Ben’s Popcorn mit Curryblättern

Ich liebe ja Popcorn. Als Kind in der süßen Variante, wobei es bei uns ja etwas anderes gar nicht gab. Ich weiß noch, wie geschockt ich war, als ich im Urlaub in Kroatien Popcorn kaufte und der erste Bissen sich als salzig entpuppte. Das hat sich geändert – inzwischen muss Popcorn bei mir meist salzig sein.

Und dieses Variante stammt eben von Ben. Ben, das ist der Ehemann  von Chitra Agrawal*. Als sie sich kennenlernten, brachte ihm Chitra die südindische Küche näher. Unter anderem brachte sie ihm bei, wie man Tarka macht. Tarka, das bedeutet, dass man Gewürze in Öl oder Fett anbrät und mit dieser Mischung anschließend ein Gericht aromatisiert. Zum Beispiel  werden so Linsengerichte zubereitet. Die Hülsenfrüchte werden gegart, dann kommt die Tarka dazu. Das ist so einfach und dabei superaromatisch.

Nun, Ben hat seine Lektion gelernt. Und das Gelernte gleich auf Popcorn übertragen. Chitra Agrawal erzählt, dass sie das Popcorn so toll finden, dass sie es heimlich ins Kino schmuggeln, anstatt dort welches zu kaufen.

Was ich absolut verstehe. Ich meine, wer braucht schon langweiliges Kino-Popcorn, wenn er statt dessen curryblätterwürziges, chilischarfes, kurkumagesprenkeltes Popcorn mit mit Zusatzumami aus Nährhefe haben kann? Ich jedenfalls nicht.

Asafötida und frische Curryblätter bekommt Ihr im Asiashop. Beides hält lange, die Curryblätter kann man super in der Tiefkühle lagern.

Für ca. 4 Portionen:

  • 2 EL hocherhitzbares Öl, am besten Erdnussöl
  • 90 g Popcornmais
  • 2 bis 3 EL Butter oder Kokosöl
  • 1 TL schwarze Pfefferkörner
  • 1/4 TL Asafötida
  • ca. 10 frische Curryblätter
  • 1/2 TL gemahlene Kurkuma
  • 2 getrocknete rote Chilis
  • Salz
  • Nährhefe wie Marmite* oder Vitam* nach Geschmack

Öl in einem großen, stabilen Topf erhitzen. Wenn das Öl heiß ist, den Popcornmais in den Topf geben. Alles durchschwenken, so dass die Körner mit dem Öl überzogen werden. Deckel auflegen und den Herd auf mittlere Hitze stellen. Nach einiger Zeit werden die Körner anfangen, zu explodieren und gegen den Topdeckel zu springen. Den Topf in dieser Zeit immer wieder mal durchschütteln, damit dieser Vorgang gleichmäßig stattfindet. Wenn das Popcorn fertig ist mit Explodieren, die Ausbeute in eine große Servierschüssel umfüllen.

Butter oder Kokosöl in den Topf geben und den Herd mittlere Hitze stellen.  Wenn das Fett geschmolzen ist, ein Senfkorn hineingeben. Wenn es anfängt, zu knistern und zu springen, die restlichen Senfkörner zugeben, dann das Asafötida. Deckel auflegen, die Senfkörner hüpfen munter durch die Gegend. Wenn das Gehüpfe aufhört, die Curryblätter zwischen den Fingern zerreiben und in den Topf geben, dann das Kurkumapulver. Die Chilis in der Mitte durchbrechen und ebenfalls in den Topf geben. Alles kurz durchrühren, dann gleich über das Popcorn gießen.

Popcorn sofort salzen, alles gut durchmischen. Jetzt die Nährhefe zugeben. Im Rezept stehen vier Esslöffel, das ist….viel. Ich habe 3 Teelöffel genommen. Tastet euch ran. Jedenfalls: alles gut durchmischen, dann wegknuspern.

Zander mit Kurkuma-Kartoffeln in Rasam-Brühe

rasam

Im Großen und Ganzen bin ich hier im Haushalt verantwortlich für das, was täglich so auf den Tisch kommt. Kein übler Job, im Grunde 🙂 . Aber dennoch…manches passt mir nicht. Zum Beispiel gibt es definitiv zu selten Fisch. Und indisches Essen könnte ich auch öfter mal vertragen. Da traf es sich richtig gut, dass ich in NOPI* auf ein indisch angehauchtes Gericht mit Fisch gestoßen bin. Zweimal Sehnsucht, erfüllt mit einem Gericht.

