Pikante Erdnusskekse

erdnusskekse

An salzigem Knabbergebäck komme ich nur ganz schwer vorbei. Und so war klar, dass ich dieses Rezept aus “Indonesisch vegetarisch“* ausprobieren musste.

Wobei Kekse den Kern der Sache nicht ganz trifft – die Snacks werden nicht im Ofen gebacken, sondern frittiert. Nun, das erhöht den Suchtfaktor. Aber sonst sind sie total trendy  – nämlich vegan und  glutenfrei 😉

Gut, Spaß beiseite. Die Kekse basieren auf Erdnüssen, Reismehl und Kemiri-Nüssen, gewürzt mit Knoblauch, Koriander, Kreuzkümmel und Kaffirlimettenblättern. Alles vermischt und frittiert – ein schöner Snack. Sicher kann man die Kekse auch zum Apérif servieren.

Und ich habe mal wieder gemerkt, was ich so alles im Küchenschrank habe. Irgendwann hatte ich im Rahmen einer Teigtaschen-Orgie viele kleine Tütchen mit Mehlsorten aus dem Asia-Shop nach Hause getragen. Ich war sicher, Reismehl war auch dabei. Naja, gefunden habe ich Klebreismehl und Maniokmehl. Sind ja auch weiße Pülverchen. Ich habe mir beholfen….ein Glück, die Getreidemühle mahlt natürlich auch Reis zu Reismehl.

Für 24 Kekse:

  • 2 Zehen Knoblauch
  • 5 Lichtnüsse
  • 5 Kaffirlimettenblätter
  • 200 g feines Reismehl
  • 225 ml Wasser
  • 1 TL Koriander, gemahlen
  • 1 TL Kreuzkümmel, gemahlen
  • 200 g Erdnusskerne, natur
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • zum Frittieren: Kokos- oder Erdnussöl

Knoblauch schälen und fein hacken. Kemirinüsse mörsern. Kaffirlimettenblätter waschen, die dicke Mittelrippe herausschneiden und die restlichen Blätter in feine Streifen schneiden. Die Erdnüsse grob hacken.

Das Reismehl mit Wasser, Knoblauch, Kemirinüssen, Koriander, Kreuzkümmel, Limettenblättern und Erdnüssen gut vermischen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Das Öl erhitzen. Ich nehme zum Frittieren gerne den Wok, da brauche ich aufgrund der Form weniger Öl. Je ca. 1/2 EL Teig in die Pfanne gleiten lassen und immer ca. 3-4 Kekse von beiden Seiten gloldbraun frittieren. Kekse auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Himmlisch duftender Kuchen mit Zitronenverbene

himmelsduft-kuchen

So, dann gibt es jetzt süßes Nervenfutter…..es ist nämlich so, dass nächste Woche wieder ein paar Rezensionen auf Euch warten. Ich habe noch immer so einen Stapel an rezensierten Kochbüchern und habe deshalb beschlossen, dass ich jeweils in der letzten Woche des Monats ein paar Rezensionen online stelle – so lange, bis der Haufen mir endlich kein schlechtes Gewissen mehr macht.

Ich kann auch sonst Nervenfutter gebrauche – diese Woche war ganz und gar nicht unterhaltsam. Mein Host spinnt….und zwar tüchtig. Ich fahre im Moment zweigleisig und denke ersthaft darüber nach, einfach wieder zu WordPress zurückzugehen. Ich sage Euch dann rechtzeitig Bescheid……

Aber jetzt gibt es was Süßes, damit Ihr den ganzen Rezensions-Stress auch aushaltet 😉 . Und eine Nachbackempfehlung – der Kuchen ist nämlich so einfach wie genial:

Ich war auf der Suche nach einem ganz simplen Rührkuchen – einfach eine schnelle Süßigkeit für’s Wochenende. Fast ich war ich schon dabei, einen Madeirakuchen aus dem Lieblingsbackbuch* zusammenzurühren, da stieß ich auf dieses Rezept – “Scent from Heaven Cake”, so heißt er im Original.

Das Rezept kam mir ein wenig unwahrscheinlich vor….die Milch wird ersetzt durch einen Aufguss von Zitronenverbene. Und dann glänzt der Kuchen noch mit zwei Sorten Mehl: normales Haushaltsmehl und gemahlener Reis. Na, dachte ich bei mir – das ist entweder ein sehr guter Kuchen oder ein ungenießbarer. Da hilft nur Ausprobieren.

Und so weiß ich nun, dass der Kuchen seinen hochtrabenden Namen verdient. Zitronenverbene trinke ich gerne als Tee, und auch dem Kuchen verleiht sie ein Aroma, das den Namen himmlisch tatsächlich verdient. Und der gemahlene Reis, der macht sich auch gut; der Kuchen bekommt dadurch etwas Biss.

