Chili-Öl nach Georgina Hayden

Ihr müsst bitte dieses Würzöl machen, ich neige dazu sagen, dass das in jede Küche gehört. Ja, ich weiß, Rezepte für Chiliöl gibt es wie Sand am Meer. Ich selbst habe auch schon etliche davon angesetzt und auch alle brav benutzt. Aber dieses hier ist nochmal eine ganz andere Hausnummer.

Es ist nicht einfach Öl mit Chili, was man ja durchaus auch findet. Nein, es macht auch noch Knoblauch mit und Salz. Zusätzlich Sesam für eine nussige Note und Sichuan-Pfeffer, der eine andere Art von Schärfe mitbringt und für Prickeln sorgt.

Kurz: es gibt (fast) nichts, was durch dieses Öl nicht gewinnt, sei eine Pizza, eine Salatsauce, eine Suppe oder eine Schüssel heißes, frisch gedämpftes Gemüse. Also, ab in die Küche mit Euch!

Für 500 Milliliter:

  • 2 frische rote Chilischoten
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 1 EL Chiliflocken
  • 1 TL Sichuanpfeffer
  • 1 TL Meersalz
  • 1 TL frisch gemahlener schwarzer Pfeffer
  • 1 EL Sesamsaat
  • 500 ml neutrales Öl (Erdnussöl oder Rapsöl sind gut)

Von den Chilis die Stiele entfernen; die Schoten grob hacken. Knoblauch schälen und zusammen mit Chiliflocken, Chilischoten, Sichuanpfeffer, Salz und schwarzem Pfeffer im Blitzhacker fein zerkleinern. Alles zusammen mit dem Öl in einen Topf geben und ca. 10 min bei niedriger Temperatur erhitzen, bis alle Zutaten leicht gebräunt sind.

Das Öl abkühlen lassen und mitsamt der Gewürzmischung in eine Flasche füllen. Es hält sich mehrere Monate. Theoretisch.

Chili New Mexiko Style

Chili-Rezepte sind Legion. Und natürlich gibt es auch die Diskussion und die Authentizität. Ob Anthony Bourdains* Chili New Mexiko Style zu 100 Prozent authentisch ist, kann ich nicht beurteilen. Aber ich weiß, dass es uns richtig gut geschmeckt hat.

Für das Chili wird Schmorfleisch verwendet, außerdem zwei Sorten Chilis. Ich gebe zu, an dieser Stelle habe ich getrickst. Verwendet werden ursprünglich Poblanos und New Mexican Chilis – aber es werden Alternativen angegeben, und auf die habe ich zurückgegriffen: große grüne Chilis und grüne Spitzpaprika aus dem türkischen Laden. In dieser Version ist das Chili relativ mild; man kann das ausgleichen, indem man es mit Jalapeños serviert oder indem man, wie ich es gemacht habe, noch etwas getrocknete Chilischote dazukrümelt.

Uns hat das Chili jedenfalls so gut gefallen, dass es sicherlich nicht zum letzten Mal auf dem Tisch stand. Da trifft es sich ganz gut, dass das Rezept eine etwas größere Portion ergibt:

Für 6-8 Portionen:

  • 4 Poblano-Chilis (oder lange grüne Chilis von türkischen Gemüsehändler)
  • 500 g New Mexican Chilis (oder grüne Spitzpaprika)
  • 50 g Mehl
  • 1 kg Schmorfleisch vom Rind in ca. 2,5 bis 5 cm große Würfel geschnitten)
  • 2-3 EL Rapsöl
  • 1 Zwiebel
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 1,5 TL gemahlener Kreuzkümmel
  • 1,5 TL gemahlener Koriander
  • 1,5 TL getrockneter Oregano
  • 2 EL Tomatenmark
  • 240 ml Bier
  • 720 ml Rinderfond oder Hühnerbrühe
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • optional: getrocknete Chilis

optional zum Servieren:

  • Mais-Tortillas oder Tortilla-Chips
  • Sauerrahm
  • Koriandergrün
  • Jalapeño-Chilis in dünnen Ringen

Die Chilis und Paprika werden zuerst gegrillt und gehäutet. Dafür den Backofengrill vorheizen. Ein Blech mit Alufolie auslegen, die Chilis und Paprika darauf verteilen und das Blech möglichst nah unter der Heizspirale einschieben. Alles grillen, bis die Haut der Chilis und Paprika sich schwarz verfärbt und Blasen wirft. Dabei hin und wieder mit einer Küchenzange wenden. Die Chilis werden früher fertig sein als die Paprika, die also vorher rausnehmen. Anthony Bourdain grillt die Sorten nacheinander.

