Mohn-Zitronenkuchen

Ich habe mich schwer getan mit der Rezeptauswahl in Ottolenghis “Sweet“*. Wir mochten einfach alles gleichermaßen; egal, was aus dem Ofen kam, es wurde mit Begeisterung verputzt.

Für den Kuchen habe ich mich entschieden, weil diese Mohn-Zitronen-Kombination schon so lange zu meinen Favoriten zählt. Ich habe wirklich schon einige Mohn-Zitronen-Kuchen gebacken in meinem Leben, aber dieser hier ist tatsächlich der beste. Was möglicherweise an der Crème double liegt, die in den Teig kommt; der Kuchen ist so weniger säuerlich und schön saftig.

Eigentlich trägt der Kuchen auch den Untertitel “National-Trust-Qualität”. In Großbritannien kümmert sich der National Trust um Denkmalschutz und Naturschutz. Die verwalteten Objekte kann man gegen ein Eintrittsgeld besichtigen, sie sind beliebte Ausflugsziele. Und offensichtlich gibt es in den zugehörigen Cafés auch guten Kuchen. Denn Yotam Ottolenghi meint, dass es egal ist, ob die Fahrt nervtötend war, das Wetter durchwachsen und die Familie etwas anstrengend – Tee und Kuchen im Café des National Trust richten alles wieder.

Einen klitzkleinen Verbesserungsvorschlag habe ich aber doch – ich würde beim nächsten Mal mehr Mohn nehmen; das verträgt der Kuchen, finde ich.

Für einen Kastenform von 1 l Fassungsvermögen:

  • 3 Eier (Größe L)
  • 250 g Zucker (original: 225 g)
  • 120 g Crème double
  • 75 g Butter, plus etwas für die Form
  • 10 g Mohnsaat (beim nächsten Mal nehme ich das doppelte)
  • 1 EL Zitronenschalenabrieb
  • 170 g Mehl
  • 1 gehäufter TL Backpulver
  • 1 Prise Salz

Glasur:

  • 100 g Puderzucker
  • 2 EL Zitronensaft

Ofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Die Kastenform mit Butter ausstreichen und bemehlen.

Die Butter in einem kleinen Topf bei niedriger Hitze schmelzen, dann Mohn und Zitronenabrieb zufügen und alles beiseite stellen.

Die Eier mit dem Zucker in eine Schüssel geben und mit dem Schneebesen des Handrührgeräts hellschaumig aufschlagen. Die Crème double ca. 2 min lang einrühren; die Zutaten sollen sich verbinden und die Masse soll richtig schön hell werden.

Mehl mit Salz und Backpulver in eine Schüssel sieben, dann mit einem Teigspatel unter die Eiermasse heben. Jetzt noch die Buttermischung ebenfalls mit dem Teigspatel unterziehen, dann den Teig in die Form füllen und im heißen Ofen ca. 50 min backen. Der Kuchen ist fertig, wenn ein in die Mitte eingestochener Zahnstocher sauber wieder herauskommt.

Kuchen aus der Form holen und auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Für den Guss den Puderzucker in eine Schüssel sieben. Zitronensaft einrühren und den Kuchen mit dem Guss überziehen.

Radieschensalat mit Mohndressing


Uff. Das ist so simpel, ich habe lange überlegt, ob ich das überhaupt hier aufschreiben soll. Aber das Ganze schmeckt so toll – ich muss Euch die Chance geben, es auch zu probieren ;-).
Das Rezept ist aus dem neuen Buch von Hugh Fearnley-Whittingstall*, das einen ganz großen Schwerpunkt auf Gemüse setzt. Das Buch hat mich bezaubert; ich habe mich schon um Kopf und Kragen gekocht. Eine Buchvorstellung folgt demnächst.
Jetzt aber zu den Radieschen: die werden einfach in Scheiben gehobelt und mit einem mit Mohn angereicherten Dressing serviert. Das nussige Dressing passt prima zu den pfeffrigen Radieschen. Und mir gefällt gut, dass die Radieschen in feinen Scheiben daher kommen. Ich finde ihr Aroma sonst etwas dominant, durch das Hobeln wird es etwas sanfter und die Radieschen nehmen auch mehr vom Dressing auf.
Gehobelt ist ein gutes Stichwort: ich schicke die Radieschen als zweiten Beitrag zu Zorra, die sucht nämlich für ihr laufendes Blogevent gerade noch heute Gerichte mit fein gescheibelten Lebensmitteln.

