Eintopf-Enchiladas

Ich gebe es ja zu, ich wollte unbedingt diese Enchiladas aus Hugh Fearnley-Whittingstalls Resteküche* machen. Aber wie das so ist, es wollte partout kein Eintopf übrig blieben. Einmal hatten wir ein Chili, eine sehr üppige Portion. Ich freute mich schon diebisch auf die zu erwartenden Reste und die Enchiladas – und zack, hatte mein Sohn alles weggemampft. Pubertierende Jungs sind ganz erstaunlich gute Nahrungsvernichter. Ich mache so oft in froher Erwartung den Kühlschrank auf und finde …. nichts. Zumindest nicht das, was ich erwartet habe.

Reste gekochter Mahlzeiten sind bei uns also eher selten; aber neulich blieb tatsächlich Bolognese übrig. Und auch Nudeln. Aus den Nudeln habe ich eine Pasta-Tortilla gemacht, und die Bolognese ist in den ersehnten Enchiladas gelandet. Und die sind so empfehlenswert, für die kann man auch mal ein wenig mehr kochen und Reste einplanen.

Was Ihr braucht, ist ein Rest Eintopf, gerne auch gemischt mit Hülsenfrüchten. Hühnerfrikasee oder Gulasch sind willkommen. Wer ein vegetarisches Gericht haben möchte, kann auch Reste von gegartem Gemüse verwenden. Bratkartoffeln, gemischt mit Spinat, sind auch prima.

Man braucht außerdem Tortillas – aber eher nicht die Weizenwraps, die es im Supermarkt gibt. Ihr könnt Maistortillas verwenden, oder Ihr macht es wie ich und macht Schummeltortillas nach diesem Rezept.

Eintopf-Enchiladas

Mexikanisch inspiriert aus Resten

Gericht Hauptgang
Keyword Reste
Portionen 4 Portionen

Zutaten

  • Maistortillas - 3 bis 4 große oder 6 bis 8 kleine
  • 400 - 500 g Eintopf, gerne mit Hülsenfrüchten
  • 150 g würziger Hartkäse gerieben

Tomatensauce:

  • 1 EL Rapsöl
  • 1 Zwiebel
  • 2 Chilischoten
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1/2 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1/2 TL gemahlener Koriander
  • 200 g Maiskörner
  • 400 g gehackte Tomaten aus der Dose
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Garnitur:

  • Sauerrahm
  • Frühlingszwiebelröllchen

Anleitung

  1. Den Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Auflaufform mit Öl einpinseln.

  2. Für die Tomatensauce Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Chilischoten putzen und ebenfalls hacken.

  3. Etwas Öl in einem Topf erhitzen. Zwiebel mit einer ordentlichen Prise Salz bei mittlerer Hitze braten, bis sie weich ist. Chili, Knoblauch und die Gewürze zugeben, alles unter Rühren kurz braten, dann Tomaten und Maiskörner zugeben. Salzen, dann 10 min köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

  4. Tortillas im Ofen oder der Mikrowelle aufwärmen, damit sie weich werden. 

  5. Nun die Hälfte der Tomatensauce in der Auflaufform verteilen. 

  6. Jeweils einen Teil des Eintopfs in die Mitte einer Tortilla geben, alles aufrollen und mit der Nahtseite nach unten in die Form legen. Alles mit der restlichen Tomatensauce übergießen und mit dem geriebenen Käse bestreuen.

  7. Im heißen Ofen ca. 25 bis 30 min backen, bis die Sauce blubbert und der Käse geschmolzen und appetitlich gebräunt ist.

  8. Zum Servieren mit Sauerrahm und Frühlingszwiebeln garnieren.

Mit Maisrisotto gefüllte Paprika

So, da bin ich wieder und es gibt auch gleich etwas auf den Teller:

Das hier ist Spätsommer pur – Paprika und Mais. Das Original-Rezept stammt von Deb Perelman*. Sie erzählt, dass ihre Idee eigentlich auf einem Missverständnis beruht: sie aß so gerne gefüllte Poblanos in einem mexikanischen Restaurant um die Ecke und war der festen Überzeugung, dass die cremige Füllung auf einem Risotto aufbaute. Erst später wurde ihr klar, dass Mexikaner wohl doch nicht unbedingt Risotto kochen, und dass es sich wohl um eine etwas andere Füllung gehandelt haben müsste.