Herausnehmen, abgedeckt abkühlen lassen, dann die Haut abziehen und putzen, also das Innere entfernen. Fruchtfleisch in Stücke schneiden und beiseite stellen.

Zwiebel  und Knoblauch schälen und hacken.

Das Mehl in eine große Schüssel geben und kräftig mit Salz und Pfeffer würzen. Das Fleisch dazugeben und alles gründlich durchmischen; die Fleischwürfel sollen von der Mehlmischung überzogen sein.

2 EL Öl in einem großen, schweren Topf erhitzen und das Fleisch darin – wenn nötig portionsweise – anbraten. Die angebratenen Stücke herausnehmen.

Wenn alles Fleisch gebraten ist, Zwiebeln und Knoblauch in den Topf geben. Mit Salz und Pfeffer würzen, unter Rühren anbraten und dabei den Bratensatz vom Topfboden lösen. Wenn nötig, noch etwas Öl zugeben. Wenn alles beginnt zu bräunen, Kreuzkümmel, Koriander und Oregano zugeben, kurz mitbraten, dann Tomatenmark und Bier zugeben und kräftig durchrühren. Zum Kochen bringen, die Flüssigkeit um ca. 1/3 einreduzieren. Dann den Fond und das Fleisch zugeben, die Chilis ebenfalls in den Topf geben. Alles aufkochen und bei mäßiger Hitze ca. 90 min köcheln lassen. Das Fleisch soll so weich werden, dass man es mit dem Löffel zerdrücken kann.

Zum Servieren das Chili auf Schalen verteilen und mit den Toppings anrichten.

Hot Lemon Pickles

Ich habe eine Vorliebe für indische Pickles und Chutneys. Ein paar Gläser davon habe ich immer im Kühlschrank.  Sie sind sehr vielseitig…man kann sie zum Essen reichen, man kann einem Gericht damit den letzten Schliff verpassen oder man kann sie einfach als Dipp verwenden. Pickles gibt es in guter Qualität im indischen Laden des Vertrauens, und  auch ich nehme da hin und wieder ein Glas mit. Aber Selbermachen macht dann doch mehr Spaß.

Im Bollyfood-Original* sind das hier Pickles aus Limetten. Die mag ich sehr gern. Dafür benötigt man Bio-Limetten. Ich konnte eine auftreiben, hatte aber noch eine Kiste mit unbehandelten Zitronen, also habe ich die verwendet.

Das Ergebnis: klasse. Sauer, scharf, mit Knoblauch und mit Pep. Man braucht nicht viel davon, um bei einem Gericht einen pikanten Kontrast zu erzielen.

lime-pickles

Für 1 Glas:

  • 2 Bio-Zitronen (original: 4 Bio-Limetten)
  • 1 EL schwarze Senfsaat
  • 2 TL Bockshornkleesaat
  • 4 Chilischoten
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 1 TL gemahlene Kurkuma
  • 2 TL Paprikapulver (ich hatte edelsüß)
  • 1/2 TL Salz
  • etwas neutrales Öl

Senfsaat und Bockshornklee fein mörsern. Chilischoten fein hacken. Knoblauch schälen und ganz fein hacken.

Zitronen heiß abwaschen, dann trockenreiben und mitsamt der Schale in kleine Stücke schneiden.

Alle Zutaten mit Ausnahme des Öl in einer Schüssel vermischen. Dann alles in ein Glas geben und mit einem Esslöffel fest zusammendrücken, um Lufteinschlüsse zu vermeiden. Mit einer Schicht Öl bedecken. Das Glas verschließen und die Pickles 3 Tage durchziehen lassen, bevor sie serviert werden.

Im Kühlschrank halten sich die Pickles bis zu 10 Tage.

 

Pastel mit Tomaten-Sambal

pastel

Der Herbst steht vor der Tür. Und Herbst, das ist immer auch Bücherherbst – es gibt viele Neuerscheinungen, und die Frankfurter Buchmesse rückt näher.

Und langsam wird es eine kleine Tradition, dass Claudia zu einem Kochevent zur Messe aufruft. Gekocht werden Gerichtes aus dem Land des Ehrengastes – dieses Jahr ist das Indonesien.

Äh….ja. Ich bin ja ein großer Fan aller möglichen asiatischen Kochrichtungen, aber ich muss gestehen, Indonesien, da war erst mal tabula rasa. Na gut, das legendäre Bami Goreng oder Nasi Goreng, aber nun, das war mir dann doch zu einfach. Und manches, was mir durch den Kopf ging, wie lemper, die mit Klebreis gefüllten Bananenblätter, oder die Frühlingrolle Lumpia, das kommt gar nicht aus Indonesien. Leicht grummelnd stellte ich fest, dass dafür Singapur und Malaysia zuständig sind.

