käse darüber verteilen.

*Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der Teekampagne. Er beinhaltet Werbung.

Fermentierte Chili-Birnen – Kaktugi

chili-birnen1

Diese Birnen aus “Fermentieren leicht gemacht“* sind klasse – die müsst Ihr Euch bitte gönnen :-). Das unter der Voraussetzung, dass Ihr ein gutes Verhältnis zu Chili und Knoblauch habt.

Ich habe gelernt, dass in Korea schon die Kinder lernen, wie man Kimchi macht. Sie fangen dabei mit Kaktugi an, weil es einfach herzustellen ist und sehr beliebt. Oft ist daikon die Basis, Birne nimmt man aber auch gerne.

Ich habe das mit Birne probiert – süß-scharf ist ein Kontrast, der mir gut gefällt. Noch besser als Birne wäre Nashi, aber die gab es gerade nicht. Das Kaktugi ist wirklich unaufwendig herzustellen und es muss auch nur eine gute Woche ruhen – also los :-).

chili-birnen

Für ca. 500 ml:

  • 500 g Birnenfruchtfleisch von festen Birnen oder noch besser Nashi
  • 1 EL Salz ohne Zusätze
  • 35 g Frühlingszwiebeln
  • 20 g Gochugaru*
  • 1/2 TL frischer Ingwer, gehackt
  • 1 Zehe Knoblauch, gehackt
  • 1 EL Sojasauce
  • 1/2 TL Salz ohne Zusätze

Die Birnen in ca. 1,5 cm große Würfel schneiden, in eine Schüssel geben und mit dem Esslöffel Salz vermengen. 30 min stehen lassen, dann für 10 min zum Abtropfen in ein Sieb legen.

Die Frühlingszwiebeln in 1 cm dicke Scheiben schneiden. Alle aufgelisteten Zutaten mit den abgetropften Birnenwürfeln vermischen. Die Mischung in ein Glas geben und dieses mit einem Deckel luftdicht verschließen. 2 Tage bei Zimmertemperatur stehen lassen, dann dann für mindestens eine Woche in den Kühlschrank stellen.

Fertig! Das Kaktugi hält einen Monat, im Kühlschrank aber deutlich länger.

 

Birnen-Roquefort-Lasagne mit Salbei und Karamell-Zucker

lasagne mit birne und roquefort

Ich kann die Vorrede ja diesmal kurz halten – diese Lasagne war, kann man sagen, der allgemeine Publikumswunsch nach der Rezension von “Mise en Place”. Und bitte sehr, hier ist das Rezept 🙂 .

Also, gleich. Eigentlich ist es nämlich verwunderlich, dass die Lasagne auf meiner To-Koch-Liste landete, ich mag Birnen nämlich nicht besonders. Ein komisches Obst ist das, das einfach nie den richtigen Reifegrad zu haben scheint. Eben noch steinhart, und dann schon wieder matschig. Den Geschmack mag ich auch nicht besonders. Außer – salzig und in Kombination mit Roquefort, so wie hier eben. Salbei kommt auch noch dazu – eine schöne Ergänzung mit seinem leicht bitteren, harzigen Aroma.

Ach so….ich habe mehr Roquefort genommen als im Original, aber weniger Butter.

Das Rezept ist als Vorspeise für 4 – wir haben es als Hauptgericht für 2 gegessen.

Für den Nudelteig:

  • 80 gr. Mehl
  • 20 gr. Hartweizengriess
  • 1 Prise Salz
  • 1 Ei
  • etwas Olivenöl

Für die Lasagne:

  • 2 Birnen (Williams Christ, reif)
  • 75 gr. Roquefort (Original: 20 gr.)
  • 25 gr. Parmesan
  • 1 Bund Salbeiblätter
  • 50 gr. Butter, gefroren (Original: 100 gr.)
  • ca. 10 gr. Pinien- und Kürbiskerne, geröstet

Für den Karamell:

  • 100 gr. Zucker
  • Wasser

Für den Nudelteig Mehl, Griess und Salz in einer Schüssel mischen. Ei zugeben und ein wenig Olivenöl, dann alles zu einem festen, aber geschmeidigen Teig verkneten, der nicht klebt. In Frischhaltefolie wickeln und bei Zimmertemperatur ruhen lassen, 2 bis 3 Stunden wäre optimal.

