Ingwer-Fleischbällchen auf Mangold

Es würde sich ja lohnen, Rezepte bis zum Ende zu lesen, bevor man beschließt, sie zu kochen. Ich gebe zu, oft mache ich das nicht. Ich überfliege Zutatenliste und Foto, stelle fest, dass die Idee mir gefällt und gut zur Vorratslage passt und setze das Gericht auf den Speiseplan.

So geschehen mit diesem Fleischbällchen, die Melissa Clark* im Instant Pot/Schnellkochtopf gart. Mangold war da, die Idee gefiel mir. Als es dann aber ans Kochen ging, gefiel mir die Umsetzung nicht  –  die Fleischbällchen werden im Schnellkochtopf gedämpft, der Mangold eigentlich nur quasi als Trennblatt verwendet, damit man die Bällchen im Dämpfkorb lagenweise stapeln kann. Dazu hatte ich keine Lust – zum einen werden Fleischbällchen auch in der Pfanne rasend schnell gar und dann – was soll ich denn mit ganzen, ungewürzten Mangoldblättern in meinem Essen?

Ich habe es also anders gemacht, denn die Bällchen an sich sind toll – sie schmecken wie die Füllung von Teigtaschen, sind aber wesentlich fixer gemacht. Und das Gemüse gibt es gleich dazu….

Ingwer-Fleischbällchen auf Mangold

Saftige Fleischbällchen, die an Dumplings erinnern

Gericht Hauptgang
Portionen 4 Portionen

Zutaten

  • 10 g getrocknete Shiitake
  • 2 Schalotten
  • 2 EL geröstetes Sesamöl
  • 1 frische Chilischote
  • 1 EL frischer Ingwer, fein gerieben
  • 3 Zehen Knoblauch
  • Schalenabrieb von 1 Bio-Limette
  • 2 TL Sojasauce
  • 1,5 TL Fischsauce
  • Salz
  • 500 g Schweinehack
  • 50 g Panko
  • 1 Ei
  • 1 Bund Mangold

Anleitung

  1. Zunächst die Shiitake mit kochendem Wasser übergießen und 30 min einweichen lassen. Dann abgießen, das Einweichwasser aufheben. Die zähen Stiele der Pilze entfernen, die Kappen fein hacken. 

  2. Während die Pilze einweichen, Schalotten und Knoblauch schälen und fein hacken. Chilischote ebenfalls fein hacken. 

  3. Mangold vorbereiten: dazu die Blätter von den Stielen trennen. Getrennt voneinander die Stiele quer in feine Scheiben schneiden, die Blätter ebenfalls quer in etwas breitere Streifen.

  4. 1 EL Sesamöl in einem Wok oder einer Pfanne erhitzen. Shiitake, Schalotte, Chili und Knoblauch darin 5 min braten, dann zur Seite stellen.

  5. Das Hackfleisch in einer Schüssel mit Ingwer, Limettenabrieb, Sojasauce und Fischsauce vermengen. Den Inhalt der Pfanne zusammen mit Ei und Panko einarbeiten und alles mit Salz abschmecken, Fleischmasse zu ca. walnussgroßen Bällchen formen.

  6. Den zweiten EL Öl in Wok oder Pfanne erhitzen. Die Mangoldstile darin ca. 5 min anbraten. Dann die Blätter in die Pfanne geben und etwas vom Einweichwasser der Pilze angießen; der Boden soll bedeckt sein. Salzen, dann die Fleischbällchen auf das Gemüse legen.

  7. Einen Deckel auflegen und Fleischbällchen und Gemüse bei mittlerer Hitze 15 min dämpfen.

  8. Heiß auf den Tisch bringen. Dazu passt Reis. 

Schweinefleisch mit Ingwer, Frühlingszwiebeln und Auberginen

Das ist ein weiteres Gericht aus Ottolenghis “Simple”*, das uns richtig Spaß gemacht hat. Ich würde es als asiatisch inspiriert bezeichnen – es ist gebratenes Schweinehack mit Aubergine, gewürzt mit Ingwer, Knoblauch, Mirin und zwei verschiedenen Sojasaucen.

