Kochbuch: American Christmas | Gabriele Frankemölle, Petrina Engelke

Was verbindet Ihr denn mit amerikanischer Weihnachten? Mir fallen da immer zuerst diese unglaublich bunten, grell beleuchteten Weihnachtsbäume ein, bei denen man vor lauter Schmuck den Baum gar nicht sieht. Das kommt daher, dass wir entfernte Verwandte in den USA haben, und auf der jährlichen Weihnachtskarte – den Season’s Greetings – war neben einem Familienfoto (die Familie wurde jedes Jahr größer) natürlich auch immer ihr Christbaum drauf.

Aber das ist ja nicht alles, was Weihnachten in den USA ausmacht. Wenn man Näheres wissen möchte fragt man jemanden, der/die sich da auskennt. Gabi Frankemölle zum Beispiel. Das Thema amerikanisches Essen hat sie nicht mehr losgelassen, seit sie ein Studienjahr in den USA verbracht hat. Und wer ihren Blog kennt, weiß, dass da eine Expertin am Werk ist. Gabi hat die Rezepte zu dem Buch beigesteuert – und auch die Rezeptfotos. Die zweite Expertin ist Petrina Engelke, die seit 2010 in den USA lebt und über das Land schreibt. Von ihr stammen die Texte im Buch.

Es geht im Buch allerdings nicht nur um die Weihnachtstage. Die beiden haben sich den gesamten Zeitraum von Thanksgiving bis Neujahr vorgenommen – und dabei auch über den Tellerrand geschaut. Es gibt Rezepte für Thanksgiving und Friendsgiving, Stärkendes für nach dem Weihnachtseinkauf, Wärmendes, das man gut brauchen kann wenn man im Wald den Weihnachtsbaum geschlagen hat, Ideen für gemütliche Abende auf der Couch – und natürlich Essen für Weihnachten und Silvester. Was ich toll finde, ist dass die beiden auch das jüdische Chanukka und das afro-amerikanische Kwanzaa nicht vergessen haben.

Zu essen gibt es Klassiker wie den Thanksgiving-Truthahn, den ich garantiert nicht ausprobieren werde, honig-glasierten Schinken oder Cranberry Sauce, aber auch neue Ideen wie Portobello Wellington, oder Pistazienfudge mit Dulce de Leche – die Auswahl ist also breit gefächert. Die meisten Rezepte passen nicht nur in die Festtage – Hotdogs mit Chili (Coney Island Chili Dogs) oder Tomatensuppe mit Käsesandwich zum Beispiel erfreuen auch an ganz normalen Tagen. Und: die Rezepte funktionieren ohne Wenn und Aber.

Nun gibt es aber nicht „nur“ Rezepte in dem Buch. In jedem Kapitel gibt es spannende Hintergrundinfos zum jeweiligen Fest – und das Lesen macht richtig Spaß. Wußtet Ihr zum Beispiel, dass an us-amerikanischen Weihnachtsbäumen gerne eine Gurke hängt und warum? Und dass es durchaus eine Weihnachtstradition ist, erst chinesisch essen und dann ins Kino zu gehen? Es gibt auch an Lesestoff viel zu entdecken.

Ich habe schon mal was ausprobiert:

Dieser Lachs hat eine Haube aus Kürbis und Lauch, gekrönt von einer Schicht Käse – und er wird im Ofen gegart. Das ist entspannt und effektvoll.

Zum Fisch haben wir diese Karotten gegessen: sie werden vorgegart und dann in Butter und Ahornsirup glasiert – die gab es bestimmt nicht zum letzten Mal.

Clam Chowder wollte ich schon sehr lange machen, dachte aber immer, ohne die typischen großen Venusmuscheln macht das keinen Sinn. Tut es doch – man kann gut Miesmuscheln verwenden oder auch Fischfilet. Die Suppe mit Speck, Kartoffeln, Mais und Staudensellerie ist schön cremig und sättigend – Gemüseeintopf mit Muscheln.

Das jamaikanische Jerk-Chicken landet auch gerne auf amerikanischen Grills. Hier wird das würzig marinierte Hähnchen aber im Backofen gegart – und das funktioniert wunderbar.

Jollof Reis kommt ursprünglich aus Westafrika und ist im wesentlicher ein in würziger Tomatenbrühe gegarter Reis; man kann ihn als Beilage essen, in Nigeria zum Beispiel ist er aber auch oft die Hauptsache. Bei uns gab es ihn zum Hünchen von oben.

Fazit:

Wer sich für die USA, ihre Festtage und ihre Küche interessiert, ist hier gut aufgehoben. Es gibt viele Rezepte vom großen Braten über kleine Snacks bis hin zu Süßem und Getränken und fesselnd geschriebene Geschichten und Hintergrundinfos.

  • Herausgeber ‏: ‎Christian Verlag GmbH
  • Sprache ‏: ‎Deutsch
  • Gebundene Ausgabe ‏: ‎224 Seiten
  • ISBN : ‎978-3959615952
  • 24,99
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2 Kommentare

  1. Hach, Susanne: „Die Rezepte funktionieren ohne Wenn und Aber“ – ein größeres Kompliment hättest du mir (dem Rezeptpart des Buches) nicht machen können 🙂 Danke für deine ausführliche Rezension inklusive Testkochen!

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