Für 3 bis 4 Personen:

  • 200 g Radieschen
  • Meersalzflocken (ich liebe Maldon Salt)

Dressing:

  • 2 EL kalt gepresstes Rapsöl
  • 1 TL Zucker
  • 1 EL Zitronensaft, plus ggf. etwas mehr
  • 1/2 TL Dijonsenf
  • 1/2 EL Mohnsaat
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für das Dressing alle Zutaten in einer kleinen Schüssel verrühren; dabei nur leicht salzen; es kommt später noch mehr dazu.
Die Radieschen putzen und dann in feine Scheiben schneiden. Das geht am besten mit einem Gemüsehobel oder einer Mandoline. Ich habe diese hier*, die ist klein, scharf und in 4 Stufen verstellbar.
Radieschen auf einem Teller auslegen und das Dressing darüber träufeln. Alles mit Salzflocken bestreuen. Eine Scheibe probieren, und, wenn nötig noch etwas Salz und/oder Zitronensaft zugeben.
Man kann den Salat gleich essen oder 15 min ziehen lassen; mir hat er nach kurzer Zieh-Zeit besser geschmeckt.

Mohnöl-Madeleines

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Ich gestehe – das ist eines der einfacheren Desserts aus dem Buch von Julien Duverrnay. Aber nichtsdestotrotz – diese Madeleines sind einfach sagenhaft.

Jedenfalls dann, wenn man, so wie ich, Mohn mag: Der Teig wird mit Mohnöl aromatisiert, was ein ebenso einfacher wie genialer Schachzug ist. Ich werde in Zukunft beim Backen öfter mal Butter durch ein Öl ersetzen – ich freue mich jetzt schon auf den Walnusskuchen, den ich so backen werde 😉 .

Zitrone ist auch dabei – Mohn und Zitrone sind ja ein Traumpaar, finde ich.

Die Madeleines bestehen aus drei Komponenten, mit Tränke aus vier. Die einzelnen Komponenten sind aber nicht schwierig und gehen gut von der Hand: wir haben die Madeleines, eine Tränke, eine Knusperschicht aus Mohnsamen, Butter und Zucker und eine Creme, mit der die Knusperschicht auf den Madeleines befestigt wird. Also: saftige Madeleines, zitronige Creme und Knusper – die Aromen und Konsistenzen machen richtig Spaß. Los geht es:

Madeleines:

  • 35 g Invertzucker (ich habe Honig genommen)
  • 100 g Eier (das sind ca. 1,5)
  • 85 g Zucker
  • 100 g Mehl
  • 4 g Backpulver
  • Schalenabrieb von 1/2 Zitrone
  • 100 g Mohnöl
  • 8 g Mohnsamen

Sirup:

  • 70 g Orangensaft
  • 30 g Zitronensaft
  • 75 g Zucker
  • 0,3 g Zitronensäure

Mohn-Nougatine:

  • 55 g Butter
  • 75 g Zucker
  • 1 g Pektine Jaune (ich habe Apfelpektin genommen)
  • 50 g Mohnsamen

Mohnöl-Zitronen-Crémeux:

  • 95 g Zitronensaft
  • Schalenabrieb von 1 Zitrone
  • 150 g Eier
  • 140 g Zucker
  • 2,5 g Gelatine, in Eiswasser eingelegt
  • 200 g Butter
  • 30 g Mohnöl

Los geht es mit dem Teig: Dafür die Eier mit dem Zucker weißschaumig aufschlagen. Dann alle anderen Zutaten mit Ausnahme des Mohns nach und nach einrühren und alles gut vermischen. Den Teig über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen. Am nächsten Tag den Mohn unterheben.