Das Originalrezept verwendet frische Zitronenverbene – ich habe mir mit getrockneter beholfen. Es steht tatsächlich gemahlener Reis da und nicht Reismehl; ich habe einfach die entsprechende Menge Reis in der Getreidemühle gemahlen; das Ergebnis ist etwas gröber als gekauftes Reismehl. Ach, und Variationsvorschläge gibt es auch – so kann man die Zitronenverbene durch Minze ersetzen und dann 25 gr. Mehl durch Kakaopulver – das mache ich dann beim nächsten Mal. After Eight Kuchen 😉 .

Im Original wird der Kuchen mit frischer Zitronenverbene dekoriert – ich habe statt dessen etwas getrocknete mit Zucker gemixt.

Jetzt aber los, das Rezept ist für eine normal große Kastenform:

  • 5-6 Zweige frische Zitronenverbene oder 2 TL getrocknete
  • 100 gr. Mehl (ich: Dinkel 630)
  • 1 TL Backpulver
  • 200 gr. gemahlener Reis (ich: Patna)
  • 200 gr. Butter, weich
  • 150 gr. Zucker
  • 3 Eier
  • 100 gr. Puderzucker

Zum Fertigstellen:

  • 2 EL Zucker
  • 1 TL getrocknete Zitronenverbene

Zunächst von der frischen Zitronenverbene die Blätter abstreifen. Blätter in einen Messbecher geben und mit 200 ml kochendem Wasser übergießen. Getrocknete Blätter gibt man dazu am besten in einen Teefilter, dann hat man hinterher keine Rückstände im Kuchen. Beiseite stellen und abkühlen lassen.

Eine Kastenform gründlich ausbuttern und mit Mehl bestäuben. Den Backofen auf 180°C vorheizen.

Mehl und Backpulver in eine Schüssel sieben und mit dem gemahlenen Reis mischen.

In einer Rührschüssel die Butter mit den Quirlen des Handmixers cremig rühren. Den Zucker geben und  alles schaumig rühren. Dann die Eier einarbeiten. Dabei immer erst ein Ei komplett unterrühren, bevor das nächste eingearbeitet wird. Mit jedem Ei außerdem einen Esslöffel der Mehlmischung einrühren, dann gerinnt die Masse nicht. Die restliche Mehlmischung mit einem Kochlöffel unterheben.

Die Zitronenverbene-Infusion abgießen bzw. den Teebeutel entfernen. 100 ml des Aufgusses in den Teig einarbeiten, den Rest für später aufheben.

Den Teig in die Springform geben, glattstreichen und ca. 50 min im heißen Ofen backen.

Kurz bevor der Kuchen fertig ist, den Puderzucker im restlichen Verbenen-Aufguß durch Rühren auflösen. Den Kuchen aus dem Rohr holen und noch heiß mit einem Zahnstocher überall tief einpieksen, aber nicht bis zum Boden durchstechen. Mit einem Löffel die Hälfte des Sirups über den Kuchen träufeln, 10 min warten, dann den restlichen Sirup darüber träufeln. In der Form ganz auskühlen lassen, dann herausnehmen.

Zum Fertigstellen den Zucker mit der Zitronenverbene im Mixer fein zerkleinern und den Kuchen damit bestäuben.

Mini-Uttapams mit Kokoschutney – und ein Bonusrezept für Mangochutney

uttapams

Das ist einer meiner Lieblinge aus Bombay Lunchbox*.

Uttapams sind Pfannkuchen aus Reis- und Linsenmehl. Normalerweise werden die Mehlsorten vermischt, mit Flüssigkeit zu Teig verrührt, der dann im warmen sich selbst überlassen wird, bis er gärt. Dadurch werden die Pfannkuchen beim Braten schön luftig.

Soweit die Theorie. In der Praxis bin ich an den kleinen Dingern schon mehr als einmal gescheitert. Glutenfreie Pfannkuchen, die spätestens beim Wendeversuch eine innige Verbindung mit dem Pfannenboden eingingen, das war das Ergebnis. Jedes Mal. Dabei esse ich die Dinger so gerne. Schlimm.

Nun, also musste ich das Rezept von Carolyn Caldicott testen. Und – hurra, es hat funktioniert! Carolyn Caldicott wählt eine Abkürzung – Backpulver statt gären lassen. Und sie macht ganz kleine Küchlein, die lassen sich dann auch leichter wenden.

