Serbische Moussaka

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Moussaka? Auberginen, Hackfleisch, Bechamel, oder? Das wäre dann der griechische Klassiker. Eigentlich stammt der Auflauf aber aus den arabischen Raum, und von da aus hat er eine Wanderung angetreten und ist auch in der Türkei und dem gesamten Balkan heimisch geworden.

Und so präsentiere ich Euch heute die serbische Variante, die ich in der “Serbischen Küche“* gefunden habe. Ich musste es probieren, einfach, weil es so einfach ist. Das Rezept vermittelt mir eine gewisse Vorstellung davon, wie das Leben in Serbien ausgesehen haben muss: einfache Zutaten, die man vom Feld oder von den eigenen Tieren holt. Und so zubereitet, dass man ohne großen Aufwand das Beste daraus macht. Und so gibt es hier keine gebratenen Auberginen und keine Bechamel-Sauce. Es gibt gescheibelte Kartoffeln und angebratenes Hackfleisch. Überbacken wird alles mit einer Mischung aus Sauerrahm und Eiern.

Und was das Wichtigste ist: es schmeckt. Das Rezept ist für 4 Personen ausgelegt.

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  • 1 Zwiebel
  • etwas Sonnenblumenöl zum Braten
  • 500 g Hackfleisch nach Wunsch (ich hatte eine Mischung aus Rind und Schwein)
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • Paprika edelsüß
  • 1 kg Kartoffeln
  • 200 ml Sauerrahm
  • 2 Eier
  • Öl für die Form

Den Ofen auf 220°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Die Zwiebel schälen und fein hacken. Kartoffeln schälen, waschen und in feine Scheiben schneiden. Kartoffeln in drei Teile teilen.

Zwiebel im Öl glasig dünsten, dann das Fleisch zugeben und unter Rühren krümelig braten. Dann von der Hitze nehmen und mit Salz, Pfeffer und Paprika würzen.

Eine Auflaufform mit Öl auspinseln. Ein Drittel der Kartoffelscheiben darauf legen, dann die Hälfte der Fleischmasse darauf verteilen. Eine Schicht Kartoffeln darauf geben, dann die restliche Fleischmasse und schließlich die übrigen Kartoffeln.

Den Sauerrahm mit den Eiern verquirlen und alles über der letzten Kartoffelschicht verteilen.

Die Moussaka im heißen Ofen ca. 45 min backen und dann gleich servieren.

 

Schwäbischer Salzkuchen mit Tomaten und Basilikum #wirrettenwaszurettenist

schwäbischer salzkuchen

Nun ist es ja Herbst. Unabänderlich. In den Kühlregalen stehen die Flaschen mit Federweissem und Rotem Sauser. Und weil die Supermarkt-Betreiber praktisch veranlagt sind, liegen meist die fertigen Flammkuchen oder Zwiebelkuchen gleich direkt daneben.

Und das braucht nun wirklich kein Mensch – den so eine Quiche, ein Flammkuchen oder ein anderer herzhafter Kuchen sind rasch gemacht, lassen sich gut vorbereiten und schmecken selbstgemacht viel besser. Deshalb hat die wackere Rettungstruppe beschlossen, da etwas zu unternehmen und Euch heute mit Rezepten zu überschütten.

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Ich komme daher mit einer Abwandlung des klassischen schwäbischen Salzkuchens, die mich bei Günter Weber* angelacht hat.  Der klassische Salzkuchen ist ein Hitzkuchen – er wurde direkt vor dem Brot in den Holzbackofen geschoben, um die Temperatur zu testen – ein Kuchenthermometer, sozusagen. Traditionellerweise kommen keine Tomaten auf den Salzkuchen – dafür aber Kümmel und, wenn man es üppiger mag, noch Speck. Aber das Tolle ist ja auch, dass bei Flammkuchen, Quiches und Konsorten der Kreativität kaum Grenzen gesetzt sind. Und mit Zutaten aus der Saison kann man ja nicht viel verkehrt machen. Und so kommt dieser Salzkuchen in einer spätsommerlichen oder frühherbstlichen Varianten mit Tomaten. Ja, die befinden sich tatsächlich noch immer in meiner Abokiste….