Also, grob zusammengefasst. Denn die Zutatenliste ist schon etwas länger. Allerdings sind das alles Dinge, die man gut im Vorrat haben kann – ein Gang zum Asiashop, und man ist für längere Zeit gut ausgerüstet.

Insgesamt ist das nicht nur ein superaromatisches Essen, sondern auch eines, das ganz fix auf dem Tisch steht. Wenn man ganz von vorne anfängt, muss man 30 Minuten einkalkulieren. Man kann aber auch vorarbeiten, das Fleisch schon am Vortag braten und kühl stellen und auch die Auberginen schon mal dämpfen. Dann geht es im Ernstfall noch schneller ;-).

Schweinefleisch mit Ingwer, Frühlingszwiebel und Auberginen

Asiatisch inspiriert, leicht, und aromatisch

Gericht Hauptgang
Keyword Ottolenghi
Portionen 4 Portionen

Zutaten

  • 3 Auberginen (ca. 900 g)
  • 4 EL neutrales Öl
  • 2 Bund Frühlingszwiebeln
  • 7 cm frischer Ingwer
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 1 grüne Chilischote
  • 500 g Schweinehack
  • 3 EL Mirin
  • 2 EL Sojasauce
  • 2 EL Kecap manis (süße Sojasauce)
  • 1 TL Sesamöl
  • 1,5 EL Reisessig
  • 15 g Koriandergrün
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Anleitung

  1. Auberginen putzen und in ca. 3 cm große Würfel schneiden. Frühlingszwiebeln ebenfalls putzen und schräg in grobe Stücke schneiden. Ingwer schälen und in feine Streifen schneiden. Knoblauch schälen und in feine Scheiben schneiden. Chilischote in feine Ringe schneiden. Koriander zupfen und mit den feinen Stielen grob hacken. 

  2. Die Auberginen in einer Schüssel mit 1 1/2 TL Salz mischen, dann in einen Dämpfeinsatz geben. 

  3. Einen passenden Topf 3 cm hoch mit Wasser füllen und das Wasser zum Kochen bringen. Auberginen hineinsetzen, Topf gut abdecken, so dass kein Dampf entweichen kann. Auberginen 12 Minuten dämpfen, dann herausnehmen und beiseite stellen. 

  4. Inzwischen 2 EL Öl in einer Pfanne erhitzen. Frühlingszwiebeln, Ingwer, Knoblauch und Chili zufügen und alles unter Rühren 5 min anbraten. In eine Schüssel umfüllen und beiseite stellen.

  5. Das restliche Öl erhitzen und das Hackfleisch darin unter Rühren krümelig braten. Mirin, Sojasauce, Kecap manis, Sesamöl und Reisessig zugeben und alles salzen. 2 min köcheln lassen, dann die Frühlingszwiebelmischung und die Auberginen unterrühren. Eine weitere Minuten köcheln lassen, dann von der Hitze nehmen.

  6. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und einen Großteil des Koriandergrüns unterziehen.

  7. Zum Servieren mit dem restlichen Koriandergrün bestreuen. Dazu passt Reis. 

Karottensuppe mit Räucherfischklösschen

Guten Morgen :-). Seid Ihr denn alle gut rübergekommen in das neue Jahr? Ich wünsche Euch allen ein glückliches, gesundes 2019 mit vielen schönen Momenten.

Es wird ja langsam zur Tradition, dass es hier zum Jahresanfang erst mal eine Suppe gibt. Nach all der Völlerei spricht ja nichts gegen etwas Leichtes; und für mich sind Suppen echtes Comfort Food und läuten das Jahr schön ein.

Für dieses Mal habe ich eine Karottensuppe ausgesucht. Nicht nur, weil ich die gerne mag (Karottensuppe mit Ingwer und Orange war hier jahrelang Standard), sondern auch, weil es mal wieder einen Überschuss an Karotten gab. Die Suppe selbst ist sehr einfach – der Ingwer gibt ihr etwas Schwung (und bringt zum Jahresanfang auch gleich noch den Organismus auf Touren), aber die Einlage macht den Unterschied:  die Räucherfischklösschen sind klasse. Das Rezept habe ich im Suppenband meiner allerliebsten Kochbuchreihe* gefunden; es kommt aus den Niederlanden.