Das ist aber egal – denn das Gericht ist einfach klasse. Wobei bei mir von Original nicht so viel übrig blieb. Da werden Poblanos verwendet; die hatte ich nicht, aber dafür rote Paprika. Ich habe auch mehr Mais verwendet und … sonst auch noch viel geändert.

Das ist aber auch egal – denn die Paprikas mit ihrer cremigen, sanften Füllung sind ein richtiges Wohlfühlessen. Mit roten Paprika ist das alles sehr zart, es würden sicherlich auch die Grünen gut passen, die geben der Füllung etwas Kontra.

Paprika mit Mais-Risotto -Füllung

Paprika mit einer cremigen, lieblichen Füllung

Gericht Hauptgericht, vegetarisch
Portionen 3 Portionen
Autor magentratzerl

Zutaten

  • 3 rote Paprikaschoten
  • 1 Schalotte
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 EL Olivenöl
  • 125 g Risottoreis
  • 1 Schuss Zitronensaft
  • 400 ml Hühnerbrühe
  • 250 g Maiskörner vom Kolben geschnitten oder TK (aufgetaut)
  • 30 g Mascarpone
  • 40 g Cheddar
  • Salz
  • Ancho-Chiliflocken

Zum Servieren:

  • 100 g Joghurt
  • 3 EL Koriandergrün frisch gehackt
  • Salz

Anleitung

  1. Für den Risotto Schalotte und Knoblauch schälen und fein hacken. 

    Die Brühe erhitzen und warm halten.

  2. Frischen Mais in Salzwasser eine Minute blanchieren, dann abtropfen lassen. 

  3. Olivenöl in einem Topf erhitzen und Schalotte und Knoblauch darin anbraten, bis sie weich und durchscheinend sind. 

    Den Reis zugeben und unter Rühren anrösten.

  4. Einen Schuss Zitronensaft zugeben, kurz rühren, dann etwas Brühe angießen. Kurz durchrühren, dann die Brühe einkochen lassen und wieder etwas Brühe angießen. So weiter machen, bis der Reis gar ist. 

    Mit dem letzten Rest Brühe den Mais zugeben. 

  5. Mascarpone unterrühren, Cheddar reiben und ebenfalls ins Risotto rühren. Mit Salz und Ancho-Chiliflocken abschmecken. 

  6. Ofen auf 200°C Ober- und Unterhitze vorheizen. 

    Die Paprikaschoten der Länge nach halbieren, die Trennwände und Kerne entfernen. 

  7. Den Risotto in die Paprikahälften füllen und diese in eine Auflaufform stellen. 

    Im heißen Ofen ca. 30 min backen, bis die Paprika weich sind. 

Zum Servieren:

  1. Koriander zupfen, Blättchen und feine Stiele hacken. 

    Mit dem Joghurt vermischen und mit Salz abschmecken.

  2. Zum Servieren Paprikaschoten mit der Sauce auf Tellern anrichten.

Cremige Maissuppe mit Zitronengras

Es ist so eine Gewohnheit bei uns, dass es warmes Abendessen gibt. In der Theorie sitzen dann auch alle zusammen am Tisch, aber das klappt viel seltener als früher. Inzwischen hat jeder so seine Termine und man isst hin und wieder zu sehr unterschiedlichen Zeiten. Damit nicht alle nur von Sandwiches und Snacks leben, ist warm essen aber trotzdem eine gute Idee. Und Suppe bietet sich da immer wieder an – eine cremige Suppe mit einem guten Stück Brot ist ausgewogen und macht satt und zufrieden. Wundert Euch also nicht, wenn es das hier jetzt öfter gibt….

Diese Suppe fußt auf einer Idee der wunderbaren Maria Elia*. Am besten schmeckt sie bestimmt mit frischem Mais, aber ach, es dauert noch so lange, bis es den wieder gibt. Ich bin also auf Tiefkühlware ausgewichen. Dose geht zur Not auch. Aber wie auch immer, die Mais-Zitronengras-Kombination in Verbindung mit dem würzigen Mais-Relish ist klasse.