Aber was ich jetzt in einem meiner liebsten Kochbücher* gefunden habe, das passt immerhin voll zum Thema: Pastel sind ein klassisches Streetfood. Und serviert werden sie mit einem sehr würzigen Sambal. Getroffen 🙂

Die Teigtaschen haben mir gut gefallen: der Teig läßt sich gut bearbeiten und wird schön knusprig und die Füllung aus Glasnudeln und Gemüse ist aromatisch – und war bei uns mehrheitsfähig. Der scharfe Dipp ist auch toll – ich muss mich wohl mal näher mit der indonesischen Küche befassen. Danke also für den Anstupser.

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Für 4 Personen:

Für den Teig:

  • 50 gr. Butter
  • 75 gr. Wasser
  • 1/2 TL Salz
  • 250 gr. Mehl
  • 1 Ei

Für die Füllung:

  • 40 gr. Glasnudeln
  • 3 Schalotten
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 1 kleine Karotte
  • 100 gr. Kartoffeln
  • 200 gr. Zucchini
  • 5 EL Wasser
  • 1 EL Ketjab manis (süße Sojasauce, Asia-Shop)
  • 1 TL Sambal Olek
  • Salz

Für das Sambal:

  • 3 Tomaten
  • 1 Schalotte
  • 3 Blätter Kaffirlimette
  • rote Chilischoten – im Rezept stehen 10, ich habe 2 genommen…
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Pflanzenöl
  • 2 TL Zucker
  • etwas Salz

Die Butter zusammen mit dem Wasser und dem Salz erhitzen, bis die Butter geschmolzen ist. Das Mehl in eine Schüssel geben, Ei und Buttermischung zugeben und alles zu einem homogenen Teig verarbeiten. In Frischhaltefolie wickeln und ca. 30 min im Kühlschrank ruhen lassen.

Die Glasnudeln ca. 10 min in lauwarmem Wasser einweichen.

Schalotten und Knoblauch schälen und fein hacken. Kartoffeln und Karotten schälen und ganz fein würfeln, Zucchini ebenfalls in feine Würfel schneiden.

Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen. Schalotten und Knoblauch bei kleiner Hitze glasig anbraten, dann das restliche Gemüse zugeben und kurz durchrühren. Wasser zugeben und alles schmurgeln lassen, bis das Gemüse weich und das Wasser verkocht ist. Mit Salz, Sojasauce und Sambal würzen.

Glasnudeln abtropfen lassen, mit einer Schere in kleine Stücke schneiden und zur Füllung geben. Nochmal probieren und, wenn nötig, nachsalzen.

Den Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche ca. 2 mm dünn ausrollen und dann ca. 10 cm große Kreise ausstechen. Teigreste erneut ausrollen und ebenso verarbeiten. Auf jeden Kreis einen Klecks Füllung geben, die Kreise zu einem Halbmond zusammendrücken und die Ränder gut verschließen.

Im Original werden die Pastel frittiert; ich habe sie statt dessen in der Pfanne gebraten. Dazu etwas Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die Teigtaschen portionsweise von beiden Seiten braten, bis sie goldbraun und knusprig sind.

Für das Sambal die Tomaten kreuzweise einritzen, in eine Schüssel geben und mit kochendem Wasser übergießen. Kurz ziehen lassen, dann herausholen und die Haut abziehen. Kleinschneiden und dabei die Strünke entfernen.

Schalotte und Knoblauch schälen und fein hacken, Limettenblätter in ganz feine Streifen schneiden. Chilis grob zerkleinern. Chili und Knoblauch im Mörser zu einer Paste reiben.

Etwas Öl in einer Pfanne erhitzen. Die Paste unter Rühren anbraten, bis sie etwas dickflüssig wird. Restliche Zutaten zugeben und alles bei schwacher Hitze 15 min köcheln lassen.

Pastel mit dem Sambal servieren.

Selamat makan 🙂

Mini-Uttapams mit Kokoschutney – und ein Bonusrezept für Mangochutney

uttapams

Das ist einer meiner Lieblinge aus Bombay Lunchbox*.

Uttapams sind Pfannkuchen aus Reis- und Linsenmehl. Normalerweise werden die Mehlsorten vermischt, mit Flüssigkeit zu Teig verrührt, der dann im warmen sich selbst überlassen wird, bis er gärt. Dadurch werden die Pfannkuchen beim Braten schön luftig.