Den Karamell kann man inzwischen vorbereiten: dafür den Zucker mit etwas Wasser kochen, bis er eine goldgelbe Farbe annimmt, dann mit kaltem Wasser ablöschen und nochmals einkochen, bis ein dicker Sirup entstanden ist. Das hier ergibt mehr als die benötigte Menge, aber der Sirup kann aufbewahrt werden.

Wenn es ans Lasagne-Machen geht, zunächst den Nudelteig ganz dünn ausrollen. Da merke ich jedes Mal, dass ich meine Nudelmaschine mag ;-). Aus dem Teig Rechtecke von ca. 10 mal 13 cm schneiden. Ihr werdet nicht alle Teigblätter brauchen, sondern nur 8 Stück; aber das halbieren des Teigrezepts fand ich etwas schwierig. Im Originalrezept steht einfach: 100 gr. Nudelteig.

Backofengrill auf höchste Stufe vorheizen.

Die Birnen schälen, vierteln, das Kerngehäuse entfernen und das Fruchtfleisch in ganz dünne Scheiben schneiden. Roquefort würfeln, Parmesan reiben.

In einem großen Topf reichlich Salzwasser zum Kochen bringen und die Nudelplatten darin bissfest garen. Gleich in kaltem Wasser abschrecken.

4 ofenfeste Teller oder kleine Auflaufformen mit etwas Butter ausstreichen und auf jeden Teller ein Lasagneblatt legen. Je einige Pinien- und Kürbiskerne darüber streuen, Roquefort-Würfelchen darauf streuen und die Birnenscheiben darüber verteilen. Lasagnes mit den restlichen Teigblättern bedecken. Salbeiblätter darauf verteilen und mit geriebenem Parmesan bestreuen.

Von der Butter hauchdünne Scheibchen abschneiden (Aufschnittmaschine, Mandoline….) und die Lasagneblätter gleich damit bedecken.

Die Lasagne unter dem Grill überbacken, bis die Oberfläche appetitlich gebräunt ist.

Zum Servieren mit ein wenig Karamell beträufeln.

Kochbuch-Rezension: Crumbles & Crisps I Claudia Schmidt – und Birnen-Crisp mit Salzkaramell

Crumbles Crisps von Claudia Schmidt

So, dann fangen wir mal an mit den vielen Rezensionen, die ich Euch für diese Woche versprochen habe. Wir beginnen mit Süßkram, denn nach dem ganzen Stress der letzten Woche und meinen ganz fixen Blog-Umzug kann ich immer noch gut etwas Nervennahrung brauchen.

Als ich ein Kind war, gab es immer wieder mal Apple Crumble, und ich weiß noch genau, wie dieser Nachtisch mich damals fasziniert hat. Die mit Streusel überbackenen Äpfel waren nachgerade exotisch für mich. Und es ist heute noch so, dass ich gerne Crumble esse; es ist sowas wie ein Standard-Nachtisch hier. Klar, dass mich ein Buch, in dem sich alles um Crumbles dreht, interessiert.

Das Buch kommt von Claudia Schmidt. Blogleser kennen sie  – sie bloggt seit langer Zeit unter Fool for Food. Und es gehen inzwischen mehrere Kochbücher auf ihr Konto 🙂

Crumbles & Crisps ist sozusagen ein Crumble-Standardwerk – wobei ich mich über den Titel etwas gewundert habe. Crumbles kenne ich, aber was sind Crisps? Natürlich gibt es Aufklärung: Crisps sind die amerikanische Variante, süßer und mit mehr Butter.

Ich fange mal mit den Äußerlichkeiten an – das Buch ist ausgesprochen hübsch. Das beginnt mit dem Schriftzug in Rot-Metallic auf dem Titel und setzt sich mit den hübschen Food-Fotos und dem schönen Layout fort.