Karottensuppe mit Räucherfischklösschen

Einfache Suppe mit toller Einlage

Gericht Suppe
Länder & Regionen Niederlande
Portionen 4

Zutaten

Räucherfischmousse:

  • 150 ml Fischfond
  • 125 g geräucherte Forelle
  • 20 g Schalotte
  • 1 Zehe Knoblauch
  • 1 Blatt weiße Gelatine
  • 1 gehäufter TL Maisstärke
  • 75 ml Sahne
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Suppe:

  • 800 g Karotten
  • 1 Schalotte, plus der Rest der Schalotte von der Mousse
  • 15 g frischer Ingwer
  • 40 g Butter
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 1 Prise Zucker
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Anleitung

  1. Die Nockenmasse muss zum Festwerden mindestens 8 Stunden gekühlt werden, also rechtzeitig anfangen: Fischfond in einem Topf zum Kochen bringen. Schalotte und Knoblauch schälen, fein hacken und in den Fond geben. 10 min köcheln lassen, dann das Forellenfilet dazu zupfen. 

  2. Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Maisstärke mit etwas Wasser anrühren, zur Fischmasse geben und unter Rühren kurz aufkochen. Von der Hitze nehmen und mit dem Pürierstab aufmixen.

  3. Die Gelatine ausdrücken und in der heißen Klösschenmasse auflösen. Die Masse abkühlen lassen.

  4. Wenn sie beginnt, fest zu werden, die Sahne halb steif schlagen und unter die Fischmasse heben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Alles mindestens 8 h zum Festwerden in den Kühlschrank stellen. 

  5. Für die Suppe die Karotten schälen und in Scheiben schneiden. Schalotte schälen und fein hacken, ebenso den Ingwer.

  6. Butter in einem Topf schmelzen. Schalotten, Karotten und Ingwer darin anbraten. Gemüsebrühe angießen. Deckel auflegen, die Suppe 30 min kochen lassen, bis die Karotten weich sind. 

  7. Suppe mit dem Stabmixer pürieren und mit Salz, Zucker und Pfeffer würzen.

  8. Zum Servieren die Suppe in tiefe Teller schöpfen. Von der Mousse mit 2 Teelöffeln Nocken abstechen und auf die Suppe geben. Sofort servieren, sonst zerfließen die Nocken. 

Kurkuma-Tamarinden-Tonic

Das ist sozusagen die Mutter aller Tonics Tanita de Ruijts “Natürlichen Booster-Drinks“.* Es ist das bekannteste Tonic der indonesischen Heilkunde Jamu. Zubereitet wird es meist zu Hause nach Familienrezepten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Tanita de Ruijt hat ein Rezept bekommen, und das war für sie der Anlass, sich näher mit Tonics zu beschäftigen.

Das Tonic wird in Indonesien getrunken, weil es entgiftet und heilt: Über Kurkuma muss man heutzutage ja nicht mehr so viel sagen, das ist ja sprichwörtlich in aller Munde und seine entgiftende, entzündungshemmende Wirkung wird gerne genutzt. Tamarinde wirkt kühlend und anti-oxidativ, sie regt den Stoffwechsel an und senkt den Blutzuckerspiegel. Das Pandanblatt ist eine optionale Zutat – ich würde aber nicht darauf verzichten, denn der Geschmack ist einfach sensationell. Außerdem wirkt Pandan positiv auf Cholesterinspiegel und Blutgefäße. Pandan gibt es im Asiashop. Man kann die langen Blätter sehr gut einfrieren.

Die Farbe ist sehr intensiv, aber tatsächlich schmeckt das Tonic angenehm mild. Und noch etwas: ich rate bei der Verarbeitung von Kurkuma dringend zu Handschuhen. Und bei Kurkuma und Ingwer zu Bio-Ware, denn die Knollen werden ungeschält verwendet.