Weitere Inspirationen für salzige Kuchen findet Ihr hier:

Prostmahlzeit – Flammkuchen mit Steinpilzen und Schinken

Giftige Blonde – Flammkuchenvariationen

Aus meinem Kochtopf – Fränkischer Zwiebelkuchen mit Speck

Cuisine Violette  – Flammkuchen mit Pilzen

Obers trifft Sahne – Pizza mit Kürbis und Schafskäse und Flammkuchen mit Camembert und Trauben

Feinschmeckerle – Flammkuchen ohne Hefe mit Ziegenkäse und Birne

Katha kocht – Süßer Flammkuchen mit Apfel und Zimt

Lieber Lecker – Käseküchlein

German Abendbrot – Pizza Basisrezept

Küchenliebelei – Klassischer Zwiebelkuchen

Genial lecker – Flammkuchen mit Spinat

Sweetpie – Zwiebelkuchen

Jankes Soulfood – Rotkohlquiche

thecookingknitter – Quiche mit Ziegenfrischkäse

Paprika meets Kardamom – Einfache schnelle Flammkuchen

auchwas – Quiche Apfel-Handkäse-Zwiebel

Rohstoffverarbeitender Betrieb – Tarte à l’orange

Kebo Homing  – Flammkuchen mit Champignons und Gorgonzola

Das Mädel vom Land – Herbstfarben

Anna Antonia – Zwiebelkuchen

Fliederbaum – Tarte

Lecker macht Laune – Miniquiches mit Hokkaido

1x umrühren aka kochtopf – Herbstfläda

Widmatt – Käsekuchen auf Quarkblätterteig

our food creations – Tartes

Jetzt zum Rezept; das reicht für ein Blech von 32 cm Durchmesser. Ich habe ihn in der Quicheform gebacken; die hat nur 28 cm Durchmesser

Teig:

  • 170 gr. Mehl (ich hatte Dinkel 630, Weizen 550 ist auch gut)
  • 55 g Milch
  • 50 g Wasser
  • 7 g Butter, weich
  • 5 g frische Hefe
  • 2,5 g Zucker
  • 2,5 g Salz
  • Butter für die Form

Füllung:

  • 400 gr. saure Sahne
  • 100 gr. Sahne
  • 2 Eier, Größe L
  • 40 gr. Mehl (ich: Dinkel 630)
  • 5 g Salz
  • 2-3 schöne, reife Tomaten
  • Basilikumblättchen

Zuerst den Teig herstellen. Dafür Wasser und Milch leicht erwärmen (handwarm). Die Hefe darin auflösen. Mehl, Salz, Zucker und Butter in eine Rührschüssel geben. Die Hefelösung zugeben und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Schüssel bedecken und den Teig ca. 1 h ruhen lassen.

Ein rundes Blech oder eine Quicheform mit Butter ausstreichen. Den Backofen auf 230°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Den Teig auf der leicht  bemehlten Arbeitsfläche rund ausrollen. Er sollte größer ausgerollt sein, als der Boden der Form ist; man braucht ja einen Rand. Teigkreis in die Form legen und einen Randhoch hochziehen. Den Teig nochmals ruhen lassen.

Inzwischen die Tomaten waschen und in Achtel schneiden. Sauerrahm, Sahne, Eier, Mehl und Salz gründlich verquirlen.

Den Kuchenboden mit einer Gabel ca. 10-12 mal einstechen. Die Sauerrahmmischung auf den Boden gießen und gleichmäßig verteilen. Die Tomaten darauf verteilen, die Basilikumblätter darüber zupfen.

Den Kuchen in den heißen Ofen schieben und ca. 20 min backen. Der Kuchen ist fertig, wenn die Oberfläche erste braune Stellen hat.

Herausnehmen und noch heiß genießen.

Hacktätschli mit Herz aus "zu Tisch."