Im Original wird das Gericht mit Loup de mer zubereitet – bei mir landete statt dessen Zander in der Pfanne. Der Fisch wird recht einfach mit Salz und Pfeffer gewürzt. Dazu gibt es Kartoffeln, die erst vorgegart und dann mit Kurkuma und Curryblättern aromatisiert werden – die werden hier bestimmt noch öfter auf dem Tisch stehen, denn ich liebe Kurkuma. Serviert wird das Ganze in Rasam. “Rasam” heißt “Essenz” und ist eine Brühe, die mit Tamarinde aromatisiert wird. Dazu gesellen sich Tomate, Curryblätter und  Chili  – ein Klassiker aus Südindien.

Zwei Zutaten braucht es unbedingt: zum einen frische Curryblätter – es gibt sie im Asiashop. Ich werde nicht müde, es zu sagen: bitte nehmt die frischen, die getrockneten haben kein Aroma. Die Blätter werden in großen Bündeln verkauft, aber das ist kein Problem. Was übrig bleibt, wartet gern in der Tiefkühle auf den nächsten Einsatz. Und dann braucht es Tamarinde; es wird Tamarindenmark verwendet, das eingeweicht und durch ein Sieb gestrichen wird. Tamarindenmark gibt es auch im Asia-Shop – was übrig bleibt, hält im Kühlschrank richtig lange. Es gibt auch schon fertige Tamarindenpaste zu kaufen….da weiß man aber nie, wie sauer es ist; das hat was von Roulette 🙂

Für 6 Personen:

Für den Fisch:

  • 50 g Ghee (oder geklärte Butter – ich habe Kokosöl genommen..)
  • 6 Fischfilets mit Haut – original Wolfsbarsch, bei mir Zander
  • 1 EL Zitronensaft
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für die Kartoffeln:

  • 650 g Kartoffeln (vorwiegend festkochend)
  • 15 g Ghee (ich: Kokosöl)
  • ca. 20 g frische Curryblätter
  • 1 1/2 EL Senfsaat (ich hatte schwarze)
  • 1 Zwiebel
  • 4 Zehen Knoblauch
  • 1 TL Kurkuma
  • 2 Tomaten
  • 10 g Butter
  • Salz

Für das Rasam:

  • 100 g Tamarindenmark
  • 900 ml kochendes Wasser
  • 1 EL Sonnenblumenöl
  • 2 Zwiebeln
  • 8 Zehen Knoblauch
  • 1 1/2 EL Garam Masala
  • 25 g frische Curryblätter
  • 2 getrocknete rote Chilischoten
  • 3 Tomaten
  • Salz

Zuerst für das Rasam das Tamarindenmark mit dem kochenden Wasser übergießen. 30 min stehen lassen, dabei ab und zu durchrühren. So löst sich das Mark von den Samenkapseln. Dann die Mischung durch ein feines Sieb gießen, die festen Bestandteile wegwerfen.

Die Kartoffeln schälen und in ca. 2,5 cm große Würfel schneiden. Kartoffeln in Salzwasser ca. 10 min kochen, bis sie gerade eben gar sind. Abgießen und beseite stellen.

Eine Zwiebel schälen fein würfeln, 4 Zehen Knoblauch schälen und ebenfalls fein würfeln. 2 Tomaten halbieren, die Samen herauskratzen und den Rest grob hacken.

Den Topf trocken wischen, Ghee oder Kokosöl hineingeben und bei mittlerer Temperatur schmelzen. 20 g Curryblätter und die Senfsamen hineingeben und alles kurz anrösten, bis es zu duften beginnt. Knoblauch und Zwiebel zugeben und alles ca 4 min  anschwitzen, bis Knoblauch und Zwiebeln weich werden. Kurkuma, Tomaten und die vorgegarten Kartoffeln unterrühren, alles zusammen erhitzen, dann die Butter einrühren und alles salzen und pfeffern. Beiseitestellen.

Jetzt zum Rasam: 2 Zwiebeln schälen, halbieren und in dünne Streifen schneiden. 8 Knoblauchzehen schälen und fein hacken. Drei Tomaten in je 6 Spalten schneiden.

Sonnenblumenöl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebel und Knoblauch bei mittlerer Temperatur anschwitzen, bis sie weich und glasig werden. Garam Masala, 25 g frische Curryblätter und die Chilis zugeben, einmal durchrühren, dann die Tomaten zugeben und das Tamarindenwasser angießen. Alles ca. 15 min bei schwacher Hitze ziehen lassen, aber nicht kochen, damit nichts ausflockt. Mit Salz würzen und beiseite stellen. Es gibt 2 Möglichkeiten, das Rsam zu servieren: wer es feiner mag, gießt alles durch ein Sieb ab und serviert nur die Brühe. Man kann die groben Bestandteile aber auch drin lassen. Meine Version ist in der Mitte: ich habe alles abgeseiht und dann die Tomaten wieder in die Brühe gegeben.