Soweit die Theorie. In der Praxis bin ich an den kleinen Dingern schon mehr als einmal gescheitert. Glutenfreie Pfannkuchen, die spätestens beim Wendeversuch eine innige Verbindung mit dem Pfannenboden eingingen, das war das Ergebnis. Jedes Mal. Dabei esse ich die Dinger so gerne. Schlimm.

Nun, also musste ich das Rezept von Carolyn Caldicott testen. Und – hurra, es hat funktioniert! Carolyn Caldicott wählt eine Abkürzung – Backpulver statt gären lassen. Und sie macht ganz kleine Küchlein, die lassen sich dann auch leichter wenden.

Das Ergebnis: kleine luftige, würzige Küchlein, die nach mehr schmecken. Ich finde, das Kokoschutney ist ein Must dazu….aber womöglich würde auch etwas anderes passen, bloß halt nicht für mich :-). Falls aber jemand unbedingt was anderes dazu haben möchte, gibt es noch das Rezept für Major Grey’s Mango-Chutney.

mango-chutney

Kokoschutney und Uttapams sind für den Sofort-Verzehr, das Mangochutney ergibt ein paar Portionen mehr, davon könnt Ihr etwas in den Vorrat tun. Außerdem muss es ein paar Wochen lagern, bevor es schmeckt.

Für das Kokoschutney:

  • 75 gr. Kokosnuss, frisch
  • ein Stück Ingwer (ca. 2,5 cm)
  • 2 grüne Chilischoten
  • 2 EL Zitronensaft
  • 3 EL Joghurt
  • 1 TL Honig
  • Salz

Die Kokosnuss fein reiben. Ingwer schälen und ebenfalls fein reiben. Chilis fein hacken.

Die Kokosflocken mit allen anderen Zutaten mit Ausnahme des Salzes im Mixer zu einer glatten Masse verarbeiten. Am Ende mit Salz abschmecken.

Für das Mango-Chutney:

  • 4 Mangos
  • 1 Bio-Zitrone
  • 1 Zwiebel
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 75 gr. Rosinen
  • 50 gr. frischer Ingwer
  • 175 gr. brauner Zucker
  • 150 gr. Honig (original: Melasse)
  • 1 TL Senfsaat
  • 1 TL Chiliflocken
  • 1 TL gemahlener Koriander
  • schwarzer Pfeffer aus der Mühle
  • 1/4 TL Gewürznelke, gemahlen
  • 1 Zintstange
  • 275 ml Apfelessig
  • 1 TL Salz

Mangos schälen und würfeln. Zitrone entkernen und ebensfalls würfeln (mit der Schale). Zwiebel und Knoblauch schälen und fein hacken. Ingwer schälen und raspeln.

Dann alle Zutaten in einem Topf mischen und bei mittlerer Hitze erwärmen, bis sich Zucker und Honig aufgelöst haben. Die Hitze etwas erhöhen, so dass das Chutney zu köcheln beginnt. Simmern lassen, bis es eine marmeladenartige Konsistenz hat. Dann in sterilisierte Gläser füllen. Das Chutney muss durchziehen, nach ca. 4 Wochen ist es einsatzbereit.

Für die Uttapams:

  • 150 gr. Reismehl
  • 75 gr. Dhalmehl (ich habe rote Linsen durch die Getreidemühle geschickt)
  • 1 TL Zucker
  • etwas Salz
  • 1 TL Backpulver
  • 2 EL Joghurt
  • 3 Tomaten
  • 1 kleine Zwiebel
  • einige Zweige Koriandergrün
  • 3 grüne Chilischoten
  • neutrales Öl zum Braten

Tomaten fein würfeln. Zwiebel schälen und fein hacken. Chilis fein hacken; vom Koriander die Blättchen abzupfen und diese ebenfalls fein hacken.

Die Mehlsorten in eine Schüssel geben, Salz und Zucker zugeben. Jetzt nach und nach unter Rühren kleine Mengen Wasser zugeben, bis ein glatter, dicker Teig entsteht. Der Teig darf keine Klumpen haben.

Dann Joghurt und Backpulver gründlich unterrühren.  Dann Koriander, Chilis und Zwiebeln einrühren. Den Teig 10 min ruhen lassen.

Eine große Pfanne (Antihaft-Beschichtung schadet auf keinen Fall) mit Öl auspinseln und erhitzen. Mit einem Esslöffel drei bis vier Portionen Teig in Pfanne geben und zu kleinen dicken Küchlein ausbacken. Wenn sich an der Oberfläche Blasen bilden, werden die Küchlein gewendet und noch kurz weitergebraten.

So weiter verfahren, bis aller Teig aufgebraucht ist.

Die Uttapams mit dem Kokoschutney servieren. Oder mit Mangochutney. Oder mit beidem 🙂