Dann den Teig in gefettete Madeleines-Förmchen füllen und im Ofen bei 190°C Heißluft ca. 7 min backen. Meine Madeleines haben etwas länger gebraucht. Etwas abkühlen lassen, dann aus den Förmchen lösen.

Für den Sirup alle Zutaten kalt verrühren, bis der Zucker sich aufgelöst hat. Die Madeleines mit dem Sirup tränken.

Für die Nougatine braucht man Glukosesirup. Den kann man einfach selbst herstellen: 64 g Traubenzucker mit 36 g Wasser aufkochen. In einen Messbecher geben und, wenn nötig, auf 100 g auffüllen. Fertig.

Jetzt für die Nougatine Butter, Zucker, Glukosesirup und Pektin auf 110°C aufkochen, dann den Mohn einrühren. Die Masse auf Backpapier gießen, eine zweite Lage Backpapier darauf legen und alles dünn ausrollen. Für 2 h in die Tiefkühle geben. Dann den Ofen auf 165°C Heißluft vorheizen und die Nougatine ca. 12 min backen.

Jetzt zur Creme, die kann man gut vorbereiten, während das Nougatine in der Tiefkühle ist: Saft und Schale der Zitrone mit Eiern und Zucker über einem heißen Wasserbad unter dauerndem Rühren auf 85°C erhitzen. Die Gelatine gut ausdrücken, in der heißen Masse auflösen und alles durch ein Sieb passieren. Wenn die Masse auf 40°C abgekühlt ist, Butter und Mohnöl mit dem Stabmixer einarbeiten. In einen Spritzbeutel mit Lochtülle füllen.

Jetzt geht es ans Zusammensetzen: dafür die Mitte jedes Madeleines etwas Creme spritzen. Das Nougatine in kleine Stücke brechen. Auf jeden Punkt ein Stück davon legen, einen weiteren Punkt Creme darauf spritzen, dann nochmal Nougatine. Mit Creme abschließen.

Wenn die Madeleines nicht gleich gegessen werden, bewahrt man sie am besten im Kühlschrank auf.

Pletzl – Wir retten, was zu retten ist

pletzl

Beinahe wäre das nichts geworden mit einem Beitrag von mir zur laufenden Rettungsrunde. Brot ist nämlich das Thema.

Wenn man keinen handwerklich arbeitenden Bäcker hat, sondern einen der Backmischungen verwendet und ordentlich in den Trog mit den Zusatzstoffen greift, dann kann man sein Brot recht einfach selbst backen. Das wollen wir Euch heute zeigen.

14032_1587554494807988_8376197270099437244_nNanu, werdet Ihr Euch wundern…was hat sie denn? Sie backt doch dauernd Brot. Stimmt. Ich habe mich aber daran gewöhnt, Sauerteigbrote zu backen und/oder solche mit Vorteig und  längerer Teigführung. Das bringt richtig Geschmack. Für die Rettungsaktion habe ich nach einem einfachen Rezept gesucht; ich will ja animieren und nicht abschrecken. Aber das meiste, was ich gefunden habe, wollte mir einfach nicht gefallen. Und das, was mir gefällt, habe ich schon verbloggt. Luxusprobleme.

Dann blätterte ich in diesem schönen Buch zur jüdischen Küche*, und schwupps, da war er, der Pletzl. Ganz eindeutig, der wollte gebacken werden.

Und was genau ist jetzt ein Pletzl? Nun, das ist sozusagen die jüdische Antwort auf die Foccacia. Es ist ein einfacher Brotfladen, der mit karamellisierten Zwiebeln und Mohn belegt wird. Das Brot kann man als Beilage zu Suppen genießen oder auch einfach so auf die Hand als Snack.