Im Original kommt noch Crème fraîche an die Suppe – ich habe das ehrlich gesagt, vergessen. Und uns hat die Suppe auch so geschmeckt.

Für 4 Portionen:

Suppe:

  • 450 g Maiskörner, TK
  • 1 EL Rapsöl
  • 1 kleine Zwiebel
  • 2 cm frischer Ingwer
  • eine schöne Prise Chiliflocken
  • 1 EL Mehl
  • 500 ml Milch
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 4 Stängel Zitronengras
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Relish:

  • 100 g Mais, TK-Ware, aufgetaut
  • 1 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 rote Chili
  • 10 g Koriandergrün
  • 1 Stängel Zitronengras

Für die Suppe die Zwiebel schälen und fein hacken, ebenso die Ingwerwurzel.  Das Zitronengras von den harten äußeren Blättern befreien, den Rest fein hacken hacken.

Öl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebel, Ingwer und Chiliflocken darin anschwitzen. Alles mit Mehl bestäuben, unter Rühren kurz anrösten, dann Zitronengras und Mais einrühren und Brühe und Milch angießen und alles unter Rühren aufkochen lassen.

Suppe bei milder Hitze 20 min köcheln lassen, dann im Mixer ganz fein pürieren. Wer es feiner mag, streicht die Suppe danach durch ein Sieb. Suppe in den Topf geben, sanft erwärmen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Während die Suppe kocht, für das Relish das Olivenöl in einer Pfanne erhitzen. Die Maiskörner hineingeben und bei guter Hitze braten, bis sie an den Rändern leicht bräunen. Beiseite stellen und abkühlen lassen.

Korianderblättchen und Chili fein hacken. Das Zitronengras von den harten äußeren Blättern befreien, den Rest ebenfalls sehr fein hacken.

Alle Zutaten in einer Schüssel vermengen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren die Suppe in Schalen schöpfen und mit dem Relish garnieren.

 

 

 

Waffeln mit Chili con Carne und Schokolade

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Als ich beim Blättern in “sweet & salty“* auf dieses Rezept gestoßen bin, war mir unmittelbar klar, dass ich das ausprobieren muss.

Chili con carne kennt man ja. Und dass da zur Abrundung ein Stück Bitterschokolade hineinkommt – geschenkt. Aber eine halbe Tafel? Mutig! Und dann wird das Ganze auch noch auf leicht gesüßten Waffeln serviert. ich konnte es mir nicht so recht vorstellen – da hilft tatsächlich nur ausprobieren.

So, ja …der Test verlief ausgesprochen positiv. Das Chili war – auch wenn ich klassisches Chili con carne ganz anders sehe – mehrheitsfähig. Ich hatte ja auf Reste gehofft, vergeblich. Die Schokolade, auch wenn es wirklich eine Menge ist, rundet das Gericht wunderbar ab. Und die Waffeln, ja die haben dazu gepasst.

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Für 4 Personen:

Waffeln:

  • 2 Eier
  • 125 g Butter
  • 250 ml Milch
  • 12 g frische Hefe
  • 1/2 TL Salz
  • 60 g Zucker
  • 400 g Mehl
  • 200 ml Mineralwasser mit Kohlensäure
  • 1 Prise Salz
  • Pflanzenöl  zum Fetten des Waffeleisens

Chili:

  • 1 EL Rapsöl
  • 1 große Zwiebel
  • 500 g Rinderhackfleisch
  • 1 rote Chilischote
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 3 EL Tomatenmark
  • 400 g Tomaten aus der Dose
  • 250 ml Rinderbrühe
  • 1 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Kolben Mais (original: 1 Dose Mais)
  • 250 g gegarte Kidneybohnen
  • 50 g Zartbitterschokolade
  • 4 TL Crème fraîche
  • etwas Koriander
  • 1 Frühlingszwiebel

Zuerst den Waffelteig anrühren: dafür die Eier trennen. Die Eiweiße mit der Prise Salz zu Schnee schlagen.

