
Mein Verhältnis zu Pomelo ist nicht das allerbeste. Zum ersten Mal gegessen habe ich die in China: wir übernachteten damals bei den Eltern einer chinesischen Freundin. Ihre Mutter war sehr fürsorglich; sie gab uns eine Pomelo als Proviant mit, damit wir auf dem Rückweg von Guangzhou nach Hongkong (dauert schlimmstenfalls eine Stunde) nicht verhungern. Wir haben erst sehr lange geschält, dann sehr lange an der Pomelo gegessen – und waren nicht sooo begeistert.
Ich habe seither immer wieder Pomelo probiert – zum pur essen finde ich sie noch immer nicht so überragend. Ich hatte aber mal Pomelo-Salat, der fand guten Anklang. Und ich konnte mir vorstellen, dass die Pomelo aufgrund ihrer festen Konsistenz gut in ein Stir-Fry passt – und das tut sie auch.
Das Stir-Fry ist dank Curry und Knoblauch und Chilis schön würzig und die Pomelo steuert außer der Konsistenz auch noch eine leichte Bitternote bei, das passt sehr gut.
Catherine Phipps*, von der ich das Rezept gemoppst habe, verwendet die Pomelo sozusagen leaf to root. Sie verwendet die dicke weiße Haut, die zwischen Schale und Fruchtfleisch der Pomelo sitzt, mit. Dafür wird die Haut erst eingeweicht, dann gar gekocht. Ich habe das versucht – und: nein. Für mich hat das den Eindruck hinterlassen, dass ich auf Watte herumkaue, das brauche ich nicht.
Das Rezept funktioniert auch mit Grapefruit.
Ich schicke dieses Rezepte als zweiten Beitrag zu dem Event zum Thema Zitrus, das ich gerade bei Zorra hosten darf. Bis jetzt sind schon tolle Rezepte zusammengekommen; ich freue mich auf die Zusammenfassung.

Für 4 Personen:
Zutaten:
- 1 EL neutrales Öl
- 10 g Ingwer
- 1 Bund Frühlingszwiebeln
- 2 Zehen Knoblauch
- 2 rote Chilis
- 1 rote Paprika
- 400 g Schweinefilet
- 100 ml Kokosmilch
- 1 EL Fischsauce
- etwas Limettensaft
- 1/2 bis 1 Pomelo (oder 1 Grapefruit)
- Salz, Pfeffer aus der Mühle
- eine Handvoll Thai-Basilikum
Arbeitsschritte:
Ingwer schälen und fein würfeln. Frühlingszwiebeln putzen und das Grüne und das Weiße getrennt voneinander in Röllchen schneiden. Knoblauch schälen und in Scheiben schneiden, Chilis putzen und in Ringe schneiden. Paprika putzen und das Fruchtfleisch in Streifen schneiden. Thai-Basilikum zupfen und in Streifen schneiden.
Pomelo schälen, in Segmente teilen, diese ebenfalls schälen und in mundgerechte Stücke schneiden. Fleisch in Streifen schneiden.
Einen Wok erhitzen und das Öl hineingeben. Ingwer, das Weiße der Frühlingszwiebeln, Knoblauch, Chili und Paprikastreifen zugeben und alles 2 bis 3 min unter Rühren braten.
Das Fleisch zugeben, salzen und alles weitere 1 bis 2 min bei hoher Hitze braten. Kokosmilch und Fischsauce zugießen und alles 3 bis 4 min köcheln lassen, bis die Sauce etwas andickt.
Pomelostücke einrühren und alles kurz durchwärmen. Mit Limettensaft, Salz und Pfeffer abschmecken, das Grün der Frühlingszwiebeln und das Thai-Basilikum unterrühren und servieren.
Dazu passen gedämpfter Jasmin-Reis oder gegarte Reisnudeln.


Eine gute Idee, Pomelo in einem stir-fry zu verwenden!
Ich liiiiebe ja Pomelos und wenn man den Dreh einmal heraus hat, die Segmente von den Häutchen zu lösen sind sie ein Genuss. Hier kann man sie auch bereits ausgelöst auf dem Markt kaufen. Am besten schmecken sie natürlich frisch vom Baum … 😋