Ich mache ja auch deswegen so gerne Crumbles, weil ich recht faul bin, was Nachtisch angeht. Die Streusel für einen Crumble kann man auf Vorrat herstellen und in der Tiefkühle aufbewahren. Genau das gibt uns Claudia Schmidt in der Einführung zum Rezeptteil auch als Tipp mit. Da gibt es außerdem Tipps zur Backzeit und zur Zubereitung der Streusel.

Dann geht es die Rezepte – die sind schön vielfältig. Erdbeer-Rhabarber-Crumble mit Ingwer, Beerencrisp mit Geist, Aprikosen-Mandel-Crumble…..mehr als 40 Rezepte von Ananas-Kokos-Crumble bis Zwetschgencrumble warten darauf, ausprobiert zu werden. Es bleibt aber nicht bei den Rezeptvorschlägen. Im Anschluß an den Rezeptteil finden wir Grundrezepte für verschiedene Streusel: eine Standardmischung für Crumbles (in der allerdings keine Butter angegeben ist), eine für Crisps, sowie glutenfreie  und vegane Streusel. Das macht es einfach, sich selber Crumbles zusammenzustellen. Den Abschluß bilden zwei Register: ein alphabetisches und eines nach Obstsorten.

Die  Rezepte sind übersichtlich strukturiert und funktionieren. Bei jedem Rezept findet man Angaben zur Anzahl der Portionen, zu Zubereitungs- und Backzeit und zur benötigten Backform. Außerdem gibt es immer noch Vorschläge für zusätzliche Toppings wie zum Beispiel Sahne, Eis oder eine Soße.

apfel-cranberry

Wie gesagt – der Crumble meiner Kindheit war ein Apfelcrumble. Was liegt also näher, als zuerst den Apfel-Cranberry-Crisp auszuprobieren. Die Früchte werden bedeckt von Streuseln aus Mehl, Mandeln, braunem Zucker und ein wenig Vanillezucker. Gut, den wird es nicht zum letzten Mal gegeben haben.

birne-salzkaramell

Birnen gehören nicht unbedingt zu meinen liebsten Obstsorten. Wenn ich allerdings “Salzkaramell” höre, dann zieht es mich gleich in die Küche. Das “Birnencrumble mit Salzkaramell” besteht aus Birnen, über die eine leicht salzige Karamellsauce kommt. Und natürlich aus Streuseln. Das war richtig fein – Birne und salziges Karamell passen gut zusammen. So mag sogar ich Birnen 🙂

mango-maracuja

Der Mango-Maracuja-Crumble kommt exotisch daher: Mangos und Maracujas sind die Basis; die Streusel punkten mit Haferflocken und Kokosraspel, Das holt gleich den Urlaub auf den Teller.

Das Fazit habe ich ja im Grund oben schon vorweg genommen: das ist ein Crumble-Standardwerk. Schöne Rezeptideen, übersichtlich aufgebaut und mit einem kleinen Grundlagenteil findet sicher jeder einen Nachtisch nach seinem Geschmack.

Und dann hat Claudia Schmidt es auch noch geschafft, mir die ungeliebte Birne schmackhaft zu machen. Deshalb kommt jetzt hier das Rezept für den Birnen-Crisp mit Salzkaramell: Die Birne in Kombination mit dem leicht salzigen Karamell und den knusprigen Streuseln ist einfach toll.

birne-salzkaramell

Für 4 Personen:

Obst:

  • 800 gr. Birnen
  • Butter für die Form

Streusel:

  • 70 gr. Butter
  • 80 gr. Mehl
  • 30 gr. Walnüsse, gemahlen
  • 40 gr. Zucker

Karamell:

  • 100 gr. Zucker
  • 40 gr. gesalzene Butter (oder normale und etwas Fleur de Sel)
  • 2 EL Sahne

Den Backofen auf 175°C vorheizen. Eine ofenfeste Form von ca. 24-26 cm Durchmesser mit Butter ausstreichen.

Die Birnen schälen, vierteln, entkernen, in mundgerechte Stücke schneiden und in der Form verteilen.