Das Ergebnis: kleine luftige, würzige Küchlein, die nach mehr schmecken. Ich finde, das Kokoschutney ist ein Must dazu….aber womöglich würde auch etwas anderes passen, bloß halt nicht für mich :-). Falls aber jemand unbedingt was anderes dazu haben möchte, gibt es noch das Rezept für Major Grey’s Mango-Chutney.

mango-chutney

Kokoschutney und Uttapams sind für den Sofort-Verzehr, das Mangochutney ergibt ein paar Portionen mehr, davon könnt Ihr etwas in den Vorrat tun. Außerdem muss es ein paar Wochen lagern, bevor es schmeckt.

Für das Kokoschutney:

  • 75 gr. Kokosnuss, frisch
  • ein Stück Ingwer (ca. 2,5 cm)
  • 2 grüne Chilischoten
  • 2 EL Zitronensaft
  • 3 EL Joghurt
  • 1 TL Honig
  • Salz

Die Kokosnuss fein reiben. Ingwer schälen und ebenfalls fein reiben. Chilis fein hacken.

Die Kokosflocken mit allen anderen Zutaten mit Ausnahme des Salzes im Mixer zu einer glatten Masse verarbeiten. Am Ende mit Salz abschmecken.

Für das Mango-Chutney:

  • 4 Mangos
  • 1 Bio-Zitrone
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 75 gr. Rosinen
  • 50 gr. frischer Ingwer
  • 175 gr. brauner Zucker
  • 150 gr. Honig (original: Melasse)
  • 1 TL Senfsaat
  • 1 TL Chiliflocken
  • 1 TL gemahlener Koriander
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 1/4 TL Gewürznelke, gemahlen
  • 1 Zintstange
  • 275 ml Apfelessig
  • 1 TL Salz

Mangos schälen und würfeln. Zitrone entkernen und ebensfalls würfeln (mit der Schale). Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Ingwer schälen und raspeln.

Dann alle Zutaten in einem Topf mischen und bei mittlerer Hitze erwärmen, bis sich Zucker und Honig aufgelöst haben. Die Hitze etwas erhöhen, so dass das Chutney zu köcheln beginnt. Simmern lassen, bis es eine marmeladenartige Konsistenz hat. Dann in sterilisierte Gläser füllen. Das Chutney muss durchziehen, nach ca. 4 Wochen ist es einsatzbereit.

Für die Uttapams:

  • 150 gr. Reismehl
  • 75 gr. Dhalmehl (ich habe rote Linsen durch die Getreidemühle geschickt)
  • 1 TL Zucker
  • etwas Salz
  • 1 TL Backpulver
  • 2 EL Joghurt
  • 3 Tomaten
  • 1 kleine Zwiebel
  • einige Zweige Koriandergrün
  • 3 grüne Chilischoten
  • neutrales Öl zum Braten

Tomaten fein würfeln. Zwiebel schälen und fein hacken. Chilis fein hacken; vom Koriander die Blättchen abzupfen und diese ebenfalls fein hacken.

Die Mehlsorten in eine Schüssel geben, Salz und Zucker zugeben. Jetzt nach und nach unter Rühren kleine Mengen Wasser zugeben, bis ein glatter, dicker Teig entsteht. Der Teig darf keine Klumpen haben.

Dann Joghurt und Backpulver gründlich unterrühren.  Dann Koriander, Chilis und Zwiebeln einrühren. Den Teig 10 min ruhen lassen.

Eine große Pfanne (Antihaft-Beschichtung schadet auf keinen Fall) mit Öl auspinseln und erhitzen. Mit einem Esslöffel drei bis vier Portionen Teig in Pfanne geben und zu kleinen dicken Küchlein ausbacken. Wenn sich an der Oberfläche Blasen bilden, werden die Küchlein gewendet und noch kurz weitergebraten.

So weiter verfahren, bis aller Teig aufgebraucht ist.

Die Uttapams mit dem Kokoschutney servieren. Oder mit Mangochutney. Oder mit beidem 🙂

Persische Reismehlplätzchen

reismehlplätzchen

Im Oktober schon ist es Tina von Lunch for One aufgefallen – die Plätzchenrezepte sind unter uns. Zu diesem Anlass wünscht sie sich Plätzchenrezepte aus aller Welt. Ich tue mich da gerade schwer. Weihnachten naht zwar unterbittlich, aber ich habe noch gar keine Lust, Plätzchen zu backen. Das ist aber jedes Jahr so. Und irgendwann erfasst mich dann der Backwahn und ich muss aufpassen, dass wir nicht noch an Ostern von den Weihnachtsplätzchen zehren können. Also, so richtige Weihnachtsplätzchen gibt es noch nicht. Aber Kekse, die man das ganze Jahr über essen kann. So wie diese Reismehlplätzchen aus dem Iran, die ich im Persischen Kochbuch von Gabi Kopp* gefunden habe.