Butter in einem Topf schmelzen, Milch zugeben und alles handwarm erhitzen. Hefe in eine Rührschüssel bröseln, die Milchmischung zugießen und alles kurz stehen lassen, bis die Hefe sich aufgelöst hat. Eigelbe, Salz, Zucker und Mineralwasser zugeben und alles gründlich verrühren, dann den Eischnee mit einem Schneebesen unterheben. Teig mindestens 30 min an einem zugfreien Ort ruhen lassen, dann im gefetteten Waffeleisen zu knusprigen Waffeln ausbacken.

Jetzt zum Chili: dafür Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Chili ebenfalls hacken; wer mag, kann die Kerne entfernen.

Öl in einem großen Topf erhitzen und die Zwiebel darin glasig anbraten. Hackfleisch, Chili und Knoblauch zugeben und unter Rühren weiterbraten, bis das Fleisch angebräunt und krümelig ist. Tomatenmark zugeben und mit anrösten. Tomaten und Brühe zugeben, mit Kreuzkümmel, Salz, Pfeffer und Zucker würzen, gut durchrühren und dann alles bei mittlerer Hitze ca. 20 min köcheln lassen.

Die Maiskörner vom Kolben schneiden, Wenn Mais aus der Dose verwendet wird, diesen gut abtropfen lassen, ebenso die Kidneybohnen. Beides zum Fleisch geben und nochmals 5 min kochen. Dann die Schokolade in Stücke brechen und in das Chili geben. Rühren, bis die Schokolade sich aufgelöst hat. Chili mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Zum Servieren das Chili Frühlingszwiebeln und Koriander bestreuen. Mit Waffeln und je einem Klecks Crème fraîche auf Tellern anrichten.

 

Turnovers mit schwarzen Bohnen, Mais und Hüttenkäse

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Ich habe mir ganz fest vorgenommen, Schränke und Tiefkühle mal auf Vordermann zu bringen. Nicht nur ein bisschen, sondern so richtig. Und was soll ich sagen – ich komme voran.

Schwarze Bohnen hatte ich mal gekauft, sicherheitshalber nicht nur eine Packung, nein, gleich 2. Es könnte ja sonst zu wenig sein. Die restlichen Bohnen standen ganz oben auf der Liste der Dinge, die endlich weg sollten. Der Mais im Tiefkühlfach auch. Teigtaschen sollten es sein, und vorhandenen Dinge liessen mich an eine mexikanisch inspirierte Füllung denken. Die Hülle ist ein einfacher Mürbteig.

Zusammengehalten wird das ganze durch Hüttenkäse. Der bremst auch gleich die in der Füllung verwendete Chilischote ein wenig aus….

À propos Hüttenkäse. Wisst Ihr was der Unterschied zwischen Hüttenkäse und körnigem Frischkäse ist? Ich wußte das bislang auch nicht. Vor einiger Zeit hatte ich dann das Vergnügen, dank Gervais an einem Sensorik-Seminar teilzunehmen. Das war ganz spannend: besonders interessant fand ich zwei Übungen. Einmal eine Riechübung, bei der man nicht sehen kann, an was man da riecht. Es ist tatsächlich ziemlich schwer, da zu erkennen, was man vor der Nase hat. Und dann gab es noch stark verdünnte Aromen (Sauer, scharf, bitter, salzig…) zu kosten. Da wiederum ist es wirklich spannend, wie unterschiedlich die Aromen wahrgenommen werden. Bitter ist so ein Knackpunkt. Was für den einen noch ganz nett ist, ist für den nächsten schon unerträglich.

Ach so, der Hüttenkäse. Die Bezeichnung “Hüttenkäse” ist für Gervais registriert. Alle andere müssen sich anders nennen, im Zweifel dann eben “körniger Frischkäse”.

So, und die Bohnen sind endlich weg – ein klarer Fall für die “Schatzsuche im Vorratsschrank“.