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Hacktätschli…so heißen Buletten oder Fleischpflanzerl in der Schweiz. Und wenn Fleischpflanzerl auf dem Tisch stehen, sind hier immer alle glücklich.

So auch diesmal…..und das, obwohl eine Zutat enthalten ist, die so mancher, der mit am Tisch sitzt normalerweise nicht essen würde. Nämlich Herz. In diesem Fall werden die Fleischklopse nämlich nicht aus gekauftem Hackfleisch gemacht, sondern aus einer Mischung von Schweineschulter, -bauch und eben -herz. Normalerweise gäbe das ja Gemäkel – aber hier nicht, da ist das Herz gut versteckt. Wie schreibt Anna Pearson so treffend – Herz für Anfänger 🙂 : Mir gefällt das sehr gut, ich finde es notwendig (und auch lecker) vom Tier nicht nur das Filet, sondern alles zu verwerten.

Herz hin, Herz her – die Tätschli sind wunderbar saftig  – dank des Schweinebauchs – und sehr aromatisch, da tun  Koriander und Limette ihr Werk. Dann gibt es noch die Soße mit Sauerrahm und Koriander, die macht auch Spaß. Anna Pearson serviert die Tätschli auf geröstetem Brot als Vorspeise, für uns haben sie  mit etwas Salat als Hauptgericht hergehalten.

Für 4 Personen:

  • 180 gr. Schweineschulter
  • 100 gr. Schweinebauch (roh, nicht geräuchert oder gepökelt)
  • 120 gr. Schweineherz
  • 2 Scheiben Weißbrot
  • etwas Milch
  • 2 TL Koriandersaat
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1/2 Limette
  • etwas Petersilie und frischer Koriander
  • Salz, Pfeffer
  • Butterschmalz oder Rapsöl zum Braten

Für die Sauerrahmsauce:

  • 125 gr. Sauerrahm
  • 1/4 Limette
  • etwas gemahlener Koriander
  • Salz, Pfeffer

Zum Anrichten:

  • 1 Tomate
  • etwas Koriandergrün
  • 4 Scheiben Brot
  • optional: 1/2 rote Zwiebel, geschält und in Ringe geschnitten

Für die Hacktätschli alle Fleischsorten in Stücke schneiden. Nach Rezept werden sie zweimal durch den Fleischwolf gedreht. Ich habe ja meinen Fleischwolf gehimmelt – bei mir musste der Cutter herhalten, um das Fleisch kleinzukriegen. Hat funktioniert 🙂 .

Das Brot entrinden, in Stücke rupfen und in wenig Milch einweichen. Dann ausdrücken, mit einer Gabel zerdrücken und zur Fleischmasse geben.

Den Backofengrill auf 220°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Koriandersaat in einer Pfanne ohne Fett bei niedriger Hitze anrösten, bis sie zu duften beginnen. Dann abkühlen lassen und anschließend im Mörser zerstoßen. Knoblauchzehe sehr fein hacken, Schale der Limette fein abreiben. Von Koriander und Petersilie die Blättchen abzupfen und hacken. Alles zu Fleisch geben und gut vermengen. Mit Salz und Pfeffer würzen und abschmecken. Wer mag, kann dazu etwas von der Masse anbraten; ich probiere meist einfach so. Fleischmasse zu gleich großen Tätschli (Patties, Buletten, Fleischpflanzerl, alles, was Ihr wollt 🙂 ) formen.

Für den Sauerrahmdipp die Schale der Limette fein abreiben. Sauerrahm mit Limettenschale und etwas gemahlenem Koriander mischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Die Brotscheiben mit ein wenig Olivenöl beträufeln, auf das mit Backpapier belegte Blech geben und unter dem Backofengrill knusprig rösten. Dabei bleiben, damit es kein verbranntes Brot gibt.

Die Tomate in dünne Scheiben schneiden. Das Koriandergrün grob hacken.

