
Ich erinnere mich duster, dass es da vor Jahren diesen Trend gab, ganze gekochte Orangen für den Teig eines Orangenkuchens zu verwenden. Damals habe ich das verpasst, aber jetzt habe ich aufgeholt – es ist nie zu spät. Schuld daran sind zum einen Helen Goh* (das Buch stelle ich später noch vor) und zum anderen eine Kiste Blutorangen, die nicht leer werden wollte.
Helen Go nennt diesen Kuchen ihren beliebtesten Orangenkuchen. Er fand schon reissenden Absatz, als sie ihn noch in ihrem Kaffee in Australien verkaufte. Dank der verwendeten ganzen Orangen hat er nicht nur ein tolles Aroma, sondern ist auch sehr saftig und hält sich gut frisch. Der Kuchen ist relativ kompakt und robust – er lässt sich also gut als Gastgeschenk oder zu einem Picknick mitnehmen.
Um ganz ehrlich zu sein, war ich ein wenig misstrauisch, was die Verwendung ganzer Orangen angeht – ich hatte Bedenken, dass das dem Kuchen eine zu starke Bitternote geben könnte, aber das passiert nicht; die Bitterkeit wird durch das Kochen vermindert, aber das Orangenaroma bleibt. Wenn Püree übrig bleibt, kann man es einfrieren und anderweitig verwenden, zum Beispiel in einem Karottenkuchen, oder in einer Sauce. Ich hatte noch Orangen übrig, habe etwas Püree auf Vorrat hergestellt und in Eiswürfelformen eingefroren.
Der Kuchen wird zum Servieren mit einem relativ üppigen Frosting serviert – mit Orange aromatisierte Buttercreme. Ich könnte mir aber auch einen einfachen Guss aus Puderzucker und Orangensaft vorstellen.
Ich freue mich gerade darüber, mal wieder Gastgeberin für ein Event im Kochtopf sein zu dürfen – Zitrus ist das Thema und dies hier mein erster Beitrag dafür.

Für eine Springform von 20 cm Durchmesser ( 8 bis 10 Stücke):
Zutaten:
Kuchen:
- 2 mittelgroße Orangen (je ca. 170 g; ich hatte Blutorangen)
- 330 g Weizenmehl Type 404
- 2 TL Backpulver
- 1/2 TL Natron
- 1/2 TL Salz
- 170 g Butter, Zimmertemperatur
- 300 g Zucker
- 3 Eier (Größe L, Zimmertemperatur)
- 170 ml Vollmilch
Guss:
- 60 g Butter, Zimmertemperatur
- 180 g Puderzucker
- Schalenabrieb von 1 Orange
- 20 ml Milch
- original: 1/2 TL Vanilleextrakt, den habe ich weg gelassen
Arbeitsschritte:
Zunächst die Orangen in einem Topf mit kaltem Wasser bedecken, alles zum Kochen bringen und mit halb aufgelegtem Deckel köcheln lassen, bis die Orangen weich sind; sie sollten sich mit einem kleinen Messer gut einstechen lassen. Je nach Größe der Orangen dauert das ca. 1 h. Orangen mit einem Schaumlöffel herausnehmen (das Wasser kann weg) und so weit abkühlen lassen, dass man sie anfassen kann. Orangen in grobe Stücke schneiden und glatt pürieren. Für den Kuchen braucht man 250 g Orangenpüree.
Ofen auf 170°C Umluft vorheizen. Den Boden einer 20-cm-Springform mit Backpapier auslegen und die Ränder fetten.
Mehl, Backpulver, Natron und Salz in eine Schüssel sieben.
Butter und Zucker ca. 2 bis 3 min schaumig rühren, dann nacheinander die Eier einrühren. Langsam das Orangenpüree einarbeiten, dann bei niedriger Geschwindigkeit abwechselnd die Mehlmischung und die Milch einrühren.
Den Teig in die Form füllen, glatt streichen und ca. 70 min backen. 20 min auf einem Kuchengitter in der Form abkühlen lassen, dann aus der Form nehmen und auskühlen lassen.
Für den Guss Butter, Puderzucker und Orangenabrieb in ca. 3 min schaumig rühren, dann die Milch einrühren und weitere 3 min schlagen.
Den Kuchen mit dem Guss überziehen und servieren.

