
Ich mag ja Kartoffeln in Brotteigen sehr – den Flausch, die Frischhaltung. Auf die Idee, Kartoffeln auch in einen süßen Hefeteig zu packen, war ich aber bisher nicht gekommen. Dieses Rezept aus Helen Gohs Backbuch hat mich aber völlig überzeugt; wir fanden den Kuchen alle hinreissend.
Das ist ein Hefekuchen, der mich von der Machart her etwas an Butterkuchen oder Zuckerkuchen erinnert – und Helen Goh erzählt auch, dass sie sich Mährischen Zuckerkuchen zum Vorbild genommen hat, ein Kuchen, der auf die christliche Herrnhuter Brüdergemeinde in den USA des 18. Jahrhunderts zurück geht: auf den Hefeteig kommten Butterflöckchen und ein Topping aus Zimt, Zucker und gehackten Walnüssen.
Die Kartoffeln im Teig machen den Kuchen dicht und flauschig und sorgen für eine gute Frischhaltung (falls das überhaupt nötig ist). Das Zucker-Zimt-Topping erinnert geschmacklich wirklich an Donuts, und die Walnüsse sorgen für Biss und Konsistenz – eine Empfehlung.
Wenn man den Kuchen zum Frühstück servieren möchte, kann man den Teig über Nacht im Kühlschrank gehen lassen; er gewinnt dadurch außerdem noch an Aroma.

Für eine Form von ca. 25 x 35 cm:
Zutaten:
- 250 g Kartoffeln geschält gewogen (im Rezept stehen mehlige, aber es hat auch mit vorwiegend festkochenden funktioniert)
- 80 ml kalte Milch
- 2 TL Trockenhefe
- 80 g zimmerwarme Butter, plus etwas für die Form
- 60 g Zucker
- 2 Eigelb
- 1 TL Salz
- 500 g Mehl (Weizen 550)
Zucker-Zimt-Topping:
- 100 g Rohrzucker
- 60 g Walnusskerne
- 2 TL Zimtpulver
- 1/4 TL Fleur de Sel
- 60 g kalte Butter
- 80 g Sahne
Arbeitsschritte:
Die geschälten Kartoffeln in Stücke schneiden, in einem Topf mit Wasser bedecken und in ca. 15 bis 20 min weich kochen. In ein Sieb abgießen, dabei 100 ml Kochwasser auffangen. Kartoffeln etwas abkühlen lassen, dann zerdrücken.
Die Milch in das Kartoffelkochwasser rühren und, wenn die Flüssigkeit nur noch lauwarm ist, die Hefe einrühren.
Die Kartoffel in der Küchenmaschine mit Butter und Zucker verrühren (Flachrührer), bis die Mischung glatt und cremig ist. Eigelbe, Salz und die Hefemischung untermengen, dann den Knethaken einsetzen, das Mehl nach und nach zugeben und alles zu einem glatten Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst.
Eine Schüssel mit Butter ausstreichen, den Teig hineingeben und über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen; alternativ gehen auch 2 h bei Raumtemperatur.
Wenn es ans Backen geht, eine ca. 25 x 35 cm große Form mit Butter fetten. (Ich habe statt dessen Backpapier verwendet). Den Teig in die Form geben und mit den Händen so drücken und dehnen, dass er die Form ausfüllt. Bedeckt ruhen lassen, bis er aufgebläht und luftig aussieht, 30 min bis 1 h.
Inzwischen für das Topping die Walnüsse grob hacken und mit Zucker und Zimt mischen.
Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen.
Die kalte Butter in Würfelchen schneiden. Mit angefeuchteten Händen Kuhlen in die Teigoberfläche drücken. Die Butterstückchen in die Kuhlen stecken, dann das Nuss-Topping über alles streuen und schließlich alles gleichmäßig mit der Sahne beträufeln.
Im heißen Ofen in ca. 30 bis 35 min goldbraun backen.
Auf ein Gitter setzen, abkühlen lassen und in Stücke schneiden.