Der Teig ist sehr einfach, ein paar Änderungen habe ich vorgenommen: Im original wird Weißmehl verwendet, ich habe ein wenig Vollkorn zugegeben. Gebacken habe ich den Fladen in einer ca. 30 x 40 cm großen Auflaufform. Wenn Ihr eine kleinere Form nehmt, hat das Ganze mehr Ähnlichkeit mit Foccacia, muss aber ein wenig länger backen.

Für ein Brot:

Brot:

  • 125 g Dinkelvollkornmehl
  • 200 g Dinkel 630
  • 1 TL Trockenhefe (original: 2 1/4)
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Salz
  • 240 ml Wasser, zimmerwarm
  • 60 ml Pflanzenöl

Belag:

  • 2 EL Pflanzenöl
  • 2 Zwiebeln
  • etwas Salz
  • 1 Ei
  • 1 TL Mohnsamen

Für den Teig die Mehlsorten in eine Schüssel geben und mit Hefe, Salz und Zucker vermischen. Wasser und Öl zugeben und alles zu einem homogenen Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Die Schüssel mit einem Geschirrtuch abdecken und den Teig in ca. 1 h zu doppelter Größe aufgehen lassen.

Inzwischen die Zwiebeln schälen und fein hacken. Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen und die Zwiebeln darin bei milder Hitze bedeckt ca. 10 min garen, bis sie weich sind. Danach den Deckel abnehmen, die Zwiebeln salzen und unter Rühren weitere 5 min garen, bis sie gebräunt sind. Vom Herd nehmen und zur Seite stellen.

Wenn der Teig schön aufgegangen ist, ein ca. 30 x 40 cm große Auflaufform oder ein entsprechendes Blech mit Backpapier auslegen. Den Teig auf das Blech geben und so lange mit den Fingern zurecht drücken, bis ein Fladen von ca. 30 mal 40 cm entstanden ist. Abdecken und nochmal 50 min ruhen lassen.

Den Backofen rechtzeitig auf 220°C Ober- und Unterhitze vorheizen.

Den Fladen mit einer Gabel mehrfach einstechen, damit sich beim Backen keine Blasen bilden. Das ei verquirlen und den Fladen an der Oberseite gründlich damit einpinseln. Die Zwiebeln gleichmäßig auf dem Fladen verteilen und alles mit Mohnsamen besprenkeln.

In ca. 20 bis 25 min goldbraun ausbacken, dann auf einem Kuchengitter auskühlen lassen.

Allein kann man die Welt nicht retten und auch das selbstgebackene Brot nicht. Deswegen hier die Links zu den MitretterInnen:

Paprika meets Kardamom – Naan aus der Pfanne

Brittas Kochbuch – Fast No Knead Sauerteigbrot aus dem Topf

Giftige Blonde – Bierbrot

Summsis Hobbyküche  – Baguette

Was Du nicht kennst – No Knead Bread

Dynamite Cakes  – Focaccia mit roten Zwiebeln

brotbackliebe und mehr – Karottenbrot mit Kürbiskernen

Kochen mit Herzchen – Niederrheinischer Butterstuten

Anna Antonia – Pain au Chocolat

Sakriköstlich – Mittelalterliches Bauernbrot

Cuisine Violette – Vollkorntoast mit Emmermehl

Prostmahlzeit – Hanfbrot

Unser Meating – Drei-Minuten-Vielfalt-Brot

Food for Angels and Devils – Eingenetztes

Lanis Leckerecke – Kartoffelbreibrot mit Möhrenraspeln

Feinschmeckerle – Kieler Semmeln

Das Mädel vom Land – Kamutbrot

Küchenliebelei – Ciabatta

Auchwas – Croissants mit Urdinkelmehl

Meins – Mit Liebe selbstgemacht – Pide

Obers trifft Sahne – Walnuss-Bierbrot

German Abendbrot – Toastbrot

Fliederbaum – Dinkel-Erdmandelbrot

Genial lecker – Dinkelbrötchen mit Buttermilch

Makowiec – Mohn-Mandel-Kuchen aus Polen

makowiec

Ich liebe Mohn. Mit Mohnsemmeln oder Mohnschnecken macht man mir immer eine Freude. Daher war der Jubel groß, als ich auf diesen Kuchen hier gestoßen bin: Hefekuchen mit Mohnfüllung – klar, dass der hier auf den Tisch musste.