Auf den ersten Bissen fand ich die Plätzchen ein wenig unscheinbar. Aber trotzdem wanderte meine Hand immer wieder in die Keksdose und nach einigen Gewöhnungskeksen habe ich beschlossen, dass es sich um eine wunderbare Leckerei handelt: mürbe, nicht zu süß, mit zarten Rosenaroma und einer tüchtigen Kardamom-Note. Übrigens perfekt, um sie in eine Tasse Tee zu tunken.

Reismehl, Rosenwasser und Ghee gibt es im Asia-Shop. Die Plätzchen sind schnell und einfach gemacht, aber der Teig muss einige Stunden ruhen.

Plätzchen aus aller Welt Blogevent

Und nun zum Rezept:

  • 300 gr. Reismehl
  • 130 gr. weiches Ghee (indisches Butterschmalz, notfalls weiche Butter)
  • 80 gr. Puderzucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 TL Kardamomsamen, frisch gemörsert
  • 1 Ei
  • 5 EL Rosenwasser
  • Mohnsamen zum Bestreuen

Reismehl mit Ghee, Puderzucker, Kardamom und Salz gut mischen. Ei und Rosenwasser einarbeiten und alles mit den Händen zu einem homogenen Teig verkneten. Teig zu einer Kugel formen, in Frischhaltefolie packen und über Nacht oder einige Stunden im Kühlschrank ruhen lassen.

Zum Backen den Ofen auf 180°C  vorheizen. Ein Blech mit Backpapier auslegen. Aus dem Teig Bällchen von ca. 1,5 cm Durchmesser formen, die Bällchen auf das Blech legen und mit einem Musterstempel (bei mir war es ein Apfelausstecher) ein Muster hineindrücken. Mit Mohnsaat bestreuen.

Im heißen Ofen ca. 15 min backen. Die Plätzchen sollen kaum bräunen.

Banh mi – Baguette auf vietnamesisch

banh mi

Zum ersten Mal bin ich in Dorries schönem Blog auf dieses Brot gestoßen, und im ersten Augenblick baute sich vor mir ein großes Fragezeichen auf. Baguette? In Vietnam? Ach ja…..die Kolonialzeit. Frankreich hat seine Spuren hinterlassen. Das Brot hat mich natürlich interessiert – neue Brotsorten reizen mich immer. Als erstes habe ich das von Dorrie verlinkte Rezept nachgebacken. Das Ergebnis hat mir damals nicht so zugesagt.

Nun habe ich beim Blättern ein neue Idee für Banh Mi gefunden. Das Brot kommt ohne Vorteig aus, benötigt aber sehr lange Gehzeiten. Dadurch wird es schön aromatisch. Der Clou an dem ganzen ist aber ein gewisser Anteil an Reismehl, was für eine eine schöne Krume und eine sehr helle Farbe sorgt. Das Brot ist schön luftig und hat eine dünne Kruste.

Banh mi ist nicht so lang und schlank geformt wie seine französischen Verwandten, sondern kommt eher kürzer und ein bisschen gedrungen daher. Es wird gerne benutzt, um köstliche Sandwiches herzustellen.

Für 4 Baguettes:

  • 140 gr. Reismehl
  • 350 gr. Weizenmehl 550
  • 10 gr. frische Hefe
  • 2 TL Salz
  • 350 ml Wasser, handwarm

Die Mehle zusammen mit dem Salz in eine Schüssel geben.

Die Hefe im Wasser auflösen.

Das Hefewasser zum Mehl geben und alles zu einem elastischen Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst.

Dann die Schüssel gut zudecken (ich mag am liebsten Teigschüsseln mit Deckel, da trocknet nichts aus) und den Teig an einem Warmen Ort drei Stunden gehen lassen.

Dann den Teig nochmals kurz durchkneten. Die Arbeitsfläche leicht bemehlen. Den Teig aus der Schüssel holen und in 4 gleich schwere Teile teilen. Stücke abdecken, am besten mit Frischhaltefolie, und nochmals zwei Stunden ruhen lassen.

Nun die Stücke zu Kugeln formen. Jede Kugel zu einem länglichen Laib formen, der in der Mitte dicker ist und ann den Enden spitz zuläuft. Laibe auf ein mit Backpapier belegtes Blech geben und eine weitere Stunde gehen lassen.

Inzwischen den Backofen auf 250°C vorheizen. Die Laibe mit einem Cutter oder einem scharfen Messer je dreimal schräg einschneiden. Blech in den Ofen schieben und zur Dampferzeugung mit einer Blumenspritze einige Stöße Wasser in den Ofen geben.  Die Temperatur auf 230°C reduzieren und die Brote in ca. 20-25 min fertigbacken.

Rezept adaptiert aus: Curry: Die 120 besten Rezepte