Für den Fisch das Ghee (oder was Ihr nehmt…) in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze schmelzen. Die Filets auf der Hautseite mit Salz und Pfeffer würzen. Wenn das Fett geschmolzen ist, die Filets mit der Hautseite nach unten in die Pfanne legen und  – ja nach Größe der Filets – ca. 3 min braten. Die Fleischseite ebenfalls mit Salz und Pfeffer würzen, die Filets umdrehen und noch ca. 1 min braten. Mit Zitronensaft beträufeln.

Kartoffeln und Rasam nochmals erwärmen. Zum Servieren die Kurkuma-Kartoffeln auf Portionsschalen verteilen. Den Fisch darauf oder daneben anrichten und das Rasam dazu schöpfen.

Kartoffelküchlein mit Dosa-Gewürz und schnellen Gurken-Pickles – außerdem: Buchgewinn und Tierfreitag

kartoffelplätzchen mit dosa-gewürz

Bevor es ans Essen geht, gibt es erst mal ein Buch zu verteilen: die Losfee hat heute ganz früh noch in Schlafanzug ein Zettelchen gezogen: Ulli Wührl, Du hast ein Exemplar von Deutsche Küche 2.0 gewonnen! Ich gratuliere – und brauche Deine Adresse.

Und jetzt zum Essen: gleich das erste Gericht, dass ich aus Anna Jones Kochbuch* ausprobiert habe, hat mir so gut gefallen, dass ich es mit Euch teilen muss. Genau wie alle anderen danach auch, aber man muss ja Prioritäten setzen 😉 .

Ich mag ja die anglo-indische Küche, und das hier gehört dazu. Anna Jones schwärmt für masala dosa…ich auch. allerdings sind die kleinen Pfannkuchen aus Reis- und Linsenmehl mit der würzigen Kartoffelfüllung relativ vertrackt in der Herstellung. Geständnis: mir ist bis jetzt noch jedes Dosa, das ich fabrizieren wollte, in der Pfanne kleben geblieben. Da ist es durchaus eine Lösung, sich auf die Füllung zu beschränken und diese als kleine Küchlein zu servieren.

Serviert werden die Küchlein mit etwas Avocadomus – und ganz fix gemachte Gurkenpickles sorgen für Frische und für Biss. Insgesamt – alles ganz einfach. Und eine traumhafte Kombination, die sicher nicht zum letzten Mal auf unserem Esstisch stand.

Die Küchlein beziehen ihr Aroma von Curryblättern. Die gibt es in jedem Asia-Shop. Es gibt eine getrocknete und eine frische Variante. Die getrocknete schmeckt eher nach Staub und Muff. Gönnt Euch ein Päckchen frische Curryblätter. Man kann sie in der Tiefkühle aufbewahren und bei Bedarf einfach die benötigte Menge entnehmen.

Zufällig ist dieses Gericht vegan und heute ist Freitag – deswegen schicke ich auch endlich mal wieder ein Rezept zum Tierfreitag.

Für 4 Personen:

Für die Kartoffelküchlein:

  • Olivenöl oder Kokosöl zum Braten
  • 4 große Kartoffeln, gekocht
  • 1 Zwiebel
  • 1 EL schwarze Senfsaat
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 10 Curryblätter
  • Salz, Pfeffer

Für die Avocado:

  • 2 Avocados
  • Saft von 1/2 Zitrone

Für die Gurken-Pickles:

  • 1/2 Salatgurke
  • 1 TL Koriandersaat
  • 1 Prise Zucker
  • Saft und Schale von 1/2 Bio-Zitrone
  • 1 EL Weißweinessig

Für die Küchlein die Zwiebel schälen und fein hacken.

Etwas Öl in einer großen Pfanne erhitzen und die Zwiebel darin bei mittlerer Hitze ca. 5 min anbraten. Dann die Senfsamen zugeben. Deckel auflegen und kurz warten. Die Senfsamen werden wild durch die Pfanne hüpfen. Wenn sie damit fertig sind, Pfanne vom Feuer nehmen und ca. 1 EL der Zwiebelmischung aus der Pfanne nehmen, die kommt später an die Avocado.

Pfanne wieder auf den Herd stellen, Kurkuma und Curryblätter hineingeben und alles bei milder Hitze kurz anbraten. Beiseite stellen und ein wenig abkühlen lassen.