Die Mohnfüllung hat es mir angetan…..es wird dafür ganzer Mohn verwendet. Er wird gekocht und püriert – eine gute Alternative zu den muffigen gemahlenen Mohnsamen, die es manchmal zu kaufen gibt. Ich habe den Kuchen zusätzlich mit etwas Mohnöl aufgemöbelt….wer das das nicht hat, läßt es halt weg.

Das Rezept ist aus dem Buch “Kulinarisches Osteuropa“* entnommen. Im Original werden zwei Kuchen gebacken; ich habe die Mengen halbiert und angepaßt.

Für den Teig:

  • 375 gr. Weizenmehl 405
  • 40 gr. Zucker
  • 10 gr. frische Hefe
  • 150 ml Milch
  • 30 gr. Butter
  • 1 Ei, Zimmertemperatur
  • Puderzucker zum Bestäuben

Für die Füllung:

  • 125 gr. Mohnsamen
  • 50 gr. Zucker
  • 30 gr. Butter, in Würfelchen
  • 75 gr. gemahlene Mandeln
  • Abrieb von 1 Bio-Zitrone
  • 2 TL Honig
  • 1 TL Mohnöl, optional

Für den Teig Mehl und Zucker in eine Rührschüssel geben. Milch und Butter in einem Topf handwarm erwärmen. Die Hefe in das Mehl reiben, als ob man Streusel machen wollte. Milchmischung und Ei zum Mehl geben und alles zu einem glatten, seidigen Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Schüssel abdecken und den Teig in ca. 1 h zu doppelter Größe aufgehen lassen.

Inzwischen für die Füllung die Mohnsamen in einen Topf geben, mit Wasser bedecken. Alles zum Kochen bringen, dann 40 min köcheln lassen. Wasser abgießen und den Mohn im Blitzhacker oder mit dem Pürierstab zerkleinern. Anschließend mit allen anderen Zutaten für die Füllung vermischen.

Den Backofen auf 180°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.

Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem Rechteck (ca. 20 x 40 cm) ausrollen. Die Füllung auf der Teigplatte verstreichen, dann die Platte von der Längsseite her aufrollen wie bei einer Bisquitrolle. Mit der Nahtseite nach unten auf das Blech legen und im heißen Ofen ca. 25 min backen.

Auf einem Kuchengitter auskühlen lassen und vor dem Servieren mit Puderzucker bestäuben.

Knusprige Polenta, dazu Blumenkohl mit Kräuter-Mohnpaste und Kartoffel-Senfsauce

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Das ist im Grunde das unaufwendigeste Gericht, das ich aus “Vegetarisch kreativ“* nachgekocht habe. Zugleich ist es aber auch der Teller, der mir am besten gefallen hat.

Die Basiskomponente, die Polenta, ist nicht nur schön knusprig, sondern durch den eingearbeiteten Eischnee locker und fluffig. Der Blumenkohl ist ein echter Knaller: im Ofen geröstet, bleibt er wunderbar aromatisch. Und das Topping mit nussigem Mohn, Sesam und säuerlichen Berberitzen, das ist eine Aromabombe. Die Sauce ist auch toll: Senfwürzig und schön sämig, ohne zu gehaltvoll zu sein.

Die Portionen für Polenta und Blumenkohl sind recht großzügig bemessen, aber beides schmeckt auch noch am nächsten Tag.

Ohne eine Gewürzmischung und das Olivenpüree aus dem  Basis-Vorrat kommt man hier schlecht aus; die Rezepte gebe ich mit an.

