
Ein Gericht habe ich noch für die den Russland-Stopp der kulinarischen Weltreise, und zwar mit diese feinen Kartoffelküchlein.
Kotlety, wie sie auf russisch heißen, sind ein Standard-Gericht in russischen Haushalten. Meist werden sie aus Hackfleisch gemacht, aber es gibt auch Varianten mit Gemüse – Rote Bete ist beliebt, aber auch Kohl mit Kartoffel oder Puffer aus Karotten. Auch eine Mischung aus Fisch und Blumenkohl habe ich schon gesehen. Ich stelle Euch heute eine Version mit Kartoffeln und Sauerkraut vor, ich bei Alissa Timoshkina* gefunden habe. Dazu gibt es einen cremigen Dipp und knusprig geröstete Schalotten.
Die Küchlein sind außen knusprig und innen flaumig und das Sauerkraut macht sie schön herzhaft. Zusammen mit dem cremigen Dipp und den knusprigen Schalotten hat uns das richtig gut gefallen.

Für 4 Portionen:
Zutaten:
Kartoffelküchlein:
- 4 mittelgroße Kartoffeln, vorwiegend festkochend oder mehlig kochend
- 4 gehäufte EL Sauerkraut, abgetropft
- 4 EL Hartweizengriess, plus etwas zum Wälzen
- 1 Ei
- Salz, Pfeffer aus der Mühle
- Sonnenblumenöl zum Braten
Für die Schalotten:
- 2 Bananenschalotten (oder 4 herkömmliche)
- 2 EL Mehl
- Salz, Pfeffer aus der Mühle
- Sonneblumenöl zum Braten
Für den Dill-Sauerrahm:
- 200 g Sauerrahm
- 1 kleines Bund Dill
- Salz
Arbeitsschritte:
Die Schalotten schälen und in feine Ringe schneiden. Etwas Mehl in eine Schale geben, mit Salz und Pfeffer würzen und die Schalottenringe darin wenden. Bei mittlerer Hitze im Öl braten, bis sie schön gebräunt und knusprig sind, dann auf Küchenpapier abtropfen lassen.
Die Kartoffeln schälen und in Stücke schneiden. In kaltes Wasser geben, salzen, zum Kochen bringen und garkochen; sie sollen aber nicht zerfallen. Dann abgießen und im Topf ausdampfen lassen, um überschüssige Flüssigkeit zu entfernen.
Kartoffeln in eine Schüssel geben, mit einer Gabel zerdrücken, dann alle anderen Zutaten einarbeiten und mit Salz und Pfeffer würzen. Zu 8 gleich großen Küchlein formen und in Gries wälzen.
Etwas Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die Küchlein in je 3 bis 5 min auf beiden Seiten goldbraun ausbraten.
Inzwischen den Dill zupfen, die Blättchen hacken, mit dem Sauerrahm vermischen und den Dipp mit Salz würzen.
Zum Servieren die Kartoffelküchlein mit dem Dipp und den Schalotten auf Tellern anrichten.
Und wie immer gibt es bei der übrigen Reisegesellschaft spannende Dinge zu entdecken:
Food for the Soul: Soljanka mit Fleisch
Silver Travellers: Soljanka | Schaschlik im Ofen mit köstlicher Sauce
LSLB-Magazin: Okroschka nach Zarenart
Brotwein: Boeuf Stroganoff
Küchenmomente: Watruschki
Mein Dolce Vita: Schuba: Russischer Schichtsalat ohne Hering
Pane Bistecca: Russisches Pilz-Kaviar | Russisches Auberginen-Tomaten-Kaviar | Pelmeni
Chili und Ciabatta: Syrniki – Russische Quarkküchlein | Hackschnitzel mit Käsefüllung | Russischer Salat Vinaigrette | Moskauer Kalatsch
Poupous geheimes Laboratorium: Mimosa-Salat
Slowcooker.de: Hack- und Pilz-Piroschki
Brittas Kochbuch: Borschtsch | Boeuf Stroganoff
GoOnTravel: Pelmeni
Küchenmomente: Russische Kirschtorte
Volker mampft: Piroshki mit Weißkohl und Hackfleisch oder vegetarischer Füllung
Low ‘n Slow: Barsch-Soljanka
Zimtkringel: Kwas
Salzig, Süß, Lecker: Oladji
Turbohausfrau: Salade Olivier
Fluffig und hart: Kulitsch | Salade Olivier


Hmm also das wäre jetzt genau richtig. Sieht sehr gut aus und nicht zu deftig
Liebe Grüße
Passt gerade zur Großwetterlage, die sich nicht an die theoretische meteorologische Jahreszeit hält….
Ich als bekennender Kartoffelfan würde bei diesem Essen sofort am Tisch sitzen! Meine Mutter hat früher gerne „Kartoffelküchle“ aus übrig gebliebenem Kartoffelbrei gemacht, schon die mochte ich ungemein gerne. Das Sauerkraut ist eine interessante Ergänzung 🙂
Irgendwie ist ja immer noch Winterwetter, da steht uns der Sinn nach Deftigem. Und das hier ist deftig, aber nicht so schwer, das hat uns gut gefallen. Wobei ich dann jetzt bereit wäre für frühlingshafte Küche….
Das klingt ja super lecker. Ich mag Kartoffeln und ich mag Sauerkraut. Das muss ich mir unbedingt merken. So wie ich meine Kids kenne, wird ihnen das auch schmecken.
Sehr fein schauen diese Küchlein aus. Mit dem Dipp sicher ein Hit!
Ja, der Dipp hat uns besonders gut gefallen :-).
Oh, das sieht lecker aus – und wenn ich irgendwo „Dill“ lese, bin ich eh dabei! Das komtm auf die Nachkochliste…
Ja, Dill ist super. Es ist schade, dass der hierzulande fast nur in Zusammenhang mit Gurken verwendet wird.
Ich liebe es ja: Ein Salat ohne Essig, der Vinaigrette heißt und ein Kartoffelgericht ohne Fleisch, namens Kotlety. Die spinnen, die Russen. Aber wunderbare Comfort-Food-Kartoffelspeisen zum Reisetzen scheinen sie zu machen. Ich muss nachkochen.
Ja, stimmt, über den Salat bin ich auch gestolpert :-)).
Dill-Sauerrahm – so köstlich! Ich kann mir die Kombination mit den Kartoffelküchlein sehr gut vorstellen!
Die Dill-Sauerrahm-Kombination mag ich auch total gerne.
Wow, wie köstlich diese Dinge. Und der cremige Dip sieht so lecker aus. Es ist mir aufgefallen, dass der Dill ín der russischen Küche kiloweise verwendet wird. Bei uns im Geschäft bekommt man ein mickriges Bündchen. Und ich hätte jetzt richtig Lust auf dieses Gericht. Toll!
Ich finde, Kräuter kann man gut beim türkischen Gemüsehändler kaufen, der hat ordentlich Bündel.
Hallo Susanne,
eine tolle Kombi. Da würde ich gerne einmal zugreifen.
Schöne Grüße
Volker