Kurkuma-Tamarinden-Tonic

Aus der indonesischen Volksmedizin

Portionen 2 Liter

Zutaten

  • 160 g frische Kurkumawurzel ungeschält
  • 40 g frischer Ingwer ungeschält
  • 80 g Tamarindenmark ohne Kerne
  • 80 g Kokosblütensirup
  • Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Prise Salz
  • 1 Pandanblatt
  • 2 l Wasser

Anleitung

  1. Kurkuma und Ingwer unter fließendem Wasser gründlich abschrubben. 

  2. Das Tamarindenmark in kleine Stücke brechen und in einen großen Topf geben. Kokosblütensirup, Salz, ordentlich Pfeffer aus der Mühle und 500 ml Wasser zugeben. Zum Kochen bringen, dann bei niedriger Temperatur 20 simmern lassen, bis das Tamarindenmark zerfallen ist. 

  3. Kurkuma und Ingwer in kleine Stücke schneiden und mit 500 ml Wasser im Mixer pürieren. 

  4. Jetzt das Wurzelpüree und den restlichen Liter Wasser zur Tamarindenmischung geben. Das Panadanblatt einmal knoten und ebenfalls zugeben. Alles 30 min simmern lassen, dabei hin und wieder umrühren. 

  5. Die Mischung durch ein feines Sieb abgießen und in sterilisierte Flaschen füllen.  

  6. Das Tonic hält sich im Kühlschrank bis zu drei Wochen und kann warm oder kalt getrunken werden. 

Karottendipp mit Orange, Ingwer und Walnuss

Karotten sind jede Woche in der Abokiste. Sie sind ja auch ein vielseitig einsetzbares Gemüse und im Grunde kann man sie fast überall dazuschmuggeln, aber hin und wieder stehe ich dann doch mit leicht gerunzelter Stirn vor einer Gemüseschublade voller Karotten und bin auf der Suche nach neuen Ideen.

Das Rezept für diesen Dipp aus Sabrina Ghayours “Orientalia”* habe ich also hocherfreut aufgenommen – es ist ja auch wirklich alles drin, was ich mag. 

Gegarte Karotten werden mit Nüssen, Orangensaft und -abrieb, einer Menge Gewürzen und Koriandergrün gemixt. Das Ergebnis ist leicht nussig, ein wenig süß und insgesamt sehr ausgewogen – zum Reinlegen! Ich habe im uneigennützigen Selbstversuch festgestellt, dass das Ganze nicht nur ein schöner Dipp für Gemüsesticks ist, es ist auch eine nette Beigabe zu allem Möglichen vom Spiegelei bis zur Bulette – und auch als Brotaufstrich nicht zu verachten.

Für 6 bis 8 Portionen:

  • 500 g Karotten
  • 150 g Walnusskerne
  • ca. 30 g Koriandergrün
  • 1 TL Zimt
  • 1/2 TL Gewürznelken, frisch gemahlen
  • 10 cm Ingwer
  • 2 Zehen Knoblauch
  • 2 EL Honig
  • Schalenabrieb und Saft von 2 Bio-Orangen
  • Olivenöl
  • Schwarzkümmelsaat
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Die Karotten schälen und in Stücke schneiden. In leicht gesalzenem Wasser weichkochen.

Inzwischen Walnusskerne grob hacken. Koriander zupfen, feine Stängel und die Blätter grob hacken. Knoblauch schälen und hacken, ebenso den Ingwer.

Karotten, Nüsse, Gewürze, Ingwer, Honig Knoblauch und Koriandergrün mit ca. 4 EL Olivenöl grob pürieren. Saft und Schale der Orangen unterrühren und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken.

In eine Schale füllen und mit Schwarzkümmel und Koriandergrün dekoriert servieren.

Kurkuma-Trinkbrühe

Guten Morgen 😊! Ich wünsche Euch was, und zwar ein wunderbares 2018! Gesund soll es sein, fröhlich und genussreich.

Ich hoffe, Ihr habt die Feiertage genossen. Ich weiß, so ganz sind sie noch nicht vorbei. Bei uns jedenfalls dauert die Weihnachtszeit gefühlt bis zum 6. Januar, da ist mit Heilig Drei König der letzte Feiertag und das neue Jahr startet in seinen Alltag.