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Für 12 kleine oder 8 große Taschen:

Teig:

  • 180 g Dinkelmehl 630
  • 1/2 TL Salz
  • 110 g kalte Butter
  • 3 EL kaltes Wasser
  • 1 Ei zum Bestreichen

Füllung:

  • 75 g schwarze Bohnen
  • 150 g TK-Mais
  • 100 g Hüttenkäse
  • 1 Chili
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1/2 TL Cumin, gemahlen
  • Salz
  • etwas Limettensaft

Salsa:

  • 2 Tomaten
  • 1 Chili
  • Salz, Limettensaft
  • 5 Stängel Estragon

Die Bohnen in einer Schüssel mit kaltem Wasser bedecken und ca. 8 h einweichen. Dann abgießen, in einem Topf mit frischen Wasser bedecken und in ca. 30 min gar kochen. Die Bohnen sollen schön weich sein, aber noch nicht zerfallen. In den letzten 5 min Garzeit den Mais zugeben und mitköcheln lassen. Abgießen, in eine Schüssel geben und mit dem Kartoffelstampfer grob zerdrücken.

Während die Bohnen kochen, den Teig vorbereiten: Dazu das Mehl mit dem Salz in eine Schüssel geben. Die Butter in kleinen Stückchen dazugeben und einarbeiten, bis der Teig bröselig ist. Dann schluckweise Wasser zugeben und einen glatten Teig kneten. Teig zu einem flachen Ziegel formen, in Frischhaltefolie wickeln und ca 15 min im Kühlschrank ruhen lassen.

Für die Füllung Knoblauch schälen, zusammen mit der Chilischote  fein hacken und beides mit dem Hüttenkäse unter die Bohnenmasse mischen.  Masse salzen und mit Cumin und Limettensaft abschmecken.

Backofen auf 180°C Ober- und Unterhitze vorheizen und ein Blech mit Backpapier auslegen.

Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche zu einem Quadrat von ca. 40 mal 40 cm ausrollen. Daraus entweder 8 große oder 12 kleine Quadrate schneiden. In die Mitte jeden Quadrats je etwas Füllung geben. Dann eine Ecke anheben und über die Füllung falten, dabei gut andrücken. Turnovers auf das Blech legen und mit verquirltem Ei bestreichen.

Taschen im heißen Ofen ca. 20-25 min backen.

Während die Turnovers im Ofen sind, kann man die Salsa zubereiten: dafür die Tomaten und die Chilischote hacken. Estragon zupfen und Blättchen hacken. Alles vermischen und mit Salz und etwas Limettensaft abschmecken.

Die Turnovers mit der Salsa servieren. Man kann sie heiß essen, aber auch lauwarm oder kalt.

 

Maisfalafel mit Matbucha

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Diese Falafel sind ein echter Geniestreich von Haya Molcho*, die müsst Ihr bitte unbedingt machen. Die Falafel bestehen aus Dosenmais, den ich sonst eigentlich gar nicht so gern mag, und Popcorn, zum Teil gemahlen, zum Teil ganz.  Pep geben ein wenig Chili und Limettensaft. Die Falafel sind außen knusprig, innen saftig und haben ein leicht süßes Mais-Aroma – nachmachen!

Auch wenn die Empfehlung im Buch eine andere ist, habe ich doch Matbucha zu den Falafel serviert. Das steht unter “Marrokanischer Tomatensalat” – ein Salat ist es aber nicht, eher eine Soße oder ein Dip. Wir sprechen von mit ordentlich Chili und Knoblauch lange gekochten Tomaten. Das Ganze hat ordentlich Wumms. Chilis stehen im Rezept ohne nähere Angabe. Wer zart besaitet ist, was Schärfe angeht, nimmt weniger und/oder eine milde Sorte. Mit den Thai-Chilis aus meinem TK-Vorrat war das Ganze durchaus schweißtreibend 😉 .

Matbucha hält sich im Kühlschrank gut und ist ein echter Tausendsassa; es kann unter anderem auch die Basis für ein schnelles Shakshouka sein.

