Kochbuch: Seelenfutter vegan | Susanne Bodensteiner & Sabine Schlimm

Es gibt sie ja, diese Tage, die nicht so laufen wie man sich das vorstellt. Oder sogar eine Phase, in der das so ist – wenn ich da mal auf die letzten anderthalb Jahre verweisen darf, das war und ist schon ein Brocken. Und wenn die Stimmung unten ist, dann hilft kochen, mir jedenfalls, und ich bin sicher, ich bin damit nicht alleine.

Oft steht einem dann noch der Sinne nach einem besonderen Wohlfühlessen – Comfort Food. Das sind oft Rezepte, die mit Erinnerungen verknüpft sind, oder auch einfach solche, die besonders üppig und schmeichelnd daherkommen. Susanne Bodensteiner und Sabine Schlimm haben uns schon gezeigt wie man solche Wohlfühlessen vegetarisch zubereitet, und nun gibt das alles ganz ohne tierische Produkte.

Um den Wohlfühleffekt zu erreichen, soll so ein Essen eine besondere Geschmackstiefe haben und oft auch eine gewisse Üppigkeit, und da wird am Anfang des Buches erst mal erklärt, wie man das auch ohne tierische Lebensmittel hinbekommt – durch umamireiche Zutaten wie Sojasauce und Walnüsse, durch Rösten oder geräucherte Gewürze, durch Pflanzensahne, Kokosmilch oder pürierte Hülsenfrüchte.

Die Rezepte sind nach Jahreszeiten sortiert, und zusätzlich gibt es noch ein Kapitel mit Gerichten für das ganze Jahr. Wir essen griechischen Spinatreis mit Knuspertofu im Frühling, kalte Sesamnudeln im Sommer, Enchiladas mit Kürbis-Bohnenfüllung im Herbst und Petersilienwurzelsuppe mit Trüffelöl im Winter. Jedes Kapitel stellt zusätzlich noch eine Zutat mit drei Rezepten in den Mittelpunkt; im Sommer sind dies Artischocken. Und auch klassische Seelenfutter-Gerichte wie Reibekuchen oder Grüne Sauce haben ihre extra-Kapitel.

Alle Rezepte sind problemlos nachzukochen und die Zutaten sind gut erhältlich. Tofu, Pflanzenmilch und Hefeflocken werden verwendet, aber die Rezepte kommt ohne Fleischersatz aus. Alles ist für 2 Personen ausgelegt, wer mehr Menschen satt bekommen will, kann die Zutaten ja verdoppeln. Ich mag außerdem die kleinen Rezept-Einführungen, die machen richtig Lust darauf, die Rezepte auszuprobieren. Und, wichtig für mich: es gibt ein nach Zutaten und Gerichten geordnetes Register, in dem man findet, was man sucht.

Noch ein paar Worte zu den äußeren Werten: das ist ein hübsch aufgemachtes, hochwertiges Buch in dem man gerne blättert. Die Rezepte sind schön übersichtlich in Spalten dargestellt und jedem Rezept steht ein ganzseitiges Food-Foto gegenüber. Die Fotos sind so, wie ich sie mag – hübsch, aber auf das Essen konzentriert ohne allzuviele Requisiten.

Pasta und Bällchen, mehr Comfort Food geht ja fast nicht. In diesem Fall sind es Nudeln in einer (hafer)sahnigen Paprikasauce und dazu gibt es Bällchen aus Zucchini und Kichererbsenmehl. Das hat uns so gut gefallen, dass ich beim nächsten Mal die doppelte Menge Bällchen machen würde….

Die herzhaften Hefeklösse, gefüllt mit Lauch und Shiitake haben uns gut gefallen, der flauschige Teig mit der herzhaften Füllung macht richtig Spaß.

Ich bin ja Team Knödel – ich liebe einfach Knödel mit Sauce. Hier gibt es deftige Bratensauce ohne Braten, das hat mir gut gefallen. Die Knödel werden aus am Vortag gekochten Kartoffeln gemacht, das war ungewohnt, hat aber gut funktioniert.

Gong Bao Tofu – klassischerweise wird dieses Gericht der Sichuan-Küche mit Hühnchen gemacht, der Tofu passt aber super; die würzige Sauce verleiht ihm richtig Pep, und Sichuanpfeffer und Erdnüsse tun ihr übriges.

Pasta mit Linsenbolognese gibt es hier recht oft, und meistens koche ich die Sauce so nach Gefühl. Jedenfalls bisher, denn dieses Rezept hat uns sehr gut gefallen, es ist dank getrockneter Tomaten und Miso sehr geschmacksintensiv.

Fazit:

Man muss nicht unbedingt vegan leben, um an diesem Buch seine Freude zu haben. Man findet kreative Rezepte, die ohne größeren Aufwand auf dem Tisch stehen und es einem ermöglichen, sich jeden Tag ein bisschen schöner zu kochen

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