Für die kräftige Gewürzmischung:

  • 3 EL schwarzer Pfeffer
  • 2 EL Kümmel, ganz
  • 1 EL Korianderkörner

Für das Olivenpüree:

  • 100 gr. grüne Oliven
  • Abrieb einer Limette
  • 1 TL Kapern (ich nehme immer noch meine Kapuzinerkresse-Kapern)
  • 1 Messerspitz Senf
  • 1 Prise kräftige Gewürzmischung
  • 1 EL Sonnenblumenöl

Für die Polenta:

  • 1 3/4 l Gemüsebrühe
  • 1/2 TL Salz
  • Abrieb von 1/2 Zitrone
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 2 Prisen kräftige Gewürzmischung
  • 4 EL Olivenöl
  • 3 Eier
  • 500 gr. Polentagrieß
  • 1 EL Kartoffelmehl
  • 2 EL Sonnenblumenöl

Für den Blumenkohl:

  • 1 großer Blumenkohl
  • 2 EL Butter
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 TL Salz
  • 50 gr. Kerbel
  • 5 EL Olivenpüree
  • 1/2 TL Mohnsamen
  • 2 EL Sesam
  • 1 Prise gemahlene Nelken
  • 1 TL Berberitzen
  • 4 cm Orangenzeste
  • 1 EL Olivenöl

Für die Sauce:

  • 90 gr. Kartoffeln, mehlig kochend
  • 1 Schalotte (original: 40 gr. Zwiebelpüree)
  • 1 TL Sonnenblumenöl
  • 1 Lorbeerblatt
  • 1 TL Apfelessig (Original: 1 Spritzer Essigessenz)
  • 1 TL grober Senf
  • 3 Prisen Salz
  • 1 Prise Kurkuma
  • 2 Prisen kräftige Gewürzmischung
  • 1 Prise Thymian
  • 1 Prise Zucker
  • 3 EL Olivenöl

Zunächst die Gewürzmischung herstellen. Dafür die Gewürze in einer Pfanne ohne Fett anrösten, dann mahlen.

Dann für das Olivenpüree die Oliven entsteinen, alle Zutaten mit den Pürierstab aufmixen und das Püree in ein Glas füllen. Mit etwas Öl bedeckt hält sich das Püree im Kühlschrank ca. 2 Wochen.

Jetzt zur Polenta, die braucht etwas Vorlaufzeit, da sie vor dem Braten abkühlen muss. Die Gemüsebrühe in einem großen Topf zum Kochen bringen. Die Hitze herunterschalten, die Brühe mit Salz, Kurkuma, Zitronenabrieb,  Gewürzmischung und Olivenöl würzen. Topf vom Feuer nehmen und den Polentagrieß mit einem Schneebesen einrühren  – Achtung, das spritzt. Deckel aufsetzen, Topf wieder auf die Herdplatte stellen und die Polenta einmal kurz aufwallen lassen.  Dann vom Herd nehmen und mit geschlossenem Deckel 10 min ausquellen lassen.

Die Eier trennen. Die Eiweiße zu Eischnee schlagen. Wenn die Polenta gequollen ist, den Brei glatt rühren, dann erst Eigelbe und anschließend Kartoffelmehl einarbeiten. Den Eischnee in eine große Schüssel geben. Erst ein Drittel des heißen Polentabreis unterheben, dann den Rest.

Eine Kastenform mit Frischhaltefolie (Original: Backpapier) auslegen. Die warme Polenta einfüllen und glatt streichen. Mit Frischhaltefolie abdecken, dann mindestens 3 h auskühlen und fest werden lassen.

Jetzt zum Blumenkohl: Der wird gewaschen und in ca. 5 cm große Röschen geteilt. Dann in eine große Auflaufform geben, Butter, Lorbeerblatt und Salz zufügen. Die Form abdecken (ich habe Alufolie genommen) und in den Ofen schieben. Temperatur auf 200°C einstellen und den Blumenkohl ca. 40 min garen.