Ich habe es in der Rezension schon gesagt – Haya Molcho kocht keine kleinen Portionen. Im Original sind beide Rezepte für 10 Portionen. So wird zum Beispiel das Matbucha aus 3 kg Tomaten gemacht. Ich habe die Portionen halbiert:

Matbucha:

  • 1,5 kg Tomaten (oder außerhalb der Saison zwei Dosen Pelati)
  • 30 g Chilis (siehe oben)
  • 70 g Knoblauch
  • 50 ml Olivenöl
  • Salz

Falafel:

  • 75 g Popcorn,  selbst gemacht oder gekauft (salzig oder neutral)
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1/4 Bird-Eye-Chili
  • 20 g Koriandergrün
  • 250 g Mais aus der Dose
  • 45 g Maisstärke
  • 10 ml Limettensaft
  • 7 g Salz
  • ca. 50 – 75 ml Mineralwasser mit Kohlensäure
  • Rapsöl zum Frittieren

Zuerst das Matbucha:

Die Tomaten kreuzweise einritzen, mit kochendem Wasser übergießen, kurz ziehen lassen. Dann heausnehmen und die Haut abziehen. Tomaten halbieren, den grünen Strunk entfernen, dann jede Hälfte in 6 Stücke schneiden.

Chilis putzen und fein hacken, Knoblauch schälen und ebenfalls fein hacken. Einen EL Öl in einem schweren Topf erhitzen – wer die Matbucha im Ofen garen will, nimmt einen ofenfesten Topf – Chilis zugeben, dann den Knoblauch. Durchrühren und die Tomaten zugeben, bevor der Knoblauch Farbe angenommen hat.  2 TL Salz zugeben und alles auf mittlerer Hitze 30 min köcheln lassen.

Zum fertig Garen kann man das Ganze entweder zugedeckt bei 180°C zwei Stunden in den Ofen geben oder man läßt es auf dem Herd und gart es bei niedriger Stufe unter gelegentlichem Umrühren 2 Stunden. Dann abkühlen lassen.

Jetzt zu den Falafel:

Dafür zunächst 40 g des Popcorn im Zerkleinerer pulverisieren.

Knoblauch schälen und fein hacken, Chili ebenfalls hacken. Koriander zupfen. Mais in ein Sieb abgießen und gut abtropfen lassen.

Koriander, Knoblauch, Mais und Chili pürieren. Die Masse mit Speisestärke, dem gemahlenen Popcorn und Limettensaft mischen. Mit Salz abschmecken und das restliche, nicht zerkleinerte Popcorn einrühren.

In einem Topf Öl auf ca. 170°C erhitzen.

Aus der Masse mit zwei Löffeln Bällchen formen, diese fest zusammendrücken und ins heiße Öl gleiten lassen. Goldbraun ausbacken und auf Küchenpapier abtropfen lassen.

Falafel heiß mit der Matbucha servieren.

 

Klassiker: Monterey Chicken und Maque Choux

monterey chicken

Das sind Familienklassiker – mindestens einmal im Jahr stehen sie bei uns auf dem Tisch, und zwar immer dann, wenn mal wieder frischer Mais in der Gemüsekiste ist. Im Laufe der Jahre habe ich das Rezept, das aus einem meiner ältesten Kochbücher stammt (inzwischen gibt es verdientermaßen eine Neuauflage*) auf unsere Bedürfnisse abgewandelt.

Die beiden Gerichte aus der Canjun-Küche gehören für uns einfach zusammen: das cremige Gemüse aus süßem Mais, frischen Tomaten und säuerlicher Crème fraiche passt einfach wunderbar zu dem in grobem Senf marinierten Huhn. Klassisch als Beilage wären Mais-Muffins, aber die finden hier nicht so recht ihre Abnehmer; wir essen das alles gerne mit Basmati-Reis.

Für 4 Personen:

Für das Maque choux:

  • 1 Zwiebel
  • 1 Zehe Knoblauch
  • Sonnenblumenöl zum Braten
  • 1 Paprikaschote
  • 4 Tomaten
  • 250 gr. Maiskörner, frisch vom Kolben geschnitten
  • 125 ml Hühnerbrühe
  • 1/2 TL Cayennepfeffer
  • 250 gr. Crème fraiche
  • Salz

Für das Hühnchen:

  • 4 Hühnchenbrüste
  • Saft und Schale von 1 Limette
  • 2 EL Olivenöl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • 4 EL grober Senf
  • 2 TL Paprika edelsüß
  • Korianderblätter zum Anrichten

Für das Hühnchen aus Senf, Limettensaft- und Schale, Pfeffer und Paprikapulver eine Marinade rühren. Die Hühnerbrüste von allen Seiten damit einreiben und mindestens 1 h ruhen lassen.