Für die Streuseln alle Zutaten mit den Fingern  verreiben.

Für den Karamell den Zucker in einem Topf ohne Rühren bei mittlerer Temperatur schmelzen lassen. Sobald der Zucker ein schöne goldraune Farbe hat, die Butter zugeben und mit einem Holzlöffel umrühren. Achtung, es zischt und spritzt. Sahne einrühren und alle kurz köcheln lassen, bis der Karamell wieder flüssig ist, dann den Karamell über die Birnen geben.

Die Streusel gleichmäßig verteilt über die Birnen streuen. Alles im heißen Ofen ca. 20 min backen, bis die Streusel leicht gebräunt sind.

Claudia Schmidt schlägt vor, Vanilleeis zum Crumble zu servieren.

Brunnenkressesuppe mit Curryblätter-Öl und karamellisierten Birnen

brunnenkressesuppe mit curryöl

Brunnenkresse….wächst bei uns in dem Bach, der ein paar Meter hinter dem Haus fließt. Aber obwohl ich sonst gerne alles mögliche rupfen gehe, war ich bisher immer zu faul, mit Gummistiefeln in den Bach zu steigen und welche zu pflücken. Nun, dieses Jahr habe ich das Problem elegant gelöst: Jetzt wächst Brunnenkresse in dem Kräuterkübel auf meiner Terrasse. In diese Suppe hier ist schon die zweite Ernte eingeflossen, hurra!

Ich mochte die Suppe sehr gern – warte auf die dritte Ernte, um sie nochmal zu machen 🙂 : Die Brunnenkresse ist schön pfeffrig, das Würzöl gibt einen zusätzlichen Kick und die Birne ein wenig Süße.

Frische Curryblätter für das Würzöl gibt es für kleines Geld im Asia-Shop. Das Rezept gibt mehr Öl, als man für die Suppe braucht, aber man kann es vielseitig verwenden. Die restlichen Curry-Blätter kann man einfrieren.

Das Rezept stammt aus dem Buch “Jahreszeitenküche”*, das mir netterweise zur Rezension überlassen wurde.

Für 4 Personen:

  • 3 EL frische Curryblätter
  • 175 ml Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 2 Kartoffeln
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 250 gr. Brunnenkresse
  • 2 EL Crème fraîche
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für das Topping:

  • 1 Birne
  • 2 EL Puderzucker
  • 1 EL Crème fraiche
  • Schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zunächst das Curry-Öl vorbereiten. Dazu die Curry-Blätter 30 sek. in kochendem Wasser blanchieren, mit kaltem Wasser abbrausen und gründlich trocken tupfen. 150 ml Olivenöl in einem kleinen Topf erwärmen. Die Blätter in einen Mixer geben, dann bei laufendem Mixer nach und nach das Öl zugeben, bis man eine Paste hat. Die Paste abkühlen lassen, durch ein mit Küchenpapier ausgelegtes Sieb gießen und gründlich abtropfen lassen.

Nun für die Suppe die Zwiebel schälen und fein hacken. Die Karoffeln schälen und würfeln. Das restliche Öl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebel und Kartoffel darin einige Minuten anschwitzen, dann die Gemüsebrühe angießen und alles ca. 10 min köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind.

Die Birne schälen, das Kerngehäuse entfernen, dann fein würfeln und mit Puderzucker und reichlich grob gemahlenem Pfeffer mischen. Birnenwürfel in einer heißen Pfanne bei mittlerer Hitze karamellisieren lassen.

Inzwischen die Brunnenkresse waschen und die Blättchen von den Stielen zupfen. Brunnenkresse und 3-4 TL Curry-Öl zur Suppe geben und kurz mitkochen lassen. Suppe im Mixer oder mit dem Stabmixer fein pürieren. Wer es ganz zart mag, streicht die Suppe anschließend noch durch ein Sieb. Crème fraîche unterrühren.

Zum Servieren die Suppe in Teller oder Schalen geben, ein paar Birnenwürfelchen einlegen und mit etwas Curry-Öl beträufeln.