Ist es spät geworden an Silvester bei Euch? Habt Ihr  über die Stränge geschlagen? Über die Stränge geschlagen habe ich nicht…aber auch nicht viel geschlafen.  Ich kann an Neujahr immer gut etwas Aufbauendes gebrauchen, und Brühe steht dabei ganz oben auf meiner Liste. Diese hier schmeckt nicht nur fein, sondern enthält auch eine ordentliche Menge Kurkuma. Das bringt, regelmäßig genossen, Leber und Stoffwechsel wieder ins Lot. Kein schlechter Anfang für das Jahr, oder?

Also dann, Prost! Das Rezept ergibt ca.  8 Portionen. Ich bewahre die Brühe in sterilisierten Flaschen im Kühlschrank auf, dann kann ich jederzeit darauf zurückgreifen.

Für 2 Liter:

  • 4 Karotten
  • 4 Zweige Thymian
  • Olivenöl
  • Salz
  • 2 EL Kokosnussöl
  • 1 Schalotte
  • 3 Zehen Knoblauch
  • 1 daumengroßes Stück Ingwer
  • 2 TL Kurkuma
  • 4 Fäden Safran
  • 2 L Wasser
  • Saft von 1/2 Zitrone
  • Pfeffer aus der Mühle
Backofen auf 190°C vorheizen.
Karotten bürsten und längs in Scheiben schneiden. Mit der Hälfte des Thymians auf ein Blech legen, alles mit Olivenöl beträufeln und durchmischen. Salzen und 20 min im Ofen braten.
Schalotte, Knoblauch und Ingwer schälen und fein hacken.
Kokosöl in einem großen Topf erhitzen, Schalotte darin in ca. 3  min glasig anbraten. Knoblauch, Ingwer und den restlichen Thymian zugeben und unter Rühren rösten, bis alles duftet. Jetzt Kurkuma zugeben und rühren, bis eine Paste entsteht. Wenn alles zu trocken ist, noch etwas Kokosöl zugeben. Geröstete Karotten zugeben, Wasser angießen und Safran ebenfalls zur Suppe geben.  Die Suppe 1 h sanft köcheln lassen. Dann eine Stunde stehen lassen.
Die Brühe abseihen. Zitronensaft einrühren und alles mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Mabodon und Soja-Radieschen

Donburi – das ist eine Schale Reis mit einem Topping. Dieses hier ist, neben dem Oyaku-Doburi, das ich Euch hier schon vorstellt habe, eines der beliebsteten Donburis. Der Ursprung des Toppings ist aber chinesisch – das Topping geht auf Mapo-Tofu zurück, ein Gericht, das ich heiß und innig liebe. Ein paar Varianten habe ich Euch schon gezeigt, und heute ist dank Stevans japanischem Kochbuch* eben die japanische Variante daran.

Die japanische Variante ist wesentlich milder als das Original aus Sichuan, es kommt wenig Chilipaste daran und kein Sichuan Pfeffer. Dafür darf aber Miso für ordentlich Umami sorgen. Uns hat das gut gefallen.

Zum Mabodon habe ich die Soja-Radieschen serviert. Hierfür werden Radieschen mitsamt ihrem Grün in etwas süßer Sojasauce und Essig mariniert – knackig, frisch, ein wenig salzig, ein wenig süß.

Mabodon:

  • 350 g gegarter Sushi-Reis
  • 1 Zwiebel
  • 1 bis 2 Zehen Knoblauch
  • 500 g Schweinehack
  • 4 EL Erdnussöl
  • 20 g Ingwer
  • 1 TL rotes Miso
  • 1/2 bis 1 TL Tobanjan-Paste* (oder rote Chilisauce)
  • 1 TL Reisessig
  • 4 EL Sojasauce
  • 1 TL Zucker
  • 500 ml Gemüsebrühe
  • 200 g Tofu, feste Sorte
  • etwas Koriandergrün zum Servieren

Zwiebel und Knoblauch schälen und fein würfeln. Erdnussöl in einer großen Pfanne erhitzen und darin Hackfleisch, Knoblauch und Zwiebel braten, bis das Hackfleisch krümelig und hellbraun ist.