Die Kartoffeln schälen, in eine Schüssel geben und mit einer Gabel zerdrücken. Die Zwiebelmischung dazu geben, alles gründlich vermengen und mit Salz und Pfeffer herzhaft abschmecken. Aus der Masse 4 gleich große Küchlein formen. Küchlein für ca. 30 min in den Kühlschrank geben, damit sie etwas Stabilität gewinnen.

Inzwischen für die Pickles die Gurke schälen und längs in dünne Scheiben schneiden. Koriandersaat im Mörser zerstoßen. Gurkenscheiben mit allen anderen Zutaten vermischen, dabei mit der Hand kneten, damit sich alles gut verbindet.

Für das  Avocadomus  die Avocado halbieren, den Zitronensaft zugeben, das Fruchtfleisch aus den Schalen lösen, mit der Gabel zerdrücken. Die beiseite gestellten Zwiebelmischung einarbeiten und alles mit Salz und Pfeffer würzen.

Für die Küchlein etwas Öl in einer Pfanne erhitzen. Die Küchlein in etwas Öl auf jeder Seite ca. 2-3 min behutsam anbraten, bis sie leicht gebräunt sind.

Zum Servieren die Küchlein mit der Avocado-Mischung garnieren und mit den Gurken-Pickles anrichten.

Brunnenkressesuppe mit Curryblätter-Öl und karamellisierten Birnen

brunnenkressesuppe mit curryöl

Brunnenkresse….wächst bei uns in dem Bach, der ein paar Meter hinter dem Haus fließt. Aber obwohl ich sonst gerne alles mögliche rupfen gehe, war ich bisher immer zu faul, mit Gummistiefeln in den Bach zu steigen und welche zu pflücken. Nun, dieses Jahr habe ich das Problem elegant gelöst: Jetzt wächst Brunnenkresse in dem Kräuterkübel auf meiner Terrasse. In diese Suppe hier ist schon die zweite Ernte eingeflossen, hurra!

Ich mochte die Suppe sehr gern – warte auf die dritte Ernte, um sie nochmal zu machen 🙂 : Die Brunnenkresse ist schön pfeffrig, das Würzöl gibt einen zusätzlichen Kick und die Birne ein wenig Süße.

Frische Curryblätter für das Würzöl gibt es für kleines Geld im Asia-Shop. Das Rezept gibt mehr Öl, als man für die Suppe braucht, aber man kann es vielseitig verwenden. Die restlichen Curry-Blätter kann man einfrieren.

Das Rezept stammt aus dem Buch “Jahreszeitenküche”*, das mir netterweise zur Rezension überlassen wurde.

Für 4 Personen:

  • 3 EL frische Curryblätter
  • 175 ml Olivenöl
  • 1 Zwiebel
  • 2 Kartoffeln
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 250 gr. Brunnenkresse
  • 2 EL Crème fraîche
  • Salz, Pfeffer aus der Mühle

Für das Topping:

  • 1 Birne
  • 2 EL Puderzucker
  • 1 EL Crème fraiche
  • Schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zunächst das Curry-Öl vorbereiten. Dazu die Curry-Blätter 30 sek. in kochendem Wasser blanchieren, mit kaltem Wasser abbrausen und gründlich trocken tupfen. 150 ml Olivenöl in einem kleinen Topf erwärmen. Die Blätter in einen Mixer geben, dann bei laufendem Mixer nach und nach das Öl zugeben, bis man eine Paste hat. Die Paste abkühlen lassen, durch ein mit Küchenpapier ausgelegtes Sieb gießen und gründlich abtropfen lassen.

Nun für die Suppe die Zwiebel schälen und fein hacken. Die Karoffeln schälen und würfeln. Das restliche Öl in einem großen Topf erhitzen. Zwiebel und Kartoffel darin einige Minuten anschwitzen, dann die Gemüsebrühe angießen und alles ca. 10 min köcheln lassen, bis die Kartoffeln weich sind.

Die Birne schälen, das Kerngehäuse entfernen, dann fein würfeln und mit Puderzucker und reichlich grob gemahlenem Pfeffer mischen. Birnenwürfel in einer heißen Pfanne bei mittlerer Hitze karamellisieren lassen.

Inzwischen die Brunnenkresse waschen und die Blättchen von den Stielen zupfen. Brunnenkresse und 3-4 TL Curry-Öl zur Suppe geben und kurz mitkochen lassen. Suppe im Mixer oder mit dem Stabmixer fein pürieren. Wer es ganz zart mag, streicht die Suppe anschließend noch durch ein Sieb. Crème fraîche unterrühren.

Zum Servieren die Suppe in Teller oder Schalen geben, ein paar Birnenwürfelchen einlegen und mit etwas Curry-Öl beträufeln.