Zum Braten etwas Butterschmalz oder Öl in einer Pfanne erhitzen. Die Hacktätschli auf beiden Seiten bei moderater Hitze braten, bis sie außen schön braun und innen noch saftig sind. Das dauert ungefähr 10 Minuten.

Zum Anrichten die gerösteten Brotscheiben auf Teller verteilen. Tomatenscheiben darauf legen, dann je ein Hacktätschli. Koriandergrün darüber streuen, und wer mag, die Ringe der roten Zwiebel (ich nicht…..ich esse fast alles, aber mit roher Zwiebel kann man mich jagen) darüberstreuen. Etwas Olivenöl darüber träufeln und die Sauerrahmsauce dazu servieren.

Erbsen Apfel Gazpacho mit Kreuzkümmel und Basilikum

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Als beispielhaftes Rezept für das schöne Gewürzbuch* von Tanja Grandits habe ich mich für diese kalte Suppe entschieden.

Die Suppe war das erste, was ich nachgekocht habe und sie hat mich gleich nachhaltig beeindruckt. Erbsen und Apfel passen wirklich ganz erstaunlich gut zusammen. Und die Sauerrahm-Mousse, die in die Suppe gegeben wird, ist einfach ein Gedicht. Schwer herzustellen ist das ganze auch nicht: die blanchierten Erbsen wandern zusammen mit Gemüsebrühe und Apfelsaft in den Mixer. Für die Mousse läßt man Basilikum in Sahne ziehen; das kann man auch schon am Vortag erledigen.

Die Suppe ist nicht nur sehr aromatisch, sondern auch herrlich erfrischend – grade recht für heiße Sommertage. Vorbereiten kann man sie auch – perfekt also für einen Sommerabend.

Nur eins: meine Apfelkugeln hatten Kanonenkugelgröße; das hat etwas gestört. Also, entweder Ihr habt einen ganz kleinen Kugelausstecher oder Ihr dekoriert die Suppe besser mit kleinen Apfelwürfelchen. Das ist vielleicht nicht ganz so schick, schmeckt aber besser.

Für 4 Personen:

Für die Sauerrahm-Basilikum-Mousse:

  • 1 Töpfchen Basilikum
  • 210 ml Schlagsahne
  • 100 gr. Sauerrahm
  • 1/2 Limette, der Saft
  • 1 Blatt Gelatine
  • Salz

Für die Suppe:

  • 800 gr. Erbsen (frisch oder TK)
  • 80 ml Olivenöl
  • Saft einer Zitrone
  • 15 gr. Koriandergrün, die Blättchen abgezupft
  • 500 ml Apfelsaft
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1/2 TL Fenchelsaat
  • 1/4 TL Anis
  • 2 Kapseln Kardamom

Für die Garnitur:

  • 1 saurer Apfel
  • 200 gr. Erbsen
  • 1 Prise ganzer Kreuzkümmel, gemörsert

Zuerst für die Mousse die Blätter vom Basilikum zupfen. Blätter in die Sahne geben und mindestens 30 min ziehen lassen – meine waren viel länger in der Sahne.

Die Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Die Sahne mit dem Handrührgerät halbsteif schlagen. Einen Teil des Sauerrahms in einem kleinen Topf erhitzen. Den Limettensaft zugeben, dann die ausgedrückte Gelatine darin auflösen. Die Mischung zum anderen Teil des Sauerrahms geben, dann die angeschlagene Sahne unterziehen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, in einen Spritzbeutel füllen und beseite stellen.

Für die Suppe die Erbsen blanchieren. Mit allen anderen Zutaten in einen Mixer geben, aufmixen, dann durch ein Sieb streichen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und kühl stellen.

Für die Einlage aus dem Apfel kleine Kugeln ausstechen oder das Fruchtfleisch in Würfelchen schneiden. Die Erbsen in kochendem Salzwasser bissfest garen.

Zum Anrichten die Suppe in Schalen geben. Jeweils einige Erbsen und Apfelkugeln hineingeben. Sauerrahmmousse aufspritzen. Mit gemörsertem Kreuzkümmel bestreuen.