Jetzt für die Sauce die Kartoffel schälen und in kleine Würfel schneiden. Schalotte schälen und fein hacken. Schalotte und Kartoffel in heißen Öl ca. 3 min anbraten. Essig, Lorbeer, Salz und Senf kurz mit anrösten, dann mit 300 ml Wasser aufgießen und ca. 10 min köcheln lassen, bis die Kartoffeln gar sind.

Dann die Gewürze zugeben und die Sauce mit dem Pürierstab aufmixen. Topf vom Herd nehmen, das Olivenöl mit dem Pürierstab tröpfchenweise einarbeiten.

Nun zur Kräuter-Mohnpaste für den Blumenkohl: die Kerbelblättchen abzupfen und fein hacken. In einer kleinen Schüssel mit Olivenpüree, Mohn, Sesam, Nelken, Berberitze und der fein gehackten Orangenschale vermischen, dann das Olivenöl tröpfchenweise einarbeiten.

Die Polenta aus der Form stürzen und die Frischhaltefolie abziehen. Polenta in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden und in einer großen Pfanne (ggf. portionsweise) im Öl von beiden Seiten knusprig ausbraten.

Wenn der Blumenkohl gar ist, die Kräuterpaste unterheben.

Zum Anrichten die Polentascheiben auf einen Teller geben. Blumenkohl daneben legen und alles mit der Sauce garnieren.

kaesecracker mit mohn ottolenghi

Käsecracker mit Mohn

Ich habe eine Schwäche für Käsecracker. Mohn mag ich auch sehr gerne. Als ich folglich beim fabelhaften Ottolenghi* über ein Rezept für Käsecräcker mit Mohn gestolpert bin, gab es kein Halten mehr, es zog mich in die Küche zum Nachbacken.

Diese Cracker sind nicht nur zartschmelzend und schön fluffig, sondern haben dank des schicken Mohn-Mäntelchens eine nussige Note. Darüber hinaus sind sie auch noch kinderleicht herzustellen. Kein Ausrollen und Ausstechen, nein, der Teig wird einfach zu Rollen geformt und in Scheiben geschnitten.

Man muss nicht den gesamten Teig auf einmal backen, sondern kann auch eine Rolle in die Tiefkühle legen und später backen, wenn man Nachschub braucht.

Für ca. 35 Cracker:

  • 210 gr. Mehl, plus etwas mehr zum Arbeiten
  • 1/2 TL Backpulver
  • 1/2 TL Paprika edelsüß
  • 1 Prise Cayennepfeffer
  • 1 Prise Salz
  • Schwarzer Pfeffer aus der Mühle.
  • 165 gr. Butter, weich
  • 165 gr. würziger Hartkäse (Bergkäse, Gruyère….im Original wird Parmesan verwendet), gerieben
  • 80 gr. Mohnsamen
  • 1 Ei, verschlagen

Mehl, Backpulver, Paprika, Cayennepfeffer, Salz und Pfeffer in einer Schüssel vermischen.

Die Butter mit dem Käse gründlich vermischen; das geht am Besten mit einem Teigschaber oder mit dem Rührer der Küchenmaschine. Dann die Mehlmischung zugeben und weiterrühren, bis sich ein weicher Teig formt.

Den Teig auf die bemehlte Arbeitsfläche geben, halbieren und jede Hälfte mit den Händen zu einer Rolle mit 3-4 cm Durchmesser formen. Die Rollen in Frischhaltefolie wickeln und ca. 30 min im Kühlschrank ruhen lassen.

Die Mohnsamen auf einem großen, flachen Teller verteilen. Die Teigrollen mit dem verquirlten Ei bestreichen und dann in den Mohnsamen wälzen, bis sie rundum vom Mohn überzogen sind. Nochmal in Frischhaltefolie wickeln den Kühlschrank stellen, diesmal eine Stunde. In diesem Zustand kann man die Rollen zur späteren Verwendung einfrieren.

Den Backofen auf 170°C vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen. Die Teigrollen in ca. 1/2 cm dicke Scheiben schneiden und mit guten Abstand auf das Blech legen. Ca. 12 min backen, bis sie appetitlich gebräunt sind.