Den Ingwer schälen, reiben und zur Fleischmischung geben. Miso, Tobanjan-Paste, Essig, Sojasauce und Zucker unterrühren, die Brühe angießen und alles aufkochen lassen. Den Tofu in Würfel schneiden und ebenfalls zugeben. Alles ohne Deckel ca. 5 min einkochen lassen, bis die Sauce etwas andickt und sich die Aromen verbunden haben.

Korianderblättchen zupfen und hacken.

Den Reis auf Schalen verteilen, die Sauce darauf anrichten und alles mit etwas Koriandergrün bestreut servieren.

Radieschen:

  • 1 Bund Radieschen mit Grün
  • 1 EL Sesamsaat
  • Salz
  • 4 EL süße Sojasauce
  • 1-2 TL Reisessig
  • 1 EL Öl

Radieschen und Grün gründlich waschen. Das zartere Blattgrün in eine Schüssel mit kaltem Wasser legen, den Rest entfernen. Die Radieschen halbieren. Sesam in einer Pfanne ohne Fett anrösten, bis es duftet, dann leicht salzen und beiseite stellen.

Aus Sojasoße, Reisessig und Öl eine Sauce rühren, die Radieschen darin marinieren. Das Blattgrün kurz vor dem Servieren trocken tupfen und zusammen mit dem Sesam unterrühren.

Die Radieschen kann man gleich essen. Man kann sie auch zudeckt einige Tage im Kühlschrank aufbewahren; sie marinieren dann immer stärker.

 

Vietnamesisches Karamell-Hühnchen

karamell-huehnchen

Es gibt etwas zu feiern: Gabis Crockyblog hat Geburtstag. Das erste Jahrzehnt ist geschafft. 10 Jahre kenne ich Gabis Blog noch nicht, aber doch schon einige Jahre. Und ich verdanke ihr so manche Erkenntnis und Anregung zum Thema Slowcooking – und nicht nur dazu. Danke dafür, Gabi!

Es ist also klar, dass ich etwas beisteuere zu ihrem Geburtstags-Buffet. Sie wünscht sich logischerweise etwas, das ein wenig Zeit braucht, damit es richtig gut wird. Erst wollte ich ja den Slowcooker hervorholen, aber dann bin ich über dieses Rezept gestolpert.

blog-event_crockyblog_hochDiana Henrys Hähnchen* hat keine lange Garzeit – aber es muss ein paar Stunden marinieren. Perfekt also für Gabis Geburtstagstisch. Und ganz abgesehen davon – Ihr müsst bitte dieses Hühnchen machen, das ist so gut! Das Fleisch wird mariniert in Ingwer, Fischsauce, Chili und Zucker, dann gebraten und schließlich in einer Sauce auf Karamell-Basis fertig gegart. Das Fleisch ist butterzart, und die Sauce trifft genau die richtige Balance zwischen süß und pikat.

Ich weiß Gabi, Ingwer zählt nicht zu Deinen Lieblingen – aber ich schwöre, das Karamell macht alles wieder gut!

Zum Hühnchen passt einfacher gekochter Reis und ein wenig Gemüse aus dem Wok; bei uns waren es rasch gegarte Zucchini.

karamell-huehnchen1

Für 4 Personen:

Hühnchen:

  • 6 Hühnchenschenkel
  • 3 EL Fischsauce
  • 4 EL Zucker
  • 8 Zehen Knoblauch
  • 50 g frischer Ingwer
  • 1 rote Chilischote
  • 1 EL Sonnenblumenöl
  • 1 Zwiebel
  • 400 ml Hühnerbrühe
  • 1 Limette, der Saft
  • 2 Frühlingszwiebeln
  • etwas Koriandergrün

Für die Zucchini:

  • 2 Zucchini
  • 1 Zehe Knoblauch
  • etwas Öl zum Braten
  • 1 TL geröstetes Sesamöl
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle
  • gerösteter schwarzer Sesam

Die Hühnerschenkel mit einem scharfen Messer im Gelenk trennen und die Teile in eine Schüssel legen.