Backofengrill auf 220°C vorheizen.

Für das Gemüse Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Etwas Öl in einem großen Topf erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin glasig dünsten.

Paprikaschoten halbieren, die Kerne und das Weiße entfernen und den rest würfeln. Tomaten kreuzweiße einritzen, mit kochendem Wasser übergießen, dann abgießen, die Haut abziehen und die Tomaten in feine Würfel schneiden. Paprika, Tomaten und Mais in den Topf geben, die Brühe angießen, alles zum Kochen bringen. Dann die Hitze reduzieren und das Gemüse in ca. 10 min mit halb aufgelegtem Deckel bissfest garen.

Crème fraiche einrühren. Gemüse mit Salz und Cayennepfeffer würzen und nochmals kurz erwärmen.

Das Fleisch ein wenig abtropfen lassen und in eine ofenfeste Form geben. Unter dem heißem Backofengrill ca. 7-10 braten, dann wenden und nochmals braten. Herausnehmen und salzen.

Zum Servieren Hühnchen mit Maisgemüse anrichten. Dazu passt Basmati-Reis.

fleischbaellchen mit mais

Hühnchenbuletten mit Mais

Rezepte für Fleischpflanzerl gibt es bestimmt genau so viele wie Köche/innen. Wenn nicht mehr. Bei uns gibt es zwei Lieblings-Varianten. Die eine ist die griechische Variante mit Feta-Füllung. Und die andere ist diese hier. Die Bällchen sind, jedenfalls, wenn  man so wie ich Kreuzkümmel mag, sehr schön gewürzt, bekommen durch den Mais eine leicht süße Note und bleiben herrlich saftig.

Im Originalrezept* wird Putenhack verwendet. Ich habe diese  Bällchen schon öfter gemacht, dann meist aus der bewährten Rind-Schwein-Mischung. Nachdem ich nun endlich stolze Besitzerin eines Fleischwolfes bin, habe ich diesmal Hähnchenbrust verwendet und das Hackfleisch selbst gemacht.

Die Pflanzerl schmecken nicht nur frisch und heiß, man kann sie auch kalt genießen und gut mitnehmen. Sohn K. freut sich immer, wenn sie in seiner Brotdose landen…..

Für 4 Personen:

  • 100 gr. Maiskörner
  • 3 Scheiben Weißbrot oder Toastbrot, altbacken und ohne Rinde
  • 500 gr. Hackfleisch
  • 1 Ei
  • 4 Frühlingszwiebeln, geputzt und fein gehackt
  • 2 EL Petersilie, fein gehackt
  • 2 TL Kreuzkümel
  • 1 1/2 TL Salz
  • ein paar Umdrehungen schwarzer Pfeffer
  • 1 Zehe Knoblauch, fein gehackt
  • Öl zum Braten

Zuerst den Mais kurz vorgaren. Dazu eine beschichtete Bratpfanne erhitzen, die Maiskörner hineingeben und in der Pfanne schwenken, bis sie etwas Farbe annehmen. Dann auf einen Teller geben und abkühlen lassen.

Das Brot zerrupfen und kurz in kaltem Wasser einweichen. Dann kräftig ausdrücken und mit allen Zutaten außer dem Öl mit der Hand zu einem Teig verarbeiten.

Zum Braten das Öl in einer Pfanne erhitzen. Backofen auf 200°C vorheizen.

Aus dem Fleischteig mit angefeuchteten Händen kleine Bällchen formen; etwa Golfballgröße wäre gut. Portionsweise in der Pfanne unter Wenden anbraten, bis sie appetitlich braun sind, dann bei 200 °C im Ofen fertig garen. Das sollte etwa 5 min dauern.