Für die Marinade den Knoblauch schälen und ganz fein hacken. Chili in Ringe schneiden, Ingwer schälen und reiben.

1 EL Zucker, Knoblauch, Chili, Ingwer und Fischsauce zu den Hühnerteilen geben und alles gründlich durchmischen. Die Hühnchenteile sollen gut mit der Marinade überzogen sein. Schüssel abdecken und das Hühnchen im Kühlschrank mindestens 4 Stunden, noch besser über Nacht, durchziehen lassen.

Vor dem Garen aus dem Kühlschrank nehmen und Zimmertemperatur annehmen lassen. Die Zwiebel schälen, halbieren und in dünne Ringe schneiden.

Das Öl in einer großen Pfanne erhitzen. Das Fleisch darin bei mittlerer Hitze rundherum anbräunen. Vorsichtig, das geht recht fix wegen des Zuckers in der Marinade. Die Marinade aufheben, die brauchen wir noch.

Das Fleisch aus der Pfanne nehmen und beiseite stellen. Die Zwiebel in die Pfanne geben und ebenfalls anrösten, dann herausnehmen und zum Fleisch geben.

Jetzt kommt der spannende Teil – das Karamellisieren. Dazu das verbliebene Bratfett aus der Pfanne gießen. Den restlichen Zucker und 2 EL Wasser in die Pfanne geben, alles kurz durchschwenken, damit Zucker und Wasser sich verbinden. Nun köcheln lassen, bis alles goldbraun karamellisiert ist. Der Übergang von goldbraun zu pechschwarz ist ein kurzer, also besser dabei bleiben. Wenn der Zucker karamellsiert ist, gleich die Hühnerbrühe und den Limettensaft angießen. Alles unter Rühren zum Kochen bringen, damit das Karamell sich löst.

Fleisch, Zwiebel und die restliche Marinade in die Sauce geben. Alles ohne Deckel bei mittlerer Hitze ca. 20 min köcheln lassen, bis das Fleisch gar und die Sauce etwas einreduziert ist. Frühlingszwiebeln in Röllchen schneiden, Koriander zupfen und hacken. Unter die Sauce rühren und alles mit Salz abschmecken.

Während des Hühnchen gart, kann man die Zucchini braten: dafür die Zuchini längs halbieren und die Hälften in feine Scheiben schneiden. Knoblauch schälen und fein hacken. Etwas Öl in einem Wok erhitzen. Die Zucchinischeiben ca. 2 min bei starker Hitze unter Rühren braten, dann den Knoblauch zugeben und nochmals 1 min weiterbraten. Von der Hitze nehmen. Sesamöl einrühren, mit Salz abschmecken. Mit geröstetem Sesam bestreuen.

Zum Servieren die Hühnchenteile auf Teller verteilen, mit Sauce nappieren und mit Zucchini und Reis anrichten.

 

Ingwer-Minze-Shrub

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Eigentlich bin ich ziemlich langweilig, was Getränke angeht. Ich trinke Tee. Am liebsten Grünen. Aber ab und zu brauche ich dann doch etwas anderes, und so haben mich Mary Karlins* Rezeptideen für Shrubs angelacht.

Shrubs sind Sirups auf Essigbasis. Sie werden verdünnt benutzt und sind wunderbar erfrischend. Man kann sie einfach mit Mineralwasser aufspritzen (Verhältnis: 5 Teile Wasser zu 1 Teil Shrub), sind aber auch eine schöne Ergänzung für Cocktails oder Limonaden.

Hier ist die Kombination Minze und Ingwer – beides mag ich sehr….ich koche mir auch gerne Tee aus diesem Zutaten. Aber natürlich ist man frei in der Kombination: Basilikum und Zitronenverbene gehen gut, aber auch Rosen- oder Hibiskusblätter.

Für ca. 350 ml

  • 50 g frischer Ingwer
  • eine Handvoll Minzeblätter
  • 180 ml Apfelessig, naturbelassen, ungefiltert (ich nehme den von Alatura)
  • 125 ml Limettensaft, frisch gepresst
  • 125 g Vollrohrzucker

Den Ingwer in feine Scheiben schneiden und zusammen mit den Minzeblättern in ein Einmachglas geben. Alles leicht zerdrücken, bis Saft abgegeben wird. Den Essig angießen, das Glas gut verschließen und dann für ca. 10 sek. Kräftig schütteln. Deckel wieder abnehmen, statt dessen ein Stück Käseleinen über der Öffnung befestigen. (Ein Mulltuch geht auch). Das Ganze jetzt bei Zimmertemperatur  12 h stehen lassen.

Tuch wieder abnehmen und das Glas mit dem Deckel luftdicht verschließen. Bei Zimmertemperatur stehen lassen und das Glas eine Woche lang jeden Tag kurz schütteln. Danach die Flüssigkeit durch ein Sieb abgießen, den Limettensaft und den Zucker zugeben und rühren, bis sich der Zucker aufgelöst hat. In eine Flasche umfüllen, einen Zweig Minze dazu geben, fest verschließen und nochmals kurz und kräftig schütteln. Eine Woche lang im Kühlschrank reifen lassen, dabei wie vorher jeden Tag einmal schütteln.

Die Flasche nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren. Der Shrub hält sich ca. 4 Monate.

Gewürz-Beignets

gewürz-beignets

Es gibt einen Haufen an Süßkram und Gebäck in “Amerika – Das Kochbuch“*. Die meisten davon recht üppig. Diese Krapfen hier zählen dazu. Das Rezept kommt aus New Orleans. Französische Siedler sollen es im 18. Jahrhundert nach Louisiana gebracht haben.

Im Prinzip sind das ja auch “nur” ganz normale Krapfen – fritiertes Hefegebäck halt. Aber zwei Besonderheiten gibt es, die dafür gesorgt haben, dass die Beignets bei uns ganz schnell verschwunden sind: da ist zum einen der Teig. Der darf lange ruhen, was ihn samtig und aromatisch macht. Dann gibt es da noch den Gewürzzucker, mit dem die Krapfen nach dem Ausbacken bestreut werden – Nelken, Muskat und Ingwer sorgen hier für den besonderen Kick.

  • 750 gr. Mehl
  • 100 g Zucker
  • 1 TL Trockenhefe (oder 10 gr. frische Hefe)
  • 250 gr. Sahne
  • 60 gr. Butter
  • 2 Eier
  • Erdnussöl zum Fritieren

Für den Pumpkin Spice Mix:

  • 1 EL Zimt
  • 1/2 EL gemahlener Ingwer
  • 1/2 EL Muskat, frisch gerieben
  • 1/2 EL Nelkenpulver
  • 75 gr Puderzucker

Für den Teig alle trockenen Zutaten in einer großen Rührschüssel mischen.

In einem kleinen Topf Sahne und Butter auf niedriger Stufe erhitzen, bis die Butter geschmolzen ist. Die handwarme Mischung zusammen mit den Eiern und 125 ml Wasser zum Mehl geben und alles zu einem geschmeidigen Teig verkneten, der sich vom Rand der Schüssel löst. Die Schüssel luftdicht abdecken und den Teig 4-6 h im Kühlschrank ruhen lassen.

Inzwischen für das Gewürz alle Zutaten in einer kleinen Schüssel vermischen.

Den gegangen Teig auf der leicht bemehlten Arbeitsfläche ca. 1 cm dick ausrollen und dann im ca. 4 cm große Quadarate schneiden.

Das Öl in einem großen Topf oder in der Fritteuse auf 190°C erhitzen. Die Teigstücke portionsweise von jeder Seite jeweils 1-2 min frittieren, bis sie goldbraun sind sich aufplustern. Mit einem Schaumlöffel herausniehmen, auf Küchenpapier abtropfen lassen und zum vollständigen Abkühlen auf ein Kuchengitter legen.

Vor dem Servieren die Gewürzmischung durch ein feines Sieb über die Beignets geben. Dazu passen Milchkaffee oder Chai 🙂

Lasst es Euch schmecken!